Zusammenziehen und großes Freiheitsbedürfnis plus frische Beziehung

Benutzer184451 

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Im Moment geht mir einiges im Kopf rum. Neben dem Semesteranfang und meinem neuen Studenten-Job, gibt es noch ein zentrales Thema:

Ich bin vor etwa 2 Wochen wegen Eigenbedarf gekündigt worden, habe noch nichts schriftlich, aber spätestens Ende Januar muss ich aus meiner Wohnung raus. Nun ist es zufällig so, dass mein Freund schon seit einiger Zeit eine neue Wohnung sucht, da ihm seine viel zu klein ist. Es ist bei uns echt superschwer, da wir in einer Großstadt leben, wo bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist.
Natürlich kam da bei mir recht schnell der Gedanke auf, dass es ja irgendwie Sinn machen würde, zusammen zu ziehen. Jetzt kommt das große ABER: Wir sind erst seit 2 Monaten zusammen! Ich muss allerdings dazu sagen, dass das mit uns schon seit über einem Jahr geht (zu kompliziert zu erklären), kennen tun wir uns schon seit fast 5 Jahren, aber richtig zusammen halt erst 2 Monate. Und außerdem noch wichtig zu erwähnen: Wir sind beide Menschen, die es gerne langsam angehen lassen, bloß nichts überstürzen wollen (daher wohl auch die lange Zeit, die wir gebraucht haben, um zusammenzufinden xD). Ich fühle mich überfordert, wenn mir Dinge zu schnell gehen und eigentlich frühestens nach 1-1,5 Jahren mit Jemandem zusammenziehen. Außerdem sind wir sehr freiheitsliebend, was bei beiden schon fast in Richtung BIndungsangst geht. Wir haben beide noch nie mit Partnern zusammengewohnt, ich alleine, er in WGs oder alleine. Ich denke, wir unterscheiden uns da schon sehr von vielen anderen Paaren. Deswegen habe ich den Gedanken relativ schnell wieder verworfen.

Nun hat er es aber am Montag zu meiner Überraschung selbst angesprochen und hat mir auf den Kopf zugesagt, dass er gerne mit mir zusammenziehen würde. Er findet es wohl eigentlich auch zu früh, aber die Situation passt halt und es wäre irgendwie doof, wenn wir jetzt in zwei verschiedene Wohnungen ziehen und dann in nem Jahr doch zusammenziehen wollen. Ich war ziemlich baff weil er eigentlich fast schon der Freiheitsliebendere von uns Beiden ist und auch mit seinen Ex-Freundinnen nie zusammenziehen wollte. Jetzt herrscht bei mir ein ziemliches Gefühlswirrwarr. Einerseits freue ich mich irgendwie, dass er tatsächlich mit mir zusammenziehen würde, auch wenn es der Situation geschuldet ist und ertappe mich dabei, wie ich mir die gemeinsame Wohnung ausmale, aber andererseits macht mir der Gedanke schon fast ein bisschen Angst. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich noch nie mit Jemandem zusammengewohnt habe, seit ich ausgezogen bin, bin es einfach so gewohnt, alleine zu leben, mit allen Vor- und Nachteilen. Und natürlich spielt die kurze Dauer der Beziehung auch eine Rolle plus meine leichte Bindungsangst. Ich habe auch einfach Sorge, dass sich dann sofort bei uns der Alltag einschleicht, dieses Freuen auf den Anderen, finde ich so schön, hat man das überhaupt noch, wenn man zusammenwohnt? Versteht mich hier irgendjemand? Wie bewahrt ihr euch eure Freiräume? Wie verhindert ihr den Alltagstrott? Hat es Jemand vielleicht sogar bereut, (zu früh) zusammengezogen zu sein? Mich interessieren natürlich vor allem die Anschten von denjenigen, die auch sehr auf ihre Freiheit bedacht sind, aber natürlich auch von allen Anderen. Ich hab schon fast ein schlechtes Gewissen weil die Zweifel bei mir im Moment (noch) noch stärker sind als die Freude.
 

Benutzer184451 

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Ähm... So ne große Wohnung muss man erstmal finden - im bezahlbaren Bereich..... Sie ist doch noch Studentin?! Aber hey...
Ja, genau, das ginge wirklich nur wennn er bereit wäre, mehr zu bezahlen, da ich höchtens 500 € erübrigen kann.
Außerdem ist das kein Zusammenziehen, sondern eine WG. Wenn jeder sein Zimmer mit Bett drin hat.... WG mit benefits quasi.
Ja, das fände ich als Zwischenschritt eine ziemlich gute Lösung.
 

Benutzer87573 

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Und ja - bei großen Wohnungen ist der qm-Preis geringer... Aber man hat halt mehr qm, die man zahlen muss. Ergo....

Naja wenn sie beide eine 2-Zimmer-Wohnung mieten werden sie insgesamt dafür sehr wahrscheinlich mehr zahlen, als wenn sie zusammen eine 4-Zimmer-Wohnung mieten. Und man spart noch durch gemeinsame Versicherungen, GEZ, Strom etc. Wir zahlen jetzt für eine 4-Zimmer Wohnung nur ca. 1,5 mal so viel wie vorher für eine 2-Zimmer-Wohnung. Das ist in Gegenden, wo Wohnungen knapp sind oft der Fall, da kleinere Wohnungen begehrt sind.
 

Benutzer179726  (27)

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Es kommt aber auch auf den finanziellen Spielraum der TS an.
Und irgendwie scheinen drei Zimmer ja nicht zu reichen.... ersetze zwei kleine 1-Zimmer-Wohnungen durch eine Drei-Zimmer-Wohnung erscheint mir realistisch, aber hier soll ja gleich ne riesen Wohnung her?

Btw: wenn man zu zweit schon vier Zimmer braucht, um sich aus dem Weg gehen zu können... ist zusammen ziehen vll doch verkehrt. Drei Zimmer (mit Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro) macht total Sinn, da widersprech ich nicht. Aber als erste gemeinsame Wohnung nach 2 Monaten Beziehung und mit augenscheinlich einer Partei mit Studenten-Job gleich eine 4-Zimmer-Wohnung anzusteuern. Hui... Aber vll sind meine Ziele da zu bescheiden.
 

Benutzer179726  (27)

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Und auch ich habe mich im Studium oft geärgert wie relativ teuer kleine Wohnungen sind, keine Sorge, das ist mir bewusst.

Wir haben dann zeitweise gemeinsam in der Zweizimmerwohnung meines Freundes gewohnt, ein paar Monate.

Und haben wir uns jetzt auf eine Dreizimmerwohung geeinigt. Vier Zimmer wären wohl in anderen Lagen machbar, wollen wir aber nicht. Und hier, wo es uns gefällt, geht der Sprung von zwei auf vier Zimmer gar nicht, rein finanziell. Und dabei verdient mein Partner voll und ich zwar noch nicht die Welt, aber es landet doch auch regelmäßig was auf meinem Konto. Andre würden sich freuen.

Gut, wir stehen auch auf Urlaub. Wenn wir uns den regelmäßig schenken würden, wäre evtl schon die Vierzimmerwohnung drin.
 

Benutzer162074 

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Machaa Machaa ist deine Bindungsangst diagnostiziert oder denkst du dass du bindungsangst hast? Hinter Bindungsangst steckt ja mehr als nur dass man seine Freiheit will. Viele haben die Neigung schnell zu sagen, dass sie Bindungsangst haben, weil sie sich schwieriger binden wollen/können.

Ich selbst habe Bindungsprobleme durch meine Verlustangst. Die hat sich durch Ereignisse aus meiner Kindheit entwickelt. Hätte mein Freund nach zwei Monaten gefragt ob wir zusammenziehen wollen, hätte ich ihm gesagt, dass mir das zu schnell geht und ich arbeite schon eine Weile aktiv an meiner Verlustangst. Wichtig ist dass man sich nicht überfordert, weil das halt so erwartet wird (so wie manche Kommentare hier auch formuliert sind). Es ist wichtig sich die Zeit zu gönnen, die man braucht, auch wenn die äußeren Umstände gerade passen. Außerdem ist es wichtig gut mit dem Partner zu kommunizieren über seine Bedürfnisse (dafür musst du dir jedoch auch erst selbst bewusst sein was deine Bedürfnisse sind).

Ich würde dir raten dich auf keinen Fall zu etwas zu zwingen weil man es halt so macht und es der nächste Schritt wäre oder weil es praktisch ist. Abgesehen davon ist es wichtig an deiner Angst zu arbeiten und zu wissen wieso manche Dinge schwieriger für dich sind.

Wie gesagt hätte ich nach zwei Monaten nicht über sowas entschieden sondern gewartet und es ohne Druck weiterlaufen lassen. Mein Freund weiß jedoch auch wieso ich damit Probleme habe und dass es nicht an ihm liegt.

Du musst halt für dich sehen, ob du es trotz deiner Bindungsangst wagen willst und was dann die passenden Umstände hierfür wären (zum Beispiel die Größe der Wohnung etc.). Wichtig ist, dass es nicht deine Beziehung belastet, weil es dich evtl. doch überfordert.
 

Benutzer174652 

Verbringt hier viel Zeit
mal abgesehen (!?) von der deutschen doch scheinbar seit einiger zeit eskalierenden wohnungs(-nicht-)politik ...
Ja, es ist wirklich furchtbar. Man weiß nicht ob man lachen oder weinen soll bei den Preisen.
Off-Topic:
Ist es in Österreich besser?

ja, meines wissens nach nicht so katastrophal ...
vor allem nach wien wird ja "weltweit" geschaut wegen der sozialen wohn(bau)politik - wenn da auch keineswegs alles perfekt ist ...
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Btw: wenn man zu zweit schon vier Zimmer braucht, um sich aus dem Weg gehen zu können... ist zusammen ziehen vll doch verkehrt.
Finde ich eine ziemlich unnötige Aussage, gerade wenn auch Bindungsängste eine Rolle spielen. Muss man dann so einen Kommentar ablassen?
Davon ab kann es auch sehr praktische Gründe für 4 Zimmer geben: er macht Home Office mit Videokonferenz, sie Home Uni mit Videokonferenz, im Wohnzimmer ist das wlan schlecht, da hat man nicht sein Material usw. usf. Natürlich ist das kein MUSS und jeder hat andere finanzielle Möglichkeiten oder Prioritäten. Aber so total absurd ist das jetzt auch wieder nicht. Wir wären wahrscheinlich nur sehr sehr ungerne in 3 Zimmer zusammen gezogen.
 

Benutzer179726  (27)

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Wenn sie und/oder er Bindungsangst hat und sie jetzt alles überstürzen, nur weils halt grad vll günstiger wär (preislich), finde ich, dass das der falsche Ansatz ist.

Beide wollen irgendwie zusammenziehen, grundsätzlich, sind aber unsicher? Da wäre der Kommentar anders ausgefallen.

Entweder die Bindungsangst ist da - dann ist das so. Langsam angehen inklusive.

Oder man kann wegen eines besseren Meistpreises die Bindungsangst ignorieren. Dann ist es aber vll eher ein "sich nicht leicht auf andre einlassen können"
 

Benutzer184451 

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Glaedr Glaedr Sorry, für die späte Antwort. Nein, die ist nicht diagnostiziert, daher habe ich das ja anfangs eher zögerlich formuliert, dass es in Richtung Bindungsangst geht. Letztendlich spielt es keine Rolle für mich, ich (oder wir) bin halt so und wir müssen zusammen gucken, was wir daraus machen.
 
2 Monat(e) später

Benutzer184451 

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Einige haben es vielleicht schon in dem ein oder anderen Thread, indem ich meinen Senf dazugegeben habe, gelesen: Wir tun es tatsächlich. Morgenfrüh unterschreiben wir den Mietvertrag. Wir werden dann bei Mietbeginn 6 Monate zusammensein. Es ist bei mir grad ne Mischung aus freudiger Erwartung und nervöser Aufregung. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Monate.

Wir werden eine 3-Zimmer-Wohnung mit 90 qm beziehen. Also genug Platz für uns. Wir planen tatsächlich getrennte Zimmer zu haben, also ziemlich WG-mäßig, aber mit der Option jede Nacht zusammen zu verbringen, wenn wir wollen und einem großen Wohnzimmer, Balkon und Garten(mitbenutzung) für uns beide. Das ist für uns ein schöner Kompromiss und erleichtert uns die Entscheidung.
 

Benutzer35148 

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Na, das klingt doch super! Euch beiden viel Glück alles Gute! :smile:
 
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