Wie lang ist (war) eure Erziehungs-Leine?

Benutzer121281  (32)

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Erziehung? Welche Erziehung?
Meine Eltern haben mich so gut wie gar nicht erzogen, ich durfte so ziemlich alles und hab das auch entsprechend genutzt.
 

Benutzer163532  (36)

Verbringt hier viel Zeit
Kurz. Ziemlich kurz. Dabei war ich tatsächlich immer sehr zuverlässig und habe kleine Freiheiten (sofern es sie gab) nie ausgenutzt. Trotzdem waren sie immer sehr streng - und ich sehr froh, als ich mit 21 dann endlich auszog und dieser krankhafte Kontrollzwang zwangsläufig aufhörte.
 

Benutzer158340 

Planet-Liebe Berühmtheit
Tja, ich tu mir grade schwer mit der Antwort. Bei mir war es weniger eine Frage, was ich alles machen durfte, wenn ich wollte - da war ich ohnehin pflegeleicht. Ab und zu mal bei Freundinnen übernachten, Geburtstagsparty oder ähnliches, ein paar Mal in die Disco... nix aufregendes.
Bei mir war eher anders herum, was ich alles machen musste, ob ich wollte oder nicht. Ich wurde zu verdammt viel Selbständigkeit erzogen. Ich war glaube ich das einzige Kind in meiner ersten Klasse, das 3 km nach Hause LIEF. Bei Wind und Wetter, Sommer wie Winter. Ich hab ja einen Schirm. (Da war ich auch die einzige, die sowas im Schulranzen hatte.)
Du hast Hunger? Du weißt, wie die Brotschneidemaschine funktioniert (mit 8) und kannst dir selber ein Brot machen. Wie, kein Aufschnitt im Kühlschrank? Du weißt ja, wo der Metzger ist. Und wenn du schon dabei bist, bring auch noch xyz mit.
Du willst zu Freunden? Du hast ein Fahrrad. Ist zu weit weg? Dann fahr Zug, du kriegst ja Taschengeld. Der fährt nur alle 2 Stunden? Nicht mein Problem. Organisier dir das so, dass du um 6/8/10/whatever daheim bist.

Als ich kleiner war, hieß es auch sehr häufig "Geh raus und spiel was". Einzige Bedingung: Ich musste soweit in der Nähe bleiben, dass ich noch hörte, wenn meine Mutter durch die Finger pfiff, und wenn die Straßenbeleuchtung angeht ist Feierabend.

Von daher: Solange ich es selbst organisiert bekam, es meine Eltern nix kostete und keine Arbeit machte, durfte ich verdaaaaaaaammt viel. Und andere Sachen musste ich organisiert bekommen, ob ich wollte oder nicht.
 

Benutzer161456 

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Tja, ich tu mir grade schwer mit der Antwort. Bei mir war es weniger eine Frage, was ich alles machen durfte, wenn ich wollte - da war ich ohnehin pflegeleicht. Ab und zu mal bei Freundinnen übernachten, Geburtstagsparty oder ähnliches, ein paar Mal in die Disco... nix aufregendes.
Bei mir war eher anders herum, was ich alles machen musste, ob ich wollte oder nicht. Ich wurde zu verdammt viel Selbständigkeit erzogen. Ich war glaube ich das einzige Kind in meiner ersten Klasse, das 3 km nach Hause LIEF. Bei Wind und Wetter, Sommer wie Winter. Ich hab ja einen Schirm. (Da war ich auch die einzige, die sowas im Schulranzen hatte.)
Du hast Hunger? Du weißt, wie die Brotschneidemaschine funktioniert (mit 8) und kannst dir selber ein Brot machen. Wie, kein Aufschnitt im Kühlschrank? Du weißt ja, wo der Metzger ist. Und wenn du schon dabei bist, bring auch noch xyz mit.
Du willst zu Freunden? Du hast ein Fahrrad. Ist zu weit weg? Dann fahr Zug, du kriegst ja Taschengeld. Der fährt nur alle 2 Stunden? Nicht mein Problem. Organisier dir das so, dass du um 6/8/10/whatever daheim bist.

Als ich kleiner war, hieß es auch sehr häufig "Geh raus und spiel was". Einzige Bedingung: Ich musste soweit in der Nähe bleiben, dass ich noch hörte, wenn meine Mutter durch die Finger pfiff, und wenn die Straßenbeleuchtung angeht ist Feierabend.

Von daher: Solange ich es selbst organisiert bekam, es meine Eltern nix kostete und keine Arbeit machte, durfte ich verdaaaaaaaammt viel. Und andere Sachen musste ich organisiert bekommen, ob ich wollte oder nicht.

W aren deineEltern auch selbstständig?
Kann mich da echt gut wiederfinden.
 

Benutzer15352 

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Ishtar Ishtar : Japp, war bei mir auch so. Mit 6 musste ich alleine Zug (im Fernverkehr) fahren, ab der 1. Klasse alleine zur Schule (Millionenstadt und 20 Minuten Fußweg über mehrere große Kreuzungen), ab 8/9 die Wocheneinkäufe erledigen und meine eigene Wäsche waschen und staubsaugen, ab 10 für alle kochen und ab 11/12 meine Geschwister hüten. Fand ich nie so schlimm, aber retrospektiv hatte ich nie dieses "Mama kocht mir Mittagessen und kümmert sich um mich"-Gefühl. Ich möchte meinen Sohn auch zur Selbstständigkeit erziehen, aber nicht ganz in diesem Ausmaß (Wäsche waschen, kochen, staubsaugen sollte er aber auch als Kind schon lernen und auch von Anfang an im Haushalt mithelfen).
 

Benutzer158340 

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W aren deineEltern auch selbstständig?
Kann mich da echt gut wiederfinden.
Nö, meine Mutter arbeitete halbtags und mein Vater voll. Aber mittleres Kind, das alles mit sich machen ließ, plus etwas schräge Erziehungsmethoden, die im Rückblick bei mir und meinen Geschwistern teils derbe Narben hinterlassen haben.
 

Benutzer164024 

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Ich antworte selbst mal:

Meine empfinde ich als relativ kurz. Ich darf zwar, wenn ich geschickt frage und verhandle, relativ viel, aber das Leben mit meiner allein erziehenden und voll berufstätigen Mutter ist enorm anstrengend und eine reine Verhandlungssache.

Ich empfinde das auch als nicht normal und ich behaupte auch, meine Mutter hat einen Kontrollzwang. Ich darf beispielsweise mein Zimmer nicht abschließen. Und sie muss auch nicht anklopfen, da es ihre Wohnung ist. Das heißt, dass sie plötzlich mit einem Rumms im Zimmer steht und fragt: "Was machst du da?"

Ich würde es verstehen, wenn unter meiner Tür Rauch hindurch wabert, Wasser durchs Schlüsselloch sprudelt oder Geräusche nach außen dringen, die nur von einem Raubtier stammen können. Nur bin ich manchmal in der Zeit von Schulschluss bis sie nach Hause kommt auch alleine. Oder wenn sie unterwegs ist. Wenn ich also irgendwas anstellen wollte, hätte ich dann genug Zeit dazu. Aber egal, fummel ich halt abends im Bett an mir rum. Nur schlafe ich dann dabei meistens ein...

Ich darf kein Facebook, Twitter, Snapchat oder sonstwas haben. Keine Mailadresse. Alle Post muss über die Mailadresse meiner Mutter laufen. Wenn ich vom Schwimmverein zum Wettkampf eingeladen werde, erfahre ich das über meine Freunde und muss Mama fragen, wo die Mail ist. Natürlich habe ich eine heimliche Mailadresse und bekomme die Mails inzwischen auch dorthin in Kopie. Aber es ist doch peinlich, meinen Trainer bitten zu müssen, mich nur in Blindcopy zu setzen, weil meine Mutter meine Mailadresse verbieten würde. Der muss gedacht haben, ich spinne. Aber sonst kriege ich die Infos ja nicht.

Ich habe seit zwei Monaten mein erstes Smartphone. Vorher brauchte ich angeblich keins. Ich habe genug Geld gespart, um mir selbst eins zu kaufen. Durfte ich nicht. Jetzt habe ich mich durchgesetzt. Jetzt kann ich meinen Vater auch mal per Videoanruf anrufen, ohne dass meine Mutter zuguckt. Seit Weihnachten habe ich auch einen eigenen PC, allerdings nur, weil mein Klassenlehrer auf dem letzten Elterntag gesagt hat, dass das schon gut wäre.

Gleich in den ersten Tagen habe ich mir einen Porno angeguckt, mich halb totgelacht und den dann irgendwann ausgemacht. Eine Frau lag mit Perlenketten bedeckt in einer leeren Badewanne und eine zweite Frau spritzte ihr Sprühsahne aus einer Dose von Rewe auf die Titten. Dann wollte sie das ablecken und es kam ein nackter Mann mit Monstererektion durch die Tür und hat Stöhngeräusche von sich gegeben wie ein Hirsch im Tierpark. Hat mich also gar nicht angemacht.

Meine Mutter kommt immer mal wieder unangekündigt beim Schwimmtraining vorbei und guckt, was wir machen. Oder sie fährt (als einzige) mit auf auswärtige Schwimmwettkämpfe und regt sich dann hinterher auf, warum ich kaum Zeit für sie habe. Und die wenige Zeit lieber nutzen möchte, um mit auswärtigen Freundinnen zu quatschen, die ich nur auf Wettkämpfen treffe.

Das geilste war eine Ortungs-App, die ich installieren sollte auf meinem neuen Smartphone. Die konnte auch unbemerkt die Kamera und das Mikro einschalten. Plötzlich wäre sie beim Kacken mit im Raum. Als alles diskutieren nichts half, hab ich gesagt, das Handy spackt nur rum mit der App, geht ständig aus, hängt sich auf ...

Sie durchsucht meine Taschen, meine Sporttasche, meine Schultasche. Oder, wenn sie gut drauf ist, lässt sie sich alles zeigen. Neulich hatte ich den Badeanzug von meiner Freundin dabei. Die Freundin wollte nach dem Schwimmtraining auf eine Geburtstagsfeier und hat mich gefragt, ob ich ihr nasses Handtuch mit Badeanzug mitnehme und bei mir zu Hause aufhänge. Sie wollte nicht mit dem nassen Zeug im Rucksack los und auch bei der Freundin schlafen. Ein Drama! Ob ich den geklaut habe. Mama, wo sollte ich den denn anziehen, den kennt doch jeder. Ich hab noch nie irgendwas geklaut!

Neulich musste ich in die Geschäftsstelle vom Schwimmverein, musste einen Zettel abgeben. Wie immer am letzten Tag der Frist, weil meine Mutter erst am letzten Morgen unterschrieben hat. Der Mensch, der das angenommen hat, ist ganz lustig drauf und albert gerne rum. Er war gerade dabei, solche Pläne für eine Veranstaltung zu laminieren. Er hat gefragt, wie es mir geht, ich hab mich einen Moment hingesetzt und erzählt, viele Klassenarbeiten, Zeugnisse stehen bevor und dann hat er mir einen lustigen Smiley auf Papier gemalt und laminiert. Der sollte mir Glück bringen. Eher aus Spaß, aber ich fand es irgendwie nett. War in der Größe einer Bankkarte und ich hab ihn mir ins Portmonee gesteckt. Drei Tage später sagt meine Mutter: Ich habe dir vorhin einen Fünfer ins Portmonee gesteckt und mit drei Euro in Münzen rausgenommen. Ich brauchte Kleingeld für den Automaten. Die zwei Euro Differenz darfst du behalten. Was ist das eigentlich für eine lustige Karte, die du da im Portmonee hast?

Liest noch jemand? Noch mehr Beispiele? Kurze Leine, oder?!
 
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Benutzer15352 

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Off-Topic:
Mein Zimmer hatte gar keine Tür und oft lag meine Mutter bei mir im Bett als ich heimkam. Sie hat auch immer ihren Kram in meinem Zimmer verteilt und meine Sockenschublade mitverwendet :ratlos:.


Lasiki Lasiki : Ja, ich empfinde das schon als ungesunden Kontrollzwang. Hast du schon mal versucht, sachlich mit deiner Mutter darüber zu reden und sie nach ihren Beweggründen zu fragen? Zu deinem Vater zu ziehen ist keine Option?
 
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Benutzer127708 

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Sehr locker.

Ich hab da meistens mehr erreicht durch stillschweigended machen, übernachten war noch nie ein Problem, da kann man viel schaffen.

Lag aber auch daran dassich viel mit Älteren unterwegd war, nie in die Wohnung gekotzt hsb und immer morgens im Bett lag.
Außerdem war meiner Mutter wichtig zu wissen, was ich mache.

Seit sie drei Wochen im Urlaub war und ich allein daheim ist alles sehr locker.
In diesen drei Wochen ist nichts passiert, weshalb sie weiß dass sie sich auf mich verlassen kann.

Ist auch gut so, ein bisschen rebellisch bin ich und wenn mich dann jmd einschränkt; das würde wsl nur zu Streit führen.
 

Benutzer150198 

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Lange Leine.

Ich durfte - bzw. musste - schon früh ziemlich viel.
Das fing damit an, dass ich alleine zu Hause war oder zu einem Termin gefahren bin, als ich noch gerne von Mami an die Hand genommen worden wäre.

Aber später hatte ich sehr viele Freiheiten, war aber auch in den meisten Dingen ziemlich zuverlässig und habe mich an Regeln gehalten. Ich habe auch nicht besonders früh damit angefangen, Alkohol zu trinken und feiern zu gehen oder anderweitig abends lange weg zu bleiben.

Irgendwann als das so angefangen hat, wusste meine Mom aber auch immer wo ich mit wem bin und, dass wir was trinken. Das war dann auch abgesegnet und ich wusste, dass ich, sollte ich es mal übertreiben (was ich nie wirklich habe), sie dann anrufen und auf sie zählen kann, ohne Angst vor ihrer Reaktion haben zu müssen.
 

Benutzer109783 

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Mein erster Gedanke auf die Frage war, dass meine Eltern total Laissez-faire waren.

Dann fiel mir ein, dass ich weder Süßigkeiten essen durfte, noch Fast Food, noch TV gucken durfte, und bestimmt noch vieles, vieles mehr nicht durfte, aber: ich habe das nie als Verbote gesehen, sondern eben als normalen Lebensstil, deswegen fallen mir im Moment auch keine Verbote/Strenge ein. Es ist nämlich so, dass ich noch heute genau so lebe und meine eigenen Kinder auch genau so "erziehe" (es vorlebe) :zwinker:
 

Benutzer164024 

Benutzer gesperrt
Hast du schon mal versucht, sachlich mit deiner Mutter darüber zu reden und sie nach ihren Beweggründen zu fragen? Zu deinem Vater zu ziehen ist keine Option?

Sie ist der Meinung, bis ich 18 bin hat sie über mich zu bestimmen und ich mich dem zu unterwerfen. Mein Vater ist keine Alternative.
 

Benutzer162813 

Sorgt für Gesprächsstoff
:cool:

Off-Topic:
In einem anderen Thema war das offtopic, ich finde die Frage aber dennoch sehr interessant. Danke für die Formulierungs-Anregung.


Wie eng seid (wart) ihr als Kinder / Jugendliche an der Leine eurer Eltern? Durftet ihr verhältnismäßig viel oder eher gar nichts? Habt ihr euch daran gehalten?
So mittellang würde ich sagen. :grin:
[doublepost=1485675680,1485636508][/doublepost]
So mittellang würde ich sagen. :grin:
Ich war schon immer ein Einzelgänger und werde es wohl auch bleiben. Als Kind kann man sich gegen so eine Überbehütung nicht wehren aber jetzt kann ich es. Das ist vielleicht der Grund weil es oft Meinungsverschiedenheiten gibt. Materiell darf ich vieles und hab vieles was andere nicht haben und bin auch sehr dankbar dafür, aber mir fehlt ein bisschen die Selbstständigkeit. Bis heute werde ich dazu gezwungen, mit meinen Eltern gemeinsam für irgendwelche Schularbeiten zu lernen. Früher war es vielleicht ein Segen aber heute ist es nur noch ein Fluch. Bei den ganzen anderen Threads hier fällt mir auf, dass ich als Kind schon vieles durfte aber nicht konnte. Bin hier mitten in der Pampa, mein nächster Freud wohnt schon ein Stück von mir entfernt. Äh ja, ich glaube das wars.
 

Benutzer64981  (33)

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Öhm...pseudo kurz, mit ganz viel Druck und Strafe. Ich war aber auch scheiße als Jugendliche. Das härteste waren mal 6 Wochen Hausarrest und 4 Wochen Internetverbot (damals, ISDN und Minutenabrechnung..wer sich erinnert...), oft waren es aber provokante Verbote, à la: "Tja, du hast dasunddas nicht ordentlich gemacht, daher bleibst du heute halt daheim!" (Sauberkeit - GANZ großes Thema! Dabei ist meine Mutter die Chaotin in Person...)
Wäsche durfte ich ab 16 selbst waschen, was aber kein Problem für mich war. Seltsamerweise putze ich heute noch gerne [oder vlt aus den gleichen Gründen, wie meine Mutter :grin: ]

Die Erziehung war so gut, dass ich heute noch kommentarlos zum Staubsauger greife, wenn ich meine Mutter besuche. :what:
 
B

Benutzer

Gast
Bekanntlich haben strenge Eltern die kreativsten Lügner als Kinder, das traf auf mich zu. Verhältnismässig zum Umfeld wurde ich nicht an einer sehr kurzen Leine gehalten, aber ich wuchs auf dem Land auf, wo ich die Menschen als viel konservativer und strenger erlebe. Ich habe sehr gelitten und mich eingeengt gefühlt, entsprechend lernte ich, wie ich mich rausreden, Geld klauen und wegschleichen kann. Das ging so weit, dass ich ein Hobby erfand, um öfter wegbleiben zu können. No regrets.
 

Benutzer36171 

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Sehr lange Leine.

Außer durch Schusseligkeit verursachte Unpünktlichkeit war ich brav und zuverlässig. Ich war gut in der Schule und hatte keinen Ärger mit Lehrern, daher interessierten sich meine Eltern weder für Hausaufgaben, noch für Klassenarbeiten und auch nicht für gelegentliche Schwänzereien. Ich war kein besonders großer Party-Mensch und wenn ich doch mal unterwegs war, kam ich auch ungefähr zur verabredeten Zeit nach Hause. Zu viel getrunken habe ich nicht. Daher durfte ich mit 15 oder so alleine mit nur einer Freundin weit weg auf ein Konzert fahren und mit dem Nachtzug nach Hause (inkl. Übernachten auf dem Bahnhof von 2 Uhr bis 5 Uhr), eine der tollsten Erfahrungen meines Lebens. Wir hatten so viel Spaß und waren so aufgeregt. :grin: Meinen Schulkram habe ich, wie oben schon gesagt, selbst geregelt. Meine zwei älteren Brüder hatten es da härter. Das Auto meiner Eltern durfte ich auch benutzen, wenn es kein anderer brauchte - mein Vater war sogar mit mir Autofahren üben bevor ich den Führerschein hatte. :zwinker: Oh, und auch das Internet durfte ich ungehemmt und ungestört nutzen, zumindest, als dann endlich einmal jeder PC seinen eigenen Internetanschluss hatte. Was habe ich Zeit in Foren und fandoms und chat rooms und fanfiction Seiten verbracht. Meine Englischkenntnisse sind bis heute dankbar! Auch ich bin dankbar für all die Freiheiten, die ich hatte. Aber ein bisschen strenger hätten sie beim Helfen im Haushalt sein können. Da wurde ich zu sehr verwöhnt. :tongue:
 
Zuletzt bearbeitet:
R

Benutzer

Gast
Ich würde sagen, wir durften schon recht viel, allerdings wurden wir nie einfach "losgelassen" - viele Eltern erlauben ihren Kindern einfach alles, weil sie keine Lust auf Auseinandersetzung und Streit haben, wenn sie Regeln oder Verbote durchsetzen wollen. Da heißt es dann gerne mal "Mein Kind soll selbst frei entscheiden", was natürlich je nach Alter und Angelegenheit Quatsch ist. Ich wusste immer, dass es meinen Eltern absolut nicht egal ist, was ich tue und das war ein gutes Gefühl. Ich wusste immer, sie KÜMMERN sich, egal ob sie grade sauer sind oder nicht.

Es gab wenige Regeln, an die man sich halten musste, ansonsten hatten wir viel Freiraum. Immer Bescheid sagen, wohin man geht und wann man etwa zurückkommt zum Beispiel. Generell einfach Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang.
So durfte ich z.B. als Teenie recht lange ausgehen, wurde aber IMMER abgeholt. Niemals hätten mich meine Eltern einfach dem Schicksal überlassen und gesagt "Schau selber, wie du heim kommst".
Auch durfte ich mit meinem Geld immer tun, was ich wollte, egal wie dumm es war. :grin: Dafür gab es NIEMALS Aufstockungen des Taschengeldes, was weg war, war weg und dann gab es eben den restlichen Monat nichts mehr.

Konsequenz und Berechenbarkeit haben die Erziehung geprägt, genau das brauchen Kinder in meinn Augen auch. Willkürliche Strafen oder auch Belohnungen halte ich für sinnlos, es muss immer transparent sein, welches Handeln welche Konsequenzen nach sich zieht.

Strafen gab es so gut wie keine, einmal wurde mein Handy ein paar Tage einkassiert und ab und an wurde ich auf mein Zimmer geschickt - meistens dann, wenn ich selber meine Ruhe brauchte (nach einer Zickerei mit meiner Mutter oder so). Ich empfand das nie als schlimm.

Ansonsten hatten wir viel Freizeit, die einzigen Pflichten waren Hausaufgaben (die mussten auch immer vor dem Spielen erledigt sein) und einige Mini-Haushaltsaufgaben, war das erledigt, durften wir machen, wozu wir Lust hatten.

Unsere Eltern haben immer unsere Privatsphäre respektiert und es gab keine Einschränkungen, was etwa Aussehen betrifft (mein Bruder war erst Metaler und dann Punk und das jeweils in voller Montur und durfte so zum Gymnasium gehen - da sprachen mich sogar meine Freundinnen [!] drauf an, ob meine Eltern das so erlaubten :ratlos:, ich selber ging auch bauchfrei und mit kurzen Röckchen zur Schule), sie haben sich auch nie für sowas geschämt oder was aufs Gerede der Menschen gegeben (wir lebten sehr ländlich...). Im Nachhinein echt cool.

Ich kann nicht sagen, ob die Leine kurz oder lang war, ich würde sagen, sie war genau richtig und vor allem geprägt von Konsequenz und Transparenz...und ich würde es selber ähnlich machen.
 
2 Monat(e) später

Benutzer138543  (26)

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Ich bin alleine mit meiner Mutter aufgewachsen. Sie hat mir nie Regeln gesetzt, nie etwas verboten. Manchmal hat sie sich Sorgen gemacht, manchmal auch zu viele, aber das wars.
 
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