Schule Andere Lehrer schreien meine Schüler an

Benutzer42813 

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Mein Problem klingt jetzt vielleicht total dämlich...

Aber es belastet mich. Manch einer hier weiß ja, dass ich Lehrerin bin. Genauer gesagt Sonderpädagogin.

Das bedeutet, dass ich im Rahmen "inklusiver Schule" jetzt mit einem Teil meiner Stunden an einer Gesamtschule in einer neuen sogennnten "I-Klasse" bin, also eine 5. Klasse, in der "normale" SChüler und solche mit Lernbehinderungen, aber auch "Verhaltensauffälligkeiten" beschult werden. "Verhaltensauffälligkeiten" heißt, wenn ich jetzt mal nicht pädagogisch spreche, dass die entsprechenden Kiddies lügen, schlagen, treten, bedrohen, oft eigentlich wollen, dass man sie lieb hat, aber wegen schlimmem ADHS es oft nicht schaffen, in der Klasse konzentriert zu arbeiten, wenn es so laut ist.

Das erste Problem bei dieser I-Klasse ist, dass sie zu groß ist. Die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderungen ist eine große Sache, die ich mir von Anfang an in meiner Berufslaufbahn auf meine Fahne geschrieben hatte - um genau zu sein, hatte ich deswegen überhaupt erst mit diesem Beruf angefangen. Man kann aber nicht vier tickende Zeitbomben, vier weitere Kids mit Lernschwäche, von denen einer auch schon zu prügeln anfängt, weil er im Unterricht nichts kapiert, in einen Raum mit 18 weiteren Kindern "sperren", wenn von diesen 18 mindestens zwei weitere einen psychischen Knacks haben und auch gerne ausrasten und zwei weitere einfach allgemein gerne Lehrer ärgern und auch der Rest eben bis auf zwei, drei extrem stille Kids aus ganz normalen, lebendigen und kommunikativen Kindern mit einem gesunden und normalen Bewegungsdrang bestehen.

Das gibt nämlich Sprengstoff.

Ursprünglich war es so gedacht, dass I-Klassen nur 18 Schüler insgesamt haben, damit es eben möglich ist, sich um alle Kinder eben besser und umfassender zu kümmern. In den meisten Stunden soll ein Fachlehrer und ein Sonderpädagoge (=ich) gemeinsam unterrichten und halt schauen, wie man den Kids am besten Wissen vermittelt, auf einem Level, das sie aufnehmen können. Binnendifferenzierung - und auch die Starken sollen eben mal einzeln gefördert werden können.

Bei 26 Kindern in der Klasse ist das fast bis gar nicht möglich. Es ist NUR laut.

***

Das zweite Problem ist, dass ich es seltsamerweise schaffe, die Klasse leise zu kriegen, wenn ich mal ein Fach unterrichte. Mucksmäuschenstill, damit es eben leise genug ist, dass auch die ADHS-Kinder arbeiten können. Bei einem normalen GEsprächspegel schaffen die es nämlich nicht, gleichzeitig in ihr Heft zu schauen. Es muss also für die entweder Redephase sein oder eben Stillephase - und der Lehrer vorne muss das ruhig und strukturiert vermitteln. Ich mache das immer so, und sie sind dankbar und werden leise, weil der permanente Krach sie selbst ja auch stört.

Dummerweise bin ich die einzige, die die Phasen für die Kinder so klar gliedern. Ich bin ja auch die einzige in der Klasse mit einer sonderpädagogischen Ausbildung, die eben überhaupt mal was davon gelernt hat, wie man auf die besonderen Anforderungen von ADHS-Kindern eingeht. Die Kollegen von der Gesamtschule haben von ihren Unterrichtsfächern viel mehr Ahnung als ich, weil das eben der Hauptbestandteil in ihrem Studium war. Und sie sind die Arbeit mit Klassen gewohnt, die eben in der Lage sind, mal fünf oder zehn Minuten zuzuhören und dann zu schreiben und während des SChreibens damit zu leben, dass der Lehrer herumgeht und es einzelnen Schülern noch einmal erklärt.

Selbst dieses Herumgehen und Erklären ist für die ADHS-Kiddies und die meisten anderen im Moment noch zu viel. Selbst das lenkt sie wieder ab, und wenn sie nicht mehr auf ihre Blätter schauen, dann sehen sie tausend andere Dinge, fangen an zu reden, dann langweilen sie sich und provozieren die Nachbarn...

***

Als Ergebnis wird meine arme Klasse jeden Tag mindestens sechs Mal angeschrien - jedes Mal, wenn ein Lehrer aus einer anderen Klasse in unsere Klasse kommt und es wieder so laut ist und sie nicht ruhig werden. Die "lieben" gucken dann immer schon ganz eingeschüchtert, die "lauten" genervt oder gelangweilt. Sechs Mal am Tag an drei Tagen durfte ich letzte Woche in voller Lautstärke hören, wie schlimm sie seien, dass der Kollege das in seiner Laufbahn ja noch nie erlebt hätte, wie sie auf diese Weise je einen Realschulabschluss schaffen wollten...

Und so lernen sie doch auch keinen Unterrichtsstoff! Ich bin immer ganz verzweifelt, dass die alle so viel angeschrien werden. Die Kollegen sagen dann immer, sie müssen so viel Unterrichtsstoff machen, sie können nicht zu Beginn des Schuljahres ein oder zwei Stunden mit Sozial- und Stille-Übungen verbringen und dann jede Stunde mit einem Stilleritual beginnen - so was würde eh nie klappen, das hätten sie schon mal ausprobiert...

Also schaue ich auf die Uhr und sehe, wie von jeder Unterrichtsstunde am Anfang zehn Minuten und mittendrin noch mal fünf Minuten abgehen, weil die Klasse so viel ausgeschimpft wird. Bleiben nur noch 30 Minuten für Unterricht. Und das in einer angespannten Atmosphäre...

Ob die Kiddies dann unbedingt so viel mehr lernen?

***

Das wirklich schlimme für mich ist, dass sie in der einen Stunde Sozialtraining bei mir jede Woche und auch in den Vertretungsstunden, die ich bisher gehalten habe, super diszipliniert und still sind... Und in den Mathe-Stunden, in denen ich bisher vertreten habe, waren sie genauso leise. Sie können es also. Einfach nur, weil ich eben auch still bin und lächele und mir drei Minuten Entspannung in aufrechter Haltung vor der Klasse gönne, während sie langsam endlich leise werden. Drei Minuten stillstehen kommen einem dann zwar immer viel länger vor als zehn Minuten rumschreien, wenn man derjenige ist, der vorne steht...

Und dann gehe ich jeden Tag nach Hause und bin traurig und mein Herz tut weh, weil meine Kids an dem Tag hochgerechnet von den fünf Zeitstunden Unterricht, die sie hatten, mindestens eine Zeitstunde lang von ihren Lehrern angebrüllt wurden. Es tut mir immer so leid für sie, sie sind zwar anstrengend, aber alle so furchtbar liebenswert.

***

Ach ja, "mit den Kollegen reden" lässt sich auch nur bedingt umsetzen... Ich bin neu an der Schule, ich bin im Schnitt 20 Jahre jünger als sie, und viele in der Klasse wollten eigentlich niemals in einer I-Klasse unterrichten, weil das eben so anstrengend sei. Ich bzw. die ganzen "nicht der Norm entsprechenden" Schüler werden da eher als Eindringlinge in die auch ohne uns schon kompliziert und nervenaufreibende Schulumwelt wahrgenommen.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde nicht, dass dein Problem dämlich klingt, ganz im Gegenteil.

Leider weiß ich nicht, wie die Strukturen in so einer Schule sind, wenn es hier im Büro aber nicht möglich ist, sich auf hierarchisch gleicher Ebene einig zu werden, dann muss eben eskaliert werden und der Vorgesetzte muss die Entscheidung treffen.

Ich denke ja mal nicht, dass du umsonst als Sonderpädagogin eingestellt wurdest, sondern weil du ja eigentlich genau für solche Situation ausgebildet wurdest. Wenn die Kollegen also nicht freiwillig mitspielen, dann muss eben der Direktor (oder wer auch immer die nächst höhere Stelle hat) eingreifen.
Persönlich würde ich deinen Job auch nicht nur so sehen, dass du die Kinder entsprechend unterrichtest, sondern eben auch die Lehrer, die mit dir im Unterricht sind.
 

Benutzer42813 

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Ich denke ja mal nicht, dass du umsonst als Sonderpädagogin eingestellt wurdest, sondern weil du ja eigentlich genau für solche Situation ausgebildet wurdest.

Na ja... Es steht zwar in der Tätigkeitsbeschreibung und sollte auch im Studium vorkommen, aber es IST einfach nicht darin vorgekommen. Mein eigentliches STudium und die eigentliche Ausbildung war eben eher, wie man eine kleine Klasse führt und den Lernstoff für die einzelnen Schüler so differenziert und an seine individuelle Lernentwicklung anpasst, dass jeder Schüler nach seinen Möglichkeiten möglichst optimal gefördert wird. Und ich hab viel über Sozialstrukturen und das Schaffen einer gut vorstrukturierten Umgebung und soziales Lernen gerade für Verhaltensauffällige Schüler gelernt.

Das jetzige, das mit der I-Klasse, ist neu. Als ich mit dem Studium anfing, gab es dazu in Deutschland nur wenige Pilotprojekte, da war die Schulrealität noch "Sonderschule" oder "normale Schule". Das die früheren Förderschüler jetzt mehr und mehr in "normale" Klassen kommen, liegt an der UN-Behindertenkonvention gegen Diskrimminierung. Aber bisher weiß noch keiner, wie es so richtig laufen soll. Das ist alles noch total im Aufbau - und ich baue mit auf. Aber konkret darüber konnte ich in meiner Ausbildung noch gar nichts lernen, weil es dazu einfach bis auf wenige Pilotprojekte noch gar nichts gab. Ich hab nur ein bisschen was was über Teamfindungsprozesse gelernt und über Beratung und Kooperation und Beratungsgespräche...

Aber nicht darüber, dass ich den ganzen Tag in einer Klasse bin, in die immer wieder Lehrer kommen, die da gar nicht reinwollen, die mich nicht darin haben wollen und die dann meine Klasse anschreien und nach der Stunde weiter hetzen, weil die ja auch so schon einen vollen Stundenplan haben und eh schon ziemlich fertig sind - was ich ja auch gut nachvollziehen kann.

Ich habe Techniken für Beratungsgespräche gelernt, das ja - aber die setzen irgendwie immer vorraus, dass man an einem Tisch sitzt und ein solches Beratungsgespräch führt ^^. Ich hab in der Theorie auch gelernt, wie man das eben so gestaltet, dass es eben ein kollegiales Beratungsgespräch ist und kein Belehrungsgespräch, und bei der direkten Klassenlehrerin und Teamkollegin haben wir da auch schon erste gemeinsame Nenner - und bei ihr reichen meist zwei Minuten einzelne Schüler anschreien, und dann ist die Klasse still, da geht das oft sogar.

Aber die ganzen anderen Fachlehrer, die eben nur für eine STunde pro Tag reinkommen und die restlichen fünf Stunden in anderen oft ebenfalls anstrengenden Klassen unterrichten, die auch ständig Elterngespräche führen müssen, Unterricht vorbereiten, Hefte korrigieren und Klassenarbeiten entwerfen müssen... Die haben eben auch keine Lust, mal nach der SChule länger zu bleiben und sich über die Klasse auszutauschen, am besten im Team mit allen Lehrern.

Und die Klassenlehrerin unterhält sich zwar mit mir, aber alles, was ich sage, wird vorerst abgeschmettert mit "ich habe noch 18 andere Schüler, um die ich mich kümmern muss, die dürfen jetzt auch nicht darunter leiden, dass man sich ständig nur um die Auffälligen kümmert".

Dass ein bisschen Arbeitsinvestition in das Sozialgefüge der Klasse und den Erwerb von klaren Unterrichtsstrukturen und Verhaltensstrukturen für verschiedene Arbeitsphasen ja genau diesen SChülern zugute kommen wird, konnte ich trotz meiner theoretisch erworbenen Beratungskompetenz bisher noch nicht deutlihc machen...

Wie gesagt, meine Position im Kollegium ist eben auch die der "Neuen", da darf man am Anfang auch noch nicht so sehr das Mal aufreißen oder den Älteren sagen, wie sie ihre Arbeit machen sollen... Zudem ich ja auch ehrlich einräumen muss, dass es nicht "den einen richtigen Weg" gibt, der immer funktioniert, sondern dass man verschiedene Dinge ausprobieren und immer neu anpassen muss...

***

Deswegen gleich zur Chefetage zu gehen, wäre vermutlich auf kollegialer Ebene das schlimmste, was ich machen könnte.
 
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Benutzer99399 

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Ich bin allerdings der Meinung, dass man Lehrer, die an einer Schule mit "verhaltensauffälligen" Schülern unterrichten, auch entsprechend schulen sollte.
Insofern wäre ein Gang zur Direktion vielleicht doch nicht so verkehrt. Es muss ja nicht in einem Anschiss der Lehrer enden. Wenn man den Lehrern an deiner Schule jedoch in vielleicht 1, 2 obligatorischen Seminaren ein wenig Werkzeug an die Hand geben würde, mit dem sie ihre Klassen auch ohne anschreien in den Griff kriegen, dann wäre wohl nicht nur den Schülern geholfen.
 

Benutzer42813 

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Ich bin allerdings der Meinung, dass man Lehrer, die an einer Schule mit "verhaltensauffälligen" Schülern unterrichten, auch entsprechend schulen sollte.
Insofern wäre ein Gang zur Direktion vielleicht doch nicht so verkehrt. Es muss ja nicht in einem Anschiss der Lehrer enden. Wenn man den Lehrern an deiner Schule jedoch in vielleicht 1, 2 obligatorischen Seminaren ein wenig Werkzeug an die Hand geben würde, mit dem sie ihre Klassen auch ohne anschreien in den Griff kriegen, dann wäre wohl nicht nur den Schülern geholfen.

Du bringst mich da gerade auf eine Idee... Ich könnte versuchen, über den Vertrauenslehrer oder den Lehrerrat tatsächlich mal genau das zu thematisieren und dann über den Lehrerrat die Idee für eine solche Fortbildung an die Schulleitung herantragen lassen.

Dann hat es auch nicht so viel von "die Neue mischt sich ein", was ja auch eine Sorge von mir ist.

Die Schule hat jedes Jahr so oder so zwei Fortbildungstage zur Verfügung - und gerade dann ist "Umgang mit verhaltensauffälligen Schülern inbesondere im Rahmen der neuen schulischen Integration von Schülern mit Förderbedarf" ja vielleicht wirklich ein sehr wichtiges Thema.

Ich kenne sogar zwei Leute, die ich dafür als Dozenten vorschlagen könnte... Und die Leuts vom Lehrerrat darf ich ja ruhig um Hilfe bitten, das ist unser Äquivalent zum Personalrat, die "müssen" sich dann auch die Zeit für ein Gespräch mit mir nehmen ^^. Und da kann ich dann ja vernünftig begründen, worum es mir geht. Wenn "die Neue" begründet und sachlich um Hilfe bittet, tut es dem System ja auch längst nicht so weh wie wenn "die Neue" begründet und sachlich sagen will, "wie es zu laufen hat".
 

Benutzer99399 

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Ja genau an so etwas in der Art dachte ich dabei.
Deine Idee klingt zumindest in meinen Ohren gut und durchaus umsetzbar. Ich wünsche dir viel Erfolg und dass dein "Hilfegesuch" nicht auf taube Ohren stößt. :zwinker:
 

Benutzer70315  (32)

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Puh.

Also ich stand in meinem letzten Semester vier mal vor Klassen, die förderbedürftige Kinder beinhalteten. Sprich: Die Unterteilung in Sonderschulen und "normale" Schulen wurde in diesem Bundesland auch aufgegeben. (ist das mittlerweile eigentlich bundesweit so?)
Mir fehlt natürlich die Erfahrung. Ich muss auch sagen, dass ich die Lehrer verstehen kann. Ich habe im Kollegium viele ausgebrannte Lehrer gesehen (meist besonders die Älteren), die sich darüber beschwerten, dass es "früher leichter war". Das sind ja keineswegs irgendwelche Fachidioten, sondern auch solche mit pädagogischem Anspruch. Aber eben schlichtweg überforderte Gestalten. Ich weiß nicht, wie es bei dir und deiner Schule ist. Aber die mittlerweile 5 Schulen, die cih kennenlernte, klagten allesamt auch über die wenigen Sonderpädagogen die zur Unterstützung eingesetzt werden.

Ich selbst kann mir einen "normalen" Schulalltag ohne die gleichzeitige Betreuung durch Sonderpädagogen gar nicht vorstellen. In einer Klasse kam eine Sonderpädagogin auch stundenweise rein. In den anderen Klassen habe ich soetwas gar nicht erlebt.

Tja wo sind die Lösungen?

Aber die ganzen anderen Fachlehrer, die eben nur für eine STunde pro Tag reinkommen und die restlichen fünf Stunden in anderen oft ebenfalls anstrengenden Klassen unterrichten, die auch ständig Elterngespräche führen müssen, Unterricht vorbereiten, Hefte korrigieren und Klassenarbeiten entwerfen müssen... Die haben eben auch keine Lust, mal nach der SChule länger zu bleiben und sich über die Klasse auszutauschen, am besten im Team mit allen Lehrern.
Meiner Meinung müssen sie das aber. Ohne eine Kooperation im gesamten Kollegium geht das doch gar nicht. Ihr könnt ja keine Einzelvorstöße machen und die Fachlehrer ziehen nicht mit. Natürlich hast du recht. So ein Lehrer ist vermutlich froh, pünktlich nach Hause zu gehen. Aber das kann auf Dauer nicht funktionieren. Letztlich müssen Lehrer es vermutlich als eigene Chance sehen und dafür eben mal länger in der Schule bleiben, sich deine Vorschläge anhören und gemeinsam Strategien entwickeln.


Zudem ich ja auch ehrlich einräumen muss, dass es nicht "den einen richtigen Weg" gibt, der immer funktioniert, sondern dass man verschiedene Dinge ausprobieren und immer neu anpassen muss...
Ja aber alleine schaffst du das doch gar nicht. Das ist ein Kampf gegen Windmühlen, an dessen Ende du vermutlich total erschöpft bist.
Dass ein bisschen Arbeitsinvestition in das Sozialgefüge der Klasse und den Erwerb von klaren Unterrichtsstrukturen und Verhaltensstrukturen für verschiedene Arbeitsphasen ja genau diesen SChülern zugute kommen wird, konnte ich trotz meiner theoretisch erworbenen Beratungskompetenz bisher noch nicht deutlihc machen...
Woran lag das? Daran, dass du "neu" bist ? Das trifft wieder den Punkt "Kooperation". Wenn ihr am selben Strang zieht, geht auch was voran. Du sagst ja selbst, du schaffst es die Klasse zu beruhigen. Theoretisch müsste den Lehrern klar werden, dass SIE etwas falsch machen bzw dass ihre alten pädagogischen Modelle in dieser Schulform nicht mehr funktionieren.
Aber was rede ich. Wir werden in unserem Studium NULL darauf vorbereitet. Es gab Studenten, die in ihren Stunden in Klassen mit höherem Förderbedarf Klassenarbeiten konzipieren sollten (und differenzieren). Einfach so.
 

Benutzer42813 

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Ich muss auch sagen, dass ich die Lehrer verstehen kann. Ich habe im Kollegium viele ausgebrannte Lehrer gesehen (meist besonders die Älteren), die sich darüber beschwerten, dass es "früher leichter war". Das sind ja keineswegs irgendwelche Fachidioten, sondern auch solche mit pädagogischem Anspruch. Aber eben schlichtweg überforderte Gestalten. Ich weiß nicht, wie es bei dir und deiner Schule ist. Aber die mittlerweile 5 Schulen, die cih kennenlernte, klagten allesamt auch über die wenigen Sonderpädagogen die zur Unterstützung eingesetzt werden.

Ich kann sie auch verstehen, das ist ja das Schlimme... ^^


Tja, wo sind die Lösungen?

Das rauszufinden wird wohl die Aufgabe unserer Lehrergeneration werden...

Vielleicht kann ich in zwei Jahren sogar sagen, wie wir es gemacht haben und was daran funktioniert hat. Aber dahin muss ich/müssen wir an der Schule halt auch erst mal kommen.[DOUBLEPOST=1347625915,1347625594][/DOUBLEPOST]
Woran lag das? Daran, dass du "neu" bist ? Das trifft wieder den Punkt "Kooperation". Wenn ihr am selben Strang zieht, geht auch was voran. Du sagst ja selbst, du schaffst es die Klasse zu beruhigen. Theoretisch müsste den Lehrern klar werden, dass SIE etwas falsch machen bzw dass ihre alten pädagogischen Modelle in dieser Schulform nicht mehr funktionieren.

Vielleicht wird das irgendwann auch passieren. Ich werde das ganze ja noch ein paar Jahre machen, und ich hab eigentlich eine Menge Ausdauer und Geduld, Dickkopf und dennoch Empathie - das eine oder andere werde ich auf Dauer ja eben auch bewegen können.

Aber im Moment muss ich Tag für Tag damit leben, wie diese süßen und eigentlihc so wunderbaren und lebendigen Kiddies angeschrien werden... Und das tut mir einfach weh. Ich will sie davor beschützen. Jetzt sofort und nicht erst über tausend offizielle Kanäle.

Aber vermutlich sind die offizielleren Kanäle am System eben auch über Fortbildungen etc. mittelfristig der sinnvollere Weg. Ich will und darf nämlich auch auf keinen Fall den Kindern vermitteln, dass ich nicht hinter den Kollegen stehe. Die meisten von denen mögen mich inzwischen, obwohl ich schon heftig viele Strafarbeiten verteilt habe und mindestens ein Drittel bei mir schon nachsitzen musste. Da darf ich sie jetzt auch nicht dazu bringen, dass sie denken: Frau Shiny mag die anderen Lehrer auch nicht, weil die uns immer anschreien.

Die sollen ja auch bei den anderen Lehrern ruhig werden! Denn die anderen Lehrer sind es doch, die ihnen den Löwenanteil der ganzen wichtigen Fächer beibringen - und eigentlich sind die anderen Lehrer doch auch bereit, meine Kiddies zu mögen, wenn die ihnen eine Chance geben!
 

Benutzer98976 

Sehr bekannt hier
Aber im Moment muss ich Tag für Tag damit leben, wie diese süßen und eigentlihc so wunderbaren und lebendigen Kiddies angeschrien werden... Und das tut mir einfach weh. Ich will sie davor beschützen. Jetzt sofort und nicht erst über tausend offizielle Kanäle.
Abgesehen von den bisherigen Lösungsvorschlägen fällt mir da nur Eines ein: Sag ihnen, dass sie, trotz ihrer Macken prima Menschen sind. Dass sie stolz auf alles sein können, was sie schaffen und niemand das Recht hat, ihnen zu sagen, es sei zu wenig oder sie wären zu dumm oder zu schwierig für etwas. Ich habe da letztens einen süßen Comic gesehen http://24.media.tumblr.com/tumblr_m3i3cn1Sh01r2u2gbo1_1280.jpg
unter dem stand "Träume können nie groß genug sein". Man könnte es auch als "Think big" betiteln. Ich weiß ja nicht, was genau Du unterrichtest, aber eventuell kannst Du das über eine Unterrichtsstunde als Fazit entstehen lassen.
Ich entsinne mich zB noch an eine Deutschstunde, in der wir die Definition des 'schönen Menschen' von Goethe besprachen. So etwas in diese Richtung könnte doch gut als Aufhänger dienen. Und wenn Du dann als Fazit gemeinsam mit Deinen Schülern herausarbeitest, dass jeder von ihnen prima ist, egal wie dick, dünn, groß, schlau oder fleißig er ist, dann bleibt das vielleicht auch hängen und gibt ihnen mehr Selbstvertrauen.
Was ich nämlich ganz fürchterlich finde, abseits vom Schreien: Wenn sie mehrfach hören, sie seien zu dumm und undiszipliniert für den Realschulabschluss. Sowas bleibt hängen und demotiviert. Genauso bleibt aber auch Positives hängen.

Es waren nicht viele Lehrer in meiner Schulzeit, die ich als richtig gut bezeichnen würde. Aber diese wenigen Lehrer haben mir etwas mitgegeben und prägen mich bis heute. Etwa hatte ich einen Mathelehrer, der sehr streng aber gerecht war und uns allen Manieren beibrachte. Bei ihm waren wir immer brav und still (ganz im Gegensatz zu manch anderer Stunde). Dafür zeigte er uns in der Stunde vor den Ferien gerne Dias von seinen Reisen und erzählte uns davon. Wahnsinnig toller Lehrer, an den sich viele gern erinnern.

Der war übrigens genauso passioniert wie Du. Er hat es geliebt, uns etwas beizubringen. Als seine Mutter starb, war er sehr geknickt - in der Stunde mit uns ist er dann richtig aufgeblüht. So schön. Ich finde es auch sehr schön zu lesen, wie Du Dich bemühst.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Deine Schüler sind wohl leider in erster Linie Opfer einer weder gut durchdachten, noch konsequent durchgeführten Veränderung im Schulsystem:
Da werden Integrationsklassen eingeführt (die ich prinzipiell sehr gut finde), aber dann steckt man viel zu viele Schüler in eine solche Klasse und setzt den Schülern mit ihren besonderen Bedürfnissen Lehrer vor die Nase, die keine Ahnung davon haben, wie sie mit Selbigen umgehen sollen. - Ohne die nötigen Strukturen zu schaffen, ohne die normalen Lehrer und Sonderpädagogen entsprechend weiterzubilden, ohne Kompetenzen und Arbeitsteilung zwischen den Lehrern zu definieren, usw.
Dass das nicht funktioniert und sowowhl Schüler, als auch Lehrer darunter leiden, ist klar.

Wenn deine Kollegen auch noch ziemlich beratungsresistent sind und nicht mehr als Dienst nach Vorschrift machen wollen (was eine Berufskrankheit vieler älterer Lehrer zu sein scheint), bleibt dir wohl nichts Anderes übrig, als die Chefetage einzuschalten, um nötige Gespräche anzusetzen. - Ob das deinen Kollegen gefällt oder nicht.
Ansonsten finde ich auch den Vorschlag von Tu me manques sehr gut.

Aber Alles, was du machen kannst, ist wohl nicht mehr, als ein Tropfen auf den heißen Stein. - Denn die vielen Versäumnise der Politik und Verwaltung kannst du leider nicht kompensieren.
Aber vermutlich sind die offizielleren Kanäle am System eben auch über Fortbildungen etc. mittelfristig der sinnvollere Weg. Ich will und darf nämlich auch auf keinen Fall den Kindern vermitteln, dass ich nicht hinter den Kollegen stehe. Die meisten von denen mögen mich inzwischen, obwohl ich schon heftig viele Strafarbeiten verteilt habe und mindestens ein Drittel bei mir schon nachsitzen musste. Da darf ich sie jetzt auch nicht dazu bringen, dass sie denken: Frau Shiny mag die anderen Lehrer auch nicht, weil die uns immer anschreien.
Es wundert mich überhaupt nicht, dass du bei den Kindern gut ankommst.
Gerade "schwierige" Kinder brauchen einfach klare, begründete Regln, die dann auch durchgesetzt werden.
Mit dieser Methode habe ich es als Trainer und Betreuer von Kindern auch schon geschafft, mit dem einen oder anderen kleinen "Satansbraten" gut zurecht zu kommen, der seinen (inkonsequenten) Eltern nur auf der Nase herumgetanzt ist.
 

Benutzer115483 

Öfters im Forum
erstmal finde ich, dass das ein super thread ist! sehr interessantes thema.

was ich aber ein bißchen merkwürdig finde ist, dass sich dieses ganze konzept bzw die umsetzung dieser i-klasse so dilettantisch darstellt. deine schule führt dieses projekt durch. das bedeutet, dass sie dafür förderungen/zusätzliche mittel erhält (zum beispiel dich als sozialpädagogin). eigentlich ist es doch üblich, dass solche dinge dann auch an gewisse voraussetzungen gebunden sind (maximale schülerzahl, besondere unterrichtsgestaltung usw).
soweit ich weiß, wird die einhaltung dieser voraussetzungen doch auch überprüft. wie kommt es, dass deine schule da mal eben eine i-klasse ins leben ruft, aber keiner so richtig mit der umsetzung in die praxis vertraut ist? bzw dieses projekt nicht direkt dem direktor oder einem entsprechenden projektleiter untersteht, der sich da um eine korrekte umsetzung in die praxis bemüht und regelmäßig feedback von den beteiligten (zb von dir) einholt? dieser mensch wäre dann nämlich dein ansprechpartner für deine sorgen.

der nächste punkt ist, dass man deinen älteren kollegen meines erachtens nur bedingt einen vorwurf machen kann. als die studiert haben, gab es einfach noch kein adhs. klar, verhaltensauffällige kinder gab es immer schon, aber nicht in der masse wie heute. da gabs pro klasse einen oder zwei und die wurden halt durchgeschleppt - fertig. sie haben im studium also niemals den umgang mit diesen kindern gelernt und versuchen einfach mit ihren (in 20 jahren bewährten) unterrichtsmethoden weiterzumachen. da ist es auch schwer, sich kurz vor der pension nochmal ein ganz anderes unterrichtsverhalten draufzuschaffen, wenn man doch die kinder bisher so immer gut durchgebracht hat.
hier finde ich den vorschlag gut, dass du da eine entsprechende fortbildung vorschlägst. dadurch fühlt sich niemand direkt auf den schlips getreten und du hast dich sogar noch gut eingebracht.

ich hab auch noch ne idee: bei dir scheint das gut zu funktionieren, dass sich die kinder ruhig verhalten und mit dir zusammen arbeiten wollen. ein guter freund von mir ist lehrer und hat fachunterricht in einer "problemklasse", die bei ihm aber zucker ist. nur bei einigen kollegen ham die echt auf den putz gehauen.
er hat sich mal die mühe gemacht, mit den kindern zu reden und sie gebeten, doch einfach mal versuchen, auch beim herrn x brav zu sein. er wisse, dass sie das können - bei ihm seien sie ja auch immer sehr lieb.
der großteil hat das verstanden und richtig super mitgemacht. die haben sogar gegenseitig auf sich geachtet.
meinst du, dass das bei deiner klasse auch klappen könnte? ein großteil scheint ja nicht lernbehindert zu sein und wenn die mitziehen, dann besteht echt die möglichkeit, dass es nicht mehr so ausartet.
und er hat sie fürs mitmachen belohnt.. er hat mal süßigkeiten mitgebracht oder (wenn sie mit dem stoff schnell durchwaren) ne spielstunde eingelegt. und das war ne 6. klasse - also nur ein bißchen älter als deine.
 

Benutzer91926 

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Du warst dir vorher im klaren, auf was du dich einlässt. Sogenannte I-Klassen sind nunmal totaler Schwachsinn: Man steckt einfach verschiedenste Kinder, die jeweils eigene, völlig unterschiedliche Lernbedürfnisse haben, in eine Klasse und hofft, dass das irgendwie funktioniert.
An deiner Stelle würde ich versuchen die Schule zu wechseln- an den Umständen wird sich nämlich nichts ändern:
Kleinere Klassen wird es nicht geben. Eine bessere Ausbildung für die Übrigen Lehrer wird es nicht geben.
Das System ist komplett am Arsch. Sie besser zu, dass du da irgendwie rauskommst.
Du kannst mir deiner Ausbildung auch im privat-berreich mit "schwierigen Kindern" arbeiten. Dann sind das zwar meistens nur Kinder aus reichen Elternhäusern, aber du hast kleinere Gruppen und einen kompetenten Chef.

ThirdKing
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
was ich aber ein bißchen merkwürdig finde ist, dass sich dieses ganze konzept bzw die umsetzung dieser i-klasse so dilettantisch darstellt. deine schule führt dieses projekt durch. das bedeutet, dass sie dafür förderungen/zusätzliche mittel erhält (zum beispiel dich als sozialpädagogin). eigentlich ist es doch üblich, dass solche dinge dann auch an gewisse voraussetzungen gebunden sind (maximale schülerzahl, besondere unterrichtsgestaltung usw).
soweit ich weiß, wird die einhaltung dieser voraussetzungen doch auch überprüft. wie kommt es, dass deine schule da mal eben eine i-klasse ins leben ruft, aber keiner so richtig mit der umsetzung in die praxis vertraut ist? bzw dieses projekt nicht direkt dem direktor oder einem entsprechenden projektleiter untersteht, der sich da um eine korrekte umsetzung in die praxis bemüht und regelmäßig feedback von den beteiligten (zb von dir) einholt? dieser mensch wäre dann nämlich dein ansprechpartner für deine sorgen.
Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass im deutschen Schulsystem eine derartige Umstellung so durchdacht und sinnvoll vonstatten geht?
Da gibt es eine UN-Konvention, die umgesetzt werden muss - und dann wird eben rumgewurstelt und versucht, die Umsetzung der Konvention irgendwie in ein Schulsystem zu zwängen, das dafür nicht geeignet ist, ohne dafür auch nur einen Cent mehr als absolut nötig auszugeben.

Wir leben hier in Deutschland - einem Land, das 16 unterschiedliche Schulsysteme hat, in dem in fast jedem Bundesland nach der Pisa-Studie irgendwelche halbgaren, überstürzten Reformen durchgepeitscht wurden, die das Schulsystem verschlimmbessert haben, usw. - Da kann man von der Bildungspolitik nun wirklich nicht viel erwarten.
 

Benutzer116075 

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Du warst dir vorher im klaren, auf was du dich einlässt. Sogenannte I-Klassen sind nunmal totaler Schwachsinn: Man steckt einfach verschiedenste Kinder, die jeweils eigene, völlig unterschiedliche Lernbedürfnisse haben, in eine Klasse und hofft, dass das irgendwie funktioniert.
An deiner Stelle würde ich versuchen die Schule zu wechseln- an den Umständen wird sich nämlich nichts ändern:
Kleinere Klassen wird es nicht geben. Eine bessere Ausbildung für die Übrigen Lehrer wird es nicht geben.
Das System ist komplett am Arsch. Sie besser zu, dass du da irgendwie rauskommst.
Du kannst mir deiner Ausbildung auch im privat-berreich mit "schwierigen Kindern" arbeiten. Dann sind das zwar meistens nur Kinder aus reichen Elternhäusern, aber du hast kleinere Gruppen und einen kompetenten Chef.
ThirdKing

Als ob das die Lösung wäre... einfach abhauen....zumal das nich unbedingt geht.. wenn man von der Schule mit einigen Stunden in den GU (Gemeinsamen Unterricht) abgeordnet wird. Und man macht den "Job" im GU ja gern, weil einem das thema Integration/Inklusion und vor allem die Kinder mit sopäd. Förderbarf am Herzen liegen.
Natürlich sind die jetzigen Bedingungen in vielen GU-Schulen oder Schulen mit Integrationsklassen oft alles andere als optimal (weit weg vom Konzept der Inklusion), aber das entlastet einen doch nicht als engagierten Sonderpädagogen, in den Klassen zu arbeiten und die Kinder zu unterstützen. Um den Punkt geht es Shiny sicher überhaupt nicht. Es geht doch eher um die Art und Weise, wie man als Sonderpädagoge, der in ein System reinkommt und dort nicht immer mit offenen Armen empfangen wird, aus der Situation das Beste rausholen kann für die Schüler und vielleicht etwas in Richtung Weiterentwicklung des Systems tun kann ohne sich unbeliebt zu machen (man will ja nicht der Fremde von außen sein, der kommt und nur meckert und zeigt wie es richtig geht).
finde die idee mit dem lehrerat und den fortbildungen gar nicht so schlecht. Natürlich ist das eher etwas längerfristiges und hilft jetz nich bei den gegenwärtigen schwierigkeiten im unterricht weiter...
Interessieren sich die Lehrer, die in der klasse unterichten, denn für die besondere situation der GU-Kinder? Kommen sie auf dich zu? Wie is das bei euch organisiert? Bist du in einigen stunden dann mit den regelschullehern in der klasse und unterstützt die Kinder oder bist du meist alleine in der klasse wenn du an der schule bist? ergibt sich n gespräch über gemeinsam erlebte situationen?
Anmeiner Schule arbeiten mittlerweile alle LEhrer mit 6 Stundne im GU.. es gibt schulen/klassen, wo es prima klappt und schulen/klassen, wo es nicht gut klappt aus verschiedensten gründen..is schwer, lösungen für diese komplexe problematik zu finden irgendwie.

Ah! mir fällt noch ein: Hast du denn mit den kollegen deiner stammschule, die auch in der integration arbeiten, so eine Art Teamtreffen regelmäßig? Wär ja auch ne möglichkeit, die situation da mal anzusprechen und dann zusammen zu überlegen, was man tun könnte. vielleicht erleben deine kollegen ja ähnliches?
 
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Benutzer42813 

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Du warst dir vorher im klaren, auf was du dich einlässt. Sogenannte I-Klassen sind nunmal totaler Schwachsinn: Man steckt einfach verschiedenste Kinder, die jeweils eigene, völlig unterschiedliche Lernbedürfnisse haben, in eine Klasse und hofft, dass das irgendwie funktioniert.
An deiner Stelle würde ich versuchen die Schule zu wechseln- an den Umständen wird sich nämlich nichts ändern:
Kleinere Klassen wird es nicht geben. Eine bessere Ausbildung für die Übrigen Lehrer wird es nicht geben.
Das System ist komplett am Arsch. Sie besser zu, dass du da irgendwie rauskommst.
Du kannst mir deiner Ausbildung auch im privat-berreich mit "schwierigen Kindern" arbeiten. Dann sind das zwar meistens nur Kinder aus reichen Elternhäusern, aber du hast kleinere Gruppen und einen kompetenten Chef.

ThirdKing

Das werd ich mit Sicherheit nicht tun :zwinker:. Ich mag die Arbeit im Ghetto mit den ganzen durchgeknallten Kids, die in erster Linie jemanden wollen, der sie liebhat - denn sie sind alle so wunderbar komplex und einzigartig, dass ich sie sehr gerne lieb habe.

Vernachlässigte Kinder reicher Eltern, die mir dann auf Arbeit am besten noch ständig auf die Finger schauen wollen, und kein einziger von denen mit den herrlichen arabischen Glutaugen, mit denen sie immer so niedlich einen auf lieb Kind machen wollen... Wie langweilig :zwinker:.


Außerdem ist Inklusion meine Vision. Wenn irgendwann eine inklusive Schule über die Grundschule hinaus kommt, langfristig gedacht, wenn ich meine eigene Familienplanung gemacht habe und die Kinder so weit versorgt sind, dass ich wieder in den Beruf kann - dann will ich so was mit aufbauen. Ich schau im Moment immer schon meinen beiden Schulleitungen auf die Finger und versuche, mir all das, was die gut machen, eben abzukupfern und mich in Gedanken schon mal darauf vorzubereiten, dass ich in zwanzig Jahren in einem ähnlichen Tätigkeitsfeld, aber spezieller zum Thema Inklusion arbeiten werde.

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Anmeiner Schule arbeiten mittlerweile alle LEhrer mit 6 Stundne im GU.. es gibt schulen/klassen, wo es prima klappt und schulen/klassen, wo es nicht gut klappt aus verschiedensten gründen..is schwer, lösungen für diese komplexe problematik zu finden irgendwie.

Das find ich ja richtig grausam... Mit nur sechs Stunden in so einer Klasse kann man ja so gut wie gar nichts vernünftiges machen außer immer nur Flickwerk!
 

Benutzer116075 

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Das find ich ja richtig grausam... Mit nur sechs Stunden in so einer Klasse kann man ja so gut wie gar nichts vernünftiges machen außer immer nur Flickwerk!
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Muss dazu sagen, dass in meinem Förderschwerpunkt das GU-System noch etwas anders läuft. Es gibt nur "fahrende" GU-Lehrer, d.h. sie besuchen blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche je 3 stunden pro woche an deren schule. viele Schüler und Schülerinnen kommen mit dieser form gut zurecht, da die arbeit des sonderpädagogen eher in der hilfsmittelanschaffung und -einführung, der umarbeitung von lernmaterial, der beratung der regelschullehrer und der gut sehenden mitschüler oder in einzelnen förderstunden besteht und weniger in der ständigen unterrichtlichen begleitung. viele der schüler und schülerinnen kommen dann zu externen kursen und freizeitangeboten an die förderschule.
Ich weiß, dass es in anderen förderschwerpunkten anders organisiert is. dass man als sonderpädagoge fest mit mehr stunden an einer regelschule ist. find ich auch beser eigentlich. gerade wenn im zuge der inklusion immer mehr schüler udn schülerinnen an allgemeinen schulen unterrichtet werden sollen, die auch mehr unterstützung im unterricht brauchen.
 

Benutzer72433 

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flame, auch wenn ich dir nicht helfen kann - ich hab grad den wunsch dir zu sagen, dass ichs toll finde wieviel arbeit, gedanken und gefühle du darein steckst - und dass ich hoffe, dass du auch nach jahren noch die nerven und die kraft dazu hast :smile:
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
Interessieren sich die Lehrer, die in der klasse unterichten, denn für die besondere situation der GU-Kinder? Kommen sie auf dich zu? Wie is das bei euch organisiert? Bist du in einigen stunden dann mit den regelschullehern in der klasse und unterstützt die Kinder oder bist du meist alleine in der klasse wenn du an der schule bist? ergibt sich n gespräch über gemeinsam erlebte situationen?

Nein, sie interessieren sich bislang noch überhaupt nicht dafür, sondern betrachten sie als weiteres Übel - neben den am WE am Hauptbahnhof beim Dealen erwischten Schülern, der Beinahe-Vergewaltigung auf der Jungentoilette, die dann wohl doch keine war, der Schlägerei zwischen den beiden zehnten Klassen, weil ein Junge in der siebten Klasse zu einem Mädchen SChlampe gesagt hat und die dann zu ihrem großen Bruder und ihren vier Cousins gerannt ist...

Ich kann ja auch so gut verstehen, dass man da nicht noch mehr Mehrarbeit will!

Andererseits bietet die wachsende Ressource "Sonderpädagogik" an dieser Schule mittelfristig ja auch für diese Lehrer CHancen zur Entlastung. Man muss am Anfang andere Dinge reinstecken (ich muss das mit der Fortbildung wirklich vorschlagen!), aber in zwei, drei Jahren werden ja auch festere, klarer strukturierte Regeln und Konsequenzen in das Schulsystem kommen, die dazu führen, dass solche Vorfälle auf Lehrerseite nicht mehr ganz so viel Hilflosigkeit bewirken, sondern eben auch die "normalen" Lehrer von der Gesamtschule sich im Umgang mit so was routinierter und eben auch entlasteter fühlen.

Es ist so organisiert, dass ich mit 19 meiner 28 Gesamtstunden in dieser einen fünften Klasse mit den vielen Förderbedarfskindern bin - und die eine Stunde "Soziales Lernen", die ich glücklicherweise in den Stundenplan boxen konnte, darf ich selbst geben.

ein guter freund von mir ist lehrer und hat fachunterricht in einer "problemklasse", die bei ihm aber zucker ist. nur bei einigen kollegen ham die echt auf den putz gehauen.
er hat sich mal die mühe gemacht, mit den kindern zu reden und sie gebeten, doch einfach mal versuchen, auch beim herrn x brav zu sein. er wisse, dass sie das können - bei ihm seien sie ja auch immer sehr lieb.
der großteil hat das verstanden und richtig super mitgemacht. die haben sogar gegenseitig auf sich geachtet.
meinst du, dass das bei deiner klasse auch klappen könnte? ein großteil scheint ja nicht lernbehindert zu sein und wenn die mitziehen, dann besteht echt die möglichkeit, dass es nicht mehr so ausartet.

Das ist auch eine gute Idee, die mir meine unmittelbare Hilflosigkeit ein Stück weit nehmen kann. Ich werde in der soziales Lernen-Stunde zwar am Anfang erst mal einiges zur Konfliktklärung der Schüler untereinander sagen - aber auch das kann ich da ja mal thematisieren und versuchen, in den Fokus zu rücken. Blöd sind die alle nicht, nicht mal die Lernbehinderten. Auch die wollen eigentlich ruhiges Arbeiten haben. Und auch die schlimmsten Knallköppe wollen das eigentlich, wenn sie ruhig darüber nachdenken, auch. Sie schaffen es bloß nicht - wenn zu viel sensorischer Input kommt, rasten sie einfach aus.

Aber ich werde parallel zu den anderen Strategien für mich in meiner SL-Stunde auch das "achtet aufeinander, damit es leise ist und die Lehrer sich freuen, wenn sie euch sehen" als kurzfristige STrategie mit aufnehmen :smile:. Dann fühl ich mich da nämlich auch schon ein Stück weit weniger hilflos.

Bist du in einigen stunden dann mit den regelschullehern in der klasse und unterstützt die Kinder oder bist du meist alleine in der klasse wenn du an der schule bist? ergibt sich n gespräch über gemeinsam erlebte situationen?

Die meisten anderen Stunden bin ich parallel in der Klasse oder kann in Ausnahmen auch mal mit einer Kleingruppe rausgehen und parallel lernen - was sich bisher aber noch nicht als möglihc gestaltete, weil ich den Schlüssel für den Differenzierungsraum noch nicht habe ^^. Aber auch das wird sich irgendwann ändern.

Gespräche darüber ergeben sich schon - aber mehr so im Stil von "Mein Gott, sind die immer so schlimm? Wie kommt das, dass eine fünfte Klasse schon so schlimm ist? Das mit der Integration ist völliger Blödsinn, so was kann niemals gut gehen, ich hab das gleich schon gewusst, und die anderen Kinder leiden drunter!"

Passenderweise nach einer STunde, in der alle (!) Förderbedarfskinder ruhig oder fehlend waren und zwei "normale" komplett ausgerastet und ausgetickt sind...

In einem längeren Gespräch kenn ich Mittel und Wege, durch so eine Haltung durchzukommen. Aber halt nicht in fünf Minuten Lehrerzimmer, wenn die ganze Körperhaltung meines GEsprächspartners Hast und "ich muss noch für meine letzten beiden Stunden insgesamt vier Arbeitsblätter kopieren" signalisiert.

Ah! mir fällt noch ein: Hast du denn mit den kollegen deiner stammschule, die auch in der integration arbeiten, so eine Art Teamtreffen regelmäßig? Wär ja auch ne möglichkeit, die situation da mal anzusprechen und dann zusammen zu überlegen, was man tun könnte. vielleicht erleben deine kollegen ja ähnliches?

Die eine Kollegin von meiner Schule nähert sich ihrer Pensionierung und hat entdeckt, dass GU eine super Möglichkeit ist, einfach bequem an der Heizung zu lehnen oder sich neben ein einzelnes Kind zu setzen und ihm die Mathe-Aufgaben zu erklären. Längst nicht so anstrengend wie die ganzen Verhaltensauffälligen an unserer Stammschule. Die andere ist eher still und wirkt ein bisschen frustriert - kein Wunder, denk ich mir, wenn sie die ganze Zeit mit dieser recht dominanten, aber faulen älteren Kollegin hier zusammen was aufbauen sollte.

Die ist vielleicht auch noch mal eine Ressource für mich. Ich werde sie mal auf einen Kaffee einladen :smile:.

An einer anderen Schule sind mehr Kollegen abgeordnet, auch welche, die recht engagiert sind. Vielleicht haben die ja Lust auf einen schulübergreifenden GU-Stammtisch - ich werde es an meiner Stammschule ebenfalls vorschlagen. An meiner Stammschule ist das Klima anders, dort dürfen und sollen auch junge Kollegen Ideen und Engagement reinbringen, weil die Schulleitung dort einfach einsame Spitze ist und alle ins Boot geholt hat, so dass das Klima eigentlich sehr super ist.

Vielleicht könnte ich auch meine eigene Schulleitung mal um Rat fragen... Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, weil das Problem ja nicht an ihrer Schule besteht - aber zu der hab ich Vertrauen, die wird mich ernst nehmen und definitiv keinen Mist aus dem drehen, was ich erzähle, und ich glaub, die hat immer gute Ideen und einfach ein unglaubliches Gespür für Menschen und soziale Dynamiken.[DOUBLEPOST=1347639238,1347638966][/DOUBLEPOST]
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Ich merke gerade hier dank eurer ganzen Fragen, wie viele Ideen ich eigentlich selber schon entwickeln kann...

Ich frag mich wirklich, warum ich damals beim ersten Versuch durch das zweite Staatsexamen gerasselt bin :zwinker:. Das ist schon lange her, aber ich glaube, ich habe immer noch ein bisschen Angst davor, im Lehrerzimmer den Mund aufzumachen, weil dann jemand herausfinden könnte, dass ich "eigentlich" ja nur eine Hochstaplerin bin, die hier gar nicht herumlaufen dürfte und die "zu arrogant guckt und sich damit Sympathien im Kollegium verspielt" (Zitat meiner Ausbildungsleiterin).
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flame, auch wenn ich dir nicht helfen kann - ich hab grad den wunsch dir zu sagen, dass ichs toll finde wieviel arbeit, gedanken und gefühle du darein steckst - und dass ich hoffe, dass du auch nach jahren noch die nerven und die kraft dazu hast :smile:

Danke dafür :smile:.

Dazu fällt mir nur ein, dass ich das auch hoffe :zwinker:. Wirklich verdammt sehr. Aber aus genau diesem Grund hab ich ja im letzten Schuljahr die Psychotherapie begonnen und die Fortbildung zur konfrontativen Pädagogik gemacht - die ganz offensichtlich was gebracht haben, denke ich mal, jedenfalls komme ich inzwischen abends nach Hause und bin müde, aber ich heule nicht mehr. Und daher krieg ich mehr Schlaf und schaffe meine Tage auch wieder leichter.
 

Benutzer98383 

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin allerdings der Meinung, dass man Lehrer, die an einer Schule mit "verhaltensauffälligen" Schülern unterrichten, auch entsprechend schulen sollte.
Dazu kann ich nur sagen, dass es fast in jeder Klasse verhaltensauffällige Kinder gibt, das ergibt sich schon alleine durch den sozialen Hintergrund der Kinder. Der ist nämlich oft sehr kompliziert und auch in noch so tollen Gegenden und reichen Elternhäusern kann der Hintergrund erschreckend sein. Wie stark die Verhaltensauffälligkeiten ausgeprägt sind ist auch immer unterschiedlich. Und nein, wirklich geschult wird man da nicht. Da muss man sich dann selber "reinfummeln".

Das wirklich schlimme für mich ist, dass sie in der einen Stunde Sozialtraining bei mir jede Woche und auch in den Vertretungsstunden, die ich bisher gehalten habe, super diszipliniert und still sind... Und in den Mathe-Stunden, in denen ich bisher vertreten habe, waren sie genauso leise. Sie können es also. Einfach nur, weil ich eben auch still bin und lächele und mir drei Minuten Entspannung in aufrechter Haltung vor der Klasse gönne, während sie langsam endlich leise werden. Drei Minuten stillstehen kommen einem dann zwar immer viel länger vor als zehn Minuten rumschreien, wenn man derjenige ist, der vorne steht...
Warum sagst du deinen Kollegen nicht mal, dass die Klasse bei dir IMMER ruhig ist und dass du ihnen zeigen willst, wie genau du das umsetzt. Sie sollen sich mal hinten rein setzen, denn schließlich würden sie davon ja auch profitieren. Dann sehen sie mal, dass es auch anders geht um im Nachhinein kann man besprechen, wie ihr vorgehen wollt. Da kannst du dich doch ruhig auf die Kinder beziehen, die Probleme haben. Du kannst doch sagen, dass sie feste Rituale brauchen! Schließlich bist du ja die Fachkraft für diese Kinder. Es ist auch gar nicht nötig denke ich, dass da jeder Fachlehrer zu Beginn des Schuljahres Sozialstunden macht, es reicht wenn einer (z.B. du) das übernimmt, die Regeln mit den Kindern erarbeitet und diese dann übt. Sie gelten aber dann nicht nur bei dir, sondern bei allen Lehrern. Die müssen dann eben am Anfang der nächsten Stunden immer ein paar Minuten investieren um die Regeln kurz zu wiederholen und zu besprechen, dass sie auch bei ihnen gelten, auf Klassenplaketen sind sie dann zudem immer ersichtlich und es kann drauf hingewiesen werden. Natürlich muss man zu beginn auch mehr auf die Einhaltung der Regeln (mit netten Ritualen verknüpft) pochen - aber dann läuft es doch an sich. Und klar müssen die Lehrer sich dann auch daran halten ruhig zu reagieren usw. - sonst klappt es nicht. Aber dazu kannst du dann ja auch Tipps geben.
Ein Leiseritual hat doch inzwischen eigentlich jede Klasse... ich habe es nie ohne erlebt - bei manchen klappt es besser, bei manchen schlechter. Je konsequenter und ritualisierter man das macht, umso besser wird es. Also ohne das ihr zusammen arbeitet und gemeinsam ein Konzept erstellt (oder du erklärst wie es gut funktioniert) und die Regeln auch bei jedem Lehrer gleich anwendet, wird es meiner Meinung nach nicht funktionieren. Ich verstehe wirklich nicht, warum sich da nicht geeinigt wird, an den Grundschulen ist es doch gang und gebe sich abzusprechen und zu kooperieren. :frown: Der eine macht vielleicht Stempel und der andere malt Smilies, einer nutzt eine Klangschale, der nächste nutzt eine Gloke aber es ist ein "roter Faden" zu erkennen und alle Kinder kennen die Regeln.
 

Benutzer35070 

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Hallo Shiny Flame, ich habe nicht alle Beiträge gelesen kannst du mir noch mal sagen, in welchem Bundesland du arbeitest.
Ich finde Dein Engagement für Inklusion ganz toll, ich arbeite in einer integrativen Kita als Therapeutin und da werden in 2 Gruppen 10 Kinder mit "Behinderung" und 20 Regelkinder betreut. In unserer Heimatstadt ist Inklusion grade eine großes Thema, da der Landschaftsverband Rheinland grade mit Sparmaßnahmen versucht Kitatherapeuten durch Therapueten zu ersetzen, die nur stundenweise kommen und das Kind dann schön separiert von den anderen Kindern therapieren sollen. Ich denke so wie die Integration grade bei uns in den Kitas läuft ist sie eher Inklusion, die Kinder nehmen am normalen Alltag teil und erhalten dabei je nach Bedarf Unterstützung. Leider versuchen die Städte und der LVR grade die super tolle Inklusion voranzubringen, also Kinder normal in der Kita nebenan unterzubringen, in einer Regelgruppe mit 23 Kinder und ein therapeut schaut dann ein bis zweilmal die Woche für 45 min vorbei.......
Ich glaube auch das Inklusion richtig und wichtig ist, dass aber der Versuch das durchzuführen wie es jetzt ist eine Katastrophe ist. Wie du beschrieben hast, werden Kinder in Riesenklassen verfrachtet, in denen schon allein durch die Größe keine guten Lernbedigungen für sie herschen. Das "normale" Personal sieht sich völlig neuen Herausforderungen ausgesetzt ohne das sie vorher Fortbildungen etc erhalten haben(wie bei uns in den Kitas).

Ich kann verstehen, dass Du mit den Kindern mitleidest, leider ist oft bei nichtsichtbaren Beeinträchtigungen das Verständnis schnell aufgebraucht "der ist so gewalttätig, der will gar nicht zuhören". Gibt es denn bei Euch vielleicht Sondertage, bei denen man eventuell Wandertage etc benutzen könnte um etwas für das Klassenklima zu tun. Wenn die Lehrer, die Schüler dann auch mal von einer anderen Seite sehen können, könnte sich ja etwas an der Einstellung verändern. Allgemein fände ich es gut, Informationen über ADHS oder sozial- emotionale Formen von Behinderung zu geben, damit dadurch vielleicht etwas Verständnis entsteht.

Ich finde Deinen Einsatz auf jeden Fall bemerkenswert und es ist gut für die Kinder, dass du da bist!
 
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