Wie werde ich glücklich als Single

B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #1
Hallo,

ich melde mich mal wieder hier, weil ich mit diesem Thema einfach nicht weiterkomme. Ich muss zugeben, dass ich seit vielen Jahren einfach super unglücklich damit bin, single zu sein und von Frauen in romantischer Hinsicht nicht beachtet zu werden. Ich habe in den letzten Monaten bzw. Jahren verhältnismäßig wenig Energie in die Partnersuche selbst gesteckt, sondern habe versucht, mir unabhängig von diesem Thema ein cooles Leben aufzubauen.

Ich studiere jetzt im 4. Semester einen anspruchsvollen Studiengang, der mir echt gut gefällt und mir beruflich vielseitige Chancen ermöglichen wird. Ich mache praktisch täglich Sport – Calisthenics – und seit einigen Monaten bin ich auch im Tanzen. Ich habe mehrere gute Freunde, durchaus auch Menschen, denen ich mich anvertrauen kann. Ich würde mich eher nicht als einsam beschreiben. An sich ist mein Leben objektiv gut. Sowohl beruflich, sportlich als auch sozial läuft es ganz gut. Was mich stört, ist zum einen, dass ich leider keine Familie mehr habe. Meine Großeltern sind alle verstorben und zu meinen Eltern habe ich seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr. Der Rest meiner Familie ist ausgewandert und war mir nie eng. Außerdem ist da der Punkt, dass ich bisher keine Partnerin hatte und für Frauen – in romantischer Hinsicht – völlig unsichtbar war. Alle Annäherungsversuche meinerseits wurden abgelehnt; an mir hatte, soweit ich weiß, auch noch keine Frau Interesse. Platonisch läuft es mit Frauen soweit ganz gut.

Obwohl mein Leben objektiv gefüllt und eigentlich gut sein sollte, fühle ich mich seit Jahren wirklich alles andere als gut. Obwohl ich nicht aktiv auf Partnersuche bin, ist das Thema Liebe/Beziehung in meinem Kopf riesengroß. Wie eine große Gewitterwolke, die den Rest meines Lebens abdunkelt. Ich bin inzwischen wirklich verzweifelt und mache mir selbst Vorwürfe, dass ich so abhängig von diesem Thema bin. Ich habe das Gefühl, dass ich doch eigentlich glücklich single sein müsste und dass ich mich bloß anstelle bzw. in Selbstmitleid bade. Ich denke immer, dass ich undankbar bin und dass es eigentlich total lächerlich ist, so unter dem Thema zu leiden. Aber das Frauen-Thema nimmt gedanklich einfach so viel Raum ein und belastet mich seit Jahren echt stark, egal was ich tue.

Ich habe viel recherchiert und habe auch umgesetzt, was man zu dem Thema so sagt. Oft gewinnt das Dating-Thema ja an Relevanz, weil man sonst nicht viel im Leben hat, wofür man wirklich brennt. Oder weil man durch Freundschaften seine emotionalen Bedürfnisse nicht stillen kann, wodurch dann alles bei der Partnerin landet. Aber das ist bei mir beides objektiv gesehen nicht der Fall. Immer wieder höre ich den Rat "Erfolg bei Frauen vom Selbstwert entkoppeln". Ich kann damit aber einfach nicht so viel anfangen. Ich fühle mich nicht wertlos und mache meinen Wert nicht von Frauen abhängig. Meiner Ansicht nach sind alle Menschen gleich viel wert, egal ob begehrt und erfolgreich oder eben nicht. Was mich so stark belastet, ist die Tatsache, von Frauen nicht begehrt zu werden. Ich würde auch nicht sagen, dass mein Selbstbild so schlecht ist. Ich halte mich für optisch recht durchschnittlich mit sportlichem Körper, bin sozial nicht super charismatisch, aber "normal", angenehm und umgänglich. In der Tanzszene werde ich geschätzt und kann mich ganz gut integrieren; in der Uni bin ich recht unsichtbar, aber auch nicht unbeliebt oder so.

Die einzige Zeit, in der ich mich richtig gut fühle, ist, wenn ich mir gerade aktiv Kompetenzen aneigne. Zum Beispiel in der Tanzschule und tatsächlich auch einfach in der Uni-Bibliothek. Dann fühle ich mich kompetent und produktiv, bin gedanklich voll bei der Sache und mein Schmerzthema rückt in den Hintergrund. Problem ist nur, dass ich mich nicht den ganzen Tag hochkonzentriert beschäftigen kann. In Pausen kommt das Thema wieder hoch, und wenn ich daran denke, fällt es mir schwer, wieder zurück in den "Flow" zu kommen.

Habt ihr noch Tipps, um mein Wohlbefinden zu verbessern? Ziel ist im Endeffekt, dass das Thema Liebe/Beziehung/Dating insgesamt einfach kleiner wird. Es ist ja normal, etwas frustriert zu sein, wenn man lange Zeit unfreiwillig Single ist, aber es sollte doch nicht so schlimm sein, oder? Viele Männer finden keine Partnerin und sind trotzdem subjektiv zufrieden. Wieso ich nicht?
 
krava
Benutzer59943  (44) Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
  • #2
Wohlbefinden verbessern... das dürftest du doch am besten wissen was dir da hilft. Das kann shoppen sein, Sport, ein Urlaub, Wellness, gutes Essen, ein Film, neue Frisur etc.

Ein Eis in der Sonne essen könnte auch helfen :zwinker:
 
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Fantasy.
Benutzer172046  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #3
Mir fehlt in deinem Text auch irgendwo die Info, was du denn tust, um aktiv eine Partnerin zu finden.

Ansonsten... warum musst du das Thema überhaupt wegschieben?
Wie sehen deine Freundschaften aus? Gibt es da auch Körperkontakt, Umarmungen etc. oder seid ihr eher auf Abstand bedacht? Wie sieht es mit Kuscheltieren aus? Bildern von süßen Katzenbabys? Hast du genug Zeit, um auch mal runterzufahren und dir selbst etwas Gutes zu tun?
Ich bin ungefähr die letzte Person, die man fragen könnte, was gegen Beziehungssehnsucht hilft, weil ich das nie erlebt habe. Aber ich weiß, was andere in meinem Umfeld sich für Ratschläge geben. Letztendlich fehlt einem (unter Anderem) Oxyctocin, und man kann schon ein bisschen tricksen, um das anderweitig zu bekommen (bitte nur mit gesunden Methoden). Ersetzt das eine Beziehung? Sicher nicht. Aber man muss vorrangig mit dem arbeiten, was da ist, und sich dann darum kümmern, dass mehr da ist.

Je nachdem, wie dein Freundeskreis so unterwegs ist, könntest du versuchen, da mehr (emotionale) Nähe aufzubauen oder vielleicht mal mit einem Seelsorger sprechen. Einfach, damit du etwas in den (tiefergreifenderen) Austausch kommst, nicht, weil ich aus deiner Schilderung besonderen "Therapiebedarf" herauslese. Vielleicht findest du hier auch in den Dating- und Singlethreads Menschen, mit denen du dich austauschen kannst, damit du dich dabei nicht so allein fühlst.
Wenn ich dir sage, du sollst an nicht an einen rosa Elefanten denken, wirst du vermutlich daran denken. Dir selbst zu sagen, dass dich das Thema nicht so belasten sollte, wird es daher ebenfalls nicht weniger präsent machen. Du musst nicht zufrieden single sein. Aber sich selbst unter Druck setzen und dann daran hängenbleiben, das funktioniert nicht.
 
SchafForPeace
Benutzer12529  Echt Schaf
  • #4
Was mich so stark belastet, ist die Tatsache, von Frauen nicht begehrt zu werden.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dich niemand begehrenswert findet. Denn
Ich halte mich für optisch recht durchschnittlich mit sportlichem Körper, bin sozial nicht super charismatisch, aber "normal", angenehm und umgänglich. In der Tanzszene werde ich geschätzt und kann mich ganz gut integrieren;
du scheinst mir durchschnittlich bis attraktiv auszusehen und bist zudem aktiv und hast Spaß daran, Neues zu lernen.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass du es noch nicht bemerkt hast, wenn jemand auf dich stand/steht:smile:.

Und selbst wenn doch wirklich noch nie jemand auf dich stand: du bist erst 20, nicht schon 20. Früher oder später wird dich jemand begehrenswert finden, und du diese Person bestenfalls auch :smile:.

Viele Männer finden keine Partnerin und sind trotzdem subjektiv zufrieden. Wieso ich nicht?
Viele Menschen sind ohne Partnerschaft zufrieden. Viele aber auch nicht. Du bist wirklich nicht allein mit diesem Empfinden.
Ob du unzufrieden bist, weil dir jemand fehlt, oder "nur", weil einem gefühlt überall "eingeredet" wird, wie toll und wichtig es doch ist, in einer Beziehung zu sein und dass nur das ultimative Zufriedenheit bringt, weiß ich nicht.
Obwohl ich nicht aktiv auf Partnersuche bin,
Warum nicht?

Problem ist nur, dass ich mich nicht den ganzen Tag hochkonzentriert beschäftigen kann. In Pausen kommt das Thema wieder hoch
Von dir aus, oder weil zb jemand anderes das Thema direkt oder indirekt aufbringt?
 
Katzenauge123
Benutzer202690  (41) Verbringt hier viel Zeit
  • #5
Ich glaube, dass es für viele Singles Höhen und Tiefen gibt.

Das Leben kann gefüllt sein, man kann unter Menschen sein und sich dennoch einsam/alleine fühlen.

Ich habe zwar 3 Kinder und die Ehe/Beziehung mit meinem Ex-Mann ging 17 Jahre.
Die Beziehung danach 4 Jahre - in der ich mich übrigens auch immer wieder alleine, ungeliebt und nicht begehrt gefühlt habe.

Und nun bin ich Single, finde gerade wieder zu mir selbst, es geht mir langsam wieder besser.
Und dennoch habe ich die Momente, in denen es mir so bewusst wird.

Egal ob Familientreffen, Feierlichkeiten in Gruppen.
Oft sind es halt doch intakte Familien, Pärchen und dann kommt man sich so unvollständig vor, ein leichtes Gefühl des Versagens…

Aber es gibt halt auch so viele Menschen, die eigentlich unglücklich sind in ihrem Beziehungs,- und/oder Familienkonstrukt.

Deine Beschreibung nach klingt es nicht so, als hättest du nie ne Chance oder als würde es immer so bleiben.
Du machst den Eindruck, als ständest du fest im Leben, bist gesellig, sportlich und das spricht doch alles für dich.
Und wer weiß, ob es nicht in deinem Umfeld, doch schon Frauen gab, die für dich geschwärmt haben.
Manchmal ist es einfach schwer zu erkennen und Frauen können eben auch sehr schüchtern sein.

Hast du dir schon mal Feedback oder Tipps aus dem Freundeskreis geholt?

Ein Kollege von mir war auch lange Single - bis ungefähr 30.
Wurde dann verkuppelt vom Freundeskreis und es hat gefunkt.

Sie verlobten sich im ersten Jahr, kauften letztes Jahr gemeinsam eine Wohnung und diesen Monat ist die Hochzeit :smile:
Das ging alles total schnell und sie sind so glücklich miteinander:smile:

Gib nicht auf.
Mach dir bewusst wer du bist, was alles toll an dir ist und strahle dieses Selbstbewusstsein nach außen.
Das alleine kann schon echt imponieren :smile:
 
ugga
Benutzer172492  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #6
Kann es sein, dass dir einfach auch sowas wie Familie fehlt? Eine Partnerin geht ja auch in diese Richtung und scheint vielleicht greifbarer als die Familie im Ausland?

Nach dem Kontaktabbruch mit meinen Eltern hab ich mich sprichwörtlich mutterseelenallein gefühlt. Es ist hart ohne Eltern. Das war als Single besonders schlimm, aber tat auch in Beziehung weh, und wurde erst besser als ich aktiv zu anderen Familienmitgliedern Kontakt aufgenommen und sie regelmäßig getroffen habe.
Ich weiß Ausland macht es schwieriger, aber vielleicht wäre das einen Versuch wert? Persönliche Treffen lassen sich ja auch mit Telefonaten und Videofonie ergänzen.

Und wie schon gesagt wurde darfst du auch einfach unglücklich Single sein. Ich hab mein Leben schon immer gut gefüllt bekommen und zeitlich bräuchte ich keine:n Partner:in. Ich wollte das aber trotzdem gern.
Mir haben Gespräche mit Freund:innen geholfen und regelmäßige Kitschfilmabende mit mir selbst, zu denen ich dann geweint habe. Weinen entlastet nämlich auch gut, da gibts sogar biologische Gründe für (man schwemmt Stresshormone über die Tränen aus).
Teilweise auch Tagebuch schreiben und Sport.

Vielleicht ist da was für dich zum Ausprobieren dabei?

Sonst könntest du auch Therapie in Erwägung ziehen. Meine Erfahrung ist, dass (glücklicherweise) die wenigsten Menschen es nachvollziehen können, wie hart es ohne Eltern ist. Und es gibt ja in der Regel sehr gute Gründe für einen Kontaktabbruch, die einen zusätzlich beeinflussen. Eine super glückliche Kindheit wirst du vermutlich nicht gehabt haben. Oder deine Eltern haben zu dir den Kontakt abgebrochen und das schmerzt.
Psycholog:innen kennen sowas und können beim Sortieren helfen. Vielleicht tut dir das auch gut, mal damit gehört zu werden und damit nicht so allein zu sein.
Die ersten 12 Therapie-Stunden musst du später auch nicht gegenüber einer Lebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung anzeigen.
 
R2-D2
Benutzer215024  (36) Öfter im Forum
  • #7
Meine erste Frage wäre, was du dir wünschst. Sexuell begehrt werden? Familie? Ein Freund, der dich an Priorität Nr. 1 hat und nicht seine Beziehung vor dich stellt? Einen Erben haben, für den sich das Aufbauen von etwas überhaupt lohnt lohnt, weil di dir selbst egal bist?... Je nachdem, was du dir von einer Beziehung wünschst, musst du schauen, ob das überhaupt gut und umsetzbar ist, und dann kann man drüber sprechen, wie du die passende Frau findest.

Grundlegend würde ich einmal überlegen: was spricht für dich als Partner? Also nicht "woran liegt es, dass ich keine finde? Was ist falsch an mir?", bis du deine Persönlichkeit zur neutralen grauen Kugel abgeschliffen hast, die bei niemandem anecken kann, sondern konkret "Was ist explizit an mir, das EINE (nicht irgendeine) Frau wollen würde?". Das hilft dir sowohl mit Selbstbewusstsein an die Sache ranzugehen, als auch beim Suchen nach einer geeigneten Freundin.
Ich bin z.B. zwar ein verantwortungsvoller Erwachsener, wenn ich es sein muss, aber abseits davon habe ich mir völlig mein Inneres Kind bewahrt. Mein Waffeleisen hat Dinoformen, weil schnuffig. Wenn es auf einem Markt die Option gibt, ein Kamel zu reiten oder sich einen Raubvogel auf den Arm setzen zu lassen, weißt du, wo du mich wieder findest... Jetzt treffen wir uns in ner Stunde und malen Tabletop-Miniaturen an.
Mir ist völlig bewusst: Ich könnte z.B. 300 Jahre in einem Schicki-Micki-Champagner-Club verbringen und würde exakt 0 Frauen kennenlernen. Ich könnte tausende Profile auf Elitepartner zutexten und hätte nur eine Hand voll enttäuschender Dates. Von einer Nerdveranstaltung bin ich als Single noch nie ohne Handynummer nach Hause.
 
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B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #8
Mir fehlt in deinem Text auch irgendwo die Info, was du denn tust, um aktiv eine Partnerin zu finden.
Ich suche aktuell keine Partnerin.

Ansonsten... warum musst du das Thema überhaupt wegschieben?
Nicht völlig wegschieben, das ist nicht möglich und macht das Thema nur größer. Es geht mir darum, die Wichtigkeit zu reduzieren, damit ich nicht mehr so sehr darunter leide.

Wie sehen deine Freundschaften aus? Gibt es da auch Körperkontakt, Umarmungen etc. oder seid ihr eher auf Abstand bedacht? Wie sieht es mit Kuscheltieren aus? Bildern von süßen Katzenbabys? Hast du genug Zeit, um auch mal runterzufahren und dir selbst etwas Gutes zu tun?
Umarmungen ja, sonst eher kein Körperkontakt. Das ist unter Männern auch einfach nicht so üblich. Ich habe keine Kuscheltiere und glaube auch nicht, dass mir die was Nutzen würden. Ja, ich habe an sich genug Zeit.

Ich bin ungefähr die letzte Person, die man fragen könnte, was gegen Beziehungssehnsucht hilft, weil ich das nie erlebt habe.
Wieso hast du das nie erlebt? Kein Bedürfnis danach? Oder kannst du das Bedürfnis sehr gut kompensieren?

Letztendlich fehlt einem (unter Anderem) Oxyctocin, und man kann schon ein bisschen tricksen, um das anderweitig zu bekommen (bitte nur mit gesunden Methoden). Ersetzt das eine Beziehung? Sicher nicht. Aber man muss vorrangig mit dem arbeiten, was da ist, und sich dann darum kümmern, dass mehr da ist.
Ich bin ja im Tanzen und habe daher sehr viel recht nahen Körperkontakt. Das fühlt sich an sich auch ganz gut an, aber ersetzt natürlich keine Beziehung.

Je nachdem, wie dein Freundeskreis so unterwegs ist, könntest du versuchen, da mehr (emotionale) Nähe aufzubauen oder vielleicht mal mit einem Seelsorger sprechen.
Hm, ich glaube nicht, dass das möglich wäre. Für einen Mann habe ich meiner Wahrnehmung nach schon überdurchschnittlich viel Nähe in Freundschaften.

du scheinst mir durchschnittlich bis attraktiv auszusehen und bist zudem aktiv und hast Spaß daran, Neues zu lernen.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass du es noch nicht bemerkt hast, wenn jemand auf dich stand/steht:smile:.
Möglich, aber eher unwahrscheinlich. Jedenfalls hat noch keine Frau Interesse an mir gezeigt. Außerdem wurden alle Annäherungsversuche meinerseits abgeblockt.

Und selbst wenn doch wirklich noch nie jemand auf dich stand: du bist erst 20, nicht schon 20. Früher oder später wird dich jemand begehrenswert finden, und du diese Person bestenfalls auch :smile:.
Kann ja sein, aber wie gehe ich bis dahin mit dem Thema um? Viele Männer finden erst mit Mitte 30 ihre Partnerin oder nie. Es kann doch keine Lösung sein, die nächsten Jahre darunter zu leiden und auf ein Ereignis zu warten, was vielleicht, vielleicht aber auch nicht, in vielen Jahren eintritt.

Weil ich erstmal zufrieden mit mir selbst und meinem eigenen Leben sein möchte. Ich möchte ja nicht von einer Frau erlöst werden, sondern möchte, dass eine Frau mein Leben ergänzt. Aktuell würde mein gesamtes Glück aber an ihr hängen. Ich weiß nicht, ob so überhaupt eine gesunde Beziehung möglich wäre.

Von dir aus, oder weil zb jemand anderes das Thema direkt oder indirekt aufbringt?
Mir macht da an sich niemand aktiv Druck. Trotzdem sehe ich natürlich draußen immer wieder Pärchen rumlaufen und das tut inzwischen ganz schön weh.

Hast du dir schon mal Feedback oder Tipps aus dem Freundeskreis geholt?
Ja, habe ich. Allerdings kommt da nicht viel mehr als "Die Richtige wird schon noch kommen, mach dir keinen Stress". Das hilft mir aber nicht. Ich mache mir keinen Stress, ich bin doch nicht mal auf der Suche. Ich arbeite im Endeffekt nur daran, glücklicher Single zu werden.

Kann es sein, dass dir einfach auch sowas wie Familie fehlt? Eine Partnerin geht ja auch in diese Richtung und scheint vielleicht greifbarer als die Familie im Ausland?
Klar fehlt mir eine Familie. Im Endeffekt wurde ich noch nie wirklich geliebt, das ist natürlich sehr unangenehm.

Ich weiß Ausland macht es schwieriger, aber vielleicht wäre das einen Versuch wert?
Nein, meine Eltern habe mich meine ganze Kindheit abgewertet und gequält. Jetzt wohne ich endlich alleine und hab mein eigenes Leben. Die schaue ich im Leben nicht mehr an! Zu dem Rest meiner Familie hatte ich auch nie wirklich ein gutes Verhältnis. Familie ist definitiv keine Option.

Meine erste Frage wäre, was du dir wünschst. Sexuell begehrt werden? Familie? Ein Freund, der dich an Priorität Nr. 1 hat und nicht seine Beziehung vor dich stellt?
Generell das Gefühl haben, geliebt zu werden. Außerdem Zweisamkeit, körperliche Nähe, gute Gespräche, "gewählt werden",...
Gute Freunde sind schön, aber man ist eben Priorität Nummer 2, hinter der Partnerin und meiner Erfahrung nach auch hinter potentiellen Partnerinnen.

Grundlegend würde ich einmal überlegen: was spricht für dich als Partner? Also nicht "woran liegt es, dass ich keine finde? Was ist falsch an mir?", bis du deine Persönlichkeit zur neutralen grauen Kugel abgeschliffen hast, die bei niemandem anecken kann, sondern konkret "Was ist explizit an mir, das EINE (nicht irgendeine) Frau wollen würde?".
Aktuell leider nicht so viel. Ich bin ein Mann, dessen Glück davon abhängt, ob er eine Freundin hat. Es tut weh sich das so einzugestehen, aber es ist eben so. Ansonsten bin ich recht durchschnittlich, also mit Sicherheit kein furchtbarer Partner, aber so richtig toll bin ich auch nicht. In meinem Umfeld sind viele beruflich erfolgreiche, gutaussehende und gleichzeitig charmante Männer. Dagegen komme ich natürlich nicht an.
 
krava
Benutzer59943  (44) Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
  • #9
Ich suche aktuell keine Partnerin.
Aber du möchtest eine?
Nur soll die auf dich zukommen und dich dann davon überzeugen attraktiv und begehrenswert zu sein, denn du hältst es ja für unmöglich, dass eine Frau dich so sieht?

Erzwingen kannst du weder eine Beziehung noch ein glückliches Single Dasein.
Phasen mit Sehnsucht und Einsamkeit finde ich normal, die gehören zum Leben. Übrigens auch IN einer Beziehung.
 
Topfrose
Benutzer215713  (42) Öfter im Forum
  • #10
Ich denke immer, dass ich undankbar bin und dass es eigentlich total lächerlich ist, so unter dem Thema zu leiden.
Was soll daran lächerlich sein? Partnerschaft ist doch ein ganz essentielles Thema für fast alle Lebewesen. Natürlich darfst du darunter leiden.
Oft gewinnt das Dating-Thema ja an Relevanz, weil man sonst nicht viel im Leben hat, wofür man wirklich brennt. Oder weil man durch Freundschaften seine emotionalen Bedürfnisse nicht stillen kann, wodurch dann alles bei der Partnerin landet.
Halte ich für ein Gerücht. Ich kenne viele Menschen die recht ausgefüllt leben und unfreiwllig Single sind und drunter leiden. Sowas kann man halt nicht ersetzen, man kann es immer nur kompensieren.
Es ist ja normal, etwas frustriert zu sein, wenn man lange Zeit unfreiwillig Single ist, aber es sollte doch nicht so schlimm sein, oder? Viele Männer finden keine Partnerin und sind trotzdem subjektiv zufrieden.
Glaube ich auch nicht. Es mag welche geben, die meisten sind es aber nicht.

Jedenfalls hat noch keine Frau Interesse an mir gezeigt.
Vielleicht hast du es einfach nicht wahrgenommen? Warst du selbst mal verliebt oder hast geschwärmt?
Weil ich erstmal zufrieden mit mir selbst und meinem eigenen Leben sein möchte. Ich möchte ja nicht von einer Frau erlöst werden, sondern möchte, dass eine Frau mein Leben ergänzt. Aktuell würde mein gesamtes Glück aber an ihr hängen. Ich weiß nicht, ob so überhaupt eine gesunde Beziehung möglich wäre.
Das grenzt an Selbstvergewaltigung mMn. Du erlaubst dir also nicht deine größte Sehnsucht zu erfüllen, weil du an dich den Anspruch hast, allein glücklich zu sein. Ich verstehe zwar den Ansatz dahinter, habe aber den Eindruck, nach dem was ich von dir lese, dass du in diesem Punkt zu hart zu dir bist. Das einizige, was mich wundert ist, dass du schreibst "jahrelang" obwohl du noch vergleichsweise jung bist. Wann hat denn dieses Gefühl bei dir angefangen?
Im Endeffekt wurde ich noch nie wirklich geliebt, das ist natürlich sehr unangenehm.
Das kann natürlich ein Knackpunkt sein. Wenn du das Gefühl geliebt zu werden nicht kennst, ist es schwierig, das in dein Leben zu ziehen. Das hat weniger mit Selbstwert zutun, es ist mehr ein Glaubenssatz, meistens mehrere.
Wenn man den Kontakt zu seinen Eltern abbricht, hat das triftige Gründe. Ich vermute, die Ursache für dein Problem liegt dort. Wenn man gesunde Bindung nicht erlebt hat, weiß man einfach nicht, wie das geht. Und man hat auch (unbweusst) kein Vertrauen.
Mir fällt auf, dass du dir selbst irgendwie scheinbar kein Begehren einer Partnerschaft erlaubst. Ich kenne ja deine Familiengeschichte nicht. Aber das kann auch damit zu tun, ob man einen respektablen Platz in der Familie hat(te).
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #12
Aber du möchtest eine?
Nur soll die auf dich zukommen und dich dann davon überzeugen attraktiv und begehrenswert zu sein, denn du hältst es ja für unmöglich,
Die Sehnsucht ist natürlich da, aber ich suche nicht danach. Wenn es sich irgendwann ergeben sollte, dann ist das natürlich schön, aber ich rechne nicht damit.

Phasen mit Sehnsucht und Einsamkeit finde ich normal, die gehören zum Leben. Übrigens auch IN einer Beziehung.
Wir sprechen hier nicht von einer Phase.

Vielleicht hast du es einfach nicht wahrgenommen? Warst du selbst mal verliebt oder hast geschwärmt?
Möglich, aber glaube ich nicht. Ja, öfter mal. Leider war es immer einseitig.

Was soll daran lächerlich sein? Partnerschaft ist doch ein ganz essentielles Thema für fast alle Lebewesen. Natürlich darfst du darunter leiden.
Klar ist es natürlich wichtig, dennoch habe ich das Gefühl, dass ich einfach etwas übertreibe und mich da reinsteigere. Ich meine, das kann doch nicht das ganze Leben bestimmen.

Du erlaubst dir also nicht deine größte Sehnsucht zu erfüllen, weil du an dich den Anspruch hast, allein glücklich zu sein.
Ich erlaube mir das schon, aber will einfach nicht krampfhaft danach suchen. Vielleicht ergibt es sich ja irgendwann, vielleicht auch nicht. Das weiß ich noch nicht, aber mir geht es darum, ein schönes Single-Leben zu haben. Wenn es dann irgendwann passiert, wäre es trotzdem toll, aber ich will nicht daran zerbrechen, wenn es erst sehr spät oder nie klappt.

Das einizige, was mich wundert ist, dass du schreibst "jahrelang" obwohl du noch vergleichsweise jung bist. Wann hat denn dieses Gefühl bei dir angefangen?
Klar bin ich jung, das Bedürfnis nach einer Partnerin habe ich aber schon seit über 5 Jahren. Natürlich ist es völlig normal in meinem Alter noch keine romantischen Erfahrungen zu haben, aber es belastet mich eben tatsächlich seit Jahren. Der Leidensdruck wird leider nicht kleiner, nur weil mein Zustand normal ist.

Das kann natürlich ein Knackpunkt sein. Wenn du das Gefühl geliebt zu werden nicht kennst, ist es schwierig, das in dein Leben zu ziehen. Das hat weniger mit Selbstwert zutun, es ist mehr ein Glaubenssatz, meistens mehrere.
Möglich, vielleicht blockiert mich das.

Nein, nicht zwangsläufig:smile:
Na ja, wenn ich aktuell unglücklich bin und dann durch eine Partnerin glücklich werde, hängt das doch schon an ihr, oder nicht? Ich hab halt Angst, dann übermäßig abhängig zu sein und zu klammern.

Tut mir leid, dass du das so erleben musstest. Bist du dabei, es aufzuarbeiten? Vielleicht könnte dir das langfristig helfen, auch beim Thema Beziehung :smile:.
Zumindest bewusst belastet mich das Thema mit meiner Familie nicht so sehr. Ich bin es halt gewohnt. Vielleicht ist es aber unbewusst ein großes Ding und ich projiziere das alles nur auf eine potentielle Partnerin. Ich weiß es nicht. Aber was gibt es da denn aufzuarbeiten? Eine Familie zu haben wäre schön, aber es ist biologisch unmöglich.
 
krava
Benutzer59943  (44) Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
  • #13
Topfrose
Benutzer215713  (42) Öfter im Forum
  • #14
Zumindest bewusst belastet mich das Thema mit meiner Familie nicht so sehr. Ich bin es halt gewohnt. Vielleicht ist es aber unbewusst ein großes Ding und ich projiziere das alles nur auf eine potentielle Partnerin. Ich weiß es nicht. Aber was gibt es da denn aufzuarbeiten? Eine Familie zu haben wäre schön, aber es ist biologisch unmöglich.
Es sind ja nur Denkanstöße, die du hier bekommst. Wenn man mit der eigenen Herkunftsfamilie so schlechte Erfahrungen hat, dass man sich freiwillig von ihr trennt, ist es so ziemlich das größte und prägendste Ding überhaupt. Die ersten Lebensjahre prägen unsere Bindungsmuster, wie wir andere Menschen und die Welt erleben und was wir erwarten extrem. Ich denke, die Frage, was es da aufzuarbeiten gibt, ist eher eine Rhethorische.
Der starke Wunsch nach einer Beziehung hat zwei Seiten: Einerseits ist es nicht nur ein Wunsch, sondern ein absolut menschliches Bedürfnis. Allein schon der Körperkontakt ist ja sehr wichtig. Andererseits kann man sich natürlich fragen, ob es der Wunsch/das Bedürfnis nach einer erwachsenen Beziehung auf Augenhöhe ist, oder ob es das Bedürfnis nach der Liebe ist, die man als Kind nicht bekommen hat. Letzeres kann dann unter Umständen schwierig werden. Ersteres halte ich für absolut normal. Was glaubst du, was es bei dir ist? Wenn es das kindliche Bedürfnis ist, ist das vielleicht das, was bei dir das Gefühl auslöst "Das ist so nicht richtig".
 
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I
Benutzer235257  (59) Ist noch neu hier
  • #15
Scheiss auf die Gesellschaftlichen Konventionen,und Erwartungen und genüge dir Selbst.
Nur du bist du, und nur du musst dein Leben leben.
 
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banane0815
Benutzer44981  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #16
Die einzige Zeit, in der ich mich richtig gut fühle, ist, wenn ich mir gerade aktiv Kompetenzen aneigne. Zum Beispiel in der Tanzschule und tatsächlich auch einfach in der Uni-Bibliothek. Dann fühle ich mich kompetent und produktiv, bin gedanklich voll bei der Sache und mein Schmerzthema rückt in den Hintergrund. Problem ist nur, dass ich mich nicht den ganzen Tag hochkonzentriert beschäftigen kann. In Pausen kommt das Thema wieder hoch, und wenn ich daran denke, fällt es mir schwer, wieder zurück in den "Flow" zu kommen.
Das kenne ich nur zu gut. Wenn ich mit schönen oder interessanten Dingen beschäftigt bin, spielt die Unzufriedenheit mit irgendwelchen Lebensumständen keine große Rolle. Wenn ich alleine zu Hause bin, sieht es ganz anders aus.
Ich bin gerade auch mit mehreren Aspekten meines Lebens sehr unglücklich - nämlich wie du mit dem unfreiwilligen Single-Dasein, aber auch noch mit meiner erfolglosen Jobsuche.

Trotzdem fällt es mir gerade schwer, mich Freunden zu öffnen und ihnen offen zu sagen, wie schlecht ich mich damit gerade fühle. Wenn wir uns sehen und sie mich fragen, wie es mir geht, sage ich meistens so was, wie "ganz gut", weil es ja in diesem Moment auch stimmt, in dem ich ihre Gesellschaft genieße, in dem ich mit ihnen gemeinsam einer schönen Aktivität nachgehe. Ich versuche, solche Momente zu genießen und voll auszukosten. Aber alleine zu Hause kommt dann eben wieder die Langeweile, die Einsamkeit und die Unzufriedenheit.
Von daher kenne ich das nur zu gut: In schönen Situationen fühlt man sich gut. Alleine zu Hause ist man dann trotzdem einsam und unglücklich.

Habt ihr noch Tipps, um mein Wohlbefinden zu verbessern?
Du machst doch schon einiges. Du studierst und scheinst damit durchaus zufrieden zu sein, du hast mit dem Tanzen ein schönes Hobby und hast dich in der Tanzszene etabliert.
Natürlich kannst du z.B. versuchen, in der Uni präsenter und sichtbarer zu werden und insgesamt dein Sozialleben weiter zu verbessern. Das könnte sich ja auch positiv auf die Chancen bei der Partnersuche auswirken.

Aber die Unzufriedenheit mit dem unfreiwilligen Single-Dasein wird wohl bleiben, solange du unfreiwilliger Single bist, da es sich dabei ja schon um elementare, menschliche Bedürfnisse nach Liebe (in beide richtigen - also lieben und geliebt werden), Zuneigung und vielleicht auch Sexualität handelt, die einfach nicht befriedigt werden.

Viele Männer finden keine Partnerin und sind trotzdem subjektiv zufrieden. Wieso ich nicht?
Sind sie das wirklich?
Natürlich gibt es Menschen, die gerne und freiwillig Single sind, weil das für sie ein zufriedenstellender Zustand ist.
Aber wenn man niemanden findet, hat man ja offensichtlich das unbefriedigte Verlangen nach einer Beziehung. Und so ein (im wahrsten Sinne) unbefriedigender Zustand sorgt bestimmt nicht für allgemeine Zufriedenheit.


Ach ja... auch wenn es nur so halb passt.
Ich bin ja doch um einiges älter, als du. Kürzlich war ich bei einem Treffen meiner Klassenstufe.
Ich habe damit gehadert und wollte erst nicht hin gehen, weil ich befürchtet habe, dass alle nur damit prahlen, wie gut es ihnen doch geht mit toller Karriere, glücklichen Familien, usw. und dass ich dann ganz blöd da stehe, weil es bei mir nicht so läuft. Ich ging dann trotzdem hin und irgendwie lief es doch anders, als befürchtet.
Ich habe festgestellt, dass ich mich optisch und körperlich besser gehalten habe, als viele Schulkameraden, die schon ziemlich alt, grau und glatzköpfig geworden sind. Eine Schulkameradin, der früher gefühlt immer die Sonne aus dem Arsch gescheint hat, erzählte, dass ihre Ehe gerade in die Brüche gegangen ist und dass sie sich jetzt erst mal sortieren und einen neuen Weg für sich finden muss. Ein anderer meinte, dass er erst sehr spät eine auch nicht mehr ganz so junge Partnerin gefunden hat und hofft, dass es jetzt noch mit der Familiengründung klappt. Solche Dinge zeigen mir, dass auch bei anderen Leuten nicht immer alles wie am Schnürchen läuft und dass nicht Jeder immer super glücklich ist. - Auch wenn es mich natürlich gefreut hat, dass es vielen meiner alten Klassenkameraden insgesamt ganz gut zu gehen scheint.
(Und vielleicht hilft mir das Thema "gut gehalten" ja auch ein wenig, wenn ich jetzt in einem Alter bin, in dem die eine oder andere Frau nach einer gescheiterten Beziehung wieder auf den Markt kommt... :ninja:)

Von daher glaube ich schon auch, dass dein Eindruck ein bisschen trügerisch sein könnte, dass die anderen Leute alle so zufrieden sind. Auch andere Leute haben ihre Baustellen. Manche zeigen sie offen. Andere nicht. Aber es geht sicher nicht allen Menschen zu jeder Zeit total gut.
 
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B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #17
Es sind ja nur Denkanstöße, die du hier bekommst. Wenn man mit der eigenen Herkunftsfamilie so schlechte Erfahrungen hat, dass man sich freiwillig von ihr trennt, ist es so ziemlich das größte und prägendste Ding überhaupt. Die ersten Lebensjahre prägen unsere Bindungsmuster, wie wir andere Menschen und die Welt erleben und was wir erwarten extrem. Ich denke, die Frage, was es da aufzuarbeiten gibt, ist eher eine Rhethorische.
Das muss ich kurz korrigieren. Ich habe mich nicht freiwillig von meiner Familie getrennt. Mein Vater hat mit mir den Kontakt abgebrochen. Meine Großeltern sind alle verstorben. Nur von meiner Mutter habe ich mich freiwillig distanziert.

Der starke Wunsch nach einer Beziehung hat zwei Seiten: Einerseits ist es nicht nur ein Wunsch, sondern ein absolut menschliches Bedürfnis. Allein schon der Körperkontakt ist ja sehr wichtig.
Ja, so ist das leider. Ich denke, es bringt nichts, dagegen anzukämpfen. Enge Freundschaften und Paartanz ist wohl das beste, was ich machen kann. Das kompensiert mein Bedürfnis natürlich nicht ansatzweise vollständig, aber mehr ist eben nicht möglich.

Andererseits kann man sich natürlich fragen, ob es der Wunsch/das Bedürfnis nach einer erwachsenen Beziehung auf Augenhöhe ist, oder ob es das Bedürfnis nach der Liebe ist, die man als Kind nicht bekommen hat.
Bestimmt beides. Liebende Eltern werde ich leider nie bekommen, also muss ich einfach akzeptieren, dass ich diese Art von Liebe nie erfahren werde. Eine Partnerin auf Augenhöhe steht noch in den Sternen. Ich kann nicht ausschließen, dass es je passiert, aber für die nächsten Jahren ist es eher unrealistisch.

Aber alleine zu Hause kommt dann eben wieder die Langeweile, die Einsamkeit und die Unzufriedenheit.
Ja, das kenne ich nur zu gut. Dennoch geht es mir in Phasen, in denen ich sehr beschäftigt bin dann doch insgesamt besser als im Leerlauf. Das ist auch ein Grund, warum ich seit Jahren nicht mehr im Urlaub war. Sonne, Strand und mehr ist schlichtweg für mich einfach deutlich unbequemer als ein Tag in der Bibliothek.

Aber die Unzufriedenheit mit dem unfreiwilligen Single-Dasein wird wohl bleiben, solange du unfreiwilliger Single bist, da es sich dabei ja schon um elementare, menschliche Bedürfnisse nach Liebe (in beide richtigen - also lieben und geliebt werden), Zuneigung und vielleicht auch Sexualität handelt, die einfach nicht befriedigt werden.
Ja, ich denke, dass das der entscheide Punkt ist. Es liegt nicht an fehlender Selbstliebe oder daran, dass mein Leben nicht genug hergibt. Ich bin ein Mensch mit ausgeprägtem und eben jahrelang unerfüllten Bedürfnis nach einer Partnerin. Ich glaube, dass ein subjektiv wirklich schönes Leben für mich einfach nicht möglich bzw. erreichbar ist. Ich mache es mir nur selbst schlimmer, indem ich mir Vorwürfe mache, dass ich es nicht schaffe, ein glücklicher Single zu sein. Ich glaube, das ist für mich einfach nicht möglich. Es ist vielleicht für Menschen mit schwächerem Bedürfnis möglich oder mal als temporärer Zustand zwischen Partnerschaften, aber nicht für mich.

Fazit: Ich sollte nicht versuchen, ein glücklicher Single zu werden. Der Versuch verursacht nur Selbstverurteilung und zusätzlichen Leidensdruck. Ich habe akzeptiert, dass ich ohne romantische Resonanz nie subjektiv wirklich glücklich und zufrieden sein kann und das ist okay. Realistisch ist dennoch ein funktionales und objektiv betrachtet durchaus erfolgreiches Leben, mit temporärem Glück durch schöne Momente, aber eben mit einem chronischen Leidensdruck im Hintergrund, der immer wieder hochkommt und situativ bzw. phasenweise auch mal richtig schmerzhaft ist.
 
banane0815
Benutzer44981  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #19
Bestimmt beides. Liebende Eltern werde ich leider nie bekommen, also muss ich einfach akzeptieren, dass ich diese Art von Liebe nie erfahren werde. Eine Partnerin auf Augenhöhe steht noch in den Sternen. Ich kann nicht ausschließen, dass es je passiert, aber für die nächsten Jahren ist es eher unrealistisch.
Warum ist das so unrealistisch?
Es gibt nicht allzu wenige Menschen, die in deinem Alter die erste Beziehung beginnen. Und wenn ich meiner ehemaligen Lieblingslkollegin glauben darf, ist Tanzen eine richtig gute Möglichkeit zur Partnersuche.

Ja, das kenne ich nur zu gut. Dennoch geht es mir in Phasen, in denen ich sehr beschäftigt bin dann doch insgesamt besser als im Leerlauf. Das ist auch ein Grund, warum ich seit Jahren nicht mehr im Urlaub war. Sonne, Strand und mehr ist schlichtweg für mich einfach deutlich unbequemer als ein Tag in der Bibliothek.
Dann lege ich dir Gruppenreisen ans Herz.
Mich hat es einiges an Überwindung gekostet, bis ich mich endlich getraut habe, meine erste Gruppenreise zu buchen. Und heute bereue ich, dass ich nicht viel früher damit angefangen habe. Inzwischen habe ich mehr als 10 derartige Reisen gemacht und bereue keine einzige davon. Das waren immer irgendwelche Outdoor-Aktivitäten in relativ kleinen Gruppen. (Wenn du näheres wissen willst, gerne per PN. Ich will hier nicht öffentlich Werbung für einen bestimmten Anbieter machen, aber empfehle ihn privat trotzdem gerne weiter.)
Ich war jedes mal mit einer netten, wild zusammengewürfelten Gruppe von Menschen unterwegs, die durch das geteilte Interesse an den jeweiligen Aktivitäten schon mal die erste Verbindung hatten. Es gab immer viele schöne gemeinsame Erlebnisse, gute Gespräche und eine tolle Gemeinschaft.
Nur bei einer einzigen Reise war eine einzelne richtig unangenehme Person dabei. Und selbst diese unangenehme Person hat es nicht geschafft, dem Rest den Spaß an der Reise zu verderben (auch wenn es letztendlich etwas anstrengender und nicht ganz so schön war, wie die anderen Reisen).

Und vielleicht helfen solche Reisen sogar bei der Partnersuche. Ich hatte dabei leider (noch) kein Glück. Aber ich kenne mehrere Paare, die sich bei solchen Reisen kennen und lieben gelernt haben.

Fazit: Ich sollte nicht versuchen, ein glücklicher Single zu werden. Der Versuch verursacht nur Selbstverurteilung und zusätzlichen Leidensdruck. Ich habe akzeptiert, dass ich ohne romantische Resonanz nie subjektiv wirklich glücklich und zufrieden sein kann und das ist okay. Realistisch ist dennoch ein funktionales und objektiv betrachtet durchaus erfolgreiches Leben, mit temporärem Glück durch schöne Momente, aber eben mit einem chronischen Leidensdruck im Hintergrund, der immer wieder hochkommt und situativ bzw. phasenweise auch mal richtig schmerzhaft ist.
Ich würde das nicht so dramatisch formulieren.
Ich denke, du musst schon irgendwie akzeptieren, dass dir immer etwas fehlen wird, solange du unfreiwilliger Single bist und dass dass du mit diesem Zustand nicht absolut glücklich und zufrieden sein wirst.
Aber es gibt so viele Abstufungen von Glück, dass es trotzdem absolut sinnvoll ist, sein restliches Leben so gut und so schön wie möglich zu gestalten.

Und vor allem würde ich dir zu etwas Geduld raten und dazu, den Kopf nicht in den Sand zu stecken! Du bist gerade mal zarte 20 Jahre alt. Und ich kenne viele Leute, die mit Anfang/Mitte 20 eine Partnerin und oft auch ihre erste oder zumindest ihre erste ernsthafte Beziehung gefunden haben.
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #21
Warum ist das so unrealistisch?
Es gibt nicht allzu wenige Menschen, die in deinem Alter die erste Beziehung beginnen. Und wenn ich meiner ehemaligen Lieblingslkollegin glauben darf, ist Tanzen eine richtig gute Möglichkeit zur Partnersuche.
Klar, aber ebenso gibt es auch sehr viele Männer, die in den 20ern keine Partnerin finden. Das wäre ebenso völlig normal. Ich persönlich sehe mich tendenziell eher nicht bei den Männern, bei denen es nur bisher noch nicht geklappt hat, sondern schon eher bei dem Typ Mann, bei dem es eher erst sehr spät klappt oder gar nicht. Es gibt ja wahrscheinlich auch einen Grund, wieso bisher nicht nur ich, sondern auch so ziemlich jeder meiner Freunde, bisher keine Partnerin hatte. Und die sind eben zum Teil 25+ und 30+. Also klar kann es sein, dass ich in wenigen Jahren meine erste Partnerin finde, aber ich würde nicht damit rechnen. Ich bin einfach nicht der Typ Mann, der bei Frauen sonderlich gut ankommt.

Aber es gibt so viele Abstufungen von Glück, dass es trotzdem absolut sinnvoll ist, sein restliches Leben so gut und so schön wie möglich zu gestalten.
Klar, das mache ich ja schon.

Und vor allem würde ich dir zu etwas Geduld raten und dazu, den Kopf nicht in den Sand zu stecken! Du bist gerade mal zarte 20 Jahre alt. Und ich kenne viele Leute, die mit Anfang/Mitte 20 eine Partnerin und oft auch ihre erste oder zumindest ihre erste ernsthafte Beziehung gefunden haben.
Wie gesagt, es ist möglich, aber alles andere als garantiert. Ich kenne wirklich auch sehr viele Männer, die auch jenseits der 30 keinen Erfolg haben. Das wäre eben auch völlig normal und alles andere als unrealistisch.


Kirschtraum Kirschtraum Ich denke, ich muss dazu nichts weiter sagen:
Das ist ohne Wertung.
Das ist keine Wertung.
Das klingt ein bisschen nach Dramaqueen.
Das klingt für mich persönlich nach verwöhntem Schuljungen
Also hab ich gefühlt das verwöhnte Kind vor mir
Das waren gleich drei Beleidigungen ohne Mehrwert. Ich bin mir außerdem ziemlich sicher, dass ich in meinem Umfeld weder als "suchend", noch als "nicht suchend", und schon gar nicht als "Dramaqueen" oder "verwöhnter Schuljunge" wahrgenommen werde. Du liegst sehr wahrscheinlich falsch mit deiner Wahrnehmung.
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #26
Das stimmt. Aber man kann versuchen, diese Wunde zu heilen.
Wie könnte das gehen. Hast du da Tipps? Mir würde dazu nur einfallen, zu reflektieren, welche Glaubenssätze der Kontakt mit meiner Mutter in mir ausgelöst hat und diese auf Evidenz zu prüfen bzw. zu widerlegen. Das habe ich ja bereits zum Teil getan, aber sicher noch nicht vollständig.

Darum ging es ja erst mal gar nicht, sondern darum, den Wunsch danach anzuerkennen. Und wie banane0815 banane0815 sagt: Warum sollte das denn unrealistisch sein? Du bist ja wirklich noch sehr jung.
Ich weiß nicht, ich halte es einfach für unrealistisch. Ich weiß nicht, ob ich für immer single sein werde. Allerdings ist es einfach so, dass wirklich immer, wenn ich mich mit einem Mann gut verstehe, ist dieser Mann ebenfalls dauerhaft single. Als wäre das so ein Club der Unattraktiven. Diese Männer sind aber körperlich nicht unattraktiv und auch sozial oft recht kompetent. Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Aber es gibt einfach Männer (und Frauen vermutlich genauso), die trotz gutem Aussehen, beruflichem Erfolg und guten sozialen Fähigkeit trotzdem leer ausgehen. Mein bester Freund ist genau in dieser Situation. Er ist wirklich objektiv hübsch, charmant und durchaus gut mit Frauen auf platonischer Basis, aber romantisch hat es bei ihm nie geklappt. Er ist ein paar Jahre älter als ich und auch bei ihm kann ich mir nicht vorstellen, dass er bald eine Partnerin findet.

Hast du denn jemanden, mit dem du darüber ehrlich reden kannst?
An sich hab ich aktuell vier Leute, mit denen ich über alles reden könnte. Mir ist das Thema allerdings einfach super unangenehm. Ich komme mir da einfach als jammernder Junge vor, der unter einem Zustand unverhältnismäßig stark leidet, der nicht mal außergewöhnlich ist. Deswegen spreche ich darüber sehr ungern.

Vielleicht magst du dir ja mal den Podcast "Stahl aber herzlich" von Stefanie Stahl, die sich hauptsächlich oder sogar ausschließlich mit Beziehungs- und Bindungsthemen beschäftigt und da eine ziemliche Expertin, anhören.
Stefanie Stahl verfolge ich schon seit mehreren Jahren.

Ich bin ja auch unfreiwillig Single (viel länger als du und in auch viel älter), obwohl ich schon eine Partnerschaft hatte und auch einiges an sexueller Erfahrung.
Weißt du, woran es bei dir liegt?
Bei mir kommt zusätzlich zu dem unfreiwilligen Singledasein und der Selbstverurteilung noch eine weitere Ebene hinzu: Ich zweifle daran, dass ich überhaupt für irgendjemanden sexuell attraktiv bin bzw. generell als Partner gewählt werden kann. An sich halte ich mich selbst für relativ attraktiv, aber dadurch, dass ich von außen noch nie die Bestätigung dafür bekommen habe, habe ich das Gefühl, dass ich mich selbst massiv überschätze.

Ich habe wirklich eine ganze Zeit lang gebraucht, um mir einzugestehen a) wie sehr ich eigentlich darunter leide und mir das wünsche und b) wie sehr ich dem im Weg stehe und warum ich dem so im Weg stehe. Naja, einen Partner habe ich jetzt zwar noch nicht, aber komischerweise leide ich nicht mehr so sehr darunter, obwohl ich es mir jetzt noch viel klarer wünsche.
Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Wenn ich mir die Sehnsucht eingestehe, schaltet sich bei mir innerlich etwas von Wut/Hass auf Trauer um. Letzterer Zustand ist deutlich ruhiger und angenehmer zu ertragen.

Und wieso glaubst du das? Was denkst du denn, was "der Typ Mann" ist, der bei den Frauen gut ankommt? Ich bin mir gar nicht sicher, ob es den überhaupt gibt.
Ich kann es schwer in Worte fassen. Ich habe über die Jahre super viele Männer beobachtet. Manche davon bei Frauen sehr begehrt, andere weniger, wieder andere eben gar nicht. Ich sehe mich selbst einfach insgesamt eher in der Gruppe der nicht begehrten. Auf dem Papier bin ich zwar 1,90 m mit mit Sixpack und markantem Gesicht, aber irgendwie fehlt mir das gewisse Etwas, was andere Männer haben und ich nicht. Viele Männer haben das nicht, viele Männer kommen bei Frauen nicht gut an. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein.

Kirschtraum Kirschtraum Ich will darauf jetzt wirklich nicht mehr eingehen. Bis auf dich und krava hat hier eigentlich jeder sinnvolle Ratschläge gegeben. Und Mitleid habe ich hier nicht bekommen, wollte ich auch gar nicht. Deine Wortwahl ist einfach super respektlos und abwertend. Selbst wenn deine Tipps gut wären - sind sie zum Teil ja auch - sind deine Beiträge einfach nutzlos, weil Beleidigungen einfach bei fast jedem zu einer Abwehrreaktion, nicht zu Reflexion, führen.
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #27
Hm... Ich gehöre ja selbst zu den Leuten, die mit deutlich über 30 noch keine Partnerin gefunden haben.
Aber ich kenne jetzt auch nicht so wahnsinnig viele Menschen, die sich bei der Partnersuche ähnlich blöd anstellen, wie ich. Von daher finde ich es schon irgendwie verblüffend, dass du so viele Leute kennst, die sich mit der Partnersuche so schwer tun.
Na ja, du bist eben der Beweis, dass es durchaus realistisch ist, auch jenseits der 30 leer auszugehen. Und auf Basis deiner Beiträge würde ich mal behaupten, dass du dich auch draußen im echten Leben ganz gut ausdrücken kannst und ein guter Gesprächspartner bist. Viele Männer sind unreflektierte Deppen, wo man es irgendwie nachvollziehen kann, wieso sie niemandem finden. Aber es gibt eben auch die Gruppe der durchaus sympathischen, gutaussehenden und erfolgreichen Männer, die keine Partnerin finden.
Aber ja, tatsächlich tut sich so ziemlich jeder, den ich kenne, bei der Partnersuche schwer. Ich hatte wirklich noch nie einen männlichen Freund, der nicht single war, fast immer auch unerfahren.

Und vor allem ist es für deine Chancen sicher nicht förderlich, wenn du selbst nicht dran glaubst, dass du eine Chance hast.
Das stimmt wohl, Selbsterfüllende Prophezeiung ist ein Ding, aber auch nicht das einzige Ding. Ein Bekannter von mir war fest davon überzeugt, dass er niemals eine Partnerin finden wird. Er war wirklich verzweifelt auf der Suche und hat eigentlich so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Er hat jetzt aber tatsächlich eine Partnerin gefunden. Also so kann es schon auch laufen, aber tendenziell ist eine negative Einstellung zu dem Thema schon eher hinderlich
 
Topfrose
Benutzer215713  (42) Öfter im Forum
  • #28
Wie könnte das gehen. Hast du da Tipps? Mir würde dazu nur einfallen, zu reflektieren, welche Glaubenssätze der Kontakt mit meiner Mutter in mir ausgelöst hat und diese auf Evidenz zu prüfen bzw. zu widerlegen. Das habe ich ja bereits zum Teil getan, aber sicher noch nicht vollständig.
Jetzt werden sicher einige denken "Ach, die schon wieder", aber: Durch Therapie z.B. Glaubenssätze kann man nur bis zu einem bestimmten Punkt selbst aufarbeiten. Das Unterbewusstsein schützt sie wie einen Schatz. Sie haben nämlich einen Sinn. Sie schützen uns vor etwas, wovon wir in dem Moment, wo sie entstehen, denken, dass das noch viel schlimmer ist. Man sollte auch versuchen die Beziehungen zur Herkunftsfamilie zu klären. Dafür muss man keinen Kontakt aufnehmen und auch nicht verzeihen. Aber man sollte Groll und Schmerz in Bezug auf sie verarbeiten und es möglichst wirklich loslassen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das ein sehr langwieriger und schmerzhafter Prozess sein kann.
Ich weiß nicht, ich halte es einfach für unrealistisch. Ich weiß nicht, ob ich für immer single sein werde. Allerdings ist es einfach so, dass wirklich immer, wenn ich mich mit einem Mann gut verstehe, ist dieser Mann ebenfalls dauerhaft single. Als wäre das so ein Club der Unattraktiven. Diese Männer sind aber körperlich nicht unattraktiv und auch sozial oft recht kompetent. Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Aber es gibt einfach Männer (und Frauen vermutlich genauso), die trotz gutem Aussehen, beruflichem Erfolg und guten sozialen Fähigkeit trotzdem leer ausgehen. Mein bester Freund ist genau in dieser Situation. Er ist wirklich objektiv hübsch, charmant und durchaus gut mit Frauen auf platonischer Basis, aber romantisch hat es bei ihm nie geklappt. Er ist ein paar Jahre älter als ich und auch bei ihm kann ich mir nicht vorstellen, dass er bald eine Partnerin findet.
Spannend...Was glaubst du, was ihr gemeinsam habt? Und warum kannst du dir nicht vorstellen, dass er bald eine Partnerin findet?
An sich hab ich aktuell vier Leute, mit denen ich über alles reden könnte. Mir ist das Thema allerdings einfach super unangenehm. Ich komme mir da einfach als jammernder Junge vor, der unter einem Zustand unverhältnismäßig stark leidet, der nicht mal außergewöhnlich ist. Deswegen spreche ich darüber sehr ungern.
Da musst du unbedingt raus! Du musst diese Scham überwinden! Denn wenn du dich deiner Sexualität, deiner Bedürfnisse und deiner Begierde schämst, wirst du sie unbewusst unsichtbar machen und dann bist du tatsächlich ein Neutrum. Noch ein Buchtipp, der vielleicht zwei: Alexander Lowen-Die Angst vorm Leben (ist ein bisschen veraltet, hatte aber für mich einige Aha-Punkte. Es geht dort eigentlich um die Angst vor Sexualität), Stefan Konrad Niederweiser-Nie mehr schämen (da geht es um toxische Scham, auch ein ziemlicher Augenöffner).

Du musst ja nicht jammern, versuche es umzuformulieren. Statt "Ich werde niemals eine Partnerin finden" z.B. "Ich will eine Frau finden, ich wünsche mir eine Partnerin". Es kann ja vielleicht helfen, sich mit anderen zu reflektieren. Auf jeden Fall hilft es, die Scham zu überwinden.
Hast du eigentlich auch weibliche Freunde?
Stefanie Stahl verfolge ich schon seit mehreren Jahren.
:thumbsup:
Weißt du, woran es bei dir liegt?
Viele Enttäuschungen, Traumata, unbewusste Ängste, Scham, Glaubenssätze, gestörtes Bindungsmuster und eine viele Jahre andauernde Lebenskrise. Ich hätte gar nicht die Kapazität für einen Partner gehabt.
Bei mir kommt zusätzlich zu dem unfreiwilligen Singledasein und der Selbstverurteilung noch eine weitere Ebene hinzu: Ich zweifle daran, dass ich überhaupt für irgendjemanden sexuell attraktiv bin bzw. generell als Partner gewählt werden kann. An sich halte ich mich selbst für relativ attraktiv, aber dadurch, dass ich von außen noch nie die Bestätigung dafür bekommen habe, habe ich das Gefühl, dass ich mich selbst massiv überschätze.
Ich weiß nicht, ob du dich über- oder unterschätzt. Aber so ziemlich jeder Mensch auf der Welt kann für jemanden sexuell attraktiv sein. Bin mir also ziemlich sicher, dass es daran nicht liegt. Ich fürchte allerdings, dass du intellektuell deutlich überm Durchschnitt liegst. Und das kann von Nachteil sein, weil dich vielleicht so einige Gleichaltrige nicht verstehen. Kann sich aber noch ein bisschen relativieren mit steigendem Alter. Auch die Art, wie man wahrgenommen wird, kann dann einen Sprung machen, weil die Werte sich verschieben.
Ich kann es schwer in Worte fassen. Ich habe über die Jahre super viele Männer beobachtet. Manche davon bei Frauen sehr begehrt, andere weniger, wieder andere eben gar nicht. Ich sehe mich selbst einfach insgesamt eher in der Gruppe der nicht begehrten. Auf dem Papier bin ich zwar 1,90 m mit mit Sixpack und markantem Gesicht, aber irgendwie fehlt mir das gewisse Etwas, was andere Männer haben und ich nicht.
Klingt auf jeden Fall nice und ja, da sollte was gehen. Auch wenn ein Sixpack nicht ausschlaggebend ist. Was ist denn deiner Meinung nach dieses gewisse Etwas, was die begehrten Männer haben?
Ich kann mir vorstellen, dass dieses "etwas" mit dem, was ich oben geschrieben habe, mit der Scham zutun hat. Diese Gemeinsamkeit fällt mir auch bei einigen anderen unfreiwilligen Singlemännern (und auch bei mir selbst) auf. Man traut sich gar nicht Begehren zu zeigen, so als sei es eine Art verbotene Frucht, die einem nicht zusteht. Und genau das, Begehren zeigen (natürlich nicht auf eine plumpe Art, aber halt zeigen) ist für mich z.B. unheimlich sexy. Ich habe mich mal unsterblich in einen Mann verliebt, der mir vorher nicht aufgefallen war. Weil er mich auf so eine charmante und ziemlich freche Art angeflirtet hat. Da hat es bei mir irgendwie einen Schalter umgelegt. Es war nur ein (eindeutiger) Blick und eine Andeutung, mehr nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
banane0815
Benutzer44981  Planet-Liebe Berühmtheit
  • #29
Aber ja, tatsächlich tut sich so ziemlich jeder, den ich kenne, bei der Partnersuche schwer. Ich hatte wirklich noch nie einen männlichen Freund, der nicht single war, fast immer auch unerfahren.
Woher kennst du denn diese Leute, von denen sich so ziemlich jeder bei der Partnersuche schwer tut? Das finde ich echt verblüffend.
Du bist doch in der Tanzszene aktiv. Meine frühere Lieblingskollegin war bei den lateinamerikanischen Tänzen aktiv und meinte, dass sich in diesem Umfeld viele Paare gefunden hätten. Auch sie hat dort ihren Partner gefunden. Und es würde mich echt wundern, wenn bei dir beim tanzen nur Singles unterwegs wären.

Also nicht dass ich behaupten würde, den meisten Leuten würde die Partnersuche total leicht fallen. Das bestimmt nicht. Da hört man immer wieder von Unsicherheit, von Frust, von unschönen Erlebnissen, usw.
Aber trotzdem gibt es da draußen doch sehr viele Paare, die im Laufe der Zeit trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen erfolgreich waren und zusammengefunden haben.

Das stimmt wohl, Selbsterfüllende Prophezeiung ist ein Ding, aber auch nicht das einzige Ding. Ein Bekannter von mir war fest davon überzeugt, dass er niemals eine Partnerin finden wird. Er war wirklich verzweifelt auf der Suche und hat eigentlich so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Er hat jetzt aber tatsächlich eine Partnerin gefunden. Also so kann es schon auch laufen, aber tendenziell ist eine negative Einstellung zu dem Thema schon eher hinderlich
Natürlich können auch Pessimisten Glück haben. Und der Vorteil ist, dass man als Pessimist vielleicht weniger enttäuscht ist, wenn es nicht klappt, aber dafür um so stärker positiv überrascht, wenn es dann doch klappen sollte.
Ich tendiere auch selbst bei vielen Dingen zu einem gewissen Pessimismus. Aber ich weiß auch, dass dieser Pessimismus zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann.

Und ich sehe einfach keinen Grund, warum die Partnersuche für dich im zarten Alter von 20 Jahren so eine unmögliche Sache sein sollte.
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #31
Man sollte auch versuchen die Beziehungen zur Herkunftsfamilie zu klären. Dafür muss man keinen Kontakt aufnehmen und auch nicht verzeihen. Aber man sollte Groll und Schmerz in Bezug auf sie verarbeiten und es möglichst wirklich loslassen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das ein sehr langwieriger und schmerzhafter Prozess sein kann.
Meinem Vater habe ich verziehen, weil ich nachvollziehen kann, wieso er das Interesse an mir verloren hat. Bei meiner Mutter bin ich noch dran, bisher kann ich ihr das ehrlich gesagt nicht verzeihen und kann es auch nicht ganz verstehen.

Spannend...Was glaubst du, was ihr gemeinsam habt? Und warum kannst du dir nicht vorstellen, dass er bald eine Partnerin findet?
Wir sind beide vom Typ her einfach eher "soft", eher nicht so klassisch maskulin, ruhig und kalkulierend. Die meisten Frauen, die ich kenne, sind dann doch eher mit Männern zusammen, die etwas mehr "Wumms" und Kante haben.

Da musst du unbedingt raus! Du musst diese Scham überwinden! Denn wenn du dich deiner Sexualität, deiner Bedürfnisse und deiner Begierde schämst, wirst du sie unbewusst unsichtbar machen und dann bist du tatsächlich ein Neutrum. Noch ein Buchtipp, der vielleicht zwei: Alexander Lowen-Die Angst vorm Leben
Das ist ein valider Punkt. Mir ist es irgendwie echt peinlich, an einer Frau romantisch/sexuell interessiert zu sein. Außerdem hab ich das Gefühl, mich dadurch einfach in eine schlechtere Position zu geben. Wenn ich an einer Frau, die selbst vielleicht nicht so dem Schönheitsideal entspricht, ernsthaft platonisch interessiert bin, habe ich nicht so extrem viel Konkurrenz und habe erfahrungsgemäß keine so schlechten Chancen auf eine Freundschaft mit ihr. Das ist ja auch absolut fein. Aber als Mann mit romantischem/sexuellem Interesse bin ich eben einer von Tausenden, der um die Dame konkurriert.
Außerdem habe ich auch irgendwie das Gefühl, dass Frauen in dem Alter so sehr von Aufmerksamkeit überflutet werden, dass sie den einzelnen Interessenten kaum beachten können/wollen. Wenn ich an einer Frau Interesse zeigen würde, würde ich eher eine Reaktion von wegen "Was? Der Trottel bildet sich ein, er hätte Chancen bei mir? Das ist ja süß!" erwarten.
Wenn ich mal mit einer Freundin unterwegs bin, bekomme ich ja selbst mit, wie sie ständig von Typen angegraben wird, die sie alle genervt abwimmeln muss. Ich will einfach nicht einer von denen sein.

Du musst ja nicht jammern, versuche es umzuformulieren. Statt "Ich werde niemals eine Partnerin finden" z.B. "Ich will eine Frau finden, ich wünsche mir eine Partnerin". Es kann ja vielleicht helfen, sich mit anderen zu reflektieren. Auf jeden Fall hilft es, die Scham zu überwinden.
Klar, so in etwa hab ich das auch mal gemacht. Mir wurde nur gesagt, dass sich das mit der Zeit ergibt und ich mir da keinen Kopf machen soll. Aktive Suche schrecke nur ab. Das ist zum Teil wohl auch war. Außerdem sind ja die meisten, mit denen ich darüber reden könnte, selbst unglücklich single. Wenn sich mehrere Typen in solch einer Situation zusammentun, kippt das gerne mal in Zynismus und Abneigung gegenüber Frauen, deswegen halte ich mich da lieber raus.

Hast du eigentlich auch weibliche Freunde?
Ich hatte zwei gute weibliche Freunde. Die eine hatte dann aber was mit meinem besten Freund und hat jetzt nen anderen, weswegen sie den Kontakt mit dem Freund abgebrochen hat. Ich war eher über ihn mit ihr befreundet und nie so richtig eng, deswegen hat sich das verlaufen. Wir wohnen auch inzwischen in einer Situation, wo wir uns nicht mehr sehen können.
Die andere Freundin, vermutlich mein bester weiblicher Freund bisher, macht jetzt ein Auslandssemester in Spanien und ist seit Kurzem in einer Beziehung, also frisch verliebt und gedanklich nicht verfügbar. Mit ihr werde ich aber bestimmt irgendwann wieder Kontakt haben.
Ansonsten hatte ich noch ne Uni-Freundin, die aber jetzt fertig mit dem Studium und weggezogen ist. Mir ihr hab ich mich aber gestern noch getroffen, weil sie aktuell vorübergehend in meiner Stadt ist. Ansonsten hab ich eben viele Bekannte aus der Tanzszene, die zum Teil mittelfristig sicher auch noch Freunde werden.
Also so eine richtig enge, dicke, beste Freundin hatte ich noch nicht, aber an sich hab ich mit dem Thema kein Problem.

Ich fürchte allerdings, dass du intellektuell deutlich überm Durchschnitt liegst. Und das kann von Nachteil sein, weil dich vielleicht so einige Gleichaltrige nicht verstehen. Kann sich aber noch ein bisschen relativieren mit steigendem Alter. Auch die Art, wie man wahrgenommen wird, kann dann einen Sprung machen, weil die Werte sich verschieben.
Ja und nein. Also sonderlich intelligent bin ich nicht, intellektuell aber durch die Aneignung und Anwendung von viel Wissen in verschiedenen Bereichen sicher überdurchschnittlich. Allerdings bin ich auch in einem Umfeld von Studenten, wo ich dann doch wiederum eher durchschnittlich bin.

Klingt auf jeden Fall nice und ja, da sollte was gehen. Auch wenn ein Sixpack nicht ausschlaggebend ist. Was ist denn deiner Meinung nach dieses gewisse Etwas, was die begehrten Männer haben?
Schwer zu beschreiben. Charme, Männlichkeit, Kante, Mut, Führungsqualität, Sicherheit im Umgang mit Frauen (teils durch Erfahrung -ein Teufelskreis) und einfach mehr Durchschnittlichkeit bzw. "Universalkompatibitlität".

Man traut sich gar nicht Begehren zu zeigen, so als sei es eine Art verbotene Frucht, die einem nicht zusteht. Und genau das, Begehren zeigen (natürlich nicht auf eine plumpe Art, aber halt zeigen) ist für mich z.B. unheimlich sexy.
Das stimmt. Aber meist ist das eben nicht unheimlich sexy, sondern nervig. Vor allem für Frauen, die täglich 20 neue Interessenten haben, ist es irgendwann nicht mehr schmeicheln, sondern lästig.

Woher kennst du denn diese Leute, von denen sich so ziemlich jeder bei der Partnersuche schwer tut? Das finde ich echt verblüffend.
Du bist doch in der Tanzszene aktiv. Meine frühere Lieblingskollegin war bei den lateinamerikanischen Tänzen aktiv und meinte, dass sich in diesem Umfeld viele Paare gefunden hätten. Auch sie hat dort ihren Partner gefunden. Und es würde mich echt wundern, wenn bei dir beim tanzen nur Singles unterwegs wären.
Hauptsächlich Uni, Fitnessstudio, Tanzen und aus dem Freundeskreis eines guten Freundes von mir.
Ich weiß nicht, ob die Leute beim Tanzen alle single sind, aber viele definitiv. Also der Typ, mit dem ich immer auf Partys gehe, ist single und offenbar recht unzufrieden damit.

Und ich sehe einfach keinen Grund, warum die Partnersuche für dich im zarten Alter von 20 Jahren so eine unmögliche Sache sein sollte.
Na ja, die Erfahrung zeigt, dass ich bisher wirklich null Chancen auf romantische Erfahrungen hatte und es meinen Freunden genauso geht.

Mir fällt auf, dass Du nichts von Leuten erzählst, auf die Du stehst. Wäre das nicht die erste Voraussetzung?
Die gibt es definitiv, klar. Also Frauen, die ich wirklich umwerfend finde und in die ich total verknallt bin, sind selten. Das passiert vielleicht alle 1-2 Jahre mal. Aber Frauen, die mir grundsätzlich gut gefallen, die ich gerne kennenlernen würde, gibt es öfter mal. Aber dann geht es dann halt nicht weiter, weil es bisher immer einseitig war.

Ich glaub, das einzige, was helfen kann, ist aufmerksam zu sein, ohne viel zu erwarten, wenn man situativ Lust und Interesse hat und das ausstrahlt, auf Leute zuzugehen, und sich genau wie Du es machst ansonsten um sich und die anderen eigenen Interessen zu kümmern.
Ich glaube auch, dass es besser ist, das Ganze erstmal auf Eis zu legen. Ich merke, dass mich das Thema von Jahr zu Jahr mehr belastet und es Zeit ist, loszulassen. Vielleicht klappt es durch Zufall irgendwann automatisch. Und wenn nicht, dann ist das zwar echt schade und wird für mich subjektiv auch echt belastend sein, aber dann ist es eben so. Es macht keinen Sinn, sich deswegen verrückt zu machen.
 
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #32
Kann es sein, dass das Fehlen von Familie eine große Rolle bei deiner Sehnsucht spielt ? Warum hast du keinen Kontakt zu deinen Eltern ?
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #33
Kann es sein, dass das Fehlen von Familie eine große Rolle bei deiner Sehnsucht spielt ? Warum hast du keinen Kontakt zu deinen Eltern ?
Eine liebevolle Familie mit Geschwistern, Eltern und Großeltern wäre schon toll, klar. Also bewusst kommt mir dieser Wunsch nicht so häufig in den Kopf. Vielleicht spielt das eine große Rolle, vielleicht auch kaum. Das kann ich schwer einschätzen.

Mein Vater hat das Interesse an mir verloren, da er eine neue Familie gegründet hat und mit seiner alten Familien nichts mehr zu tun haben möchte. Meine Mutter ist psychisch sehr labil und hat seit vielen Jahren auch gewisse paranoide Tendenzen. Sie ist außerdem sehr abwertend und dominant. Deswegen habe ich den Kontakt beendet.
 
Topfrose
Benutzer215713  (42) Öfter im Forum
  • #34
Meinem Vater habe ich verziehen, weil ich nachvollziehen kann, wieso er das Interesse an mir verloren hat. Bei meiner Mutter bin ich noch dran, bisher kann ich ihr das ehrlich gesagt nicht verzeihen und kann es auch nicht ganz verstehen.
Musst du auch nicht verzeihen, nur heilen, für dich.
Außerdem habe ich auch irgendwie das Gefühl, dass Frauen in dem Alter so sehr von Aufmerksamkeit überflutet werden, dass sie den einzelnen Interessenten kaum beachten können/wollen.
Und wie kommen dann andere "einzelne Interessenten" in Partnerschaften? Man beachtet eben den, der einen interessiert.
Wenn ich an einer Frau Interesse zeigen würde, würde ich eher eine Reaktion von wegen "Was? Der Trottel bildet sich ein, er hätte Chancen bei mir? Das ist ja süß!" erwarten.
Wenn ich mal mit einer Freundin unterwegs bin, bekomme ich ja selbst mit, wie sie ständig von Typen angegraben wird, die sie alle genervt abwimmeln muss. Ich will einfach nicht einer von denen sein.
Nein. Solche unrealistischen und überhöhten Frauenbilder liest man hier wirklich oft von Männern, die in ähnliches Problem wie du haben. Frauen sind genauso bedürftig und unsicher wie Männer.
Tausende von Männern? Wie kommst du darauf? Es gefällt nicht jedem Mann auf der Welt, die Frau die dir gefällt und selbst dann könnte es dennoch sein, dass sie sich für dich entscheidet.
Und lästig, sind nur diejenigen, die grenzüberschreitend sind. Davon rede ich ja nicht, sondern von leisen und subtilen Signalen, auf die das gegenüber halt einsteigen kann oder eben nicht. Und einer offenen Grundhaltung.
Daran ist nichts lästig und selbst WENN eine Frau so etwas denken sollte: Ja und? Dann denkt sie es und fertig. Ich habe auch (als attraktive, junge Frau) schon ein paar Abfuhren bekommen. Daran stirbt man nicht. Ein gewisses Risiko ist dabei, wenn man sich öffnet. Das ist der Preis für menschlichen Kontakt.
Klar, so in etwa hab ich das auch mal gemacht. Mir wurde nur gesagt, dass sich das mit der Zeit ergibt und ich mir da keinen Kopf machen soll. Aktive Suche schrecke nur ab. Das ist zum Teil wohl auch war. Außerdem sind ja die meisten, mit denen ich darüber reden könnte, selbst unglücklich single. Wenn sich mehrere Typen in solch einer Situation zusammentun, kippt das gerne mal in Zynismus und Abneigung gegenüber Frauen, deswegen halte ich mich da lieber raus.
Ja, das verstehe ich. Es wäre vielleicht gut, ein paar Freunde zu haben, bei denen es anders ist (Tue mich damit auch schwer).
Ich hatte zwei gute weibliche Freunde. Die eine hatte dann aber was mit meinem besten Freund und hat jetzt nen anderen, weswegen sie den Kontakt mit dem Freund abgebrochen hat. Ich war eher über ihn mit ihr befreundet und nie so richtig eng, deswegen hat sich das verlaufen. Wir wohnen auch inzwischen in einer Situation, wo wir uns nicht mehr sehen können.
Die andere Freundin, vermutlich mein bester weiblicher Freund bisher, macht jetzt ein Auslandssemester in Spanien und ist seit Kurzem in einer Beziehung, also frisch verliebt und gedanklich nicht verfügbar. Mit ihr werde ich aber bestimmt irgendwann wieder Kontakt haben.
Ansonsten hatte ich noch ne Uni-Freundin, die aber jetzt fertig mit dem Studium und weggezogen ist. Mir ihr hab ich mich aber gestern noch getroffen, weil sie aktuell vorübergehend in meiner Stadt ist. Ansonsten hab ich eben viele Bekannte aus der Tanzszene, die zum Teil mittelfristig sicher auch noch Freunde werden.
Also so eine richtig enge, dicke, beste Freundin hatte ich noch nicht, aber an sich hab ich mit dem Thema kein Problem.
Das ist doch schonmal gut, das heißt generell kannst du mit Frauen umgehen. Du könntest sie ja auch mal um Rat fragen oder, wenn du dich traust, um eine objektive Einschätzung.
Das stimmt. Aber meist ist das eben nicht unheimlich sexy, sondern nervig. Vor allem für Frauen, die täglich 20 neue Interessenten haben, ist es irgendwann nicht mehr schmeicheln, sondern lästig.
Du meinst also ich fand das nur gut, weil mich sonst mit dem A*** niemand anschaut? :zwinker: Aber auch früher, als ich noch jung war, also in dem Alter, wo einem Männer hinterherlaufen, fand ich die wenigsten lästig. Siehe oben.
Die gibt es definitiv, klar. Also Frauen, die ich wirklich umwerfend finde und in die ich total verknallt bin, sind selten. Das passiert vielleicht alle 1-2 Jahre mal. Aber Frauen, die mir grundsätzlich gut gefallen, die ich gerne kennenlernen würde, gibt es öfter mal. Aber dann geht es dann halt nicht weiter, weil es bisher immer einseitig war.
Wie bist du damit umgegangen? Wussten sie es? Und woher weißt du so sicher, dass es einseitig war?
Ich glaube auch, dass es besser ist, das Ganze erstmal auf Eis zu legen. Ich merke, dass mich das Thema von Jahr zu Jahr mehr belastet und es Zeit ist, loszulassen. Vielleicht klappt es durch Zufall irgendwann automatisch. Und wenn nicht, dann ist das zwar echt schade und wird für mich subjektiv auch echt belastend sein, aber dann ist es eben so. Es macht keinen Sinn, sich deswegen verrückt zu machen.
Wo ist der Sinn, wenn es dich so belastet, es auf Eis zu legen? Ein Mittelweg wäre vielleicht gut.
Meine Mutter ist psychisch sehr labil und hat seit vielen Jahren auch gewisse paranoide Tendenzen. Sie ist außerdem sehr abwertend und dominant. Deswegen habe ich den Kontakt beendet.
Das würde ja durchaus zu deinem Frauenbild und der Angst vor der Abwertung passen.
 
Zuletzt bearbeitet:
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #35
Musst du auch nicht verzeihen, nur heilen, für dich.
Aber wie?

Und wie kommen dann andere "einzelne Interessenten" in Partnerschaften? Man beachtet eben den, der einen interessiert.
Ich weiß es wirklich nicht. Ich hab noch nie erlebt, wie ein männlicher Bekannter/Freund in eine Beziehung gekommen ist. Wir sind alle seit Jahren single und fast ausnahmslos unerfahren. :jaa:

Frauen sind genauso bedürftig und unsicher wie Männer.
Laut Umfragen kommen Frauen mit dem Single-Sein deutlich besser zurecht als Männer, aber das sagt über das Individuum natürlich erstmal nichts aus. Frauen haben eben oft enge Freundschaften, in denen sie ihre emotionalen und oft auch körperlichen Bedürfnisse stillen können. Ich bin manchmal neidisch, wenn ich zwei Freundinnen sehe, die zusammen kuscheln und schmusen. Klar wünscht man sich trotzdem einen Partner, aber so übel scheint das nicht zu sein. Unter Männern ist das gesellschaftlich völlig unangemessen - ich meine das ohne Wertung.

Tausende von Männern? Wie kommst du darauf? Es gefällt nicht jedem Mann auf der Welt, die Frau die dir gefällt und selbst dann könnte es dennoch sein, dass sie sich für dich entscheidet.
Als ich noch regelmäßig Kontakt mit besagter Freundin hatte, hat sie mir ja auch Einblick in ihr Dating-Leben gegeben. Und ja, also sie hat wirklich wöchentlich Liebesgeständnisse, Liebesbriefe und Geschenke bekommen. Es hat sich wirklich ein Typ nach dem anderen in sie verknallt. Also sie hat über Jahre unzählige Männer ablehnen müssen, bis sie sich mal auf einen eingelassen hat.
Das Ding am Interesse zeigen ist folgendes: Ich bewege mich ja in einem sozialen Umfeld und habe damit einen gewissen Ruf. Das Problem ist, dass die Erfolgsquote pro Frau, an der ich Interesse zeigen würde, ja nicht sonderlich hoch ist. Ich kann aber nicht an vielen Frauen Interesse zeigen, weil ich sonst schnell den Ruf als der Typ habe, der verzweifelt eine Freundin sucht. Generell ist Rufschädigung ein Grund, wieso ich das Thema sehr vorsichtig angehe bzw. meide.

Das ist doch schonmal gut, das heißt generell kannst du mit Frauen umgehen. Du könntest sie ja auch mal um Rat fragen oder, wenn du dich traust, um eine objektive Einschätzung.
Das habe ich gemacht. Freundin 1 meinte, dass ich ich ein bisschen "abgeschottet" wirke. Als würde ich in meiner eigenen Welt leben. Es sei schwer, eine Verbindung zu mir aufzubauen oder generell nachzuvollziehen, was gerade in mir vorgeht. Das ist aber auch schon Jahre her, damals war ich deutlich schüchterner und verschlossener als heute.
Freundin 2 (Jahre später) meinte, dass ihr nichts auffällt und sie keine Tipps hat. Nach mehrmaligem Nachfragen meinte sie dann, dass ich im Erstkontakt mit ihr etwas zu viel Augenkontakt gehalten habe, sie das aber als angenehm empfand. Sie meinte nur, dass andere Frauen das vielleicht als etwas zu intensiv erleben könnten. Aber das meinte sie nur konkret auf eine Situation bezogen, nicht generell. Seitdem achte ich darauf, aber ich glaube nicht, dass das ein grundsätzliches Problem bei mir ist.
Es ist schwierig, so sinnvolles Feedback von Frauen zu bekommen. Im Endeffekt weiß man ja meist selbst nicht, warum man jemanden attraktiv findet. Frauen können natürlich beurteilen, ob sich mich als angenehm empfinden. Aber das tun sie größtenteils ja, also fällt da nicht viel als negativ auf.
Wenn sich die Situation irgendwann nochmal ergibt, frage ich nochmal nach. Alle paar Monate/Jahre Feedback einholen schadet nicht.

Wie bist du damit umgegangen? Wussten sie es? Und woher weißt du so sicher, dass es einseitig war?
Ich versuche immer, erstmal niedrigschwellig Interesse zu zeigen. Erstmal Smalltalk, dann vielleicht mal etwas mehr lächeln, dann mal ein "Wir gehen am Samstag zu XY, komm gerne mit, wenn du magst". Quasi alles was erwidert wird spiegeln und noch 5% oben drauf setzen, dass sich das im Idealfall immer weiter hochschaukelt. Ich will damit vermeiden, über Monate heimlich Gefühle zu entwickeln und dann ein großes Liebesgeständnis fallenlassen zu müssen, bei einer Frau, die mich kaum kennt.

Wo ist der Sinn, wenn es dich so belastet, es auf Eis zu legen?
Damit ich mich mehr auf andere Dinge in meinem Leben konzentrieren kann. Das klappt zwar nicht gut, aber insgesamt geht es mir damit dann doch besser, als wenn ich nach einer Partnerin suche.
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten"

Das würde ja durchaus zu deinem Frauenbild und der Angst vor der Abwertung passen.
Meine Mutter ist jetzt auch seit knapp 20 Jahren single und ist Männern gegenüber nicht so wohlbesonnen.
Also ich hoffe du verstehst mich nicht falsch. Ich hab gegen Frauen als Individuen nichts. Es gibt ja viele Frauen, die ich sehr gern hab.
 
Topfrose
Benutzer215713  (42) Öfter im Forum
  • #36
Hatte ich ja schon beantwortet. :zwinker:
Laut Umfragen kommen Frauen mit dem Single-Sein deutlich besser zurecht als Männer, aber das sagt über das Individuum natürlich erstmal nichts aus. Frauen haben eben oft enge Freundschaften, in denen sie ihre emotionalen und oft auch körperlichen Bedürfnisse stillen können. Ich bin manchmal neidisch, wenn ich zwei Freundinnen sehe, die zusammen kuscheln und schmusen. Klar wünscht man sich trotzdem einen Partner, aber so übel scheint das nicht zu sein. Unter Männern ist das gesellschaftlich völlig unangemessen - ich meine das ohne Wertung.
Ich kenne wirklich keine einzige Frau, die ihren körperlichen Bedürfnisse über Freundschaft erfüllt. Für mich kommt kuscheln mit Freundinnen auch nicht in Frage. Die meisten wünschen sich, auch wenn sie wahrscheinlich zumindest sexuell wählerischer sind als Männer, einen netten Partner, Zuneigung, Sex...Und vor allem stellen wir normalerweise nicht alle Männer die Interesse zeigen an den Pranger. Ich bin natürlich nicht das Maaß aller Dinge, aber jenseits der Grundschule ist es ja normal, dass romantisches Interesse an irgendwem besteht.
Als ich noch regelmäßig Kontakt mit besagter Freundin hatte, hat sie mir ja auch Einblick in ihr Dating-Leben gegeben. Und ja, also sie hat wirklich wöchentlich Liebesgeständnisse, Liebesbriefe und Geschenke bekommen. Es hat sich wirklich ein Typ nach dem anderen in sie verknallt. Also sie hat über Jahre unzählige Männer ablehnen müssen, bis sie sich mal auf einen eingelassen hat.
Okay. Scheint mir ungewöhnlich. Aber was ist denn daran auch so schlimm?
Das Ding am Interesse zeigen ist folgendes: Ich bewege mich ja in einem sozialen Umfeld und habe damit einen gewissen Ruf. Das Problem ist, dass die Erfolgsquote pro Frau, an der ich Interesse zeigen würde, ja nicht sonderlich hoch ist. Ich kann aber nicht an vielen Frauen Interesse zeigen, weil ich sonst schnell den Ruf als der Typ habe, der verzweifelt eine Freundin sucht. Generell ist Rufschädigung ein Grund, wieso ich das Thema sehr vorsichtig angehe bzw. meide.
Wenn ein Mann aus meinem Bekanntenkreis mich angräbt, bleibt das meist unter uns. Ich erzähle das höchstens ganz engen Freundinnen, aber das ist nichts, womit man jemanden an den Pranger stellt. Warum denn auch? Ich sehe da nichts verwerfliches. Auch finde ich, ein Ruf sollte nicht wichtiger, als die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse sein
Ich versuche immer, erstmal niedrigschwellig Interesse zu zeigen. Erstmal Smalltalk, dann vielleicht mal etwas mehr lächeln, dann mal ein "Wir gehen am Samstag zu XY, komm gerne mit, wenn du magst". Quasi alles was erwidert wird spiegeln und noch 5% oben drauf setzen, dass sich das im Idealfall immer weiter hochschaukelt. Ich will damit vermeiden, über Monate heimlich Gefühle zu entwickeln und dann ein großes Liebesgeständnis fallenlassen zu müssen, bei einer Frau, die mich kaum kennt.
Und wie waren da so die Reaktionen? Klingt so erstmal ganz gut. Vielleicht noch ein bisschen zu unverbindlich und kumpelhaft. Dann musst du nur deine innere Barriere vielleicht noch etwas runterfahren.
Damit ich mich mehr auf andere Dinge in meinem Leben konzentrieren kann. Das klappt zwar nicht gut, aber insgesamt geht es mir damit dann doch besser, als wenn ich nach einer Partnerin suche.
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten"
Der Spruch ist zwar allgemein ziemlich zutreffend, aber bei der Partnersuche glaube ich eher weniger. Da muss man es eben schon öfter versuchen, bis es passt.
Meine Mutter ist jetzt auch seit knapp 20 Jahren single und ist Männern gegenüber nicht so wohlbesonnen.
Also ich hoffe du verstehst mich nicht falsch. Ich hab gegen Frauen als Individuen nichts. Es gibt ja viele Frauen, die ich sehr gern hab.
Kommt auch nicht so rüber. Aber einen Einfluss auf deine Eigenwahrnehmung und die Erwartung, wie Frauen auf dich, auf Männer allgemein blicken, kann es natürlich schon haben.

Du darfst da ruhig positiver sein. Rational betrachtet ist deine Ausgangsbasis gut: Du scheinst attraktiv zu sein, hast einen guten Freundeskreis, bist aktiv, kannst mit Frauen einigermaßen umgehen...der Punkt, der Unnahbarkeit, was deine Freundin ansprach, könnte eine Rolle spielen, daran kannst du was tun.
Lies mal die Bücher, die ich dir empfohlen habe!
 
Zuletzt bearbeitet:
Anna1309
Benutzer166007  Sehr bekannt hier
  • #37
Du scheinst über eine große Resilienz und einen sehr starken inneren Kern zu verfügen. Die meisten Menschen würden mit deiner Geschichte psychische Krankheiten, Persönlichkeitsstörungen oder Süchte entwickeln.

Stattdessen hast du den Kontakt zu deiner Mutter abgebrochen und studierst sogar. Das ist eine enorme Leistung. 👍

Wie hast du das angestellt? Was war dein Antrieb?

Mein Vater hat das Interesse an mir verloren, da er eine neue Familie gegründet hat und mit seiner alten Familien nichts mehr zu tun haben möchte.
Ein Vater verliert nicht das Interesse, sondern hat selbst wahrscheinlich eine Bindungsstörung. Andernfalls würde man mit dem Gedanken nicht leben können, sein Kind so schutzlos zurückzulassen. Die Schuldgefühle würden einen innerlich auffressen. Er muss also gut im Verdrängen sein, oder versucht es zumindest. Daher wohl auch kein Wunsch nach Kontakt zu dir. Es würde ihm unweigerlich vor Augen führen, was er getan hat und daran hätte er dann sehr schwer zu knabbern.

Dein Dad ist leider nicht so eine starke Persönlichkeit wie du. Kann man nichts machen.

Es ist wichtig, dass du die Perspektive hier änderst und aufhörst die Verantwortung dafür zu dir zu nehmen.

Ich würde dir generell dazu raten, weg von der Geschichte gedanklich zu kommen und allgemein weg von dem, was dir gerade noch fehlt.

Du besitzt ja aufgrund deiner Resilienz und Willenskraft enorme Ressourcen. Die kannst du auch in der Hinsicht für dich nutzen.

Du hast geschrieben, dass wenn du dich in Projekte stürzt, dass du in eine Art flow Zustand kommst und dann alles um dich herum ausblenden kannst. Das ist das Gefühl von Selbstwirksamkeit, was du in solchen Momenten erlebst.

Und genau dieses Gefühl lässt sich auch in Hinblick auf Frauen entwickeln.

Das Ding ist halt, dass du aufgrund deiner traumatischen Erfahrungen zwar eine enorme psychische Widerstandskraft und eine Autonomie entwickelt hast (die dich kompetent und selbstwirksam fühlen lässt), dabei aber die Anteile in deiner Persönlichkeit ausblendest, die noch auf dem Stand des kleinen Jungen sind, der sich abgelehnt und nicht geliebt fühlt.

Und je mehr du versuchst diese zu unterdrücken, je stärker melden sie sich dann auch bei dir an oder kicken irgendwann vielleicht sogar unkontrolliert rein. Was dir Beziehungsanbahnung versauen könnte.

Also machst du im Grunde dasselbe mit dir, was deine Eltern mit dir gemacht haben.

Klar, bist du "unsichtbar" für andere. Du bist in einem feindseligen und unsicherem Haushalt aufgewachsen. Sich für dein Umfeld "unsichtbar" zu machen, war deine Überlebensstrategie. Damit hast du dich vor der psychischen Gewalt deiner Mutter geschützt. Du hast gelernt, dass wenn du wenig Raum einnimmst, dass du dann sicher bist.

Und dieses Programm läuft noch heute unbewusst bei dir weiter. Das ist aber nur ein Programm und nicht deine Identität. Das lässt sich ändern.

Und natürlich hat dich in deinem Leben schon mal eine Frau gut gefunden. Du hast nur nicht bemerkt, weil dein Programm die Umgebung nicht nach Möglichkeiten abscannt, sondern nach Gefahren.

Deswegen haben dir in der Vergangenheit auch Frauen gut gefallen, die kein Interesse an dir hatten. Die stellen keine Gefahr dar. Die Fallhöhe ist eine andere, wenn sie von vornherein nicht will, als wenn du eine Beziehung eingehen würdest und dieses dann im weiteren Verlauf zerbricht.

Das könnte zur Retraumatisierung führen, dich komplett aus der Bahn werfen und deine psychische Stabilität gefährden. Deine Psyche macht nichts, was dir nicht irgendwo auch nützen würde.

Also alles zu seiner Zeit und Schritt für Schritt.

Wäre super, wenn du mir noch die Frage beantworten könntest, was du mit einer romantischen Beziehung genau verbindest. Also was du darin meinst zu finden.

Das gäbe Aufschluss darüber, was dir gerade fehlt.
 
caotica
Benutzer68775  (41) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #38
"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten"
Nur ein kurzer Einwurf - du weisst, dass es niemals das "Gleiche" sein kann, wenn ein anderer Mensch beteiligt ist? Oder im Flirtfall, verschiedene andere Menschen?
Selbst wenn du dich immer exakt gleich verhalten WÜRDEST gäbe es nie gleiche Ergebnisse, weil der andere anders ist.

Und es ist ein feiner Unterschied zwischen "needy" Suchen und unbedingt haben wollen, im schlimmsten Fall noch recht ...wahllos Hauptsache sie nimmt mich UND einfach aufgeschlossenen Signalen und Offenheit für Entwicklungen, die man auch immer wieder ein wenig anstupst.

Vorsicht bei viel Reflexion nur aus einem Blickwinkel in den Spiegel zu schauen, damit zerredest du dir eventuell etwas, das auch entspannt sein könnte. Zwischenmenschliches ist so dynamisch und oft unberechenbar, das kann man nicht immer allles klar aufschlüsseln.
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #39
ch kenne wirklich keine einzige Frau, die ihren körperlichen Bedürfnisse über Freundschaft erfüllt. Für mich kommt kuscheln mit Freundinnen auch nicht in Frage. Die meisten wünschen sich, auch wenn sie wahrscheinlich zumindest sexuell wählerischer sind als Männer, einen netten Partner, Zuneigung, Sex...
Vielleicht ist das eher ein Ding der neuen Generation. Aber ich sehe super oft Frauen, die Arm in Arm liegen und zusammen schmusen. Da würde mich auch mal die Erfahrung der anderen Frauen im Thread hier interessieren: Macht ihr das auch? Ist das für euch ein guter Ersatz für eine echte romantische Beziehung?

Okay. Scheint mir ungewöhnlich. Aber was ist denn daran auch so schlimm?
Na ja, ich gönne ihr das. Aber trotzdem tut es weh, immer wieder auf's Neue die Erfahrung zu machen, dass sie so begehrt und liebenswert ist und ich parallel dazu ausschließlich Ablehnung erfahre.

Wenn ein Mann aus meinem Bekanntenkreis mich angräbt, bleibt das meist unter uns. Ich erzähle das höchstens ganz engen Freundinnen, aber das ist nichts, womit man jemanden an den Pranger stellt. Warum denn auch? Ich sehe da nichts verwerfliches. Auch finde ich, ein Ruf sollte nicht wichtiger, als die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse sein
Manche Frauen behalten das für sich, andere nicht. Sogar ich bekomme ja mit, wenn ein Mann sein Glück bei einer Frau versucht. Also wirklich geheim ist das nicht. Sowas kommt immer irgendwann raus.

Und wie waren da so die Reaktionen? Klingt so erstmal ganz gut. Vielleicht noch ein bisschen zu unverbindlich und kumpelhaft. Dann musst du nur deine innere Barriere vielleicht noch etwas runterfahren.
Smalltalk wird meist erwidert. Eine Bekanntschaft wird ab und zu draus, eine Freundschaft selten. Darüber hinaus ging es noch nie, das wurde konsequent abgeblockt.

Du scheinst über eine große Resilienz und einen sehr starken inneren Kern zu verfügen. Die meisten Menschen würden mit deiner Geschichte psychische Krankheiten, Persönlichkeitsstörungen oder Süchte entwickeln.
Ich weiß nicht, vielleicht. Aber so super resilient bin ich nicht, sonst wäre ich nicht hier im Forum.

Stattdessen hast du den Kontakt zu deiner Mutter abgebrochen und studierst sogar. Das ist eine enorme Leistung. 👍

Wie hast du das angestellt? Was war dein Antrieb?
Mein Antrieb war fachliches Interesse an der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Das Studium war eben Voraussetzungen, um später mal in dem Bereich arbeiten zu können.

Ein Vater verliert nicht das Interesse, sondern hat selbst wahrscheinlich eine Bindungsstörung. Andernfalls würde man mit dem Gedanken nicht leben können, sein Kind so schutzlos zurückzulassen. Die Schuldgefühle würden einen innerlich auffressen. Er muss also gut im Verdrängen sein, oder versucht es zumindest. Daher wohl auch kein Wunsch nach Kontakt zu dir. Es würde ihm unweigerlich vor Augen führen, was er getan hat und daran hätte er dann sehr schwer zu knabbern.
Das kann ich nicht beurteilen, dafür kenne ich ihn zu wenig.

Und natürlich hat dich in deinem Leben schon mal eine Frau gut gefunden. Du hast nur nicht bemerkt, weil dein Programm die Umgebung nicht nach Möglichkeiten abscannt, sondern nach Gefahren.
Das würde ich so selbstverständlich nicht sagen. Wieso ist es denn für so unwahrscheinlich, dass ich tatsächlich noch keiner Frau aufgefallen bin?

Deswegen haben dir in der Vergangenheit auch Frauen gut gefallen, die kein Interesse an dir hatten. Die stellen keine Gefahr dar. Die Fallhöhe ist eine andere, wenn sie von vornherein nicht will, als wenn du eine Beziehung eingehen würdest und dieses dann im weiteren Verlauf zerbricht.
Vielleicht, aber unsicher. Ich achte schon auf Resonanz. Von desinteressierte Frauen halte ich mich eigentlich fern und idealisiere sie nicht.

Wäre super, wenn du mir noch die Frage beantworten könntest, was du mit einer romantischen Beziehung genau verbindest. Also was du darin meinst zu finden.
Mir geht es wohl um Verbundenheit, körperliche/emotionale Intimität und das Gefühl, gewählt zu werden.

Nur ein kurzer Einwurf - du weisst, dass es niemals das "Gleiche" sein kann, wenn ein anderer Mensch beteiligt ist? Oder im Flirtfall, verschiedene andere Menschen?
Selbst wenn du dich immer exakt gleich verhalten WÜRDEST gäbe es nie gleiche Ergebnisse, weil der andere anders ist.
Klar, aber ab einem gewissen Punkt ist das ROI einfach nicht mehr hoch genug, damit der nächste Versuch sinnvoll erscheint.
 
Topfrose
Benutzer215713  (42) Öfter im Forum
  • #40
Vielleicht ist das eher ein Ding der neuen Generation
Ich lebe ja nun auch nicht unter einem Stein und halte es für unrealistisch, dass Frauen Männer ersetzt haben, indem sie sich gegenseitig bekuscheln. Was ich aber schon glaube und ja auch selbst mitbekomme, dass das Kennenlernen nicht mehr so zwanglos ist wie vor 20 Jahren. Sicher auch wegen dem Vormarsch der Dating-Apps. Das wäre ja eine Möglichkeit, wenn es für dich so gar nicht in Betracht kommt, jemanden über den Bekanntenkreis kennenzulernen. Hast du das mal in Betracht gezogen?

Na ja, ich gönne ihr das. Aber trotzdem tut es weh, immer wieder auf's Neue die Erfahrung zu machen, dass sie so begehrt und liebenswert ist und ich parallel dazu ausschließlich Ablehnung erfahre.
Hast du mal drüber nachgedacht, weshalb sie dir das so konsequent unter die Nase reibt?
Manche Frauen behalten das für sich, andere nicht. Sogar ich bekomme ja mit, wenn ein Mann sein Glück bei einer Frau versucht.
Ja und? Diese Männer leben wahrscheinlich noch, oder?
Also wirklich geheim ist das nicht. Sowas kommt immer irgendwann raus.
Das kannst du ja nicht wissen, du kennst nämlich die Fälle, wo es nicht rauskommt nicht. :zwinker: Und nochmal: Es ist vollkommen normal und nicht verwerflich als erwachsener Mensch sexuelles Interesse an anderen erwachsenen Menschen zu haben.
Ich denke, du hast eine große Angst vor Ablehnung, vor Beschämung und ein unrealistisches Frauenbild. Auf der entgegengesetzten Seite eine große Bedürftigkeit, wahrscheinlich aufgrund deiner Familiengeschichte, die zu verbergen versuchst. Das sind zwei Pole und du in der Mitte, wirst davon hin- und hergerissen.
Es nutzt aber nmE nichts über Glaubenssätze zu diskutieren, weil das Gehirn immer weitere Argumente finden wird, um Glaubenssätze zu belegen. Da muss man schon in der Tiefe dran arbeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
G
Benutzer226102  (40) Öfter im Forum
  • #41
Es nutzt aber nmE nichts über Glaubenssätze zu diskutieren, weil das Gehirn immer weitere Argumente finden wird, um Glaubenssätze zu belegen. Da muss man schon in der Tiefe dran arbeiten.

This.

Sehr hilfreich dabei ist eine Fachperson, z.B. Männerberatung. Tu dir was Gutes, und dreh da mal ein paar Runden - bevor sich die Thematik bei dir (mental) weiter verfestigt, und du in fünf Jahren immer noch auf der Stelle trittst.
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #42
Sicher auch wegen dem Vormarsch der Dating-Apps. Das wäre ja eine Möglichkeit, wenn es für dich so gar nicht in Betracht kommt, jemanden über den Bekanntenkreis kennenzulernen. Hast du das mal in Betracht gezogen?
Ich lebe nicht in Deutschland und hier sind Dating-Apps nicht beliebt. Da wischt man von 5 Frauen 1-2 nach rechts und geht mit 0 Matches raus. Dann steht da, dass keine Frau im Umkreis verfügbar ist.

Hast du mal drüber nachgedacht, weshalb sie dir das so konsequent unter die Nase reibt?
Sie erzählt mir halt, was in ihrem Liebesleben so abgeht. Es tut gut, über seine Probleme zu sprechen. Ich hab ihr ja auch von meinen Geschichten erzählt.

Ja und? Diese Männer leben wahrscheinlich noch, oder?
Klar, aber sie sind schon in einer ziemlich blöden Position.

Ich denke, du hast eine große Angst vor Ablehnung, vor Beschämung und ein unrealistisches Frauenbild. Auf der entgegengesetzten Seite eine große Bedürftigkeit, wahrscheinlich aufgrund deiner Familiengeschichte, die zu verbergen versuchst. Das sind zwei Pole und du in der Mitte, wirst davon hin- und hergerissen.
Angst vor Ablehnung nicht mal so unbedingt. Als ich mal eine Frau kennengelernt habe, die mit meinem Umfeld nichts zu tun hatte, hatte ich kein großes Problem damit, mein Interesse klarzumachen. Es kann ja nichts Schlimmes passieren bis auf ein paar Monate Liebeskummer. Ich hab eher Probleme damit, in meinem Umfeld zu daten. Aber das geht Frauen denke ich ähnlich.
Bedürftigkeit ist definitiv ein großes Thema. Ich handle zwar nicht offensichtlich klammernd und bedürftig, aber Frauen merken denke ich schon, dass ich etwas verzweifelt bin, was natürlich mega abtörnend ist. Deswegen ja auch der Thread hier. Der Plan war ja, glücklicher Single zu werden und die Bedürftigkeit abzulegen. Das würde meine Chancen bei Frauen erhöhen und wäre dann auch nicht mehr so schlimm, wenn ich tatsächlich leer ausgehen sollte.

Es nutzt aber nmE nichts über Glaubenssätze zu diskutieren, weil das Gehirn immer weitere Argumente finden wird, um Glaubenssätze zu belegen. Da muss man schon in der Tiefe dran arbeiten.
Meinst du, KVT wäre da sinnvoll? Ich komme mir irgendwie albern vor, wegen Misserfolg bei Frauen eine Therapie zu machen. Aber wegen den negativen Glaubenssätzen und der schweren Vergangenheit erscheint es mir eher gerechtfertigt. Das Frauen-Thema könnte ich ja dann in einer Therapie nebenbei anschneiden oder ganz weglassen.
 
B
Benutzer189418  (20) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #44
... ist nur ein Symptom. Keine Ursache. Und der Vorschlag war erstmal Unterstützung durch Beratung.
Beratung/Coaching kann ich mir nicht leisten. Wenn dann nur Therapie. Ich bin auch nicht in Deutschland, also fallen viele Angebote weg.
 
MoniBonboni
Benutzer223196  Verbringt hier viel Zeit
  • #45
Trotzdem fällt es mir gerade schwer, mich Freunden zu öffnen und ihnen offen zu sagen, wie schlecht ich mich damit gerade fühle.
Damit erlaubst du dieser Freundschaft nicht auf die nächste Ebene zu kommen und dessen Rolle komplett zu erfüllen. Solange wir uns den Freunden nicht offnen, solange wird keine tiefe Verbindung entstehen. Dafür muss man sich schon nackig machen.
Wenn wir uns sehen und sie mich fragen, wie es mir geht, sage ich meistens so was, wie "ganz gut", weil es ja in diesem Moment auch stimmt
Dann könnte man sagen, gerade gut, aber sonst macht mich das Thema A und B traurig.
Das ist auch ein Grund, warum ich seit Jahren nicht mehr im Urlaub war. Sonne, Strand und mehr ist schlichtweg für mich einfach deutlich unbequemer als ein Tag in der Bibliothek.
Urlaub ist nicht nur Strand und Sonne. Studienreisen, Reisen in die schönste Bibliotheken Europas, Wanderreisen etc..
Da würde mich auch mal die Erfahrung der anderen Frauen im Thread hier interessieren: Macht ihr das auch?
Nein.
Ist das für euch ein guter Ersatz für eine echte romantische Beziehung?
Nein.
Darüber hinaus ging es noch nie, das wurde konsequent abgeblockt.
Hast du dich klar und deutlich romantisch geäußert und das würde abgelehnt? Oder bist du weiterhin wage geblieben und hast gehofft, sie wird es schon richtig deuten?
Hast du eine Frau auf ein Date mit dir alleine eingeladen? Und sie hat abgelehnt?
Ich lebe nicht in Deutschland und hier sind Dating-Apps nicht beliebt
Die sind auch in letztem asiatischen Dorf mittlerweile beliebt. Selbst China und Nordkorea haben welche.
Klar, aber sie sind schon in einer ziemlich blöden Position.
In welcher denn?
Ich komme mir irgendwie albern vor, wegen Misserfolg bei Frauen eine Therapie zu machen
Das wäre auch nicht der wahre Grund, sondern deine langanhaltende psychische Verfassung.
Beratung/Coaching kann ich mir nicht leisten.
In der Regel haben Unis kostenlose Angebote.
 
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