Wo beginnt Stalking und wo endet berechtigtes Belästigen in folgenden Konstellationen?

Benutzer183010  (26)

Sorgt für Gesprächsstoff
Vorab: Ich stelle meine Frage aus einer moralisch-ethischen Sichtweise heraus, nicht aus einer juristischen.

Nehmen wir mal folgenden fiktiven Fall, der bestimmt so ähnlich aber auch in echt schon passiert ist:

A und B sind für viele Jahre ein Liebespaar und auch aktuell läuft es scheinbar gut in der Beziehung, man hat sich gerade verlobt. Ohne jeden erkennbaren Grund beendet B aber die Beziehung aus heiterem Himmel. B teilt A lediglich in einem Satz mit, dass sie die Beziehung beendet, gibt aber keinerlei Grund an und lässt sich nicht mehr blicken. Auch auf höfliche Nachfrage und nach Ablauf einer gewissen Zeit teilt B keinen Grund mit.

A fühlt sich sehr verletzt und will den Grund erfahren, weshalb B aus heiterem Himmel die langjährige und scheinbar glückliche Beziehung beendet und nur einen einzigen Satz dazu sagt. Deshalb ruft A die B nun regelmäßig an und fährt regelmäßig zum Wohnort von B, um eine Antwort zu "erzwingen". Er hat nach seiner Meinung ein Recht auf eine Antwort.

Meine Frage an euch ist, ab welchem Grad von Belästigung A moralisch-ethisch falsch handelt? Wie weit darf A gehen, dass man sein Verhalten noch akzeptieren kann und wann liegt echtes Stalking vor? Und weiterführend: Gibt es ein moralisches Recht auf eine Antwort in einer solchen Situation? Und falls A in seinem Verhalten zu weit geht: Hat B dann zum Teil auch selber Schuld und hättet ihr mit ihr Mitleid?
 
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Benutzer177659  (39)

Verbringt hier viel Zeit
Gibt es ein moralisches Recht auf eine Antwort in einer solchen Situation?
Nein. So schwer es ist, aber nein. Es wäre schön wenn man sich aussprechen würde, aber ein Recht darauf hat man sicher nicht.
 
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Benutzer177659  (39)

Verbringt hier viel Zeit
Wie weit darf A gehen, dass man sein Verhalten noch akzeptieren kann und wann liegt echtes Stalking vor?
Stalking ist es sicher wenn er mehr als einmal vor ihrem Haus steht. Bei nur einem Mal finde ich es eher "nur" unangemessen.
 
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Benutzer152906  (44)

Sehr bekannt hier
Meine Frage an euch ist, ab welchem Grad von Belästigung A moralisch-ethisch falsch handelt?

Sofort! Es ist wohl deutlich, das B keine weiteren Angaben machen möchte. Das mag A nicht akzeptieren wollen, ist aber nun einmal so. A hat demnach kein Recht bzw. handelt moralisch-ethisch direkt falsch, indem er / sie B belästigt.
 
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Benutzer190912  (46)

Sorgt für Gesprächsstoff
In meinem Fall war es keine Beziehung sondern eine langjährige Freundschaft die der andere ohne Begründung beendet hat. Es hat mich schon belastet auch wenn ich halt irgendwann halt mal zu dem Punkt kam dass es halt so ist und ich mich damit abfinden muss.
Es stellt aber für die verarbeitung einer Beziehung eine schwere Bürde dar, wenn man keinen Grund kennt.
Deswegen ist es schon eine große Verletzung und Respektlosigkeit wenn B sich einfach so verabschiedet (wenn es keinen Grund dafür geben sollte wie Narzisst oder Gewalttäter etc).
Ein persönliches Aufsuchen stellt eine gewisse Übergriffigkeit dar. Aber schriftlich würde ich A zugestehen, dass er sich auch mehrmals meldet. Denn die Kommunikationsverweigerung durch B ist auch auf gewisse Weise ein Übergriff
 
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Benutzer83901  (37)

Planet-Liebe-Team
Moderator
Es gibt kein „berechtigtes Belästigen“.

Natürlich ist es frustrierend, die Gründe für die Trennung nicht zu erfahren, aber das muss man dann akzeptieren. Krönchen gerade rücken und weitergehen, so oder so.
 
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Benutzer174969  (29)

Sehr bekannt hier
B will keinen Kontakt und hat die erste höfliche Anfrage abgelehnt. Wenn A jetzt rampage geht, dann hat B nicht selber schuld.

A hat kein Anrecht auf eine Antwort, aber B hat ein Anrecht drauf in Ruhe gelassen zu werden.
 
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Benutzer106548 

Team-Alumni
Auch auf höfliche Nachfrage und nach Ablauf einer gewissen Zeit teilt B keinen Grund mit.
Das sollte meiner Meinung nach der Punkt sein, ab dem jeder weitere Kontaktversuch zu viel ist. Und bei B zu Hause aufkreuzen ist ohnehin schon weit drüber, es gibt heutzutage genügend "sanftere" Möglichkeiten der Kommunikation.
 
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Benutzer191873  (25)

Ist noch neu hier
Nice try würde ich sagen, hier zwischen „moralisch-ethischen“ und „juristischen“ Aspekten Haarspaltereien zu betreiben.
A hat kein Recht, B hat keine Mitschuld.
Wenn A es unbedingt wissen will, kann er ja Briefe und Textnachrichten verschicken - B hat bestimmt Blockierfunktion und Mülleimer.
Vor dem Haus hat er jedenfalls nichts verloren.
B ist nicht dafür verantwortlich, A‘s Ego zu polieren.
 
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Benutzer186166  (39)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ohne Antwort stehen gelassen zu werden tut weh.
Keine Frage.
Ich wurde nach 13 Jahren auch nur mit einem: "lass es uns beenden." abserviert.
Und ich hatte auch so viele Fragen.
ABER: ich habe sie IHM nie gestellt.
Denn Fakt war, er wollte nicht mehr. Schluss. Aus.
Was hätte ich ihn bedrängen sollen?
Ausserdem hat mein Stolz ( das bisschen was noch übrig war) nicht zugelassen, das ich ihm hinterherrenne um Antworten einzufordern.

Und nein, es gibt kein Recht auf eine Antwort. Leider.
Du musst das akzeptieren.
Immer wieder bei Ihr aufzutauchen halte ich für sehr unklug und du bewegst Dich nahe an der Grenze zur Belästigung.
Lass gut sein, kümmere Dich nun erstmal um Dich selbst. Mit ein wenig Abstand wirst Du Dir selbst ein paar Fragen beantworten können.
Denn ich behaupte mal, dass kein Mensch eine supergute, erfüllte, harmonische Beziehung einfach mal so in die Tonne tritt. Da werden wohl einige Dinge passiert sein.
Reflektier mal in aller Ruhe statt vor ihrer Haustür rumzulungern.
 
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Benutzer174652 

Meistens hier zu finden
Vorab: Ich stelle meine Frage aus einer moralisch-ethischen Sichtweise heraus, nicht aus einer juristischen.

Nehmen wir mal folgenden fiktiven Fall, der bestimmt so ähnlich aber auch in echt schon passiert ist:

A und B sind für viele Jahre ein Liebespaar und auch aktuell läuft es scheinbar gut in der Beziehung, man hat sich gerade verlobt. Ohne jeden erkennbaren Grund beendet B aber die Beziehung aus heiterem Himmel. B teilt A lediglich in einem Satz mit, dass sie die Beziehung beendet, gibt aber keinerlei Grund an und lässt sich nicht mehr blicken. Auch auf höfliche Nachfrage und nach Ablauf einer gewissen Zeit teilt B keinen Grund mit.

A fühlt sich sehr verletzt und will den Grund erfahren, weshalb B aus heiterem Himmel die langjährige und scheinbar glückliche Beziehung beendet und nur einen einzigen Satz dazu sagt. Deshalb ruft A die B nun regelmäßig an und fährt regelmäßig zum Wohnort von B, um eine Antwort zu "erzwingen". Er hat nach seiner Meinung ein Recht auf eine Antwort.

Meine Frage an euch ist, ab welchem Grad von Belästigung A moralisch-ethisch falsch handelt? Wie weit darf A gehen, dass man sein Verhalten noch akzeptieren kann und wann liegt echtes Stalking vor? Und weiterführend: Gibt es ein moralisches Recht auf eine Antwort in einer solchen Situation? Und falls A in seinem Verhalten zu weit geht: Hat B dann zum Teil auch selber Schuld und hättet ihr mit ihr Mitleid?

Off-Topic:
... du fragst
für einen freund?
 
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Benutzer190912  (46)

Sorgt für Gesprächsstoff
Wenn man hier Moral und Recht unterscheiden möchte: Juristisch hat A natürlich keine Ansprüche, B wiederum hat dabei den Anspruch bei expliziter Ansage auch auf jede Weise in Ruhe gelassen zu werden.
Wenn man unter Moral auch Anstand und Charakter versteht würde ich hier wiederum ein deutliches Defizit bei B sehen. Ich würde dabei keine Verpflichtung zu einer Aussprache sehen, aber mehr als ein "Die Gefühle sind weg" und ein Abschiedsbrief hätte A schon verdient. Klar gibt es die Missverständnisse der Kommunikation und das unterschiedliche Verständnis von direkten und indirekten Botschaften, aber wenn eine Beziehung nicht in der Auseinandersetzung auseinandergeht ist es einfach leichter für den anderen es zu verstehen und auch zu verarbeiten. Denn sonst geht es in die Richtung Ghosting.
Auf der anderen Seite kann A für sich selbst reflektieren was in der Beziehung dann doch falsch lief und was sein Anteil daran war, aber mit Feedback der Fremdwahrnehmung ist es deutlich leichter
 
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Benutzer174969  (29)

Sehr bekannt hier
Wenn man unter Moral auch Anstand und Charakter versteht würde ich hier wiederum ein deutliches Defizit bei B sehen.
Und aus B Sicht: Ich hab ihm immer und immer wieder gesagt, was schief läuft. Nie hat es ihn interessiert. Nie hat er es ernst genommen. Und jetzt wo ich Schluss machen, jetzt interessiert es ihn. Und jetzt belästigt er mich auch. Zu was ist er fähig?


Interessant wieviele hier davon ausgehen, dass B nie was gesagt hat. Wäre nicht der erste Mensch, der sich trennt und schon monatelang etwas sagte. Der Empfänger wollte es nur nicht sehen zum damaligen Zeitpunkt 🤷‍♀️

Klar gibt es auch welche, die servieren einen ab ohne Grund. Aber es gibt ebenso genug Abservierte, die nie zu hören wollten.
 
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Benutzer83901  (37)

Planet-Liebe-Team
Moderator
Interessant wieviele hier davon ausgehen, dass B nie was gesagt hat. Wäre nicht der erste Mensch, der sich trennt und schon monatelang etwas sagte. Der Empfänger wollte es nur nicht sehen zum damaligen Zeitpunkt 🤷‍♀️
*hust* mein Mann *hust*
„Es war alles wieder gut, aber ganz plötzlich wollte sie nicht mehr, ich wusste aber auch nicht, warum…“
🙃

Was stimmt: Seine Ex hat die Trennung nicht weiter begründet. Was aber auch stimmt: Es ging trotz Paartherapie weiter bergab und seine Ex hat mir mal in einem ganz anderen Kontext erzählt, was sie in einer Beziehung wahnsinnig macht (ganz allgemein, aber ich habe meinen Mann direkt wiedererkannt 😅).
 
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Benutzer171320 

Meistens hier zu finden
Deshalb ruft A die B nun regelmäßig an und fährt regelmäßig zum Wohnort von B, um eine Antwort zu "erzwingen". Er hat nach seiner Meinung ein Recht auf eine Antwort.
Das Erzwingen zeigt, dass es übergriffig ist. B ist A keine Rechenschaft schuldig. es wär schön, aber grundsätzlich zeigt das Verhalte von B doch nur, dass es eh nicht gepasst hat. Auch wenn das A derzeit nicht verstehen will.
Somit ja, wenn jemand immer und immer wieder angedackelt kommt und was erzwingen will, dann geht das für mich unter Belästigung.
 
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Benutzer177659  (39)

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Benutzer179251  (43)

Sorgt für Gesprächsstoff
"Berechtigtes Belästigen" ist ein Widerspruch in sich und kann es meiner Meinung nach nicht geben.

Keine Antwort zu bekommen und gefühlt einfach stehengelassen zu werden ist richtig blöd und manchmal schwer auszuhalten, legitimiert aber dennoch keine Aktivitäten, die eine Antwort erzwingen wollen.

Die Gründe dafür keine Antwort zu geben können vielfältig sein. Manchmal gibt es auch schlicht nichts in Worte fassbares zu sagen.
Vorallem wenn die Information "Es ist aus" vorliegt, sehe ich keine akzeptable Möglichkeit eine Antwort zu bekommen, wenn Nachfragen geblockt werden. Auch die inakzeptabelen Möglichkeiten führen seltenst bis nie zu einer Antwort. Kann man also auch gleich sein lassen.
Gemeinsame Verpflichtungen sollten geklärt und aufgelöst werden, Erklärungen für das Ende kann man sich wünschen, gibt es aber nicht immer.

Persönlich aufkreuzen und anrufen wirkt für das Gegenüber sehr schnell bedrohlich. Da halte ich schriftlich für die bessere Option. Allerdings auch nicht vielfach und häufig oder gar endlos.
 
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Benutzer152906  (44)

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Solche Fragen haben doch zu 92% einen persönlichen Hintergrund

Ja … und?

Gehört der Fragesteller jetzt zu den 8%, wäre eine solche Frage wohl als “unhöflich” zu betrachten.

Gehört der Fragesteller zu den 92%, ist die Tatsache des “Wahrheit verbergen” doch wohl ein Statement, oder? Der Fragesteller will nicht zugeben, das er für sich selbst oder einen Freund fragt. Das gilt es mMn zu respektieren und auch dann finde ich eine solche Frage “unhöflich”.
 
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