Wo ist die Lust hin?

Benutzer154401  (34)

Ist noch neu hier
Hallo ihr Lieben,

ich habe mich eben angemeldet, weil ich nicht mehr weiß was ich noch machen soll.
Ich beschreibe mal meine Situation.

Seit etwas mehr als vie Jahren lebe ich in einer Beziehung. Ich liebe diesen Mann. Wir haben sehr viel schlimmes durchgemacht und er stand immer an meiner Seite.

Kurzer Rückblick/// Achtung, eventuell Triggernd.//
Ich war sehr lange in Therapie aufgrund einer Posttraumatischen Belastungsstörung.
Die ersten 14 Jahre fehlen in meiner Erinnerung fast komplett.
Ich erinnere mich an ein Paar sexuelle Übergriffe von meinem Nachbarn auf mich. Es handelt sich dabei um Berührungen und Aktionen seiner Hände.
Dazu kommt, dass mein Vater pädophil ist und meine Mutter das wusste.
Ich habe erfahren, dass ich mit 4 Jahren regelmäßig weglief und den Menschen erzählte, dass meine Eltern tot seien um nicht zurück gebracht zu werden.
Das sind alle meine Erinnerungen.
//ENDE Rückblick//

In meiner Therapie haben wir uns entschieden diese verdrängten Erinnerungen auch verdrängt zu lassen. Wir haben an meiner Alltagsstabilität gearbeitet und das hat super funktioniert.
Mein Lustempfinden war schon immer anders hatte ich das Gefühl...
Damals habe ich mir vorgestellt, wenn mich jemand vergewaltigen will einfach mitzumachen und fand diese Vorstellung total erregend. Das macht mir Angst.
Ich fand es richtig heiß zu sehen wie ich Männer kontrollieren konnte mit meinem Körper und mit Sex.
Und obwohl ich nur in Beziehungen Sex hatte, habe ich alles von A-Z auspobieren wollen.
Ich bin fast übergesprudelt und hatte mehrfache Orgasmen beim Sex.
Dann lernte ich meinen jetzigen Partner kennen und alles lief am Anfang wie gewohnt. Mehrfach täglich Sex, alles mögliche ausprobiert und meine Lust war kaum zu bändigen...
Nach einem Jahr ging es schon sehr stark zurück und von dort an dann immer weiter.
Mittleweile ist das vierte Jahr unserer Beziegung durch und ich empfinde nichts. Keine Lust, kein Kribbeln oder Sehnsucht.
Ich fühlemich leer und innerlich tot..
Das belastet und frustriert mich sehr und das es meine Partnerschaft aufs äußerste reizt brauche ich wohl nicht extra erwähnen..

Ich habe durch die Therapie Antidepressiva genommen, die eindeutig zum Libidoverlust beigetragen haben, und eventuell auch die Pille.
Die Pille habe ich abgesetzt und die Antidepressive sind aufs minimum runtergeschraubt.
Meine Therapie ist erfolgreich beendet, ich arbeite wieder, habe einen neuen tollen Alltag und doch kommt die Lust nicht wieder.

Ich habe jetzt festgestellt, dass ich sobald ich merke wie mir etwas gefällt direkt erschrecke und es blockiere.
Ich merke richtig das ich Angst vor dem schönen Gefühl habe. Ich habe Angst es zuzulassen.
Seit über nem Jahr hatte ich keinen Orgasmus mehr und überhaupt richtig Lust auf Sex hatte ich ewig nicht mehr. Es fehlt mir gar nicht, weil ich überhaupt keine Gefühle in Verbindung damit habe. Ich verstehe es selbst nicht...
Wenn ich allerdings an einen Quicki mit nem völlig fremden denke macht mich das an. Aber auch nur der Moment in dem ich ihn heiß mache und dann kurz "rannehme" und wieder gehe. Also keine Beziehung oder so.
Warum habe ich das nicht bei dem Sex mit meinem Partner den ich liebe und mit dem ich meine Zukunft teilen will?

Nun habe ich schon so einen riesen Text geschrieben und weiß gar nicht ob ihr überhaupt versteht was ich meine :frown:..

Ich weiß einfach nicht damit umzugehen, dass ich anscheinend Angst habe vor dem guten Gefühl.
 

Benutzer151729 

Sehr bekannt hier
ich schätze ihr musst euch da zusammen langsam rantasten:smile:
 

Benutzer151301 

Öfter im Forum
Bei dir ist ja einiges vorgefallen, was dich und deine psychische Situation beeinflußt hat. Da niemand von uns hier den Anspruch hat, pschologisch geschulte professionelle Beratung zu machen, können wir hier ntürlich auch nur Gedanken bereiten, nicht irgendwie tief in dich hineinhorchen. Hast du schon einmal mit einem Therapeuten darüber geredet ? Der kann dir da sicher gut weiterhelfen, vllt besser als wir das können.

Ich kann hier nur vermuten. Vielleicht verdrängst du die guten Gefühle, weil gute Gefühle zu den schlimmen Erfahrungen in deinen Erinnerungen auch verdrängt werden ? Vielleicht hast du dich jetzt durch die Depressionen und Antidepressiva einfach an die Lustlosigkeit gewöhnt, dass du nun blockierst und nicht mehr so durchstarten kannst ? Dann könntet ihr es ja bewusst langsam angehen. Hast du denn überhaupt irgendwie schöne Gefühle, wenn er dich berührt oder du ihn ? Beim Küssen/Streicheln ?

Da würde ich ansetzen. Einfach Streicheln oder andere Nähe bewusst durchführen, und zwar möglichst zwanglos - du hast ja im Moment eh kein Interesse an sexuellen handlungen, also ist das für dich kein Problem ... nur dein Freund wird da natürlich etwas ungeduldiger sein. Da musst du ihm das glauben können, dass er nicht zu zielgerichtet auf deinen Orgasmus oder so geht.

Vielleicht istes auch ne Option, den schnellen Sex mit nem Fremden auszuprobieren. Falls das für deinen Freund OK ist, natürlich. Ich meine, etwas Neues in die sexuellen Erfahrungen reinzubringen, ist ja immer gut, um neue Lust zu entfachen. Das könnte auch die Lust bei deinem Freund anfachen. Vielleicht auch die entschärfte Variante, ein Rollenspiel, in dem er sich etwas verkleidet und du ihn dann als Frmden verführst. In die Richtung schon überlegt ?

Ich finde es persönlich interessant, dass du Vergewaltigungsfantasien hast. Das wirklich ausprobiert hast du noch nicht, oder ? Ich meine, klar kann das ein sehr heikles Thema sein, und ich will auf keinen Fall, dass du deine Grenzen zu weit aufmachst, oder dass du eventuell sogar Erinnerungen von früher zurückerlangst, die du nicht mehr haben willst. Wenn ihr das ausprobiert haben solltet, wie war das ? Konntest du solchen Sex geniessen ? Ich kann mir vorstellen, dass das mit einem Freund, bei dem du dich wirklich mit Vertrauen fallen lassen kannst, geht. Oder liegt da mit deine Blockade ? Kannst du ihm so weit vertrauen, dass du sowas machen könntest ? Das würde ja zu dem passen, dass ein Fremder, den du nie im Leben an deine innere Welt lassen würdest, dich trotzdem anmacht im Moment.
Das heisst, das könnte durchaus was mit der Nähe und dem Vertrauen zu tun haben, das dein Freund und du teilen.

Wie gesagt, ich kann nur meine Gedanken "laut" schreiben. Ich will nicht zu nahe treten, ich hab alles einfach aufgeschrieben. Vielleicht gibt das ein oder andere ja nen Anstoß zur weiteren Diskussion.
 
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