Zukunft des Journalismus

P
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  • #1
Es wird ja von vielen vorausgesagt, dass Fernsehen und Printmedien (Zeitungen) nach und nach verschwinden, weil die Jugend heute nur noch im Internet ist. Dort kann jeder Amateur Seiten, Blogs und Foren erstellen und braucht dazu keine Ausbildung. Dazu gehört auch Wikipedia.

Werden ausgebildete Journalisten (mit Studium) in 10 Jahren überhaupt noch gebraucht?
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #2
Werden ausgebildete Journalisten (mit Studium) in 10 Jahren überhaupt noch gebraucht?
Gebraucht werden sie sicher

Falls Du aus beruflichem Interesse fragst: Die Frage ist, ob sich Verlage und Gesellschaft sie leisten wollen. Da habe ich erhebliche Zweifel...

M.a.W.: Falls Du Dich in die Richtung orientieren willst, studier nicht Journalismus, sondern irgendwas, was Dich interessiert und was Dich im Zweifelsfalle auch ermährt.
 
schuichi
Benutzer135918  Sehr bekannt hier
  • #3
Mhm , also ich denke, dass Journalismus nicht in der Form verschwindet . Es muss ja noch welche geben , die ordnungsgemäß die Eilmeldungen nachbearbeiten .
 
K
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  • #4
Mhm , also ich denke, dass Journalismus nicht in der Form verschwindet . Es muss ja noch welche geben , die ordnungsgemäß die Eilmeldungen nachbearbeiten .
Die Frage ist halt, ob jemand was dafür bezahlen will. Falls nicht, wird der Journalismus als Beruf auf jeden Fall verschwinden.

Und "Eilmeldungen nachbearbeiten" findet schon jetzt kaum noch statt - für Korrekturlesen und/oder Nachrecherchieren fehlen oftmals Zeit und Geld.
 
brainie
Benutzer10802  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #5
Bräuchten wir guten Journalismus? Ja. Den braucht man immer.

Werden viele gewillt sein, dafür zu bezahlen? Das ist leider fraglich.

Wird der Printmarkt weiter schrumpfen? Ja, auf jeden Fall. Gerade kleinere Zeitungen werden's sehr, sehr schwer haben.

Wird das Fernsehen komplett verschwinden? Nein, zumindest nicht so schnell. Aber Mediatheken und On-Demand-Angebote werden immer wichtiger werden.

Wird die Bedeutung von Blogs an der Grenze zum Journalismus weiter wachsen? Auf jeden Fall.

Was heißt das nun? Journalismus ist momentan sicher nicht das zukunftsträchtigste Studium. Ich denke aber schon, dass es auch zukünftig Wege geben wird, damit Geld zu verdienen. Es werden nur zum guten Teil neue Wege sein - und vermutlich nicht so viele Menschen ernähren, wie es in der Vergangenheit der Fall war.

Die ganz großen - Spiegel, NYTimes, Guardian und Co - werden sich halten, daneben wird aber denke ich der Nischen-Markt online besondere Bedeutung erhalten. Spezialisierte Angebote, sei's nun lokal oder thematisch, die sich entweder über Werbung, oder, wenn sie in den Augen ihrer Kundschaft großen Mehrwert bieten, über Spenden, Abos oder Abruf-Gebühren finanzieren.

Mit reinem News-Copy-Paste aus dem Ticker wird man zukünftig aber wohl nicht mehr Blätter oder News-Seiten unterhalten können. Und alle relevanten Newsbereiche wirklich journalistisch zu beackern werden sich nur noch die Großen leisten können.
 
Zuletzt bearbeitet:
schuichi
Benutzer135918  Sehr bekannt hier
  • #6
Die Frage ist halt, ob jemand was dafür bezahlen will. Falls nicht, wird der Journalismus als Beruf auf jeden Fall verschwinden.

Und "Eilmeldungen nachbearbeiten" findet schon jetzt kaum noch statt - für Korrekturlesen und/oder Nachrecherchieren fehlen oftmals Zeit und Geld.
Ich meinte ehr : Das was die Eil.Meldungen beinhalten nochmals dementieren oder eben weiter fuer richtige ausführliche Artikel aufarbeiten.

Ich denke aber etablierter Fachjournalissmuss wurde eh bleiben.

Siehe Anime und Gamerszene

Animania und GameStar sind die Medien da und haben im Verhaltnis bessere Absätze als die Bild.

Auch das in Hamburg etablierte Feuerwehr magazin wird eben nur erweitert weiter bestehen.

Kombiangebote wie das Abo Netznews Angebot von vielen dieser Magazine sorgt weiter für guten Absatz.

Fachmagazine im Sport wandern allerdings bei gleichbleibender Qualität immer mehr ins Netz ab , mit eigenen Apps usw.
 
P
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  • Themenstarter
  • #7
Gebraucht werden sie sicher

Falls Du aus beruflichem Interesse fragst: Die Frage ist, ob sich Verlage und Gesellschaft sie leisten wollen. Da habe ich erhebliche Zweifel...

M.a.W.: Falls Du Dich in die Richtung orientieren willst, studier nicht Journalismus, sondern irgendwas, was Dich interessiert und was Dich im Zweifelsfalle auch ermährt.

Nein, ich habe nur aus Interesse gefragt weil ich oft mit Journalisten zu tun habe. Selber möchte ich es nicht machen, die Zukunftsaussichten sind mir nicht sicher genug und die Bezahlung ist auch nicht die beste.
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #8
Nein, ich habe nur aus Interesse gefragt weil ich oft mit Journalisten zu tun habe. Selber möchte ich es nicht machen, die Zukunftsaussichten sind mir nicht sicher genug und die Bezahlung ist auch nicht die beste.
OK...

Wie gesagt: Gebraucht würden sie - da aber von den Verlagen immer mehr gespart wird (und auch unsere ach so grundversorgenden öffentlich-rechtlichen Sender unser Geld lieber für Fußball, Eurovisionsschrott oder Journalistendarsteller wie Jauch ausgeben statt für diejenigen, die die Arbeit machen), Selbständigkeit zwar möglich, aber für viele auch ein hartes Brot ist, kann ich ebenfalls nur abraten.

Umgekehrt gibt es immer noch viel zu viele Journalisten, die keiner braucht, weil sie selbstgefällig und kritikunfähig sind, aber irgendwann mal in dem Metier landen konnten und natürlich ihrerseits dem Ruf der Zunft schaden.
 
Solloki
Benutzer43798  (45) Sehr bekannt hier
  • #9
Ich arbeite selbst gerade in der Branche.
Die Medienlandschaft verändert sich gerade. Verlage sowie Fernsehen haben langezeit das Internet verschlafen. Jetzt rücken sie aber nach. Nicht zwingend zu ihrem Nachteil. Das Fernsehen sit erstmal vorne. Sie haben die Chancen der Kombination von neuen Medien und Fernsehen recht schnell erkannt. Es gibt ja inzwischen viele Sendungen, welche man interaktiv beeinflussen kann (Augmentet Reality, Abstimmungen bei Shows, Interaktive Rateshows, Hintergrundsinfo bei großen Filmen, Bonusmaterial, etc).
Zeitungen und Zeitschriften, stoßen grad in den Onlinemarkt vor. Es gibt eine große Anzahl an neuen Ideen, die umgesetzt werden. Nicht wenige Zeitungen setzen heute stark auf ihre Onlinepräsenz. Diese wird teils sogar ganz anders als die Printmedien aufgebaut, zb andere Titelthemen, Videos oder interaktive Infografiken. Dinge eben, die im Print (noch) nicht gehen. Auch werden zb iPad-Ausgaben ganz speziell für dieses Medium aufbereitet. Was den Bezug angeht, ändert sich auch einiges. Vermehrt setzen die Verlage auf ihren Onlineangeboten auf Bezahlungen. Man kann Abos abschließen und erhält die Printausgabe sowie vollen Zugriff auf die Onlineangebote. Oder man kauft einzelne Artikel für wenige Cent. Klar ist, dass Stück für Stück der freie Content verschwindet. Kaum eine große Zeitunng lässt mehr alle Artikel komplett frei im Netz. Ich gehe davon aus, das sich das ausweiten wird. Ja es gibt eine Menge Seiten, woe man trotzdem umsosnt lesen kann. Aber frag mal, was liest du: das was ohnehin alle bringen. Die wirklcih spannenden Reportagen, zb ausführliche Krisenberichte, Analysen, Ratgeber und Reportagen verschwinden mehr und mehr.
Gut es gibt einige Blogger, die das frei machen (noch). Aber auch die machen das nicht umsonst. Meistens haben sie sehr präsente Werbepartner. Nicht wenige Hauptberufliche Blogger machen ihre Aufträge sehr gezielt aufgrund eines bestimmten Sponsors (sieh zb Reiseblogs oder Kochblogs). Sie werden gesponsort von Maggie (Unilever), Tui, BMW, etc. Der Umkehrschluss ist, dass diese Berichte nicht völlig objektiv sind.
Und dann kommt es sehr darauf an, was du willst. Allenthalben wird sich beschwert, dass die Qualität der Berichte so mies ist und man immer nur das gleiche liest. Das sit genau die Folge der Umsonstkultur. Niemand will mehr für professionelle Journalisten bezahlen (wobei das "niemand" extrem pauschalisierend ist). Aber alle schreien nach objektivem, professionellem Inhalt. Auf dauer funktioniert das nicht. Hier entsteht auch grad ein Umbruch. Ich kann noch nicht ganz sehen, wohin das führt. Meiner Erfahrung nach wird sich die Medienwelt in zwei Lager spalten: billigen, aber auch eintönigen und schlecht gemachten Billig-Content und professionelle Berichte, spannend und einzigartig, aber für einen gewissen Preis. Warum? Weil es nicht tiefer geht. Wenn die Anbieter (Verlage wie auch Journalisten) nicht umdenken, schaffen sie ihre eigenen Berufe ab. Und eines wird es nie geben: eine Welt ohne Berichtstatter. Es liegt somit auch an uns ob wir alle von Laien informiert werden wollen (wobei ich gerne die Laien sehen will, die in Kriegsgebiete fahren, in Gegenden extrem ansteckender Krankheiten oder zu Terrorstaaten) oder ob wir bereit sind ein paar Cent auszugeben für gute Berichte und Nachrichten. Die Zeit der Umsonstkultur, neigt sich dem Ende zu. Das ist meine Prognose.
 
K
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  • #10
Wenn die Anbieter (Verlage wie auch Journalisten) nicht umdenken, schaffen sie ihre eigenen Berufe ab.
Genau das ist aber das Problem: Wenn überhaupt noch Leute angestellt werden, werden die unter Tarif bezahlt - auch wenn die Verlage, wie etwa Springer, im Geld schwimmen. Es werden Stellen gestrichen, daß es quietscht - und zwar nicht nur in den Redaktionen, die tatsächlich in besseren Zeiten zu viele Leute einstellten. Ganz übel ist es bei fast allen Lokalblättern: Gerade hier ist eigentlich die Chance am größten, mit den Inhalten Geld zu verdienen, denn lokale Informationen bekommt man nicht von Spiegel Online oder Tagesschau.de. Aber wenn Lokaljournalisten gar keine Zeit mehr zum Recherchieren haben; wenn die Verleger der Meinung sind, man müsse der Stadtverwaltung und lokalen Unternehmen ehrerbietigst in den Allerwertesten kriechen - dann darf man sich nicht wundern, wenn die Leute das nicht kaufen wollen.
 
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Solloki
Benutzer43798  (45) Sehr bekannt hier
  • #11
Wie gesagt, arbeite ich derzeit in einer Lokalzeitung. Und sie lebt gut. Sie hat sich von ihrem Großkonzern losgekauft und ist inzwischen eigenständig. In ihrem Metier einzigartig. Räumt beständig Preise ab und füllt die Seiten wirklich regelmäßig und in großen Maße mit selbstrecherchierten Artikeln. Anders geht es im Lokaljournalismus gar nicht. Die großen Weltnachrichten kommen zu 90% von der dpa. Da gibts fast nur c&p, eventuell ein wenig Editing. Die lokalen Nachrichten (Bürgermeisterwahlen, Gemeidneratssitzungen, Geschäftsberichte großer Firmen, Unfälle, Verkehrsänderungen, Feste, Uninachrichten, Innovationen, Flüchtlinge, etc) müssen lokal recherchiert werden. Die Kollegen sind jeder mindestens viermal draußen um vor Ort zu interviewen, fotografieren und recherchieren. Die Zeitung hat diverse Serien, die ganz gezielt lokal ausgerichtet sind (Oldtimer vor Ort, der heimische Wald, Restaurantführer, Fahrradsicherheit, lokale Promis, etc). Und das läuft gut.
Aber mir ist bewusst, das das keine Üblichkeit ist. Auch diese Zeitung hat es schwer, aber es trägt sich. Sie haben den Mut sich zu öffnen zu neuen, spannenden Themen und erstmal mehr Geld reinzustecken als offensichtlich rein kommt. Eben da sehe ich das große Problem. Alle die nur mit dem Geldbeutel denken, denken zu kurz. Andere Verlage, die den Großkonzernen untergeordnet sind, verlieren immer weiter an Leserschaft. Einfach weil denen ein krasses Sparprogramm aufdiktiert wird. Das führt dazu, dass die Redakteure viel weniger bis gar keine Zeit mehr für spannende, individuelle Themen haben, was wiederum zu weiterem Schwund der Leserschaft führt. Und damit sterben immer weitere Verlage. Wie gesagt, hier muss umgedacht werden. Du hast völlig recht, dass immer weniger gezahlt wird. Aber die Arbeit muss gemacht werden. Und der Mindestlohn ist Pflicht. Weiter runter geht es nicht. Auch große Verlage, wie G+J merken grad wie ihnen alles wegstirbt. Sie haben nahezu alle Lektoren rausgeworfen und engagieren freie Lektoren. Die Zeitschriften werden effektiv von einem medienfernen Vorstand gestaltet. Aber freie Mitarbeiter sind immer teurer als feste Angestellte. Momentan sehe ich nur, dass der verlorene Gewinn durch Kündigungen und Kürzugungen kompensiert wird. Nach meiner Beobachtung ist das aber ein begrenzter Weg. Weil irgendwann die Kürzung nicht mehr geht. Dann geht nur noch die Schließung des Unternehmens. Und mal ehrlich, das täte der Medienlandschaft durchaus gut.
Wie gesagt, nur meine Beobachtung. Ich habe keine Studien dazu zur Verfügung. Allgemein glaube ich, dass die Verlage das Problem größtenteils verdrängen. Das geht aber nicht mehr ewig so. Journalismus wird es immer geben. Die Frage sit nur, wie der aussehen wird. Wir sind in einer Zeit des Umbruchs. Daher ist es schwer zu sagen, wie das ausgehen wird. Klar ist, dass Menschen ihren Job verlieren werden. klar ist, dass es weniger Produkte geben wird. Und klar ist, dass es Verlage geben wird, die das nicht überleben. Am Ende wird es aber weiterhin Nachrichten, Schreiber und Vertreiber geben.
 
K
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  • #12
Wie gesagt, arbeite ich derzeit in einer Lokalzeitung. Und sie lebt gut. Sie hat sich von ihrem Großkonzern losgekauft und ist inzwischen eigenständig. In ihrem Metier einzigartig. Räumt beständig Preise ab und füllt die Seiten wirklich regelmäßig und in großen Maße mit selbstrecherchierten Artikeln.
Herzlichen Glückwunsch.
Aber mir ist bewusst, das das keine Üblichkeit ist.
Das ist leider der springende Punkt...
 
schuichi
Benutzer135918  Sehr bekannt hier
  • #13
Wennich nur mal unsere Saarbrücker Zeitung nehme, die war ein mal eine der Führensten Regionalzeitungen. Man hatte eigen Auslandsreporter . Dannn ging es los mit dem Einspaaren in der Druckerrei. nun haben die nur noch Freiberufliche Schreiber und keine Korekturleser. . Dementsprechend schlecht sieht die Zeitung aus. Der internetauftritt lässt zu wünschen übrig usw.
 
P
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  • Themenstarter
  • #14
Ich kenne viele gute Journalisten mit Hochschulausbildung. Da es aber mit Zeitungen, Zeitschriften und TV immer mehr bergab geht und die Leute nur noch im Internet nach Meldungen suchen, die meist von journalistischen Laien ohne jede Ahnung verfasst wurden und dafür Millionen Klicks erhalten - hat es überhaupt noch Sinn, Journalistik zu studieren? Stirbt dieser Beruf aus?
 
G
Benutzer Gast
  • #15
Angebot und Nachfrage, man wird sich damit abfinden müssen das es mehr zum Online Angebot geht.
Ob das nun besser ist bezweifel ich allerdings in vielen Fällen. Jeder kann doch im Grunde ein auf Journalist machen.
 
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K
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  • #35
Kurz dadurch dass es schnell gehen muss wird es immer schludriger und die Überschriften reißerischer.
Es gab und gibt sicher Klickköder und der Hektik geschuldete Schlamperei. Gleichzeitig war es aber für Journalisten noch nie so einfach wie aktuell, Fakten zu überprüfen. Früher musste man dazu im Archiv oder der "Dokumentation" Bücher oder alte Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften wälzen, heute reicht meist die Suchmaschine. Sorgfältig arbeitende Journalisten (die es immer noch gibt) nutzen diese (im Zweifelsfalle natürlich auch immer noch das Archiv, denn nicht zu allen Themen findet sich im Netz was und KI ist für Fakten kaum zu gebrauchen).
So generiert sich nach und nach das Rassistische Bild der Zuwanderer als Straftäter, weil sich dies ja besser medial verkauft als der x. Heinz hat Ehefrau erwürgt.
Drecks Medien gab es immer schon. Die BLÖD log in früheren Zeiten viel ungehemmter und warf mehr Dreck auf als aktuell. (Ein Schmierblatt ist sie natürlich immer noch...)

All das hat mit der Krise des Journalistenberufs aber nur bedingt zu tun. Derb gesprochen: Die gestrichenen Jobs bei RTL dürften unter gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten kein Verlust sein. Für Leute, die in dem Bereich arbeiten woll(t)en, sind sie dennoch eine ziemlich laut schrillende Sirene.
 
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schuichi
Benutzer135918  Sehr bekannt hier
  • #43
Es ist sicher mehr geworden. Aber dass Pressemeldungen - nicht nur der Polizei - 1:1 übernommen werden, ist kein neues Phänomen - leider.

So sieht's aus...

Das kommt noch dazu.
Vor allem: Wenn das Produkt wegen der Kaputtsparerei unattraktiv ist, habe ich ja wenig Anreiz, dafür zu zahlen. Ich kenn genug Leute, die sich lange ein Abo ehemals halbwegs angesehener Tageszeitungen leisteten, es aber kündigten, weil es zu teuer und/oder das Gebotene zu schlecht wurde.
Geht mir mit der Saarbrücker Zeitung so die Qualität wird immer schlechter. Es fing an dass sie ihre Lokalredaktionen zusammen kürzten und nur noch auf freien Mitarbeiter setzten dann die Lektoren entließen usw.
 
schuichi
Benutzer135918  Sehr bekannt hier
  • #44
Als ich im Wahlkampf meine Kandidatur festgezurrt hatte, habe ich meine hiesige Lokalzeitung abonniert, weil ich einfach lokale Informationen brauchte und ich nicht davon ausgehen kann, dass ich das "nebenher" bei ARD, ZDF oder von mir aus bei NTV erfahre.
Es gibt aber auch ein Wochenblatt, das ich einzig und allein als "Umlage" der Wochenangebote von ALDI bis Dänisches Bettenlager wahrnehmen will.
Hier mal ein Unterschied zwischen den Formen der Berichterstattung.

Ausgangspunkt: Laut Hauptsatzung findet jedes Jahr eine Bürgerversammlung statt. Dann kommt der Bürgermeister und die Vorsitzenden des Rats meinetwegen ins Schützenhaus des vierkleinsten Ortsteils und diskutieren mit den Leuten über was auch immer. Nun hat der Rat einmütig beschlossen, dass die Bürgerversammlung dieses Jahres zum Thema Steuern, Abgaben und Haushalt einberufen wird.


Die Lokalzeitung titelt in etwa : X-Stadt ruft jährliche Bürgerversammlung ein. Kommunalpolitiker stellen aktuelle Haushalts-und Steuerplanung vor.

Im Wochenblatt: Donnerschlag, steht die Kommune vor der Pleite.

Danach
Lokalzeitung: Harte aber faire Diskussion im Schürzenhaus

Wochenblatt: Kommunalpolitiker zur Minna gemacht, Oma Erna hat Angst um ihr Häuschen.

Einige Leute waren nahezu enttäuscht, dass die Kommunalsteuern kaum steigen und wir den Haushalt im Grunde ausgeglichen haben.



Mein Abo für Online und E-Paper kostete irgendetwas von 14 und 19 Euro. Am Ende ist das auch nichts anderes als das Abo für einen weiteren Streamingdienst und ich höre bei der Preisgestaltung in diesem Bereich weit weniger klagen.
Genau diese um Teufel komm raus Reißerrichen Artikel diese man unbedingt irgendwie bei Springer angeschaut hat sind ja mittlerweile fast überall. Und die Leute lesen dann nur noch die Überschrift und sind Agro !
 
P
Benutzer3277  Beiträge füllen Bücher
  • Themenstarter
  • #45
Wie viel gibst du denn für Zeitungen oder digitale Abos aus?
2 monatliche Zeitschriften und eine tägliche Zeitung, alles zusammen ca. 50 Euro/Monat. Digital hab ich gar nichts abonniert.
 
P
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  • Themenstarter
  • #46
Ja ich würde mir auch Wünschen dass es so etwas wie ein Genrelles Abo gäbe wo ich dann sage ich Bezahle sagen wir 30 Euro im Monat und kann mir X Artikel im Netz durchlesen und die Zeitungen bekommen ihr Geld . Fertig Das würde einiges erleichtern.
Da wäre ich auch dafür. Unsere Lokalredaktion wurde stark reduziert, entsprechend sehen die Artikel jetzt aus: Viele wichtige Themen fehlen. Dafür gibts (von 2 ehemaligen Lokalredakteuren) jetzt eine Online-Version zum halben Preis (ca. 20 Euro), aber dort gibts außer ein paar Fotos mit Bildunterschriften pro Tag nicht viel mehr zu sehen/lesen. Da verzichte ich drauf.
 
Finwe
Benutzer118204  (46) Sehr bekannt hier
  • #47
Ja ich würde mir auch Wünschen dass es so etwas wie ein Genrelles Abo gäbe wo ich dann sage ich Bezahle sagen wir 30 Euro im Monat und kann mir X Artikel im Netz durchlesen und die Zeitungen bekommen ihr Geld . Fertig Das würde einiges erleichtern.
Würde es, aber ich fürchte die Verlage geben ungern die Kontrolle aus der Hand. Und Monatsabos sind natürlich einfacher zu kalkulieren als einzeln verkaufte Artikel.
 
schuichi
Benutzer135918  Sehr bekannt hier
  • #48
Würde es, aber ich fürchte die Verlage geben ungern die Kontrolle aus der Hand. Und Monatsabos sind natürlich einfacher zu kalkulieren als einzeln verkaufte Artikel.
Ja wobei du halt mehr verkaufst wenn Deutschland weit eben Zig Leute noch neben ihrer Stammzeitung ein Abo für alles haben und sich dann Artikel aus diesem Abo zukaufen. Jeder Verlag bekommt dann etwa kalkuliert gleich einen Batzen aus dem Aboerlös und dann eben noch mal einen teil aus den Klicks du kannst dann über den Anteil aus den Abos wenn du im Bund derer bist die Mitmachen kalkulieren. Jeder darüber gekaufte artikel ist noch mal mehr Erlös ein Boni!
 
Finwe
Benutzer118204  (46) Sehr bekannt hier
  • #49
Ja wobei du halt mehr verkaufst wenn Deutschland weit eben Zig Leute noch neben ihrer Stammzeitung ein Abo für alles haben und sich dann Artikel aus diesem Abo zukaufen.
Es besteht halt gleichzeitig die Gefahr, dass das Abo bei der Stammzeitung gekündigt wird, weil das Abo für alles dann ausreicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass die jetzigen Modelle doch den ein oder anderen dazu verleiten bestimmte Abos zu behalten.

Ich finde die Abos auch teuer. Mit abgespeckten Versionen für 1 oder 2 EUR würde sich bestimmt auch nochmal Kundschaft sammeln lassen. Aber bei 10 EUR und mehr überlegt man doch schon zwei mal.
 
K
Benutzer11466  Beiträge füllen Bücher
  • #50
Würde es, aber ich fürchte die Verlage geben ungern die Kontrolle aus der Hand. Und Monatsabos sind natürlich einfacher zu kalkulieren als einzeln verkaufte Artikel.
Das ist dann aber deren Problem - und wenn ich vor der Alternative stehe, nix zu verkaufen, weil es den Leuten zu teuer ist oder Umsatz zu machen mit vielen einzelnen Artikeln, mit denen unterm Strich aber dann doch ein nettes Sümmchen zusammenkäme - dann bin ich blöd, wenn ich dieses Geschäft sausen lasse.

Viele Verleger sind einfach Idioten. Tageszeitungen und viele Zeitschriften waren jahrzehntelang die Lizenz zum Gelddrucken. An den meisten Orten gab und gibt es nur ein Lokalblatt. Wenn Radio-Müller Personal suchte oder der Kaufhof Leute in den Laden locken wollte, ging das per Inserat im Lokalblatt. Vielerorts gehörte dem Verlag des Lokalblatts auch der Telefonbuchverlag - die nächste Gelddruckmaschine. Diese Herrschaften mussten sich schon sehr doof anstellen, um mit ihren Blättern Miese zu machen.

Seit etwa 20 Jahren läuft dieses Modell nicht mehr - viele der ehemaligen Couponschneider müssen sich zum ersten Mal in ihrem Leben Gedanken darüber machen, ihr Produkt aktiv an den Mann zu bringen - es ist kein Selbstläufer mehr. Den Trotteln unter den Verlegern fällt außer Kaputtsparen nix ein, was mittelfristig ihr Untergang sein wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Finwe
Benutzer118204  (46) Sehr bekannt hier
  • #51
es ist kein Selbstläufer mehr.
Ja das stimmt, man merkt bei so mancher Zeitung schon, wie schwerfällig sie sich im Netz tun. Unsere Regionalzeitung passt da auch gut dazu. Mich würde z.B. nicht wundern, wenn die App Werbung zeigt weil sie auf einer komischen Allerwelts-Basis aufgebaut wurde. Die Webseite wirkt nicht modern, die Kommentare waren mal eine Zeit über Nacht deaktiviert, weil die Interaktion mit Kunden dann doch nur eine kleine Nebensache ist. Und bei den Lokalnachrichten wirkt es auch so, als solle bloß niemandem auf die Füße gestanden werden.

Innovativere Ideen findet man dann eher bei neueren Formaten. Ich hab mal Krautreporter angeschaut. Dort gibt es ja eher ausführlichere Artikel. Alle Artikel werden eingesprochen und können in der App wie ein Podcast angehört werden. Es gibt mehrere Themenspezifische Newsletter, u.a. einen am Morgen, der die drei wichtigsten Nachrichten des Tages kurz zusammenfasst. Das sind zumindest mal andere Ansätze.

Bei unserer Regionalzeitung sind Mails vor allem Werbung für irgendwelche Veranstaltungen oder sonstige Dinge die der Verlag nebenbei verkauft. Oder der nächste Versuch mich von einem deutlich teureren Printabo zu überzeugen.
 
Papalapap
Benutzer138994  (44) Sehr bekannt hier
  • #52
Ehrlich gesagt macht es auch keinen Spaß mehr Berichte von Journalisten zu lesen. Ich bin so genervt von den ständigen Wiederholungen eines Textes. Zuerst das Wesentliche in der Überschrift. Dann ein Vorwort, in dem noch mal das selbe wie in der Überschrift steht und dann der eigentliche Text, indem wieder gaaaanz von vorne beginnen wird zu erklären, obwohl man es sich schon zweimal eben gerade gelesen hat. Irgendwann denk ich mir dann, "Komm doch endlich mal zum Punkt."
Muss man wirklich die halbe Seite mit einem sinnlosen Vorwort vollkitzeln, um dann nochmal da Selbe, nur in längerer Form, lesen zu müssen?
Welch eine Verschwendung von Lebenszeit.
 
Finwe
Benutzer118204  (46) Sehr bekannt hier
  • #53
Muss man wirklich die halbe Seite mit einem sinnlosen Vorwort vollkitzeln, um dann nochmal da Selbe, nur in längerer Form, lesen zu müssen?
Ich vermute das ist zur Suchmaschinenoptimierung und für optimierte Darstellung in Feedreadern und ähnlicher Software.
 
Papalapap
Benutzer138994  (44) Sehr bekannt hier
  • #54
Finwe
Benutzer118204  (46) Sehr bekannt hier
  • #55
Auch in Zeitungen aus Papier?
Unsere Tageszeitung macht da keinen Unterschied, da erscheinen die gleichen Artikel in beiden Medien. Aber könnte natürlich auch eine Aufteilung für unterschiedliche Leser sein: Überschrift - Zusammenfassung - Alles
 
Papalapap
Benutzer138994  (44) Sehr bekannt hier
  • #56
Unsere Tageszeitung macht da keinen Unterschied, da erscheinen die gleichen Artikel in beiden Medien. Aber könnte natürlich auch eine Aufteilung für unterschiedliche Leser sein: Überschrift - Zusammenfassung - Alles
Meines Wissens wurde schon immer so in diesem Stile geschrieben. Auch schon vor dem Internet.
 
F
Benutzer217578  (38) Öfter im Forum
  • #57
Finwe Finwe , ich meinte damit, dass ich die Werbeblätte eigentlich nur rausnehme und die Zeitung als "Verpackung" bislang immer entsorgt habe. Sie liefert einfach keinen Grund gelesen zu werden, seitdem ich kommunalpolitisch unterwegs bin, muss ich natürlich immer mal wieder einen Blick reinwerfen.
 
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