Angst, mich mit Menschen zu treffen

Benutzer90283 

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Hi Leute,
ganz kurz zusammengefasst geht es darum, dass ich mich gesellschaftlich nicht ganz integriert fühle und mein Leben daher öfters etwas langweilig ist. Ich versuche mich dabei kurz zu fassen.

Ich bin in einem sehr wohlbehüteten Elternhaus aufgewachsen. Wohlhabende Eltern, ein großes Haus, 2 super Schwestern. Familiär also alles prima. Mein Leben hatte sehr gute Voraussetzungen. In meiner Kindheit hatte ich viele Freunde. Es war aber schon immer so, dass ich lieber alleine gespielt habe, als mit Freunden zusammen. Ich habe sie also selten angerufen, ob wir uns treffen sondern fast immer sie mich.
Meine Kindheit war (trotz Sprachfehler) ganz toll, mit vielen vielen Kinderfreizeiten und so.

Ich mach jetzt einfach einen großen Sprung zu Jetzt.
Ich bin ein 18 jähriger, intelligenter, sehr netter, (meiner Meinung nach) gut aussehender, sportlicher junger Mann, der bald sein Abitur macht.
Ich habe, wenn ich so überlege 4 wirkliche Freunde.
Davon kenne ich 3 schon ewig (heißt fast ab der Geburt) und einen aus der Schule. Das sind so die Leute, mit denen ich außerschulisch mehr Kontakt habe. Ok, einer noch, mit dem ich ca. 1 im Monat Billiard spielen gehe. Und meiner Meinung nach ist das wenig.
Dass ich so wenige Freunde habe liegt aber nicht daran, dass mich die anderen nicht mögen, akzeptieren etc. Ganz im Gegenteil. Ich bin sehr beliebt in der Schule und so. Wie gesagt, ich sehe gut aus, hab viel Geld, gute Klamotten, viel Technik, ein eigenes gutes Auto usw.
Das Problem ist aber, dass ich Angst davor habe, mich mit Menschen zu treffen. Außer, es ist schon klar, welche Aktivitäten betrieben werden sollen. Das heißt ich habe gar kein Problem damit, mit dem Freund Billiard spielen zu gehen und keins, mit einem anderem Rennrad fahren zu gehen (ja ok, den Freund habe ich vorhin vergessen^^) und organisiere die Aktivität dann auch selber.
Mit einem anderem Freund, dem aus der Schule, treffe ich mich sehr oft um zu lernen. Aber ich habe unglaublich Angst davor, mich mit jemanden "einfach so" zu treffen. Jemanden zu mir nach Hause einzuladen. Das geht einfach nicht!
Genauso habe ich Angst davor auf Partys zu gehen.
Ein Beispiel: Letzter September, Party bei em Freund, ich würde viele net kennen, wollte eig Absagen, ne Freundin wollte uuuunbedingt, dass ich komme, der Gastgeber auch, hab dann ja gesagt, weil die Freundin mir versprochen hat mir en Bild zu malen (die kann genial malen!), wenn ich komm.
Also bin ich mit riesen Angst hin. Geh zum Haus, laute Musik, viele Menschen, geh in Garten, die Freundin kommt total freudig, umarmt mich stürmisch, Kumpel aus der Schule mit Freundin "Hallo", der Freund aus der Schule "Hiii", geh in Küche, Alk in Kühlschrank, hallo zum Gastgeber. Und ich stehe da, außenrum Lichter, Lärm, Menschen. Und ich bekomm Panik. Und lauf weg, einfach weg und en Reweparkplatz ca 500 Meter weiter und sitze einfach nur da und möchte gar nimmer auf die Party zurück. Bin später doch wieder zurück und war dann ganz gut eig.

Aber ich hab immer sooo schiss und vor allem bekomm ichs net hin von mir ausgehend mich mit Leuten zu treffen. Klar, irgendwann lassen die mich dann auch sitzen, wenn ich nie aktiv werd, außer meine besten Freunde halt, wobei ich mit denen auch nur deshalb so viel Kontakt hab, weil wir a) in der selben Kirchengemeinde aktiv sind oder halt wegen Schule. Aber abgesehen davon bekomm ichs net hin. Ich hab einfach Angst davor mich mit jemand zu treffen und dann...das wir in meinem Zimmer hocken und es uns langweilig ist :frown: Deshalb will ich auch iwie keine Freundin, weil ich da vor genau dem selben Angst habe.

Ist das nicht irgendwie total unnormal und komisch?
Und vor allem möchte ich das unbedingt los werden, aber ich weiß net wie. Ja gut, dem Sprachfehler hab ich net so angesprochen. Also halt stottern. Und das hat wirklich öfters Auswirkungen, dass ich mich net trau den Mund auf zumachen, aber ich will das jetzt net als Ausrede geltend machen.
Ich habe z.B auch meinen 18. Geburtstag nicht gefeiert, weil ich Angst hatte, dass er doof wird -.-
Dabei ist es gar nicht so, dass ich so wenig Selbstvertrauen hätte.
Aber ich weiß auch net was los ist.
War auch schonma bei em Psychologen. Eig wegen was anderm aber letztendlich kams dann zu dem Thema, aber iwie konnt der mir auch net helfen (der kam mir vor als bräuchte er selber en Psychologen^^)
So, sry für den vielen Text :zwinker:

Liebe Grüße
 

Benutzer102609 

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Hallo! :smile2:

Vielleicht solltest Du das ganze langsam angehen. Fang doch zum Beispiel mit Parties an. Geh hin, trau Dich! Und zwar, geh nicht allein, sondern mit einem Freund zusammen und bitte diesen, bei Dir zu bleiben, bis Du Dich "eingewöhnt" hast. Du hast ja selbst geschrieben, die Party, auf der Du da warst, sei noch ganz gut gewesen. Wenn Du also nicht in die Lage kommst allein herumzustehen, sondern jemand da ist, den Du kennst, fällt Dir das vielleicht leichter.
Dann lernst Du da vielleicht auch neue Leute kennen, mit denen Du Dich gut verstehst. Und dann mußt Du ja zu Beginn nicht gleich mit jemand alleine bei Dir was machen. Die Angst, daß das doof wird, kann ich durchaus ein bißchen nachvollziehen. Macht doch zu dritt oder viert oder fünft was. Jemand den Du schon kennst plus Leute, die Du eben kennengelernt hast.
Und wenn Du Angst hast, daß es doof wird, mach einen Plan. Verabredet euch doch zum Beispiel für einen Film-Nachmittag. Jeder bringt zwei DVDs mit und dann überlegt man gemeinsam, was man guckt. Wird sich schon was finden :zwinker: Oder mach ein sonstiges "Thema" fest.
Was mit Dir los ist, kann ich Dir mangels Psychologie-Studium und Lebenserfahrung leider nicht sagen, aber vielleicht konnte ich Dir ja trotzdem ein bißchen weiterhelfen. Tut mir leid, falls es das nicht hat =/

Grüßle,
Airship-Pirate
 

Benutzer90283 

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Danke für die Antwort,
also als erstes, warscheinlich denkst du dir gleich "Boa der soll sich ma net so anstellen"..
Im Prinzip...wenn ich so zurückdenk zu Partys und Geburtstagen wo ich so war, was gar nicht mal so wenige waren. Ich hatte meistens unglaublich Angst davor, tagelang hab ich nur daran denken können. Letztendlich war es fast jedes Mal doch ganz gut geworden.
Ich soll einen Freund mitnehmen. Das ist es ja. Ich hab Angst davor, dass ich und der Freund sich langweilen, was noch viel schlimmer wäre als ich alleine. Es ist glaub ich nicht so einfach sich in meine Gedankengänge hineinzuversetzten^^
Ich mach ja manchmal was mit Freunden...
Aber es fällt mir immer unglaublich schwer und fast immer nur mit den 4 oder hin und wieder mal mit jemand anders. Aber einen Freund einfach zu mir nach Hause einladen...NIEMALS.

Zudem denk ich mir auch ganz oft "Ich bleib lieber zu Hause, da kann nix schief gehen". Was natürlich sehr schissrig ist.
 

Benutzer92211 

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Es ist doch völlig okay, wenn man sich zu etwas Festem verabredet und sich nicht nur "einfach so" trifft. Ist das nicht bei vielen Männern so?

Abgesehen davon finde ich, dass 4 engere Freunde nicht gerade wenig sind. Okay, du hast vielleicht keine große Clique, aber mal ehrlich, in solchen Cliquen sind die "Freundschaften" oft eher oberflächlich. 4 Freunde, mit denen du regelmäßig etwas unternimmst, finde ich schon viel.

Ich kann dein Problem nicht wirklich nachvollziehen, wenn ich ehrlich bin. Ich habe bei dem Threadtitel mit einem Bericht über eine ernsthafte Sozialphobie gerechnet, dass jemand gar nicht aus dem Haus gehen kann und keinerlei soziale Kontakte hat.
 

Benutzer102609 

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Ach quatsch, ich denk mir nicht, daß Du Dich nicht so anstellen sollst, ich nehm das durchaus ernst, was Du schreibst.
Zum Teil auch, weil ich Dein Problem teilweise ein bißchen nachvollziehen kann.
Ich hab mal ein Buch über Entscheidungen gelesen. Hat jetzt nicht viel damit zu tun, aber da stand drin, wenn man etwas unangenehmes machen muss, fällt das einem leichter, wenn man sich klarmacht, daß etwas positives daraus resultiert. Vielleicht hilft Dir das in diesem Fall auch weiter. Wenn Du also Angst vor einer Situation kriegst, denk dran, wie gut diese Situationen sich das letzte Mal geklärt haben.
In einem Punkt stimme ich Nina zu. 4 gute Freunde sind besser als eine oberflächliche Clique.
Wenn Du mit einem Freund hingehst werdet irhr euch bestimmt nicht langweilen, ihr habt ja euch und somit bestimmt Gesprächsthemen, oder hast Du auch mit Deinen guten Freunden keine Gesprächsthemen?
Und ein "einfach zu Dir nach hause einladen" kann ja auch mit Planung verbunden sein. Wie gesagt, Film gucken. Oder Puzzlen. Oder zusammen kochen (okay, dsa kommt unter Umsänden ein bißchen seltsam^^), etc. Und der Rest vom Nachmittag ergibt sich dann entweder von selbst (laß Dich einfach drauf ein :smile: ) oder man beendet die Unternehmung eben danach. Hast Du schonmal mit Deinen Freunden über diese Angst gesprochen?
 

Benutzer39497 

Sehr bekannt hier
Möglicherweise liegt das Problem bei dir an der mangelnden Selbstsicherheit, vermutlich auch bezogen auf deinen Sprachfehler.

Du sagst, dass du im Prinzip beliebt bist und verweist dabei auffällig oft auf die Gründe dieser Beliebtheit, da du im Grunde recht gut aussiehst und aus einem guten Elternhaus stammst.

Du stellst das fast ein wenig so hin als wären das herausragende Eigenschaften, wegen denen man dich zwangsläufig gern haben muss, während du es so darstellst als wäre es in Bezug auf deine Defizite genau andersherum.

Es stellt sich so dar als ob du Probleme damit hast Small-Talk zu führen und mit Menschen ungezwungen Spass zu haben, weil es gerade bei letzterem ja u.a. darum geht deine innersten Gefühle nach aussen zu tragen, dich fallen zu lassen und die Leute wahrscheinlich merken würden, dass du gar keinen Spass hast, bzw. dass es dir in Wirklichkeit gar nicht so gut geht. Gehe ich richtig in der Annahme, dass du, vermutlich ebenfalls wegen dem Sprachfehler, nicht gerade der grosse Redner bist und du deshalb die Befürchtung hast, dass wenn du dich mit jemandem alleine triffst und dieses Treffen nicht an eine Aktivität wie Billard Spielen oder Radfahren geknüpft ist, bei denen Kommunikation eher zweitrangig ist, automatisch von dir erwartet werden könnte, dass die Zeit, die du mit dem Gegenüber eher passiv verbringst, dann hauptsächlich mit einem Gespräch überbrückt wird.

Es stellt sich also die Frage wie du zu dir selbst und deiner Sprachstörung stehst und ob dir nicht doch ein Psychologe und/oder Sprachtherapeut bei deinem Problemen gegen das Stottern und dem Aufbau von Selbstsicherheit helfen könnten. Falls es tatsächlich so ist, dass darin dein Hauptproblem liegt, wäre es vielleicht gut, wenn du mit deinen engsten Freunden, von denen du denkst dass sie dich verstehen, über deine Ängste und Unsicherheiten bezüglich der Sprachstörung reden könntest.

Falls du mal eine Freundin haben solltest, ist es ja auch so, dass eine Beziehung darauf basiert, dass man miteinander kommuniziert und dabei einigermassen selbstsicher ist. Kann es also nicht sein, dass du weniger Angst davor hast, irgendwann mit einer Freundin alleine im Zimmer zu sein, und euch zu langweilen, als dass du Angst davor hast alleine mit ihr im Zimmer zu sein und in passiven Momenten du dich dann gezwungen fühlst mit ihr Gespräche zu führen, was du ja in der derzeitigen Situation nicht gerne tust?
 

Benutzer72811  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo, könnte es sein das das, was du da schilderst eine soziale Phobie sein könnte?
 

Benutzer90283 

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Danke für die Antworten,
nina21, du hast irgendwie schon recht. Ich glaube es gibt genug Mitmenschen, denen es viel schlechter geht und die sich meine Situation herbeiwünschen würden. Aber ich bin trotzdem unzufrieden, eben weil ich weiß, wie viel schöner das Leben sein könnte.
Doch, man würde schon Gesprächsthemen finden denk ich, aber ist halt immer wegen Reden so anstregend -.-
Und treffen nur um zu reden...das kann ich mir mit na guten Freundin vorstellen, aber net mit em Jungen :zwinker:
Ich weiß noch, vor genau einem Jahr. Ich hab mich überwunden und den Freund aus der Schule eingeladen.
Einfach so zum Treffen. Es hat mich viel Überwindung gekostet. Er kam, waren in meinem Zimmer. Hatte vorher mit so Holzbauklötzen aus der Kindheit einen voll hohen Turm gebaut. Und ja, da ham wa kurz dran gebaut (war auch von mir geplant) und dann...kurz erzählt über Weihnachten und jetzt? Ich bin ins Bad, hatte unglaublich Angst, stand so vorm Spiegel und dachte mir wiiiieso hast du ihn eingeladen??
Und ja...sind dann annen Pc un ham en Film geguckt der echt ganz gut war un bissel gezockt un das wars.
War dann auch net schlecht aber iwie...weiß net :/

Maxx, dein Beitrag hat mir echt zu Denken gegeben.
Wenn ich wo weg geh und neue Leute kennen lerne, spezielle Disko (was selten vorkommt) oder Party, dann denk ich immer, die mögen mich bestimmt nicht.
Wenn es was ist, was ich gerne mache, ich mich sicher fühle (Fußball/Volleyball spielen, Lan Party) dann denk ich die müssen mich einfach mögen. Heißt, wenn ich das nötige Selbstvertrauen habe, dann geht das ganz gut, vor allem weil ich in so Sachen halt gut bin. Iich hab das Gefühl ich bin in einigen Sachen sehr sehr talentiert und da hab ich dann auch viel Selbstvertrauen.
Du hast vollkommen Recht auch mit der Sache wegen dem Reden.
Ich gehe auch nicht gerne "was trinken". Denn da basiert alles auf der Kommunikation. Bei anderen Sachen ist die Kommunikation eher nebensächlich, weshalb ich sie auch deutlich lieber mache.
Und ja, so ungezwungen fröhlich bin ich auch äußerst selten. Mein Vater ist auch vor 2,5 Jahren gestorben, weshalb mir das auch deswegen recht schwer fällt.

Ich bin in logopädischer Behandlung. Das Reden wurde in der letzten ZEit auch deutlich besser, aber das ist immer so schwankend...

Wo ich nicht zustimmen kann ist die Sache mit der Freundin.
Wenn eine Freundin, dann eine, der ich zu 100% vertrauen kann, mit der ich über alles reden kann und da hätte ich auch gar keine Probleme zu stottern, weshalb es sich dann vermutlich deutlich weniger auswirken würde. Es geht wirklich nur um sich treffen etc.
 

Benutzer102609 

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Hey :smile2:
Die mit der wenigen Ahnung meldet sich nochmal.
Auch in dem beschriebenen Fall lief letzten endes alles gut, oder?
Vielleicht kannst Du Dich an das Gefühl erinnern, wie es war, abends, als er dann weg ist, und Du gemerkt hast "hey, es lief doch eigentlich ganz gut!"??
Ich weiß ja nicht, ob da so ein Gefühl da war, aber wenn ja versuch Dich an dieses Gefühl zu erinnern, wenn Du wieder Angst kriegst. Und wenn Du Dich dafür kurz ein paar Minuten ins Bad zurückziehst, ist das auch okay. Jeder muß ja mal "die Nase pudern", da fällt das garnicht weiter auf :zwinker:
Und gerade mit der Kommunikation wäre es bestimmt gut, wenn Du einen Freund hast, dem Du Dein Problem anvertraust und der dann mit Dir und andren Leuten zusammen Kommunikation führt, dann kannst Du Dich soviel wie Du Dich sicher fühlst an dem Gespräch beteiligen und das vielleicht nach und nach steigern..?
 

Benutzer96710 

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Ich kann das gut nachempfinden, mir geht es ähnlich!
Bei mir liegts wohl auch daran, dass ich sehr lange krank war in der Zeit, in der normalerweise bei Teenies alles beginnt.
Ich habe auch nur eine Hand voll Freunde, wobei ich mir selbst da nie 100% sicher bin wen ich als wahren Freund bezeichnen würde.
In meiner Jugend (bin erst 21, also eigentlich ist meine Jugend noch gar nicht wirklich vorbei :zwinker:)habe ich kaum mal bei jemandem Übernachtet, mir kam das immer komisch vor.
Ich hatte noch nie einen Freund, gehe kaum auf Parties, treffe mich nahezu nie mit Freunden einfach nur so und fühle mich manchmal fehl am Platz in Gruppen von Gleichaltrigen.
Ich bin gerne für mich allein.

Und das obwohl ich in meiner Klasse (13., kurz vor dem Abi) beliebt bin, nicht schlecht aussehe (denke ich), immer mal wieder ein Date habe aus dem mehr werden könnte, Freunde habe die nicht aufgeben zu versuchen mich mehr zu sehen habe, eine sehr positive Kindheit hatte, ziemlich gut in der Schule bin usw..
Ich habe mittlerweile einiges ausprobiert: Cocktailabende mit meiner besten Freundin, Discobesuche, regelmäßige Kinobesuche mit allen möglichen Leuten, Reisen mit Freunden.... Und dennoch, meistens stelle ich fest, dass ich doch lieber zuhause auf dem Sofa eine DVD schauen würde oder so. Immer mal wieder sage ich deshalb auch fest geplante Treffen ab, obwohl ich eigentlich weiß dass das nicht gut ist!
Manchmal verstehe ich mich selbst nicht!

Glaub nicht, dass dir das irgendwie helfen wird :zwinker:.

Aber in gewisser Weise scheint es dir ja ähnlich zu gehen und so weißt du immerhin, dass du nicht der Einzige bist.
Und was ich noch sagen möchte: Mir macht diese Sache auch schwer zu schaffen, obwohl sie im Vergleich zu anderen Problemen belanglos erscheint, weil ich nach außen hin ein ziemlich perfektes Leben führe.
Aber zufrieden bin ich nicht!
Mag egoistisch sein, aber gegen die eigenen Empfindungen kann man nichts machen!

Liebe Grüße
 

Benutzer90283 

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Ja also irgendwie läuft es schon meistens dann gut, aber das bringt mir dann iwie trotzdem nix fürs nächste Mal.
Wenn es aber mal scheisse läuft, dann jagen mir diese Gedanken und Gefühle noch ewig hinterher.

Ich will mit meinen Freunden auf keinen Fall über die Sachen reden, weil ich nicht wissen, wie sehr mich das Stottern stört und auch von den anderen Problemen wegen Freunden und so. Zumindest mit männlichen Freunden red ich über sowas einach net. Mit weiblichen hab ich da schon drüber geredet, aber auch nur mit wenigen und ungern und mit denen mach ich auch net so arg oft was.

Joys, ich fand deinen Beitrag ermutigend, wirklich.
Mir geht es eigentlich auch so, dass ich kein Problem damit habe, alleine zu Hause zu sein. Ich hab am Computer in diversen Spielen Internetfreunde, mit denen ich dann rede (da funktionierts Reden viel besser) und sehr viel Spaß habe. Aber das ist kein echter Ersatz. Das geht für 2 Abende, aber spätestens am 3. Abend fall ich dann in ein richtig tiefes Loch..
Ich brauch meine Zeit alleine, das ist bei mir keine Frage, ein Wochenendabend zu Hause, einer weg ist für mich ne prima Mischung, nur grade in den Ferien funktioniert das halt überhaupt nicht jeden 2. bis 3. Abend weg zu sein.

Achja, eine Frage an euch:
Wie ist das?
Trefft ihr euch oft mit Freunden einfach so zu Hause zum erzählen?
Geht ihr Abends wenn am nächsten Tag keine Schule/Arbeit ist immer iwo weg?
Wenn ihr in ne Dikso, auf ne Party, en Weinfest oder so geht.
Bleibt ihr dann in der Gruppe, mit der ihr hingeht zususammen, oder löst sich dann das dort immer auf, jeder geht zu den Leuten, die er grade trifft und kennt?
 

Benutzer102609 

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Also um mal auf Deine letzten Fragen zu antworten:
Ich wohne mit meinem Cousin zusammen und wir haben auch gemeinsame Freunde, dh wenn er Besuch hat schauen die auch manchmal bei mir rein oder ich geh zu ihm rüber. Da reden wir dann einfach über gemeinsame Bekannte, Dinge die in unsrem Freundeskreis geschehen sind, Styling, die letzten Abendunternehmungen, die nächsten Abendunternehmungen (wir gehen oft zusammen in Discos^^) oder auch unsere Probleme die gerade so anliegen. Von mir aus treff ich mich selten mit Leuten zuhause. Da gibt es nur ein paar wenige mit denen ich das tu, da läufts dann aber auf das gleiche raus, oder man geht spazieren oder schaut einen Film, und redet über dies und das.
Abend weggehen fast nur am Wochenende, außer es ist mal ein besonderes Event, oder ein Freund/eine Freundin hat mich zu sich eingeladen.
Meistens bleiben wir in der Gruppe in der wir gekommen sind, manchmal geht einer weg um mit anderen Bekannten zu reden oder diese Bekannten kommen einfach zu uns. Ganz verschieden. Aber alleine steht nie einer da von uns :zwinker: Da sorgen wir schon dafür! :smile2:
 

Benutzer92211 

Sehr bekannt hier
nina21, du hast irgendwie schon recht. Ich glaube es gibt genug Mitmenschen, denen es viel schlechter geht und die sich meine Situation herbeiwünschen würden. Aber ich bin trotzdem unzufrieden, eben weil ich weiß, wie viel schöner das Leben sein könnte.

Also ganz so habe ich es nicht gemeint - klar gibt es (fast) immer Leute, die irgendwas Schlimmeres haben, aber wenn die Sache FÜR DICH ein Problem ist, ist das natürlich schon ernstzunehmen. Ich habe mich da ein wenig unglücklich ausgedrückt. Ich meinte eher, dass mir dein Problem ein wenig "hausgemacht" vorkommt. Du HAST ja schließlich positive soziale Erlebnisse und Freunde, findest Partys, zu denen du erst gar nicht wolltest, schließlich doch gut. Es kostet dich Überwindung, andere einzuladen usw., das geht mir auch selber manchmal so. Aber du hast ja schon erlebt, dass es dann eigentlich doch immer ganz gut wird. Also denk in den Situationen, in denen du Angst hast, vielleicht einfach mal daran, wie gut etwas Bestimmtes beim letzten Mal lief, obwohl du da auch Angst hattest, statt: "Oh je, aber DIESMAL wird es bestimmt ganz furchtbar."

Ich weiß, dass das nicht so leicht ist, aber vielleicht ist es ein kleiner Anstoß. :smile:
 

Benutzer102573 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hey,

mir geht es eigentlich so ähnlich wie joys. Ich verbringe auch meist sehr gerne zeit alleine... aber nach ein paar tagen (so wie bei dir) falle ich einfach in ein loch und will da endlich raus. Diese probleme habe ich aber auch, wie du, meist nur in Ferien. Ab und zu treffe ich mich auch jeden tag mal mit meinen besten freunden oder meiner kleinen clique und wir schauen filme/trinken was. Dann gehts mir wieder gut und ich habe auch keine probleme damit mal den tag allein zu sein. Nein ganz im gegenteil, ich merke auch manchmal einfach dass ich nach 3 Tagen dauerkontakt mit freunden (zb disco/zelten/jeden tag treffen) einfach wirklich mal meine ruhe und die zeit für mich brauche.
Ebenso kenne ich das mit dem freunden nach hause einladen. Ich habe bestimmt schon seit 5 jahren keinen neuen kumpel, den ich seit weniger als 2 jahren kenne, mehr zu mir nach hause eingeladen. Früher habe ich wirklich sehr viele "freunde" gehabt, bis ich angefangen hab online pc spiele zu spielen, dann habe ich den meisten kontakt abgebrochen, was ich heute absolut bereue. Früher war ich jeden tag mit irgendwelchen anderen freunden weg und konnte mich garnicht entscheiden wo/wann/mit wem ich mich treffen soll :grin:. Ich hätte zwar gerne wieder mehr freunde aber ich denke dass es auch allgemein nicht so ist dass man mehr als 3-4 wahre freunde hat. So auch bei mir.
Ich persönlich treffe mich mit personen, die ich noch nicht lang kenne (<1 jahr) sowieso nur mit anderen kumpels. ich kenne das auch garnicht anders. Dieses "ich lade dich mal zu mir nach hause ein und wir machen dann irgendwas" gabs wohl bis zum ende der pubertätszeit aber eigentlich kenne ich das so auch nur mit wirklich guten freunden. Andere kumpels machen das auch nicht anders, also keine sorge deswegen.
Wenn du mal mit ein paar kumpels weggehst hast du auch nicht unbedingt das problem, dass du die ganze zeit reden musst. Jeder redet mal irgendwas und wirft themen in den raum. So hat man immer was zu plappern aber muss nicht den ganzen tag reden, und wenn die laune steigt dann steigt, was eigentlich schnell passiert, dann steigt auch die bereitschaft etwas mitzuwirken :smile:
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ich glaube wir sollten erstmal ein paar Dinge genauer definieren.
Freunde habe ich auch nur SEHR wenige und das geht so ziemlich jedem so. Bekannte habe ich eine ganze Menge! Einen Freund kann ich mitten in der Nacht anrufen und er kommt vorbei, wenn die Kacke am dampfen ist und ich kann ihm / ihr auch erzählen, was mich gerade bewegt...das ist ein sehr sehr großer Unterschied.

Weiterhin verwechselst du "Selbstvertrauen" als Eigenschaft mit "Sicherheit" als aktuelles Gefühl. Du hast nicht sehr viel Selbstvertrauen, weil du sonst in deutlich mehr Situationen eine höhere Sicherheit an den Tag legen würdest.

Nach dieser Definitionsorgie müsstest du also zuerst mal etwas Selbstvertrauen aufbauen. Dazu müsstest du genau herausfinden, was dich eigentlich daran hindert mehr davon anzusammeln. Der Sprachfehler scheint ja tatsächlich ein gewaltiger Faktor zu sein..auch wenn dieser sogar direkt nochmal sich selbst verstärkend die Situation verschlimmern kann. Du sagtest ja, dass sich das je nach Stimmung verschlechtern und verbessern kann. Die Ursache könnte also auch gleichzeitig, zumindest zum Teil, die Folge sein.

Wenn ein Psychotherapeut dir da nicht weiterhelfen konnte..vielleicht kanns ein anderer...gute Therapeuten (und ich meine nicht nur mit dem Präfix "Psycho") sind nunmal schwer zu finden. Weiterhin solltest du dich selbst erforschen und dir überlegen, woher denn der Mist nun eigentlich kommt. Nach der Grundlagenforschung ist es nämlich viel einfacher auch erfolgreich dagegen vorzugehen, denn sonst ist es nur eine Symptombekämpfung, die dir ultimativ nicht viel bringt...
 
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