Zusammenziehen - gute Ratschläge/Erfahrungen?

Benutzer95134 

Verbringt hier viel Zeit
Hallo zusammen

Mein Freund und ich ziehen demnächst zusammen, aber irgendwie will bei mir keine richtige Freude aufkommen. Ich freue mich wahnsinnig auf die Wohnung an sich, auf die neuen Möbel und den neuen Ort, aber auf das Zusammenleben weniger. Es ist allerdings nicht so, dass dieser Schritt unüberlegt war. Wir sind seit über 5 Jahren zusammen und das erste Mal werden wir nun in der gleichen Stadt unseren Lebensmittelpunkt haben. Insofern hat es sich förmlich angeboten zusammenzuziehen.

Ich vermute, dass mein Mangel an Freude viel damit zu tun hat, dass ich befürchte, unsere Beziehung würde unter dem Zusammenleben in Sachen Erotik/Spannung/Spass/Aufregung stark leiden. Zudem bin ich jemand, der eigentlich relativ oft auch gerne alleine ist. Daher würde es mich mal interessieren, wie ihr das Zusammenziehen so erlebt hat? Wie man vielleicht auch verhindern kann, dass die Beziehung darunter leidet?

Man muss dazu vielleicht noch sagen, dass wir uns bisher lediglich zwei Mal pro Woche gesehen haben, wenn es hoch kam.

LG
Emilie
 

Benutzer90869  (27)

Benutzer gesperrt
Wichtig ist vor allem, dass du mit ihm auf eine Wellenlänge kommst was das Thema Sauberkeit angeht. Da scheitern viele WGs dran.
 

Benutzer151181  (26)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich fände es, wenn du wirklich auch Zeit alleine möchtest du und weißt, dass du das brauchst, wären eigenen Zimmer für jeden wirklich die beste Lösung. Wenn ich irgendwann mal mit meinem Freund zusammenziehen sollte (das hat noch paar Jahre Zeit) wären mir eigene Zimmer mit das wichtigste.
Ich wohne jetzt auch im Moment in einer WG und kann sagen, dass da Absprachen, Zuverlässigkeit und Sauberkeit (zumindest ein ähnliches Konzept davon) wichtig sind.
 
R

Benutzer

Gast
Ich wohne jetzt auch im Moment in einer WG und kann sagen, dass da Absprachen, Zuverlässigkeit und Sauberkeit (zumindest ein ähnliches Konzept davon) wichtig sind.
Wobei man das WG-Leben nicht mit dem Zusammenleben mit dem Partner vergleichen kann. WG ist ja deutlich unverbindlicher als Wohnen mit dem Partner und die Erwartungen sind vermutlich ganz andere.
 

Benutzer99946 

Meistens hier zu finden
Als meine damals noch Freundin und ich zusammen gezogen sind, haben wir uns angeschaut, welche Kosten sind vorhanden und wer hat welches Einkommen. So haben wir uns die Kosten geteilt. Auch wie du, brauche ich gerne Zeit ab und zu Zeit für mich. Das haben wir aber dadurch schon gehabt, dass wir in unterschiedlichen Vereinen tätig sind und gelegentlich ist halt einer mal abends alleine losgezogen.

Ob eine Beziehung das permanente zusammenleben verkraftet kann man vorher nicht sagen. Auch ich musste bei meinen Gewohnheiten Kompromisse eingehen (z.B. nach Musikprobe oder Feuerwehr nicht jedes mal bis früh morgens Karten spielen, da meine Frau einen leichten Schlaf hat).

Aber wenn es einem ernst ist in der Beziehung wird man das alles meistern. Wenn es finanziell bei euch möglich ist, würde ich euch eine Wohnung mit mindestens 3 Zimmern empfehlen, da meiner Erfahrung nach 2 zu wenig sind.
 

Benutzer85989 

Meistens hier zu finden
Habt ihr denn auch mal darüber gesprochen, wie ihr euch das Zusammenleben vorstellt?
Vielleicht macht sich dein Freund ähnliche Gedanken und hat ebenfalls das Bedürfnis auch mal für sich alleine zu sein.
Ich denke, wenn ihr offen darüber spricht, wie eure Vorstellungen aussehen, dann ist man vielleicht besser vorbereiteter, aber letztendlich wird sich das erst beim Zusammenzug zeigen.
Ihr beide geht doch einer Beschäftigung nach (Arbeit/Ausbildung/Studium) und da werdet ihr immerhin nicht aufeinander hängen und wie sieht es mit Freundeskreis und Interessen aus? Wenn ihr eure Freundschaften pflegt und euren Interessen nachgeht, aber dabei auch Verständnis dafür zeigt, dann glaube ich nicht unbedingt, dass die Beziehung sich zum Schlechten entwickelt. Außerdem wird es ja wohl auch mal möglich sein, alleine vor der Glotze oder bei einem Buch abzuhängen, während der andere auswärts ist.
 

Benutzer144428  (27)

Verbringt hier viel Zeit
Wie alleine musst du denn sein, um sich wohl zu fühlen? Und wie lange?
Denn wenn es immer nur eine Stunde pro Tag ist, dann müsstet ihr ja nicht unbedingt getrennte Zimmer einrichten, sondern einfach nur ein großes bequemes Kissen ins Schlafzimmer legen, sodass einer von euch beiden abends mal eine Weile dort lesen kann oder sowas.
Vielleicht brauchst du ja auch gar nicht räumliches Alleinsein, sondern nur geistiges. Wenn z.B. einer am PC durch Amazon scrollt und der andere auf dem Sofa auf einem Tablet Farmville spielt, dann ist das für mich auch recht allein.
Zudem solltest du bedenken, dass ihr ja auch sicher beide arbeitet, ihr werdet euch also nicht den kompletten Tag lang sehen.

Mit dem Zusammenleben kommen aber trotzdem mehr Reibungen auf als wenn man nur eine leichte Fernbeziehung führt. Es ist also sehr wichtig, dass ihr beide eine gute Streitkultur einführt (also keine Beleidigungen, kein wütend werden, keine Verallgemeinerungen, gewaltfrei ausdrücken, was eben so dazu gehört).
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Wir können uns ja austauschen, ich ziehe im Moment auch mit meinem Freund zusammen und habe auch eine Mordsangst, dass das nicht gut geht. :zwinker: Als ich das Anfang 20 mit meinem ersten Freund gemacht habe, war ich da noch lockerer, aber nachdem das am Ende nicht geklappt hat, bin ich nun etwas ängstlicher.

Ich versuche, das insoweit gelassen zu sehen, als dass ich jetzt schon weiß, dass wir uns auch mal zanken werden und uns auch mal auf den Keks gehen werden. Trotzdem freue ich mich drauf. :grin: Man darf einfach nicht erwarten, dass alles nur super und total einfach wird. Gerade bei zwei eher eigenen Persönlichkeiten wird es Reibungspunkte geben.

Davon ab würde ich auch einfach gucken, dass die Wohnung groß genug ist, es separate Bereiche für jeden gibt (Schreibtisch, Leseecke, usw.) und vielleicht auch ein Gästebett, auf dem man schlafen kann, wenn man gerne mal alleine liegen möchte. Ich denke, damit kann man schon viel abfedern!

In der neuen Wohnung haben wir zwar nur 2 Zimmer, dafür aber 98m² - und wir haben ein GästeWC, damit man sich morgens nicht so auf den Füßen steht, wenn einer duschen möchte und einer aufs Klo muss.

Vorher zu überlegen, wer was im Haushalt machen möchte und das fest zu vergeben, ist im Übrigen auch eine gute Sache. Bei meinem Ex gab es viele Probleme, weil ich freitags immer meinen Lerntag hatte und dann das Gefühl hatte, nach 4 Tagen Arbeit erstmal die komplette Bude schrubben zu müssen - sowas ist auf Dauer nicht sonderlich hilfreich. Wenn man das gleich festlegt und jeder seinen Bereich selbstständig macht, dann gibt es da weniger Probleme.

Viele Reibungspunkte kann man vorher durchdenken und planen, dann geht man nicht völlig unvorbereitet daran.

Zum Thema Freunde und Bekannte: Halte an deiner Einstellung fest. Such dir Hobbys nach Feierabend, denen du auch nachgehst, wenn du ein gemütliches Zuhause mit Freund hast. Das tut auch der Beziehung gut und man sitzt nicht nur aufeinander.
 

Benutzer13901  (45)

Grillkünstler
Also meine Tips wären: Vorher das finanzielle klären und ein paar Regeln aufstellen dazu darf die Wohnung nicht zu klein sein und sollte nen schnitt haben das jeder seinen Rückzugsbereich hat zudem muß man dem anderen absolut seine Freiheiten lassen dann sollte das klappen
 
Y

Benutzer

Gast
Ich würde auch eher getrennte Zimmer empfehlen, dann hat jeder Trotzdem seinen kleinen Rückzugsort :zwinker:
 

Benutzer98492 

Verbringt hier viel Zeit
Also ich bin jemand der auch mal alleine sein möchte, aber getrennte Zimmer stelle ich mich ganz doof vor und wäre absolut nichts für uns. Wir haben aber auch eine große 3-Zimmer Wohnung, sodass man sich sehr gut zurück ziehen kann.

Wir haben ein gemeinsames Konto für Miete, Lebensmittel etc eingerichtet.
Außerdem haben wir die Arbeiten im Haushalt explizit aufgeteilt, damit man gar nicht auf die Idee kommt, wenns lange genug eklig ist macht es der andere schon weg...
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Auf die Idee, getrennte Zimmer zu haben, wären wir nie im Leben gekommen. Dann hätten wir auch gleich in einer WG wohnen bleiben können.
Wir wohnen seit 5 Jahren zusammen, sind aber auch sehr früh in der Beziehung zusammen gezogen. Was ich bisher am wichtigsten fand:

- Klärt die Finanzen. Bei Geld hört oft der Spaß auf.
- Geht Alles durch, was ihr von nun an gemeinsam regeln müsst: Miete, Nebenkosten, evtl. Rücklagen für Nebenkosten-Nachzahlungen, Versicherungen (Hausstand? Gemeinsame Haftpflichtversicherung? Sobald man die selbe Adresse hat, kann man den Partner bei vielem mitversichern).
- Entscheidet vorher, ob ihr jeweils eure eigenen Möbel mitbringt oder gemeinsam welche kauft - und wenn ihr welche kauft, ob ihr sie gemeinsam bezahlt oder jeder etwas kauft. Hebt die Quittungen auf.
- Klärt ab, wie ihr es mit Putzen und Aufräumen haltet: abwechselnd, ein gemeinsamer Putztag, eine Putzfrau? Der Haushalt ist und bleibt einer der größten Reibungspunkte, das sollte man nicht unterschätzen.

Das sind alles vollkommen unromantische Dinge, aber wenn man solchen Kram schon in Angriff genommen hat, kann man sich entspannen.

Je nachdem, wie groß eure gemeinsame Wohnung ist, könnt ihr euch eigene Zimmer oder Bereiche einrichten, oder aber ihr nehmt euch eure "Alleine-Zeit" einfach auch außerhalb der Wohnung.
Als mein Mann noch nicht 14 Stunden am Tag arbeitete, bin ich alleine Sport machen gegangen oder auch mal mit einem Buch ins Cafe, wenn ich doch mal für mich sein wollte - oder aber er hat halt was mit Freunden unternommen und ich habe mir einen gemütlichen Abend daheim gemacht.

Ich habe es so erlebt: der gemeinsame Alltag gibt der Beziehung eine neue Dimension. Nun, es gibt Menschen, die darauf pochen dass das schlecht ist, ich persönlich finde es wunderbar. Ich brauche nicht ständig Aufregung und Nervenkitzel, aber für beides kann man ja sorgen. Wenn man in getrennten Wohnungen wohnt, ist ja auch nicht automatisch jedes Treffen ein Feuerwerk der Gefühle :zwinker:
 

Benutzer109402 

Meistens hier zu finden
Ich bin prinzipiell auch ein Mensch, der gern mal alleine ist. Und natürlich muss sich erstmal so ein Nähe-Distanz-Verhältnis entwickeln, wie das für die jeweiligen Personen und die Beziehung angenehm ist. Wenn beide arbeiten oder studieren, sieht man sich übrigens gar nicht so oft, wie man am Anfang des Zusammenwohnens annimmt. :zwinker:

Ansonsten verbringen wir sehr gern unsere gemeinsame Zeit miteinander, Abends zusammen kochen und sich austauschen über den Tag liebe ich total. Das Gefühl nach mehr Freiraum im Zuge des Zusammenziehens ist bei mir nie explizit aufgekommen. Wenn wir Phasen hatten, wo wir das Gefühl verspürten, nur aufeinander zu hocken, dann haben wir etwas verändert: wir haben z.B. eingeführt, einmal unter der Woche etwas zu unternehmen, wie ein Konzert oder etwas trinken zu gehen. Also ähnlich wie ein Date. Oder wir haben ein Ehrenamt angefangen. Dinge mal alleine zu machen, wie Hobbies oder eine Freundin treffen, ist auch zu empfehlen. Man ist ja auch noch eine eigenständige Person. Wenn man mal Ruhe braucht, kann man sich zum Lesen ja auch mal ne Stunde zurückziehen.

Zwecks geregeltes Zusammenwohnen haben wir nie einen strikten Plan aufgestellt. Natürlich haben wir darüber gesprochen, was für wen wichtig ist- aber das hat sich alles gemeinsam durch Erfahrung und Gespräche entwickelt. Das Einzige was wir haben, ist ein gemeinsames Mietkonto. Ausgaben wurden immer gerecht geteilt, aber nie gegeneinander aufgerechnet. Jeder bezahlt mal die Einkäufe oder läd den anderen Mal zum Essen ein. Miete halbiert oder anteilig, je nachdem wer mehr Geld zur Verfügung hat. Wir hatten auch nie diese typischen Haushalts-Streits. Je nach Zeit und Bedürfnis putzt, kocht oder kauft der andere ein- oder wir machen es zusammen. Mein Ordnungsbedürfnis ist prinzipiell höher als das meiner Freundin: also mache ich tendenziell auch mehr sauber. Weil mir das wichtig ist und es mir eher auffällt. Genauso ist das mit Wohnung einrichten und dekorieren: ich mache das gern und mir mehr Gedanken darüber: dann sprechen wir das ab und entscheiden zusammen. Dafür kümmert sich meine Freundin eher um so Sachen wie Strom oder Internet.

Ich habe da einfach eine entspannte Einstellung: entweder es klappt mit dem Zusammenleben oder nicht. Einen Masterplan gibt es da nicht. Wie überall in der Beziehung ist eine gute Kommunikation und gegenseitiges Verständnis wichtig. Und vorher natürlich schauen, wieviel Geld man für Miete aufbringen kann- Umzugskosten und Kaution und Nebenkosten summieren sich nämlich ganz schön.
 

Benutzer58054  (39)

Sehr bekannt hier
Ich bin auch erst nach 5 Jahren mit meinem jetzt-Mann zusammengezogen und wir hatten ähnliche Bedenken. Haben eine kleine 3 Raum Wohnung bezogen. Jeder hatte sein Zimmer und wir hatten ein geme7nsames, kleines Schlafzimmer. (Heute ist es das Kinderzimmer :zwinker: )
 

Benutzer135804 

Planet-Liebe Berühmtheit
ich würde dir raten,dass ihr erstmal probeweise einige wochen zusammenwohnt.also dass einer von euch sein zeug zu dem jeweils anderen bringt.nicht jeder ist fürs zusammenleben mit partnern geschaffen,und wenn ich lese,dass du es nicht gewohnt bist,ihn oft zu sehen,du viel zeit für dich alleine brauchst und sorge hast,dass der alltag einzug hält und eure beziehung verschlechtert (so verstehe ich dich in dem punkt),dann würd ich an deiner stelle nicht einfach so mit ihm zusammenziehen,ohen es vorher getestet zu haben.zu regeln festlegen und zu dem eigenem zimmer für jeden haben die anderen hier ja schon genug geschrieben.
wie ich darauf komme?ich ticke halt auch ähnlich wie du-und mag es weder,den alltagskram mit beziehungen zu vermischen noch will ich jemals mit jemandem zusammen ziehen,eben weil ich viel zeit für mich alleine brauche.allein bei dem gedanken,dass da morgens jemand in meiner wohnung ist und das jeden tag der fall sein könnte,wirds mir richtig übel...daher rate ich dir eben,erstmal zu schauen,ob das zusammenleben generell überhaupt dein ding ist.so ein umzug kostet ja nun auch etwas zeit,kraft und geld-und wer hat das schon alles schon im überfluss...
 

Benutzer13408 

Meistens hier zu finden
Ich habe immer wahnsinnig gerne alleine gewohnt und das auch fast 10 Jahre lang getan. Bei uns kam der Zusammenzug dann auch eher aus praktischen Gründen - ein Umzug stand ohnehin an und so war es schlussendlich klar, dass das auf eine Wohnung "verkleinert" wird. Allerdings haben wir vorher schon mehr oder weniger jeweils in einer der beiden Wohnung "zusammengewohnt", also tägliches Sehen. Und selbst dann ist es immer noch etwas anderes, als wirklich den ganzen Kram des anderes auch in der eigenen Wohnung zu haben. Wir sind beide absolut unkompliziert, was Haushalt etc betrifft - bei uns braucht es überhaupt keine Absprachen oder sonstiges, denn wir machen automatisch abwechselnd bzw. halbwegs ausgleichend. Wenn der Partner da allerdings nicht ähnlich gepolt ist, kommt es meist da zu massiven Auseinandersetzungen - ich sehe das tagtäglich im Freundeskreis...

Anfangs hab ich schon verstärkt nach Rückzugsmöglichkeiten gesucht, z.B. wenn ich zuhause Fitness gemacht habe, da wollte ich keinen Zuschauer. Nach 4 Jahren zusammenleben ist das schon wesentlich entspannter. Und mittlerweile bevorzuge ich es sogar, dass er zuhause ist als dass er nicht zuhause ist.

Jedes Zusammenwohnen funktioniert also individuell und nur durch VErsuch wird man schlauer. Ihr solltet jedenfalls über Eure Vorstellungen und Erwartungen sprechen! Schreib Dir auf, was Dir wichtig ist und dann besprecht alles.

Themen z.B. Haushalt/Putzen, Einkaufen, Kosten der Wohnung, Besuch von Freunden etc.

Ansonsten: zerbrich Dir nicht den Kopf und lass es auf Dich zukommen! Mehr als schiefgehen kann es ja nicht ;-) und im schlimmsten Fall zieht man wieder auseinander..
 

Benutzer138875 

Beiträge füllen Bücher
Ich wollte eine ganze Zeit lang nicht mit meinen Partnerinnen zusammen wohnen. Aus ähnlichen Gründen wie bei Dir. Meine jetzige Freundin ist die erste Frau, mit der ich eine Wohnung partnerschaftlich teile. Wir sind zusammen schon zwei Mal umgezogen und eigentlich kann ich sagen, dass sich viele Vorbehalte, die ich hatte aufgelöst haben.

Mit mir zusammen zu wohnen ist nicht immer einfach, glaube ich. Ich brauche, ähnlich wie Du es beschreibst, Raum für die eigene Entfaltung. Räumlich und zeitlich. Mein Schlafrythmus ist sprunghaft und ich kann launisch sein. Auch bin ich was Ordnung betrifft nicht unbedingt eine Referenz.

Hier musste ich am dringendsten ansetzen. Während ich in meinem WG-Zimmer auch mal durchaus vorzeigbare Altglassammlungen gehortet habe, sorge ich heute dafür, dass mein Chaos-Gen in den gemeinsamem genutzten Räumen, keine tragende Rolle spielt (Allerdings habe ich ein kleines Zimmer für mich allein, das einem Dachsbau ähnelt und das ich regelmäßig auf den Kopf stelle :upsidedown:)

Ich diszipliniere mich in Sachen Ordnung, indem ich selbst verursachte Unordnung zeitnah behebe. Hier hilft ein Trick: Statt zu denken: "Das muss ich alles auch noch räumen!", sage ich mir "Nur noch die Spülmaschine und das Altpapier und die ... und dann war's das schon!" Sozusagen ein halb-voll-statt-halb-leer- Trick.

Was die Freiräume betrifft — schon schwieriger. Da wir ja Kinder haben, läuft das auf zusätzliche Art nicht immer so, wie ich das gerade begehre. Da verfahre ich manchmal nach einem Belohnungssystem und verschiebe meine Aktivität in den späten Abend, oder frühen Morgen am Wochende. Wenn keiner was von mir will.

Grundsätzlich aber, sind wir was Nähe und Distanz betrifft, ganz gut aufeinander eingespielt. Ich glaube, dass ist ein wichtiger Faktor für's zusammen Wohnen. Einzusehen, dass man Zugeständnisse machen muss. Sowohl was partnerschaftliche Belange als auch persönliche Bedürfnisse betrifft. Man kann in diesen Zustand hineinwachsen, wenn man gegenseitig respektiert, dass man nicht symbiotisch sein muss, um glücklich zusammen zu Wohnen.
 

Benutzer123446 

Beiträge füllen Bücher
Die meisten klugen Sachen wurden ja schon gesagt:zwinker:

Ich brauche auch viel Zeit für mich, meinen Freiraum usw.
Wir haben keine getrennten Zimmer und das wäre für uns nicht das richtige gewesen, aber wir nutzen unterschiedliche Rückzugsorte. Wichtig: reden! Wenn wir im Wohnzimmer sind und für mich der Fernseher eine Reizüberflutung darstellt, kommuniziere ich das und gehe woanders hin. Er darf meine Kreise jederzeit stören, aber ich darf mich auch jederzeit zurückziehen. Und so weiter.

Ob die Beziehung langweilig wird, hat man noch immer selbst in der Hand. Wir hatten lange eine Fernbeziehung und ich genieße es, jetzt wieder Zeit für meine Hobbys und Freunde zu haben, das hat mir zuvor gefehlt.

Diesen Absatz von HoldenC HoldenC find ich wichtig:
Ich glaube, dass ist ein wichtiger Faktor für's zusammen Wohnen. Einzusehen, dass man Zugeständnisse machen muss. Sowohl was partnerschaftliche Belange als auch persönliche Bedürfnisse betrifft. Man kann in diesen Zustand hineinwachsen, wenn man gegenseitig respektiert, dass man nicht symbiotisch sein muss, um glücklich zusammen zu Wohnen.

Es ist wichtig, Absprachen zu treffen und sich ein Stück weit anzupassen. Mein Freund muss tolerieren, dass ich täglich meine Tasche in die Ecke und meine Kleidung auf den Boden schmeiße. Und ich bemühe mich intensiv drum, etwas mehr Ordnung zu halten als es für mich "normal" wäre (ich bin definitiv überdurchschnittlich unordentlich, das ist z.T. grenzwertig). Er macht mehr im "normalen" Haushalt, ich übernehme die großen Sachen usw.
Schwierig wird es, wenn man jeden Kompromiss als Angriff auf seine persönliche Freiheit sieht.
 

Benutzer95134 

Verbringt hier viel Zeit
Also erst mal vielen Dank für die vielen netten, hilfreichen Ratschläge. Das beruhigt mich schon mal etwas, dass hier auch einige "Einzelgänger" dabei sind, die es schaffen mit dem Partner zusammenzuwohnen ;-)

Es ist jetzt auch nicht so, dass ich ständig alleine sein muss, aber ich schaue z.B. sehr gerne alleine TV. Wenn ich lerne, ertrage ich es sowieso partout nicht, wenn jemand um mich herum ist, da ich dann jeweils auch Selbstgespräche führe. Ich bin zudem teilweise auch etwas launisch veranlagt und habe Phasen, da mag ich einfach mit niemandem wirklich sprechen.

Ich denke, dass ihr recht habt, wenn ihr sagt, wichtig sei es über die jeweiligen Vorstellungen zu sprechen. Das ist allerdings ein kleiner Knackpunkt, da mein Freund nicht wirklich Lust hat, sich mit solch unvergnüglichen Gesprächen rumzuschlagen. Immerhin habe ich es schon mal geschafft, ihm klar zu machen, dass ich manchmal auch gerne auf meiner Seite des Bettes alleine liegen möchte. Er erdrückt mich nämlich teilweise fast und mir wird dann jeweils furchtbar heiss. Aber in Sachen Putzen/Haushaltsorganisation bin ich da noch nicht wirklich zu ihm vorgedrungen. Er freut sich halt total auf diesen Umzug und leuchtet wohl alle potenziellen Probleme aus. Wenn ich dann immer wieder darüber sprechen möchte, hält er das für kompliziert.

Natürlich werden wir nicht die ganze Zeit aufeinanderhocken. Er arbeitet, ich studiere noch ein paar Monate und werde danach dann auch 100% arbeiten. Aber gerade wenn ich abends nach Hause komme, mag ich es meine Ruhe zu haben, da ich jetzt auch 2 Jahre alleine gewohnt habe. Na ja, manchmal denke ich, dass ich halt einfach etwas sehr eigen geworden bin in den letzten Jahren. Ich bin auch in Sachen Ordnung eine absolute Perfektionistin. Kompromisse einzugehen, wird mich also einiges an Überwindung kosten.

Wie macht ihr denn das konkret mit dem Putzen? Gemeinsames wöchentliches Putzen oder abwechselnd oder je nach Lust und Laune?
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren