Abhängigkeit in der Beziehung

Benutzer111531 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo Leute.

Ich habe ein Problem, welches mir schon länger bewusst ist. Ich dachte aber ich würde schon allein damit zurechtkommen. Doch jetzt denke ich, dass ich Hilfe brauche.

Zu mir. Ich bin seit einem Jahr in einer Beziehung und bin wirklich glücklich mit ihm. Wir verstehen uns super und es ist einfach nur schön mit ihm. Wir leben aber mehr oder weniger in einer Fernbeziehung ( eher weniger) wir wohnen etwa eine Autofahrtstunde voneinander entfernt. Da ich aber mein Studium in seiner Stadt mache, sehen wir uns unter der Woche eigentlich jeden zweiten Tag und manchmal auch am Wochenende. Ich habe aber in diesem Jahr gelernt das ich ein Porblem habe, und zwar bin ich ziemlich abhängig von ihm. Wenn wir uns für zwei drei Tage nicht sehen, sterbe ich fast vor Sehnsucht. Ich bin dann so traurig und vermisse ihn so sehr, das ich schlussendlich immer alleine Zuhause sitze und rumheule. Ich bin sowieso ein eher anhänglicher Mensch und brauche viel Liebe und Zuneigung. Womit mein Freund auch kein Problem hat. Doch ich weiss dass diese Situation früher oder später eien Belastung für diese Beziehung werden kann. Denn jedes mal wenn wir uns am Wochenende nicht sehen werde ich traurig und sauer, weil er nicht bei mir ist. Und selbst wenn ich versuche abends auszugehen, kann ich es trotzdem nicht geniessen, da ich die ganze Zeit an ihn denke, und denke wie schön es doch wäre wenn er hier wäre. Ich weiss dass das ungesund ist, und ich versuche wirklich das zu ändern und "abzustellen" doch es gelingt mir einfach nicht.

Vielleicht kann mir ja jemand Ratschläge geben, oder beschreiben was ihm/ihr geholfen hat, wenn jemand von euch in der selben Situation war. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt zu einem Therapeuten zu gehen...
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Was macht dein Freund denn, wenn ihr euch nicht seht? Trifft er Freunde? Geht er seinen Hobbies nach? Hast du keine Hobbies? Hast du keine Freunde, die du hin und wieder treffen möchtest?
Habt ihr euch denn überhaupt noch etwas zu erzählen, wenn ihr euch oft seht?

Du musst lernen, dass dein Partner dich auch liebt, wenn ihr eben nicht jeden Tag zusammen verbringt. In diesem Zusammenhang gilt auch dieses Sprichwort:

Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir.

Nachdem du meinst, dass du abhängig bist, gehe ich davon aus, dass du passiv agierst und immer darauf wartest, ob dein Partner Zeit hat. An deiner Stelle würde ich meine Zeit-/Wochenplanung nicht vom Partner abhängig machen, sondern zum Sport gehen, mit Freunden treffen, mir allein einen schönen Abend gönnen etc pp. Du solltest auch in der Lage sein, mit dir allein zurecht zu kommen und eine schöne Zeit ohne deinen Partner haben zu können. Wenn du dann deinen Partner wieder siehst, dann kannst du von deinen schönen Momenten berichten und eure Beziehung wird davon profitieren und dein Freund sich freuen, eine ausgeglichene Freundin zu haben. Und ich finde auch, dass man als Partner ruhig auch akzeptieren kann, dass der andere Part Hobbies hat, Zeit für sich braucht etc. und ihm den Freiraum hinsichtlich dessen lassen kann. Der Partner wird es einem danken und man kann sich für den Partner freuen, dass er gerade was Gutes für sich tut ohne den anderen.

Nichtsdestotrotz ist es wichtig, die Gründe für deine Abhängigkeit zu erörtern. Hast du kein gutes Selbstbewusstsein? Bist du eifersüchtig? Hast du schlechte Erfahrungen mit anderen Männern oder in zwischenmenschlichen Beziehungen gemacht?

Ich finde es gut, dass du dein Problem erkennst und es in Angriff nehmen willst. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass du nochmal das Nähe-Distanz-Verhältnis von deinem Freund und dir überprüfen solltest. Seid ihr da überhaupt auf einer Wellenlänge? Geht das langfristig zusammen?
 

Benutzer91008  (34)

Sehr bekannt hier
Ich stimme NoirDesir zu mit dem was sie schreibt, auch wenns dir noch so schwer fällt wenn du weist das ihr ein Wochenende nicht gemeinsam verbringt mach schon einige Tage vorher fixe Treffen mit Freunden-
somit hast du schon eine fixe Verabredung und es fällt dir schwerer ins Selbstmitleid zu verfallen.
 

Benutzer146317 

Sorgt für Gesprächsstoff
Naja, aber ich denke, die TE weiss schon selbst, das Ablenkung gut für sie wäre.
Aber sie schreibt ja, das, selbst wenn sie sich ablenkt,die Gedanken nur um ihn kreisen.

Mmn ist es wichtig, das man außer dem Partner noch andere Hobbies hat.
Was hast du denn alles so gemacht, bevor du ihn kennen gelernt hast?

Versuch doch mal, dich daran zu erinnern, was du in deiner Freizeit wirklich gerne getan hast, wobei du echt Spaß hattest.
Momentan scheint er ja dein einziger Lebensmittelpunkt zu sein.

Ich finde, auch wenn man vergeben ist, schadet es nicht, feste Zeiten für Freunde einzuplanen oder auch mal Zeit ganz für sich alleine. Aber ich geniess es sowieso auch mal alleine zu sein.
Ich weiss, manche ticken da anders, die verbringen auch gern ihre ganze Zeit mit dem Partner.

Aber versuch doch, wenn ihr euch mal ein paar Tage nicht seht, nicht zu leiden, in dem du denkst: "Toll, jetzt dauert es soo ewig bis ich ihn wiederseh", sondern versuch doch, dich in der Zeit darüber zu freuen, auf den Moment wenn ihr euch wiederseht.

Lg
 

Benutzer111531 

Verbringt hier viel Zeit
Danke für eure Antworten!

Hmm. Ja mir ist bewusst, dass ich mich ablenken sollte, ich habe auch wieder angefangen in eine tanzgruppe zu gehen und ich wohne zurzeit sowieso mit meiner Cousine zusammen, also ist es nicht so, dass ich gar keine Ablenkung hätte. Und ein zwei tage ohne ihn geht super, doch beim 3. Tag fängt es schon an. Ich habe das auch schon versucht fixe Sachen am wochenende zu verabreden, doch auch wenn ich dann an einem Fest bin, fängt dieser Gedankengang dann wieder von vorne an. Jetzt gerade versuche ich auch so wenig wie möglich bei ihm zu sein, um mich vielleicht so an die Abwesenheit zu gewöhnen. Und nicht das ihr denkt das ich eine bin, die die ganze Zeit bei ihrem Freund sein will, Paradoxerweise möchte ich das gar nicht. Mir ist es wichtig das wir beide noch Freunde und Dinge ausserhalb der Beziehung haben. Doch leider kann ich meine Gedankengänge nicht mit meinen Gefühlen verbinden. Wie man so schön sagt, Gefühle sind irrational.

Ich weiss nicht ob ihr mich versteht, ist nicht ganz einfach meinen Gedanke zu folgen...
 

Benutzer154123 

Benutzer gesperrt
Hallo s ayapo! Ich finde es toll, dass du dir dein Problem bewusst machst und daran arbeitest! Ich finde, deine idee mit dem Therapeuten ist keine schlechte. Sie kann dich nämlich in deiner Entwicklung unterstützen. Vielleicht hast du Verlustangst - du vermisst ihn also deswegen so doll, weil du Angst hast, dass er nie wieder zurückkommt. Dies ist eine sehr tiefe Angst, und es ist nicht einfach, sie allenie zu bewältigen. So grob gesagt: müssen zwei Sachen stimmen, damit du was dagegen machen kannst:

1. Du musst glücklich sein, auch wenn er nicht da ist. Dafür musst du dich selbst und deine Bedürfnisse und Wünsche sehr genau kennen.

Auch bewusst die Sachen genießen, die du ohne ihn machst, kann helfen (anfangs ist es schwer, aber je öfters man sich bewusst über etwas freut, desto einfacher und selbstverständlicher wird es. )

Und wenn wieder der Gedanke kommt "Ich kann nicht ohne ihn.", ersetze ihn durch "Ich kann ohne ihn. Und mir geht es gut". Versuche wirklich daran zu glauben und Gründe zu finden, warum das so ist - auch da immer wieder, bis es sich bei dir im Unbewussten annistet.

2. Du musst aus Erfahrungen lernen, dass auch wenn er nicht physisch bei dir ist, er trotzdem emotional bei dir ist und auf jeden Fall zurückkommen wird. Sage es dir jedes Mal: "ok, heute kann er im Moment nicht bei mir sein. Aber Morgen/übermorgen, oder wann auch immer ihr euch das nächste Mal seht, wird er ganz sicher da sein!" Und wenn er dann auch wirklich kommt - "siehst du, da ist er wieder. die Angst war grundlos. ich brauche sie nicht mehr zu haben"

Ich wünsche dir viel Glück dabei! :smile2:
 
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Benutzer133456  (49)

Beiträge füllen Bücher
Madame Tahini und ich sehen einander oft monatelang nicht, weil sie beruflich viel in China ist. Wir haben folgende Massnahmen ergriffen:
  • wir besitzen Stellvertretertierchen, die auf Couch und Bett die Praesenz des anderen symbolisieren
  • wir besitzen Fotoblogs, die wir jeden Tag fuettern, so dass wir immer die Tageseindruecke des anderen sehen koennen
  • wir haben jeden Morgen ein festes Kaffeeskype
 

Benutzer154123 

Benutzer gesperrt
  • wir besitzen Stellvertretertierchen, die auf Couch und Bett die Praesenz des anderen symbolisieren
  • wir besitzen Fotoblogs, die wir jeden Tag fuettern, so dass wir immer die Tageseindruecke des anderen sehen koennen
  • wir haben jeden Morgen ein festes Kaffeeskype

Das sind wirklich tolle Ideen! :smile2::thumbsup:
 
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