Auswandern oder bleiben?

Was würdest du tun?

  • Auswandern

    Stimmen: 10 76,9%
  • Im Lande bleiben und verändern

    Stimmen: 3 23,1%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    13

Benutzer3277 

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Stell dir vor du bist in einem rückständigen Nicht-EU-Staat geboren, wo Korruption, Armut und Arbeitslosigkeit herrschen. Was würdest du als junger Mensch tun?

A: Auswandern und in Deutschland o.ä. Land um Asyl bitten?

B: In Lande bleiben und versuchen, es zu ändern, z.B. ein Unternehmen aufbauen oder politisch aktiv werden?
 

Benutzer140686  (32)

Meistens hier zu finden
Ich würde aus meiner deutschen Sicht eher im Land bleiben und versuchen etwas zu verändern.
Wenn ich in einem solchen Land aufgewachsen wäre wäre aber auch eine Sicht auf die Welt eine ganz andere.
Da weiß ich nicht was ich tun würde wenn es so wäre.
Kann ich nicht beantworten.
 

Benutzer135422  (43)

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Auswandern und nach wenigen Jahren zurückkehren um das eigene Land weiter entwickeln. So, wie es vielerorts getan wurde. Dazu, müsste man aber auch wissen, wie sein Land aufgebaut hat, welche Rohstoffe es hat und vieles mehr.
 

Benutzer58449  (32)

Planet-Liebe ist Startseite
Keine Ahnung. Ich würde auswandern sofern mein eigenes Leben durch Krieg, Krankheit oder Hunger bedroht wäre. Aber das wäre weniger ein beschlossenes auswandern, als eine unausweichliche Flucht.
 

Benutzer3277 

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Ich bin für bleiben und versuchen zu verändern. Obwohl mir klar ist, dass ich nicht Betroffener bin und daher keine reale Sicht auf dieses Problem habe.
 

Benutzer150539 

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Bleiben und etwas verändern kannst du nur, wenn du die Bildung, Mittel und Möglichkeiten dazu hast - und sich auch etwas verändern lässt. Wenn dein Land diktatorisch von einem Clan regiert wird, wirst nicht so viele Möglichkeiten haben.
Ohne Bildung in ein anderes Land, dessen Sprache du nicht kannst, ist eigendlich auch ein Leerlauf, weil diese Länder dich nicht wollen. So hart es klingt, aber warum sollten sie dich unterstützen, wenn schon ihre eigenen Leute zu wenig Ausbildung und Arbeitsplätze haben? (gewisse Bezirke Deutschlands wie der ehem. Osten z.B.) Und wenn du dann doch hier erfolgreich bist - reizt es dich wirklich zurück zu gehen und hier alles zurück zu lassen, um ev. zu sehen, dass sich in deinem Land nicht viel ändern lässt, weil immernoch der selbe Trottel auf dem Trohn herrscht? (ich sprech nicht von Hilfe, die kann immer gebraucht werden, doch auch fundierte Programme fruchten erst langsam)

Meine Grosseltern beider Seiten kamen vor 50 Jahren in die Schweiz und waren froh, hier aufgenommen geworden zu sein - doch zurück wollte niemand. In beiden Herkunftsländer herrschten kommunistische Systeme - die man als einfacher Bürger nicht verändern konnte.
 

Benutzer3277 

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In beiden Herkunftsländer herrschten kommunistische Systeme - die man als einfacher Bürger nicht verändern konnte.

Naja, wenn die Zeit günstig ist, können auch kommunistische o.ä. Systeme durch engagierte Bürger gestürzt werden. Das hat man ja 1989 erlebt.
 

Benutzer141862 

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Warum gibt es keine Antwortmöglichkeit: "C. Auswandern und in Deutschland o.ä. Land arbeiten, Steuer zahlen und friedlich leben"?
 

Benutzer3277 

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Warum gibt es keine Antwortmöglichkeit: "C. Auswandern und in Deutschland o.ä. Land arbeiten, Steuer zahlen und friedlich leben"?

Gut, man muss aber erst seinen Asylantrag anerkannt bekommen. Danach steht dem nichts im Wege, hoffe ich doch.
 

Benutzer150539 

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Naja, wenn die Zeit günstig ist, können auch kommunistische o.ä. Systeme durch engagierte Bürger gestürzt werden. Das hat man ja 1989 erlebt.
Wenn du unter anderem wegen deiner politischen Meinung bedroht wirst, ist das nicht das beste, was du machen kannst. Dank Überwachungsstaat wussten die damals vor dir selbst, was du planst. Und ich denke, das ist heute noch schwieriger als "damals"..
 

Benutzer68775  (37)

Planet-Liebe Berühmtheit
Naja, wenn die Zeit günstig ist, können auch kommunistische o.ä. Systeme durch engagierte Bürger gestürzt werden. Das hat man ja 1989 erlebt.
Das ist auch eher idealistisch gedacht...

Ich stehe dazu Egoist zu sein. Ich schau nach mir selbst und den meinen, und dazu tue ich was nötig ist, nach bestem Wissen und Gewissen aus der Situation heraus.
Da ich keine Revolutionärin bin... denke ich einfach aus Sicht auf meine Person, ohne mich direkt einführen zu können (wobei doch evtl noch mehr als viel hier...) würde ich Bleiben und gehen sorgsam abwägen, womit ich mich besser durchschlagen kann.
Ziemlich sicher würde ich nicht versuchen Systeme zu stürzen, zumindest nicht freiwillig.
 

Benutzer141862 

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Zur Info :zwinker:

Hochqualifizierte, Fachkräfte und Studierende

Nachdem die Zuwanderung von Fachkräften und Hochqualifizierten aus Nicht-EU-Staaten von 2009 bis 2012 kontinuierlich gestiegen war (16 000 im Jahr 2009 auf 27 000 im Jahr 2012), gibt es 2013 einen Rückgang (24 000). Die Fachkräftezuwanderung im Jahr 2013 stagnierte etwa auf Vorjahresniveau.
Mit einer Blauen Karte-EU kamen 2013 4651 Personen nach Deutschland. Im Vorjahr waren es noch 2190. 301 000 Ausländer haben im Wintersemester 2013/2014 an deutschen Hochschulen studiert, davon waren 77 000 Studienanfänger.

Mehr Asylbewerber

Von 1990 bis Ende 2013 gab es in Deutschland 2,584 Millionen Asylbewerber. Seit 2007 steigen die Asylantragszahlen wieder an. Im Jahr 2013 ist die Zahl der Erstanträge mit 109 580 Personen gegenüber dem Vorjahr um knapp 70 Prozent angestiegen (2012: 64 539 Asylerstanträge).

Link wurde entfernt

Im 2013 gab es also 109 580 Asylbewerber gegen 329 651 Einwanderer, die das Sozialsystem nicht belastet haben (ansonsten hätten sie kein Studium- oder Arbeitsvisum bekommen). Davon haben mindestens 28 651 von ihnen als hochqualifizierte Fachkräfte Steuer gezahlt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer150539 

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Zur Info :zwinker:
Im 2013 gab es also 109 580 Asylbewerber gegen 329 651 Einwanderer, die das Sozialsystem nicht belastet haben (ansonsten hätten sie kein Studium- oder Arbeitsvisum bekommen). Davon haben mindestens 28 651 von ihnen als hochqualifizierte Fachkräfte Steuer gezahlt.

Leider werden gewisse Schulabschlüsse hier (sowohl in D, als auch in CH) nicht gewertet, weshalb sogar Studien-Abgänger aus dem nahen Osten usw. bei uns nicht arbeiten können/dürfen oder Studienabschlüsse nachholen müssten (kostet ja nix), damit sie überhaupt auf dem Arbeitsmarkt bestehen würden. Auch wenn sie das Know-How hätten. Ziemlich schade.

Doch oftmals (gerade wenn es um die Lampedusa-Diskussion geht), fehlen solche Ausbildungen komplett - also ist man auch nicht lukrativ für den Arbeitsmarkt.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Hätte ich dasselbe mindset wie ich jetzt durch meine Erziehung usw. erhalten habe: ich würde mich wegmachen. Mein Patriotismus ist extrem niedrig ausgeprägt. Ich segele unter der Flagge, die mir am besten zusagt und wo ich mich wohl mit fühle.
 

Benutzer141862 

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Leider werden gewisse Schulabschlüsse hier (sowohl in D, als auch in CH) nicht gewertet, weshalb sogar Studien-Abgänger aus dem nahen Osten usw. bei uns nicht arbeiten können/dürfen oder Studienabschlüsse nachholen müssten (kostet ja nix), damit sie überhaupt auf dem Arbeitsmarkt bestehen würden. Auch wenn sie das Know-How hätten. Ziemlich schade.

Doch oftmals (gerade wenn es um die Lampedusa-Diskussion geht), fehlen solche Ausbildungen komplett - also ist man auch nicht lukrativ für den Arbeitsmarkt.
Meines Wissens werden die meisten Studienabschlüsse von drn größten Unis zwar anerkannt, aber da die EU-Bewerber bei der Auswahl immer Vorrang haben (was auch verständlich ist) müssen die nicht-EU-Bewerber wirklich exklusive Qualifikationen haben, um eine Stelle besetzen zu dürfen. Das reduziert natürlich ihre Chancen und das Interesse, die ganze Arbeitssuche in EU überhaupt anzufangen, wenn man schon von Anfang an weiß, dass die Chancen sehr gering sind.

Mit meinen Beiträgen meinte ich eher generell, dass man bitte nicht nur den Medien glauben soll und meinen Einwanderer=nur Asylbewerber=Belastung vom Sozialsystem. Es gibt eine Menge von Menschen, die andere Lösungen finden und durchaus fähig sind, für ihr Leben in einem EU-Staat selbst zu zahlen.
 

Benutzer150539 

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Klar, es gibt keineswegs nur Asylanten bei uns - aber sie machen einen grossen Teil unseres alltäglichen Zustroms aus. Und leider auch eher die problematischeren Fälle.

(Soweit ich weiss werden eben NUR Abschlüsse grösserer Universitäten anerkannt, aber alles darunter ist oft wenig wert. (Kommt natürlich auf die Branche an).)
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Ich würde auswandern, und dann mit den "Médecins sans frontières" zurück kehren :grin:
 

Benutzer96776 

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Vermutlich im Land bleiben, aber das sagt sich aus meiner Situation heraus auch vermutlich viel leichter als es tatsächlich ist.
Ich habe mir hierzu weder Gedanken gemacht noch habe ich ausreichend Vorstellungskraft, mich gut in diese Situation hineinzuversetzen!
 

Benutzer141862 

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Zur eigentlichen Frage...

Ich komme aus einem Land , wo Korruption und soziale Ungleichheit herrschen, so gut wie keine Meinungsfreiheit gibt und das Ganze von einer dominierenden Partei regiert wird.

Die Idee, dass man hier auf politischem Niveau etwas wirklich ändern kann halte ich für ziemlich naiv. Es ist letztendlich so, dass die Entscheidungen der Regierung von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt werden, auch wenn sie äußerst destruktiv sind. Das liegt daran, dass 95% der Menschen hier die Demokratie seit Jahrzehnten nicht kennen und nicht können. Möglicherweise auch nicht wollen. Ob dieses Konzept hier überhaupt einsetzbar ist weiß ich nicht. Deswegen wäre es aktuell einfach naiv um etwas zu kämpfen, was von der Mehrheit eigentlich nicht gewollt wird.

Außerdem will man in die lokale Politik einsteigen, muss man mehr oder weniger ihre Werte teilen. Es gibt zwar einige weniger relevante Bereiche - wie z.B. Infrastuktur in den Großstädten oder Kultureinrichtungen - die in den letzten Jahren von jungen aktiven Politikern wirklich verbessert worden - aber Kernelemente wie Wirtschaftspolitik, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, Außenpolitik, Verteilung des Staatsbudgets etc. bleiben unter Kontrolle der Regierungspartei sowie entsprechen der Mentalität und Wünschen der Menschen (kann man aus den unabhängigen Umfragen erfahren und bekommt die Meinungen in den Straßen halt mit).

Was ich für möglich halte, ist ein Unternehmen zu gründen, dass neben wirtschaftlichen noch soziale Ziele verfolgt. Das ist hier wegen ungesättigtem Markt und vielen Lücken noch sehr gut möglich. Man merkt auch, dass es in den letzten Jahren viele Start-Ups begründet wurden, die das Alltagsleben wirklich einfacher/schöner machen.

In meinem Freundenkreis gibt es viele junge Menschen, die ausgewandert sind. Keiner von denen durch Asyl. Die meisten durch Studium und/oder qualifizierte Arbeit, noch einige durch Privates. Ich kann sagen, dass beim Entscheidungstreffen man meistens nicht von den politischen Gründen angetrieben wird, sondern viel mehr vom Gefühl, ein Fremddenker in eigener Heimat zu sein sowie vom persönlichen Lebenskomfort. Weißt man, dass z.B. eine Ambulanz im Notfall erst in 1-2 Stunden kommt und nach 40-50 Jahren intensiver Arbeit man 100-250 EUR Rente pro Monat bekommt, will man in einem Umfeld leben, wo es halt anders ist. Auch wenn eine Auswanderung am Anfang eine rießige Geld-, Zeit- und Energieinvestition ist.

Zum Beispiel Freunde von mir (ein Ehepaar) haben in einer kleinen Stadt gelebt, beide berufstätig und gut verdienend - er als Programmer für eine amerikanische Firma, sie als freiberufliche Übersetzerin. Jedoch leidet die Frau schon seit mehreren Jahren unter einer chronischen Gelenkkrankheit und konnte sich in der Stadt selbstständig kaum bewegen. Die "Barrierfreiheit" ist leider immer noch ein fremdes Wort hier, wenn es Infrastruktur angeht. In dem Fall waren meinen Freunden Politik, Wirtschaft etc. egal - es ging bloß um die Möglichkeit, ein volles Leben zu führen. So hat ihr Mann eine Stelle in Prag gefunden und sie sind dahin gezogen. Dabei ohne besonderen finanziellen Gewinn, aber der Schritt war durchaus zielführend - sie meint, sie fühle sich in der Stadt wunderbar und kann dank guter Infrastruktur Dinge machen, wie früher pures Luxus für sie waren: spazieren gehen, mit der U-Bahn fahren, selbst in den Supermarkt gehen... Hätte es etwas gebracht, wenn sie in der Heimat geblieben wären und gekämpft hätten? Ich denke, nicht. Beziehungsweise wäre es ein Kampf gegen Windmühlen gewesen.
 
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