Es hätte mich fast die große Liebe gekostet

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Mein erstes Mal hätte mich fast meine große Liebe gekostet.Es begann damit, dass ein neuer Kollege in unsere Abteilung kam, Marjan. Obwohl er nur ein halbes Jahr jünger war als ich, war er neu in dem Beruf, denn er hatte zuvor etwas anderes studiert. So wurde ich ihm als Mentorin zugeteilt. Marjan war intelligent, höflich, freundlich, wahrte aber immer professionelle Distanz, wasich sehr schade fand.Denn in der Abteilung gab es schon lang keine vernünftigen Singlemänner mehr, schon gar keine in meinem Alter; der eine war ein hoffnungsloser Computernerd, der andere, Roman, flirtete jede Frau zwischen 18 und 58 an. Er hatte ständig irgendwelche Dates, meist nur sehr wenige, bevor er sich der nächsten zuwandte. Mich ignorierte Roman immer. Einerseits war ich froh, denn mein Bauchgefühl sagte mir, dass man sich besser nicht mit ihm einließ. Andererseits nagte es schon an mir, dass er mit jeder etwas anzufangen wusste, nur mit mir nicht.Dann kam der Tag, an dem Marjan verbeamtet und fest übernommen wurde. Anlässlich dessen bereitete er eine kleine Feier nach Dienstschluss vor. Bereits die Wochen davor taute er merklich auf, lachte mehr, wechselte auch mal ein paar private Worte, ich hatte das Gefühl, dass er auch meine Nähe suchte.Die Feier dauerte länger als gedacht, und entgegen meiner Gewohnheit trank ich mehrere Gläser Wein. An dem Abend schmiss sich Roman an mich ran, und ich dumme Kuh stieg voll darauf ein. Durch den Alkohol hemmungslos geworden dachte ich, "als alte Jungfer will ich wirklich nicht steren", und ließ mich von ihm abschleppen.Wir landeten in Romans Wohnung - und es war furchtbar. Er war schnell, hastig, grob, ungeduldig. Er hielt das wohl für leidenschaftlich - mir hat es nur höllische Schmerzen bereitet, doch selbst als ich beim Eindringen mit verzerrtem Gesicht aufschrie, hörte er nicht auf, einfach in mich reinzustoßen. Er dachte wohl, ich schrei aus Leidenschaft.Den Vogel schoss er jedoch zum Schluss ab, als er mich anblaffte: "Hättest du nicht sagen können, dass du deine Tage hast? Jetzt hast du das ganze Bett eingesaut!"Dann lief er ins Bad, um das Leintuch auszuwaschen.Ich schrie: "Ich war noch Jungfrau, du Arsch!", zog mich an und ging.Der Montag wurde die Hölle. Ich grub mich im Büro ein, um mir die neugierigen und hämischen Blicke als Romans neueste "Betthäschen" zu ersparen. Roman selbst ignorierte mich wie zuvor. Am schlimmsten aber war die Begegnung mit Marjan, mit dem ich mir von nun an ein Büro teilen sollte.Er gab sich beherrscht und distanziert wie zuvor, doch ich merkte, in ihm brodelte es. Schließlich fuhr ich ihn an, er solle nicht so ein Gesicht ziehen,sondern sagen, wenn ihm etwas nicht passe.Er meinte: "Ich hätte nicht gedacht, dass du zu den Frauen gehörst, die so dumm sind, sich auf so einen Macho einzulassen!"Ich keifte ihn an, was ihn das anginge, und weil ich wusste, dass er recht hatte, das aber nicht zugeben wollte, warf ich ihm noch ganz anderes an den Kopf. Marjan hielt dagegn, und im Eifer der Diskussion wurden wir wohl ziemlich laut, dennder Abteilungsleiter kam rein, und meinte,wir sollten unseren Zwist entweder jetzt und draußen klären und dazu ein paar Überstunden abfeiern, oder uns bis zum Feierabend ruhig verhalten.Ich packte eingeschnappt meine Sachen und meinte: "Ich bin dann weg!"Marjan folgte mir auf den Fuß. Auf dem Parkplatz wollte ich ins Auto steigen, zack, saß er schon auf dem Beifahrersitz. "Raus!", fauchte ich, doch Marjan sagte nur: "Hast du nicht gemerkt, dass ich mich in dich verliebt habe?" "Du hast es gut versteckt.", schmollte ich, doch er meinte, was er denn hätte machen sollen, schließlich sei ich seine Vorgesetzte gewesen. Auf der Feier habe er es mir sagen wollen,doch da sei ich schon mit Roman abgezogen. Ich fuhr los. Ich fuhr kreuz und quer durch die Stadt, an irgendeiner roten Ampel küsste er mich und meinte dann, er wohne ganz in der Nähe.Wir landeten noch am gleichen Abend im Bett, und ich wünschte, ich hätte mit ihm mein erstes Mal erlebt, und mir diesen Absturz mit Roman erspart, denn mit Marjan war es um Dimensionen zärtlicher, verspielt, liebevoll, aufmerksam.So wie noch heute - wenn die Kinder im Bett sind. :zwinker:

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