Zusammenziehen und Kinderwunsch

Benutzer169712  (30)

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Ich bin was Beziehugen angeht definitiv unreif. Mein Beziehungsalter ist nunmal nur 9 Monate und das mit 27/28 Jahren.

Ich denke dass ich am Mittwoch total panik bekommen habe. Panik was zu verpassen, daraus resultierten Verlustängste und Zukunftsängste. Ich denke dass mir diese Schritte Zusammenziehen und Kinder kriegen einfach viel zu schnell gingen und gehen. Leider habe ich diese Panik zuerst in diesem Forum geäußert und anschließend meinem Partner gegenüber. Das hat sie sehr verletzt wir haben uns aber nach wie vor nicht getrennt. Mein Bauchgefühl sagte mir dass ein Ende mit Schrecken besser sei und ich habe mich total in diese Gedankenwelt und Zweifel hineingesteigert.

Ich habe leider zu lange gebraucht um wieder klar über die Sache denken zu können. Das darüber reden hat mir sehr geholfen aber am besten hätte ich nur mit anderen darüber reden sollen weil ich jetzt das Gefühl habe, dass sich ihre Liebe zu mir geändert hat (wer könnte es ihr verübeln?) und ich habe Angst dass diese Veränderung nicht rückgängimachbar ist. Ich bin an einem Punkt in dieser Beziehung angekommen wo ich kämpfen muss. Wo wir kämpfen müssen und sie ist gern dazu bereit, ich auch.

Mein Bauchgefühl ist nicht mehr so stark wie noch Mittwoch, jetzt hab ich eher Magenschmerzen weil ich in den letzten Tagen quasi nichts gegessen habe und viel zu wenig geschlafen. Diese zweifel die ich hatte können denke ich schonmal vorkommen, ich habe nur den Fehler gemacht mich in diese hineinzusteigern.
Dazu neige ich ohnehin leider in vielen Lebenssituationen und meistens gab es hinterher gar keinen Grund dazu.

Ich habe jetzt nur noch Angst, dass die Beziehung nachhaltig Schaden genommen hat. Wenn sie z.B. schreibt dass sie den gestrigen Abend mit mir toll fande und sie wirklich glücklich ist weil sie gemerkt hat dass ich wieder glücklicher werde dann fällt es mir etwas schwer das so zu glauben. Sagt sie es vielleicht nur um die Beziehung zu retten aber nicht weil sie es so meint?

Ich muss jetzt abwarten wie es weitergeht. Meine Zweifel verschwinden zunehmend und wechseln sich mit dem Gefühl der Reue und Selbstwut ab, wie konnte ich nur so blöd sein und meine Beziehung mit so einem tollen Menschen riskieren?

Ich denke insgesamt sind wir nicht seelenverwandt aber verdammt nah dran. Ich denke eine Beziehung ist dann perfekt wenn beide Partner keinerlei Zweifel haben. Aber was ist schon perfekt? Und muss wirklich immer alles perfekt sein um gut zu sein? Bis auf meine Zweifel die nun in voller härte aber zum ersten mal auftraten war bisher alles perfekt. Die Situation momentan ist es nur leider nicht aber das heist nicht dass es so bleiben wird. Ich hoffe aus ganzem Herzen dass wir wieder auf Stand von Dienstag Abend kommen.

Wenn ich meine plötzlichen Zukunftsängste noch etwas ausholen darf, ich bekam folgende konkreten Panikattacken:

Was wenn sie nicht die einzig richtige für mich ist? Was wenn diese Zweifel nicht aufhören und ich das zusammenbleiben bereue? Wenn ich mit dieser Frau keine Kinder kriegen will? Jetzt denke ich: was wenn sie die richtige ist? Wir streiten sehr selten, vertrauen uns, sie bietet mir sehr viele Freiräume (die ich vor allem am Anfang brauchte) und ist enorm kompromissbereit. Sie gibt (oder gab :[) sich der Beziehung voll und ganz hin. Was lerne ich aus der Situation? Ich muss kompromissbereiter werden, ihre Zugeständnisse nicht als selbstverständlich nehmen und auch etwas für die Beziehung aufopfern. Ich muss an diesen Punkten arbeiten.

Wenn wir älter werden muss sie evtl ins Ausland (ihre Eltern leben im Ausland und sie ist das einzige Kind) weil ihre eltern krank werden könnten, ich kann doch nicht ins Ausland gehen, wird unsere Beziehung spätestens an diesem Punkt scheitern? Jetzt denke ich: Für ein paar Jahre im Ausland leben ist doch nicht schlimm? Ich reise sehr viel, habe schon in dritte Weltländern gelebt (nagut nur 6 Monate in Ghana), warum also nicht einige Jahre nach Lateinamerika? Man muss ja nicht den Rest seines Lebens dort verbringen, man kann auch wieder zurück. Und ist es nicht ein riesiges „WENN?“ Die Frage stellt sich frühestens in 10-15 Jahren. Warum jetzte deswegen eine glückliche Beziehung opfern?

Ist das Ende absehbar? Kann ich mir eine Zukunft mit ihr vorstellen? Das ist der gravierende Punkt: alles was ich weiß ist dass ich diesbezüglich in eine dicke schwarze Nebelwand starre. ICH WEISS ES EINFACH NICHT. Es könnte wahr sein, muss es aber nicht. Ich sehe weder einen konkreren Grund jetzt hinzuschmeißen nich weiterzumachen. Ich muss es auf mich zukommen lassen.

Zum Thema Kompromissbereitschaft: Ich lebe seit ca. 1,5 Jahren in einer großen Stadt in der ich auch arbeite. Sie lebt in einer Stadt 30Minuten mit Zug entfernt. Sie muss jeden Morgen 1 Stunde zur Uni fahren (hat aber keine konkreten Anwesenheitspflicht muss also nicht pünktlich sein). Ich brauche ca. 25Minuten mit Ubahn zur Arbeit.
Ich lebe so gerne in dieser Stadt dass ich zum Thema „Zusammenziehen“ sagte dass ich nicht aus dieser Stadt ausziehen möchte. Sie sagte daher, okay dann ziehen wir in diese Stadt. Ihr Weg zur Uni würde sich um eine halbe Stunde verlängern. Wenn ich in ihre Stadt ziehen würde brauch sie weiterhin 1 Stunde, ich ca. 45Minuten. Ich also nur 20Min mehr. Hier stellt sich die Frage jetzt nicht mehr, ich muss diesen Kompromiss eingehen und in ihre Stadt ziehen. Nach Ihrem phD kann man ja überlegen wieder in meine Stadt zu ziehen. Ich muss einfach Kompromissbereiter werden und das will ich auch. Sie ist es mir Wert! Ich warte ab ob sich die Beziehung in den nächsten Wochen wieder „wie früher anfühlt“. Wenn ja: werde ich sie mit Wohnungsbesichtigungen in ihrer Stadt überraschen.

Sorry dass ich hier so einen Megatext vom Zaun reiße, aber es hilft mir meine Gedanken zu sortieren. Ich danke euch für euer Verständnis mit meiner kaputten Gefühls- und Gedankenwelt.
 

Benutzer140332  (33)

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Also erst mal: es ist normal, dass man so viel zerdenkt, wenn einem etwas wichtig ist. Aber: man muss sich auch Zeit geben, es zu verarbeiten. Und da steckst du gerade drin, du rennst gerade von einem Extrem ins Nächste, hier im Forum ist da auch gut, dass hilft dir deine Gedanken zu sortieren, aber ich würde mich hüten, dem Partner meine ungefilterten Gedanken mitzuteilen, wenn du selber so verwirrt bist. Das irritiert nur und macht scheiße unsicher.

Ich geb dir jetzt noch mal den Tipp: lass' es sacken. Gib dir doch mal die Zeit das alles zu verarbeiten, dein Gehirn läuft doch gerade lächelnd in eine Kreissäge, du bist völlig überfordert.

1. Beziehung, 1. Liebe und jetzt kommen diese großen Themen auf dich zu, ist doch klar, dass du da so ins Straucheln gerätst.
27 Jahre nur an sich denken müssen und jetzt hast du komplett das Gegenteil vor dir.

Schreib die Gedanken auf, wenn es dir hilft, aber lass' dir doch die Zeit, dich zu ordnen. Gefühle sorgen jedenfalls nicht dafür, dass man klar sieht und du entscheidest gerade nur nach Gefühlslage - und das in deinem völlig verwirrten Zustand. Das ist keine gute (Entscheidungs)Grundlage.

Lass' den ganzen Gefühlsmist mal richtig 'raus (nicht gegenüber deiner Freundin), heule, schreie, schreib Gedanken auf und dann sortiere dich wieder. Das Ganze ist doch gerade mal 5 Tage her.
 

Benutzer169712  (30)

Ist noch neu hier
Weiterhin danke für die Unterstützung. Ich glaube ich habe zumindest eine selbst-diagnostizierte und selbst-eingeredete Bindungsangst. Am Freitag kam die Frage auf: Wenn ich an der Seite einer anderen Frau wäre, hätte ich die selben Gedanken?
Ich kann mir zwar keine Frau momentan vorstellen, außer sie, aber ich bin mir zu 99% sicher, dass ich solche oder solch ähnliche Gedanken auch hätte. Ich habe einfach ein riesen Problem mit dem Gedanken "Für Immer". Sie sagt selbst, man weiß nie ob eine Beziehung für immer ist, aber zumindest sollte man mit der Erwartung und dem Wunsch an die Beziehung rangehen, dass diese für immer ist.

Ich war bisher nur zweimal richtig verknallt in meinem Leben. Einmal mit 19 in eine damalige Arbeitskollegin, mit der arbeitete ich 2 Jahre zusammen und war dann noch 1 Jahr eng befreundet. Irgendwann überkam es mich und ich versuchte sie zu küssen, sie blockte mich ab. Mein Schwärmen der vergangen 3 Jahre wurde komplett zerstört. Ich habe danach 5 Jahre lang nicht mal an eine Beziehung gedacht. Jedes Wochenende Party machen, wenn der Druck zu groß wurde dann auch mal ein Onenightstand (aber auch das nur sehr selten). Ich denke, dass mich das nachhaltig geschädigt oder zumindest beeinträchtigt hat. Ich habe Zukunfts- Verlust und Bindungsängste. Damit muss ich umzugehen zu lernen, weil ich objektiv weiß, ich hab da eine verdammt tolle Frau gefunden.

Gibt es deine Trennung in einer kitschigen Soap oder romantischen Komödie kommt immer der Spruch "es liegt nicht an dir, es liegt an mir". Ja klar, glaubt doch keiner. Hier ist es aber meiner Meinung nach wirklich so aber ich kann daran arbeiten und ich werde daran arbeiten.
 

Benutzer169712  (30)

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Das kann ich nicht sagen. Darauf habe ich wirklich keine Antwort.

Als ich zum Beamten auf Lebenszeit ernannt wurde hatte ich erstmal eine 2-Wöchige Identitätskrise obwohl sich alle Menschen um mich rum gefreut haben.
 

Benutzer164451 

Meistens hier zu finden
Naja, das ist halt der Haken am Leben, du hast nur dieses eine und eine begrenzte Zeit. Es laufen wahrscheinlich tausende Frauen herum, mit denen du eine gute Beziehung führen könntest, aber die wirst du nicht alle kennenlernen können geschweige denn mit ihnen zusammen sein können.
Es gibt immer die Möglichkeit, dass es etwas Besseres gibt, etwas Aufregenderes und Größeres. Vielleicht gibt es sogar Hunderte Frauen mit denen du sogar noch glücklicher wärst als mit deiner jetzigen Freundin.

Die Frage ist halt ob du jemand sein willst, der glücklich mit dem ist was er hat - du sagst ja selbst dass du mit ihr glücklich bist und sie liebst. Oder ob du jemand sein willst, der immer etwas noch Besseres will was noch besser passt. Dann führst du immer wieder monatelange Beziehungen, bis dich Zweifel überkommen und gehst wieder auf die Suche nach etwas, das du vielleicht nie finden wirst.

Ich nehme an das war auch der Grund für diese Identitätskrise bei deiner Arbeit. Wenn du diese Arbeit hast bedeutet es, dass du keine bessere hast.
Das ist kein gesunders Ansatz für ein glückliches Leben.
 

Benutzer169712  (30)

Ist noch neu hier
Das ist richtig. Insbesondere deine Signatur passt auch sehr gut.
 

Benutzer83901  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Naja, auf ein dramatisches „für immer“ zu setzen halte ich vor allem für unnötig. Du kannst ja gar nicht alles planen, Leben passiert. Natürlich gibt es immer einige Konstanten, aber (um mal bei der Mathematik zu bleiben) Variablen können sich ändern.

Aber natürlich musst du dich auf etwas einlassen können, ohne permanent rechts und links nach Alternativen zu suchen.
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Es ist ein Unterschied zu sagen: "Wir bleiben für immer zusammen" und: "Ich wünsche mir, dass wir für immer zusammen bleiben". Letzteres ist zumindest für mich essentiell in einer Beziehung, sonst müsste ich keine führen.

Deshalb verliere ich keine Rationalität oder begebe mich in eine verklärte Romantik, aber der Grundgedanke, dass ich mit diesem Menschen alt werden möchte, den muss ich haben. Allein sein kann ich nämlich ganz gut, alles andere wäre nur eine Verschlechterung und Vergeudung meiner Lebenszeit.
Das kann ich nicht sagen. Darauf habe ich wirklich keine Antwort.
Ich denke, froschteich froschteich hat sie gegeben. Das ist nämlich auch das, was ich vermute. Ich dachte nur, du bist dir dessen eventuell bewusst.
 

Benutzer169712  (30)

Ist noch neu hier
Es wird besser. Mein Bauchgefühl ist fast komplett verschwunden. Ich denke noch einige Tage und ich bin wieder voll auf Höhe. Bleibt nur die Frage ob ich bei ihr bleibenden Schaden hinterlassen habe und ob sich ihre Liebe zu mir verändert hat. Die Zeit wird es zeigen.

Ich habe einen Fehler begangen und hoffe dass er sich noch ausbaden lässt ohne die falschen Konsequenzen zu erzeugen. Zweifel habe ich keine mehr. Es ist wie es ist, ich hab Panik bekommen, mich hineingesteigert und das auf meinen Partner abstrahlen lassen. Ich muss daraus lernen, unbedingt!
 
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