Beziehung ohne Streit möglich?!

Benutzer99399 

Beiträge füllen Bücher
Mein Ex und ich haben eigentlich so gut wie nie gestritten.
Allerdings hat er dann irgendwann auch verpasst, mir mitzuteilen, dass er mit der Beziehung nicht mehr glücklich ist. Und dann war es irgendwann zu spät.

Ich weiß, dass sich dadurch nicht wenige Leute herausgefordert sehen, mir möglichst wortreich widersprechen zu wollen, in der Hoffnung, dass ich spätestens beim Mittelteil die Konzentration und somit den Überblick verliere. ...Die wollen nicht wirklich, dass ich es verstehe, die setzen bloß auf die gute, alte Zermürbungstaktik.
... schrieb sie in einem langen Roman. :tongue:
 

Benutzer182660  (43)

Ist noch neu hier
war mit meiner Ex fast 10 Jahre zusammen, davon 4 verheiratet. In den fast 10 Jahren nur einen Streit über etwas etwas eigentlich nicht so wichtiges (Haus schön vs praktisch gestalten). Obwohl ich letzlich nachgegeben hatte war es der Anfang vom Ende. Ich denke es gibt Menschen die benötigen Harmonie und andere die benötigen Kick. Meine Ex und ich gehören zur ersten Kategorie
 

Benutzer166918  (33)

Öfter im Forum
Ich kenne einige Menschen, die in streitfreien Beziehungen leben und glücklich sind, auch über Jahre.
Für uns würde das nicht passen. Wir sind beide impulsiv, ungeduldig und, äh, meinungsstark, da kracht es immer wieder. Nicht mehr so fundamental wie vor 10 Jahren, aber immer noch ordentlich. Mit Menschen, die mir ferner stehen (im beruflichen Kontext sowieso, aber auch privat) streite ich nie. Mit meinem Mann knallt es definitiv und mit Abstand am heftigsten, danach geht es tendenziell nach Näheempfinden in absteigender Frequenz, wobei es auch völlig streitfreie und dafür diskussionslastige enge Kontakte gibt. Mein engstes Familienmitglied ist mein Vater, und auch mit dem kann ich vortrefflich streiten. Wir haben genug Übung darin und lieben uns dennoch heiß und innig - boah, das klingt ekliger, als es gemeint ist...
 

Benutzer95335  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Also ich brauch keinen Streit. ich denke man kann über alles vernünftig reden.
Und bockig muß man schon mal gar nicht sein, wir sind keine Kleinkinder mehr. Wenn ich möchte das jemand bockig ist um seine Meinung durchzusetzen, nehme ich mir am besten ein Kleinkind zum Partner.. Ne ne das muß nicht sein.

Ich möchte ja auch gar nicht ausschließen, das man sich nicht mal richtig streitet, aber wenn man den richtigen Partner hat,
glaub ich das es möglich ist, es auch ohne hinzubekommen. Es läßt sich alles irgendiwe ruhig regeln.
Und über die meisten Dinge lohnt es sich nicht zu streiten. Man muß sich halt nur einigen können.
Worauf läuft denn ein Streit hinaus? das letztendlich einer nachgibt, und dem anderen Recht gibt.
Und das könnte auch ohne Streit besser funktionieren.

Und außerdem ist Streit nur purer Stress und nicht gut für den Körper und für die Psyche auch nicht.
Und letztendlich verträgt man sich ja doch wieder oder es ist irgendwann so schlimm, das man sich trennt,
und dann soll mir einer sagen, man würde den Streit ja brauchen.
 

Benutzer174969  (28)

Verbringt hier viel Zeit
Und außerdem ist Streit nur purer Stress und nicht gut für den Körper und für die Psyche auch nicht.
Das würde ich pauschal so nicht sagen. Ständiger Streit wegen jedem Mist kann auf die Psyche und Körper schlagen. Aber sich einmal so richtig auskotzen und alles auf den Tisch zu klatschen kann durchaus auch reinigend wirken, sodass das Paar dann in Ruhe darüber reden kann.

Aber dann hat sich davor schon einiges angestaut und es sollte die Streit-Kultur überdacht werden.
 

Benutzer95335  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Das würde ich pauschal so nicht sagen. Ständiger Streit wegen jedem Mist kann auf die Psyche und Körper schlagen. Aber sich einmal so richtig auskotzen und alles auf den Tisch zu klatschen kann durchaus auch reinigend wirken, sodass das Paar dann in Ruhe darüber reden kann.

Aber dann hat sich davor schon einiges angestaut und es sollte die Streit-Kultur überdacht werden.

ja okay wenn es wirklich selten vorkommt, geb ich dir Recht, aber auf Dauer kann es einem wirklich schaden!
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
ja okay wenn es wirklich selten vorkommt, geb ich dir Recht, aber auf Dauer kann es einem wirklich schaden!
Njaaa, definiere „auf Dauer“.
Bei uns knallt es aktuell fast täglich, mal mehr, mal weniger. Mein Gehirn ist eh schon Matsch, da braucht es nicht viel, damit ich an die Decke gehe. 😅

Und ja, ich empfinde das als belastend – in jeder Hinsicht. Allerdings weiß ich auch, dass es wieder besser wird, daher gehe ich jetzt nicht von bleibenden Schäden aus.
 
G

Benutzer

Gast
Mir kann keiner mit kleinen Kindern, (daraus resultierendem Schlafmangel), Schwiegereltern die reinfunken, Job, Homeoffice, Homeschooling, Hitze erzählen, dass es nicht auch mal kracht. So ein Sommergewitter hat aber auch etwas reinigendes.
 

Benutzer174969  (28)

Verbringt hier viel Zeit
Bei uns knallt es aktuell fast täglich, mal mehr, mal weniger. Mein Gehirn ist eh schon Matsch, da braucht es nicht viel, damit ich an die Decke gehe. 😅
Ist das dann wirklich ein Streit bzw, resultiert daraus einer? :ninja: Meiner geht mir dann aus dem Weg oder hört sich eben mein Wettern an, aber ich hätte das jetzt nicht als Streit gewertet, weil naja es ist für mich einfach "sudern" 😅 Das weiß er eben und er weiß, dass ich mich dann ggf. entschuldige, wenn ich ihn dabei angehen sollte :ninja: Für ihn ist da auch kein Streit, sondern eben "sudern" also sowas wie jammern oder meckern.

Aber keine Ahnung, vielleicht ist es bei dir oder auch anderen es schlichtweg anders und es ist dann ein Streit. 🤷‍♀️ Finde den Thread aber interessant, anscheinend ist Streit nicht für jeden das selbe 😅
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Yurriko Yurriko das kann alles von Diskussionen bis zu Meckern oder Streit sein, je nach Anlass und Gereiztheitslevel. Meine Zündschnur ist superkurz – und die meines Mannes oft nicht viel länger. 🙈🤷🏻‍♀️
 

Benutzer172677 

Sehr bekannt hier
Worauf läuft denn ein Streit hinaus? das letztendlich einer nachgibt, und dem anderen Recht gibt.
Nö, wieso sollte es? Und warum sollte das bei ruhigen Diskussionen dann grundsätzlich anders sein?
Das kann bei beidem passieren, es ist aber auch bei beidem möglich, eine gute Lösung für beide zu finden.
Wenn ich manchmal etwas emotional überschäume, kann das einen recht reinigenden Effekt haben und zu richtig guten Ergebnissen führen.
Mich immer in Contenance zu üben, würde mich viel mehr stressen.
Also nein, ich finde nicht, dass man das so verallgemeinern kann wie Du es tust.

Ich wundere mich gerade ein bißchen, warum Du hier fragst, aber schon eine so pauschale, vorgefertigte Meinung hast, die alle, die es anders sehen, auch ziemlich abbügelt.
Da hättest Du Dir das Fragen sparen können- und ich mir z.B. die Antwort.
 

Benutzer81102 

Meistens hier zu finden
Ein interessanter Thread.

Ich finde bei dem Thema immer wichtig zu berücksichtigen, wie Streit definiert wird, denn alleine das wird ja oft total unterschiedlich betrachtet. Ich kenne auch Personen, die behauptet haben, nie zu streiten, genau das nach meiner Definition aber sehr oft getan haben 😅

Und zugleich ists aus meiner Sicht wirklich auch eine Charaktersache UND natürlich eine Frage der erlernten Streitkultur. Ich würde nie pauschalisieren und sagen „Streit/kein Streit ist schlecht“, wobei die Extreme wohl tatsächlich selten gut sind (also nie oder ständig streiten).

Ich persönlich mag Streit (=hitzig/vehement ausgetragene Konflikte) nicht besonders, kann aber damit umgehen, wenn es mal kracht (in meiner Paarbeziehung). Liegt vielleicht auch daran, dass ich selbst sehr willens- und „meinungs“stark bin und auch gerne mal emotional/hitzig reagiere ☺️ Impulskontrolle und Selbstregulation klappt dabei mal besser und mal schlechter. Aber auch das tatsächlich nur in der Paarbeziehung, mit Freunden und Familie streite ich sehr selten, da sind es tatsächlich fast durchgängig gesittete Diskussionen, wenn es was zu klären gibt. Grundsätzlich ist es mir total wichtig, konstruktiv und „gesund“ zu streiten, nur leider klappt das nicht immer.
Mein Mann ist ebenfalls ziemlich hitzköpfig.

Wir sind in den ersten Jahren unserer Beziehung ehrlich gesagt besser miteinander ausgekommen bzw. haben weniger gestritten und auch deutlich konstruktiver. Momentan befinden wir uns in einer sehr fordernden Lebensphase (Kleinkind, Hausrenovierung, 2. Kind auf dem Weg, er vorübergehend arbeitslos…), das fordert seinen Tribut und es kracht hier alle 2-3 Tage. Leider zu oft auch destruktiv, verletzend und mit nicht genügend Respekt, wenn die Emotionen sich total entladen. Das empfinde ich dann schon als sehr belastend.

Dennoch würde ich unsere Beziehung nicht als „tot“ bezeichnen. Wir haben uns auch durch schwierige äußere Umstände in eine Krise manövriert und die guten Umgangsformen miteinander etwas verlernt. Aber zugleich schließen wir dennoch immer wieder Frieden, entschuldigen uns und arbeiten daran, wieder zu unserer gesunden Ebene zurück zu finden. Die müssen wir aktuell nun neu lernen, wir waren in den letzten 6 Jahren aber auch nie so gefordert wie momentan.

Ich finde Pauschalaussagen daher schwierig. In guten wie in schlechten Zeiten! Es kann auch (wie bei uns) anfangs besser gelaufen sein und dann eine schwierigere Phase kommen. Wir sind nicht stolz drauf, wie es zur Zeit ist und zugleich schweißt es uns auch zusammen, weil wir uns unsere Fehler eingestehen, beide, und das wiederum nicht überdramatisieren. Zumindest, wenn die Gemüter wieder beruhigt sind 😄

Vielleicht noch als Ergänzung: so wie es aktuell ist, ist es aus unserer beiden Sicht nicht gesund und wir versuchen, zu lernen und uns zu bessern.
Demnach wünsche ich mir durchaus wieder mehr Harmonie, er sich auch.
Zugleich würde es bei uns beiden aber auch nie eine Beziehung mit anderen Personen geben, in der es nie Streit geben würde. Streit per se finde ich okay und auch gesund, nur eben wertschätzend und zielführend, das ist ja eigentlich die Grundlage.

Ich habe eine Freundin, die in einer aus ihrer Sicht total harmonischen Beziehung lebt, die zwei streiten tatsächlich nie. Sie sprechen aber auch nicht über Probleme, bzw. er schon und sie knickt ein und geht der Diskussion aus dem Weg.

Das ist auch nicht gesund. Irgendwo dazwischen wird die „Wahrheit“ liegen, dann vielleicht abhängig vom Charakter.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer184646  (26)

Ist noch neu hier
Es geht ja nicht immer um „Streit“ oder „kein streit“ sondern vielmehr um die Art des (potenziellen) Streits. Streit ist nicht gleich Streit!
 

Benutzer176818 

Sorgt für Gesprächsstoff
Wir mussten da beide dazulernen. Ich gehe relativ schnell hoch, bin ungeduldig und impulsiv und habe damit sprichwörtlich schon deutlich Porzellan unnötig zerschlagen.
Er ist Konfliktvermeider und hat mich damit anfangs auf die Palme getrieben.

Klingt fast, als würdest Du über uns schreiben! Nur, dass ich nie Konflikte vermieden habe, nur Streit.

Meine Lebensgefährtin hat es aber über die Jahre hinweg tatsächlich geschafft, in mir theoretisches Wissen und persönliche Motivation dazu so intensiv zusammenbringen, dass ich inzwischen ganz klar und überzeugt im Team #StreitIstEnormWichtigFürDieBeziehung bin. Ich würde sagen: Unsere Beziehung fühlt sich für uns beide immer noch so lebendig und frisch an, weil wir es ab und zu mal ordentlich krachen lassen.

Und wenn ich zum Höhepunkt des Streits endlich richtig hör- und sichtbar emotional in den Streit hineingehe, blitzt in ihren Augen fast immer ein glückliches Glitzern auf. Dann hört alle Provokation auf, der Widerstand verschwindet spurlos - und wir können uns endlich vernünftig über die Lösung unterhalten. Wie ich das als "angeborener" Streitvermeider eigentlich schon ganz von Anfang an wollte ...
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren