Zeitung lesen während der bezahlten Arbeitszeit - ok oder nicht?!

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Samaire, es geht doch gar nicht um den blöden Vertrag. Der wurde ja nur ins Spiel gebracht um zu klären, welche PFLICHTEN sie hat.

Ich glaube auch kaum, dass es hier nur um drei Handtücher in der Woche geht - wenn keine Putzfrau/sonstige Helferin angestellt ist, müssen sämtliche Räume (einschließlich der Toiletten) regelmäßig gründlich gereinigt werden, zusätzlich eben die Reinigung des Arbeitsmaterials, was auch die Bedienung der Waschmaschine miteinschließt, Bügeln etc. und und und.

Es kann doch sein, dass sie diese Aufgaben an ihrer vorherigen Arbeitsstelle nicht ausführen musste. Und ja, da kann ich auch verstehen, wenn man ein wenig muffelig ist, wenn einem das (absichtlich?) verschwiegen wurde.

Vielleicht lag auch einfach ein Missverständnis vor - die Kollegin dachte, es sei selbstverständlich, dass eine zusätzliche Kraft diese Arbeiten erledigt, während die Chefin genau der anderen Ansicht war.

Aber das ist alles so leicht zu klären, aber da wir alle nicht dabei waren (und die TS bzw. die Chefin ehrlich gesagt sowieso parteiisch die Situation schildern würde), lässt sich das alles nicht so leicht beantworten.

Vielleicht packt die Angestellte ja auch mit an, aber ihr fehlt das Speichellecker-Gen, das sicherstellt, auch die Toiletten mit Enthusiasmus zu reinigen. Ne, das ist viel zu subjektiv geschildert, um in Entrüstung zu verfallen!
 

Benutzer12784  (39)

Sehr bekannt hier
Der Job des Arbeitgebers ist es Arbeit zu geben, das heißt wenn sie eine Mitarbeiterin für einen Bereich einstellt hat sie dafür zu sorgen das diese Mitarbeiterin in diesem Bereich auch ausgelastet ist.
Solange sie keine Klausel im Vertrag hat, von der auch durch die Arbeiterkammer abgeraten wird, muss der Arbeitnehmer nicht Aufgaben übernehmen die nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen. Oder erwartest du vom Chirurgen auch das er wenn er nichts zu tun hat mal eben den Flur wischt? (Ja, das ist ein übertriebenes Beispiel :zwinker: )
Ich finds seltsam wenn sich ein Arbeitgeber darüber aufregt das der Arbeitnehmer auf Arbeit wartet anstatt etwas Bereichsfremdes zu machen wenn er als Arbeitgeber es nicht schafft genug Arbeit zu schaffen.


Der Job des Arbeitnehmers ist es die Arbeit für die er eingestellt ist gut zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Alles andere ist guter Wille und das muss erstmal ausgehandelt werden.

Finde diese "Sie soll froh sein das sie nen Job hat" Moral ziemlich ungut. Der Mensch zählt gar nichts und soll sich für seine Arbeitstelle zum Sklaven machen.

Das sie sich um ihr eigenes Arbeitsmaterial kümmern muss ist klar, genauso wie um ihren eigenen Arbeitsbereich. Aber ich teil ja nicht Person A ein um Person Bs Arbeitsgeräte zu säubern, ausser wenn es Person As Job ist.
 

Benutzer8402 

Verbringt hier viel Zeit
Ich als Arbeitgeber würde mich nicht großartig einmischen wie meine Angestellten die Arbeitszeit verbringen SOLANGE sie ihre vorgesehenen Arbeiten zeitgerecht und zu meiner Zufriedenheit erledigen.

Ich würde niemandem vorschreiben wann und wie er seine Pause zu halten hat. Ich hätte auch nix dagegen wenn jemand mal Zeitung dazwischen liest.

Wenn ich aber möchte, dass jemand eine Arbeit bis zu einem bestimmten Termin erledigt (neudeutsch: Task), dann sollte das gemacht werden. Wie, ist mir egal, ob mit oder ohne Pause das lasse ich jedem frei.

Also wenn ich als Arbeitnehmer eine Aufgabe bekomme ("könntest du bitte die Blumen gießen / Wäsche waschen etc.") dann tu ich das auch. Vertrag hin oder her, das gehört einfach zum Arbeitsverhältnis dazu, dass man auch außervetragliche Arbeiten erledigt, sofern sie nicht menschenunwürdig, unmoralisch oder sonst was sind.
 

Benutzer48909 

Meistens hier zu finden
und diese Aussage finde ich absolut daneben. Meine Freundin bemüht sich, eine gute Chefin zu sein und ich finde es erschreckend, dass irgendwie niemand von euch das nur ansatzweise nachvollziehen will oder kann, dass aller Anfang schwierig ist, auch der Anfang als Chefin.
Ob hier der Neid spricht oder Ignoranz, Gleichgültigkeit oder was auch immer, das wüsste ich gerne.

Was verstehst du unter "aller Anfang ist schwierig"? Deine Freundin scheint, so wie du es schilderst mehrere AN zu haben, nach dieser speziellen hat sie, deinen Angaben "sehr lange" gesucht, und ich glaube hier schwirrte mal die Angabe 6 Monate durch den Thread. Die ist jetzt auch schon 5 Monate da.

Daraus schlussfolgere ich, dass sie mindestens schon seit über einem Jahr selbständig ist. Wie lange ganz genau soll ihr den zugestanden werden ihre Mitarbeiter nicht ordentlich führen zu können? Was du hier schilderst ist ja nun kein riesengroßes Problem, sondern eine Sache, bei der sie genau 2 sehr einfache Möglichkeiten hat, die jeder, auch jemand, der keine Ahnung von Mitarbeiterführung hat, sehen kann:

1. Sie sucht das klärende Gespräch mit der AN und diese sieht es entweder ein oder nicht. Danach ist entweder alles gut, und die AN übernimmt auch die Hilfsarbeiten oder sie macht es nicht und deine Freundin muss sich überlegen, ob sie sich eine neue AN sucht oder ob sie das akzeptiert.

2. Die AG scheut das Gespräch mit der AN und sie lässt diese in Frieden mit den Hilfsarbeiten.

Sehr simpel, und nichts, wo man jetzt sagen müsste: Mein Gott, sie ist ja noch so neu dabei und aller Anfang ist schwer.
Wenn ich mehrere Mitarbeiter habe, dann muss ich auch in der Lage sein diese ordentlich zu führen. Kann ich das nicht muss ich entweder ein Seminar besuchen und das lernen oder ich bin halt kein guter Vorgesetzter. Man kann als AG nicht erwarten, dass man immer nur 100% pflegeleichte Mitarbeiter bekommt.

Off-Topic:

Was ich nicht besonders gut finde:
Alle, die eine andere Meinung haben als du werden von dir als zickig, ignorant usw. hingestellt. Du wirfst Starla vor, dass sie rumzickt. Lies mal alle Beiträge sachlich durch (wenn du das kannst). Dann wird dir auffallen, dass außer dir hier keiner zickig geworden ist.
Es handelt sich hier um ein Diskussionsforum, da treffen nun mal verschiedene Einstellungen aufeinander. Wenn du einen Thread willst wo dir jeder zustimmt, dann schreib das am besten gleich im ersten Post, dann wissen alle Bescheid.


als ich das Thema eröffnet habe, dachte ich nicht, dass viele hier solch eine Einstellung zur Arbeit haben:kopfschue

Alle, die hier geantwortet haben haben eine gesunde Einstellung zur Arbeit. Daran, das zu machen, wofür man eingstellt wurde ist nichts verwerfliches, auch wenn du jetzt versuchst es so darzustellen. Die Schuld an der Schieflage, die im Betrieb entstanden ist, liegt hier eindeutig beim AG so wie du es schilderst.
 

Benutzer10736 

Benutzer gesperrt
Ein Arbeitnehmer muss genau das machen, was in seinem Arbeitsvertrag steht. Nicht mehr und nicht weniger.

Das nennt man deshalb auch Arbeitsvertrag. Leistung und Gegenleistung.
Genau das. Und ich verstehe nicht, was daran so schwer zu kapieren ist.

Wenn ich mir einen Handwerker hole, um die Waschmaschine zu reparieren, er einen Kostenvoranschlag macht und die Arbeiten richtig ausführt, sage ich doch auch nicht: "Wissen Sie, ich hab sie zwar dafür nicht bezahlt, aber irgendwie halte ich den Preis im Kostenvoranschlag jetzt doch zu hoch dafür, eigentlich könnten Sie doch auch noch meine Toilette reparieren".

Wenn ich im Restaurant essen gehe, erwarte ich auch nicht, umsonst noch einen Nachtisch dazu zu bekommen, weil der Koch doch auch mal mehr machen könnte, als er muß.

Das ist doch gerade Sinn und Zweck eines Vertrags, daß Leistung und Gegenleistung vereinbart sind und genau DAS dann auch die Pflichten von beiden Parteien sind.

Wieso man einem Arbeitnehmer, der genau DAS macht, was er laut seinem Vertrag machen SOLL und wofür er bezahlt und angestellt ist, vorwirft, er habe eine schlechte Arbeitsmoral, verstehe ich beim besten Willen nicht. Seine Aufgabe ist es, seine Arbeitskraft für die vertraglich vorgesehenen Tätigkeiten zur Verfügung zu stellen - Aufgabe des Arbeitgebers ist es umgekehrt, die Rahmenbedingungen zu schaffen, daß der Arbeitnehmer auch arbeiten KANN, und dazu gehört auch die Beschaffung von Arbeit; dafür ist man ja gerade Angestellter, daß man sich eben nicht selbst um die Arbeitsbeschaffung und Auslastung kümmern muß.

Wie gesagt, wenn vereinbart wurde, daß auch Putz-/Aufräumtätigkeiten oder Bügeln dazugehören, dann muß der Arbeitnehmer natürlich auch das tun. Aber man kann nicht erwarten, daß er das einfach so macht, wenn er für DIESE Leistung nicht angestellt ist.

Und wir reden hier ja auch nicht davon, daß mal eine Kaffeetasse zu spülen, Blumen zu gießen oder ein Papierkorb auszuleeren ist, sondern wir reden davon, eine gesamte Praxis sauberzuhalten, das heißt komplett zu putzen, vermutlich auch die sanitären Anlagen, massenhaft Tücher zu waschen und zu bügeln... Das ist ja nicht "MAL mit anpacken", sondern eine regelmäßige Tätigkeit als Putzfrau/Waschfrau/Bügelhilfe, und da könnte ich durchaus verstehen, wenn jemand, der als Masseurin - und nur als Masseurin - angestellt ist, sich zu diesen Arbeiten nicht verpflichtet fühlt; und das zu recht.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Genau das. Und ich verstehe nicht, was daran so schwer zu kapieren ist.

theoretisch hast du sicher recht - obwohl, besonders in kleinen unternehmen, lange nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. ich glaube auch nicht, dass es für die angestellte so ein problem wäre, anstatt zeitung zu lesen die wäsche zu waschen oder aufzukehren oder sonstwas - eher würde sie sich selbst rauswerfen, wenn sie in einem so kleinen kollegium auf ihren arbeitsvertrag pochen würde. unter 5 mitarbeitern der "arsch" zu sein, das hält niemand auf die dauer aus.

fest steht, dass allgemeine tätigkeiten zum aufgabenbereich der "stelle" gehören, für die die frau angestellt worden ist. problematisch, und nicht ihre schuld, ist, dass anscheinend weder ihr arbeitsvertrag noch gespräche klargestellt haben, dass das so ist. drei möglichkeiten: 1) sie erklärt sich bereit, diese tätigkeiten zu machen 2) sie erklärt sich nciht dazu bereit und der streit geht weiter 3) sie erklärt sich nicht dazu bereit und die tätigkeiten werden unter den übrigen mitarbeiterinnen aufgeteilt. 2 und 3 sind zwar theoretisch drin, aber wie gesagt, es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht. das bezweifle ich schwer, dass über kurz oder lang etwas anderes eintritt als 1).
 

Benutzer79932 

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Also, mir erschliesst sich nirgends, dass diese Dame gebeten wird, das ganze Center zu putzen oder die gesamte Wäsche für das ganze Center zu waschen o.ä. Dann wäre der Fall natürlich anders.

Quote Ausgangsthread:
Wenn sie das sieht, sagt meine Freundin meistens zu der Neuen: "Könntest du bitte nach der Wäsche in der Waschmaschine schauen"/Giesst du bitte die Blumen/kannst du bitte die Mülleimer ausleeren".

Ich sehe da kleine Arbeiten, die in einem kleinen Umfeld für mich wie selbstverständlich dazugehören. Den Mülleimer auszuleeren oder die Blumen zu giessen dauert was, zwei Minuten? Ich glaube, das kann man verschmerzen und es bleibt sogar noch mehr als genug Zeit, sich danach wieder seiner Zeitschrift zu widmen.

Ich würde jedem ins Gesicht lachen, der mir bei einer solchen Aufforderung sagen würde, dass diese Aufgabe nicht im Vertrag stehe (ja ich weiss, dass es nicht primär darum ging, aber das wurde hier ausgegraben und mehrfach genannt, also reite ich auch draufrum). Erst recht dann, wenn die Aufforderung zu dem Zeitpunkt käme, an dem diese Person gerade intensiv mit einer Klatschzeitschrift beschäftigt ist. Bei mir liefe das so gar nicht, sorry, und falls sich die Person konsequent weigert, kleine Arbeiten auszuführen - und zwar ohne Murren - so hätten wir sehr schnell ein grosses Problem. So was fällt für mich unter "beschissenes Teamverhalten" und ist nicht akzeptabel.

Was ich sonst übrigens meist recht gut finde ist, eine "Ämtchenliste" zu erstellen. Ich hatte das bisher bei jeder Arbeitsstelle. Einer ist halt zuständig fürs Pflanzengiesen, einer fürs Geschirrspülmaschine ausräumen, einer fürs Zeitungen zusammenbinden, einer fürs Post holen etc.pp. Dann gibts wenigstens kein Dauergemotze. Ausnahmen vorbehalten, es gibt immer welche, die sich für alles zu gut sind.
 

Benutzer10736 

Benutzer gesperrt
Also, mir erschliesst sich nirgends, dass diese Dame gebeten wird, das ganze Center zu putzen oder die gesamte Wäsche für das ganze Center zu waschen o.ä. Dann wäre der Fall natürlich anders.

Quote Ausgangsthread:


Ich sehe da kleine Arbeiten, die in einem kleinen Umfeld für mich wie selbstverständlich dazugehören. Den Mülleimer auszuleeren oder die Blumen zu giessen dauert was, zwei Minuten?
Ebenfalls Quote Ausgangsthread:

Nun hat sich meine Freundin bei mir halt ein bisschen aufgeregt - dass sie es unverschämt und frech von der neuen Mitarbeiterin findet, dass sie einfach so, obwohl sie keine Pause hat, Zeitschriften liest, bzw. nur herumsitzt, obwohl es viel zu erledigen gäbe (Wäsche waschen, Leintücher bügeln, staubsaugen etc.)

Aber es gibt dort keine eigene "Putzfrau", "Wäscherin", "Büglerin" etc., es ist normal, dass das die Angestellten machen, wenn sie Zeit/keine Kunden haben.

Wenn die Angestellten komplett selbst den Laden sauber halten müssen, dann geht das über "mal die Blumen gießen" weit hinaus...

Ich verstehe aber auch ehrlich gesagt nicht, wie es sein kann, daß sowas nicht schon VOR Beginn des Arbeitsverhältnisses geklärt wurde.

Ich meine, irgendwann im Vorstellungsgespräch dürfte doch mal die Frage aufgekommen sein: "Und was genau gehört jetzt zu meinen Aufgaben?" - Und eigentlich hätte dann doch geantwortet werden müssen: "Sie sind als Masseurin angestellt, das heißt, Sie führen Massagen durch, wenn Kunden eingetragen sind. Im übrigen ist es hier auch üblich, daß sich die Angestellten an den sonst anfallenden Arbeiten, die im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit stehen - Tücher waschen und bügeln, z.B. - beteiligen, wenn ihnen gerade kein Kunde eingetragen ist, das würde also auch von Ihnen erwartet".

Irgendein Gespräch in dieser Richtung MUSS doch stattgefunden haben, eigentlich...
 

Benutzer37188 

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Ob das so in ihrem Vertrag steht, ist doch völlig wurst, oder nicht?
Das ist einfach gesunder Menschenverstand und auch "Teamempfinden", dass man solche Dinge tut, die eben jeder tun muss.
Rumsitzen ist doch bei keiner Arbeit gern gesehen und man bricht sich wirklich keinen Zacken aus der Krone, wenn man mal den Mülleimer leert, bügelt etc. - Die anderen Kollegen tun es ja anscheinend auch! Das gehört einfach dazu.

Deine Freundin sollte sie da nicht zu arg mit Samthandschuhen anfassen, aus Angst, dass sie dann wieder geht. Sonst reitet sie ihr irgendwann noch gründlich auf der Nase herum.. Deine Freundin ist die Chefin und sollte ein klein wenig selbstbewusster denken.
Jeder hat mit anzupacken, also muss sie das auch durchsetzen. Freundlich, aber bestimmt.
 

Benutzer15917  (33)

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Wenn die Angstellte keine Hilfsarbeiten erledigen will, dann würde ich versuchen ihre Arbeitszeit mit Massagen erfüllen und Gratis-Massagen für treue Kunden oder günstige Angebote für Massagen anbieten, damit mehr Kundschaft kommt. Wenn die Arbeitszeit eh bezahlt werden muss, dann würde sich das vielleicht sogar lohnen.
Liebe Grüße
 

Benutzer10111 

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Hallo Leute,

so jetzt möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben, nachdem ich sehr interessiert die Diskussion verfolgt habe. Ich bin derzeit Student, habe aber auch schon gejobt, habe grade ein längeres Praktikum bei meinem zukünftigen Arbeitgeber hinter mir.

Ich halte den Punkt mit dem Vertrag schon für wichtig unter 2 Gesichtspunkten.
Zum einen geht es um das rechtliche wobei es scheinbar um Leistungen geht, die über das vertraglich Vereinbarte hinausgehen. Zum anderen ist dieser Vertrag auch als "Kommunikationsmittel" zu sehen, den die Arbeitnehmerin zur Kenntnis genommen hat und damit weiß was zu tun ist.
Wir haben die Situation aus Sicht der TS geschildert bekommen, was im wesentlichen auch dem Blickwinkel ihrer Freundin = Chefin entspricht. Die Mitarbeiterin stellt so eine Art "Blackbox" dar, da wir von ihren Gedanken (sowie die Chefin) ja noch keine Ahnung haben.

1) Ich möchte zuerst auf die Kommunikation eingehen.
Die Chefin empfindet die (zusätzlichen) Aufgaben als "selbstverständlich". Möglicherweise ist es aus Sicht der Angestellten aber nicht so klar und ihr sind diese Aufgaben nicht bewusst. Dann liegt es entweder einer mangelnden (bzw. unterdurchschnittlichen) Auffassungsgabe der MA oder an der Form der Kommunikation wie es ihr mitgeteilt wurde. Ob die MA nun verstehen sollte, dass sie ab und an mal dazu aufgefordert wird, etwas zusätzlich zu machen oder dass diese Tätigkeiten als ständige Arbeit zu sehen sind, ist schwer zu beurteilen. Dies kann natürlich auch durch ihre vorherige Arbeitsstelle beeinflusst sein, falls hier solche Tätigkeiten eben nicht dazugehört haben. Das die anderen Mitarbeiterinnen diese Dinge freiwillig erledigen, weiß zwar auch die Chefin, aber weiß die MA wofür die anderen eingestellt worden sind?
In beiden Fällen ist es der Mitarbeiterin nicht einmal bewußt, dass sie die Aufgaben regelmäßig durchführen soll. Da besteht Handlungsbedarf bei der Chefin - sie hat für die klaren Verhältnisse zu sorgen und muss die Mitarbeiter führen.

@TS-Antwort: In dem Fall, dass mein Chef Tätigkeiten von mir erwartet, die mir nicht bewußt sind, würde ich sie wohl zwangsläufig auch nicht ausführen. (Die Wahrscheinlichkeit scheint allerdings gering, dass dem so ist.)

2) Nun nocheinmal der rechtlich vereinbarte Teil. Die MA weiß bescheid, dass sie diese Aufgaben machen soll, übernimmt sie allerdings nicht.
Das kann daran liegen, dass sie wirklich einfach faul ist. Man muss aber auch sehen, dass es für die MA nicht von anfang an offensichtlich war, was auf sie zu kam. Natürlich ist es für mich persönlich angenehmer in meiner Lieblingszeitschrift oder einem guten Buch zu blättern, als den Laden zu putzen.
Ihr Teamgeist ist vielleicht nicht soweit entwickelt und wird sich auch nur schwer ändern bzw. ist das Verhältnis zu den Kollegen oder ihrer Chefin ihr nicht so wichtig bzw. ist es aus ihrer Perspektive beeinträchtigt. (Möglicherweise dadurch, dass es ihr vorkam, dass ihr die Aufgaben als "faules Ei untergeschoben wurden".)

Ein weiterer Grund könnte sein, dass sie sich einfach zu fein dafür ist, denn grad bei Putzsachen gibts teilweise Geringschätzung für die Arbeit und die Personen.("Mein Vater ist Starchirurg vs. mein Vater reinigt die Toiletten bei XXX")

@TS-Antwort:
Ob und in welchem Maße ich weitere Aufgaben übernehme und mich zusätzlich Einbringe hängt von meiner Motivation und vom Verhältnis zu Arbeitgeber und Kollegen ab. In diesem Falle würde ich diese kleinen zusätzlichen Aufgaben auch übernehmen - (natürlich wird sie ja in dieser Zeit besser bezahlt, als es für diese Tätigkeiten üblich wäre. Andersrum hätte ich schon eher ein Problem damit.)

Auch wenns nicht erwünscht war: :tongue:
In jedem Falle ist ein Gespräch mit der Gegenseite nötig. Um eine gleiche Sicht der Arbeitsstelle zu schaffen bzgl. der Tätigkeiten, um mögliche Probleme mit dem Chef/Kollegen aufzudecken oder um die unterschiedlichen Auffassungen zu der Arbeitseinstellung aufzudecken. Das Ergebnis sollte dann ein besseres gegenseitiges Verständnis und bessere Zusammenarbeit sein, oder die Erkenntnis, dass man auf längere Zeit wohl nicht zusammen kommen wird und sich schon einmal nach Ersatz umschaut.
(*g* Ist wie bei den Anworten in den Liebesthemen....reden, reden, reden...)

Hätte jetzt noch mehr schreiben können, aber ich denke es ist so schon lang genug...
 

Benutzer76900 

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Danke für eure Antworten:smile:

ich dachte zwar nicht, dass für so viele das beschriebene Szenario in Ordnung ist - aber darum habe ich ja gefragt:zwinker:

Falls sich jemand von mir angegriffen gefühlt hat (z.B. Starla) möchte ich mich dafür entschuldigen:smile:

Off-Topic:
es ist schon klar dass meine Freundin mit ihrer Angestellten sprechen muss, aber das war ja wie gesagt, nicht die Frage.
 
S

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Gast
@Gazalia

Es ist schon okay, Du brauchst Dich nicht zu entschuldigen, ich habe mich nicht angegriffen gefühlt :zwinker:
 

Benutzer37188 

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Nein. Schließlich ist der Vertrag unter anderem dazu da, den Tätigkeitsbereich festzulegen.
Sie hat einer Masseurin 18 Stunden Arbeit die Woche zugesagt, die Masseurin konnte und musste nicht davon ausgehen, dass damit noch andere Tätigkeiten als Massage gemeint sind. Auch Angestellte haben im ALlgemeinen keine hellseherischen Fähigkeiten.

Es wurde ihr aber offenbar nie gesagt, dass sie solche Dinge grundsätzlich tun muss.

Das meinte ich ja mit dem, was du von mir zitiert hast - solche Kleinigkeiten wären für mich selbstverständlich; spätestens, nachdem die Chefin mich dazu mal aufgefordert hat.

Wenn man neu ist und den Betrieb, bzw. die Abläufe noch nicht kennt, dann sehe ich das ja ein. Wie du gesagt hast, hat man eben keine hellseherischen Fähigkeiten.
Aber wie gesagt - spätestens, nachdem ich wiederholt zu solchen kleinen Tätigkeiten aufgefordert werde, fange ich doch an, das selbstständig zu machen, oder nicht?
Es ist ja nichts, wo sie sich ausgenutzt oder überarbeitet fühlen muss - Mülleimer leeren und Blumen gießen.........

Wenn sie sich da wirklich ans Bein gepinkelt sieht, dann finde ich das doch ziemlich übertrieben...
 

Benutzer10610 

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Das meinte ich ja mit dem, was du von mir zitiert hast - solche Kleinigkeiten wären für mich selbstverständlich; spätestens, nachdem die Chefin mich dazu mal aufgefordert hat.

Wenn man neu ist und den Betrieb, bzw. die Abläufe noch nicht kennt, dann sehe ich das ja ein. Wie du gesagt hast, hat man eben keine hellseherischen Fähigkeiten.
Aber wie gesagt - spätestens, nachdem ich wiederholt zu solchen kleinen Tätigkeiten aufgefordert werde, fange ich doch an, das selbstständig zu machen, oder nicht?
Es ist ja nichts, wo sie sich ausgenutzt oder überarbeitet fühlen muss - Mülleimer leeren und Blumen gießen.........

Wenn sie sich da wirklich ans Bein gepinkelt sieht, dann finde ich das doch ziemlich übertrieben...

Sehe ich auch so. Wobei ich sagen muss, dass für allgemeine Putztätigkeiten eine Putzkraft eingestellt werden sollte... aber der ganze Kleinkram wie Aufräumen, Wäsche waschen, bügeln etc... wenn die anderen Angestellten das machen wäre es für mich selbstverständlich, das auch zu tun.

Gott sei Dank gibts neben dem Arbeitsvertrag am Ende auch ein Zeugnis und alle, die hier anmerken, dass sie doch nix tun was nicht im Vertrag steht, wundern sich hoffentlich, wenn ihre Leistung nicht die beste Bewertung bekommen hat :grin:
 

Benutzer10736 

Benutzer gesperrt
Gott sei Dank gibts neben dem Arbeitsvertrag am Ende auch ein Zeugnis und alle, die hier anmerken, dass sie doch nix tun was nicht im Vertrag steht, wundern sich hoffentlich, wenn ihre Leistung nicht die beste Bewertung bekommen hat :grin:
Wenn ich ein schlechtes Arbeitszeugnis bekäme, weil ich nicht die Büroräume geputzt habe, dann kannst du davon ausgehen, daß ich dagegen klagen würde.

Wie gesagt, es ist ein Unterschied, ob man MAL kleinere Nebentätigkeiten miterledigt, oder ob man Putz-, Wasch- und Bügelkraft in einem sein soll, wenn man eigentlich als Masseurin angestellt ist.

@Threadstarterin: Mich würde interessieren,
1) als was genau diese Masseurin denn jetzt eigentlich angestellt ist,
2) ob und inwieweit in Vorstellungsgesprächen zur Sprache kam, daß zu ihren Arbeitsaufgaben auch solche Tätigkeiten gehören, und
3) in welchem Umfang jetzt wirklich sonstige Tätigkeiten von ihr erwartet werden, ob es sich also auf "ab und zu auch mal die Waschmaschine einschalten" beschränkt, oder ob von den Angestellten wirklich erwartet wird, die Räumlichkeiten komplett zu putzen (also auch Böden wischen, staubsaugen, Fenster putzen usw...) und alles, was sonst so anfällt, komplett zu erledigen.

Ohne die Beantwortung dieser Fragen kann man, wie ja schon festgestellt wurde, nämlich nicht wirklich beurteilen, wer sich jetzt "richtig" verhält und wer "falsch" und welches Verhalten für die Arbeitgeberin bzw. die Angestellte jetzt wirklich "angemessen" wäre.
 

Benutzer10610 

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Off-Topic:
Wenn ich ein schlechtes Arbeitszeugnis bekäme, weil ich nicht die Büroräume geputzt habe, dann kannst du davon ausgehen, daß ich dagegen klagen würde.
"kein sehr gutes" ist ja nun nicht gleichzusetzen mit "ein schlechtes"
Aber wenn eine Angestellte sich - im Gegensatz zu den anderen Angestellten (!) - so gut wie nie um allgemeine Tätigkeiten gekümmert hat (weils nicht im Vertrag stand), dann ist das schon allein wegen der Gerechtigkeit gegenüber der anderen kein "sehr gut" im Zeugnis mehr.
Allerdings unter der Vorraussetzung, dass die anderen die Aufgaben mit den gleichen Vertragsvorraussetzungen trotzdem zusätzlich erledigen UND das es irgendwann mal in irgendeiner Weise angesprochen wurde, dass diese Tätigkeiten mit dazu gehören. Wenn man NIE drauf hingeweisen wird und man nicht hellsehen kann, dann kann man es auch nicht tun :zwinker: Aber wie schon irgendwer erwähnt hat, wenn man schon mehrmals gebeten wurde irgendwas zu tun, sobald man tatenlos rumsaß, dann sollte man schon seine Schlüsse daraus ziehen können und allein schon um nicht NOCHMAL angewiesen zu werden von alleine Aufgaben suchen und erledigen

es muss schließlich auch eine Möglichkeit geben, die zusätzliche Arbeit der anderen Mitarbeiter (im Zeugnis) zu honorieren, beispielsweise mit so einer Staffelung:
tun was im Vertrag steht, das aber nicht perfekt: ausreichend
tun was im Vertrag steht, das aber manchmal nicht perfekt: befriedigend
tun was im Vertrag steht, und das immer perfekt: gut
sich über den Vertrag hinaus engagieren und zusätzlich alle vertraglichen Aufgaben perfekt erfüllen: sehr gut
 
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