Wird jetzt alles anders?

G
Benutzer Gast
  • #1
Hallo.

Wir sind eine Clique bestehend aus 3 Paaren. Zwei Paare werden nächstes Jahr Eltern. Ich freue mich sehr für sie und werde sogar Patentante von einem Kind. Es fühlt sich dennoch jetzt alles komisch an. Leben wird ernst. Wir werden den Kontakt nicht verlieren, weil wir dafür viel zu eng verbunden sind und auch generell sehr viel Zeit zusammen verbringen. Es wird sich nur logischerweise dann viel um die Kinder drehen. Die anderen beiden Paare haben dann ein gemeinsames Thema bei dem mein Freund und ich nicht so mitreden können.

Ich weiß gar nicht, wie ich es genau beschreiben soll. Ich habe einfach Angst vor dieser Veränderung. Bisher war alles immer easy, locker und entspannt. Wir konnten alle zusammen immer und zu jeder Zeit einfach machen, was wir wollten. Das wird dann bald nicht mehr so sein.
 
Wildgans
Benutzer161271  Meistens hier zu finden
  • #2
Hallo Elli,
diese Situation kenne ich, auch wenn ich deine Ängste vorher nicht hatte, ist dann doch die Situation eingetreten, vor der du Angst hast. Mir war, noch bevor der Kinderwunsch des einen Paars konkret wurde, die Patenschaft angeboten worden. Sie haben sich dann doch für jemand anderen entschieden. Inzwischen haben wir gar keinen Kontakt mehr. Besonders traurig war mir, weil keiner meiner ehemaligen Freunde, sich erklärt hat, so dass sich auch keine Möglichkeit, die Situation zu verbessern und die Freundschaften zu retten, eröffnet hat.
Daher habe ich leider keinen guten Ratschlag für dich, außer offen für neue Freundschaften zu seien, die ähnlich zu deinen Lebensverhältnissen sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nik Traverse
Benutzer197010  (47) Verbringt hier viel Zeit
  • #3
Schwer zu sagen. Besonders anfangs vielleicht schon. Das erleben Leuten, die ich kenne, unterschiedlich. Man hat es ja ein wenig auch in der Hand.
Bei mir selbst waren die ersten beiden engen Freund:innen, die Kinder hatten, eher bereichernd. Ich hatte davor so gut wie keine Erfahrung mit kleinen Kindern, aber da hab ich oft den Kinderwagen geschoben, mit ihnen den Abend verbracht, wenn die/der Partner:in arbeiten musste oder ausgegangen ist, oder auch mal geholfen, wenn wer krank war.
Als mein Kind geboren wurde, kamen zeitgleich viele Kinder im Umfeld, das Thema wurde mir dann teils zu dominant. Aber ich und meine Ex-Partnerin haben uns auch viel mit Leuten ohne Kinder getroffen und die hatten auch eher mehr Kapazitäten, uns mit dem Kind zu helfen.
Manche Kinderlose, die ich kenne, fühlten sich aber bei anderen etwas ausgeschlossen. Ich glaub, das hat auch damit zu tun, wie sehr sich Leute auf sich als Familie fokussieren (was auch ok sein kann, aber dann ist es halt mit Freund:innen u.U. schwieriger). Und auch, was genau man miteinander macht und wie die zeitlichen Ressourcen und so sind.
Sprecht ihr miteinander darüber? Das ist vielleicht sinnvoll, erstmal zu artikulieren, was die Fragen und Sorgen sind, und sich auszutauschen, wie ihr euch das weitere Leben und eure Freundschaft vorstellt und wünscht.
 
J
Benutzer92211  (39) Sehr bekannt hier
  • #4
Ist es das erste Mal, dass jemand aus deinem nahen Umfeld Kinder bekommt? Ja, es wird sich sehr wahrscheinlich vieles verändern. Ich weiß nicht, ob bei euch auch Kinder geplant sind (musst du auch nicht beantworten). Bei mir war es damals so, dass ich die Kinderthemen noch interessant fand, als noch die Option bestand, dass ich auch mal Kinder haben werde. Quasi zum Lernen und Üben. Später hat es mich irgendwann genervt, dass es in meinem Umfeld nur noch darum ging, wer wieder schwanger ist, welches Kind gerade einen Kita-Platz braucht, eingeschult wird, zur Musikschule geht ... Je nachdem rate ich dazu, sich vermehrt (auch) kinderfreie Freundschaften zu suchen. Natürlich sollen die alten Freundschaften nicht ersetzt werden, aber man hat ein Backup, wenn die Kinderthemen überhand nehmen oder man sich doch zu sehr auseinander entwickelt.
 
ugga
Benutzer172492  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #5
Ich hab unterschiedliche Erfahrungen mit dieser Veränderung bei Freund:innen gemacht.
Manche versuchen weiterhin Kontakt auch zu kinderfreien Freund:innen zu halten und freuen sich, wenn es nicht nur um die Kids geht. Andere versinken komplett in dem Thema und können jahrelang über nichts Anderes reden.
Ich will das nicht werten, wir versuchen ja auch gerade eine Familie zu gründen und man weiß nicht, wie man selbst sein wird.

Selbst wenn deine Freund:innen zu der ersten Gruppe gehören, die sich weiterhin über andere Themen freuen, ist es vor allem mit Kleinkindern oder mehreren Kindern schon eine ganze Weile lang so, dass man sich nicht mehr am Stück unterhalten kann. Die Aufmerksamkeit muss halt geteilt werden, so ist das dann.

Bei der ersten engen Freundin von mir, die lange vor allen anderen in meinem Umfeld Kinder bekam, habe ich das als sehr schmerzhaft erlebt. Mittlerweile bin ich routinierter, aber es ist trotzdem nicht so leicht.

Am angenehmsten finde ich es in der Gruppe mit Eltern und Nicht-Eltern Zeit zu verbringen, grob gesagt. Da kann es um die Kinder gehen, aber wenn es zB durch Unterbrechungen wg der Kinder kommt hat man noch andere Gesprächspartner:innen und hockt nicht wie das fünfte Rad am Wagen da.

Zu deiner Beruhigung: Mit Baby sind Eltern oft noch flexibler, gerade das erste halbe Jahr schlafen die Kinder noch viel (ist mit Schreikind natürlich anders).
Aber sobald sie Krabbeln und dann Laufen können wirds sehr anders. Sie sind dann wandelnde kleine Selbstmordkommandos :grin:
Gibt dir aber auch Vorlaufzeit, langsam deinen Freundeskreis zu erweitern, damit du dich dann nicht so allein fühlst.
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #6
Ist es das erste Mal, dass jemand aus deinem nahen Umfeld Kinder bekommt? Ja, es wird sich sehr wahrscheinlich vieles verändern. Ich weiß nicht, ob bei euch auch Kinder geplant sind (musst du auch nicht beantworten). Bei mir war es damals so, dass ich die Kinderthemen noch interessant fand, als noch die Option bestand, dass ich auch mal Kinder haben werde. Quasi zum Lernen und Üben. Später hat es mich irgendwann genervt, dass es in meinem Umfeld nur noch darum ging, wer wieder schwanger ist, welches Kind gerade einen Kita-Platz braucht, eingeschult wird, zur Musikschule geht ... Je nachdem rate ich dazu, sich vermehrt (auch) kinderfreie Freundschaften zu suchen. Natürlich sollen die alten Freundschaften nicht ersetzt werden, aber man hat ein Backup, wenn die Kinderthemen überhand nehmen oder man sich doch zu sehr auseinander entwickelt.

Mein Freundeskreis besteht nur aus diesen Freunden und es sind jetzt die ersten Kinder. Wir wollen keine Kinder also wird das Thema bei uns nie so präsent sein, wie bei den anderen. Wir haben keine Ahnung was so im Alltag mit Kindern abgeht und werden es auch nie haben. Das soll nicht heißen, dass wir Kinder nicht mögen. Ich freue mich schon total darauf Patentante zu werden .

Mein Freund, die beiden anderen Männer und ich verbringen sehr viel Zeit zusammen, weil wir auch zusammen arbeiten. Ich hoffe, dass sich da nicht auch noch etwas ändert und die sowas wie Elternzeit machen wollen, weil dann wirds richtig blöd.
 
WomanInTheMirror
Benutzer123832  (30) Beiträge füllen Bücher
  • #7
Ich als Mutter von einem Kleinkind finde Freunde ohne Kinder (von denen ich noch viele habe) viel praktischer. Als Mutter mit Kind ist man einfach unflexibel. Man muss auf die Schlafens- und Essenszeiten achten, immer den halben Hausstand dabei haben etc. Wenn ich mich nur mit anderen Eltern treffen würde, wären wir maximal unflexibel.
Das freu ich mich, wenn jemand ohne Kind zu mir kommt. Abends bei mir treffen ist auch kein Problem, ich kann halt nur nicht lange abends weg sein.

Mein Tipp also: Versuche, nicht nachtragend zu sein, wenn Treffen anders verlaufen als abgesprochen oder wenn die Eltern heillos zu spät bekommen, weil der Mittagsschlaf viel länger als sonst ging. Treffen in der gewohnten Umgebung sind am Anfang einfach am entspanntesten.
Und ich finde, man kann sich auch für Kinderthemen interessieren, wenn man keine Kinder hat. Mich interessiert ja auch der Job von Freunden, auch wenn ich beruflich was total anderes mache.
 
ugga
Benutzer172492  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #8
Ich hoffe, dass sich da nicht auch noch etwas ändert und die sowas wie Elternzeit machen wollen, weil dann wirds richtig blöd.
Dein Wunsch in allen Ehren, aber wäre es nicht sinnvoller jetzt schon mal langsam deine Sozialkontakte zu erweitern statt quasi zu hoffen, dass deine Freunde sich wenig um ihre Kinder kümmern?
Ich hab ja auch lange überlegt keine Kinder zu bekommen, aber ich hätte den Kindern meiner Freunde deswegen keine abwesenden Eltern gewünscht.
 
J
Benutzer92211  (39) Sehr bekannt hier
  • #9
Dein Wunsch in allen Ehren, aber wäre es nicht sinnvoller jetzt schon mal langsam deine Sozialkontakte zu erweitern statt quasi zu hoffen, dass deine Freunde sich wenig um ihre Kinder kümmern?
Ich hab ja auch lange überlegt keine Kinder zu bekommen, aber ich hätte den Kindern meiner Freunde deswegen keine abwesenden Eltern gewünscht.

Ich glaube, bei der Aussage lag der Fokus eher auf dem Beruflichen (Kapazitätsengpässe durch Elternzeit der Väter?), aber ja, ich finde den Wunsch auch ein wenig vermessen. Vielleicht wäre es ja umgekehrt für die Mütter "richtig blöd", wenn die Väter normal weiterarbeiten wollen?

Also Angst vor der Veränderung der Freundschaften verstehe ich wirklich total gut, aber man kann auch nicht erwarten, dass für die frisch gebackenen Eltern alles beim Alten bleibt und die Freundschaften oder eine Zusammenarbeit dann vor den Kindern stehen.
 
WomanInTheMirror
Benutzer123832  (30) Beiträge füllen Bücher
  • #11
Ich hoffe, dass sich da nicht auch noch etwas ändert und die sowas wie Elternzeit machen wollen, weil dann wirds richtig blöd.
Aber warum denn? In der Elternzeit hat man doch wenigstens Zeit? :confused: nur weil sie arbeiten, heißt das ja nicht, dass sie sich nicht um das Kind kümmern, im Gegenteil: nach der Arbeit geht die Arbeit ja weiter.

In meiner Elternzeit hatte ich sogar die Möglichkeit, eine Freundin, die 2 Stunden mit dem Zug entfernt wohnt, zu besuchen :smile:
 
WomanInTheMirror
Benutzer123832  (30) Beiträge füllen Bücher
  • #12
Ich glaube, bei der Aussage lag der Fokus eher auf dem Beruflichen (Kapazitätsengpässe durch Elternzeit der Väter?),
Ah okay, hab ich erst jetzt gelesen.
Aber ich dachte, die Mütter sind auch Freunde. Das wünscht man denen doch nicht?
 
J
Benutzer92211  (39) Sehr bekannt hier
  • #13
Ah okay, hab ich erst jetzt gelesen.
Aber ich dachte, die Mütter sind auch Freunde. Das wünscht man denen doch nicht?
Also die TS arbeitet ja (zusammen mit ihrem Mann) mit den beiden werdenden Vätern zusammen. Ich habe es so verstanden, dass es (halt für die TS und ihren Mann) beruflich "richtig blöd" werden könnte, wenn die anderen beiden Elternzeit nehmen. (Keine Ahnung, vielleicht sind alle zusammen selbstständig oder so?) Dass es umgekehrt - wenn die Väter eben keine Elternzeit nehmen - potentiell für die Mütter doof werden könnte (mehr Care-Arbeit), hatte ich ja auch schon geschrieben. Das würde ich ihnen halt auch nicht wünschen.
 
I
Benutzer228593  (32) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #14
Verstehe nicht so ganz, dass du Angst davor hast. Die Dynamik eures Konstruktes wird sich verändern, das ist nichts Schlimmes. Das ist dann deren Lebensmittelpunkt und das ist auch in Ordnung so.

Als die Leute um mich herum Kinder bekommen haben, hat sich nicht viel geändert. Wir haben dann halt nicht mehr die Dinge in dem Ausmaß betrieben, wie davor. Dann waren die Kinder oft dabei, mir hat das Spaß gemacht. Manchmal habe ich auf Kinder aufgepasst, damit sie als Eltern mal Paarzeit hatten.

Sie haben dann teilweise auch viel darüber gesprochen, das war aber auch ok für mich, irgendwie auch verständlich. Für mich hat sich an dem, das die Freundschaft für mich ausgemacht hat, nichts geändert. Habe das immer als Lauf des Lebens gesehen.
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #15
Dein Wunsch in allen Ehren, aber wäre es nicht sinnvoller jetzt schon mal langsam deine Sozialkontakte zu erweitern statt quasi zu hoffen, dass deine Freunde sich wenig um ihre Kinder kümmern?
Ich hab ja auch lange überlegt keine Kinder zu bekommen, aber ich hätte den Kindern meiner Freunde deswegen keine abwesenden Eltern gewünscht.

Ich glaube, bei der Aussage lag der Fokus eher auf dem Beruflichen (Kapazitätsengpässe durch Elternzeit der Väter?), aber ja, ich finde den Wunsch auch ein wenig vermessen. Vielleicht wäre es ja umgekehrt für die Mütter "richtig blöd", wenn die Väter normal weiterarbeiten wollen?

Also Angst vor der Veränderung der Freundschaften verstehe ich wirklich total gut, aber man kann auch nicht erwarten, dass für die frisch gebackenen Eltern alles beim Alten bleibt und die Freundschaften oder eine Zusammenarbeit dann vor den Kindern stehen.

Aber warum denn? In der Elternzeit hat man doch wenigstens Zeit? :confused: nur weil sie arbeiten, heißt das ja nicht, dass sie sich nicht um das Kind kümmern, im Gegenteil: nach der Arbeit geht die Arbeit ja weiter.

In meiner Elternzeit hatte ich sogar die Möglichkeit, eine Freundin, die 2 Stunden mit dem Zug entfernt wohnt, zu besuchen :smile:

Ah okay, hab ich erst jetzt gelesen.
Aber ich dachte, die Mütter sind auch Freunde. Das wünscht man denen doch nicht?

Es geht gar nicht darum, dass ich den Kindern abwesende Eltern wünsche oder sonst irgendjemandem irgendetwas negatives. Die Mamas können dann auch gerne Elternzeit nehmen, aber die Papas bitte nicht. Wir arbeiten zu viert zusammen und das geht auch nur zu viert. Nicht zu dritt oder zu zweit. Wir sind also alle aufeinander angewiesen. Wenn einer oder zwei Papas Elternzeit nehmen, dann müssen alle anderen mitziehen. Mein Freund und ich müssten dann von Ersparnissen leben und das können wir uns nicht lange leisten. Im Moment ist der Stand so, dass sie auf keinen Fall Elternzeit nehmen wollen, aber man weiß ja nie wie die Gedanken dazu nach der Geburt sind.
 
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reed
Benutzer116134  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #37
Man kann es vorher leider nicht so richtig wissen. Ein high-need Baby ist sicher nochmal eine andere Belastung als ein total entspanntes Baby zum Beispiel. Um dir Mut zu machen: Ich habe mit einer Freundin erst seitdem sie Mutter ist so eine richtig tiefe Freundschaft. Ich bin flexibel, fahre meistens zu ihr, räume auch mal die Küche auf und koche, während sie das Baby ins Bett bringt. Oder wir trinken den Kaffee halt auf dem Spielplatz. Im Gegenzug geht's aber bei den Gesprächen relativ wenig ums Kind. Sondern viel um den Beruf, Beziehung, eigene Themen … was man halt so bespricht. Mit Kind muss sich also gar nicht so viel verändern. ☺️

Sich ein bisschen mental darauf vorbereiten, ist aber sicher nicht schlecht.

Denn:
Es gibt kaum eine Grenze zwischen privat und beruflich.
Das kann total cool sein, oder sehr schmerzhaft. Elternzeit ist die eine Sache. Die andere ist die, dass die Kinder irgendwann zB in die Kita kommen und Krankheiten mit nach Hause schleppen. Eltern sind meiner Erfahrung nach wirklich deutlich häufiger krank. Wenn man sich dann nicht krank melden kann, weil es auf der Arbeit dann nicht mehr funktioniert und das auch noch die besten Freunde sind, kann das zu viel sein. Habt ihr da schon mal drüber gesprochen? Zum Beispiel auch darüber, wie sich jemand abgrenzen kann? Ist vorher oft besser als in der tatsächlichen Situation.
Mein Freund, die beiden anderen Männer und ich verbringen sehr viel Zeit zusammen, weil wir auch zusammen arbeiten. Ich hoffe, dass sich da nicht auch noch etwas ändert und die sowas wie Elternzeit machen wollen, weil dann wirds richtig blöd.
Wir arbeiten zu viert zusammen und das geht auch nur zu viert. Nicht zu dritt oder zu zweit. Wir sind also alle aufeinander angewiesen.
Mir fehlt etwas die Fantasie, was das für ein Konstrukt sein kann, das nur zu viert funktioniert. Aber ich nehme an, dass ihr jeweils bestimmte Rollen ausführt. Die meisten Menschen sind nicht so individuell in ihren Skills, dass sie gar nicht ersetzbar wären. Wäre es nicht also doch denkbar, dass man auch in einer anderen Konstellation weiter arbeiten könnte?
Es gibt keinen richtigen Plan B. Wir haben zwar alle studiert, aber noch nie in den Bereichen gearbeitet. Wenn unser berufliches Konstrukt nicht mehr funktioniert, dann müssen wir auf jeden Fall umziehen oder vielleicht sogar eine eigene Wohnung aufgeben und zu seinen Eltern ziehen. Er würde dann versuchen einen Job zu finden und für uns beide Geld verdienen.
Wie viel Zeit hättet ihr denn zwischen "es klappt nicht mehr" und "bei den Eltern einziehen"? Ist das etwas, es theoretisch von heute auf morgen vorbei sein kann oder habt ihr eine gewisse Runway, um bspw. auch einen Ersatz für eine Person zu finden?
Wie kommt es, dass nur dein Freund einen Job finden könnte und du nicht? Das ist ja wenn auch nur was für maximal 1 Jahr, ansonsten wäre deine Lücke bei der Altersvorsorge viel zu groß.
Dass du bisher in dem Bereich nicht gearbeitet hast, ist doch nicht zwingend schlimm. Du hast ja sicherlich jetzt auch nützliche Fähigkeiten und Erfahrungen erworben.
Wenn du sagst, dass der Job sowieso unsicher ist, lohnt sich doch auch generell ein (besserer) Plan B?

Vielleicht sind die beiden Geburten auch ein guter Zeitpunkt, um Exit-Szenarien gemeinsam zu besprechen. Um die Existenz zu sichern, aber eben auch die Freundschaft.

Noch eine positive Anekdote: ich kenne zwei Paare, die zusammen ein Unternehmen gegründet haben und während der ersten harten 1-3 Jahre bekamen beide Paare ein Kind. Das Unternehmen läuft inzwischen super und es kam auch noch jeweils ein zweites Kind dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
T
Benutzer228096  (39) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #40
Du möchtest also sagen, dass wir alle 4 nicht erwachsen sind und uns nicht selbst versorgen können, weil wir zusammen arbeiten.

Das Problem ist nicht, dass ihr zusammenarbeitet, sondern eure Alternativpläne, wenn etwas schief geht. Ihr scheint ja keine nennenswerten finanziellen Rücklagen zu haben, keinen Anspruch auf irgendwelche Übergangsgelder. Und wenn es nicht klappt, dann geht es wieder ins Elternhaus zurück, wo aus irgendeinem Grund dann nur dein Freund sich eine Arbeit sucht.

Sieht das bei euren Freunden dann andersherum genauso aus? Was passiert, wenn du oder dein Freund morgen einen Unfall habt und nicht mehr arbeiten könnt. Sind dann 6 Erwachsene + 2 Babys finanziell völlig aufgeschmissen?

Wenn euer berufliches Konstrukt so fragil ist und es keinerlei Absicherung gibt, dann konntet ihr euch das bislang deswegen erlauben, weil ihr wenig Veranwortung tragen müsst. Das wird nun anders sein. Der Unterschied zwischen Eltern und Nicht-Eltern ist nicht, dass die einen immer nur über Babys reden wollen und die anderen darüber nicht mitreden können - das kann man so sicherlich nicht verallgemeiner. Der Unterschied ist, dass man als Eltern die Verantwortung für einen anderen Menschen trägt, der darauf angewiesen ist, dass man sich um es kümmert und versorgt. Und das verändert einen als Eltern natürlich - man will mehr finanzielle Sicherheit haben, man geht vielleicht auch selber weniger persönliche Risiken ein (Ichb fahr z.B. mit dem Fahrrad vorsichtiger).

Du bist hier im Thread damit gestartet, dass du dir Sorgem machst nicht mit reden zu können, wenn eure Freunde viel über Kinder reden. Stattdessen sind wir nun dabei angekommen, dass eure wirtschaftliche Existenz mit dem Thema verbunden ist. So eine gewisser Realismus-Check könnte da halt nicht schaden. Und ja: Es ist Teil des Erwachsen-werdens, dass man ein einsieht, dass es im Leben zu Veränderungen kommt.
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #42
Man kann es vorher leider nicht so richtig wissen. Ein high-need Baby ist sicher nochmal eine andere Belastung als ein total entspanntes Baby zum Beispiel. Um dir Mut zu machen: Ich habe mit einer Freundin erst seitdem sie Mutter ist so eine richtig tiefe Freundschaft. Ich bin flexibel, fahre meistens zu ihr, räume auch mal die Küche auf und koche, während sie das Baby ins Bett bringt. Oder wir trinken den Kaffee halt auf dem Spielplatz. Im Gegenzug geht's aber bei den Gesprächen relativ wenig ums Kind. Sondern viel um den Beruf, Beziehung, eigene Themen … was man halt so bespricht. Mit Kind muss sich also gar nicht so viel verändern. ☺️

Sich ein bisschen mental darauf vorbereiten, ist aber sicher nicht schlecht.

Denn:

Das kann total cool sein, oder sehr schmerzhaft. Elternzeit ist die eine Sache. Die andere ist die, dass die Kinder irgendwann zB in die Kita kommen und Krankheiten mit nach Hause schleppen. Eltern sind meiner Erfahrung nach wirklich deutlich häufiger krank. Wenn man sich dann nicht krank melden kann, weil es auf der Arbeit dann nicht mehr funktioniert und das auch noch die besten Freunde sind, kann das zu viel sein. Habt ihr da schon mal drüber gesprochen? Zum Beispiel auch darüber, wie sich jemand abgrenzen kann? Ist vorher oft besser als in der tatsächlichen Situation.


Mir fehlt etwas die Fantasie, was das für ein Konstrukt sein kann, das nur zu viert funktioniert. Aber ich nehme an, dass ihr jeweils bestimmte Rollen ausführt. Die meisten Menschen sind nicht so individuell in ihren Skills, dass sie gar nicht ersetzbar wären. Wäre es nicht also doch denkbar, dass man auch in einer anderen Konstellation weiter arbeiten könnte?

Wie viel Zeit hättet ihr denn zwischen "es klappt nicht mehr" und "bei den Eltern einziehen"? Ist das etwas, es theoretisch von heute auf morgen vorbei sein kann oder habt ihr eine gewisse Runway, um bspw. auch einen Ersatz für eine Person zu finden?
Wie kommt es, dass nur dein Freund einen Job finden könnte und du nicht? Das ist ja wenn auch nur was für maximal 1 Jahr, ansonsten wäre deine Lücke bei der Altersvorsorge viel zu groß.
Dass du bisher in dem Bereich nicht gearbeitet hast, ist doch nicht zwingend schlimm. Du hast ja sicherlich jetzt auch nützliche Fähigkeiten und Erfahrungen erworben.
Wenn du sagst, dass der Job sowieso unsicher ist, lohnt sich doch auch generell ein (besserer) Plan B?

Vielleicht sind die beiden Geburten auch ein guter Zeitpunkt, um Exit-Szenarien gemeinsam zu besprechen. Um die Existenz zu sichern, aber eben auch die Freundschaft.

Noch eine positive Anekdote: ich kenne zwei Paare, die zusammen ein Unternehmen gegründet haben und während der ersten harten 1-3 Jahre bekamen beide Paare ein Kind. Das Unternehmen läuft inzwischen super und es kam auch noch jeweils ein zweites Kind dazu.

Mit Verlaub diese Entscheidung gehört ausschließlich beiden Eltern und nicht euch.
Ungeborene Kinder müssen nicht eure beruflichen Konstrukte tragen.

Kinder verändern vieles - auch in Freundschaften. Aber das können auch sehr schöne Veränderungen sein.

Ich habe das vor knapp 10 Jahren mit meiner damaligen besten Freundin erlebt.
Als sie erzählt hat, dass sie schwanger ist, habe ich mich für sie und ihren Mann gefreut, wie ein Schneekönig. Drei Wochen nach der Geburt durfte ich ihre Tochter kennenlernen. Mit den Worten "Kannst du die Kleine kurz halten? Ich muss mal aufs Klo." wurde mir die Kleine in die Arme gelegt und ich hatte nicht mal die Zeit, mich dagegen zu wehren. Und dann saß ich da mit diesem kleinen, zerbrechlichen Baby in meinen Armen. Das war ein wirklich überwältigendes Gefühl, weil ich erst total überfordert war, aber dann gemerkt habe, dass ich wohl keine gravierenden Fehler mache, weil die Kleine ganz friedlich in meinen Armen lag.

Im Rückblick waren die ersten Lebensjahre der Kleinen die schönste Phase unserer Freundschaft, weil ich nicht nur sie als beste Freundin und ihren Mann als guten Freund hatte, sondern auch noch die Kleine, die mein Leben sehr bereichert hat.
Wir haben einige schöne Kurzurlaube gemacht. Ich habe mit ihr das Treppensteigen geübt. Sie hat sich im Halbschlaf an mich gekuschelt. Und wenn ich zu Besuch war, wollte sie mich nicht mehr gehen lassen.
Die Erlebnisse mit der Kleinen haben auch meinen eigenen Kinderwunsch massiv verstärkt. Inzwischen habe ich zwar keinen Kinderwunsch mehr. Aber ich bin sehr glücklich über die gemachten Erfahrungen, die viele Kinderlose niemals machen können.
Und auch mit der Freundin und ihrem Mann gab es nach wie vor genügend Gesprächsthemen abseits von Kindern und Familienleben, da wir nach wie vor ein gemeinsames Hobby hatten.
Aber dann kam doch alles anders, weil Kind Nr. 2, Geldprobleme, daraus resultierender Umzug der Familie, usw. dafür gesorgt haben, dass sich die Freundschaft immer weiter auseinander entwickelt hat.


Elli-in-Finnland
Allerdings erscheint mir euer Konstrukt aus beruflicher Zusammenarbeit, die nur funktioniert, solange niemand ausfällt und Freundschaft schon ziemlich fragil. Das würde ja auch schon zusammenbrechen, wenn jemand aus anderen Gründen, wie z.B. Krankheit für längere Zeit ausfallen würde.
Und mit den Familiengründungen wird das ganze Konstrukt noch viel, viel wackeliger.
Einfach nur darauf zu spekulieren, dass das das alles wie gehabt weiter läuft, dass die frischgebackenen Mütter keine große Unterstützung von ihren Männern brauchen (Wochenbett und so), dass die Mütter ihre Karriere komplett unterordnen (was ja sehr naiv wäre, wenn die Väter in so einem fragilen Konstrukt arbeiten), dass die frischgebackenen Väter überhaupt keine Elternezeit nehmen wollen, usw. wirkt auf mich schon sehr naiv.
Und auch mit den Kindern muss ja nicht alles absolut entspannt und reibungslos laufen. Nachbarn meiner Eltern hatten ein Schreibaby und konnten monatelang vor lauter Schlafmangel nur auf dem Zahnfleisch kriechen.

Das Problem ist nicht, dass ihr zusammenarbeitet, sondern eure Alternativpläne, wenn etwas schief geht. Ihr scheint ja keine nennenswerten finanziellen Rücklagen zu haben, keinen Anspruch auf irgendwelche Übergangsgelder. Und wenn es nicht klappt, dann geht es wieder ins Elternhaus zurück, wo aus irgendeinem Grund dann nur dein Freund sich eine Arbeit sucht.

Sieht das bei euren Freunden dann andersherum genauso aus? Was passiert, wenn du oder dein Freund morgen einen Unfall habt und nicht mehr arbeiten könnt. Sind dann 6 Erwachsene + 2 Babys finanziell völlig aufgeschmissen?

Wenn euer berufliches Konstrukt so fragil ist und es keinerlei Absicherung gibt, dann konntet ihr euch das bislang deswegen erlauben, weil ihr wenig Veranwortung tragen müsst. Das wird nun anders sein. Der Unterschied zwischen Eltern und Nicht-Eltern ist nicht, dass die einen immer nur über Babys reden wollen und die anderen darüber nicht mitreden können - das kann man so sicherlich nicht verallgemeiner. Der Unterschied ist, dass man als Eltern die Verantwortung für einen anderen Menschen trägt, der darauf angewiesen ist, dass man sich um es kümmert und versorgt. Und das verändert einen als Eltern natürlich - man will mehr finanzielle Sicherheit haben, man geht vielleicht auch selber weniger persönliche Risiken ein (Ichb fahr z.B. mit dem Fahrrad vorsichtiger).

Du bist hier im Thread damit gestartet, dass du dir Sorgem machst nicht mit reden zu können, wenn eure Freunde viel über Kinder reden. Stattdessen sind wir nun dabei angekommen, dass eure wirtschaftliche Existenz mit dem Thema verbunden ist. So eine gewisser Realismus-Check könnte da halt nicht schaden. Und ja: Es ist Teil des Erwachsen-werdens, dass man ein einsieht, dass es im Leben zu Veränderungen kommt.

Ich möchte auf ein paar Einzelheiten noch genauer eingehen, weil es gerade teilweise ein bisschen so hingestellt wird, als wäre ich die böse, und als wären wir alle komplett bescheuert. Ich versuche es mal einigermaßen zu erklären, weil ich teilweise nicht alles bis ins Details nennen möchte.

Unsere Konstellation ist grundsätzlich so, dass die Männer schon seit über 20 Jahren unzertrennliche beste Freunde sind. Ich kam dann vor 14 Jahren dazu und die anderen beiden Frauen noch etwas später. Wir machen zwar auch öfters zu 6. was zusammen oder auch nur zu 4, also zwei Paare zusammen. Es war aber schon immer so, dass ich enger mit den Männern verbunden bin und wir auch mehr Kontakt miteinander haben ohne die Frauen. Ich weiß nicht genau, wieso es so kam. Es hat sich einfach so ergeben. Und vor 6 Jahren kam ich dann auch auf der beruflichen Ebene noch dazu.

Jetzt zur beruflichen Situation: Ich möchte nicht genau sagen, was wir machen, aber es ist etwas künstlerisches. Jeder, der in so einem Bereich arbeitet, also sei es Musiker, Schauspieler, Comedian oder sonstiges, lebt ein gewisses Risiko. Wenn man kein absoluter Superstar ist, muss man mit dem Risiko leben, dass es schneller vorbei sein kann, als man möchte. Es ist aber in den meisten Fällen ein Traum, wofür man dieses Risiko eingeht.

Die Männer arbeiten seit über 15 Jahren daran, seit 8 Jahren funktioniert es hauptberuflich und seit etwa 1-2 Jahren richtig gut. Es ist deren Traum, und wir Frauen tragen ihn mit, indem wir öfters mal zurückstecken usw. Wir sind aber von Anfang an fein damit gewesen, und ich bin ja jetzt sowieso beruflich mit drin.

Es gibt keinen genauen Plan B. Wir tun einfach unglaublich viel dafür, dass es funktioniert. Wenn es zu Ende gehen würde, dann müssten wir uns alle andere Jobs suchen. Das wäre in meinem Fall auch noch ein bisschen schwieriger. Die einzige kleine Absicherung ist, dass wir alle studiert haben. Wir denken darüber aber aktuell gar nicht nach, weil es wirklich sehr gut läuft. Wir können alle sehr gut davon leben, und die werdenden Väter könnten davon auch ihre Familie ernähren.

Wenn man es ganz genau nimmt, dann könnte ich theoretisch ohne Probleme wegfallen, weil ich "nur" alles im Hintergrund plane und das auch jemand anderes könnte. Die Männer sind aber zu dritt das Kapital. Das geht so, wie es gerade ist, nicht alleine oder zu zweit. Das hat auch nichts damit zu tun, dass wir nicht erwachsen sind und unsere Leben nicht auf die Reihe bekommen. Wir haben uns einfach dafür entschieden, beruflich diesen Weg zu gehen. Wenn einer mal für kurze Zeit ausfällt, dann geht das aber nicht für Wochen oder Monate.

Wir haben vor allem in den letzten 12 Monaten unglaublich viel gearbeitet, sodass wir jetzt mal einen Gang zurückschalten können und nicht permanent eine 80 Stunden Woche habe. Wir müssen aber dennoch kontinuierlich weitermachen. Es gibt keine festen Arbeitszeiten. Es ist mal mehr und mal weniger. Aktuell haben wir z.B. nur einzelne Termine und kleinere Projekte.

Der Plan ist aktuell, dass die Männer keine Elternzeit nehmen und dafür deren Frauen zuhause bleiben. Das haben sie so gemeinsam entschieden, weil sie sich ja das alles über so viele Jahre aufgebaut haben und nicht verlieren wollen. Wir planen natürlich rund um die Geburten keine großen Projekte. Und mein Freund und ich übernehmen auch soweit es geht Aufgaben von den anderen beiden. Das wäre auch alles so machbar.

Ich habe einfach nur Angst, dass nach den Geburten plötzlich ganz andere Ansichten sind. Sie dann plötzlich doch zuhause bleiben wollen und dann später andere Jobs machen wollen. Wir freundschaftlich nicht mehr die Ebene finden, weil wir halt keine Kinder haben. Wir unsere Freizeit überhaupt nicht mehr gemeinsam gestaltet bekommen, weil wir nicht so nah beinander wohnen und die Planung mit Kind dann eine andere ist. Das sind nur so ein paar Beispiele. Es ist nicht nur beruflich, sondern auch privat. Es vermischt sich bei uns nur alles miteinander.
 
banane0815
Benutzer44981  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #48
Was mir gerade noch einfällt:
Ich habe einen Bekannten, der als darstellender Künstler seinen Lebensunterhalt verdient. Allerdings hat er mehrere Standbeine, um Risiken zu minimieren und Schwankungen besser kompensieren zu können:
Er macht Solo-Auftritte, ist Teil eines größeren Künstlerkollektivs, das verschiedene Shows in wechselnder Besetzung im Programm hat und steht einem Künstler-Duo bei Bedarf und eigener Kapazität als Ersatzmann für z.B. krankheitsbedingte Ausfälle zur Verfügung. (Meines Wissens hat dieses Künstlerduo mindestens zwei Ersatzmänner, die deren Show so grob geübt haben und nur wenige gezielte Übungseinheiten brauchen, um einspringen zu können.)
Und ich habe auch schon von Musikern gehört, die notfallmäßig eingesprungen sind, um Konzerte anderer Bands zu retten, wenn bei denen ein Musiker ausgefallen ist.

Vielleicht könnt ihr ja auch versuchen, durch Diversifikation auf mehrere Standbeine oder Ersatzpersonen die Ausfallsicherheit eures Geschäftsmodells zu steigern.
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #49
Ich wollte dich nie als böse darstellen. Und "komplett bescheuert" erscheint mir auch zu hart. - Auch wenn mir euer Konstrukt ziemlich riskant und auch etwas naiv erscheint.


Gerade wenn die ganze Sache nur funktioniert, wenn alle drei Männer dabei sind, wäre es doch super wichtig, für Durststrecken vorzusorgen und z.B. Ersparnisse für mindestens ein paar Monate zu haben.

Auch ohne Kinder kann einiges passieren. Man kann krank werden - und zwar nicht nur die kleine Erkältung, die nach einer Woche wieder auskuriert ist, sondern auch etwas schlimmeres haben, das einen wochen- oder gar monatelang außer Gefecht setzt. Man kann sich beim Sport, im Straßenverkehr, im Haushalt oder sonst irgendwo verletzen und dann erst mal für längere Zeit ausfallen.
Und mit Kindern steigen die Ausfallrisiken. Das fängt mit dem Thema Wochenbett an, wo die Mutter einfach nicht so viel tun kann und der Mann einspringen muss (sofern da keine anderen Vorkehrungen mit Unterstützung durch andere Menschen getroffen wurden). Dann kann es eben auch mal sein, dass die Mutter krank ist und der Vater einspringen muss, weil sich ein Kind einfach nicht selbst versorgt (selbst wenn es sonst so geregelt sein sollte, dass die Mutter ihrem Mann den Rücken frei hält). Später kann das Kind auch alle möglichen Krankheiten aus der Kita mitbringen und die Eltern anstecken.
Und dann gibt es auch noch andere Dinge, die man natürlich niemandem wünscht und die trotzdem leider manchmal vorkommen. Vielleicht ist ein Kind ein Schreibaby, das den Eltern monatelang den Schlaf raubt. Vielleicht hat es eine chronische Krankheit oder eine Behinderung. All das kann passieren. - Und wenn ich an die Ausfälle meiner Kollegen mit Kindern denke, würde ich sagen, dass zumindest die harmloseren Dinge mit aus der Kita angeschleppten Krankheiten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit passieren werden.

Gleichzeitig haben die Väter dann eben mit der Verantwortung für ihre Kinder auch eine weitere Sache mit hoher Priorität in ihrem Leben und können sich ein Platzen des ganzen Konstrukts viel schlechter leisten, als ihr als kinderloses Paar. Das Kind muss einfach versorgt werden. - Einerseits mit Essen, Trinken, Zuneigung, usw. und andererseits eben auch finanziell. Daran gibt es nichts zu rütteln.


Das passt für mich einfach nicht zusammen.
Obwohl ihr sehr gut davon leben könnt, habt ihr keine Vorkehrungen für einen etwas längeren Ausfall einer Person getroffen.
Für dich und deinen Freund wäre das einfach persönliches Pech. Ihr seid erwachsen und müsst dann eben irgendwie mit den Folgen leben.
Aber bei den Anderen gibt es dann eben noch ein Kind, das unter diesem riskanten Verhalten der Eltern leiden müsste. Das finde ich schon sehr blauäugig. Und gerade wenn die Väter auf so riskante Art und Weise Geld verdienen, wäre es um so wichtiger, dass die Mütter nicht nur einen auf Hausfrau, die dem Mann den Rücken frei hält, machen, sondern durch eine stabile berufliche Basis zum Familieneinkommen beitragen. Aber das würde sich ja dann wiederum nicht mehr mit der riskanten Karriere der Väter vertragen, die in diesem Konstrukt ja wenig Kapazität haben, um mehr Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen.


Es ist auf jeden Fall gut, dass ihr hier gewisse Vorkehrungen getroffen habt und die Sache erst mal etwas ruhiger angehen könnt.
Aber wenn du von 80-Stunden-Wochen schreibst, hört sich das für mich schon ziemlich ungesund und absolut nicht familienkompatibel an. Wenn die Väter ihre Rolle als Vater halbwegs ernst nehmen und auch für ihr Kind präsent sein wollen, ist das definitiv kein passendes Arbeitspensum.


Diese Risiken bestehen definitiv. - Genau so, wie die geschilderten Ausfallrisiken.
Und wenn sich euer ganzes Leben nur um dieses Konstrukt aus Freundschaft und gemeinsamer Arbeit dreht, werdet ihr eben auch in ein sehr tiefes Loch fallen, wenn dieses wackelige Konstrukt kollabiert.
Und deshalb finde ich es echt riskant, dass ihr sonst nichts habt - also keinen Plan B, keine Freundschaften außerhalb dieses kleinen Kreises, usw.

Wir arbeiten ja nicht jeden Monat gleich viel und verdienen dementsprechend auch nicht immer das gleiche. Wir brauchen aber dennoch jeden Monat in etwa die gleichen Summen, um unsere Kosten zu decken. Das heißt wir kompensieren die weniger arbeitsreichen Monate mit dem, was wir in den arbeitsreichen Monaten plus gemacht haben. Wir verdienen zwar aktuell gut, aber sind nicht auf dem Superstar-Level und machen jeden Monat sechsstelligen Gewinn. Es gibt gewisse Ersparnisse, aber monatelang mit null Einkommen leben, das geht davon bisher nicht. Außerdem können wir gar nicht einfach mal so monatelang von der Bildfläche verschwinden, weil uns dann niemand mehr buchen wird. Das ist nun mal so. Wenn man nicht dran bleibt, dann wird man schnell vergessen.

Die 80-Stunden-Woche wird es so auch nicht mehr geben. Wir haben vor einigen Monaten eine Chance bekommen, die man nur mit ganz viel Glück vielleicht ein Mal im Leben bekommt. Wir mussten daher quasi auf einer Welle reiten, die sich da ergeben hat. Wir sind jetzt aber wie gesagt so weit, dass wir das Pensum wieder auf ein normales Level runterfahren können.

Habt ihr euch mal mit anderen Künstlern aus eurer Branche über diese Thematik "Kinder" unterhalten? Es ist jetzt nicht so als hätten Künstler grundsätzlich keine Kinder. Der Weg mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und eventuell auch schwankendem Einkommen ist aber sicherlich teils steinig. Aber andere Künstler sind diesen Weg auch schon gegangen und ihr könnt hier sicherlich von ihren Erfahrungen und Tipps profitieren.

Euer Problem scheint mir halt schon sehr speziell zu sein und im Gegensatz zur Eingangsfrage geht es weniger darum, ob Paare mit und ohne Kinder sich grundsätzlich auseinanderleben müssen oder nicht, sondern ganz konkret um eure persönliche Situation, die eben ziemlich außergewöhnlich ist.

Wie auch schon in meinem ersten Beitrag hier geschrieben: Ich glaube durchaus, dass du dir zurecht Sorgen machst. Das hat erstmal nichts damit zu tun, dass du die "Böse" bist. Aber du wirst eben auch merken, dass Kinder die Situation verändern. Auch wenn es jetzt Absprachen gibt, wenn die Kinder (oder die dahinter stehende Mütter) dazwischen funken, dann funktiorieren diese Absprachen eben irgendwann nicht mehr. Und wenn du dann ankommst mit "Aber es gab doch die Absprachen..." dann bist du ziemlich schnell die "Böse", weil nunmal das Wohl von Kind und Mutter ungleich höher bewertet wird als euer Geschäftsmodell.

Es gibt so viele Unplanbarkeit bei einem Kind. Und die Sorgen, die du dir machst, sind ja nunmal ein Stück weit das Ergebnis der Unplanbarkeit, die du spürst. Je stärker du und dein Freund aber alternativlos an euren beiden Arbeitskollegen hängt, desto stressiger wird die Situatuation in dem Moment, in dem eben Probleme auftreten. Und sicherlich wäre das dann nicht nur für eure Arbeit, sondern eben auch für die Freundschaft ein Problem.

Genauso bietet die Situation aber sicherlich auch die Chance für euch noch enger zusammen zu rücken, in dem ihr euch eben noch stärker privat gegenseitig unterstützt oder ihr die Mütter vielleicht enger noch einbezieht. Ein "Weiter so wie bisher" ist sicherlich auch möglich, halte ich aber für ziemlich unwahrscheinlich. Daher eben auch mein Tipp herausufinden wie es für anderen Künstler in eurer Branche so zuging.

Es läuft bei den meisten Künstlern so, dass es den künstlerischen Part gibt und den anderen Part, der den Rücken frei hält. Das ist ganz oft so. Und viele Künstler ziehen auch weiter durch, wenn sie krank sind. Wenn man etwas absagt dann nur, wenn man fast schon umfällt. Das ist auch eine Sache, die ich nicht verstehe und auch nicht gut finde. Mein Freund war vor kurzem der Meinung, dass arbeiten mit Fieber ja gar kein Problem ist. Es ist offensichtlich so ein "Künstler-Schaden", weil reinreden lassen sie sich da nicht.

Und dennoch keine Rücklagen und kein Plan B?

Und dennoch keine Rücklagen und kein Plan B?

Mit allen Risiken die dieses Konstrukt mit sich bringt.
Gibt es konkrete Grunde, warum im Fall einer Arbeitslosigkeit dein Freund neue Arbeit suchen würde, du aber nicht? Welchen?
Mit seinen Eltern daheim sitzen klingt jetzt nicht gerade cool.

Auch hier würde ich genug Geld vermuten, um etwas davon sparen zu können.

👍

👍

👍

👍 es bricht dann buchstäblich alles zusammen: gesicherte Existenz, sozialer Umfeld der nur auch weiteren 4 Personen besteht, Krise auf allen Fronten.

👍

Wir wohnen in einer kleinen Region in der freie Arbeitsplätze daher eher Mangelware sind. Die meisten Jobs bekommt man nur durch Vitamin B. Ich bin aber die Ausländerin. Das wird nichts. Ich müsste also in eine andere Region pendeln für die Arbeit und dort bin ich dann die Ausländerin, die die Sprache nicht kann. Sie werden mir keine Jobs hinterher werfen. Mein Freund hat da bessere Chancen also würde es darauf hinauslaufen, dass er arbeiten geht.

Was mir gerade noch einfällt:
Ich habe einen Bekannten, der als darstellender Künstler seinen Lebensunterhalt verdient. Allerdings hat er mehrere Standbeine, um Risiken zu minimieren und Schwankungen besser kompensieren zu können:
Er macht Solo-Auftritte, ist Teil eines größeren Künstlerkollektivs, das verschiedene Shows in wechselnder Besetzung im Programm hat und steht einem Künstler-Duo bei Bedarf und eigener Kapazität als Ersatzmann für z.B. krankheitsbedingte Ausfälle zur Verfügung. (Meines Wissens hat dieses Künstlerduo mindestens zwei Ersatzmänner, die deren Show so grob geübt haben und nur wenige gezielte Übungseinheiten brauchen, um einspringen zu können.)
Und ich habe auch schon von Musikern gehört, die notfallmäßig eingesprungen sind, um Konzerte anderer Bands zu retten, wenn bei denen ein Musiker ausgefallen ist.

Vielleicht könnt ihr ja auch versuchen, durch Diversifikation auf mehrere Standbeine oder Ersatzpersonen die Ausfallsicherheit eures Geschäftsmodells zu steigern.

Die Idee ist gar nicht mal so schlecht. Ich weiß nur nicht, ob sich das bei uns so umsetzen lässt. Es wäre ja genauso als würde man für zum Beispiel Helene Fischer Tickets kaufen, aber weil sie krank ist stellt man einfach irgendeine blonde Frau auf die Bühne, die den Text von Atemlos kann. Das würde wahrscheinlich weniger gut ankommen.
 
Buenosaurus
Benutzer186761  (52) Öfter im Forum
  • #53
[...] Leben wird ernst.

[...] Ich habe einfach Angst vor dieser Veränderung. Bisher war alles immer easy, locker und entspannt. Wir konnten alle zusammen immer und zu jeder Zeit einfach machen, was wir wollten. Das wird dann bald nicht mehr so sein.
Take it easy, Elli.

Manchmal kann es so kommen im Leben, dass der Tag kommt, an dem man erkennt: von heute an wird nichts mehr so sein, wie es war.

Manchmal kann es so kommen im Leben, dass man das Gefühl hat: ich muss jetzt wieder von vorne anfangen, von Null an.

Aber das stimmt ja nicht ganz! Du hast deinen Schulabschluss, du hast deinen Studienabschluss. Du hast Erfahrung als Managerin einer Künstlertruppe. Das ist nicht nichts. Du machst dir Sorgen, denn:
Wir wohnen in einer kleinen Region in der freie Arbeitsplätze daher eher Mangelware sind. Die meisten Jobs bekommt man nur durch Vitamin B. Ich bin aber die Ausländerin. Das wird nichts. Ich müsste also in eine andere Region pendeln für die Arbeit und dort bin ich dann die Ausländerin, die die Sprache nicht kann. Sie werden mir keine Jobs hinterher werfen.
Doch, schon. Ich weiß aus deinen anderen Threads, dass du dich zumindest bemüht hast, Finnisch zu lernen; ich denke, dass du dich auch auf Finnisch ausreichend verständigen kannst, selbst wenn du für finnische Arbeitgeber "die Ausländerin" bleiben solltest. Aber: mit deinem fließenden Deutsch hast du auch ein asset, auf das du stolz sein und mit dem du arbeiten kannst.

Selbst im schlimmsten Fall, wenn sich das künstlerische Projekt zerschlagen sollte: Leben wird ernst. Aber Leben geht weiter.
 
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G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #58
Also sind das Fakten, die ich hier aufzähle. Das ist ja schonmal interessant zu wissen. Ich hätte an der Stelle erwartet, dass du mir z.B. widersprichst. Daraus hatte ich dann die Schlussfolgerung gezogen:



Da waren mehrere Fragen, die ich gestellt hatte. Natürlich musst du nicht auf die eingehen, es sollten ja nur Anregung für dich selber sein, aber ich bin eben nicht drumherum gekommen zu bemerken, dass du sie eben nicht beantwortet hast. Während es oben bei den "Fakten" um den Versuch einer "objektiven" EInschätzung deiner Situation ging, habe ich hier nach deinen Gefühlen und deiner Bewertung der Situation gefragt.

Nur weil eine Situation auf mich schwierig wirkt, muss das für dich ja kein Problem sein. Du kannst schließlich flexibel genug sein um mit solchen Situationen umgehen zu können und hast vielleicht eine dir eigene Resilienz, dass du sowas auch mental wegstecken könntest, wenn deine Lebenssituation sich vollständig verändern würde.

Kurz: Ich wollte dir mit meinen Fragen eine Anregung geben in dich zu gehen, wie groß und umfassend deine Panik gerade ist. Ein bißchen mulmiges Gefühl, weil durch die Kinder in deinem Umkreis es zu Veränderungen der Situation kommt, ist ja völlig normal. Solltest du aber Angst gerade davor entwickeln, dass du mit den möglichen Veränderungen in der Zukunft nicht umgehen kannst, dann wäre das ein Alarmzeichen. Denn die Verlust-Angst würde dich dann wahrscheinlich treiben, dich emotional belasten und es dir vielleicht auch erschweren Lösungen (auch zusammen mit deinen Arbeitskollegen/Freunden) zu finden.

Wenn du Fragen stellst, dann formuliere diese auch bitte so. Ich sehe davon nämlich bei dir ziemlich wenige. Ich gehe aber dennoch nochmal auf die zwei Fragen ein.

Frage 1: ob ich Panik vor Veränderungen habe speziell wegen den Kinder. Also quasi die Kinder als Personen als Gefahr betrachte. Antwort: Nein.

Frage 2: ob ich mit solchen Situationen gut umgehen kann oder nicht. Antwort: Ja, ich kann mit schwierigen Situationen umgehen, solange ich Einfluss darauf habe und ansonsten kann ich nicht viel daran ändern.

Ich kann auch keine Angst davor haben, dass meine Lebensplanung zerschlagen wird, weil es keine gibt. Ich habe mein Leben nicht schon bis zu meine Tod verplant. Ich weiß maximal was ich nächste Woche oder nächsten Monat mache. Außerdem habe ich auch keine Angst meinen Partner zu verlieren. Das hatte ich hier auch nicht angesprochen.
 
T
Benutzer228096  (39) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #61
Es wird immer wieder gefragt wieso wir denn keine Rücklage haben. Ja woher denn? Die wenigsten in unserem Alter haben mal eben 20.000€ oder mehr und monatelang nicht zu arbeiten.
Doch - das haben die meisten Leute bei uns in Deutschland in dem Alter, die erfolgreich ein Studium abgeschlossen haben. Wenn du 2 Jahre lang versicherungspflichtung gearbeitet hast, dann hast du Anspruch auf 1 Jahr Arbeitslosenlosengeld. Meine Frau und ich haben nach dem Studium im öffentlichen Dienst gearbeitet - also weit davon entfernt was man in der Privatwirtschaft verdienen könnte. Trotzdem haben wir da jeden Monat weit über 1000 Euro angespart, weil wir einfach keine sonderlichen hohen Ausgaben hatten, da wir noch auf Studiumsniveau waren. Nach 2 Jahren Arbeit nach dem Studium wären wir dank Ersparnissen und Anspruch auf Arbeitslosengeld daher problemlos in der Lage gewesen 2 Jahre ohne Arbeit über die Runden zu kommen.

Es ist völlig klar, dass man als Künstler ein völlig anderes Leben führt - nichtdestotrotz sollte man den Vergleich da schon realistisch vor Augen behalten. Du gehst als Künstler eben ein finanzielles Wagnis ein, das andere Menschen nicht haben.

Genau die Fragen, die du hier stellst "Wie sorge ich fürs Alter vor?", "Wie kann ich finanzielle Flauten überbrücken?", die könnten für eure Freunde nun eben relevanter werden. Der große Traum stößt eben bei Künstlern leider oft genug an die Grenzen, wenn es darum geht, dass man für die Familie die Veranwortung trägt. Da wird dann eben doch der langweilige Bürojob gewählt und man findet sich damit ab, dass die Kunst nur noch ein sehr zeitintensives Hobby, vielleicht auch ein Nebenverdienst ist.

Ob das bei euch auch der Fall sein wird oder ob eure Pläne aufgehen, das kann doch keiner sagen. Wenn deine Arbeitskollegen/Freunde behaupten, dass sich ihre Ansichten niemals(!) ändern werden, dann ist das doch eher naiv. Lass euer Geschäft mal finanziell schlechter laufen oder lass mal die Mütter mit ihrer Care-Arbeit Situation unzufrieden werden und dann werden Ansichten sicher nicht mehr in Stein gemeißelt sein.

Natürlich wäre es für dich und deinen Freund eine herbe Enttäuschung, wenn eure Pläne nicht aufgehen, aber du schreibst ja selber, dass dich das nicht groß aus der Bahn werfen würde. Du bist der Typ Risiko, du willst dich nicht groß mit der Zukunft beschäftigen, du kannst mit schweren Situationen emotional gut umgehen. Dann kannst du auch ganz locker und voller Vorfreude dein zukünftiges Leben als Patentante genießen. Der Rest wird halt auf dich zukommen - du kannst nichts an deinen Freunden ändern, du willst nichts an deiner eigenen Situation verändern.

Ich drücke euch auf jedenfall die Daumen, dass eure beruflichen Pläne aufgehen und ihr durch die Kinder in eurer Freundschaft noch enger zusammenwachst.
 
G
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  • Themenstarter
  • #74
TE, wie lange ist es denn noch hin, bis die Kinder kommen? Du meintest nächstes Jahr…

Hat einer der beiden bereits darauf hingedeutet, dass er die Elternzeit in Anspruch nehmen wird?

Könntest du nicht deine Bedenken in Bezug auf eure Arbeit ihnen gegenüber äußern und mal schauen, was das Gespräch bringt?

Beruflich kann ich deine Sorge verstehen. Privat nicht so, das ist eben so und das ist ok so.

Die Kinder kommen im Sommer zur Welt.

Wir haben ja eigentlich alles besprochen. Sie machen keine Elternzeit. Das ist mit den Frauen so abgesprochen und sie sind auch einverstanden. Wir haben bezüglich den voraussichtlichen Geburtsterminen besprochen zu der Zeit natürlich keine großen Projekte zu machen. Wir haben besprochen, dass mein Freund und ich mehr Aufgaben übernehmen (die nicht unbedingt von den beiden gemacht werden müssen), um sie zu entlasten. Es ist eigentlich alles klar. Es ist nur vielleicht auch eine hausgemachte Angst von mir, dass ich denke nach der Geburt könnten sie ihre Meinung ändern.

Du hast an anderer Stelle geschrieben, dass du Schwedisch kannst. Damit solltest du doch trotzdem (irgend-)einen Job finden können?

Und es wäre vielleicht ganz gut, wenn dein Partner Deutsch lernte. Oder kann deine Familie Schwedisch?

Mein Mann spricht und versteht Deutsch. Er muss mit meinen Eltern kommunizieren können, vor allem in meiner Abwesenheit.

Ich finde es weiterhin befremdlich, dass eine Frau in den Dreißigern die Möglichkeit, dass der kommende Nachwuchs eine viel größere Rolle spielen könnte, nicht einmal ansatzweise in Betracht zieht. 🤔 Irgendwie sehr… weltfremd.

Zumal auch einfach mal Dinge schiefgehen können, sehr sogar. Und glaube mir, dann ist nichts anderes mehr wichtig.

Ich hatte ja gesagt, dass es nicht unmöglich wäre einen Job zu finden, aber sehr schwierig. Ich wohne in einer ländlichen Region und würde hier mit meinen Sprachkenntnissen theoretisch leichter einen Job bekommen. Es gibt hier nur nicht so viele freie Stellen. Außerhalb der Region wäre es schwierig wegen der Sprache. Aber wie gesagt ... nicht total unmöglich.

Wir können alle sehr gut Englisch. Auch seine und meine Eltern. Wir können uns alle miteinander verständigen. Aktuell liegt unser Fokus darauf finnisch zu lernen und vielleicht lernt er irgendwann deutsch.

Warum dann überhaupt nach Finnland ziehen ohne die Sprache zu können?

Off-Topic:



Was ist denn eigentlich dein Zukunftsplan mit diesem Land - wo du in der Landessprache nie angekommen bist, und demnach wohl auch nicht selbständig dein Leben auf gutem Niveau regeln kannst?

Er kann es doch auch nicht. Aber ist es nicht das erste was man angehen sollte, wenn man in ein anderes Land auswandert? Mann kann doch nicht dort für immer leben und niemals die Sprache können.

Mein Freund ist Finne, in Finnland aufgewachsen, hat nie woanders gelebt. Ich bin Deutsche, in Deutschland aufgewachsen und hatte bis vor 6 Jahren auch nie woanders gelebt. Wir mussten uns irgendwann entscheiden in welchem Land wir gemeinsam leben, weil eine Fernbeziehung für immer nichts für uns war. Die Wahl ist auf Finnland gefallen aus mehreren Gründen.

Ich lerne ja finnisch und nicht nur 1 Minute pro Woche. Ich weiß nicht, ob ihr alle Sprachgenies seid, aber mir fällt es sehr schwer. Die Finnische Sprache hat nichts mit anderen europäischen Sprachen gemeinsam (außer Estnisch und Ungarisch). Es gibt also nirgendwo Gemeinsamkeiten an den man sich irgendwie orientieren kann. Es gibt viele die scheitern schon an der deutschen Grammatik und es gibt gerade mal 4 Fälle. Im Finnischen gibt es 15 Fälle. Da hat man schon 10 Grammatikfehler bevor man überhaupt den Satz angefangen hat.

Mein Freund spricht gebrochen finnisch. Er versteht und kann sich verständigen. Es ist nur sehr gebrochen mit vielen Fehlern. Die Grammatik stimmt nicht und er könnte auch keine Texte schreiben. Wir lernen gemeinsam.
 
G
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  • Themenstarter
  • #82
Die Botschaft war vermutlich eine andere - nämlich: Die stehen nicht nur auf einem Bein.

-

Allerdings gibts wohl auch berufliche Entscheidungssituationen, da muss man All In gehen - die hatten die drei Männer vielleicht vor einigen Jahren.

Jetzt haben zwei davon bald eine persönliche völlige Neusituation. Und aktuelle Pläne dazu. Die sie jederzeit völlig neu bewerten werden, falls nötig.

Kannst du nur so hinnehmen. Und dir deinen ganz persönlichen Plan B und Plan C überlegen - oder einfach weiter in die Tage hineinleben. Sind beides Möglichkeiten.

Es liegt vielleicht auch dran, dass uns kein Plan B oder C oder D einfällt. Wir haben keine Ahnung was wir beruflich ansonsten machen sollen und was uns ansonsten noch gefallen können. Das merkt man auch an dem was wir studiert haben. Wir haben studiert um studiert zu haben.

Äh, ähm... wie bitte? - Dass es schwer sein mag, Finnisch als Ausländerin zu lernen: geschenkt! Das glaub' ich dir sofort!

Aber... wie kann dein Freund, als in Finnland aufgewachsener Finne kein... kein richtiges Finnisch können?

Er ist in einer Region aufgewachsen, die man "Finnlandschweden" nennt. Das ist eine kleine sehr isolierte Region. Die Menschen dort bleiben lieber unter sich, weil sie alle nicht so wirklich finnisch können. Das hat damit zu tun, dass die Region sehr schwedisch geprägt ist. Schwedisch ist die erste Sprache. In der Schule, bei der Arbeit, beim einkaufen, im Rathaus usw. Die meisten können so einigermaßen finnisch, so wie mein Freund. Das ist aber gebrochenes finnisch und wie gesagt nicht vollständig korrekt.
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #87
Ja und manche andere Fremdsprachen auch. Chinesisch, Arabisch, Japanisch, Ungarisch und dennoch lernen viele Menschen diese Sprachen. Teils ohne je dort gelebt zu haben.

😅sehr überheblich. Frag das meine gute Freundin die Chinesin ist und erst einmal die Schrift lernen musste!

Wie kann man finnisch in Finnland nicht brauchen!?

Ist dein Freund nicht Finne?
Indem man in einer Region lebt, in der kein finnisch gesprochen wird. Deswegen kann mein Freund auch nicht gut finnisch. Das hatte ich erklärt.
Das ist fast ein Standardnarrativ bei vielen Menschen die etwas erreicht haben, mein Beruf und auch dafür nötige Berufserfahrung waren anfangs auch mit viel investieren verbunden, wohl wissend, dass das alles ergebnisoffen ist.

Die Kunden sprechen kein Finnisch? Das heißt, man hat nur Kunden aus der direkten Region?

Das ist doch eine völlig andere Situation.
Zum einen sind seine Einsätze zeitlich befristet und er ist nicht lebenslänglich dorthin freiwillig ausgewandert und zum anderen hat er offensichtlich einen Job den er ohne Landessprache international ausüben kann.
Hier geht es genau um langfristige Existenzsicherung für die man scheinbar die Landessprache braucht.

Wollte gerade schreiben, in der Regel studiert man etwas was nah dran an künftigen Berufswunsch ist.

🤔

Wir arbeiten überwiegend in Schweden. Wenn wir finnische Anfragen bekommen, dann regeln wird das gemeinsam mit den zusammengewürfelten Finnischkenntnissen. Die Leute sind aber da auch sehr tolerant, weil sie wissen, dass wir die Sprache nicht so gut können.

Wir haben einfach irgendwas studiert, was uns eingefallen ist und was wir interessant fanden. Was wir damit letztendlich machen, wollten wir uns dann später überlegen. Das betrifft übrigens 3 von 4 also von uns.
 
G
Benutzer226102  (40) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #88
I
Benutzer228593  (32) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #89
Es ist nur vielleicht auch eine hausgemachte Angst von mir, dass ich denke nach der Geburt könnten sie ihre Meinung ändern.

Kannst du mal in dich hineinhorchen, was genau dir Angst macht? Ich habe den ganzen Thread lang nicht das Gefühl, dass du wirklich Angst vor der Elternzeit hast, das hältst du für unwahrscheinlich. Wo genau siehst du eine Veränderung, die dir Angst macht?

Es liegt vielleicht auch dran, dass uns kein Plan B oder C oder D einfällt. Wir haben keine Ahnung was wir beruflich ansonsten machen sollen und was uns ansonsten noch gefallen können. Das merkt man auch an dem was wir studiert haben. Wir haben studiert um studiert zu haben.

Eure Sache. Praktisch wäre es schon, wenn euch wenigstens etwas Grobes einfällt, falls irgendwelche Stricke reißen. Wenn du sagst, völlig fein, das Risiko nimmst du bewusst in Kauf, dann musst du damit leben, auch ok.
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #90
Off-Topic:

Das ist doch eine völlig andere Situation.
Um die es in meiner Antwort gar nicht ging. Ich antwortete da einem User, der es unerlässlich findet, sofort die Landessprache zu lernen.
Sowas nennt man Beispiel und es gibt einen Kontext.
 
lacaracol
Benutzer205755  (40) Öfter im Forum
  • #91
Also, du hast dein Hobby zum Beruf gemacht und gingst darin auf. ..oder besser gesagt, dein Beruf fühlt sich wie ein Hobby an.

Nur bahnt sich eine Entwicklung an, auf die du keinen Einfluss hast.
Du bist nun wütend und ängstlich, weil quasi jemand anderes entscheidet, dass diese Ära zu Ende geht.
Du willst nichts anderes machen, weil du liebst was du tust..

Es kommt mir vor als wärst du aktuell in einer Trotzphase..

Ich meine studieren um studiert zu haben, sagt sehr vieles über dich aus.. Wie konntest du / wie konntet ihr das finanziell stemmen? Und bringt dir das studium schlussendlich wirklich etwas oder war einfach etwas, womit du die Konfrontation mit der realen Welt da draussen hinausgeschoben hast, einfach weil du konntest.

In einer Trotzphase objektiv zu sein ist schwierig, man will den Gedanken nicht akzeptieren, dass der status quo sich ändert.

Aber danach.. du hast ja scheinbar organisatorisches Talent in der Branche.. Du könntes dich also aktiv und kreativ für solche Jobs bewerben?

Wann haben die Jungs eigentlich gegeben Nie in Elternzeit zu gehen? ist das schon eine Weile her?
 
Zuletzt bearbeitet:
G
Benutzer226102  (40) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #93
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #94
Off-Topic:


Um die es in meiner Antwort gar nicht ging. Ich antwortete da einem User, der es unerlässlich findet, sofort die Landessprache zu lernen.
Sowas nennt man Beispiel und es gibt einen Kontext.
Off-Topic:
Dem User stimme ich zu, lebe genauso selbst. In dem Moment in dem ich eine Entscheidung getroffen habe in einem anderen Land sehr lange zu leben (perspektivisch für immer), ist es naheliegend die Sprache so schnell wie möglich zu lernen.
6 Jahre sind ein angemessener Rahmen dafür, man muss ja nicht perfekt die Sprache sprechen. Warum du eine komplett andere Situation als Beispiel nennst, um die es dem User vermutlich gar nicht ging, sondern um die Situation von TE, das bleibt offen.
 
Armorika
Benutzer172677  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #95
Off-Topic:

Warum du eine komplett andere Situation als Beispiel nennst, um die es dem User vermutlich gar nicht ging, sondern um die Situation von TE, das bleibt offen.
Dir. Wie so oft. Da Du das in einer Diskussion mit mir und auch sonst glaube ich nie änderst, werde ich das nicht weiter erklären.
Gibt Leute, die wollen verstehen und es gibt Leute, die wollen Recht haben.
Schöne Feiertage.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #96
Off-Topic:


Dir. Wie so oft. Da Du das in einer Diskussion mit mir und auch sonst glaube ich nie änderst, werde ich das nicht weiter erklären.
Gibt Leute, die wollen verstehen und es gibt Leute, die wollen Recht haben.
Schöne Feiertage.
Vielen Dank für deine nicht qualifizierte und nicht gefragte Beurteilung meiner Person, diese Reaktion habe ich erhalten, weil ich deinen Post nicht verstanden habe und du das für angemessen hälst.
Verbunden mit der Unterstellung, ach lassen wir das, die Unterstellungen sind meist gleich und kommen immer von dir.

Mir ist auch aufgefallen, dass du bei kleinster Meinungsverschiedenheit mir gegenüber die Totschlag Argumente nennst: "wie so oft" - dabei habe ich monatelang keine direkte Kommunikation gestartet - "wie immer", "nie änderst".
Was Feiertage in dieser Ausführung verloren haben, bleib auch offen. Ich kann mich nicht mal erinnern, worüber wie Meinungsverschiedenheit hatten, aber wenn du das die nächsten 10 Jahre erwähnen willst, bzw. vorwerfen wirst, geht das auch einfacher.
 
G
Benutzer Gast
  • Themenstarter
  • #97
Kannst du mal in dich hineinhorchen, was genau dir Angst macht? Ich habe den ganzen Thread lang nicht das Gefühl, dass du wirklich Angst vor der Elternzeit hast, das hältst du für unwahrscheinlich. Wo genau siehst du eine Veränderung, die dir Angst macht?



Eure Sache. Praktisch wäre es schon, wenn euch wenigstens etwas Grobes einfällt, falls irgendwelche Stricke reißen. Wenn du sagst, völlig fein, das Risiko nimmst du bewusst in Kauf, dann musst du damit leben, auch ok.

Der Gedanke, dass sie sich nach der Geburt doch anders entscheiden macht mir Angst. Der Gedanke, dass sich alle Freundschaften durch Kinder so sehr verändern, dass sie in die Brüche gehen macht mir Angst.

Also, du hast dein Hobby zum Beruf gemacht und gingst darin auf. ..oder besser gesagt, dein Beruf fühlt sich wie ein Hobby an.

Nur bahnt sich eine Entwicklung an, auf die du keinen Einfluss hast.
Du bist nun wütend und ängstlich, weil quasi jemand anderes entscheidet, dass diese Ära zu Ende geht.
Du willst nichts anderes machen, weil du liebst was du tust..

Es kommt mir vor als wärst du aktuell in einer Trotzphase..

Ich meine studieren um studiert zu haben, sagt sehr vieles über dich aus.. Wie konntest du / wie konntet ihr das finanziell stemmen? Und bringt dir das studium schlussendlich wirklich etwas oder war einfach etwas, womit du die Konfrontation mit der realen Welt da draussen hinausgeschoben hast, einfach weil du konntest.

In einer Trotzphase objektiv zu sein ist schwierig, man will den Gedanken nicht akzeptieren, dass der status quo sich ändert.

Aber danach.. du hast ja scheinbar organisatorisches Talent in der Branche.. Du könntes dich also aktiv und kreativ für solche Jobs bewerben?

Wann haben die Jungs eigentlich gegeben Nie in Elternzeit zu gehen? ist das schon eine Weile her?

Ich habe so studiert, wie jeder andere auch. Ich habe es so finanziert, wie viele andere auch. Ich habe neben den Studium gearbeitet.

Ich habe Social Media Management studiert. Damit könnte ich Firmen beraten oder sowas ähnliches. Und mein Freund hat Fotografie und Filmschnitt studiert. Keine Ahnung was man damit machen könnte.

Sie haben vor kurzem erst gesagt, dass sie keine Elternzeit machen wollen.

Off-Topic:
Dem User stimme ich zu, lebe genauso selbst. In dem Moment in dem ich eine Entscheidung getroffen habe in einem anderen Land sehr lange zu leben (perspektivisch für immer), ist es naheliegend die Sprache so schnell wie möglich zu lernen.
6 Jahre sind ein angemessener Rahmen dafür, man muss ja nicht perfekt die Sprache sprechen. Warum du eine komplett andere Situation als Beispiel nennst, um die es dem User vermutlich gar nicht ging, sondern um die Situation von TE, das bleibt offen.

Ich weiß nicht, ob ihr alle so super schnell Sprachen lernt. Ich habe es nicht geschafft zwei Sprachen gleichzeitig gleich gut und schnell zu lernen.
 
wortevollerliebe
Benutzer171344  Verbringt hier viel Zeit
  • #98
ch der Geburt doch anders entscheiden macht mir Angs
Das kann ich nachvollziehen. Das kann so kommen, da man (so habe ich mir sagen lassen) mit der Geburt eines Menschens auch in eine andre Lebensphase eintritt, sich Werte und die Sichtweise auf Dinge, die einem vorher wichtig erscheinen, ändern. Natürlich sagen die Mütter "Nein, nein, ihr Männer braucht nicht in Elternzeit gehen, ich schaffe das schon alleine." Aber was, wenn sie eine postnatale Depression erleidet/ das Kind mehr Aufmerksamkeit braucht als gedacht/ für den Vater nicht mehr die Band im Fokus steht, weil das Kind da ist? Meinungen können sich ändern und wenn Kinder im Spiel sind, noch schneller.

cial Media Management studiert. Damit könnte ich Firmen beraten oder sowas ähnliches.
Das ist doch super- du müsstest doch mit Englisch weit kommen, oder? Du könntest Accounts managen, Videos drehen, Reichweite und Kommentare generieren. Dein Freund könnte Musikvideos drehen für Künstler, Konzertfotografie betreiben. Ihr könntet theoretischerweise eine Social Media Agentur für Künstler aufbauen, in der ihr Ihnen zur Reichweite auf Social Media verhelft und videografisch arbeitet. Oder einfach angestellt arbeiten. Mir entschließt sich allerdings nicht so ganz, warum ihr euch nie Gedanken gemacht habt, was man damit machen kann- "Die Band ist alles, unser Lebenstraum!" ?

Glaub mir, diesen Spruch kenne ich zu gut, habe ich in den vergangenen 4 Jahren schon 100 Mal gehört. Mein Freund, seine besten Freunde wollten SO SEHR mit ihrer Band bekannt werden, unter Vertrag genommen werden, nur spielen, nur Tourbus- Life, nur Auftritte. Ich habe sie unterstützt, unzählige Videos und Fotos gemacht. Bis ein enormer Schicksalsschlag in Form einer Krebserkrankung kam und die Band von einem Tag auf den anderen unwichtig war. Die Prioritäten haben sich von hier auf jetzt verschoben- das kann einem immer blühen, das konnte keiner vorhersehen. Sie fallen alle auf ihre Festanstellungen zurück. Dieses Privileg habt ihr leider nicht. Ich mache 3 Kreuze, dass ihr solch eine Situation nicht erlebt, aber vor Krankheit ist niemand gefeilt. Besser Plan B, C, D in der Tasche haben. Das meine ich nicht böse, ich möchte dich lediglich vor einem tiefen Fall bewahren.
 
Zuletzt bearbeitet:
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #99
weiß nicht, ob ihr alle so super schnell Sprachen lernt. Ich habe es nicht geschafft zwei Sprachen gleichzeitig gleich gut und schnell zu lernen.
Nein, weder schnell noch perfekt. Aber von Perfektion sprach auch keiner. Und schnell definieren wir vermutlich unterschiedlich.
Was mir noch einfällt, mit Schwedisch habt ihr außer eurer Region noch ganz Schweden als Markt und evtl. könnte von da euer Back up Mann kommen?
 
Gänseblümchen 86
Benutzer191459  (39) Öfter im Forum
  • #100
Der Gedanke, dass sie sich nach der Geburt doch anders entscheiden macht mir Angst. Der Gedanke, dass sich alle Freundschaften durch Kinder so sehr verändern, dass sie in die Brüche gehen macht mir Angst.
Das ist tatsächlich einfach total unvorhersehbar.
Ich bin selber vor knapp einem Jahr Mama geworden, mein Mann hat eine Woche später mit einem Kollegen zusammen die Firma, in der sie bis dahin angestellt waren, übernommen, da der Chef Anfang des Jahres in Rente ist.
Wir wussten, dass das ein sehr sportliches Jahr wird mit Baby und frischer Selbstständigkeit. Elternzeit war klar, dass ich das erste Jahr komplett alleine mache und mein Mann ab dem 2. Jahr dann 1,5 Jahre lang einen Tag in der Woche Elternzeit macht und ich langsam wieder in meinen Job einsteige.
Aber im Nachhinein muss ich sagen, waren wir da doch sehr naiv.
Wir haben ein ganz tolles Baby! Ich würde ihn gegen nichts auf der Welt eintauschen wollen. Aber er ist kein "Einsteigermodell" (wie mein Mann schon früh ganz treffend formuliert hat). Er hat keine ernsthafte Erkrankung oder Behinderung aber einige kleinere Baustellen, die regelmäßige Physio, Osteopathie und diverse Facharzttermine bedeuten. Schlafen und Nahrungsaufnahme waren das erste halbe Jahr eine Katastrophe, mittlerweile wird es besser.
Ich halte meinem Mann den Rücken frei, so gut es geht, bin quasi alleinerziehend. Weiß aber auch, dass es ab nächstem Jahr wieder besser wird. Gar keine Elternzeit von seiner Seite aus, würde ich ehrlich gesagt nicht akzeptieren.
In den letzten Monaten hat mein Mann aber auch selbst gemerkt, dass ihm die Beziehung zu dem Kleinen zu wenig ist und er freut sich sehr auf die Elternzeit. Er macht jetzt auch schon häufiger frei, um mit zu Arztterminen kommen zu können, macht häufiger Home-Office um Fahrtzeit zu sparen,etc.

Edit:ganz vergessen was zu Freundschaften zu schreiben.. hängt sicherlich auch davon ab, was ihr denn so unternehmt.
Wir haben definitiv weniger Zeit etwas mit Freunden zu unternehmen, vor allem gemeinsam. Mein Mann fährt nach wie vor mit den Freunden auf Konzerte (nur nicht mehr so häufig) und war auch für 4 Tage auf ein Festival.
Feiern besuchen wir auch. Da fahren wir dann nur früher wieder, oder einer von uns zumindest.
Besuche bei uns Zuhause sind hingegen eigentlich kein großes Problem mehr heutzutage.
Sie haben vor kurzem erst gesagt, dass sie keine Elternzeit machen wollen.
Siehe oben, da wird's halt spannend, wie es sich nach der Geburt entwickeln wird.
Wir haben uns das auch anders/einfacher vorgestellt 🙈
Aber, kann ja auch sein, dass es bei deinen Freunden klappt!
Im Bekanntenkreis haben wir auch total "einfache", entspannte Babys erlebt.
Ich weiß nicht, ob ihr alle so super schnell Sprachen lernt. Ich habe es nicht geschafft zwei Sprachen gleichzeitig gleich gut und schnell zu lernen.
Ich weiß auch nicht, warum da so auf deinen Finnischkenntnissen rumgeritten wird, seitdem du klargestellt hast, dass du im schwedischsprachigen Teil des Landes wohnst.
Und ich stelle mir Finnischlernen wirklich höllisch schwer vor .

Ich kenn aber halt auch nen Luxemburger, der so gut wie kein Französisch kann - weil er es nicht braucht, er lebt grenznah zu Deutschland, wo hauptsächlich Deutsch und Letzeburgisch gesprochen wird. Und ich kenne eine Belgierin die in einem deutschsprachigen Bereich lebt und auch nur deutsch spricht. Die arbeitet aber eben auch hier in Deutschland.

Ich denke aber mit deinem Studium solltest du doch auch mit Englisch ganz gute Chancen haben, oder?
 
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Das kann ich nachvollziehen. Das kann so kommen, da man (so habe ich mir sagen lassen) mit der Geburt eines Menschens auch in eine andre Lebensphase eintritt, sich Werte und die Sichtweise auf Dinge, die einem vorher wichtig erscheinen, ändern. Natürlich sagen die Mütter "Nein, nein, ihr Männer braucht nicht in Elternzeit gehen, ich schaffe das schon alleine." Aber was, wenn sie eine postnatale Depression erleidet/ das Kind mehr Aufmerksamkeit braucht als gedacht/ für den Vater nicht mehr die Band im Fokus steht, weil das Kind da ist? Meinungen können sich ändern und wenn Kinder im Spiel sind, noch schneller.


Das ist doch super- du müsstest doch mit Englisch weit kommen, oder? Du könntest Accounts managen, Videos drehen, Reichweite und Kommentare generieren. Dein Freund könnte Musikvideos drehen für Künstler, Konzertfotografie betreiben. Ihr könntet theoretischerweise eine Social Media Agentur für Künstler aufbauen, in der ihr Ihnen zur Reichweite auf Social Media verhelft und videografisch arbeitet. Oder einfach angestellt arbeiten. Mir entschließt sich allerdings nicht so ganz, warum ihr euch nie Gedanken gemacht habt, was man damit machen kann- "Die Band ist alles, unser Lebenstraum!" ?

Glaub mir, diesen Spruch kenne ich zu gut, habe ich in den vergangenen 4 Jahren schon 100 Mal gehört. Mein Freund, seine besten Freunde wollten SO SEHR mit ihrer Band bekannt werden, unter Vertrag genommen werden, nur spielen, nur Tourbus- Life, nur Auftritte. Ich habe sie unterstützt, unzählige Videos und Fotos gemacht. Bis ein enormer Schicksalsschlag in Form einer Krebserkrankung kam und die Band von einem Tag auf dem anderen unwichtig war. Die Prioritäten haben sich von hier auf jetzt verschoben- das kann einem immer blühen, das konnte keiner vorhersehen. Sie fallen alle auf ihre Festanstellungen zurück. Dieses Privileg habt ihr leider nicht. Ich mache 3 Kreuze, dass ihr solch eine Situation nicht erlebt, aber vor Krankheit ist niemand gefeilt. Besser Plan B, C, D in der Tasche haben. Das meine ich nicht böse, ich möchte dich lediglich vor einem tiefen Fall bewahren.

Das ist tatsächlich einfach total unvorhersehbar.
Ich bin selber vor knapp einem Jahr Mama geworden, mein Mann hat eine Woche später mit einem Kollegen zusammen die Firma, in der sie bis dahin angestellt waren, übernommen, da der Chef Anfang des Jahres in Rente ist.
Wir wussten, dass das ein sehr sportliches Jahr wird mit Baby und frischer Selbstständigkeit. Elternzeit war klar, dass ich das erste Jahr komplett alleine mache und mein Mann ab dem 2. Jahr dann 1,5 Jahre lang einen Tag in der Woche Elternzeit macht und ich langsam wieder in meinen Job einsteige.
Aber im Nachhinein muss ich sagen, waren wir da doch sehr naiv.
Wir haben ein ganz tolles Baby! Ich würde ihn gegen nichts auf der Welt eintauschen wollen. Aber er ist kein "Einsteigermodell" (wie mein Mann schon früh ganz treffend formuliert hat). Er hat keine ernsthafte Erkrankung oder Behinderung aber einige kleinere Baustellen, die regelmäßige Physio, Osteopathie und diverse Facharzttermine bedeuten. Schlafen und Nahrungsaufnahme waren das erste halbe Jahr eine Katastrophe, mittlerweile wird es besser.
Ich halte meinem Mann den Rücken frei, so gut es geht, bin quasi alleinerziehend. Weiß aber auch, dass es ab nächstem Jahr wieder besser wird. Gar keine Elternzeit von seiner Seite aus, würde ich ehrlich gesagt nicht akzeptieren.
In den letzten Monaten hat mein Mann aber auch selbst gemerkt, dass ihm die Beziehung zu dem Kleinen zu wenig ist und er freut sich sehr auf die Elternzeit. Er macht jetzt auch schon häufiger frei, um mit zu Arztterminen kommen zu können, macht häufiger Home-Office um Fahrtzeit zu sparen,etc.

Edit:ganz vergessen was zu Freundschaften zu schreiben.. hängt sicherlich auch davon ab, was ihr denn so unternehmt.
Wir haben definitiv weniger Zeit etwas mit Freunden zu unternehmen, vor allem gemeinsam. Mein Mann fährt nach wie vor mit den Freunden auf Konzerte (nur nicht mehr so häufig) und war auch für 4 Tage auf ein Festival.
Feiern besuchen wir auch. Da fahren wir dann nur früher wieder, oder einer von uns zumindest.
Besuche bei uns Zuhause sind hingegen eigentlich kein großes Problem mehr heutzutage.

Siehe oben, da wird's halt spannend, wie es sich nach der Geburt entwickeln wird.
Wir haben uns das auch anders/einfacher vorgestellt 🙈
Aber, kann ja auch sein, dass es bei deinen Freunden klappt!
Im Bekanntenkreis haben wir auch total "einfache", entspannte Babys erlebt.

Ich weiß auch nicht, warum da so auf deinen Finnischkenntnissen rumgeritten wird, seitdem du klargestellt hast, dass du im schwedischsprachigen Teil des Landes wohnst.
Und ich stelle mir Finnischlernen wirklich höllisch schwer vor .

Ich kenn aber halt auch nen Luxemburger, der so gut wie kein Französisch kann - weil er es nicht braucht, er lebt grenznah zu Deutschland, wo hauptsächlich Deutsch und Letzeburgisch gesprochen wird. Und ich kenne eine Belgierin die in einem deutschsprachigen Bereich lebt und auch nur deutsch spricht. Die arbeitet aber eben auch hier in Deutschland.

Ich denke aber mit deinem Studium solltest du doch auch mit Englisch ganz gute Chancen haben, oder?

Wir hatten uns die letzten Tage immer nur telefonisch gehört/gesehen und heute für einen Auftritt wieder persönlich gesehen. Ich habe meine Sorgen und Ängste nochmal angesprochen und sie haben wieder versucht mir den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nicht nur in Bezug auf die berufliche Situation, sondern auch freundschaftlich. Es hat einigermaßen funktioniert. Mein bester Freund hat mir scherzhaft unser gemeinsames Tattoo unter die Nase gehalten und meinte, dass er das nicht mehr wegwischen kann. Das mit uns ist jetzt so eine Für-Immer-Geschichte. Mit sowas bringt er mich zum lachen und holt mich dann aus so einem Tief raus.

Was die berufliche Situation betrifft haben sie mehr oder weniger gefragt, ob ich total bescheuert bin solche Gedanken zu haben. Sie haben so viel für diesen Traum getan und wir sind in den letzten Jahren teilweise auch durch die Hölle gegangen. Es gab komische Anfragen, die man angenommen hat, weil man nun mal Geld verdienen muss. Auftritte in irgendwelchen muffigen Sporthallen. Ausgebuht werden. Offizielle Presseartikel in den sie als schlecht, peinlich, Clowns usw. betitelt wurden. Freunde verloren, weil die zu Hatern geworden sind. Wir sind jetzt seit einiger Zeit aus dieser Hölle raus und jetzt kommen die gute Anfragen. Es zahlt sich gerade alles aus und das wovon sie damals im Kinderzimmer geträumt haben, wird wahr. Das wollen sie auf gar keinen Fall aufgeben.

Sie haben das alles mit ihren Frauen durchgesprochen. Es ist ja nun mal kein 9 to 5 Job bei dem man jeden Tag viele Stunden aus dem Haus ist. Es gibt Phasen, da sind wir viel unterwegs und haben viel zu tun und Phasen, da sind wir fast immer zuhause. Es ist mal so und mal so. Es gibt auch viele wichtige Aufgaben, die eher im Hintergrund stattfinden und jeder für sich alleine zuhause machen kann. Und wenn wir dann mal viel unterwegs sind, dann sind die Frauen auch nicht alleine mit den Kindern. Es gibt Eltern, Geschwister, Freunde, Verwandte, Bekannte.

Das hat mich beruhigt. Ich hoffe, dass dieses Gefühl jetzt auch länger anhält. Sie standen wieder mit so viel Spaß und Herzblut auf der Bühne. Das ist das schönste zu sehen.

Und noch etwas zu meinem Studium usw. Ich hatte nie den Wunsch nach einer Karriere. Keinen Traumjob. Keine Ambitionen mir ein Unternehmen aufzubauen. Arbeit war für mich schon immer das notwendige Übel, damit man Geld hat und leben kann. Ich habe während der Schulzeit und des Studiums einige Jobs gehabt. Ich habe das immer gemacht, weil es sein musste, aber toll fand ich das nie. Ich hatte mich dann aus logischen Gründen für den Studiengang Social Media Management entschieden. Das wird in Zukunft immer eine Rolle spielen und gebraucht werden. Das ist auch mit ein Grund wieso ich mir nie Gedanken gemacht habe, was ich letztendlich damit arbeite. Es war mir klar, dass ich irgendeinen Job machen werde, den man halt mit so einem Studium macht. Es war mir egal, weil es mir sowieso keinen Spaß gemacht hätte. Ich habe vielleicht auch deswegen solche Angst das jetzige zu verlieren. Es ist das erste Mal, dass ich beruflich für etwas brenne. Es gerne mache. Ideen habe. Kreativ bin. usw.
 
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