Wie und wo findet man Freunde?

Benutzer7447  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Hey.
Nehmt ihr mich auch mit?
Karlsruhe ist zwar eine ganze Ecke, aber die haben sicher auch Hotels dort :smile:
Und wenn der Weg sich lohnt weil man neue Menschen kennenlernt ist er doch nu halb so weit.


Gruß
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Off-Topic:
Ja ja, immer diese Ausreden. :tongue: Ich wohne schließlich nicht in Sibirien, sondern - wenn man A und CH mal miteinbezieht -, fast schon forumsfreundlich zentral! Außerdem habe ich ein Auto, also wer das ernst meint... :link: :zwinker:
Mit dem Auto sind es zentrale vier Stunden von uns zu Dir, das ist dann für eine Freundschaft doch eppes viel :tongue:
Bei freunden rufe ich um 17:00 an und um 17:30 wird was unternommen, nicht in vier Jahren und vier Stunden :zwinker:
 

Benutzer18329 

Verbringt hier viel Zeit
Jaaa, Forentreffen in Ba-Wü... am besten STuttgart oder zur Not Karlsruhe... aber da muss ich noch ein bissel an meiner Schüchternheit arbeit *lol*
Glaub zwar nicht, dass ihr hier beißt, so freundlich und gleichgesinnt wie ihr seid, aber na ja... die schüchternheit ist eben nicht zu verbergen


die Guten aus der Nähe hab ich schon alle durch.

Na, die sind Näher als du denkst... *lach* Es gibt mehr gute als du denkst. Man muss nur die Augen aufmachen :zwinker:

Da ist aber auch niemand mehr von früher übrig
Wie kam denn das? Normal ging man ja zusammen in die Schule, hat zusammen studiert oder ne Ausbildung gemacht.... Wieso hat sich das alles im Sande verlaufen?

Ich würde sagen, ich erkenne bei dir, ähnlich wie bei mir, hauptsächlich zwei Probleme:
Die unterschwellige angst vor Ablehnung, ganz allgemein. Davor, dass jemand sich eh nicht mit dir treffen will, davor, dass der dich langweilig findet etc. Das umfasst auch die angst zu aufdringlich zu sein. Man schreibt lieber keine Rundmail mit der man bei Arbeitskollegen selbst mal ein Grillen initialisiert, bevor man nicht GANZ SICHER ist, dass sie auch zusagen und kommen.

Das kann ich nur bestätigen. Exakt das ist es bei mir auch. Wobei bei Arbeitskollegen wahre ich lieber die Distanz, finde es aber schade selbst nicht eingeladen zu werden. Aber von nix kommt nix, schon klar und wie schon geschildert: aufdringen tu ich mich auch nicht.

Die Hoffnung darf man echt nicht aufgeben!
 

Benutzer113006 

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Benutzer68775  (36)

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Treffen Diskussion ins richtige Forum verlegt soeben
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Hier kommt wieder mein Lieblingstipp: Couchsurfing.

Wohnst du denn wenigstens in einer größeren Stadt oder in der Nähe von einer? Du kannst beim Couchsurfen nämlich nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten finden, sondern auch Leute zum Kaffeetrinken.

Als ich alleine als Au Pair nach Cincinnati kam und dort mitten auf dem platten Land ohne Auto nix machen konnte, habe ich ziemlich wahllos so 30, 40 Leute aus der Stadt angeschrieben, meine Situation geschildert und gefragt, ob jemand Lust hat, was mit mir zu machen. Von da an waren all meine Wochenenden ausgefüllt, teils auch Abende unter der Woche.

Du musst ja nicht gleich ganz ehrlich sein. Sag einfach, du bist neu zugezogen oder so.
 

Benutzer86413  (28)

Meistens hier zu finden
Off-Topic:
Den Wink mit dem Zaunpfahl hast du nicht wirklich verstanden oder Mia? :zwinker:
 

Benutzer54961 

Verbringt hier viel Zeit
Oh, ein Problem, welches ich gut kenne und mit dem ich schon seit Jahren lebe. Mir ging es auch so, dass praktisch der gesamte Freundeskreis irgendwann mal zum Studieren weggezogen ist. Der Kontakt wurde immer weniger und oberflächlicher... Bis ich eines Tages wissen wollte, ob sie mich auch von sich aus anschreiben oder anrufen würden... Nun ja, bis auf eine, hat sich keiner mehr bei mir gemeldet (nicht mal zum Geburtstag gratuliert) und ich selber wollte auch nicht mehr jemandem hinterherlaufen.

Das Studium hat leider auch keine Besserung gebracht, weil ich mich für ein "männliches" Fach entschieden habe. Viele (von sehr wenig vorhandenen) Frauen wollten nur einen Mann suchen und haben aufgehört zu studieren, nachdem sie erfolgreich waren (ja sowas gibts :hmm:), andere haben kleine Grüppchen gebildet, zu denen ich keinen Anschluss gefunden habe, weil ich ganz andere Vorlesungen besucht habe. Letztendlich saß ich meistens als einzige Frau in der Vorlesung. Männliche Bekanntschaften hatte ich dann doch mehrere, aber die meisten sind dann abgesprungen, als sie erfahren haben, dass ich vergeben bin :ratlos: Die anderen haben in der Freizeit nur Partys gefeiert und bis zum Umfallen getrunken, da wollte ich auch nicht unbedingt mitmachen.

Habe auch schon einiges ausprobiert, um mehr Leute kennenzulernen. Zum Beispiel Unisport (Step, Aerobik und solche Kurse). Man kommt zwar ins Gespräch, wenn man zusammen mit dem Bus fährt, aber es wird nie mehr daraus. Und nach einer Telefonnumer oder E-mail zu fragen, fand ich irgendwie immer unangebracht (oder habe mich einfach nicht getraut).
Dann habe ich über mein Hobby (Karten basteln :grin:) eine Frauengruppe kennengelernt, die ab und zu mal einen gemeinsamen Bastelabend veranstalten. Ein mal habe ich da mitgemacht. Alle waren ab Mitte 30, alle hatten Kinder/Job/Ehemann/Haus, das waren auch die Gesprächsthemen des Abends, an denen ich mich mit meinen damals Anfang 20 nicht beteiligen konnte. Dann kamen auch die Kommentare, dass ich ja soooo schüchtern bin und sooo zurückhaltend, ob ich mich denn nicht wohl fühle oder ob ich immer so unkommunikativ bin :mad:
Letztens habe ich noch so ein Freundinnen-Finden Forum ausprobiert. Aber es war nix, keine, die ich angeschrieben habe, hat mir geantwortet. Und von einer wurde ich angeschrieben, aber sie wohnt nicht mal in meinem Bundesland, da wäre es schwierig eine aktive Freundschaft zu betreiben.

Nun ja, man sieht, ich habe keine Tipps. Was ich aber sagen kann, die Hoffnung und Versuche Freunde zu finden sollte man nicht aufgeben. Denn es wird keiner auf einen zugehen und sagen "Hey, auf deine Freundschaft habe ich schon immer gewartet". Aber es gibt ja so viele da draußen mit demselben Problem, so dass es zumindest statistisch gesehen irgendwann mal klappen soll :zwinker:

Das mit dem VHS-Kurs will ich auch irgendwann ausprobieren, vielleicht wirds doch was daraus, und wenn nicht, dann habe ich zumindest was neues gelernt, auch gut :grin:
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:
Einfach 'mal ein "Danke" an alle Beteiligten hier! Dieser Thread ist wieder mal ein gutes Beispiel dafür, warum ich gerne bei PL bin! :jaa:


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Off-Topic:
Treffen Diskussion ins richtige Forum verlegt soeben
Super Idee und schön, dass Du es einfach mal initiierst. Vielleicht bekommen wir des Deutschen mächtigen (also die von nördlich des "gelle"-Äquators) :grin: ja am gleichen Tag auch ein treffen hin und wir machen 'ne Videokonferenz... :zwinker: Wenn, dann aber bitte an einem anderen Tag als dem Vorgeschlagenen, meine Freundin, die an dem Tag meine Frau wird, wäre wohl nicht so erbaut... :grin:

Dir hätte ich das Problem allerdings echt nicht zugetraut...
Eigentlich nett zu hören, ehrlich. Aber dann stelle ich mir natürlich die ganz große Frage, welches Bild ich eigentlich von mir vermittle. Wie sehen mich Andere und wie denke ich, dass Andere mich sehen? Klar, hier in so einem weitgehend anonymen Forum ist es leicht, jemand anders zu sehen, als er/sie ist. Aber kann es nicht vll auch sein, dass ich im RL ebenfalls ein Bild vermittle, das nicht meinem Selbstbild bzw. meinem Ich entspricht?
Die Frage, die zwingend darauf folgen muss und auch wieder on-topic führt: für den Fall, dass ich ein Bild vermittle, das nicht ich bin, mache ich es mir und potentiellen Bekannten eventuell weit schwerer, aufeinanderzu zu gehen bzw. verhindere ich damit schon im Ansatz, die Leute näher kennenzulernen, die zu mir passen würden?
Ich melde mich nun auch mal, da ich das Problem auch zu gut kenne.
Und noch eine aus der Abteilung "sympathisch und intelligent"... Willkommen :zwinker:
Leute, wenn man sich diesen Thread durchliest und sich die "Betroffenen" einmal genauer anschaut, dann muss es doch einen Zusammenhang geben.
Ich stelle einfach 'mal eine These auf: Intelligente, sensible, nachdenkliche Menschen haben die besseren Beziehungen (egal, ob Partner/in oder Freund/in oder Bekannte), haben es aber weitaus schwerer, irgendeine Beziehung erstmal einzugehen bzw. zu finden.
Ist da 'was d'ran? Was meint Ihr?
Ich sagte es gestern ja schon, dass ich das Gefühl habe, zu kritisch bzw. zu wählerisch zu sein. Allerdings habe ich für mich die Erfahrung gemacht, dass ich mit eher oberflächlichen Menschen einfach nicht so wahnsinnig viel anfangen kann. Nur um nicht alleine ein Bier trinken gehen zu müssen, muss ich mir nicht einen Abend lang Geschwätz anhören. Dann nehme ich mir lieber ein Buch mit.
Außerdem, und jetzt komme ich langsam in die mimimimi-Ecke :zwinker:: ich habe schon das Gefühl, dass so ganz allgemein die Menschen oberflächlicher und v.A. unverbindlicher werden. Um es ganz hart auszudrücken: manchmal denke ich, Bekannt-/Freundschaften sind nur noch ein Teil des Konsums anderer. Man kauft auf Pump, man wirft weg, wenn es mal nicht 110%ig nach eigenen Wünschen funktioniert.
Ein schönes Beispiel dafür ist für mich Silvester: früher (lag's an "früher" oder einfach nur daran, dass wir alle jünger waren damals? - ich weiß es nicht) hat irgendwer eine Fete/Party gemacht/organisiert, man sagte zu und ging hin. Heute warten alle bis zum Silvesternachmittag und schauen, was wo am Spannendsten erscheint. Folge ist, dass seit Jahren an Silvester schlicht absolut Nichts mehr statfindet, weil einfach niemand mehr Bock hat, alleine auf seiner eigenen Fete den Jahreswechsel zu feiern.
Aber wie dieser Thread hier zeigt, gibt es irgendwo da draußen auch noch die Anderen, aber ich finde, es ist unheimlich schwer, diese im eigenen Umfeld auch zu finden.

Nochmal zum Selbstbild, Du, Mia, hast da 'was geschrieben, was wohl 1:1 auch für mich gilt:
Ich glaube, ich sollte wohl was an meiner Ausstrahlung ändern, ich hab ja schon mal irgendwo geschrieben, dass ich mich vermutlich selbst auch nicht ansprechen würde, weil ich immer so einen "Ey, sprisch misch nischt an!"-Blick draufhabe. :hmm:
Das geht bei mir sogar noch weiter: ich hab' 'nen freien Tag, die Sonne scheint, ich habe gut geschlafen und bin bester Laune. Gehe durch die Stadt, geniesse den Tag und denke, ich strahle das auch aus. Treff ich einen Bekannten (ja, davon gibt es hier noch viele aus meiner Kellner-Zeit, aber zu mehr als in der Kneipe treffen und paar Worte auf der Strasse reicht's eben nicht) und der fragt direkt "Was'n mit Dir los, Mark11, schlechte Laune?" sic! Ich bin nunmal nicht der immer-lächelnde Smartie, aber strahle ich deswegen wirklich schlechte Laune oder Arroganz (wird/wurde mir auch schön öfter gesagt) aus? Sehe ich mich falsch, gebe ich mich falsch oder wollen Andere mich falsch sehen?

Gut, vielleicht sehe ich das zu eng mit dem ausgeglichenen Melden, aber ich kenne das auch von früheren Freundschaftsentstehungen nur so, dass man gegenseitiges Interesse zeigt und nicht einer ständig die Initiative ergreifen muss. Außerdem wird hier im Forum auch immer geraten, dass vom Gegenüber was zurückkommen soll, ansonsten Abschuss.
Auch das sehe ich genauso. Und andererseits hat Fuchs' erster Beitrag mich erheblich zum Denken gebracht - hmm :confused:

Ich war wie gesagt allein im Urlaub, ich gehe allein ins Kino, allein shoppen, allein zu Ikea, allein ins Café, und immer denke ich mir: "Ach, wärst Du doch Zuhause geblieben..."
Was für einen Urlaub hast Du denn gemacht? Ich war eigentlich immer als Backpacker unterwegs und war nie alleine, wenn ich es nicht wollte. Und ja, ich bin, wie ja jetzt hoffentlich klar geworden ist :zwinker:, auch nicht der, der immer locker und frei auf fremde Menschen zugehen kann.
Shoppen? Vergiss IKEA, da kaufen vorwiegend nur junge Familien und Vorstadt-Hausfrauen ein. Viel zu viel Angebot und Ablenkung... Geh besser samstags mittags/nachmittags in die Einkaufszone, da laufen massigst Männer (und Frauen sowieso) alleine 'rum... Aus ganz aktueller Erfahrung: such Dir kleinere Läden, in denen Männer und Frauen keine getrennten Umkleidezonen haben:
Eine kleine Geschichte: ich hätte letztens, wenn nicht meine Freundin dabei gewesen wäre, problemlos eine Frau näher kennengelernt. Wir waren bei Marco Polo, meine Freundin probierte paar Sachen an. Ich sass also in dem Kabinenbereich auf der Fensterbank. Während meine Freundin in der Kabine war, kam eine andere Frau aus ihrer heraus. Chino-Hose an :wuerg:. Sie drehte sich vor'm Spiegel, eine Verkäuferin brach in Jubel aus :zwinker:. Sie schaute mich kurz durch den Spiegel an und ich schüttelte einfach nur den Kopf. Sie lächelte, giing in die Kabine zurück. Kurz später kam sie mit einer anderen Hose wieder heraus, die wirklich klasse an ihr aussah. Wieder guckte sie mich fragend durch den Spiegel an und ich nickte. Wieder kurz später war sie fertig, meine Freundin auch, wir gingen fast gleichzeitig aus diesem Raum 'raus. Sie raunte mir zu "schade, ich brauch' nämlich auch noch 'ne Jacke". Auf einmal kann Alles ganz einfach sein...
Alleine ins Café? Kann klappen. Gerade tagsüber ein guter Raum, in dem man sich ohne Begleitung nicht alleine fühlen muss. Die Chance, jemanden kennenzulernen, ist nicht allzu groß, aber dafür hat es den Vorteil, dass es erstmal automatisch zum Gespräch kommt, man aber jederzeit gehen kann, wenn das Gegenüber nicht passt. Ich denke, gerade für Frauen ein gewichtiges Argument...

Danke nochmal an alle Beteiligten hier, der Thread hat zumindest mir paar gute Denkanstösse gegeben und die durchaus wichtige Erkenntnis, dass dieses Problem durchaus (oder gerade?) Menschen betrifft, die mir hier im Forum schon oft positiv aufgefallen sind!

Mark11
 

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Mark11;6493540 Und noch eine aus der Abteilung "sympathisch und intelligent"... Willkommen ;) Leute schrieb:
muss[/B] es doch einen Zusammenhang geben.
Ich stelle einfach 'mal eine These auf: Intelligente, sensible, nachdenkliche Menschen haben die besseren Beziehungen (egal, ob Partner/in oder Freund/in oder Bekannte), haben es aber weitaus schwerer, irgendeine Beziehung erstmal einzugehen bzw. zu finden.
Ist da 'was d'ran? Was meint Ihr?

Danke :grin:

An sich bin ich schon etwas einsam, es gibt Tage an denen es mich mehr stört und Tages an denen es mich weniger stört. Ich habe durchaus meine Freunde, aber meistens sind das eher Einzelpersonen, und wenn man sich trifft, dann eben zu zweit.
Ich weiß nicht warum, aber irgendwie hab ich bei anderen Menschen anscheinend den Eindruck übelst sozial zu sein :grin: Mir kommt es immer so vor, wie wenn sie mich nicht fragen etwas zu unternehmen, weil sie denken, dass ich eh schon etwas vorhabe. Klingt komisch, ist aber so :grin:
 

Benutzer29206  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Obwohl ich durch Partnerin und Kind vielleicht nicht ganz denselben Leidensdruck erfahre - vielleicht ist er auch nur umgelagert, denn eine hermetische Familie kann auch einsam machen - halte ich das Überwinden des "Schweinehundes" nur in Maßen für erfolgsversprechend. Wirklich was verbessern wirst du erst dann, wenn du auch deine Abneigung, in nicht-passende Kontakte zu investieren, auch einplanst.

Ich hatte nach einer Phase des auf Teufel komm raus-Anbandelns ein noch größeres Rückzugsbedürfnis, weil mit jedem von mir nicht aufgenommenen Faden das Gefühl, in einer Blase zu leben und selbst schuld dran zu sein, immer mächtiger wurde. Warum hab ich denn nicht das Naheliegende getan und zurückgerufen, selbst Vorschläge zum Ausgehen gemacht, auf unverbindliche Ansagen ("Wenn du willst, könnten wir mal Tatort zusammen gucken") mit konkreten Wünschen reagiert? Weil der "innere Schweinehund" in diesem Moment ein Bündnis mit meinem legitimen Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe eingegangen ist, das es mir sehr schwer gemacht hat meine Bedürfnisse ehrlich einzuschätzen. Obwohl ich an einem Zuwenig an Freundschaften und Sozialkontakten leide bin ich trotzdem nicht "auf Knopfdruck" oder auch durch Übung der Typ Salontiger, dem die Pflege seiner Kontakte seelisch genau so notwendig ist wie mir das stundenlange Hören klassischer Klaviermusik. Das merke ich am besten an meiner fast aggressiven Unlust, bei einer Woche mit drei durchgeplanten Abenden noch den fünften anzugehen.

Meine Antwort auf das Problem hat nach einer Weile von selbst nach dem einfachsten Zugang und nach aufsteigendem Schwierigkeitsgrad gesucht: Obwohl meine langjährigen Freunde über Europa verstreut sind, habe ich sie verstärkt eingeladen, mich bei ihnen einquartiert - dazu reicht auch bei klammem Budget schon auch ein Wochenende. Wenn ich weiß, dass jedes zweite bis dritte Wochenende woanders und unter geliebten oder gemochten Menschen verbracht wird, haben auch die einsamen Stunden ihren Schrecken verloren. Dazu muss man aber reisefreudig und offen für andere Lebenssituationen sein; die Leute, die ein Problem damit haben, von meinem kleinen Sohn vielleicht nach durchzechter Nacht um sieben Uhr morgens in Beschlag genommen zu werden kommen dann halt nicht mehr (so oft).
Dieses Basis lockert mich dann soweit auf, manchmal auch ohne inneren Druck auf punktuelle Bekanntschaften in der Stadt zuzugehen - auch wenn ich mich da sehr schwer tu und monatelang lieber auf einen Anruf warte statt selbst etwas total Banales vorzuschlagen.

Sehr hilfreich finde ich auch gemeinsame, abgesteckte Interessen: Die recht regelmäßigen Fußballgucknachmittage mit genau denselben zwei Leuten plus maximal zwei Neulinge, die aber ständig wechseln befriedigen das Bedürfnis nach Gemeinsamkeit. Da wir aber kaum über Privates miteinander reden bleibt das Erlebnis unkompliziert und wird nicht von der Frage emotionaler Arbeit am Anderen belastet. Klar sagt mal jemand, wenn ihm der Schuh drückt, Dinge frei von der Leber - aber die Tatsache, dass wir alle hauptsächlich wegen dem Fußball hier sind, lenkt die Gespräche zielsicher schnell dahin zurück und es passiert ja genügend, um ständig Nachschub zu haben. Klappt auch mit anderen Interessen - Ich hab mal auf der Straße einen Flyer abgerissen und bin dadurch zu einer Theatergruppe gekommen, aber hier merke ich, dass die Pflicht zur regelmäßigen Probe auch sehr unangenehm sein kann. Wichtig ist dabei glaube ich die Aufrichtigkeit sich selbst gegenüber, dass die Aktivität, die man da macht, alleine mindestens halb so viel Spaß machen würde wie zusammen. Menschen merken das nämlich erstaunlich schnell, wenn jemand was von anderen braucht und werden genau so erstaunlich schnell aufrechnend und hässlich zögerlich, als wäre jedes andere als an der tatsächlichen eigenen Person gerichtete Interesse nur mit der Kneifzange anzufassen.

Kurz zusammengefaßt: Die Grundlage bilden Leute, zu denen das Vertrauen und die Kommunikation so gut ist, dass es regelmäßige Bitten um gemeinsam verbrachte Zeit einfach macht. Dazu ergänzt regelmäßige Kontakte, die Teilbereiche abdecken - hier zieht der Einwand von Piratin, dass man mit unterschiedlichen Leuten gut unterschiedliche Sachen machen kann sehr gut - und schließlich der Sprung ins Unbekannte, den man mit einiger Sicherheit im Rücken auch lieber angeht.
 
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Was ich mich gerade frage, warum ziehst du in keine WG?
In der Theorie wäre das eine tolle Idee und ich hab mir das auch immer so schön vorgestellt, aber ich befürchte, ich bin nicht so wirklich WG-tauglich. :ashamed: Hab schon mal mit meiner besten Freundin zusammengewohnt und selbst das ging schief. Außerdem hab ich mir gerade erst 'ne kleine Wohnung gekauft und die ist nicht WG-geeignet. Aber für viele andere wäre das wahrscheinlich eine der besten Ideen, wenn man Anschluss sucht und nicht immer in ein dunkles Zuhause kommen will.

Wohnst du denn wenigstens in einer größeren Stadt oder in der Nähe von einer? Du kannst beim Couchsurfen nämlich nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten finden, sondern auch Leute zum Kaffeetrinken.
Ich wohne schon in einer Großstadt, aber ... ich weiß nicht. :grin: Ich glaube, Leute, die sowas mitmachen, sind ein bisschen zu flippig für mich. Ich bin eher ... spießig. :tongue:

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Den Wink mit dem Zaunpfahl hast du nicht wirklich verstanden oder Mia? :zwinker:
Wink? Zaunpfahl? :confused:


Off-Topic:
Off-Topic:
Einfach 'mal ein "Danke" an alle Beteiligten hier! Dieser Thread ist wieder mal ein gutes Beispiel dafür, warum ich gerne bei PL bin! :jaa:
Ja, muss ich auch mal sagen. Ich hätte nie damit gerechnet, dass hier so viele tolle und ausführliche Beiträge kommen. :smile:


Eigentlich nett zu hören, ehrlich. Aber dann stelle ich mir natürlich die ganz große Frage, welches Bild ich eigentlich von mir vermittle.
Ach, ich finde Dich immer so "präsent", also sehr charismatisch, humorvoll, kontaktfreudig, kommunikativ, ein Menschenfreund, niemand, der in der Menge untergeht oder still am Rand steht, jemand der (positiv) auffällt und mit dem viele befreundet sein wollen. So, genug der Lobeshymnen. :tongue: Ich hätte Dir jedenfalls einen riesigen Freundes- und Bekanntenkreis zugetraut. Wie den meisten hier, die sich auch als "einsam" geoutet haben (z.B. caotica).

Aber kann es nicht vll auch sein, dass ich im RL ebenfalls ein Bild vermittle, das nicht meinem Selbstbild bzw. meinem Ich entspricht?
Das glaube ich nicht - zumindest nicht aufgrunddessen, weil ich jetzt geschrieben habe, dass ich Dich anders eingeschätzt hätte. Wobei Du ja auch das Ausstrahlungsproblem hast...

bzw. verhindere ich damit schon im Ansatz, die Leute näher kennenzulernen, die zu mir passen würden?
Das hilft Dir jetzt zwar nicht weiter, aber das hab ich bei mir auch schon öfters festgestellt. Und dass ich umgekehrt auch jemanden direkt von der Liste streiche, der mir auf den ersten Blick nicht passt, obwohl es sehr wohl passen würde (wie sich damals bei meiner besten Freundin herausstellte). Man sollte eben doch offener auf andere zugehen und auch offen bleiben, selbst wenn erst mal was zurückkommt, das einem eigentlich nicht so zusagen würde...

"Was'n mit Dir los, Mark11, schlechte Laune?" sic! Ich bin nunmal nicht der immer-lächelnde Smartie, aber strahle ich deswegen wirklich schlechte Laune oder Arroganz (wird/wurde mir auch schön öfter gesagt) aus? Sehe ich mich falsch, gebe ich mich falsch oder wollen Andere mich falsch sehen?
Das passiert mir auch. Wobei es bei mir eindeutig daran liegt, dass ich es hasse, von Fremden angesehen zu werden, weil mich das extrem verunsichert. Je auffälliger oder länger mich jemand ansieht, desto ":mad:" (1:1 sogar, haha) meine Miene. Ein früherer Kollege hat fast einen Lachkrampf bekommen, als ich so mürrisch aus dem Supermarkt kam und (ohne Kontaktlinsen :ashamed:) nur gesehen habe, dass mich da wieder einer schamlos anstiert. :grin:

Zu Deinem letzten Satz: Andere sehen das, was man ihnen zeigt, nicht was man ihnen gerne zeigen würde. Dass sie mit ihrer Deutung ("Schlechte Laune?") nicht immer richtig liegen, beweisen ja unsere Beispiele, aber ich wüsste auch nicht, wie man das ändern soll. Vielleicht öfters mal innehalten und die Position der Mundwinkel prüfen. :grin: Ich bin aber einfach auch nicht der Typ, der mit 'nem Dauergrinsen durch die Gegend rennt. Und umgekehrt würde ich natürlich lieber fröhlich wirkende oder gut gelaunte Menschen ansprechen, anstatt welche mit meiner Mimik.

Was für einen Urlaub hast Du denn gemacht? Ich war eigentlich immer als Backpacker unterwegs und war nie alleine, wenn ich es nicht wollte.
Ich war Skifahren und hab damit ja bewusst einen Urlaub gewählt, in dem man den Großteil problemlos für sich sein kann und beschäftigt ist. Backpacking ist halt wieder - wie so vieles :rolleyes: - nicht so sehr mein Ding. Ich würde mich das auch nicht trauen, einfach so alleine loszuziehen und mal gucken, was passiert.

Puh, danke auch für Deinen restlichen Beitrag. Ich gehe mal nicht auf alles ein, aber Deine Beiträge sind wie immer superhilfreich und interessant (auch die Marco-Polo-Anekdote - wenn mir sowas nur auch mal passieren würde! :zwinker:).
 

Benutzer18889 

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Ich wohne schon in einer Großstadt, aber ... ich weiß nicht. :grin: Ich glaube, Leute, die sowas mitmachen, sind ein bisschen zu flippig für mich. Ich bin eher ... spießig. :tongue:

Ich bin doch auch spießig...

Leute mit bunten Haaren oder 10 Piercings im Gesicht schreibe ich nicht an. Da gibt's aber noch tausende Normalos.

2 meiner inzwischen besten Freundinnen stammen vom Couchsurfing. Die eine habe ich in Cincinnati angeschrieben, die andere schrieb mich an als sie in meine Stadt zog.
 

Benutzer91572 

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Ich kann das Problem grundsätzlich sehr gut verstehen.

Mein einziger Vorteil: Meine beste Freundin. Sie ist, im Vergleich zu mir, gut im Freundschaftenanbandeln. Ich bin dann immer irgendwann das plus one und so lerne ich neue Freunde kennen.

Wenn ich meine beste Freundin nicht hätte, würde es wohl ganz anderst aussehen.

Problem 1:

Ich komme eigentlich mit allen möglichen Menschen total gut klar, aber für mehr reicht es dann doch irgendwie nie. Auch auf der Arbeit sind alle nett zu mir und umgekehrt, aber das war's dann halt auch wieder. Man merkt ja irgendwie, ob es passt oder nicht.

Ja, dass kenn ich so gut. Mittlerweile habe ich zwei richtig tolle Kollegen und ich gebe mir auch sehr Mühe, dass wir mal außerhalb der Arbeit etwas unternehmen, aber irgendwie läuft das noch nicht ganz. Zumindest nicht so wie ich es gerne hätte.

Freundschaften aufbauen ist ja in Wahrheit nicht wirklich leichter, als eine Partnerschaft aufbauen.
Anfangs gibt es eine Kennenlernphase, dann will man es irgendwie hinbiegen, dass es nicht nur eine Party-/Unternehmungs-Bekanntenbeziehung wird, sondern auch eine Vertrauensbasis - für ernsthaftere Gespräch.

Problem 2:

Ich bin eher der zurückhaltende Typ, also fallen Operationen "Alleine ausgehen" oder "Fremde Leute auf der Straße anquatschen" schon mal weg. Es kostet mich schon extreme Überwindung, mal alleine ins Kino zu gehen - nachmittags, wohlgemerkt. Abends würde ich mich das nie trauen.

Auch das kenne ich nur zu gut.

Um mal von der Jammerei wegzukommen: Wie macht ihr das denn so - und damit meine ich jetzt vorzugsweise die Fraktion in meinem Alter ohne Kommilitonen und WG-Bewohner, sondern eben Leute, die tagsüber arbeiten und abends nach Hause kommen und da wartet niemand auf einen -, wie lernt ihr neue Leute kennen?

Wie schon oben geschrieben - durch meine beste Freundin lerne ich neue Menschen kennen und werde immer zu den Treffen mit "gezwungen". Nach einigen Treffen traue ich mich dann sogar mal alleine etwas mit diesen Menschen zu unternehmen. Dadurch habe ich mittlerweile einen recht ansehnlichen, tollen Freundeskreis.

Leider ist es auch nicht leicht so einen "Freundschaftskuppler" zu finden.

Und wie schafft ihr den Sprung von "sich kennen" zu "mal gemeinsam ausgehen"?

Da kann ich nur sagen, dass ich mir jetzt Piratins Beitrag zu Herzen genommen habe - aber grundsätzlich schaffe ich das gar nicht. Ich schmeisse nur unendlich viele Andeutungen hin, bis mich das Gegenüber mal fragt.

Ist es in meinem Alter (klingt zwar doof, aber früher war das irgendwie einfacher mit dem Freundschaften schließen) überhaupt noch möglich oder haben da alle schon "genug Freunde"?

Ich glaube es ist sehr gut möglich in unserem Alter neue Freund zu finden.

Leider nur nicht für mich :tongue: oder dich.

Meine Freunde sagen alle über mich, dass ich irrsinnig extrovertiert bin und eloquent, spaßig und so weiter. Aber so kann ich nur sein, weil sie schon meine Freunde sind.

Wenn ich anfangs jemanden kennenlerne den ich einfach total sympathisch finde, dann verhaspel ich mich oft und trete in jedes (!) Fettnäpfchen - oder noch besser, ich wirke abweisend und arrogant, obwohl ich bloß aufpassen will, nichts Falsches zu sagen.
Flirten fällt mir definitiv leichter, als Freundschaften zu schliessen.

Ich kann dir leider keine Tipps geben, außer das du auch eine Freundschaftskupplerin vertragen könntest. Aber du bist nicht alleine mit deinem Problem.
 

Benutzer29377 

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Off-Topic:
sagt es irgendwas aus, dass oft die Leute, die mir im forum als sympathisch auffallen, irgendwann äußern, dass sie sich nicht so leicht tun im finden richtig interessanter Mitmenschen?
Geht mir ähnlich. Hat aber glaube ich ein wenig damit zu tun, dass ich tendenziell recht "eigene" oder (böse gesagt) "kompliziertere" Leute interessanter und sympathischer finde, als die, die mit einem permanenten Dauergrinsen durchs Leben hüpfen.
Nicht dass ich gegen die pauschal was hätte, aber meiner Erfahrung nach sind viele davon einfach etwas oberflächlicher unterwegs, so dass sich da wirklich enge Freundschaften selten ergeben.

So schade ich es dann zwar wiederum für diese Personen finde, dass sie an diesen oder jenen Problemen zu knabbern haben, so sehr formen meiner Meinung nach oftmals gewisse Selbstzweifel, Grübeleien, Schwierigkeiten und die damit einhergehenden (Selbst)reflektionen ein differenzierteres Selbst- und Weltbild und damit oft auch einen gefestigten Charakter mit Ecken und Kanten.
Solche Leute kennen sich selbst oft besser und die Welt nicht nur von ihrer Schokoladenseite.
Und ich denke, dass mir deshalb viele davon erst mal sympathisch sind.

Ich weiß, dass so ein Kommentar nicht unmittelbar weiterhilft und meine Sympathie ist vielleicht auch nicht unbedingt eine vitrinentaugliche Auszeichnung, aber das musste mal eben ausgeführt werden. :zwinker:


Ach so, vielleicht doch mal noch kurz zum Thema:
Das Problem kenne ich zum Teil schon auch. Weniger, was Leute betrifft, mit denen ich mal was machen kann. Da finde ich schon welche. Und auch der Kontakt zu neuen Leuten, mit denen ich mal was machen könnte, fällt mir generell nicht so schwer.
Schwierig wird es da, wo es darum geht, aus denen die auszusieben, die für wirklich ernsthafte Freundschaften in Frage kämen.
Davon gibt es dann nämlich doch wieder relativ wenige. Auch wenn ich Leute prinzipiell nett finde, tu ich mich schwer, wirklich nachhaltiges Interesse aufzubauen.
Was natürlich gerade auch in Richtung Beziehung dann schwierig ist. :grin:
Klar, nett und hübsch ist diese oder jene schon mal. Aber Interesse in dem Sinn? Seltenst.
Da ich es aber auch nicht für sonderlich erstrebenswert halte, ein Netzwerk aus 20, 50 oder 100 Leuten aufzubauen, die man "kennt", denen man aber ständig absagen muss, weil es ja noch 19, 49 oder 99 andere gibt, mit denen man mal was machen "muss", habe ich dann auch oft keine Lust, irgendwelche Bekanntschaften zu forcieren.
Folglich bleibt es dann größtenteils doch beim altbekannten Freundeskreis aus ... ich würde mal sagen vier guten Freunden und nochmal vier bis sechs Leuten, die allerdings wiederum auch über halb Deutschland verstreut wohnen ...

Off-Topic:
Auch das hilft wenig, aber immerhin springt dann nochmal einer mehr ins "Du bist nicht alleine"-Becken. :tongue:
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Eigentlich nett zu hören, ehrlich. Aber dann stelle ich mir natürlich die ganz große Frage, welches Bild ich eigentlich von mir vermittle. Wie sehen mich Andere und wie denke ich, dass Andere mich sehen? Klar, hier in so einem weitgehend anonymen Forum ist es leicht, jemand anders zu sehen, als er/sie ist. Aber kann es nicht vll auch sein, dass ich im RL ebenfalls ein Bild vermittle, das nicht meinem Selbstbild bzw. meinem Ich entspricht?
Die Frage, die zwingend darauf folgen muss und auch wieder on-topic führt: für den Fall, dass ich ein Bild vermittle, das nicht ich bin, mache ich es mir und potentiellen Bekannten eventuell weit schwerer, aufeinanderzu zu gehen bzw. verhindere ich damit schon im Ansatz, die Leute näher kennenzulernen, die zu mir passen würden?

Jaaa, das ist halt auch so eine Sache :zwinker: Kenn ich von mir auch, eigentlich innerlich singend fragt mich ne Kommolitonin an der Uni
"Wasn, was schaustn so bös?" mehr als einmal. Selbst meine eigene Mutter sagt ständig "ma jetzt schau halt net so bissig."
ENTschuldigung, das ist mein Gesicht :grin:

Aber ich muss, jetzt für mich persönlich sagen, ich empfinde Small Talk als anstrengend, und lege es wirklich nicht darauf an, mit irgendwelchen Leuten einfach so ins Gespräch zu kommen im Alltag.
Im Gegenteil, wenn ich angesprochen werde reagiere ich meist eher gereizt... :rolleyes:
Aber ich bin auch irgendwie niemand, der wildfremde Menschen einfach so sympathisch findet. Ich brauch da einfach eine neutrale Vorlaufzeit :zwinker:


Und noch eine aus der Abteilung "sympathisch und intelligent"... Willkommen :zwinker:

hehe, hab ich auch gedacht, hier versammelt sich irgendwie ein großer Teil derer, die mir als sympathisch und interessant über die Jahre aufgefallen sind :smile: was mich dazu führt auch solche Schlüsse zu ziehen...

Leute, wenn man sich diesen Thread durchliest und sich die "Betroffenen" einmal genauer anschaut, dann muss es doch einen Zusammenhang geben.
Ich stelle einfach 'mal eine These auf: Intelligente, sensible, nachdenkliche Menschen haben die besseren Beziehungen (egal, ob Partner/in oder Freund/in oder Bekannte), haben es aber weitaus schwerer, irgendeine Beziehung erstmal einzugehen bzw. zu finden.
Ist da 'was d'ran? Was meint Ihr?

Ich weiß nicht ob es die Norm ist, die man so zusammenfassen kann und irgendwie glaub ich nicht dass ich sehr sensibel bin :zwinker: Aber ich würde zustimmen, Leute mit... spezielleren Arten, oder Vorstellungen von Spaß finden schwerer richtig passende Gesellschaft. aber wenn man sie mal hat... ich hab seit Schulzeiten keinen einzigen Freund verloren, oder mich zerstritten oder sonstiges Cuts zu verzeichnen.
Weil ich immer so ewig brauche, bis ich jemanden ins Herz schließe, dann sind die auch auf Herz und Nieren von Passen und Mögen geprüft :tongue:

Und ich bin wirklich glücklich udn fühle mich privilegiert, solche Freunde mein eigen zu nennen wie ich es tue :smile:

Mein Mangel besteht auch wirklich nicht an engen Freunden oder Menschen die mich mögen - vielmehr in einem ... passenden halbengen Bekanntenkreis. Und DA kommen meine übersteigerten Ansprüche und meine persönliche Zurückhaltung samt Angst vor Zurückweisung ins Spiel...

Ich sagte es gestern ja schon, dass ich das Gefühl habe, zu kritisch bzw. zu wählerisch zu sein. Allerdings habe ich für mich die Erfahrung gemacht, dass ich mit eher oberflächlichen Menschen einfach nicht so wahnsinnig viel anfangen kann. Nur um nicht alleine ein Bier trinken gehen zu müssen, muss ich mir nicht einen Abend lang Geschwätz anhören. Dann nehme ich mir lieber ein Buch mit.

Ja, Bestätigung meiner obigen Aussage :zwinker:
Bevor ich meine Zeit mit für mih uninteressanten Menschen verbringe, die mich anstrengen, bin ich viel lieber allein.
Ist für mich eh keine Strafe sondenr ebenfalls ein Privileg.
"Allein sein können ist das Schönste, allein sein müssen das Schwerste"

Ich kanns verstehn, wenn man das nicht mag, ich hab halt Glück mit mir :zwinker: Aber ein Kreis, ein loses Soziales Netzwerk ist eigentlich wirklich wichtig, und etwas das einem kein Partner der Welt wirklich ersetzen kann.
Darum grüble ich ja auch soviel über für und wider und warum und wie ...

Außerdem, und jetzt komme ich langsam in die mimimimi-Ecke :zwinker:: ich habe schon das Gefühl, dass so ganz allgemein die Menschen oberflächlicher und v.A. unverbindlicher werden. Um es ganz hart auszudrücken: manchmal denke ich, Bekannt-/Freundschaften sind nur noch ein Teil des Konsums anderer. Man kauft auf Pump, man wirft weg, wenn es mal nicht 110%ig nach eigenen Wünschen funktioniert.
Ein schönes Beispiel dafür ist für mich Silvester: früher (lag's an "früher" oder einfach nur daran, dass wir alle jünger waren damals? - ich weiß es nicht) hat irgendwer eine Fete/Party gemacht/organisiert, man sagte zu und ging hin. Heute warten alle bis zum Silvesternachmittag und schauen, was wo am Spannendsten erscheint. Folge ist, dass seit Jahren an Silvester schlicht absolut Nichts mehr statfindet, weil einfach niemand mehr Bock hat, alleine auf seiner eigenen Fete den Jahreswechsel zu feiern.

Hm gut bei solchen Dingen kann ich nicht mitreden, da ich wie gesagt einen zwar über Europa verstreuten aber zu solchen Gelegenheiten zumidnest großteils zusammen kommenden Schulfreundeskreis besitze.
Nur aus Studiumszeiten hab ich eher einzelne enge Freunde mitgebracht... da mir die größeren Kreise, die sich da gebildet haben immer ... zu blöd waren, ganz arrogant gesagt *seufz* ich hatte nichts zu reden mit dem Großteil und noch schlimmer, nichts zu lachen. Da wo ich meine Witze erklären muss und meine Spitzen zügeln, werd ich nei daheim sein^^

Aber wie dieser Thread hier zeigt, gibt es irgendwo da draußen auch noch die Anderen, aber ich finde, es ist unheimlich schwer, diese im eigenen Umfeld auch zu finden.

Ja, ich glaub das ist einfach nicht häufig, dass die Problematik und dieser Charaktertyp zusammenkommt ... darum gibst da nicht sooo viele Exemplare davon :zwinker:

Wie gesagt, ich denke wie übliche, es ist eine Kombinationenfrage.

Mia, wenn du dir das kleinste Übel raussuchst und versuchst dort anzusetzen? Was könnte dir noch eher zusagen, etwas machen, was allein nicht so wahnsinnig schwer oder merkwürdig ist -muss ja nicht gleich Kino sein... wie wärs mit einem Tag am See/Strand/im Schwimmbad? Mit Buch? Da guckt dich keiner blöd an...

Oder eben auch mal mit eher nicht so passenden Leuten was unternehmen und sich ein dickeres Fell gegen Abfuhren zulegen.

Worauf ich hinaus will ist im weitestens Sinne Hebelwirkung :zwinker: Wenn du einen Hebel ansetzt, der lang genug ist dass du nur ganz wenig "Veränderungskraft" brauchst, kommst du vielleicht ein Stückchen vorwärts? Wenn du unglücklich mit der Situation bist, musst du es in die Hand nehmen, und bei irgendeiner Ecke anfangen über deinen Schatten zu springen, nachdem du die Ursachen grob identifiziert hast :smile:

Das Geheimnis ist eben die Länge des Hebels, so dass man die Komfortzone nicht mit einem Riesensprung verlässt und dann verloren ist, sondern diese Zone langsam vorsichtig ausweiten :smile:

Zumindest ist das meine Methode, mit der ich mich regelmäßig ein wenig selbst verarsche :tongue:

---------- Beitrag hinzugefügt um 17:36 -----------

Hehe, wir könnten hier wunderbar einen Problembaum aufzeichen :tongue:

Grundlegende Problematik: Mangel an passenden Sozialkontakten
Gründe:
auseinander leben bereits bestehender durch Entfernung (räumlich/psychisch/etc)
erschwertes Neufinden durch verschiedene charakterliche Kombinationen aus hohen Ansprüchen, spezieller Art, seltsamem Humor, Anstrengungsvermeidung, Small Talk Abneigung und simpler Angst vor Zurückweisung

Unterpunkte:
zu wenig spontane Gruppenaktibitäten möglich
zu wenig dabei die als wirkliche Freunde taugen
praktisch niemand der tieferes Interesse als Beziehungspartner weckt

*Liste fortsetzbar in weiteren Unterpunkte*

:tongue:

Irgendwie haben wir alle das gleiche Problem und doch ist es so verschieden... sehr interessanter Thread, wirklich :smile:
 
D

Benutzer

Gast
Off-Topic:

Geht mir ähnlich. Hat aber glaube ich ein wenig damit zu tun, dass ich tendenziell recht "eigene" oder (böse gesagt) "kompliziertere" Leute interessanter und sympathischer finde, als die, die mit einem permanenten Dauergrinsen durchs Leben hüpfen.
Nicht dass ich gegen die pauschal was hätte, aber meiner Erfahrung nach sind viele davon einfach etwas oberflächlicher unterwegs, so dass sich da wirklich enge Freundschaften selten ergeben.

So schade ich es dann zwar wiederum für diese Personen finde, dass sie an diesen oder jenen Problemen zu knabbern haben, so sehr formen meiner Meinung nach oftmals gewisse Selbstzweifel, Grübeleien, Schwierigkeiten und die damit einhergehenden (Selbst)reflektionen ein differenzierteres Selbst- und Weltbild und damit oft auch einen gefestigten Charakter mit Ecken und Kanten.
Solche Leute kennen sich selbst oft besser und die Welt nicht nur von ihrer Schokoladenseite.
Und ich denke, dass mir deshalb viele davon erst mal sympathisch sind.
Das Gefühl hab ich aber auch. Es geht ja gar nicht darum irgendwen kennenzulernen, sondern wirklich interessante Leute, die irgendwie anders sind. Aber halt nicht so Hipster anders, sondern irgendwie anders. Hmm, ich weiß´eigentlich gar nicht so recht, was ich erwarte von den Leuten. Sie sollten auf jeden Fall nicht diese typischen Freitag und Samstagabend Party Typen sein. :grin:

Da fällt mir aber dieses wunderbare Lied ein:
[ame=http://www.youtube.com/watch?v=TVzrQqNiDOY]Massenkompatibel - YouTube[/ame]
 
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