Zeit für sich

K
Benutzer199654  (26) Ist noch neu hier
  • #1
Liebes Forum :smile:,
ich würde gerne einmal ein paar eurer Erfahrungen hören zu dem Thema "Zeit für sich in einer Beziehung".
Ich wohne nicht mit meiner Partnerin zusammen und muss mir manchmal aktiv diese Zeit einfordern, weil es mir guttut auch mal alleine zu sein.

Mich plagen dann immer unfassbare Schuldgefühle, weil es für meine Partnerin offenbar regelrecht eine Qual ist, ohne mich zu sein.
Ich habe deswegen in der Vergangenheit schon mehrfach Wochenendunternehmungen mit Freunden abgesagt, damit es ihr nicht schlecht geht.
Jetzt sitze ich hier wieder einmal während meiner "eingeforderten Zeit" und fühle mich elend. Sie reagiert dann nur noch sporadisch auf Nachrichten, da ich "nur noch alleine sein möchte und nichts von ihr wissen möchte".
Wir haben darüber auch schon mehrfach gesprochen. Am Ende läuft es eigentlich immer darauf hinaus, dass wir uns streiten, weil sie denkt, ich würde sie nicht genug lieben, denn sonst würde man seinen Partner doch immer bei sich haben wollen.
Es hat doch aber rein gar nichts mit meinen Gefühlen zu tun. Es gibt nun einmal Tage, da möchte ich gerne mit mir alleine sein.

Hat jemand mit solchen Gefühlen Erfahrung? Habt ihr das Problem auflösen können?

Vielen Dank für eure Meinungen. :thumbsup:
 
Armorika
Benutzer172677  Beiträge füllen Bücher
  • #2
U
Benutzer177622  Meistens hier zu finden
  • #3
Entweder sie ist sehr unsicher - das Problem kann sie nur selbst lösen.

Oder ihr habt ein sehr unterschiedliches Nähebedürfnis. Das finde ich schwer zu lösen. Das bedarf vieler Gespräche und höher Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten.
 
Sandrose
Benutzer54458  Verbringt hier viel Zeit
  • #4
Kann ich voll nachfühlen mit dem Alleinsein. Meine Fernbeziehung war von daher ideal für mich. Es würde mich schier erdrücken, wenn man 24/7 aneinanderkleben soll. Das hat doch auch nichts damit zu tun, wie sehr man sich liebt. Das allerdings zu lösen, wenn die Partner das so unterschiedlich betrachten, wird wohl nicht klappen.
 
Kartoffeltierchen
Benutzer182523  (33) Meistens hier zu finden
  • #5
Ich habe es als Single am meisten geliebt ganz bewusst alleine sein zu können. Tagelang. Herrlich.

Geht jetzt aber leider nicht mehr, zumal mein Partner sehr oft im Homeoffice ist.
Im Dezember haben wir uns ausgesprochen weil ich das Gefühl hatte durchzudrehen. Er war ja immer Zuhause und wenn ich von Arbeit kam wollte er natürlich reden, reden, reden. Und ich, die ständig auf Arbeit unter Menschen ist, wollte einfach nur Ruhe und keine Action.

Ich habe jetzt 10 Tage Urlaub und er ist mir zur Liebe die komplette Woche im Büro.
Außerdem macht er auch mal übers Wochenende Ausflüge mit seinem Bruder, damit ich auch einfach mal runterkommen und chillen kann ☺️
 
EmiliaBellini
Benutzer173437  Öfter im Forum
  • #6
Oder ihr habt ein sehr unterschiedliches Nähebedürfnis. Das finde ich schwer zu lösen. Das bedarf vieler Gespräche und höher Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten.
Ich würde auch auf ein sehr unterschiedliches Nähe-/Distanzbedürfnis tippen.

Wir haben in unserem Umfeld ein Paar, da sind beide sehr eigenständig. Er geht z. B. mit Freunden wandern und sie macht sich mit ihren Mädels eine schöne Zeit. Das funktioniert bei denen ohne Diskussionen super, weil sie beide so gepoolt sind und natürlich ihre Termine gut koordinieren.

Und dann gibt es da auch noch die anderen Paare, die grundsätzlich alles zusammen machen und die haben sich dann auch ihren Freundeskreis so angeglichen.

Eine Freundin von mir ist gerade in Scheidung, weil sie extrem introvertiert ist und sehr viel Zeit für sich braucht, wo sie über die Jahre als Paar auf keinen gemeinsamen Nenner kamen. Die ständigen Streitereien haben beide zermürbt, was Gefühlsverluste zur Folge hatte. Beide hätten sich für den jeweils anderen sehr verbiegen müssen. Liebe allein reicht eben oftmals nicht aus, um miteinander auf Dauer glücklich zu sein.

Kompromisse kann man nur bis zu dem Punkt schließen, wo sich beide noch in der Beziehung wohlfühlen.
 
Fußliebhaber84
Benutzer195524  (38) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #7
Mich plagen dann immer unfassbare Schuldgefühle
Nach deiner vollständigen Beschreibung der Lage kann ich es teilweise nachvollziehen das du Schuldgefühle empfindest.
Allerdings gibt es nach meiner Einschätzung dafür keinen Grund! Du sucht ja nur einen Rückzugsort für dich um zu entspannen, praktisch Wellness mit dir selbst, mit deinem Inneren zu haben. Es ist ja nicht so das du aus egoistischen Gründen Distanz zu deiner Freundin sucht, jedes Wochenende saufen gehst oder sie durch übertriebene Hobbyausführung hinten an stellst.
weil es für meine Partnerin offenbar regelrecht eine Qual ist, ohne mich zu sein
Wie schon geschrieben wurde, das ist ein Problem wo sie mit sich Arbeit hat, du bereitest ihr keine Qual!
Sie könnte sich ebenfalls Zeit nehmen um etwas in sich zu gehen, was mit Freundinnen unternehmen.

Deine Einstellung finde ich sogar ziemlich reif.
Es ist besser in manchen Zeiten eigene Wege zu gehen als nur aufeinander zu sitzen und von einem Stress auf den anderen zu warten.
Hat jemand mit solchen Gefühlen Erfahrung? Habt ihr das Problem auflösen können?
Ich kenne das nur zu gut, bin eigentlich auch eher der Einzelgängertyp bzw. um es besser auszudrücken: Ich heule nicht mit den Wölfen :rolleyes:
Habe prinzipiell einen großen Bekanntenkreis und bin viel unter Leuten, setze aber in dieser Hinsicht auch ganz klare Grenzen.
Wenn ich mich zurückziehen will, dann mache ich das auch.
 
ShanDei
Benutzer195361  (50) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #8
Hat jemand mit solchen Gefühlen Erfahrung? Habt ihr das Problem auflösen können?
Ich kenne es anders herum.
Meine braucht oft ein paar Tage nur für sich, deswegen habe ich mir auch extra ein Büro 20km weiter gemietet.
Das war aber schon immer so, es gibt nun mal Menschen, die viel mehr Freiraum brauchen als andere.

Bei Deiner Partnerin klingt es jetzt eher so, dass sie ein wenig klammert und dann trotzig ist.
Das ist eigentlich ein wenig unreif finde ich.
Das ist nämlich in meinen Augen das eigentliche Problem: dass sie nicht akzeptiert, dass Du Freiraum brauchst. Das ist das Problem, das hier gelöst werden sollte aber das muss sie für sich selbst angehen.

Wie wir das gelöst haben?
Wie gesagt, ich akzeptiere ihren Wunsch nach Freiraum, das war für mich aber nie schwer.
 
Mizuki
Benutzer152743  Verbringt hier viel Zeit
  • #9
Für mich kommt es immer darauf an. Wie lange seid ihr schon zusammen? Wie häufig seht ihr euch und wie häufig möchtest du alleine sein? Gibt es langfristig den Plan zusammenzuziehen?

Ich bin eher anhänglich, deshalb finde ich solche Konstellationen schwierig. Das Bedürfnis nach Nähe ist genauso legitim wie das nach mehr Freiraum. Da muss man langfristig schauen, ob Kompromisse möglich sind oder ob die Bedürfnisse einfach zu weit auseinander gehen.
 
Sun-Fun
Benutzer171320  Sehr bekannt hier
  • #10
Nun, ja, ich kenne das Dilemma, aber ich bin inzwischen genug alt, dass ich mich dem SChlechten Gewissen entziehen kann. Vielleicht bin ich auch nur egoistisch genug. Ich geniesse meine Me-Time und lasse sie mir nicht durch allfälliges Drama vermiesen.

Ich muss jedoch ehrlich zugestehen, dass ich klar erkenne, das ich in früheren Jahren zu viel Verantwortung für das Wohlergehen meines Partners übernommen habe. Ich bin nicht dafür verantwortlich, dass er/sie sich gut fühlt, wenn ich mal einen Abend für mich verbringe.

Wenn man jedoch ein komplett unterschiedliches Bedürfnis nach Nähe und Distanz hat, dann wird es auf lange Zeit nicht funktionieren. Aber wenn schon 1 Abend alleine alle 2 Wochen ein Drama ist, dann stimmt meiner Meinung mehr mit dem Partner nicht, wie mit der Person, die gerne mal alleine ist.
 
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