Wiederkehrende Depression

Benutzer39430  (40)

Verbringt hier viel Zeit
Hallo Zusammen,

lange ist es her, dass ich hier gewesen bin. Da es mit den Depressionen in den vergangenen Jahren nicht mehr so weiterging, habe ich mich entschieden eine stationäre Therapie zu machen. 3 Monate war ich im Krankenhaus, danach folgte dann die teilstationäre Therapie. Es ging mir wieder besser und ich hatte gute Ärzte und Therapeuten, die mir geholfen haben. Meinen Eltern passte es überhaupt nicht, dass es vier Wochen lang überhaupt keinen Kontakt zu mir gab. Für mich aber war es Befreiung.

Nach der Therapie ging es dann wieder mit den ständigen Kontrollen los. Kontoauszüge wurden kontrolliert, der Arbeitgeber wurde angerufen bzw. ich wurde ständig auf der Arbeit angerufen und immer wieder der Versuch meiner Eltern, mich wieder nach Dortmund zurückzuholen und in die elterliche Wohnung zu ziehen.

Mein Arbeitgeber war nur noch genervt von den Anrufen meiner Eltern und drohte auch mit Konsequenzen, was meinen Eltern egal war. Die Depressionen kehrten im Juni wieder zurück. Wieder mit der Therapie begonnen, beim Psychiater und der Einnahme von Citalopram. Der Arbeitgeber hatte wenig Verständnis für mich und sagte mir, dass er mit Depressiven nichts zu tun haben will und ich gehen sollte.

Seitdem ich wieder krank bin, wird die Kontrolle von meinen Eltern verstärkt. Kontrollanrufe, unangemeldete Besuche. Ich habe meine Eltern sehr lieb, was dann aber ab Mittwoch ablief, tat und tut mir nicht gut. Meine Mutter hatte am Mittwoch Geburtstag und wir sind Essen gegangen. War mal eine nette Abwechslung habe ich gedacht, wieder wurde über meine Krankheit gesprochen, ich muss unter Leute und ich sollte wieder zurück nach Dortmund. Jeder Arzt und Therapeut hat mir gesagt, dass ich nicht von nun auf jetzt unter Leute soll und ganz schnell Kontakte knüpfen soll, vor allem wer sehr lange für sich alleine gelebt hat, ist es nicht einfach. Dies wollen meine Eltern nicht akzeptieren. Am nächsten Tag war meine Mutter dabei, meine Handtasche zu kontrollieren, inklusive Geldbörse samt Karten. Ich hatte mir eine kleine Cola gekauft. 0,5 Liter für die Fahrt nach Dortmund. Die Flasche war leer und meine Mutter hat einen Aufstand gemacht, warum ich Cola trinke. Auf meine Frage, was sie an meiner Tasche zu suchen hat, kam die Antwort, dass man bei Depressiven nie sicher sein kann, ob diese nicht gefährliche Gegenstände oder Drogen dabei haben. Aus Sicherheitsgründen wurden am Abend sämtliche Türen, bis auf das Gäste-WC abgschlossen. Aus dem Gästezimmer kam ich raus, aber zu den anderen Räumlichkeiten hatte ich keinen Zutritt mehr.

Am Freitag ist die Situation dann eskaliert, weil meine Mutter im Bad stand und kontrolliert hat, wie ich mich dusche, sämtliche Kleidungsstücke wurden nach Drogen und sonstigen Gegenständen abgesucht. Am späten Nachmittag wollte mein Vater zur Post. Er kam erbost ins Gästezimmer, wo sein Geld abgeblieben ist, ich solle ihm sofort sein Geld wiedergeben. Wieder Taschenkontrolle und die Geldbörse wurde ebenfalls durchsucht. Als mein Vater den Betrag von 200 Euro in meiner Geldbörse fand, nahm er sich diese und sagte, ich bin eine Diebin. Dass ich nachweislich 200 Euro von meinem Konto abgehoben habe und dies auf dem Kontoauszug auch draufsteht, interessierte ihn nicht. Er nahm sich das Geld und verschwand damit. Dies wollte ich mir nicht gefallen lassen und bin hinter ihm her. Meine Mutter bekam das mit und hielt mich fest und verlangte, dass ich mich ausziehe, denn auch ihr fehlte angeblich Geld. Sie war an diesem Tag aber einkaufen, also konnte ich kein Geld von ihr haben. Entweder ich verhalte mich jetzt ruhig oder man ruft die Polizei und den Chef der Landesklinik in Dortmund an, damit die mich abholen, denn ich bin ich nicht ruhig und zurechnungsfähig. Von meinem Vater habe ich laut und deutlich verlangt, mir mein Haushaltsgeld wiederzugeben. Nur weil ich dann lauter geworden bin, drohte man mir mit der Polizei und Einlieferung gegen meinen Willen in die Klinik. Weil ich so dermaßen geschockt war, habe ich mich ins Gästezimmer geflüchtet, nur an der Tür fehlte der Schlüssel. Alle anderen Türen wurden aus Sicherheitsgründen abgeschlossen. Ich könnte mir ja etwas antun. Aufgrund dieser Vorkommnisse wollte ich nur noch weg von meinen Eltern, konnte es leider nicht, da es heftig gewittert hat. Am Samstag bin ich dann in aller Frühe gefahren. In meiner Wut habe ich dann den Telefonstecker und die Internetverbindung aus der Fritzbox bei meinen Eltern gezogen. Gestern abend rief mein Vater erbost an und fragte mich was dass denn solle. Die Stecker hat er dann alle wieder angeschlossen. Der Clou kam aber noch, dass ich mit seinem Handy, was aber ausgeschaltet ist und über einen Pin verfügt, den ich nicht kenne, sein Guthaben vertelefoniert habe bzw. hätte ich die Karte rausgenommen und in mein Handy gesteckt. Dass sowas nicht möglich ist und nicht sein kann, will er nicht akzeptieren.

Für meine Eltern bin ich eine Lügerin und eine depressiv Kranke, die nur unter Beobachtung zu stehen hat. Ich solle mich schnellstens einweisen lassen. Ambitionen mich oder andere in Gefahr zu bringen habe ich keine, Suizidgedanken sind keine vorhanden. Meine Eltern sagen, sie haben Angst vor mir, dabei ist es umgekehrt, dass ich mich in ihrer Gegenwart nicht mehr wohlfühle.

Sorry für den langen Text, aber ich bin einfach nur noch traurig und verstehe die Welt nicht mehr.
 

Benutzer13901  (46)

Grillkünstler
Sorry aber da gibt es nur eine Möglichkeit und zwar den rigorosen Kontaktabbruch zu deinen Eltern im Notfall mit gerichtlicher Hilfe denn mit ihrem Verhalten verschlimmern deine Eltern deine krankheit nur.
Es scheint das sie sich mit dem Krankheitsbild nicht auseinander gesetzt haben und einfach überfordert sind aber das rechtfertigt nicht ihr verhalten. Also ihre Nummern auf deinem Handy blockieren solltest du Festnetz haben ausschalten etc...denn was die für ne Show abziehen ist einfach unglaublich.
 

Benutzer155349  (28)

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich kenne das übertriebene behütet werden auch, in deinem extremen Fall würde ich sagen dass du den Kontakt komplett abbrechen musst. Deine Eltern schränken deine Entwicklung ein. Wie alt bist du?
 

Benutzer39430  (40)

Verbringt hier viel Zeit
Ich bin 34 Jahre alt.

Heute bin ich wieder beim Therapeuten gewesen und auch dieser hat mir geraten, den Kontakt abzubrechen.
 

Benutzer155349  (28)

Sorgt für Gesprächsstoff
Eindeutig! Du bist erwachsen und ich bin mir sicher dass, du in der Lage bist dein eigenes Leben zu leben. Ein gutes Verhältnis zu den Eltern zu haben ist in jedem Alter schön, aber wenn sie dich nicht loslassen können ist es besser wenn du sie meidest. Deine meisten Altergenossen haben das Kükennest schon vor über 10 Jahren verlassen. Warum solltest du das nicht können?
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren