Wie sieht es mit dem "Glauben" in der heutigen Zeit aus? Glaubt ihr?

B

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Gast
ich glaube an schlaf.. schlaf kann was..

und ich könnt schlafen.. die ganzen letzten tage wars so wenig..

schlaf... schlaf ist gut
 
P

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Gast
Ich finde es sehr beeindruckend, was für eine Kraft manche Menschen aus ihrem Glauben ziehen können.
Ich kann damit nicht viel anfangen.
Für mich erscheint Menschlichkeit und der Glaube an Liebe (Nächstenliebe) da realistischer. Obwohl...
 

Benutzer49300 

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Protestant (Evangelisch Lutherisch mit Ausrichtung nach Hadelner Christ :zwinker: ) Die glauben an Gott, aber nicht streng.
 

Benutzer57278 

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Ich finde Ginnys Erklärung auch sehr gut. So geht es mir zumindest auch - für mich ist es absolut unlogisch, dass es *keinen* Gott geben soll. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, dass die Welt und alles Leben darauf per Zufall entstanden ist (muss aber auch hinzufügen, dass ich kein Problem mit der Evolutionstheorie usw. habe - ich bin kein religiöser Fanatiker, der wissenschaftliche Erkenntnisse ablehnt, nur weil in der Bibel was anderes steht). Das ist alles so ausgeklügelt ... die Erde, die genau im richtigen Abstand um die Sonne kreist, genau die richtige Atmosphäre hat, die vielfältigen Symbiosen in der Natur ... also für mich ist es völlig klar, dass da eine höhere Absicht dahintersteckt. Oder die Sache mit der Seele - ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass so etwas wie das menschliche Bewusstsein aus elektrochemischen Prozessen in einem physischen Organ (Gehirn) entstehen kann, mit Emotionen, Gewissen, Erinnerungen usw. - so könnte man einen biologischen Roboter betreiben, aber kein menschliches Bewusstsein. Für mich ist daher auch die Existenz der Seele eigentlich selbstverständlich.

Ich kann mir aber, wie Ginny schon geschrieben hat, auch gut vorstellen, dass jemand mit einem materialistischen Weltbild meine Gedankengänge absolut unlogisch und lächerlich findet :zwinker:
 

Benutzer53125 

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Alles, was Ginny geschildert hat, kann ich unterschreiben - mit Ausnahme des
vorletzten Absatzes: Gott ist allmächtig; das ist für meinen Glauben
fundamental.

Das, was den Glauben zur tragenden Säule im Leben macht, läßt sich übrigens
weder lehren noch lernen. Man darf sich also nicht vorstellen, daß Glaube so
entsteht, daß man von kleinauf in die Kirche geht, sich an gewisse Riten dort
gewöhnt und dann möglichst bei der Stange bleibt. Auf diese Weise ist
vielleicht auch schon mal jemand an seinen Glauben herangeführt worden, aber
mit Sicherheit auch schon eine große Zahl von Türen zugeschlagen worden.

Alle, mit denen ich gesprochen habe, haben irgendwann in ihrem Leben ein
auslösendes Ereignis erlebt, das ihnen - aus der Sicht des Nachher - die
Schuppen von den Augen fallen ließ. Bei mir war das auch so. Da davon die
ganze Lebenshaltung betroffen ist, wird dieses Ereignis in der Regel als etwas
besonders Kostbares empfunden, als etwas Intimes, mit dem man nicht hausieren
geht. Es ist ein besonderer Vertrauensbeweis, wenn jemand vor einem outet, was
ihn zum Glauben gebracht hat. Das kann nämlich durchaus etwas sein, was
anderen als Banalität erscheint oder auch als etwas moralisch
Zweifelhaftes. Gott schreibt auf krummen Linien gerade, manchmal auf ziemlich
krummen sogar...

Auch ist es nicht so, daß man auf einmal die Entscheidung träfe zu
glauben. Bei mir lag als einzige positive Disposition gegenüber dem
Christ-Sein eine gewisse Scheu vor Gotteslästerungen vor, die ich zeitlebens
spürte. Das war aber auch alles. Ansonsten war ich, wie die meisten, zur
üblichen Zeit konfirmiert worden und danach außer im Familienbesuch zu
Weihnachten nicht mehr in einer Kirche anzutreffen, irgendwie auch froh
darüber, von dem unzeitgemäßen Kram befreit zu sein. Und in dieser, wie ich
annehme, häufig gegebenen Grundkonstellation trat dann etwas ein, das mich
spüren ließ: Ich glaube. So als würde einem die scheinbare Unschuld der
Erhabenheit über so eine Dummheit (nämlich einem Glauben "aufzusitzen") über
Nacht genommen, wie durch einen Dieb, der unerwartet eindringt.

In der Folge spürt man immer mehr die tragende Kraft, von der man vorher keine
Ahnung gehabt hatte. Das heißt nicht, daß man vor Rückfällen und Situationen
des Zweifels gefeit wäre. Im Gegenteil, man wundert sich, wie wenig auf einen
selbst Verlaß ist und schlägt sich lieber nicht auf die eigene Brust vor
lauter Glaubensgewißheit. Mit der Erfahrung des Getragen-Seins im Glauben geht
angesichts der eigenen "Anfälligkeiten" aber der Wunsch dahin, der eigene
Glaube möge standhalten und tiefer werden. So kommt es zu solchen beim ersten
Hören schwer verständlichen Gebets-Äußerungen wie z.B. "Herr, ich glaube. Hilf
meinem Unglauben!" Denn man weiß, daß nicht nur die Entstehung der
Glaubensenthaltung in einem selbst, sondern auch die Beibehaltung und
Vertiefung derselben nicht eigener Leistung zuzuschreiben ist. Für die
letztlich unerklärliche Kraft, die dabei in einem wirksam wird, gibt es auch
einen Namen: "Heiliger Geist". Der hat also nichts mit irgendeinem
"Geisterkram" (in weißen Laken eingewickelt?) zu tun, sondern macht sich
konkret bemerkbar, wenn der Glaube in einer Lebenssituation besonders
gefordert oder auf die Probe gestellt ist. Je bewußter man seinen Glauben
lebt, desto sensibler wird man für die Wirksamkeit des Heiligen Geistes, die
einem schließlich gar als kontinuierlich erscheint.

Nun ist dies alles so geschrieben, als "sei das so". Nein, ich kann nur sagen:
So habe ich es erfahren. Andere mögen ihren Glauben auch anders
empfinden. Da der Glaube alles andere als eine einmal erworbene starre
Haltung, sondern ein Prozeß von z.T. dramatischer Lebendigkeit ist, schließe
ich auch nicht aus, später in anderen Worten darüber zu sprechen - je nachdem,
wie mein Weg mich verändert. Auch schließe ich nicht aus, daß andere Leute
(die auch sehr viel jünger als ich sein können!) anderes, natürlich auch
Tieferes im Glauben erfahren haben als ich. Ich habe Glauben erlebt, nicht
gepachtet!

Ich bin evangelisch - und froh darüber.
 
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