Wirtschaftliche Miserie: Sind wir selbst schuld?

A

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Gast
Mette schrieb:
nun ich habe mir nicht gekündigt,mache auch keine anderen arbeitslos

Mal 'ne Frage.

Wo kaufst Du ein ???

z.B.
Lebensmittel
Unterhaltungselektronik

Interessiert mich mal ...!

Eric|Draven schrieb:
Denn die Preise sind massivst gestiegen, egal wie oft die tollen politiker das Gegenteil behaupten.


Wir haben seit der Euro-Einführung eine Inflationsrate von ca. 1.5 % im Durchschnitt.

Aber Du hast Recht- umgerechnet in gefühlte Preissteigerung macht das über 150 %, für BILD-Leser sogar noch wesentlich mehr!!!

ProxySurfer schrieb:
Für mich gibt es folgende Gründe der Misere:
1. Folgen der deutschen Einheit (Häfte der DDR-Bevölkerung wird gar nicht gebraucht und kostet daher Milliarden;


Stimmt. Man hätte die überflüssigen DDR-Bürger damals gleich erschiessen sollen.

Oder was ist die Konsequenz Deiner Aussage ?????

Dass Du wählen darfst ist ein Skandal!
 
C

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Gast
Sparen schadet

Jeder der sein Geld anspart, anstatt es auszugeben, schadet der Wirtschaft, aber mal ehrlich bei der derzeitigen Lage ist man halt vorsichtig geworden.
Außerdem haben viele Menschen so wenig Geld, dass sie immer alles im Monat ausgeben, die könnten ja gar nicht mehr kaufen.
 

Benutzer18168 

Planet-Liebe Berühmtheit
Chefbienchen schrieb:
Jeder der sein Geld anspart, anstatt es auszugeben, schadet der Wirtschaft
naja.. ich will mein ganzes geld aber jetzt auch nich ausgeben.. zumal ich nichts größeres brauche im moment
 
K

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Gast
*seufz*

Dieser Thread ist dabei, sich als Musterbeispiel für Deutsche Kleingeistigkeit
zu etablieren.

Liebe Meckerer und solche, die es werden wollen:

Euch und uns geht es hier in Deutschland sehr gut. Es ändert sich zwar
einiges, vieles wird nicht besser, aber das Gejammer hier findet fast nur
auf sehr hohem Niveau statt.


ProxySurfer schrieb:
Für mich gibt es folgende Gründe der Misere:
1. Folgen der deutschen Einheit (Häfte der DDR-Bevölkerung wird gar nicht gebraucht und kostet daher Milliarden;

Herzlichen, aller herzlichsten Glückwunsch,

Du bist mein persönlicher

Dummbatz der Woche!

Mal unter uns: wie kann man so einen geistigen Dünnpfiff artikulieren, ohne
selber zu merken, was man da gerade macht?

LG
 
S

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Gast
die frage ist tatsaechlich: was ist gut, was ist schlecht. gemessen am frueheren wachstum des bip geht's uns tatsaechlich schlecht. (natuerlich haben die leute, die sagen, dass es und trotzdem noch gut im vergleich zu armen laendern geht, auch recht!).

wenn man sich die kurve ansieht, so ist tatsaechlich erst 1990 ein ansteigen zu bemerken und danach ging's mit dem bip-wachstum zurueck.

es ist aber kleingeistig, einen schuldigen finden zu wollen. es ist wie immer die summe aller faktoren. die weltkonjunktur lief schon mal besser, aber so eine situation bietet nicht nur risiken, sondern auch chancen. selbige kann man leider nur mit einem guten maß an flexibilitaet nutzen, und die hat deutschland meiner meinung nach nicht. in amerika reisen die leute den jobs hinterher, alles no problemo. wir deutschen sind zu ortsgebunden, wir meckern ueber alles (ich meckere nur ein bisschen :grin:) und unser system ist schwerfaellig (so eine steuererklaerung ist doch echt zum kotzen *g*). das konsumverhalten der leute traegt sicher ebenfalls dazu bei, aber an dieser schraube kann man drehen - da koennte von seiten des staates sicher mehr getan werden (ich denke da an fiskal-&zinspolitik).

gruß,
shabba
 

Benutzer29206  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Auch wenn immer wieder der Begriff des "Exportweltmeisters" gebraucht und in Frage gestellt wird, es bleibt doch eine Realität, dass allein der hohe Export die Wirtschaft über einer Rezession hält, da die Inlandsnachfrage ausserordentlich schwach ist.
Zweitens wird gerne unterschlagen, dass über 80% aller Arbeitsplätze in der Wirtschaft nicht von Großkonzernen, sondern vom Mittelstand gestellt werden. Diese Firmen sind wesentlich kleiner, haben bei den Banken einen weit schwereren Stand und bekommen auch keine großen Geschenke aus der Politik, um sich zu behaupten. Für diese Betriebe ist es auch wesentlich schwieriger, mal eben ein neues Werk in Osteuropa hochzuziehen, um vor den hohen Lohnnebenkosten auszuweichen. Aber davon redet hier niemand, denn es ist weit medienwirksamer, sich auf Deppen wie Ackermann oder Schrempp einzuschießen. Wenn es einerseits einvernehmlich aus Politik und Wirtschaftsverbänden herschallt, man müsse den Gürtel doch enger schnallen, Senkungen des Lohnniveaus in Kauf nehmen und generell länger für weniger Geld arbeiten, aber andererseits mehr gekauft werden soll, dann liegt an diesen Überlegungen einiges im Argen.
Das Problem mit dem hiesigen demokratischen System ist die Macht der Lobbygruppen; Reformen und Veränderung ja, aber bitte nicht bei mir.
Die Sozialdemokraten können die Kohlekumpel genauso wenig "schlachten" wie die Union ihre Bauern, die Alten wollen keine großen Renteneinbußen hinnehmen, weil sie ja in das System investiert haben, die Jungen sehen nicht ein, sich die Zukunft mit dem Durchfüttern einer immer größer werdenden Bevölkerungsschicht zu verbauen, Beamten und Ärzte verteidigen die staatlich garantierten Zustände und Arbeitslose wollen sich nicht auf die Ebene von Sozialhilfeempfängern herabdrücken lassen.
Hier sind extrem unpopuläre Maßnahmen gefordert, aber warum sollte jemand in einer Gesellschaft, die am Tropf der "Sonntagsfrage" hängt, politischen Selbstmord begehen?
 
A

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Gast
@ Dumuzi

Wow! Du hast ja wirklich fast alles Wesentliche gesagt! Und meines erachtens auch richtig erkannt und gedeutet.
Das hebt sich sehr wohltuend von den ganzen "die da oben sind alle doof"- Bildzeitungs-Spacken ab.

Tu mir einen Gefallen und zeuge viele Kinder - von Deiner Sorte brauchen wir mehr!

Vielleicht noch zur Ergänzung:
Die grösste Lobbygruppe unseres Landes ist immer noch der Verbraucher - und ausgerechnet der nutzt seine Macht ständig zu seinem eigenen Nachteil. Er kräht ständig nach "billig billig", kauft bei Aldi, Saturn und Co. und regt sich dann über die Arbeitslosen auf, die er damit gerade produziert hat.
Kein Unternehmen entläßt Arbeitnehmer, rationalisiert oder verlagert die Produktion in Billiglohnländer, wenn es nicht dazu gezwungen wird. Und wer zwingt ihn dazu? Der Verbraucher!

GEIZ IST BLÖD!
 

Benutzer20670  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Ich glaube nich das die Aussage das alle Arbeitgeber gezwungen sind ins Ausland abzuwandern so richtig ist, mann muss sich nur einmal die Bilanzen der Unternehmen ansehen bevor diese ins Ausland gehen meist schreiben die tiefschwarze Zahlen.

Das heißt jedoch nich das ich den geiz und den hemmungslosen Konsum von allem möglichem Dreck für richtig halte.

Die meisten Unternehmen treibt der schnelle Profit ins Ausland langfristiges Wirtschaften und Standort förderung (Bildung etc.) sind zu einem Fremdwort geworden.

Die Aussage das die Deutschen zu wenig arbeiten kann ich auch so nich stehen lassen, im gegenteil einige arbeiten zu viel so das die Arbeit nicht gerecht aufgeteilt werden kann. Deutschland hat eine der höchsten wenn nicht die höchste pro Kopf Produktivität. Die Produktivität steigt durch razionalisierung jedes jahr weiter, die logische Konsequenz wäre eine Arbeitszeitverkürfzung bei vollem Lohn. Stattdessen fordern Arbeitnehmervertreter aber auch CDU FDP SPD und die Grünen und das ganze pack der Gewerkschaftsbosse teilweise sogar noch mehrarbeit.

Die Arbeitnehmer sind seit Jahren immer wieder den Arbeitgebern entgegengekommen in der hoffnung diese würden arbeitsplätze schaffen. Das dieses Vorhaben so nicht funktioniert hat kann man heute sehen. Schluss mit den schleimerein bei den Arbeitgebern macht platz für eine knackige Gewerkschaftpolitik ohne auf die Gewerkschaftsbosse zu hören die eh mit den Managern unter einer Decke stecken.

Der Standort Deutschland ist konkurenzfähig wenn ein paar Bonzen endlich begreifen das gut ausgebildete Arbeiter nicht vom Himmel fallen und es sich daher lohnt in Bildung und Soziale Absicherung für alle zu investieren. Ich fordere mehr Verantwortung der Unternehmen.
 
T

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Gast
ProxySurfer schrieb:
Für mich gibt es folgende Gründe der Misere:
1. Folgen der deutschen Einheit (Häfte der DDR-Bevölkerung wird gar nicht gebraucht und kostet daher Milliarden; Kohl hat ihnen 1990 im Größenwahn das Schlaraffenland versprochen)
2. Globalisierung und EU-Ost-Erweiterung (billige Konkurrenz)
3. Moderne Technik (Beschäftigte werden durch Computer ersetzt).

Punkt 1 lass ich mal außen vor

Punkt 2 und 3 sind absoluter Schwachsinn.....kuck mal nach Norwegen, Schweiz, GB oder die Niederlande, allen dort geht es gut und die Arbeitslosigkeit liegt um/unter 5 %, das kann es also nicht sein :zwinker:

mMn liegt es an den niedrigen Löhnen in Deutschland, denn für ein solch relativ großes Land wie D ist der Binnenmarkt wichtiger als der beschissene Export (die deutsche Wirtschaft sägt an ihrem eigenen Ast mit den dumpinglöhnen, es kommt einfach zu wenig zurück zu den Firmen, was zu noch mehr Pleiten führt, zu neuen Arbeitslosen, zu noch weniger Kaufkraft, das wieder zu mehr Firmenpleiten- ein Teufelskreis).....man brauch ja nur zu den Exportgiganten schauen, Japan geht es ja sogar noch dreckiger wie uns (Staatsverschuldung usw.)
 

Benutzer20202 

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Ostsee-MV schrieb:
Und durch die Wiedervereinigung ist erstmal "frisches Blut" gekommen sonst würde es mit der Rentenkasse noch viel schlimmer aussehen als es momentan der Fall ist.
So ein Riesenschmarrn, man glaubt kaum was man da liest. Wie soll es der Rentenkasse dadurch besser gehen, das plötzlich sehr viele Rentner hinzugekommen sind, die Renten beziehen, ohne jemals in dieses System einbezahlt zu haben, wenn gleichzeitig die Erwerbsbevölkerung wegen der hoehn Arbeitslosigkeit deutlich schwächer zugenommen hat, und zudem auch die Durchschnittslöhne und damit Einnahmen der Rentenkasse deutlich geringer sind.
Man muss sich nur die Entwicklung der Lohnnebenkosten ansehen, um zu sehen wie dieses "frische Blut" unsere Sozialsysteme saniert hat.

whitewolf schrieb:
Woran liegt das? Hier gibt es auch Computer. Hier herrscht auch Globalisierung. Also das kann es nicht sein.
Ich würde mal vermuten, dass sich die Gloablisierung auf einen eigenen Kontinent mit viel Wasser drum herum anders auswirkt, als auf einen Land mit einem Niedriglohnland als Nachbarn, den er über EU-Fördergelder sogar noch subventioniert.

ninja schrieb:
so kann man das immer weiterführen...der konsum wird gehemmt, weil die leutz einfach nicht wissen, ob nicht irgend eine abgabe dazu kommt oder die existierenden nicht erhöht werden.
Bei aller berechtigter Kritik an der Politik Zweifel ich das obige doch stark an. Die größte Sorge der Bevölkerung ist nicht die, ob irgend eine neue Abgabe hinzukommt, sondern die Sorge arbeitslos zu werden. Kein vernünftiger Mensch wirft in Zeiten von Lohnkürzungen, Massenentlassungen und Kurzarbeit sein Geld zum Fenster raus. Und daher kann die Politik auch wenig tun um die Binnennachfrage anzukurbeln. Die Firmen, die jetzt massig Leute rauswerfen sorgen gelichzeitig für die Krise bei der Binnennachfrage unter der sie leiden.

abenteurer67 schrieb:
Dass Du wählen darfst ist ein Skandal!
Die Tatsache, dass Du Leuten, die eine andere Meinung als Du haben, das Wahlrecht absprichst, läßt nur den Schluss zu, dass Du in der DDR aufgewachsen sein musst und in der Demokratie noch nicht so ganz angekommen bist.

abenteurer67 schrieb:
Kein Unternehmen entläßt Arbeitnehmer, rationalisiert oder verlagert die Produktion in Billiglohnländer, wenn es nicht dazu gezwungen wird. Und wer zwingt ihn dazu? Der Verbraucher!
Blödsinn. Also nach meiner subjektiven Wahrnehmung ist diese massive Sparwelle der Kunden (Geiz ist geil) ein Ding der letzten 3, höchstens 5 Jahren. Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer sind aber schon ein alter Hut. Und warum soll der Kunde Dinge wie Unterhaltungselektronik bei "deutschen" Firmen kaufen, wenn die ihre Geräte ja auch nur in Fernost kaufen und dann noch ihr Logo draufkleben. Ich finde es toll und unterstützenswert, wenn Firmen in Deutschland produzieren und das auch so vermarkten, etwa Trigema. Ich werde aber jetzt nicht bei einer deutschen Firma wie Siemens einen Fernseher kaufen, der in China billig produziert wird, mir dann als deutsches Markengerät verkauft werde soll, damit ich mit dem Differenzpreis zu einem Gerät, das ehrlich unter chinesischer Flagge fährt, das Gehalt vom Vorstand bezahle.
Gutes Beispiel ist eigentlich die Automobilindistrie. Da kaufen die Kunden immer noch vergleichsweise häufig deutsche Marken an Stelle von Billigprodukten. Hindert das jene Autokonzerne daran massiv Produktionsstätten in Osteuropa zu errichten? Das widerlegt ja wohl deine These.
 

Benutzer26195  (52)

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Sz@rlem schrieb:
der wahre Grund warum es uns zur zeit so "schlecht" geht ist wohl ein fehler im system. ich setze das wort schlecht bewusst in anführungszeichen da es uns wenn die derzeitige neoliberale politk weiter ohne gezielte gegenwehr weiter so ageiren kann wie sie es leider derzeit tut uns und dem größten Teil der Weltbevölkerung in naher zukunft wesentlich schlechter gehen wird.

Das der Kapitalismus, der langsam sein wahres menschenverachtendes Gesicht zeigt ausgediehnt hat begreifen zum glück immer mehr Leute. ....
Grundsätzlich stimme ich dir zu. Es ist nach meiner Erkenntnis Irrsinn zu glauben, dass maximaler Egoismus des Einzelnen, auch langfristig, zu einem Nutzen der Allgemeinheit führt. :wuerg:
Solche fremdgesteuerten Systeme laufen zwangsläufig früher oder später aus dem Ruder. :bier:

Darum wurde ja auch der Begriff der sozialen Marktwirtschaft eingeführt, deren Korrekturen und Vorschriften, die Auswirkungen des Kapitalismus mildern und nutzen sollten. Die Anzahl der Vorschriften nimmt stetig zu, die Schulden leider auch. Letztendlich ist die Arbeitskraft unserer Kinder und Enkel schon längst verpfändet.... (Auch ne Art von Leibeigenschaft...)
Aber wie sieht deine Alternative aus? :ratlos:


whitewolf schrieb:
Die EU Erweiterung erklaert nicht, warum Deutschland Schlusslicht in der (alten) EU ist. Das muesste ja dann auch fuer die anderen EU Laender gelten.
Man kann das schlecht pauschalisieren, da müsste man sich die jeweiligen Länder genauer anschauen. :cool1: Grundsätzlich hat Deutschland durch die direkte Grenze zu den Beitrittsländern ein starkes Wohlstands/Arbeitsbedingungen-Gefälle zu verkraften.

Beispiel: Länder, wie Spanien oder Portugal hatten (oder haben noch) wesentlich geringere Lohnkosten als Deutschland. Warum hatte es früher keine massenhafte Abwanderung von Firmen, z.B. in der Automobilindustrie, in diese Länder gegeben? Ganz einfach: Die Supply-Chain von den Zulieferern war/ist sehr lang. Die damit verbundenen Risiken (z.B. Produktionsausfälle durch fehlende Teile) ist sehr hoch und wiegen den Lohnvorteil in der Regel nahezu auf. Dies gilt für Länder, wie Tschechien nicht. Also ist es für Unternehmen dort risikoärmer zu investieren...

whitewolf schrieb:
Ich bring mal ein Beispiel: Australien.
Schlechtes Beispiel, da zu unterschiedlich. (Größe, Lage, EW pro qkm....) :cool1:

Ostsee-MV schrieb:
Aber das wichtigste ist doch in welchen Projekten das Geld investiert wird bzw. wo das Geld hinfliesst und da gibt es nunmal ne menge schwarze Schafe.
Das mit dem Geldverbrennen hatte nur wenig mit den schwarzen Schafen zu tun. :frown: Grundsätzlich sieht der ROI von staatlicher Wirtschaftsförderung eher schlecht aus. :kotz: Damals haben viele Ost-Gemeinden mit dem Geld Gewerbeparks erschlossen, Geld in eine entsprechende Infrastruktur investiert und warten noch heute auf die Firmen, die sich dort ansiedeln sollen. :karate-ki


Ostsee-MV schrieb:
Und durch die Wiedervereinigung ist erstmal "frisches Blut" gekommen sonst würde es mit der Rentenkasse noch viel schlimmer aussehen als es momentan der Fall ist.
Das mit dem „frischen Blut“ ist ein ziemlicher Quatsch. :wuerg: Grundsätzlich gilt aber, dass die übernommenen Ost-Rentner, bedingt durch die „Vollbeschäftigung“ der DDR, in der Regel wesentlich höhere Rentenansprüche haben, als vergleichbare West-Rentner. (Das sie trotzdem nicht mehr ausgezahlt bekommen, liegt an dem Abschlag für die geringeren Lebenshaltungskosten.) Wenn man das mal mit deren Anteil an der Wohlstandschöpfung von Gesamtdeutschland vergleicht, ist das eine ziemliche Schweinerei. :kotz: :kotz: :kotz:

Ostsee-MV schrieb:
Außerdem war die ehemalige DDR in den Bereichen: Wissenschaft - Ausbildung (Studium - Professoren), Sport besser als die damalige BRD. Was fehlte und immer noch fehlt ist das Kapital.
Wissenschaft? Wie kommst Du eigentlich auf dieses dünne Brett? :grin: Für meinen Teil kann ich sagen, dass die Russen damals international eine gewisse Rolle gespielt hatten, aber die Ossis? Woher die Ergebnisse im Sport stammen, ist ja hinlänglich bekannt und wurde schon von diversen Gerichten aufgearbeitet.... :grin: :grin: :grin:

Dami schrieb:
2. deutschland ist eines der reichsten länder der welt und ein sog. AAA-schuldner, dass heißt wir haben die höchste kreditwürdigkeit und "kaum" schulden
Das S&P-Rating bezieht sich nur auf das Kreditausfallrisiko und hat mit irgenwelchen Altschulden nur wenig zu tun. Es gibt sehr viele Länder, die pro Kopf wesentlich weniger Schulden, aber trotzdem ein schlechteres Rating haben.

Dami schrieb:
3. die eu-osterweiterung und ein vereintes europa sind keine gefahr, sondern neue absatzmärkte
Letzendlich immer eine Frage des persönlichen Vorteils/Nachteils. Da haben schon einige in die Röhre geschaut...

Dami schrieb:
4. der osten deutschlands würde viel besser dastehen, wenn ein minister stolpe nicht sinnlos die milliarden hier für völlig am bedarf vorbei geplante projekte verfeuern würde
[/list]
So ein Blödsinn... :grrr: Stolpe gibt, meiner Erkenntnis nach, Bundesmittel aus. Dies ist sogar eine regionale Wirtschaftsförderung, ohne die die Ost-Länder noch schlechter dastehen würden.

Dumuzi schrieb:
...
Zweitens wird gerne unterschlagen, dass über 80% aller Arbeitsplätze in der Wirtschaft nicht von Großkonzernen, sondern vom Mittelstand gestellt werden. Diese Firmen sind wesentlich kleiner, haben bei den Banken einen weit schwereren Stand und bekommen auch keine großen Geschenke aus der Politik, um sich zu behaupten. Für diese Betriebe ist es auch wesentlich schwieriger, mal eben ein neues Werk in Osteuropa hochzuziehen, um vor den hohen Lohnnebenkosten auszuweichen.
Ich kann ehrlich gesagt, dieses Mittelstandsgelaber nicht mehr hören. Erstens sprechen die Politker seit Jahren gerne von der Mittelstandsförderung und haben entsprechende Programme schon aufgesetzt. Zweistens sind es gerade Mittelständische Unternehmen, die nach Ost-Europa abwandern, oder sich dort ein zweites Standbein schaffen. Große Konzerne gehen da teilweise gleich in die richtigen Billiglohnländer (Indien, China, etc..)

Dumuzi schrieb:
....
Die Sozialdemokraten können die Kohlekumpel genauso wenig "schlachten" wie die Union ihre Bauern, ...
Hierzu folgendes: Die Anzahl der Kohlekumpel ist, im Vergleich zu anderen subventionieren Gruppen, verschwindend gering. Man kann übrigens die Zechen nicht einfach dichtmachen, (Absaufenlassen) da der Berg (also die Gesteinsmassen darüber) über kurz oder lang einbrechen wird. Die dadurch entstehenden Bergschäden wären extrem teuer.

Zum Thema:
Das Problem von Deutschland ist die Perspektive bzw. die Zukunftsfähigkeit. (Sozialsysteme, Lebens/Rentensicherung, Wissenschaft, Wirtschaft, ...)
Die Amerikaner würden diese Frage wesentlich positiver beantworten, als die Deutschen. :karate-ki Würden alle politischen Kräfte daran arbeiten, Deutschland langfristig (also über Generationen) eine Zukunft zu sichern, würde auch das Lamentieren im Kleinen aufhören. Diese Zukunftssicherung sollte dabei alle sozialen Gruppen angemessen berücksichtigen.

Ein kleines Beispiel: Durch Hartz IV kann jeder Arbeitnehmer auf (ein besseres) Sozialhilfeniveau abfallen. Welche Konsequenzen hat dieser Umstand auf einen Familienvater, der beabsichtigt ein Haus zu bauen? (Also Teilfinanzierung über Kredit mit z.B. 20-jähriger Laufzeit.) Sollte dieser z.B. mit 52 Jahren, noch vor dem Ende der letzten Rate arbeitlos werden, so wird er dieses belastete Haus wahrscheinlich mit einem großen Verlust verkaufen müssen, um den Lebensunterhalt finanzieren zu können. Das dürfte die Motivation für so eine Alterssicherung deutlich verringern...
 

Benutzer15353 

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Trogdor schrieb:
Ich würde mal vermuten, dass sich die Gloablisierung auf einen eigenen Kontinent mit viel Wasser drum herum anders auswirkt, als auf einen Land mit einem Niedriglohnland als Nachbarn, den er über EU-Fördergelder sogar noch subventioniert.

Und @solarfighter
Na gut. Dann nimm halt Oesterreich. Die Zahlen im Vergleich zu Deutschland sind beeindruckend. Falls Dir Oesterreich zu klein ist, nimm halt Frankreich. Schau Dir die Tabelle an, Du kannst eigentlich jedes Land nehmen.

Eric|Draven schrieb:
Denn die Preise sind massivst gestiegen, egal wie oft die tollen politiker das Gegenteil behaupten.
Es ist umgekehrt gewesen. Die Inflation war 2002 1,3%. Da mag ein kleiner Messfehler drin sein, aber fuer deutsche Verhaeltnisse eher ueberdurchschnittlich wenig. Von massiv getiegenen Preisen kann da keine Rede sein.

Aber ich kann mich noch an einen Teuro Gipfel erinnern, den die Kuenast damals veranstaltet hat. Bei 1,3% dient das ausschliesslich der Profilierung und der Ablenkung von den eigentlichen Problemen.

Sicherlich haben da einige bei der Umstellung gut draufgeschlagen, aber im Mittel geht das quasi unter.


Aber dieses ganze Teuro Gejammer war (und ist) fuer mich ein Paradebeispiel fuer allgemeine deutsche Grieskraemigkeit und kollektive Fehlwahrnehmung, wie ich mir das so nur in Deutschland vorstellen kann.

Hat man erst mal was gefunden, worueber man Jammern kann, stimmen alle froehlich mit ein. Und genau das ist ein Teil des Problems, um das es in diesem Thread wirklich geht.

Hier mal 2 erlebte Anekdoten, die wohl symptomatisch sind:

Beispiel 1:
Da erzaehlt ein Eisdielenbesitzer, dass sein teuerster Becher auf der Karte 10,40 DM gekostet hat. Ueber den Preis hat sich nie jemand beschwert.

Nach der Umstellung hat er 5,20€ gekostet und da gabs Aerger und Beschwerden ueber Wucher und Unverschaemtheit ohne Ende.

Beispiel 2:
Volkfest. Bierstand. Bier kostet 1,50€, Vorjahr 3 DM. Kommen 2 Tussies angewackelt und bestellen 2 Bier. Macht zusammen 3€ + 2€ Pfand.
Eine zahlt, daruf die andere: "Was hat das jetzt gekostet?" "5€. Boaah eh! Das sind ja 5 Mark fuer ein Bier! Davon gewackelt, nicht ohne sich darueber zu echauffieren, wie teuer alles geworden ist. Und wieder ein Puzzlesteinchen mehr.


Solche Beispiele gibt es sicher 10000fach. Und wenn man so schoen am Jammern ist, wird alles so wahrgenommen (naemlich falsch), dass es schoen in die duestere Untergangsstimmung hinein passt.

Und das ist wirklich ein grosses Problem in Deutschland!
 
C

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Gast
der jährliche warenkorb brachte doch nun auch für solche blinden menschen (wie eric draven es beschrieb) die gewissheit, daß preise erhöht wurden. wenn wir mit offenen augen (und offener geldbörse) durch den supermarkt rennen, fällts einem doch direkt vor die füße.
ich persönlich kann diese "es-ist-doch-nix-teurer-geworden"- sprüche nich mehr ab *g*. beispiel milka-schokolade. früher: im angebot schonmal 0,88 dm; jetzt im angebot: 0,59€. [{ironiean-an], ich seh einfach keinen unterschied!! [/ironie-aus] :-þ
 

Benutzer15719  (57)

Verbringt hier viel Zeit
Zitat:
Original geschrieben von: ninja


so kann man das immer weiterführen...der konsum wird gehemmt, weil die leutz einfach nicht wissen, ob nicht irgend eine abgabe dazu kommt oder die existierenden nicht erhöht werden.


Geschrieben von Trogdor:

Bei aller berechtigter Kritik an der Politik Zweifel ich das obige doch stark an. Die größte Sorge der Bevölkerung ist nicht die, ob irgend eine neue Abgabe hinzukommt, sondern die Sorge arbeitslos zu werden. Kein vernünftiger Mensch wirft in Zeiten von Lohnkürzungen, Massenentlassungen und Kurzarbeit sein Geld zum Fenster raus. Und daher kann die Politik auch wenig tun um die Binnennachfrage anzukurbeln. Die Firmen, die jetzt massig Leute rauswerfen sorgen gelichzeitig für die Krise bei der Binnennachfrage unter der sie leiden.

du hast mein zitat völlig aus dem zusammenhang genommen. ich wollte damit lediglich die mangelde planungssicherheit verdeutlichen und nicht darstellen, dass es sich bei abgabenerhöhungen um die größte sorge der bevölkerung handelt.

ninja
 

Benutzer22294  (37)

Verbringt hier viel Zeit
Also ich weis net, aber diese "Misere" is doch net so ganz nur unsere Schuld...
Die ganzen "schlauen" Manager verzapfen immer wie schlecht es doch ihren Firmen geht und die Verluste soooooo groß sind (und deswegen auch mal so schnell 10.000 Leute rausfliegen). Aber die Reingewinne (und die Managergehälter) steigen und steigen und steigen.... :angryfire

Wieso schmeiß ma net 2 Manager raus und erhlält mit der Kohle 10 Arbeitsplätze?? :ratlos:

Und zu der "konsumunmut": won was sollen wir den konnsumieren, wenn wir nix habn um was zu kaufen? Ich würd ja gern. aber mir fehlt das nötige Kleingeld dazu :flennen:

Hoffe die Gründe sind reichhaltig :karate-ki
 
T

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Gast
Kenshin_01 schrieb:
Die ganzen "schlauen" Manager verzapfen immer wie schlecht es doch ihren Firmen geht und die Verluste soooooo groß sind (und deswegen auch mal so schnell 10.000 Leute rausfliegen). Aber die Reingewinne (und die Managergehälter) steigen und steigen und steigen.... :angryfire

ja, das Prob ist, die kaufen sich ne Firma die Pleite ist und übertragen die Schulden auf ihre Bilanz so dass Sie Verlust machen und wenn man Verlust macht, muss man in D keine Steuern zahlen - VW ist darin ganz groß
 
M

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Gast
Kaum geht's um die Politik scheiden sich die Geister....

Ihr lieben kommt mal wieder runter vom Pferd, hier wird sich ja nur noch gezofft/ gegenseitig die Meinung an'n Kopp geknallt! artet ja fast schon aus... :eek4:

trotzdem sehr interessant alles
 
A

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Eric|Draven schrieb:
Mir ist das "Inflationsgelaber" scheiß egal. Und wer nicht sieht, daß Preise erhöht wurden ist entweder dumm oder blind, oder will es zumindest sein.

Und irgendwann kommt der Tag, da kapituliert die Wirklichkeit vor Deinem Sachverstand ...!
 

Benutzer20670  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Das die Kaufkraft der unteren Schicht gesunken ist kann auf jeden Fall keiner bestreiten. Das wiedrum hat dramatische Auswirkungen auf den Konsum und trifft somit teileweise auch kleiner Firmen und Händler. Große Firmen die viele Geschäfte im Ausland machen haben damit kein Problem.

Wir befinden uns zunehmend in einem Klassenkampf von oben. Die Kapitalismus kritik des Herrn Müntefering ist jedoch nur Wahlheuchelei, schade das es ncih ernst gemeint ist. Doch nun an die Unternehmen zu appelieren nachdem man ihnen 8 Jahre lang Steuergeschenke gemacht und arbeitsplatzverlagerug subventioniert hat (nicht unbedingt nur in ost länder auch nach ostdeutschland siehe Brand etc. förderung der neunen Bundesländer ja und wesentlich mehr als zur Zeit allerdings sinnvoll und nicht zur lasten von Arbeitsplätzen in den alten Ländern) das einfach nur lächerlich und ein Verzweifelter versuch an Wählerstimmen zu kommen.

Richtige sozialreformen, Bildung und Gesundheit für alle bringt Deutschland auf die Beine. Außerdem her mit ner saftigen Vermögensteuer und höheren Unternehmenssteuern. Das würde auch kleinen und Mittelständler zu gute kommen da wenn der Private Konsum endlich ansteigt die auch weider eine Chance haben.
 
A

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Gast
Du plapperst ja gelinde gesagt nur die jahrzehnte alten Standard-Sprüche der extremlinken daher - und das auf Bildzeitungsniveau.

Diese saublöden (entschuldige, aber es ist so!) Pauschalurteile über DIE bösen Unternehmer, die alle miteinander die super Millionengewinne scheffeln - zeugen von einer sehr schlichten und einseitigen Weltanschauung.
Sprich doch mal mit dem Klassenfeind. Also mit einem Unternehmer.
Nicht unbedingt mit Schrempp oder Ackermann, sondern mit einem von denen, die 80 % der Arbeitsplätze schaffen, die selbst mit keulen, die 60 Stunden für ihre Firma arbeiten und Lichtjahre von den Spitzengehältern der Top-Manager entfernt sind.
Dem erzähle mal was von höheren Unternehmenssteuern ...

Vermögenssteuer ist ja gut und schön - für Rachegelüste. "Denen da oben mal was abnehmen". Toll - hast Du schon mal gehört, dass Vermögen heute beweglich ist? Egal, ob man es gut findet. Aber es IST HALT SO!. (Leider...)

Ich sage es nochmal - und etwas provokativer:
Wer bei Aldi oder Saturn einkauft, ist für Arbeitslosigkeit mit verantwortlich.

Und wenn ich manchen Leuten mal in den Einkaufswagen schaue, dann denke ich sowieso, wer für so einen Scheiss Geld über hat, dem kann es sooo schlecht ja nicht gehen ...
 
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