ADS/ADHS bei Kindern und Erwachsenen

Seestern1
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  • #1
Seestern1
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  • Themenstarter
  • #2
celavie celavie fällt mir dazu ein. Wen könnte man noch verlinken?
 
wild_rose
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  • #3
Rosoideae Fragaria Rosoideae Fragaria HarleyQuinn HarleyQuinn würden mir spontan einfallen
 
HarleyQuinn
Benutzer121281  (37) Planet-Liebe ist Startseite
  • #4
Danke fürs verlinken :smile:
Es dauert noch ein bisschen bis ich so richtig reinkomme aber dafür bekomm ich eine Beratung und weiteres extra für Erwachsene.
 
Seestern1
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  • Themenstarter
  • #5
Ich glaube viele sind gerade erst in der Diagnostik. Mit meinem Sohn bin ich z.B. gerade dabei. Nächster Termin ist aber erst im Mai (Konzentrationstest) und Auswertung dann erst Ende Mai. Seid ihr offen für ne Medikation im Fall der Diagnosebestätigung oder wollt ihr vor allem therapeutische Unterstützung?
 
G
Benutzer Gast
  • #6
Darf ich auch mitmachen? Ich bin seit knapp zwei Jahren auch ADS diagnostiziert, aber eigentlich auch noch am "einarbeiten" bzw. herantasten.
 
Seestern1
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  • Themenstarter
  • #7
Ja klar, dass soll ja hier ein offener Erfahrungsaustausch werden :smile:
 
Daylight
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  • #8
Ich bin auch gerade in der Diagnostik (warte leider auf nen Termin, habe bisher nur den Wisch vom Psychiater mit "V.a. ADHS").
 
celavie
Benutzer58054  (44) Sehr bekannt hier
  • #9
Das Buch fand ich sehr gut für den Einstieg:

und den Podcast
ADHD for smart ass women

bzw dem Tabulos Podcast zum Thema aus dem letzten Jahr.
 
celavie
Benutzer58054  (44) Sehr bekannt hier
  • #10
Witzig ist ja auch AufmerksamkeitsDefizit - wenn ich eins nicht habe, dann ein Defizit in Aufmerksamkeit bzw Gehirnleistung. Eher ein Zuviel davon. Nur auf eine Sache länger konzentrieren fällt mir schwer.
 
wild_rose
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  • #11
Witzig ist ja auch AufmerksamkeitsDefizit
Ich finde das auch unpassend und würde meine Symptome eher als Aufmerksamkeitsteuerungsdefizit beschreiben. Von den anderen Dingen die in der Beschreibung vollkommen fehlen wie Impulsivität und soziale Unfähigkeit mal abgesehen :grin:
 
Dreizehn
Benutzer20579  (42) Planet-Liebe ist Startseite
  • #12
Unsere Kinderpsychologin erklärte mir hierzu auch, dass die Amerikaner wohl mittlerweile häufiger den Begriff 'Executive Function Disorder' verwenden, weil es eben eher um Probleme in der 'Exekutive' geht, als wirklich um verringerte Aufmerksamkeit.

Passt zu dem, was ihr hier schreibt.
 
Z
Benutzer96053  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #13
Ich gehe ja bei mir spätestens seit dem Studium, als ich ein paar Seminare zum Umgang mit AD(H)S-Schülern gemacht habe, davon aus, dass ich definitiv auch in das ADS-Spektrum gehöre. In meiner Familie wurde es mittlerweile auch bei mehreren nahen Familienmitgliedern diagnostiziert, was den Verdacht erhärtet.
Ich selbst verspüre bisher keinen Leidensdruck, das testen und diagnostizieren zu lassen, eventuell ändert sich meine Meinung, falls mein zweiter Sohn Anzeichen für ADS zeigt. Beim Großen ist nichts davon zu bemerken und ich bin ehrlich gesagt einfach nur erleichtert, weil ich erlebt habe, wie schwer es gerade für die beiden Verwandten (männlich) war und ist, sich einzufinden und zurechtzukommen. Es sind großartige Menschen, aber jedes Feature dieser Art, das ich nicht weitergebe, lässt mich aufatmen.

Andererseits bin ich fest davon überzeugt, dass wir als Gesellschaft ADSler brauchen, weil diese einfach ganz andere Lösungswege gehen und oft über eine besondere Form von Kreativität im Umgang mit gestellten Aufgaben verfügen. Ich fänd es schön, wenn man weniger versuchen würde, alle Formen von ADS in eine "normale" Form zu pressen, sondern ein Umfeld schaffen würde, in dem sich auch Menschen mit dieser "Begabung" zurechtfinden und klarkommen.

Off-Topic:
Als Beispiel: Ich weiß, dass ganz viele Menschen nicht mit mir dauerhaft auskämen und nie mit mir zusammen sein könnten, weil ich bin, wie ich bin. Mein Mann hat in seinem Leben aufgrund einiger autistischer Züge ähnliche Erfahrungen gemacht. Wir beide ergänzen uns aber nun seit 10 Jahren hervorragend und unterstützen uns da, wo wir jeweils Defizite haben. Nach außen hin wirken wir wie ein ganz normales Paar und irgendwie sind wir das ja auch, auch wenn jeder einzelne von uns seine Schwierigkeiten hat.
 
G
Benutzer Gast
  • #14
...
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
G
Benutzer Gast
  • #15
Unsere Kinderpsychologin erklärte mir hierzu auch, dass die Amerikaner wohl mittlerweile häufiger den Begriff 'Executive Function Disorder' verwenden, weil es eben eher um Probleme in der 'Exekutive' geht, als wirklich um verringerte Aufmerksamkeit.

Passt zu dem, was ihr hier schreibt.
Das trifft es auch bei mir eigentlich sehr gut, bzw. besser. Ich hatte auch als Kind schon immer viele Probleme bei der Sache zu bleiben, weil einfach so viel immer gleichzeitig in den Kopf kam und verarbeitet werden wollte.
Mir hätte es sich damals schon viel geholfen wenn ich gewusst hätte das das nicht einfach nur meine eigene Unruhe und Verpeiltheit war. :smile:
 
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Rosoideae Fragaria
Benutzer147358  (33) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #159
Bei mir hat der Online Test auch ergeben, das ich nicht konzentriert Arbeite und ein starker Hinweis auf ADHS vorliegt.
So von der Art waren auch die Tests in meiner Diagnostik.
Aber zum einen über einen längeren Zeitraum (1-1,5 h). Danach hatte mich die Testerin gefragt ob mich das erschöpft hat, was ich verneinte. Als ich dann im Auto war ist der Stress den dieser Test bei mir ausgelöst hat erst abgefallen und ich habe gemerkt das ich in Wirklichkeit sehr müde war.
Zum anderen sehe ich bei diesem Test mögliche andere Erklärungen, warum man gute oder schlechte Ergebnisse erzielt. Z.B. kann jemand vielleicht besonders gut Kopfrechnen oder kann nicht gut sehen. Die Tests in der Diagnostik waren deutlich umfangreicher und diverser (wenn auch nicht interessanter). Dadurch ist da natürlich auch mehr abgedeckt.

Zu dem "besonders gut Laufen unter Druck/Stress": Man muss da natürlich im Auge behalten dass man als AD(H)Sler gerne in Extreme verfällt. Aber auch wir können Burnout bekommen. Sollte man schon im Auge behalten. Und eigentlich sind ein paar freie Kapazitäten auch wichtig, damit einen unerwartetes nicht direkt raus haut.
Das ist teilweise so ein bisschen mein Problem. Ich liebe dieses High, wenn viel los ist und alles Zack, Zack, Zack geht. Aber ich weiß einfach das es nicht lange gut geht und versuche mich deshalb da immer ein bisschen zu zügeln.
Andererseits hatte ich auch schon Phasen wo ich vor lauter Angst vor dem Down, erst gar nichts angefangen habe. Auch nicht gut.
Ich kämpfe da sehr um den Mittelweg.
 
axis mundi
Benutzer172636  Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #251
Wenn ich das so lesen… naja, den Test habe ich bisher nicht gemacht, da hätte ich einen Account erstellen müssen, oder? 😅
Bei vielem hier nicke ich jedoch.
Fehlende Hausaufgaben haben mich in der Mittelstufe ganz schön runtergezogen notentechnisch, die Leistungen selbst waren weniger das Problem. Soziale Probleme: ja, es sei denn, die Menschen waren deutlich älter oder ähnlich.
Ab der Oberstufe gab es keine Probleme mehr. Hausaufgaben habe ich weiterhin nicht gemacht. Meine Lehrkräfte waren damit meistens einverstanden, der Deal war, dass ich dafür mitmache. Da mir ohnehin langweilig war, konnte ich mich dann aktiv beteiligen. War ok. Ein Lehrer kam damit weniger klar. Ich sollte meine Sachen dann "vorlesen". Nichts lieber als das. Was soll ich sagen? Seine Hausarbeiten haben uns nicht weigergebracht. Am Ende hatte ich 13 Punkte im Abi, danach ging es dann weiter mit 10. War schon amüsant, es war halt niemand gut vorbereitet trotz Teilnahme und Hausaufgaben 😌
Fürs Abi (ja, in Summe für alle Prüfungen) habe ich anderthalb Tage gelernt. 1,x kam dabei raus, war ok.
Im Studium ist es mir auf die Füße gefallen. Da musste ich dann tatsächlich auch erst lernen lernen. Das war schon schwierig, gekrönt von persönlichen Tragödien kam da dann auch der Bruch im Lebenslauf auf diese Weise zustande.
Faszinierenderweise geht es hier anscheinend vielen ähnlich 😅 Diese Häufung finde ich tatsächlich interessant.
 
LULU1234
Benutzer107106  Planet-Liebe ist Startseite
Redakteur
  • #490
Ich habe letzte Woche etwas sehr wichtiges gelernt:
Personen mit Autismus und oft auch mit ausgeprägtem ADHS haben ja bekannterweise ein Problem beim Erlernen von Abläufen (Ordnung halten, Morgens fertig machen, etc). Sie bilden keine Habits, also keine Automatismen. Deshalb ritualisieren sie vieles.
Der Unterschied zwischen Ritual und Habit ist, dass man das Ritual mit Verstand, den Habit aber unterbewusst macht.
Neurotypische Menschen können sich im Halbschlaf im Bad fertig machen. Wenn man ihnen sagt "Putz dir die Zähne", dann macht man das einfach, es ist automatisch abgespeichert in welcher Reihenfolge man welche Bewegung macht. Ebenso so beim Haarewaschen. Man denkt da gar nicht, man macht einfach, seift sich ein, spült die Haare, rasiert die Achseln... Das kann so extrem sein, dass man das Badezimmer betritt, weil man das neue Shampoo ins Regal stellt und aufeinmal auf dem Klo sitzt, weil man das so automatisiert hat.
Autistische Personen haben diese Habits nicht, oder zumindest nur deutlich weniger ausgeprägt. Da muss bei jedem Zähneputzen, bei jedem Toilettengang, bei jedem Duschen und Tasche packen muss jeder Handgriff als aktive Handlung mitgedacht werden und das IMMER - mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Das kostet unglaublich viel Gehirnkapazität und deshalb geht dann auch viel verloren, bzw wird übergangen: Zahnpastatuben bleiben offen, das Klo nicht abgespült, das Portemonnaie vergessen, die Haare nicht gekämmt, die Jacke neben die Garderobe auf die Kommode gelegt, die Schuhe vorm Regel stehen gelassen... Wahlweise leben diese Menschen daher im absoluten Chaos (zerstreuter Professor) oder sind zur Kompensation hyperordentlich und hyper strukturiert (eben sehr ritualisiert), um nicht unter zugehen.

Ich fand das sehr spannend, vielleicht hilft es anderen auch die Familienmitglieder zu verstehen.
 
D
Benutzer186405  (55) Beiträge füllen Bücher
  • #505
Ich habe letzte Woche etwas sehr wichtiges gelernt:
Personen mit Autismus und oft auch mit ausgeprägtem ADHS haben ja bekannterweise ein Problem beim Erlernen von Abläufen (Ordnung halten, Morgens fertig machen, etc). Sie bilden keine Habits, also keine Automatismen. Deshalb ritualisieren sie vieles.
Der Unterschied zwischen Ritual und Habit ist, dass man das Ritual mit Verstand, den Habit aber unterbewusst macht.
Neurotypische Menschen können sich im Halbschlaf im Bad fertig machen. Wenn man ihnen sagt "Putz dir die Zähne", dann macht man das einfach, es ist automatisch abgespeichert in welcher Reihenfolge man welche Bewegung macht. Ebenso so beim Haarewaschen. Man denkt da gar nicht, man macht einfach, seift sich ein, spült die Haare, rasiert die Achseln... Das kann so extrem sein, dass man das Badezimmer betritt, weil man das neue Shampoo ins Regal stellt und aufeinmal auf dem Klo sitzt, weil man das so automatisiert hat.
Autistische Personen haben diese Habits nicht, oder zumindest nur deutlich weniger ausgeprägt. Da muss bei jedem Zähneputzen, bei jedem Toilettengang, bei jedem Duschen und Tasche packen muss jeder Handgriff als aktive Handlung mitgedacht werden und das IMMER - mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Das kostet unglaublich viel Gehirnkapazität und deshalb geht dann auch viel verloren, bzw wird übergangen: Zahnpastatuben bleiben offen, das Klo nicht abgespült, das Portemonnaie vergessen, die Haare nicht gekämmt, die Jacke neben die Garderobe auf die Kommode gelegt, die Schuhe vorm Regel stehen gelassen... Wahlweise leben diese Menschen daher im absoluten Chaos (zerstreuter Professor) oder sind zur Kompensation hyperordentlich und hyper strukturiert (eben sehr ritualisiert), um nicht unter zugehen.

Ich fand das sehr spannend, vielleicht hilft es anderen auch die Familienmitglieder zu verstehen.

Mein großes Kind hat komplexe, selten genutzte Tätigkeiten auch wieder verlernt, zB Purzelbaum. Das macht man mit 10 ja nicht mehr oft, sie kann es nicht mehr. Autisten können auch Fahrradfahren und Co wieder verlernen. Verwandte von mir können nicht Auto fahren, haben aber einen Doktortitel.

Es ist wie mit der Dyskalkulie, die sehr gehäuft bei ADHS auftritt. Es ist ja nicht nur so, dass Zahlen nur ein verwurschteltes Durcheinander sind, wie verknotete Haare, es ist dieses stete immer wieder neu lernen. Dyskalkuliker können sich ja (gewisses) Rechnen auch (hart) erarbeiten, aber - immer wieder neu. Genau für dieses immer wieder neu geht einfach irgendwann die Puste aus, wer möchte sich schon zehnmal im Jahr Grundrechenarten beibringen und wer möchte sich schon permanent die einfachsten Dinge immer wieder neu erarbeiten? Deshalb gibt es ja immer wieder Phasen, in denen einfach nichts mehr funktioniert, weil alles zu mühsam ist, weil die Kraft nicht mehr reicht, weil diese für die einfachsten Dinge verbraucht wird und genau deshalb bekommen so viele unbehandelte Menschen mit ADHS eine Erschöpfungsdepression, weil so viel Kraft in den Alltag gesteckt werden muss und das ganz einfach zehrt und nicht genug Kapazität für die großen Dinge übrig lässt.
 
D
Benutzer186405  (55) Beiträge füllen Bücher
  • #567
Dreizehn Dreizehn
In Ergänzung zu Daylight Daylight

Sehr häufig sind Mädchen und Frauen nicht die typischen Zappelphilippe, mit denen man ADHS verbindet. Die Unruhe z.B. zeigt sich weniger in der Motorik, sondern findet mehr im Kopf statt. Mädchen sind öfter die verträumteren ADHSler.

Ich verlinke das mal zusätzlich:

Natürlich kann man fragen, wie viel ist davon vielleicht Sozialisation? Ich denke z.B., dass die Tatsache, dass deine Tochter auch nach außen hin "formuliert", schlicht damit zu tun hat, dass du es ihr auch einfach zugestehst, dass du sie nicht zwingst, es in sich mit ihr auszumachen. Oder auch, dass du ihr gestattest, sich z.B. zu wehren (die festhaltende Lehrerin).

Es wird sich vielleicht in Jahrzehnten zeigen, wenn eine andere Erziehung Auswirkungen hat, ob sich die männlichen/weiblichen Typen nicht doch mehr ähneln als man denkt.

Es kann aber auch sein, dass alles so bleibt wie es ist, ein Herzinfarkt zeigt sich bei Frauen ja auch ganz anders als bei Männern. Auf jeden Fall ist man auch bei ADHS zu lange von der Normgröße männlich ausgegangen.
 
D
Benutzer186405  (55) Beiträge füllen Bücher
  • #778
Und jetzt geht der Scheiß mit der ADHS-Medikation weiter. Ich hatte echt gehofft, was Wirksames zu bekommen, was ich nicht jeden Tag nehmen muss
ADHS Medikation muss schon kontinuierlich genommen werden. Zumindest ist es sinnvoller.


Hab das Rezept für Atomoxetin jetzt erst Mal mitgenommen. Ob ich es wirklich nehme, weiß ich noch nicht.
Mach das mal. Also es nehmen. Mit mal meine ich natürlich nicht einmal zum testen, sondern solange bis du eine Aussage treffen kannst. Über welchen Zeitraum sollst du auf wahrscheinlich 40mg steigern? Solange würde ich es auf jeden Fall mal versuchen, es sei denn, die Nebenwirkungen sind zu stark.
Mach das, schon deshalb, dass du eine Argumentationsgrundlage hast, aber auch für dich, zur Erfahrung. Ich finde, dass Strattera, darunter fällt Atomoxetin, einen ganz anderen Bereich ansprechen, als Metylphenidate, also BTM Medikamente, aber sie sprechen Bereiche an. Bezüglich Konzentration und ähnlichem wirst du sicher nicht den Effekt haben wie mit Ritalin, Medikinet usw.
Atomoxetin hat z.B. das, was ich hier beschrieben habe, erreicht, nämlich, dass sich 'morgens' immer noch doof anfühlte, aber nicht so wie zehn Kilimandscharos auf mir drauf. Das war schon schön, einfach eine Erleichterung. Es gab auch noch ein paar andere klare Wirkungen, die will ich jetzt aber wegen zu persönlich nicht ausführen. Metylphenidate haben einen ganz anderen Bereich angesprochen, beides zusammen wäre das Beste, nur ein paar Bereiche, sind ja auch schon etwas.
Beim Atomoxetin musst du bitte beachten, dass es anders als die BTM ein Spiegelmedikament ist, die positiven Wirkungen brauchen etwas. Sprich in dieser Zeit auch nochmals mit deinen Ärzten wie die Befürchtung mit dem Risiko beseitigt werden könnte.
Was du auf jeden Fall machen solltest, kauf dir ein Blutdruckmessgerät und miss deinen Blutdruck vor der Einnahme mit Atomoxetin, eine halbe Stunde danach und dann nochmal ein paar Stunden später. Dokumentiere alles. Es ist nämlich leider nicht so, dass Atomoxetin da völlig unproblematisch ist, was den Blutdruck betrifft und darum geht es deinem Arzt wohl auch.
Trotzdem, sei achtsam, aber, probiere das Atomoxetin.
 
Enigma.
Benutzer203678  (54) Verbringt hier viel Zeit
  • #1.215
Ich steh ja noch am Anfang und muss die nächsten 4 Wochen natürlich nach Anleitung vom Arzt dosieren…
Aber entscheidet ihr das eigenständig wann (also Wochenende, Urlaub) ihr die Medikamente einnehmt? (Denn das könnte bei mir in Verbindung mit Zyklus wichtig sein) und Dosierung?
Mein Doc wollte mir auch erst 30 mg Elvanse adult aufschreiben, obwohl er das für mich zu viel fand (ich reagiere auf viele Medis sehr sensibel). Nachdem ich ihm gesagt habe, dass Elvanse "ohne Adult" in allen Dosierungen für Erwachsene zugelassen ist (und er es nochmal kurz gecheckt hat), hat er mir die 20 mg verschrieben.

Ich habe mich auch die 20 mg nicht getraut :seenoevil: und mit 10 mg angefangen. Fand er völlig o.k., so lange ich die besprochene Höchstdosis nicht überschreite. Auch dass ich die Dosierungen nicht nur 7 Tage, sondern teilweise 10-14 Tage oder noch länger genommen habe, bevor ich höher dosiere, fand er gut. Ich habs halt immer offen kommuniziert - auch dass ich mal versehentlich zu viel genommen habe, was mir erst aufgefallen war, als ich so langsam aus dem morgendlichen Halbschlaf erwachte.:sleep:

Laut meinem Doc sollte ich in der Eindosierungsphase die Medis täglich nehmen, um die Wirkung besser beurteilen zu können. Danach hat er mir empfohlen, ab und zu 1-2 Tage Pause zu machen, damit mein Körper sich von den Medis erholen kann. Die Empfehlung ist aber individuell, entsprechend meiner Reaktion auf die Medis, erfolgt.
 
Dreizehn
Benutzer20579  (42) Planet-Liebe ist Startseite
  • #1.224
Ich hatte es hier ja schon beschrieben, als an mich herangetragen wurde (vor einem Jahr??), dass bei K1 Autismus vorliegen würde und bei mir eben auch und ich das natürlich gleich an das Kind weitergegeben habe, war das fürs Kind überhaupt keine neue Information, jaha, wisse es schon seit Jahren, hatte es rumgegoogelt, ertestet, sich total wiedergefunden, besteht kein Zweifel usw. Nur ich habe natürlich nichts bemerkt.
Hast du mit deinem Kind mal offen dadrüber geredet, auch über die damit verbundene Trauer oder Wehmut, die das bei dir auslöst?

Zum einen ist man manchmal eben betrtiebsblind. Zum anderen ist es viel verlangt, die eigene Diagnose bei anderen zu erkennen, wenn man die eigene nicht kennt. :zwinker: Bei uns zu Hause reden alle durcheinander, wechseln die Themen im Sekundentakt, es ist bekannt, dass man hier und da nichts hinstellen darf, weil meine Mutter das nicht erträgt, dass man bestimmte Farben nicht anziehen darf, weil ihr dann schlecht wird, dass mein Vater Antworten gibt, ohne es später zu wissen... mit etwas Abstand denke ich mir mittlerweile, dass da einige Autisten und /oder ADHSler zusammensitzen und dass auch mein Bruder und ich nicht beim Bettenmachen gefunden wurden. :grin: Aber wenn doch alle so sind, ist es auch wieder unser "normal", so sind wir eben.

Was ich vor einem Jahr bewegend fand, als mein Vater sagte, dass er die Sendung mit Torsten Sträter und Kurt Krömer gesehen hatte und er dann sagte: "Dein Bruder hat einfach auch seit Jahren Depressionen und ich habe das nie gesehen und total unterschätzt." Und dabei schaute er total traurig und ich fand es einfach so wichtig in dem Moment, dass er das sieht. Dass er damit auch mich sieht, die seit Jahren die Probleme aufdröselt und Hilfe möchte, während meine Eltern sagen: "Du kennst ihn doch!"

Meine Schwiegereltern haben meinem Mann als Kind Ritalin gegeben. Wir haben jahrelang (!) darüber geredet, ob er ADHS haben könnte, erst danach sagte meine Schwiegermutter irgendwann: "Die Tabletten hattest du als Kind schon". Bis heute null Reflexion dazu, sobald wir das ansprechen, wird das Thema gewechselt. Aus Sicht eines erwachsenen Kindes: Das ist kacke.

Mein Tipp wäre daher, sage deinen Kindern das, was du hier schreibst. Dass du dir diese Gedanken machst, zeigt doch, dass du eine empathische und fürsorgliche Mama bist, die auch nur das Beste wollte - aber es eben damals nicht besser wusste.

Viel schlimmer, als etwas nicht zu wissen, ist aber, starrsinnig daran festzuhalten, dass das "eben so war" und "nicht anders ging". Das machen meine Schwiegereltern nämlich immer und das tut meinem Mann jedes Mal sehr weh. Ein simples "Das war doof" von den eigenen Eltern kann manchmal soviel ausmachen.
 
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D
Benutzer186405  (55) Beiträge füllen Bücher
  • #1.302
Dazu muss man aber auch sagen, dass ich aktuell PMS habe und da meine ADHS-Symptome deutlich schlimmer werden, insofern muss ich vielleicht einfach meine Periode abwarten, um das Medikament besser beurteilen zu können?
In der Periode selbst musst du mit deutlichen Einschnitten in der Wirkung rechnen. Ansonsten, so wie Dreizehn Dreizehn schreibt, es ist zu kurz, um es wirklich beurteilen zu können.
Vor vielen vielen Seiten hatte ich es schon geschrieben, aber hier auch nochmal, viele ADHSler bemerken die positive Wirkung der Medikamente auch oft erst, wenn sie diese absetzen, also quasi im "fehlen". Dafür ist es zu früh für dich, einfach nochmal als Hinweis, dass vieles so "zwischen den Zeilen" wirkt und man nicht vorschnell urteilen sollte. Die Unruhe sollte man natürlich gut im Auge haben. Wenn das irgendwann gar nicht mehr gehen sollte (ich zu früh wie gesagt), dann kann ich auch nochmal als (ganz andere) Alternative Atomoxetin (Strattera) empfehlen. Bringt ziemlich wenig in Richtung Konzentration, Struktur, usw., aber eine deutliche Stimmungsaufhellung, die du ja auch bei Elvanse schätzt.
 
Enigma.
Benutzer203678  (54) Verbringt hier viel Zeit
  • #1.662
Im Supermarkt klappt das so semi. Bei Online-Bestellungen mittlerweile ganz gut ... Ich bin eigentlich schon ein überlegten Mensch. Also eher ADHS-untypisch.
Auch ADHSler sind lernfähig. :zwinker:
Gerade weibliche ADHSlerinnen lernen (aufgrund der vorherrschenden gesellschaftlichen "Normen") im Laufe ihres Lebens, ihre Impulse besser zu kontrollieren und eignen sich Strategien an, um nicht jedem Impuls blindlings zu folgen - was aber unheimlich viel mentale Energie kostet, die dann woanders fehlt.

Und das ist nicht nur bei er Impulskontrolle so, sondern auch bei anderen Problemen.

Von Außen betrachtet habe ich auch kein ADHS: Ich bezahle meine Rechnungen, vergesse keine Termine, bin pünktlich, verbummele/verlege sehr selten was usw. Aber das alles funktioniert nur, weil ich mir im Laufe meines Lebens für jedes einzelne Problem Strategien angeeignet habe, mit denen das klappt. Und wehe, da kommt was dazwischen...

Nur weil solche Dinge heute (meistens) klappen, heißt das trotzdem nicht, dass ich kein ADHS (mehr) hätte. Die Probleme sind ja nicht weg, nur weil ich für mich geeignete Strategien gefunden habe. Die muss ich auch immer wieder anpassen, damit es weiter läuft. Das geht so lange gut, bis irgendwann gar nichts mehr geht. Bei einem früher, beim anderen später.

Und nicht bei jedem ADHSler sind alle Symptome gleich stark ausgeprägt. Dazu kommt noch, dass die Fähigkeit für Kompensation und Masking auch von der Intelligenz abhängig ist. Die Fähigkeit steigt, je intelligenter der Betroffene ist.


Aber es kann schon sein, dass ich das quasi unbewusst trainiert habe. Früher hatte ich öfter Wutausbrüche und habe geredet, ohne nachzudenken. Die Zeiten sind lange vorbei.

Das ist gut möglich.


Oder wäre es besser, einen Termin bei einem Psychiater zu vereinbaren?
Am besten schaust Du erst Mal, wo Du als GKV-Versicherte überhaupt einen Termin für eine Diagnostik bekommst.

Psychologische Psychotherapeuten können und dürfen die Diagnostik auch machen. Es gibt aber leider auch Psychiater, die ADHS-Diagnosen von Psychotherapeuten nicht anerkennen (wollen). Mit ner Diagnose vom Psychiater hättest Du zumindest das Problem nicht.

Und falls Du eine ADHS-Medikation anstrebst, bräuchtest Du spätestens bei Feststehen der Diagnose eh einen Psychiater, der Dir die Medis verschreibt. Auch mit vorhandener Diagnose ist mitunter nicht einfach, jemanden zu finden.
 
Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.695
Eigentlich wollte ich mir erst ein neues Fidget kaufen, wenn ich mein Diagnostikergebnis habe. Leider habe ich beim ersten Diagnostiktermin nach drei Jahren problemlos durch die Welt schleppen in typischer ADHS-Manier meinen Fidget Cube kaputtgekriegt (ich hatte vergessen, dass Dinge dazu tendieren, kaputtzugehen, wenn man sie fallen lässt - was man halt so vergisst). Genau den Gleichen gab es nicht mehr und die anderen Fidget Cubes sind eben nicht mein Fidget Cube, also habe ich jetzt einen Fidget Dodekaeder.

Er ist mir zu groß für meine Hände wie so ziemlich alles auf dieser Welt zu groß für meine Hände ist, aber aus der Hand legen kann ich ihn trotzdem nicht mehr :grin: Es gibt einen Spinner, einen Joystick, Rädchen, Schieberegler, Schalter, verschiedene Knöpfe...
"Normale" Fidget Toys werden mir schnell zu langweilig und sind alle in einer Kiste gelandet, die ich nie hervorkrame (Fidget Spinner, Stressbälle, Schleim etc.), aber Fidget Cubes sind scheinbar genau mein Ding. Jetzt habe ich einen für daheim und einen für unterwegs.
Als nächstes auf meiner Wunschliste stehen stimagz, aber die sind leider ziemlich teuer und es scheint keine gescheiten Dupes zu geben.
Falls ihr noch Tipps für anspruchsvollere stimming toys habt, gern her damit, ich sammle gerade.
 
sanspoil
Benutzer146280  (56) Meistens hier zu finden
  • #1.696
Eigentlich wollte ich mir erst ein neues Fidget kaufen, wenn ich mein Diagnostikergebnis habe. Leider habe ich beim ersten Diagnostiktermin nach drei Jahren problemlos durch die Welt schleppen in typischer ADHS-Manier meinen Fidget Cube kaputtgekriegt (ich hatte vergessen, dass Dinge dazu tendieren, kaputtzugehen, wenn man sie fallen lässt - was man halt so vergisst). Genau den Gleichen gab es nicht mehr und die anderen Fidget Cubes sind eben nicht mein Fidget Cube, also habe ich jetzt einen Fidget Dodekaeder.

Er ist mir zu groß für meine Hände wie so ziemlich alles auf dieser Welt zu groß für meine Hände ist, aber aus der Hand legen kann ich ihn trotzdem nicht mehr :grin: Es gibt einen Spinner, einen Joystick, Rädchen, Schieberegler, Schalter, verschiedene Knöpfe...
"Normale" Fidget Toys werden mir schnell zu langweilig und sind alle in einer Kiste gelandet, die ich nie hervorkrame (Fidget Spinner, Stressbälle, Schleim etc.), aber Fidget Cubes sind scheinbar genau mein Ding. Jetzt habe ich einen für daheim und einen für unterwegs.
Als nächstes auf meiner Wunschliste stehen stimagz, aber die sind leider ziemlich teuer und es scheint keine gescheiten Dupes zu geben.
Falls ihr noch Tipps für anspruchsvollere stimming toys habt, gern her damit, ich sammle gerade.
anspruchsvoll nicht, aber ich mag die Fidgetringe, die man am Finger trägt.
 
Milk&Apple
Benutzer200985  Verbringt hier viel Zeit
  • #1.697
So einen Fidget Cube habe ich auch, auch wenn er mittlerweile ein ziemliches Wrack ist und bald endgültig auseinanderfallen wird. Ein Kumpel schenkt mir zu jedem Geburtstag und jedem Weihnachten einen neuen und ich hab mittlerweile über 10 Stück oder so. Ursprünglich weil er mich vom Nägelkauen abbringen wollte (hat nicht geklappt), aber ich liebe die Dinger trotzdem. Der mit den vielen Funktionen ist natürlich mein Favorit, die anderen sind vergleichsweise langweilig.
 
W
Benutzer180521  Sehr bekannt hier
  • #1.698
Falls ihr noch Tipps für anspruchsvollere stimming toys habt, gern her damit, ich sammle gerade.
Für mich funktionieren Fidget Toys nicht 🥲 Es müssen weiterhin meine Nägel, Lippen oder Haare herhalten, peinlicherweise. Ich weiß aber, dass für manche der Rubiks Cube gut geht. Sobald man die Reihenfolge auswendig kann und ein paar Mal gemacht hat, geht der auch ohne hingucken.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Meistens hier zu finden
  • #1.699
Es gäbe noch Geomags, neu, in OVP auch bei ebay oder Vinted zu finden, sehr robust.
 
Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.700
Da überlege ich auch schon eine Weile, wenn auch nicht die für die Finger, weil alles am Finger mich total irrtiert (inklusive meiner eigenen Fingernägel...). Danke für die Idee.

Für mich funktionieren Fidget Toys nicht
Die allermeisten die ich ausprobiert habe bisher auch nicht. Ich habe aber auch von heute auf morgen mit dem Fingernägelkauen aufgehört, einfach so, und mag es jetzt gar nicht mehr. Das hat mich dazu gezwungen, mich etwas umzusehen. :ninja:

Es gäbe noch Geomags
Da überlege ich jetzt schon länger, ob das keine Alternative zu den stimagz sein könnte, aber die Geomags sollen lauter sein, und Geräusche mag ich nur sehr begrenzt. Ich suche aktuell nach Möglichkeiten, wo ich die mal ausprobieren könnte, um das zu testen.
 
W
Benutzer180521  Sehr bekannt hier
  • #1.701
Das hat mich dazu gezwungen, mich etwas umzusehen. :ninja:
Haargummis sind ja ansonsten mein GoTo😅 nicht bewusst, aber sobald ich das nicht in den Haaren, sondern am Handgelenk habe, ist es auch direkt um meine Finger gewickelt in möglichst kompliziertem Slalom.
 
Nucifraga
Benutzer179251  Meistens hier zu finden
  • #1.702
Fantasy. Fantasy. ich mag die Dinger gerne Fidget-Ringe (geräuscharm) 3 Stk.
Die Gummies gehen bei intensivem Bespielen sehr schnell kaputt aber macht das Ganze fast noch interessanter und war somit kein Großer Verlust.
 
Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.703
So, ich bin jetzt auch ganz offiziell richtig hier, gerade die Diagnose erhalten. Auf die ADHS-schlimmste Art und Weise: Videotelefonat, bei der die Therapeutin meine Ergebnisse ohne visuelle Hilfen heruntermonologisiert und ich mich zusammenreißen muss, ihr nicht zu sagen, dass ich das ja alles schon weiß, nur für den Fall, dass doch irgendwo neue Informationen kommen.
Sie geht zwar davon aus, dass meine Symptome definitiv von ASS und ADHS kommen, weil ich alle diagnostischen Kriterien erfülle (auch die zur Hyperaktivität, das hätte ich nicht gedacht), empfiehlt mir aber trotzdem einen IQ-Test, um da nochmal abgesichert zu sein, weil gerade "schnell gelangweilt" und "tausend Gedanken im Kopf" auch von Hochintelligenz kommen können...Da sehe ich mich aber nicht und IQ-Tests sind absolut neurodiversitätsunfreundlich, also werde ich mir das Geld sparen.

Next step: Eine/n Psychiater/in finden, der sich mit ADHS auskennt und freie Termine hat. Haha. Hahahaha. Ha.
Sie hat zudem empfohlen, nicht mit Medikinet retard, sondern der Einzeldosis anzufangen, gerade, wenn man wie ich nicht frühstückt, aber darauf lassen sich wohl die meisten gar nicht ein. Und das kann man auch nicht unbedingt am Telefon erfragen.

Außerdem hatte ich eigentlich geplant, mir SSRI gegen mein PMDS verschreiben zu lassen, die vertragen Menschen mit ADHS aber scheinbar allgemein nicht so gut und können die ADHS-Symptomatik verstärken, da sind SNRI eine bessere Option, weil bei ADHS neben Dopamin auch Noradrenalin eine Rolle spielt (das war bei mir nicht mehr präsent), die sind aber bei PMDS wieder nur die zweite Wahl.
Das kann die Endokrinologin, bei der ich in ein paar Wochen bin, eher nicht einstellen, und man sollte erst die ADHS-Medikation abwarten, also auch da: Psychiater/in mit Ahnung. Für ADHS und PMDS gleichzeitig.
Sonst noch Wünsche? Die eierlegende Wollmichsau und das Regenbogeneinhorn vielleicht?

So viel zu: "nur noch dieser eine Zyklus, den nächsten musst du das PMDS vielleicht schon nicht mehr ertragen". Nein, wir sind wieder auf Wartelisten. Wie schön. Und danach muss man das ja alles noch mit Therapie glätten und Skills erarbeiten. Und das alles bitte, während ich meine Masterarbeit schreibe. Timing: 1+*

Emotionale Verarbeitung kommt dann vermutlich erst irgendwann, wenn ich die Befunde in den Händen halte. Da ich krank bin musste der Termin heute eine Videosprechstunde sein und ich erhalte die offiziellen Papiere mit der Post. Ich überlege, ob ich sie bitte, mir das per Mail zu schicken, aber vielleicht ist es auch besser, direkt vorm Urlaub nicht noch das auf meiner mental load Liste zu haben und die Verarbeitung zu vertagen (und mein Autismus so: Nein, du musst das jetzt wissen, Unsicherheit ist doof. Ich lieb's).
Immerhin glaube ich nicht, dass ich an der Diagnose zweifeln werde, weil wir das zweite Interview nicht mehr vollständig geschafft haben - überall weit über dem Grenzbereich drüber ist auch so aussagekräftig genug.
Was mich sicher verfolgen wird, ist der Teil über meine Kindheit. Da hatte ich Sorge, dass in der Kindheit nicht genug Hinweise zu finden sind, aber nope, voll über der Grenze.
Und dass ich in der Fremdbeurteilung noch adhsiger weggekommen bin als in meiner eigenen Beurteilung...ich bin müde. Reicht jetzt auch.
 
Enigma.
Benutzer203678  (54) Verbringt hier viel Zeit
  • #1.704
Herzlich willkommen im Club Fantasy. Fantasy. Verstehe ich voll, dass Du die Ergebnisse jetzt UNBEDINGT und SOFORT schwarz auf weiß haben willst. :upsidedown: Auch wenn du sie dann hast, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis Du es WIRKLICH glaubst. :zwinker: Ich musste ne ganze Weile immer mal wieder auf den Arztbrief schauen, ob das da wirklich drin steht. :whistle:

mir SSRI gegen mein PMDS verschreiben zu lassen, die vertragen Menschen mit ADHS aber scheinbar allgemein nicht so gut
Das kann man nicht verallgemeinern. Ich nehme jedenfalls ein SSRI und habe (fast) keine Probleme damit. Das einzige Problem, was ich damit habe, ist eine schleichende Gewichtszunahme, die sich über die Zeit jetzt doch so weit summiert hat, dass ich mich mit dem Gewicht nicht mehr wohl fühle. Absetzen will ich das SSRI aber eigentlich nicht - dafür gehts mir zu gut damit. Meine ADHS-Symptome verstärkt es jedenfalls nicht.

nicht mit Medikinet retard, sondern der Einzeldosis anzufangen
Das Problem ist, dass die "Einzeldosis", also unretardiertes Methylphenidat nicht für Erwachsene zugelassen ist. Das wäre dann off label und deswegen verschreiben es viele Ärzte nicht. Für Erwachsene sind leider nur Retard-Medikamente zugelassen. Der Vorteil von Medikinet retard ist, dass es davon 5 mg-Dosen gibt. Alle anderen fangen erst bei 10 mg an. Der Nachteil ist halt, dass man vor jeder Einnahme ordentlich was essen muss.

Ich würde das Problem zwar beim Endokrinologen ansprechen, aber es zuerst das SSRI probieren, wenn er es für vertretbar hält. Im Zweifel bist Du da mit der Einstellung eher durch, als Du einen "brauchbaren" Psychiater gefunden und auch noch einen Termin bekommen hast. Und die Einstellung auf ADHS-Medis kann auch dauern. Ich habe fast 6 Monate gebraucht, um "mein" Medi in meiner Dosis zu finden, was durchaus ein üblicher Zeitrahmen ist.
 
Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.705
Das kann man nicht verallgemeinern.
Nein, aber ich habe letztes Jahr mal eine Escitalopram genommen und es hat mich in die Hölle und zurück geschickt, drei Tage lang. Weshalb meine Therapeutin der Meinung war, das könnte bei mir so sein.
Und ob die Endorkinologin das dann gescheit einschätzen kann, wie hoch das Risiko ist, weiß ich nicht. Werden wir sehen.
Der Nachteil ist halt, dass man vor jeder Einnahme ordentlich was essen muss.
Und genau das sehe ich bei mir nicht passieren. Eine Kleinigkeit frühstücken vielleicht, alles andere: not gonna happen. Das hat nichts mit "ich will nicht" zu tun, es ist einfach so, dass das vielleicht ein paar Wochen lang gutgeht und ich es dann wieder schleifen lasse. Ist gerade aber vermutlich noch zweitrangig.
 
Enigma.
Benutzer203678  (54) Verbringt hier viel Zeit
  • #1.706
eine Escitalopram
Wie hoch war denn die Dosis?
Sehr sensible und paradoxe Reaktionen auf Medikamente (auch schon bei sehr geringen Dosen) kommen bei ASS wohl häufig vor. Sollte man immer auf dem Schirm haben.

Manchmal hilft es, wirklich ganz klein anzufangen und langsam zu steigern. Ich habe zwar keine ASS-Diagnose, bin aber auch ein Medikamentensensibelchen. Mein Psychiater hat mir Escitalopram als Tropfen verschrieben und dann habe ich tropfenweise eindosiert - angefangen mit einem Tropfen (= 1 mg) und nur alle 3-4 Tage erhöht, bis ich bei 5 mg angekommen war. Dabei bin ich ein paar Wochen geblieben und dann wieder tropfenweise auf 10 mg gegangen. Die nehme ich immer noch.

Bei den ADHS-Medis brauche ich auch nur sehr wenig. Die Psychiaterin von meinem Sohn erzählte mir gestern, sie hätte kürzlich mit einem Kollegen gesprochen, dem aufgefallen war, dass hochfunktionale erwachsene ADHSler oft nur sehr geringe Dosen von ADHS-Medikamenten brauchen und höhere Dosen als eher unangenehm empfinden. Bei mir würde das schon mal zutreffen.


dass das vielleicht ein paar Wochen lang gutgeht und ich es dann wieder schleifen lasse
Man kann ja auch mit Medikinet retard anfangen und dann auf was anderes wechseln, wenn man bei 10 mg angekommen ist. Dann hat man das Problem mit der Futterei nur vorübergehend.
 
oOmuffinOo
Benutzer113048  Sehr bekannt hier
  • #1.707
Bei den ADHS-Medis brauche ich auch nur sehr wenig. Die Psychiaterin von meinem Sohn erzählte mir gestern, sie hätte kürzlich mit einem Kollegen gesprochen, dem aufgefallen war, dass hochfunktionale erwachsene ADHSler oft nur sehr geringe Dosen von ADHS-Medikamenten brauchen und höhere Dosen als eher unangenehm empfinden. Bei mir würde das schon mal zutreffen.
DAs ist mit ein Grund, dass ich - zumindest mit den Stimulanzien - erstmal aufgegeben habe. Gibt ja noch Medis, die keine Stimulanzien sind, das probiert ich vielleicht nochmal.
Jetzt laufe ich seit 4 Wochen mit einem Rezept für Ergotherapie rum...ist vermutlich schon abgelaufen, konnte mich aber nie aufraffen einer spezialisierten Praxis zu schreiben...

Fantasy. Fantasy. Bei Erwachsenen ist inzwischen eigentlich Elvanse, also Lisdexamfetamin, eher Mittel der Wahl. Wirkt auch etwas besser und gleichmäßiger, wenn man vor/zur Einnahme isst, aber es geht da explizit auch ohne Frühstück. Anscheinend auch Laien-praktisch erprobt: Kapseln teilen und so kleinere und Zwischendosen erreichen (in Wasser auflösen und in Spritzen aufziehen und i mKühlschrank lagern. Kann man dann einfach trinken.)

eine Escitalopram genommen
Eine einzige?! Ehrlich gesagt finde ich das nicht gerade aussagekräftig. Würde das im Zweifel ehrlich gesagt nochmal ausprobieren, mit der geringstmöglichen Dosis und ein/zwei Wochen durchhalten.
 
Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #1.708
Sehr sensible und paradoxe Reaktionen auf Medikamente (auch schon bei sehr geringen Dosen) kommen bei ASS wohl häufig vor. Sollte man immer auf dem Schirm haben.
Ja, deshalb versuche ich neue Medikamente auch zu vermeiden, aber bei meinem PMDS gehen mir langsam die Optionen aus und das ADHS ist jetzt auch nicht gerade hilfreich. Ich muss mir dazu ein paar fachkundige Meinungen einholen und entscheide dann. Leider wissen die meisten im medizinischen Bereich sowas gar nicht und ich muss jedes Mal Aufklärungsarbeit leisten.

Bitte nicht zitieren:
Ja. Ich hatte von einer einzigen Tablette drei Tage lang richtig, richtig heftige Symptome, die ich hier nicht weiter ausführen werde. Ich habe nach diesen drei Tagen über eine Woche gebraucht, um wieder auf die Beine zu kommen, ich ertrage das nicht einen einzigen Tag länger. Wenn andere das irgendwie schaffen: Respekt.
geringstmöglichen
Es war die geringstmögliche Dosis, zu der sich meine Hausarztpraxis hat bereitschlagen lassen (10mg, was für PMDS soweit ich weiß sehr hoch ist). Als ich die von Enigma. Enigma. erwähnten Tropfen ansprach, hieß es, sowas gebe es gar nicht, und wenn meine Symptome zu schlimm seien sollte ich halt einfach in die Notaufnahme gehen. Dann habe ich meine Gyn gefragt, die wusste es nicht, wollte sich informieren, hat das aber nie getan.
Dann dachte ich, die Endokrinologin könnte das auch verschreiben, und jetzt wird es wohl direkt der Psychiater werden, sofern sie sich da nicht sehr gut auskennt.
Ich muss nicht mit dem Kopf durch die Wand Nebenwirkungstopfschlagen spielen, wenn es noch durchdachtere Optionen gibt. Ich lebe mit alldem schon so lange, ein paar Runden mehr oder weniger sind das geringere Risiko, damit kann ich immer noch besser umgehen als mit gravierenden Nebenwirkungen.
(Und ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass ich am Ende gar keine Medis vertrage, aber dann habe ich es zumindest versucht - im Rahmen dessen, was ich noch verantworten kann.)

Danke für die Ideen, dann habe ich immerhin mehrere Optionen im Hinterkopf, die ich abfragen kann.
 
Enigma.
Benutzer203678  (54) Verbringt hier viel Zeit
  • #1.709
Kein Wunder, dass es Dir damit dreckig ging. :eek: Das ist meine Enddosis (bei mittelschwerer Depression+PTBS). Hat die Ärztin noch nie was davon gehört, dass man bei Antidepressiva generell mit niedriger Dosis anfängt und langsam erhöhen soll? Escitalopram gibts z.B. auch als 5 mg Tabletten. Die gibts ja nicht grundlos. Genauso wenig wie die Tropfen.
 
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