Wie selbstständig bist du?

Benutzer113006 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Hi zusammen,

kürzlich las ich diesen Artikel in der Zeit. Besonders in den Kommentaren zum Artikel wird das Thema der Selbstständig- und Unabhängigkeit diskutiert und hat mich auf die Frage gebracht, wie ihr Selbstständigkeit definiert.

Wann ist man selbstständig? Wie selbstständig bist du selbst?
Ist man selbstständig, wenn man Hilfe von außen (Eltern/Freunde/Familie/Partner) annimmt?
Wo zieht ihr die Grenze zwischen Selbstständig-& Unabhängigkeit und Unselbstständigkeit und Abhängigkeit?

Lasst mal hören. :zwinker:
 
B

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Gast
Ein interessanter Artikel! Ich möchte bei meiner Antwort nichts generalisieren, deswegen bringe ich hier lieber Beispiele aus dem näheren Umfeld an:

Eine Freundin von mir hat sehr reiche Eltern, die ihr Studium samt grosszügig berechneter Lebensunterhaltskosten vollständig finanzieren. Für dieses Studium legt sie sich auch sehr ins Zeug und erbringt gute Leistung, ebenso haben ihre Eltern sie auch einen vernünftigen Umgang mit Geld gelehrt und wie man Steuern zahlt und sowas. Obwohl sie finanziell also schon sehr abhängig ist, würde ich sie nicht als unselbstständig bezeichnen. Wichtige Lektionen sind ihr ja vermittelt worden und sie wendet sie auch erfolgreich an. Unnötig schwer muss man es dem Kind ja nicht machen, wenn man die Mittel dazu hat...

Ich selbst hatte eine Zeit lang nicht den besten Draht zu meinen Eltern und habe administrativen Kram auch selbst erledigt. Das war für mich aber viel weniger schlimm, als der verloren gegangene Draht... Wenn es nicht anders geht, kommt man relativ schnell auf die Welt. Für die mangelnde Selbstständigkeit ist ja oft eher Bequemlichkeit verantwortlich, nicht ein fehlende Skills. Ich kenne auch tatsächlich viele Menschen, die während dem Studium arbeiten gehen, obwohl sie es nicht müssten, um einfach etwas anderes zu sehen...

Dass die Studentin im Artikel ein anderes Mass an Kämpfen erleben musste, spaltet sie vom Rest bestimmt ab. Ich würde aber nicht so weit gehen, den Durchschnittsstudi als unselbstständig zu betiteln.
 

Benutzer100557 

Meistens hier zu finden
Im Zusammenhang von Selbstständigkeit/Unselbständigkeit & Studium kann ich rein garnichts sagen. Ich habe weder Leute die Studieren oder Studiert haben in meinem näheren Umfeld noch hab ich selbst das erreicht oder was damit zutun.

Ich persönlich bin auf dem Land aufgewachsen und da gehörte es einfach dazu das man schnell erwachsen wird und lernt wie was im Leben läuft. Ich musste schon als Kind viel mit helfen und hab dadurch viel gelernt worüber ich heute ziemlich dankbar bin und was mir gerade in Sachen Selbstständigkeit vieles erleichtert hat.

Über einen Kamm scheren möchte ich das dennoch nicht, für mich sind auch Menschen die sich helfen lassen -sei es nun von der Familie oder anderen Menschen- genau so selbstständig wie andere.
 
R

Benutzer

Gast
Die Frage ist ja eher, wann genau man all das alleine übernimmt...denn der Zeitpunkt wird wohl bei jedem kommen; ich kenne jedenfalls keinen 50 jährigen, der bei Versicherungsfragen noch Papa anruft oder sich von den Eltern finanzieren lässt.

Finanziell unabhängig war ich mit 24 nach Beendigung meines Studiums. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie mich unterstützt haben. Unselbstständig fand ich mich trotzdem nie, zwar konnte ich meine Eltern immer um Rat fragen, das heißt aber nicht, dass sie alles für mich erledigt hätten, im Gegenteil, ich habe mich immer alleine organisiert.
 
G

Benutzer

Gast
Puh, kompliziert. Da muss man selbstständig ja irgendwie definieren :grin:
Selbstständig heißt, dass ich eine Sache allein hinkriegen und lösen kann. Damit kann z.B das Aufbauen eines Schrankes sein oder meinetwegen die Steuererklärung...

Ich bin 20 und im 2.Semester. Blicke ich zurück wo ich vor einem Jahr war, muss ich schon sagen, dass ich stark gewachen bin. Ein sehr vager Plan von der Zukunft, was natürlich auch zu Zukunftsangst wurde. Dann noch Druck, den ich mir selbst aufgelastet habe, weil ich einfach das Küken der Familie bin und alle "erfolgreich" sind. Ich muss diesen Weg auch gehen und hatte Angst zu unselbstständig zu sein...

Naja, ich bin jetzt seit einem Jahr in meiner Wohnung und ich bin selbstständiger geworden was Haushalt angeht, was meine Lebenserhaltungskosten angeht, ich habe mich über Stromanbieter informiert. Es gibt aber immer noch Momente, in denen ich viel prokrastiniere, wo ich schüchtern bin, wo ich mir lange Gedanken mache anstatt einfach Dinge zu tun.

Selbstständig kann man auch im Bezug auf Frauen bzw. Männer sein. Ich bin mutiger geworden, offener, positiver und optimistischer :smile:

Ich hab mal gehört, dass man erst dann erwachsen ist, wenn man selbst Kinder hat. Wenn man jetzt erwachsen und selbstständig gleichsetzt...

Naja, je unabhängiger man ist und je stärker man trotz seiner Schwächen ( die wir haben ! ) in dieser Welt bestehen kann, desto selbstständiger ist man...
 

Benutzer121794 

Meistens hier zu finden
Selbstständigkeit bedeutet für mich, eigenständig die Probleme seines Alltags lösen zu können.

Und was das angeht, bin ich mit mir mittlerweile ganz zufrieden.
Ich habe wohl etwas länger gebraucht, um mich (in erster Linie mental, physisch bin ich schon zum Studium ausgezogen) gänzlich von zu Hause abzunabeln, allerdings nicht unbedingt, weil ich nicht selbstständig sein oder ausziehen wollte, sondern eher, weil ich in einer sehr liebevollen Familie aufgewachsen bin, sehr lange Schwierigkeiten mit Gleichaltrigen oder sozialen Kontakten allgemein hatte und mein Umfeld zu Hause daher ungerne aufgeben wollte (und teilweise auch, weil meine Studi-Buden nicht gerade gemütlich waren :tongue:). Mittlerweile möchte ich meine dadurch gewonnenen Freiheiten aber nicht mehr missen und vermisse auch mein eigenen Haushalt und Tagesablauf, wenn ich länger auswärts bin.
Es gibt zwar immer noch ein paar Geschichten, die für die viele in meinem Alter längst alltäglich, aber für mich völliges Neuland wären, so dass ich mich dort wieder ziemlich unselbstständig fühlen würde, aber auch das nimmt mit der Zeit immer mehr ab.
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Selbständigkeit (ohne -stst-, ich bin auch orthographisch selbständig!) misst sich für mich nicht nach der finanziellen Abhängigkeit vom Elternhaus. Ich studiere am Wohnort der Eltern, ich wohne bei den Eltern; wenn ich Lohn bekomme, zahle ich Kost und Logis; wenn ich für meine Arbeit nichts bekomme, zahlen die Eltern, und ich helfe das Haus instand halten. Wir sind nicht reich - und haben zuallerletzt einen Grund, unnötig Geld nach aussen (z.B. zu einem fremden Hauseigentümer) abfliessen zu lassen.
Die Hausordnung bei uns zu Hause ist weniger streng als in jeder Mietwohnung, Rücksicht auf Mitbewohner habe ich zu Hause auch gelernt, und Einkaufen, Kochen, Putzen und Waschen gehören längst zu meinen Pflichten.

Meine Schwester bekam mal von einer Freundin meiner Mutter zu hören: "Du wohnst mit zwanzig noch zu Hause? Ich finde das nicht normal! Unser Sohn ist mit 18 ausgezogen!" Darauf meine Schwester: "So spät? Bei Ihnen wäre ich schon viel früher ausgezogen!"
 

Benutzer141430  (36)

Benutzer gesperrt
ich habe die erfahrung gemacht das man als nicht sehr selbstständig angesehen wird wenn man in meinem alter noch mit der familie zusammen wohnt. erst wenn die leute erfahren das ich seit meinem 15 lebensjahr arbeiten gehe, alles selbst bezahle mich zu hause um alles selbst kümmere und mich zusätzlich dazu auch noch um die anliegen und den papierkram meiner familie kümmere ändert sich das ein wenig und sie gestehen mir ein wenig selbstständigkeit zu.

im grunde ist mir das aber auch egal.
ich bevorzuge das familienleben, weiß selbst das ich selbstständiger bin als die meisten die mir was vom alleine wohnen vorschwärmen und bin zufrieden wie es ist.
 

Benutzer35148 

Beiträge füllen Bücher
Wenn ein "Kind" auch im Erwachsenenalter noch zuhause bei den Eltern wohnt, sagt nichts über die (Un-)Selbständigkeit aus.
Insbesondere wenn der Wohnbereich räumlich getrennt ist, z.B. eine andere Etage, ggf. sogar mit eigener Küche, oder eine richtige eigene Wohnung im gleichen Gebäude, ist das doch kein Problem.
Zudem sollten sich die "Kinder" dann auch finanziell am Haushalt beteiligen sobald sie arbeiten, damit sie ihre Eltern unterstützen und ihnen etwas zurück geben können.
Dass es als "uncool" angesehen wird, weil man da vielleicht nicht ganz so frei ist, wie in einer eigenen Bude an einem ganz anderen Ort, ist eher ein gesellschaftliches Grundproblem unserer Zeit.

Unselbständig ist man m.M.n. nur dann wenn man sich nicht selber um alltägliche Dinge z.B. im Haushalt kümmern kann, wenn man nicht weiß wie man mit Geld umgehen muss, und wenn man sich zu sehr von anderen reinreden und bevormunden lässt.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hm. Ich hab mich mit 18 unheimlich mit meinen Eltern zerstritten. Ich bin dann sofort ausgezogen, als ich was leistbares gefunden habe. Sie haben nicht mal mit dem Umzug geholfen, haben mir meinen Daheim-Schlüssel abgenommen und Ade gesagt :grin: Ich war da zwar schon traurig, aber irgendwo auch stolz auf mich. Von da an hab ich dann das Kindergeld monatlich überwiesen bekommen, aber das war's dann schon. Allerdings habe ich schon während der Schulzeit regelmäßig gearbeitet und alles zusammengespart, sodass ich dann zu Studienzeiten genug Geld auf dem Konto hatte. Ich hatte auch nen guten Job, der mich nicht viel Kraft gekostet hat, aber genug Geld eingebracht hat. Mein Studium war außerdem angenehm und nicht besonders stressig, und ich wusste, dass ich – falls ich wirklich ernsthafte Probleme hätte – immer zu meinen Eltern gehen könnte, wenn es mir mein Stolz erlauben würde.

Daher war die Situation nicht schlimm für mich. Ich war immer stolz auf meine Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Und ich hatte immer gute Freunde, die mich bei allem moralisch und tatkräftig unterstützt haben bzw. hätten, wenn es notwendig gewesen wäre. Das war mir eine unheimliche Stütze. Ansonsten hätte das wohl nicht so gut geklappt. Als bemitleidenswert habe ich mich jedenfalls nie betrachtet. Ich hatte zwar ein bescheidenes Studentenleben, aber ich hatte auch ein gutes Studentenleben. Ich hatte nie den Eindruck, dass ich mich arg zurücknehmen müsste.

Aber ich denke, man kann auch selbstständig sein, wenn man daheim wohnt oder auch noch finanziell von den Eltern abhängig ist. Am Ende ist es mMn eine Einstellungssache und weniger festzumachen an den Umständen, die einen umgeben.
 
S

Benutzer

Gast
Wann ist man selbstständig?

Wenn man Verantwortung für sich selber freiwillig tragen will. Das kann schon im Kindesalter sein, für die unterschiedlichsten Verhaltensmuster. Wenn man erkannt hat, dass man fremde Hilfe nicht braucht und sich selber zu helfen weiß, aber auch verstanden hat fremde Helfe anzunehmen, wenn es unabdingbar ist. Dann hat man das wohl auch im erwachsenem Alter verstanden und darf sich zurecht selbständig schimpfen.

Wie selbstständig bist du selbst?

Ich mag es, wenn mir auch mal etwas abgenommen wird aber grundsätzlich bin ich in allen Belangen im Stande mein Leben selbständig zu führen und in die richtige Bahnen zu lenken.

Ist man selbstständig, wenn man Hilfe von außen (Eltern/Freunde/Familie/Partner) annimmt?

Ja ist man und unter anderem Klug. Was nützt es einen fremde Hilfe zu verwehren, wenn das zu erreichende Ziel damit leichter möglich wäre? Dumm würde ich es nennen, würde man auf Krampf anders handeln wollen.

Wo zieht ihr die Grenze zwischen Selbstständig-& Unabhängigkeit und Unselbstständigkeit und Abhängigkeit?

Muss man das? Welchen Nutzen habe ich davon das tun zu wollen?
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich bin seit jeher sehr selbstständig und mag es überhaupt nicht, dass Gefühl zu haben, dass jemand was für mich übernimmt oder mir etwas abnimmt, weil es für mich automatisch mit dem Gefühl der Abhängigkeit verbunden ist. Ich vermute, dass "Ich kann das alleine!" einer meiner ersten Sätze war - leider eben dann auch mit Tendenz zu Sturheit und Trotz, da ich eben nichts abgeben mag.

Ausgezogen bin ich mit 19 und um meinen Kram habe ich mich immer selbst gekümmert.

Trotzdem habe ich ein sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern, die mich auch noch bis vor 2 Jahren finanziell unterstützt haben. Da es ihnen nicht weh tut und sie es gerne machen, hatte ich da auch keine großartigen Bedenken.

Finanzielle Unabhängigkeit habe ich aufgrund Studium und Referendariat also erst Recht spät gehabt, dafür komme ich eben in sämtlichen Alltagsfragen alleine zurecht.

Ich finde aber, dass sowas immer sehr individuell ist - einer lebt völlig selbstständig im Haus der Eltern, jemand anderes ist völlig unselbstständig im eigenen Haushalt. Außerdem kann es auch sinnvoll sein, zu lernen, dass man sich durchaus mal auf andere verlassen kann und auch mal etwas abgeben kann - für mich jedenfalls sehr schwer. Ich lebe nach dem Motto: "Wenn du willst, dass etwas richtig ist, mach es selbst" - ergo tue ich mich schwer damit, wichtige Dinge auszulagern.
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Selbstständig ist man in meinen Augen, wenn man mit beiden Beinen im Leben steht, ein eigenständiges Leben führt und für sich sorgen kann und zum Großteil selbst klarkommt (sich Hilfe zu holen fällt für mich nicht unter Unselbstständigkeit)

Komplett unabhängig ist wohl kein Mensch auf der ganzen Welt, wenn man es genau nimmt, niemand ist 100% "frei"

Ich würde mich selbst nicht als sehr selbstständig bezeichnen...
 

Benutzer140332  (33)

Planet-Liebe ist Startseite
Wann ist man selbstständig?
Das ist eine gute Frage. Für mich war es immer der Zustand, sein eigenes Leben bestreiten zu können ohne Groß auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Das bezieht sich nicht nur auf das Finanzielle, sondern vor allem auf die Einstellung, Dinge alleine lösen zu wollen und zu können.
Wie selbstständig bist du selbst?
Ich würde mich schon als selbständig bezeichnen, obwohl ich auch schon oft auf fremde Hilfe angewiesen war.
Ich denke, es hat viel mit der inneren Einstellung zu tun.
Ich möchte mein Leben selbständig führen, bin mir aber im Klaren, dass ich nicht alles alleine schaffen kann. Auch wenn ich das ungern zugebe und lieber alles alleine schaffen will.
Ich lebe also in einer Diskrepanz mit mir selbst:
Der hohe Anspruch alles alleine können zu wollen und die Gewissheit, dass ich nicht alles alleine schaffen kann.

Aber ich hab ein paar Punkte, die ich in meinem Alter als selbstverständlich ansehe und jeder, der das nicht kann oder will, für mich unselbständig wirkt, z.B eine Waschmaschine bedienen zu können oder simples kochen.
Ist man selbstständig, wenn man Hilfe von außen (Eltern/Freunde/Familie/Partner) annimmt?
Ich glaube, es gibt keinen Menschen, der nicht schon mal Hilfe gebraucht oder angenommen hat.
Das steht für mich in keinem Widerspruch zur Selbständigkeit - kein Mensch kann alles alleine.
Wo zieht ihr die Grenze zwischen Selbstständig-& Unabhängigkeit und Unselbstständigkeit und Abhängigkeit?
Wenn ich etwas könnte, wenn ich wollte, es aber nicht erlernen will, weil ich zu faul dafür bin oder weil es ein Anderer für mich machen könnte.
 

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