Mein Warten hat sich gelohnt

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Mit 27 Jahren mein „Erstes Mal“ erlebt zu haben, weist mich auf dieser Seite beinahe als „Dinosaurier“ aus. Doch zur Sexualität gehört meiner Ansicht nach eine gewisse Reife, die ich einige Jahre früher noch nicht hatte. Während meiner Schulzeit hatte ich viele schlechte Erfahrungen besonders mit Jungs sammeln müssen, die mich anderen Menschen und vor allem Männern gegenüber sehr misstrauisch werden ließ. Ich umgab mich mit einer Art imaginären „Schutzmauer“, die niemand einzureißen vermochte, bis er in mein Leben trat.Mein Studium hatte ich inzwischen erfolgreich beendet und trat meine erste Arbeitsstelle bei einem kleinen Verlag an. Der Verlagsleiter stellte mich im Besprechungszimmer den anderen Kollegen vor. Beim Händeschütteln muss ich irgendwie meinen Schlüssel aus der Hand gelegt haben. Das merkte ich allerdings erst eine Weile später. Ich hastete zurück zum Besprechungszimmer und bin mit ihm an der Tür zusammengestoßen. Er hatte mich wegen des großen Bücherstapels, den er trug, nicht gesehen und ich ihn in meiner Eile übersehen. Die Bücher landeten auf dem Boden. Sogleich entschuldigte er sich bei mir. Mir war die Sache so peinlich, dass ich kein Wort herausbrachte. Ich half ihm beim Aufsammeln der Bücher und dabei passierte es - dieser eine kleine, aber entscheidende Moment, der ein Leben verändern kann: Unsere Blicke trafen sich - ich habe noch nie zuvor so wahnsinnig tolle braune Augen gesehen. Ihm schien es ähnlich zu gehen. Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis wir unsere Blicke von einander lösen konnten. Ich gab ihm die Bücher, murmelte eine Entschuldigung und machte mich, so schnell es ging, davon. Doch diese Augen konnte ich nicht vergessen. Leider hatte ich wegen dieses Zwischenfalls meinen Schlüssel immer noch nicht zurückbekommen. Am nächsten Tag stand ich bereits um sieben wie bestellt und nicht abgeholt vor dem Verlagsgebäude und konnte nicht rein. Nach etwa fünf Minuten hörte ich hinter mir eine Stimme: „Suchen Sie zufällig den hier?“ Ich erkannte die Stimme von gestern sofort wieder. Er war es. Er gab mir den Schlüssel und sagte: „Sie sind wohl ein kleines Schusselchen!“ „Leider!“, gab ich zu. „Kommen Sie, wir trinken erst mal einen Tee.“ Mein Name ist übrigens Max. Duz’ mich ruhig, dann muss ich mich mit meinen 40 noch nicht so alt fühlen.“ Unweigerlich musste ich lächeln. „Geht doch! Du kannst also doch lächeln.“ Wir tranken zusammen im leeren Aufenthaltsraum einen gemütlichen Tee, plauderten über dies und das und entdeckten viele Gemeinsamkeiten. Niemals hätte ich gedacht, einem anderen Menschen nach so kurzer Zeit schon so zu vertrauen. Nach einigen Wochen und vielen Tassen Tee lud Max mich zu einem Konzert unseres gemeinsamen Lieblingskomponisten ein. Nach dem Konzert versuchte er, mich zum ersten Mal zu küssen. Doch ich wich ihm aus. Er entschuldigte sich und gestand mir, sich seit unserer ersten Begegnung in mich verliebt zu haben. „Ich mich auch in dich, aber verheiratete Männer sind für mich tabu.“ Er nahm meine Hände in die seinen und blickte mir tief in die Augen: „Ich versichere dir, ich bin nicht verheiratet und lebe auch in keiner Partnerschaft. Vertrau’ mir!“ Diesmal wich ich seinem Kuss nicht aus. Er war sanft und zugleich leidenschaftlich. Er fragte mich, ob ich heute Nacht bei ihm bleiben wolle. Nun kam der Augenblick vor dem ich mich schon lange gefürchtet hatte: Wie sollte ich ihm gestehen, trotz meiner 27 Jahre noch nie mit einem Mann geschlafen zu haben? Würde er mich auslachen? Und: Wie sollte ich ihm sagen, jetzt noch nicht dafür bereit zu sein, ohne ihn zu verletzen? Mir liefen die Tränen die Wangen hinunter und ich beichtete ihm meine Jungfräulichkeit und bat, er solle mir Zeit geben. Er streichelte mir über die Wange und sagte: „Ich werde warten, solange du willst und dich zu nichts drängen. Bestimme du, ob und wann du es willst. Du musst wissen, ich liebe dich.“Seit diesem Abend waren wir ein Paar. Er hielt sich an sein Versprechen und drängte mich zu nichts. Unsere Liebe wurde mit jedem Tag tiefer und mein Vertrauen zu ihm wuchs. Ein knappes halbes Jahr nach unserem Zusammenstoß lud ich ihn wieder einmal zum Abendessen in meine kleine Wohnung ein. Nach dem Essen zog ich ihn – anders als sonst – in mein Schlafzimmer und küsste ihn mit einer Leidenschaft, die mich selbst überraschte. Er sah mich mit seinen braunen Augen an und fragte mich, ob ich mir wirklich sicher sei. Ich küsste ihn nur. Zärtlich streifte er mir die Bluse von den Schultern und küsste mein Dekollete. Langsam, schon beinahe genussvoll, öffnete er meinen BH und streichelte meine Brüste. Ein erstes Stöhnen wich von meinen Lippen. Ich wusste, ich wollte ihn, jetzt. Max nahm mich auf seine Arme und trug mich zum Bett, das ich liebevoll mit Rosenblättern geschmückt hatte. Kerzen leuchteten auf dem Nachtisch und auf dem Fensterbrett. Behutsam legte er mich in die Kissen. Er zog mir ganz sachte Hose und Slip aus und verwöhnte mich mit seiner Zunge und seinen Lippen. Mein Stöhnen wurde lauter und eine erste Woge der Lust durchjagte meinen Leib. Nun wollte ich mich revanchieren. Ich zog ihn in die Kissen und rollte mich auf ihn. Langsam, um jede Sekunde der Lust voll auszuschöpfen und zu genießen, öffnete ich sein Hemd Knopf für Knopf. Ich küsste ihn am Hals, an den Brustwarzen, am Bauch bis zum Nabel. Sein immer heftigeres Atmen verriet mir, dass es ihm gefiel. Ich machte den Reißverschluss seiner Jeans auf und seine geballte Männlichkeit zeigte sich mir. Meine Angst war wie weggeblasen. Ich wollte Max nur noch in mir spüren - jetzt. Doch zunächst stülpte ich seiner erregten Mannespracht meine Lippen über und verwöhnte den Mann, den ich über alles liebte und begehrte, so gut ich es eben konnte, mit der zarten Kunst von Frauenlippen. Er ergoss sich in meinen Mund. Es war der bis dahin erotischste Moment meines Lebens. Es sollte jedoch noch weitaus besser werden: Er drehte mich auf den Rücken und begann mein Liebesdreieck mit seinen zärtlichen Fingern zu verwöhnen, bis es ganz feucht geworden war. Er fragte mich, ob ich mir absolut sicher sei. Ich gab ihm einen leidenschaftlichen Kuss. Er half mir beim Überrollen des Kondoms, spreizte vorsichtig meine Schenkel und drang zärtlich in meine für ihn bereite Lustgrotte ein. Es war unglaublich schön, ihn in mir zu spüren. Ehe er fortfuhr, streichelte er mir sanft über das Gesicht und erkundigte sich, ob ich Schmerzen hätte. Ich küsste ihn nur. Denn ich hatte keinerlei Schmerzen und blutete auch nicht. Nach wenigen Stößen stöhnte er laut auf. Ich spürte das Zucken seines Gliedes und er ergoss sich in mir. Kurz danach erlebte ich den bis dahin gigantischsten Höhepunkt meines Lebens. Es war nur gut, dass wir beide am nächsten Tag nicht arbeiten mussten. Denn wir wälzten uns bis zum Morgengrauen in den Federn … Mittlerweile sind wir seit 10 Jahren glücklich verheiratet und Eltern zweier Söhne. Ich liebe Max heute mehr denn je. Dass ich solange mit meinem „Ersten Mal“ gewartet habe, mag manchen eigenartig erscheinen. Aber für mich war es richtig. Ich hatte erst spät die Reife, einem Mann mein Vertrauen und mich zu schenken. Mein Warten hat sich gelohnt.

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