Ablauf einer Trauerfeier?

Benutzer18029 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo!

Würde gerne mal was wissen, gibt ja evtl. welche, die damit persönliche Erfahrung haben... Vor kurzem ist ein Postdoc aus unserer Forschungsgruppe überraschend gestorben und übermorgen soll die Trauerfeier sein. Mein Doktorvater meinte, es wäre doch sehr angebracht wenn ich auch da hingehe, und im Grunde denke ich auch, dass ich es ihm schuldig bin da ohne ihn und seine Mitarbeit meine Doktorarbeit wohl immer noch nicht fertig wäre. Wäre irgendwie nicht richtig, da fernzubleiben. Ich weiß allerdings nicht so recht, was mich da erwartet. Es ist nämlich so, dass die Trauerfeier im Beerdigungsinstitut stattfinden soll, bevor der Sarg zum Friedhof gebracht wird. Dort wird er dann eingeäschert und beigesetzt. Ich hab noch nie davon gehört, dass eine Trauerfeier nicht auf dem Friedhof (bzw. der Friedhofskapelle) und vor der eigentlichen Bestattung stattfindet. :hmm: Bei meinem Vater (dessen Leichnam auch eingeäschert wurde) war das auch anders, die Trauerfeier fand direkt vor der Beisetzung statt. Wenn so eine Trauerfeier nun aber vorher und im Beerdigungsinstitut stattfindet, wie läuft das dann ab? Ist das dann irgendwie anders vom Ablauf? Ist da z.B. überhaupt ein Priester anwesend oder sagen dann nur die Angehörigen bzw. Trauergäste etwas über den Verstorbenen? (ich wüsste gar nicht was ich sagen soll wenn ich aufgefordet würde, so gut hab ich ihn ja nun auch nicht gekannt) Und ist dann bei sowas der Sarg offen, damit man sich vom Toten "verabschieden" kann? Das fände ich ein wenig, nun ja, unheimlich. :eek: Ach, und bringt man da üblicherweise etwas mit, Blumen oder so?

Wäre nett wenn mir da jemand ein paar Tipps geben könnte der schon bei sowas dabei war. :confused: Mein Doktorvater war auch etwas ratlos und meinte auch, von einer solchen Art von Trauerfeier hätte er noch nie was gehört.

Vielen Dank schonmal!

Dirac
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich war erst vor kurzem bei einer Trauerfeier, die zwar in der Friedhofskapelle stattfand, aber bevor der Leichnam verbrannt und später im engsten Familienkreis beigesetzt wurde.

Das lief insgesamt genau so ab wie eine "normale" Trauerfeier bis auf die Sache, dass der Sarg oder die Unre eben nicht anschließend beigesetzt wird.

Oftmals steht in der Traueranzeige die Bitte, von Blumen und Kränzen und/oder persönlichen Beileidsbekundungen am Grab, bzw. im Anschluss an die Trauerfeier abzusehen. Wenn nichts dergleichen da steht, ist Beides wohl nicht unerwünscht, was aber noch lange nicht heißt, dass man es machen muss.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Wenn die Trauerfeier im Beerdigungsinstitut stattfindet kann trotzdem ein Priester oder eine ähnliche Person einige Worte sagen. Ich habe noch nie mitbekommen dass von einem erwartet wird aus dem Stegreif eine Totenrede zu halten, d.h. ich würde mir diesbezüglich keine Sorgen machen.

Ob der Sarg noch geöffnet wird hängt von der Trauerfamilie bzw. vom Zustand des Verstorbenen ab. Häufig liegt der Sarg schon vor der Beerdigung "zur Besichtigung" auf, so dass das dann bei der Trauerfeier selbst nicht mehr gemacht wird.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Häufig liegt der Sarg schon vor der Beerdigung "zur Besichtigung" auf, so dass das dann bei der Trauerfeier selbst nicht mehr gemacht wird.
So kenne ich das auch: Vor der Trauerfeier steht der Sarg offen in einem Nebenraum, wo man sich noch mal vom Toten verabschieden kann. Kurz vor Beginn wird der Raum und der Sarg geschlossen und der Sarg kommt in die Friedhofskapelle (oder in diesem Fall eben den Raum für Trauerfeiern im Bestattungsinstitut).
 

Benutzer18029 

Verbringt hier viel Zeit
Oftmals steht in der Traueranzeige die Bitte, von Blumen und Kränzen und/oder persönlichen Beileidsbekundungen am Grab, bzw. im Anschluss an die Trauerfeier abzusehen. Wenn nichts dergleichen da steht, ist Beides wohl nicht unerwünscht, was aber noch lange nicht heißt, dass man es machen muss.
Traueranzeige hab ich ja keine gesehen, mein Doktorvater hat mich darüber informiert und ihm hat wohl die Ehefrau des Verstorbenen Bescheid gesagt.
Da ich mir mit Blumen etc. unsicher war, aber auch nicht mit leeren Händen erscheinen wollte, hab ich jetzt so eine Trauerkarte (nennt man das so? :ratlos: ) gekauft, wo "Aufrichtige Anteilnahme" draufsteht. Und ich überleg mir noch etwas, das ich reinschreibe. Das kann man ja dann auch anstatt Blumen oder Kranz oder dergleichen neben den Sarg stellen, dachte ich mir. Oder war das irgendwie eine bescheuerte Idee? :hmm:

Vor der Trauerfeier steht der Sarg offen in einem Nebenraum, wo man sich noch mal vom Toten verabschieden kann. Kurz vor Beginn wird der Raum und der Sarg geschlossen und der Sarg kommt in die Friedhofskapelle (oder in diesem Fall eben den Raum für Trauerfeiern im Bestattungsinstitut).
OK, danke. Finde ich beruhigend. :smile: Mit offenem Sarg während der Feier würde ich mich doch unwohl fühlen. :confused: (Eigentlich blöd, er ist ja einfach nur tot und kein Monster oder so vor dem man sich fürchten muss. :ashamed: )

Ich hatte auch nochmal ein wenig gegoogelt und bin irgendwann auf den Begriff "Weltliche Trauerfeier" gestoßen. Sowas scheint das ja zu sein. Und da ist dann wohl kein Priester anwesend, aber ein hauptberuflicher Trauerredner (nie davon gehört bisher, dass es so etwas als Beruf gibt), der die Totenrede hält. Na ja, bin mal gespannt wie das abläuft morgen... Und bin ehrlich gesagt auch froh, wenn es dann vorbei ist. :ashamed:
 

Benutzer30569 

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Trauerfeiern direkt beim Bestatter laufen fast genauso ab, wie auf einen Friedhof. Bei einer Trauerfeier mit anschließender Einäscherung bleibt der Sarg (geschlossen) in der "Kapelle" (Trauerhalle) stehen. Er wird anschließend mit einen Leichenwagen zum Krematorium gefahren.
Dort wird dieser wahrscheinlich innerhalb der nächsten 3-4 Tage eingeäschert, sprich unter enormer Hitze verbrannt. Es bleibt so gut wie nichts übrig. Künstliche Gelenke überleben das Prozedere und werden weiter verwertet. Goldzähne zum Beispiel, trotzen der Hitze nicht und lösen sich quasi in Luft auf :zwinker: bzw. wandern angeblich durch den "Filter".
Der mickerige Rest der "Asche" wird noch eine kleine Steinplatte mit Nummer beigefügt. So ist der Verstorbene im nachhinein noch für eine Zuordnung möglich. Dann wird die Urne verkapselt und verschlossen. Die meisten Leute kaufen zusätzlich noch eine Überurne (Schmuckurne). Diese sind aus verschiedensten Materialien.

In Deutschland wird die Urne immer noch beigesetzt. Leider ist es immer noch nicht möglich (wie in anderen Ländern) die Urne des Verstorbenen mit nach hause zu nehmen. In anderen Ländern kann man unter enormen Druck sich aus den Überresten einen "Diamanten" pressen lassen und beispielsweise als Ring weiterverarbeiten. Das ist in Deutschland so nicht möglich (nur über Umwege).
 
M

Benutzer

Gast
Trauerfeiern direkt beim Bestatter laufen fast genauso ab, wie auf einen Friedhof. Bei einer Trauerfeier mit anschließender Einäscherung bleibt der Sarg (geschlossen) in der "Kapelle" (Trauerhalle) stehen. Er wird anschließend mit einen Leichenwagen zum Krematorium gefahren.
Dort wird dieser wahrscheinlich innerhalb der nächsten 3-4 Tage eingeäschert, sprich unter enormer Hitze verbrannt. Es bleibt so gut wie nichts übrig. Künstliche Gelenke überleben das Prozedere und werden weiter verwertet. Goldzähne zum Beispiel, trotzen der Hitze nicht und lösen sich quasi in Luft auf :zwinker: bzw. wandern angeblich durch den "Filter".
Der mickerige Rest der "Asche" wird noch eine kleine Steinplatte mit Nummer beigefügt. So ist der Verstorbene im nachhinein noch für eine Zuordnung möglich. Dann wird die Urne verkapselt und verschlossen. Die meisten Leute kaufen zusätzlich noch eine Überurne (Schmuckurne). Diese sind aus verschiedensten Materialien.

In Deutschland wird die Urne immer noch beigesetzt. Leider ist es immer noch nicht möglich (wie in anderen Ländern) die Urne des Verstorbenen mit nach hause zu nehmen. In anderen Ländern kann man unter enormen Druck sich aus den Überresten einen "Diamanten" pressen lassen und beispielsweise als Ring weiterverarbeiten. Das ist in Deutschland so nicht möglich (nur über Umwege).

Wow, bist du Bestatter? ^^
 

Benutzer18029 

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Also, das ganze war eine russisch-orthodoxe Feier, der Verstorbene war ja auch Russe. Deswegen fand das wohl auch beim Bestatter statt und nicht auf dem Friedhof, haette ich gleich drauf kommen koennen. Insofern war es auch ganz anders als man es sonst kennt, der Priester (ja, war doch einer da) hat die ganze Zeit auf Russisch irgendwelche Gebete und Segenssprueche gesungen, so etwas wie eine Totenrede gab es nicht (oder das war in dem Gesang enthalten, keine Ahnung). Am Ende konnte dann jeder nochmal am Sarg (der verschlossen war) Abschied nehmen und evtl. mitgebrachte Dinge ablegen. Ausser mir hatte nur eine Person etwas dabei (Blumen), die anderen alle nichts was mich irgendwie ueberraschte. :ratlos: (Wobei einer der Professoren wohl vor der Feier irgendwas uebergeben haben soll.) Und mein Doktorvater ist nichtmal zum Sarg gegangen sondern einfach nur vor seinem Platz stehen geblieben, als einziger. Na ja, jedem das Seine, fand ich unpassend aber geht mich ja andererseits nix an. :hmm: (Genauso wie das rosa Hemd von einem der Professoren, wie kann man sowas zu einer Trauerfeier anziehen? :schuettel: )
 

Benutzer30569 

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Deswegen fand das wohl auch beim Bestatter statt und nicht auf dem Friedhof

In einigen Bundesländern ist es Bestattern durchaus erlaubt eine Trauerfeier in eigenen Räumlichkeiten abzuhalten. Egal welcher Konfession man angehört hat. Pastoren, wie auch Redner können hier anwesend sein. Gelegentlich leiten die Bestatter selber das Geschehen.

Also, im Land Bremen darf jeder Bestatter seine eigene Kapelle auf die Beine stellen und dort Feiern ausführen.

---------- Beitrag hinzugefügt um 12:01 -----------

Wow, bist du Bestatter? ^^

Ich war :zwinker: Habe das ein paar Jahre gemacht. Das volle Programm :grin:
 
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