Wie steht ihr zu Polyamorie?

Wie stehts Du zu Polyamorie

  • interessant, aber nichts für mich

    Stimmen: 38 34,9%
  • interessant, ja, das könnte ich mir für mich vorstellen

    Stimmen: 14 12,8%
  • interessant, ich praktiziere so etwas (oder etwas ähnliches)

    Stimmen: 12 11,0%
  • uninteressant, alles andere als monogame Beziehungen interessieren mich nicht die Bohne

    Stimmen: 32 29,4%
  • moralisch nicht in Ordnung, irgendwie abartig

    Stimmen: 6 5,5%
  • sonstige Haltung (bitte im Thread erläutern)

    Stimmen: 7 6,4%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    109

Benutzer81271  (33)

Verbringt hier viel Zeit
Ein Freund von mir ( übrigens ist der werte Herr auch PUler :ratlos: ) ist polyamorös veranlangt, und posaunt das auch ständig raus. Richtig nervig und zu dem noch furchtbar intolerant. Er meint mein Freund und ich seien nur monogam, weil wir uns den Glauben an die EINE Liebe von der Gesellschaft haben einpflanzen lassen.

Ich finde Polyamorie schrecklich,und die dazugehörige Szene zum Großteil auch.

Nix für mich!
 

Benutzer42813 

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Dann ist es doch einfach ne offene Beziehung oder?
Hat der TS denn nicht gesagt, das es nicht nur um Fickbeziehungen geht(ne offene Beziehung ist ja jetzt nicht so was ungewöhnliches-z.B. Swingerszene) sondern um tatsächliche Liebe zwischen mehreren Menschen?

Also, die Leute, die ich kenne, die ne offene Beziehung haben, trennen sehr genau zwischen "ich liebe meinen Partner" und "ich habe Sex mit XY".

"Ich kann damit leben, wenn er mit anderen Frauen schläft, aber so wie ich wüsste, dass Gefühle im Spiel sind, würde mich das sehr verletzen", sagt R., eine Freundin von mir.

Der Unterschied zwischen offener Beziehung und Polyamorie ist eben, dass man hier nicht so künstlich trennen muss. Es gibt ja verschiedene Formen von poly leben: Eben tatsächlich das Netz, in dem man mehrere gleichwertige Beziehungen hat, und dann halt das Primär- und Sekundär-Modell.

Der Unterschied zu einer offenen Beziehung ist also hierbei in meinen Augen, dass einen mit den "Affären" ebenfalls sehr tiefe Gefühle verbinden können. "Wer viel Liebe hat, will auch viel Liebe geben"
 

Benutzer73266 

Meistens hier zu finden
Glaubt Ihr, dass sowas auf Dauer funktionieren kann? Könntet Ihr Euch selbst sowas für Euch vorstellen? Findet Ihr das unmoralisch? Wäre die Welt besser, wenn sich Polyamorie durchsetzen würde? etc. pp.
Es müsste sich erstmal durchsetzten dass nicht etliche Männer (und auch einige Frauen) dauerhaft leer ausgehen was Liebesbeziehungen angeht, und sich deshalb irgendwann ungeliebt fühlen!........1 oder 2, 3 oder 4 Beziehungen auf einmal können zwar schön sein (wenn alle Beteildigten damit umgehen können), aber ich finde der Unterschied ist nicht so gravierend wie der zwischen 0 und 1!
 

Benutzer42813 

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Für mich hört sich Polyamorie eben nicht nach Liebe an, jedenfalls nach keiner echten Liebe … denn wenn ich wahrhaftig Liebe und ein befriedigendes Sexleben habe, dann frage ich mich warum ich (bei all dem Glück) andere Partner brauche.

Genau... Warum brauchst du sie?

Die Antwort ist natürlich, dass du sie nicht brauchst. Um ein vollständiger Mensch zu sein, brauchst du nicht mal einen einzigen Partner.

Du brauchst nicht mehr als einen Menschen, du liebst mehr als einen Menschen. Mehr als ein Mensch macht dir Herzklopfen, zu mehr als einem Menschen fühlst du eine tiefe Bindung, wenn du ihm in die Augen schaust, mehr als ein Mensch hat eine schöne Seele, an der du dich erfreuen und die du lieben willst.

Und du tust es einfach - statt bei jedem gegengeschlechtlichen Menschen außer deinem Partner sofort zu sagen: "Aber ich liebe ihn nicht, es ist nur rein freundschaftlich."

Natürlich braucht man so etwas nicht. Ich brauche auch keine Musik zu hören oder Sonnenuntergänge anzuschauen. Aber das Leben ist schöner mit Musik und mit Sonnenuntergängen. Und mit viel Liebe ist es schöner als mit wenig Liebe.

Natürlich erfordert ein derartiges Konzept Empathie, inneres Selbstvertrauen, Konfliktfähigkeit und Ehrlichkeit. Und die Idee, dass es im Polyamory keine Eifersucht gibt, ist auch naiv. Es gibt natürlich Probleme. Leute, die so leben, finden halt nur, dass die schönen Sachen die Probleme überwiegen.
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit

Off-Topic:

....ich habs zwar nicht ganz gelesen, aber mir hat ein Überfliegen schon gereicht: Da wird wiedermal etwas gemacht, was jeder Student im 1. Semester in Statistik lernt: Korrelationen in Querschnittsuntersuchungen darf man nicht kausal (also im Sinne von Ursache und Wirkung) interpretieren! Mir erscheint das alles ziemlich absurd...

und diese Aussage ist blanker Rassismus: "Und warum stellte der kanadische Psychologe J. P. Rushton fest, daß Menschenrassen, die eher zu Monogamie neigen (Europäer, Ostasiaten) durchschnittlich einen höheren angeborenen Intelligenz-Quotienten haben, als Menschenrassen, die insgesamt eher zu polygamer Lebensweise neigen (Buschleute, Schwarzafrikaner, amerikanische Ureinwohner)? Gehört das auch in die hier besprochenen Zusammenhänge? Es scheint sich jedenfalls geradezu nahtlos in diese einzuordnen."
.....Man weiß ziemlich genau, warum Angehörige solcher Volksgruppen in der Regel in IQ-Tests niedrigere Ergebnisse aufweisen und warum sich manchmal Ergebnisse finden lassen, dass das Gehirngewicht von Afrikanern durchschnittlich geringer ist als von Weißen Nordamerikanern oder Europäern....mit Monogamie oder Nicht-Monogamie hat das nicht das Geringste zu tun.
 

Benutzer70986  (51)

Verbringt hier viel Zeit
Polyamorie / Polygamie wäre glaube ich nichts für mich. Mal abgesehen vom dem ganzen Stress und dem strapazierten Budget:smile: Bin eher ein Freund der sequentiellen Monogamie...
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Für mich persönlich ist so etwas absolut unvorstellbar.

Etwas anderes als eine monogame Beziehung ist sowieso nichts für mich.

Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass so etwas überhaupt möglich ist - aber es gibt immer wieder Leute, die zu überraschenden Dingen fähig sind.
 

Benutzer86779  (36)

Sehr bekannt hier
Ein Freund von mir ( übrigens ist der werte Herr auch PUler :ratlos: ) ist polyamorös veranlangt, und posaunt das auch ständig raus. Richtig nervig und zu dem noch furchtbar intolerant. Er meint mein Freund und ich seien nur monogam, weil wir uns den Glauben an die EINE Liebe von der Gesellschaft haben einpflanzen lassen.

Ich finde Polyamorie schrecklich,und die dazugehörige Szene zum Großteil auch.

Nix für mich!

Dieser Lebensstil wurde nicht von irgendwelchen PUlern erfunden. Die benutzen das zwar schonmal als Rechtfertigung für ihren Lifestyle, aber die eigentliche Herkunft ist die Hippie/68er Szene.

Und dort war es eine gute Idee, wie ich finde, da sie das alte Besitzdenken in Beziehungen(vor allem als unterdrückung der Frau) in Frage gestellt hat. Dort ging es ja gerade darum, das die alten ideale der Kirche/Bürgertum bei denen die Liebe standardisiert/institutionalisiert wurde und die Frau oft sowas wie ein Besitz des Mannes(zumindest war sie finanziell abhängig) zu hinterfragen.

Das war ja generell die einstellung dieses Lifestyles: Besitz und zwänge wurden verurteilt, man wollte frei sein und jenseits solcher gedankenstrukturen sein Leben genießen.

Insofern hat das schon wesentlich mehr Tiefgang als nur der Lifestyle einiger Casanovas zu sein.

Neben der guten Grundidee stellen sich aber natürlich noch andere Fragen, die es zu beantworten gilt.

Verlustängste, Eifersucht und der Wunsch nach exklusiver Intimität sind bei den meisten Leuten ja immer noch vorhanden(werden immer). Und für diese Mehrheit der Menschen wird dieses Modell immer mit schmerzen verbunden sein.

Ich bin ja eigentlich kein Eifersüchtiger Mensch, aber trotzdem finde ich es schön wenn man etwas nur zu zweit hat. Das schafft ja auch ein wenig Identität in einer harten Welt. Man hat das Gefühl, das man mit dem anderen alles teilen kann und muss für ein paar Stunden am Tag nicht die ganzen sozialen Masken aufrechterhalten. Das will ja nicht unbedingt jeder mit noch drei anderen Menschen teilen.

Off-Topic:

....ich habs zwar nicht ganz gelesen, aber mir hat ein Überfliegen schon gereicht: Da wird wiedermal etwas gemacht, was jeder Student im 1. Semester in Statistik lernt: Korrelationen in Querschnittsuntersuchungen darf man nicht kausal (also im Sinne von Ursache und Wirkung) interpretieren! Mir erscheint das alles ziemlich absurd...

und diese Aussage ist blanker Rassismus: "Und warum stellte der kanadische Psychologe J. P. Rushton fest, daß Menschenrassen, die eher zu Monogamie neigen (Europäer, Ostasiaten) durchschnittlich einen höheren angeborenen Intelligenz-Quotienten haben, als Menschenrassen, die insgesamt eher zu polygamer Lebensweise neigen (Buschleute, Schwarzafrikaner, amerikanische Ureinwohner)? Gehört das auch in die hier besprochenen Zusammenhänge? Es scheint sich jedenfalls geradezu nahtlos in diese einzuordnen."
.....Man weiß ziemlich genau, warum Angehörige solcher Volksgruppen in der Regel in IQ-Tests niedrigere Ergebnisse aufweisen und warum sich manchmal Ergebnisse finden lassen, dass das Gehirngewicht von Afrikanern durchschnittlich geringer ist als von Weißen Nordamerikanern oder Europäern....mit Monogamie oder Nicht-Monogamie hat das nicht das Geringste zu tun.

Off-Topic:
Genau Korrelation ungleich Kausalität. Ein wichtiges Prinzip in der Wissenschaft. Korrelation deutet nur auf Kausalität hin wenn man wirklich ein korrektes Experiment in dem nur ein Faktor isoliert geändert wird durchführt.


Soviel zum OT:smile:
 

Benutzer44072 

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Wenn alle Beteiligten wissen, woran sie sind, damit glücklich sind und es nicht nur mitmachen, keine Lügen und Heimlichtuereien aufkommen - warum nicht. Solange niemand verletzt wird.

Ich fürchte ein wichtiger Punkt dabei ist doch, dass trotz aller Offenheit gar nicht vermeidbar ist, das man sich gegenseitig verletzt. Denn dieses System ist viel zu kompliziert um eine harmonische und schöne Beziehung für alle zu gewährleisten.

Man stelle sich einfach mal eine Waage vor, also zwei Menschen bei denen die Beziehungsinteressen und -bedürfnisse ins Gleichgewicht gebracht werden müssen.

Jetzt nehme man mal eine im Mittelpunkt gelagerte Scheibe und 4 Personen, die jeweils zueinander und als Gesamtsystem im Gleichgewicht gehalten werden müssen. :ratlos: Das ist abartig kompliziert und in der Praxis meiner Meinung nach unmöglich.

Ich glaube das es einen guten Grund gibt, warum diese Konstellationen nicht häufig anzutreffen sind und das das nicht damit zu tun hat das sie gesellschaftlich nicht anerkannt sind.

Es gibt sicherlich tausende Paare die Offene Beziehungen haben/ Paaresex praktizieren/Seitensprünge tolerieren etc. Das kann wahrscheinlich durchaus funktionieren, obwohl einige der Konzepte meiner Meinung nach eher einem Spiel mit dem Feuer gleichen und schnell unausgewogen werden.

Aber dieses Konzept von der Polyamorie scheint mir prinzipiell undurchführbar zu sein, bzw. die Theorie und die Praxis von der alle zufriedenstellenden gegenseitigen Liebe werden gehörig auseinanderklaffen.

Lieben kann man mehrere Menschen, klar. Ich liebe ja auch meine Partnerin und meinen besten Freund. Aber das ist zwar im Prinzip vergleichbar, aber die Liebe zu meiner Partnerin ist einfach stärker und inniger. Das liegt wohl nicht daran, das ich mit nur einer der genannten Personen Sex habe :tongue: sondern das wir eben eine intime Beziehung führen. Auch wenn wir gerade keinen Sex haben, das kommt ja gar nicht so selten vor, unterscheidet sich die Beziehung trotzdem merklich von einer sehr guten und tiefen Freundschaft.

Wie hier im Thread auch schon gesagt wurde, ist es wirklich fordernd eine gute Beziehung zu einem Partner zu führen, da halte ich es irgendwo für illusorisch das gleiche in der gleichen Intensität und Tiefe mit mehreren zu führen.

Die 68er und andere Freigeister haben ja auch nicht einen normalen Beruf ausgeübt und sind in den Bedingungen unserer Gesellschaft nicht so sehr eingebunden. Sie haben sich mehr Freiheiten und mehr freie Zeit nehmen können. Selbst bei denen ist es gescheitert.

Mal ganz ehrlich, die meisten Leute haben doch neben dem Job, der Beziehung, der Familie und den Hobby-/Vereinsaktivitäten nicht mal mehr Zeit ihre Freundschaften intensiv zu pflegen. Und da soll man an weitere Beziehungspartner denken? :ratlos:
 

Benutzer75969 

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!

Die Ideen vieler Menschen sind unendlich groß!

Doch Leben kann man nur wenige Ideen:

"Die angestrebten Beziehungen sind langfristig und vertrauensvoll angelegt und schließen Verliebtheit, Zärtlichkeit und Sexualität mit einer Person ein"

Doch jeder Wille und Einverständnis beider Partner kann Türen oder Grenzen öffnen. Wohin es dann führt, ist jedem selbst überlassen.:zwinker:
 

Benutzer31690 

Meistens hier zu finden
Wieso bin ich schon wieder der Sündenbock hier, andere haben genau das gleiche ausgedrückt und sagen das auch!
Außerdem werden monogam lebende Leute ja ständig mit Schlagwörtern wie "Besitzdenken" und "sexuelle Langweile" und so weiter abgewertet und die Verfechter alternativer Beziehungsformen loben sich und ihre eigene Form über allen Klee, während sie auf naive und kleingeistige Normalos recht deutlich herabschauen, warum darf ich meine Vorstellungen nicht ebenso offensiv verteidigen wie die "offene-Beziehungs-Liebhaber" und "Polyamoristen"?

Weil es mir bei dir schon öfter aufgefallen ist.
Und es sagen doch nicht alle, dass Monogamie was schlechtes ist. Ich selbst bin der Meinung, jedem die Beziehungsform, die er für sich selbst am besten empfindet. Was aber kein Grund ist, andere Beziehungsformen abzuwerten, ich würde nie sagen, dass Monogamie keine echte Liebe und kein echtes Vertrauen besitzt.
Es sind andere Beziehungen, ja, aber nicht schlechtere.
 

Benutzer29410 

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Es sind andere Beziehungen, ja, aber nicht schlechtere.

Das ist deine Meinung, ich habe eine andere. That`s life. Ich muss nicht alles gleich toll finden, von diesem "everything goes" Gutmenschentum lasse ich mich überhaupt nicht unter Druck setzen.

Und wenn die Anfangsfrage lautet:

Glaubt Ihr, dass sowas auf Dauer funktionieren kann?

sehe ich überhaupt nicht ein, irgendwas zu heucheln, was gar nicht meine Meinung ist.
 

Benutzer50283 

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Kann ich mir nicht vorstellen, da ich mich nur ernsthaft auf eine Person zur Zeit einlassen kann. Ist für mich keinesfalls erstrebenswert. Eine offenen Beziehung wäre das Maximale, was ich eingehen könnte (und das würde mir nicht schwer fallen).
Ne, Polyamorie kann ich mir nicht mal in der Theorie vorstellen, weil ich mir keine enge, gleichberechtigte Dreiecksbindung vorstellen kann. Sollte ich allerdings nur eine Ecke des untereinander nicht vernetzten Dreickes sein, wäre es unter Umständen möglich. Sowas ähnliches gab es mal, aber meine Konzentration würde immer nur für eine Person liebestechnisch ausreichen und eventuell für eine weitere, da eingeschlossene, sehr intensiv freundschaftlich.
Ist das verständlich geschrieben? Vermutlich für niemanden außer mir :-D.
 

Benutzer57292 

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Ich habe das erste angekreuzt. Wenn es jemand hinbekommt, gerne. :zwinker:

Ich mag meinen Partner nicht teilen, und ich bin eigentlich auch immer nur in eine Person verliebt. Ich könnte es mir nicht vorstellen, mich mit 2-n Personen so intim einzulassen, wie mit meinem Partner... Und ich denke mal, dass er auch so tickt.

Ich stelle es mir auch sehr schwer vor, das überhaupt durchzuziehen. Eifersüchteleien kommen bei so sensiblen Themen wie Liebe doch fast automatisch, oder nicht? Außerdem, muss ich 2 Leute lieben, weil mein Partner 2 Frauen liebt? Muss ich bi sein?
Ich stelle mir das gefühlstechnisch furchtbar kompliziert vor.
 

Benutzer84833 

Verbringt hier viel Zeit
Kurz zu meinem Hintergrund:
Meine Eltern haben die 68er zum Teil mitgemacht (eher Anfang der 70er waren sie richtig im entsprechenden Alter), waren politisch aktiv und haben eine sehr bewegte Geschichte.
Ich bin in WGs (nicht Kommunen!) groß geworden, die eindeutig links ausgerichtet waren und daher viel besucht wurden von Parteigenossen, Sympathisanten, etc. - ab der 3. Klasse wohnte ich dann allerdings mit meiner Mutter allein, nach dem Fall der Mauer und den Fakten über die DDR und ihre Machenschaften, haben sich fast alle von damals desillusioniert und enttäuscht aus der Politik zurückgezogen, so auch meine Ma und mein Vater (zumindest auf größerer Ebene).
Ich bin also mitten in der Friedensbewegung groß geworden und damit auch mit ehemaligen 68ern. Ich habe mich natürlich dementsprechend auch damit auseinandergesetzt. Mein Vater beispielsweise ging davon aus, dass ein bisschen mehr im Busch ist in meiner Jugendclique als der Fall war *g* er wollte gar nicht glauben, dass das nimmer wie früher ist.

Von meiner Mutter habe ich auch einige Erfahrungen mitgeteilt bekommen, auch zu offenen Beziehungen und Polyamorie. Dieses Lebensmodell war zur Zeit ihrer ersten Ehe durchaus noch modern und die Frauen haben es ebenso propagiert wie die Männer.
"Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment" usw.

Als gesellschaftliche Form gibt es dabei allerdings ein Problem - es ist nicht so zwanglos und locker, wie das Ganze klingt. Es gibt kaum die Wahl auf Treue zu bestehen (wie man es hier zum Teil auch im Thread bemerkt :zwinker:) - das ist eben dann nicht modern, wie die Elterngeneration, völlig festgefahren und altbacken, engstirnig, prüde - ja sogar gegen den Feminismus, entgegen der Emanzipation, freier Liebe usw.
Das bedeutet es baut sich dann eben in dieser Hinsicht der Druck auf und zwingt ebenso in eine gesellschaftliche Norm, wie zuvor und auch heute zum Teil wieder, die Monogamie. Das führt dann dazu, dass Frauen bitter lächelnd ihre Eifersucht herunterschlucken, während der Freund mit einer anderen pennt und jederzeit ihre Zweifel, ihre Eifersucht und ihre verletzten Gefühle abschmettern würde - außerdem waren offene Frauen angesagt, man zerriss sich nicht das Maul über eine, die mit vielen Männern schläft, sondern über diejenige, die es eben nicht macht oder eine monogame Beziehung vorzieht. Das war ganz schnell sozusagen ein Verrat an der Bewegung, da hatte jemand was nicht verstanden und war noch nicht raus aus den Zwängen der vorigen Generationen. "Keine von uns" sozusagen.
Ich denke ihr könnt herauslesen, was ich damit darstellen möchte. Druck gibt es immer, sobald eine Norm besteht - und eine Norm besteht dummerweise immer, in unserer Zeit vielleicht etwas weniger als in anderen Zeiten, aber sie besteht. Dabei ist es in dem Fall gleichgültig, ob die Norm Monogamie oder Polyamorie vorschreibt - allerdings glaube ich, dass weniger Menschen zu tatsächlicher Polyamorie fähig sind, als zur Monogamie. Deswegen halte ich Polyamorie als Norm für keinesfalls befreiend, sondern für einengend und verletztend in Bezug auf einen Großteil der Menschen.

Als "Ausnahme", nicht als Norm, ist dagegen die Polyamorie meiner Meinung nach möglich und kann sicherlich ein schönes und gutes Lebenskonzept für die betreffenden Menschen sein. Denn wenn nicht der Druck einer Norm dahinter steht und diese Form trotzdem gewählt wird - von Mann und Frau - ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel größer, dass tatsächlich alle damit glücklich sind, die daran teilnehmen. Wer etwas freiwillig gegen eine Norm macht, ist davon höchstwahrscheinlich auch überzeugt und stellt sich dem Gegenwind. Dann ist das für mich auch absolut moralisch vertretbar.

Ich denke ich selbst könnte mehrere Menschen lieben, aber ich könnte nicht mehreren Menschen all das geben, was ich dann geben möchte. Ich traue es auch den Menschen um mich nicht zu, dass sie tatsächlich damit glücklich wären, keine Eifersucht aufkäme und sie begreifen würden, wie einzigartig und liebenswert sie trotzdem für mich sind, auch wenn es da noch andere gibt. Irgendwie... nein, ich kann es mir nicht vorstellen. Nicht für mich :smile: Andere mögen gerne so zusammen leben - aber bitte diejenigen, die sich freiwillig und ebenso im Besitz ihrer geistigen Kräfte und ihrer Erfahrung für eine monogame Beziehung entschieden haben nicht implizit als zurückgeblieben, naiv und unerfahren hinstellen. Das ist schlichtweg falsch und unglaublich arrogant... es ist außerdem ein Totschlagargument "auch du wirst die Erfahrung noch machen" - beide "Seiten" hauen sich dieses Argument um die Ohren und es bringt überhaupt nichts. Ich hab es schon in meiner Kindheit gehasst, das tue ich noch heute.
Wir sind jetzt und diese Meinung hat Bedeutung und auch Berechtigung in diesem Fall. Punkt.

Liebe Grüße allerseits,

Kierke
 

Benutzer86785 

Benutzer gesperrt
Darüber kannst du nicht urteilen, wenn du es noch nie hattest. Ist nämlich nicht oberflächlicher.


Gibt auch andere, wenn auch nicht in deinem Freundeskreis.

@sylow: Berichtest du dann immer brühwarm, wenn du eine andere gevögelt hast? Ich tabuisiere das Thema, selbst wenn sie fragt, sie möchte es nicht wirklich wissen, deswegen antworte ich auch nicht und halte mich bedeckt.
Wenn Sie klar fragt und es wissen möchte bekommt sie auch eine ehrliche Antwort:

Sie: Hast Du was mit anderen Frauen?
Ich: Klar hab ich was mit anderen Frauen!

Sie: Ist das so eine mit der Du was anfangen würdest wenn ich jetzt nicht hier wäre?
Ich: Kann schon sein - aber ehrlichgesagt ist es mir jetzt grad lieber dass Du da bist!

Ich glaube das Geheimnis dabei ist, dass ich die Unsicherheit die sie selbst damit aufbaut in der Lage bin aufzufangen. Es macht mich nicht unsicher, wenn sie mich sowas fragt. Es gehört einfach zu meinem Leben. Gleichzeitig verunsichert es mich auch nicht, wenn ich mit einer anderen Frau schlafe. Ich weiss ganz genau was ich an meiner Königin habe und warum ich sie liebe. Das Privileg gehört ihr. Wenn sie da ist, sind andere Frauen tabu - es sei denn, sie hat selbst lust darauf dass wir gemeinsam eine verführen.

Sprich: Sie weiss dass was mit anderen geht - da bin ich ganz ehrlich. Sie weiss aber auch, dass meine Liebe zu ihr - jeder Kuss, jedes Wort, jedes mal wenn wir miteinander schlafen - genauso ehrlich ist. Ich kenne da monogame Beziehungen die hier als "tief, glücklich und erfüllend" gepriesen werden wo nicht die Spur dieser Ehrlichkeit vorhanden ist. Ich kenne Typen, die ihrem "Schatz" jeden Morgen sagen "Ich liebe Dich" obwohl sie an die Decke gehen könnten weil das Mädel seit 2 Monaten nicht mehr mit ihnen schlafen will (Begründung: Weiss auch nicht warum) und morgens mit der Angst ins Büro laufen sie hätte nen anderen. Ich weiss nicht ob das gesünder sein soll - mein Fall wärs jedenfalls net... Es gibt einen eingigen Fall wo ich die "Monogame" Beziehung für das richtige Modell halte, dann nämlich, wenn die natürliche Anziehung beider Partner aufeinander jegliche weitere verbindungen ganz autentisch unnögig und nutzlos macht... Aber glaubt mir, der Fall ist erheblich selten ;-)
 
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