Wie kommt man zur "fuck off" Mentalität?

K

Benutzer

Gast
Hallo da draußen :winkwink:

Um den Thread Titel mal ein bisschen besser zu erklären: Ich bin generell eher von der Sorte empfindlich, nehme mir vieles (zu schnell) zu Herzen und grübel dann ewig darüber warum dies, das und jenes gesagt wurde. Wenn ich z.B. über Dritte mitbekomme dass jemand schlecht über mich geredet hat, bin ich total gekränkt und ärgere mich schwarz :hmm: Obwohl das natürlich absolut irrational ist, weil - sind wir mal ehrlich - jeder in gewisser Art und Weise über andere "lästert" und es vielleicht gar nicht so negativ meint, oder der/diejenige sonst keine Gesprächsthemen hat. Ich weiß es nicht. :grin:

Naja all together, würde ich gerne vermeiden mich da direkt so fertig zu machen und mal auf die Meinung anderer zu "scheißen". Das fällt mir aber unheimlich schwer, da ich manchmal die Frechheit dahinter nicht so nachvollziehen kann bzw. mich dann frage was ich falsch gemacht habe um sowas zu verdienen. :cautious: Ist das jetzt komplett abgedroschen? :grin: Wie handhabt ihr das so im Alltag? Wie kommt man zu der "fuck off", mir ist alles egal Mentalität?
 

Benutzer133456  (49)

Beiträge füllen Bücher
Du sprichst von Resilienz. Die laesst sich auf mehrerlei Weise erlangen, aber die beste und nachhaltigste Technik ist noch immer das Verstaendnis. Kurz: Begreife, wieso andere handeln, wie sie es tun, und es verliert seinen Schrecken.

Quelle: Alter, weiser Tahini (selbst ehemaliges Sensibelchen).
 

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Die Frage ist natürlich, ob dahinter nicht tief liegende, über lange Jahre der Erziehung etablierte, Denkmuster stecken, die man eben daher nicht mal "eben so" leben kann, wenn man in der Hinsicht ganz anders gestrickt ist.

Möglicherweise sind es auch Persönlichkeitseigenschaften, die man nicht bewusst beeinflussen kann.

Aber da sind wir schon in der Diskussion "erlernt vs angeboren".
 

Benutzer162226 

Verbringt hier viel Zeit
Eine Fuck Off Einstellung kann man m.E. erst dann erreichen, wenn man sich selbst nicht mehr über das "Urteil" anderer definiert.
Das ist ein schwieriger Weg und hängt oft auch mit dem Wert bzw der Wertschätzung zusammen, die man sich selbst zuteil werden lässt.

Mir hat es geholfen, wenn ich mich gefragt habe, wer da gerade wie über mich redet. Und fast nie waren es Personen, denen ein Urteil über mich möglich wäre, geschweige denn zugestanden hätte.

Alles muss einem also gar nicht egal sein. Man sollte aber selektieren lernen, wessen Meinung wichtig ist, und wessen Meinung nicht.
 
K

Benutzer

Gast
Kurz: Begreife, wieso andere handeln, wie sie es tun, und es verliert seinen Schrecken.
Aber genau das ist meistens der Punkt der mich zu stutzen bringt, ich kann es einfach nicht verstehen/nachvollziehen :hmm: Und frage mich dann oft was die Person in dem Moment dazu verleitet, finde aber trotzdem keine Antwort darauf. :seenoevil:
 

Benutzer162121 

Benutzer gesperrt
Ich bin ja schon geneigt zu behaupten, das Musterbeispiel dieser "Fuck off-Mentalität" zu sein. Allerdings bezieht sich das nur auf mich und mein Empfinden. Es gibt z.B. nichts, womit man mich beleidigen kann, weil es mir einfach egal ist. Ich gebe keinem so viel Macht über mich, dass er in die Position kommen könnte, mich persönlich zu treffen. Das hat aber auch etwas mit meinem persönlichen Reifeprozess zu tun, mit 20 war ich bei vielen Dingen noch impulsiver. :grin:
Mittlerweile ist mir aber nicht nur alles egal, mir ist auch quasi nichts peinlich. Das ist bisweilen eine interessante Kombination. (Ich wollte dazu schon mal einen Thread erstellen: "Hilfe, ich bin meinem Kind peinlich"):ROFLMAO:
 

Benutzer133456  (49)

Beiträge füllen Bücher
Man kann natuerlich Deine Frage auch etwas anders interpretieren: Wie bleibt man kuehl? Auch da habe ich eine Antwort. Manche von uns lehnen sich bzgl. Empathie zu weit aus dem Fenster. Ein bisschen Raubtier muss man aber schon bleiben, wenn man nicht Federn lassen will. Lies mal die Wikipedia-Definition von "Soziopath"; so wie die sind Leute mit "Fuck-Off Mentalitaet", und auch, wenn das nicht nett ist, es koennte das Gegengift sein, das Du suchst. Und so ein bisschen haben wir das alle in uns. Man muss es nur leben.
[doublepost=1477639595,1477639546][/doublepost]
Aber genau das ist meistens der Punkt der mich zu stutzen bringt, ich kann es einfach nicht verstehen/nachvollziehen :hmm: Und frage mich dann oft was die Person in dem Moment dazu verleitet, finde aber trotzdem keine Antwort darauf. :seenoevil:
Die Antworten kommen mit der Zeit. Manches lernt man eben nicht ueber Nacht, oder via "just add water".
:smile:
 
A

Benutzer

Gast
Ich habe sowas endgültig abgelegt, als ich als Verkäuferin angefangen habe. Man glaubt gar nicht, wieviele Leute den Frust an einem auslassen, gerade Leute aus sichtbar höheren Positionen, die Verkäufer für niedere Kreaturen halten. Als was ich schon alles beschimpft wurde :grin:
Einmal hatte ich jedoch eine ältere Kollegin, die hat es nicht geschafft, es nicht persönlich zu nehmen und ist regelmäßig heulen gegangen - mit der hab ich dann ausgemacht, dass ich die Chefin spiele und sie sich verzieht und ich mir dann die restlichen Tiraden anhöre.

Also nehme ich an, selbst mit den besten Methoden schafft man es nicht unsensibler zu werden, wenn es wirklich tief in einem drinnen steckt. Da hilft dann wohl mehr die Ursache mit einer Therapeutin aufzuarbeiten.
 

Benutzer135586 

Meistens hier zu finden
Redakteur
Kenn ich :zwinker:

Wobei das früher bei mir wesentlich schlimmer war. Hat aber eben auch seine Zeit gebraucht, da entspannter zu werden. Hat leider in meinem Fall auch damit zu tun, dass ich früher gemobbt wurde.

Sagen wir es so. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einem gesunden Menschen VÖLLIG egal ist, was die anderen über einen denken und sagen. Besonders dann nicht, wenn Menschen über einen lästern, die einem nah stehen, und man es dementsprechend von ihnen auch gar nicht erwartet. Klar ist man dann verletzt. Und dann auch nicht nur ein bisschen. Aber dann würde ich auch raus finden wollen, was da los ist. (Gute) Freunde sprechen nämlich nicht böswillig schlecht über einen.

Menschen, die mir nicht viel bedeuten, mir eher sogar unsympathisch sind... DIE können mich, ja. :zwinker: Aber auch das hat gedauert, um da hinzukommen. Ich habe gelernt, dass es diese Menschen nicht wert sind, mich darüber zu ärgern, wie sie über mich denken. Warum sie so über mich denken. Dafür sind mir meine Nerven zu schade. ICH bin mir dafür zu schade.

Ich musste mir immer wieder sagen, und das wie ein innerer Monolog: "Ich bin ein netter, ja, liebenswürdiger Mensch, mit all meinen Stärken und Schwächen." Die "Richtigen" werden das in mir sehen, und mich schätzen. Und der Rest halt nicht. Wer dabei respektlos wird, kann mich kreuzweise. Bzw. der verdient es nicht, von mir weiter beachtet zu werden.

War für mich ein langer Prozess, das kommt nicht von heute auf morgen. Und so eine grundsätzliche "Fuck everyone"-Attitude find ich auch eher schwierig. Bzw. die würde ich nur den Menschen gegenüber haben, die sich auch dementsprechend verhalten.
 
K

Benutzer

Gast
Ich habe sowas endgültig abgelegt, als ich als Verkäuferin angefangen habe. Man glaubt gar nicht, wieviele Leute den Frust an einem auslassen, gerade Leute aus sichtbar höheren Positionen, die Verkäufer für niedere Kreaturen halten. Als was ich schon alles beschimpft wurde :grin:
Witzig, ich bin auch im Verkauf und habe mit den Kunden eigentlich null Probleme. :grin: Also klar sind da auch mal gewisse "Arschloch"-Kunden dabei, aber damit kann ich mittlerweile ziemlich gut umgehen und lasse es nicht so extrem an mich ran.

Bei mir sind es dann eher Sachen wie Arbeitskollegen die bei jedem kleinen Fehler den ich mache, direkt zum Chef rennen und "petzen" oder das voll überzogen wiedergeben. :hmm: (Und komischerweise sind das meistens ältere Frauen als Arbeitskolleginnen mit denen ich Schwierigkeiten habe :ninja: )
 

Benutzer135586 

Meistens hier zu finden
Redakteur
Bei mir sind es dann eher Sachen wie Arbeitskollegen die bei jedem kleinen Fehler den ich mache, direkt zum Chef rennen und "petzen" oder das voll überzogen wiedergeben. :hmm: (Und komischerweise sind das meistens ältere Frauen als Arbeitskolleginnen mit denen ich Schwierigkeiten habe :ninja: )
Achjaaaaaaa. :upsidedown:

Weißt du, das sind halt diese alten Schrullen, die mit sich selbst und dem eigenen Leben unzufrieden sind. Dann müssen sie leider das Leben anderer Frauen, die jung und lebensfroh sind, schwer machen. :rolleyes:

Hier rein ------------------------> Da raus. :zwinker:
 

Benutzer95608 

Planet-Liebe Berühmtheit
Aber genau das ist meistens der Punkt der mich zu stutzen bringt, ich kann es einfach nicht verstehen/nachvollziehen :hmm: Und frage mich dann oft was die Person in dem Moment dazu verleitet, finde aber trotzdem keine Antwort darauf. :seenoevil:

Ich kenne/kannte auch solche nimmermüden Klatschbasen ... wenn sie nix zum klatschen finden, erfinden sie einfach was ...

Wenn man schon öfter erlebt haben, was Leute so alles über einen verbreiten und darauf hin versucht hat, aufzuklären und alles nur noch schlimmer wurde, dann gibt man irgendwann auf.

Mir doch mittlerweise volkommen wurscht, was manche Leute meinen über mich zu wissen oder über mich gehört haben oder über mich erzählen ...

Wenn Klatschbase auf ein williges Ohr trifft, haben die beiden Spaß - schön für sie. So hat jeder seine Hobbys ...
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Off-Topic:
Der Vergleich vom Thread und deiner letzten Statusmeldung ist witzig. :upsidedown:


Gerade wenn es auf der Arbeit ist, könnte es vielleicht sein dass da noch was anderes hinter steckt, was es dir schwer macht das einfach wegzustecken? Wenn dem Chef überzogen geschildert wird, wie schlecht man arbeitet, ist das ja nicht nur blödes Gerede, dass einen nicht treffen kann, die Meinung des Chefs über die eigene Arbeit ist einem ja in der Regel schon etwas wichtiger. Außerdem hat man auf der Arbeit ja gerne ein entspanntes, freundliches Umfeld - und wenn Kolleginnen aus unersichtlichen Gründen gegen einen schießen, fühlt sich das nicht schön an.

Daher bin ich mir nicht sicher, ob "fuck off" in dem Kontext wirkich gut anwendbar ist. Da kann man wohl vor allem hoffen, dass der Chef kompetent genug ist, sich sein eigenes Bild zu machen. Vielleicht weiß er eh, dass das affige Petzlisen sind, oder merkt es früher oder später. Ansonsten: Die Frauen einfach abschreiben. Gibt andere Menschen, denen du deine Aufmerksamkeit widmen kannst.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer6428 

Doctor How
Das Sich-zu-Herzen-nehmen ist eigentlich eine gute Eigenschaft.
Genauso ist es ja auch gut, wenn man über Dinge nachdenkt.

Beides kann als Werkzeug funktionieren..man kann sich mit Werkzeugen aber eben auch selbst auf die Finger kloppen..dann wird's meistens unangenehm.

Wenn man sich nämlich Dinge zu Herzen nimmt, bei denen das kein Sinn macht. Oder anfängt über Möglichkeiten nachzudenken, die so wahrscheinlich sind, wie ein Goldregen in meiner Abstellkammer...

Ich tendiere auch immer dazu, mir etwas zu Herzen zu nehmen / die Schuld bei mir zu suchen. Mein Gegenmittel ist, dass ich KURZ (das ist entscheidend!) über die Wahrscheinlichkeit nachdenke, ob das so sein kann. Dann nochmal als Doppelcheck überlegen: "kann das wirklich sein?" Wenn dann das Ergebnis noch immer "nope" ist, dann werde ich sauer. Das hilft. Ich fange nicht an wie der Hulk durch die Gegend zu springen, aber ich weiß dann, dass das nicht berechtigt ist. Je nach Quelle versuche ich das auszudiskutieren, oder aber ich reagiere selbst ein bisschen gemein. :zwinker:

Wenn es aber um den Chef geht und um gezielte Mobbingversuche, dann würde ich da sehr gezielt gegen vorgehen. Evtl. auch mal eine von den Tanten beiseite nehmen und ihr mal stecken, dass du nicht blöde bist und schon mitbekommen hast, dass sie sich unkollegial verhält und versucht dir die Lebensgrundlage -> Job zu entziehen. Wenn da nix vernünftiges bei rum kommt, würde ich wohl zum Chef gehen und fragen, was denn noch so erzählt wird, weil du nämlich mitbekommen hast, dass da scheinbar jemand Müll erzählt...
 
K

Benutzer

Gast
Der Vergleich vom Thread und deiner letzten Statusmeldung ist witzig. :upsidedown:
Off-Topic:
Ich weiß :grin: Man kann ja wenigstens versuchen es zu kaschieren :tongue:


Da kann man wohl vor allem hoffen, dass der Chef kompetent genug ist, sich sein eigenes Bild zu machen.
Ich formuliere es mal so: Meine Verkaufszahlen sprechen für mich :cool: Der Chef weiß schon dass ich gute Arbeit leiste, kritisiert mich dann aber für Kleinigkeiten die ihm zugetragen wurden und die ich weitestgehend überflüssig finde. Das macht mich natürlich fuchsig und eher "unglücklich" in der aktuellen Position. :hmm: Da die anderen Kollegen schon länger da sind als ich, hat deren "Meinung" natürlich auch etwas mehr Gewicht als meine... Ach insgesamt find ich das alles sehr kleinlich und penibel, und sowas nervt mich dann einfach :rolleyes:
[doublepost=1477644148,1477643919][/doublepost]
Evtl. auch mal eine von den Tanten beiseite nehmen und ihr mal stecken, dass du nicht blöde bist und schon mitbekommen hast, dass sie sich unkollegial verhält und versucht dir die Lebensgrundlage -> Job zu entziehen. Wenn da nix vernünftiges bei rum kommt, würde ich wohl zum Chef gehen und fragen, was denn noch so erzählt wird, weil du nämlich mitbekommen hast, dass da scheinbar jemand Müll erzählt...
Ja hatte ich auch schon überlegt... Ich wollte jetzt erst mal abwarten ob sich das ganze wieder etwas beruhigt (hab den Job erst knappe 2 Monate), vielleicht muss man sich erst aneinander gewöhnen. Andererseits bin ich auch eher jemand der Konflikten lieber aus dem Weg geht :ninja: Klar ist es mir lieber wenn man mich direkt mit etwas konfrontiert statt zum Chef zu laufen, aber wenn ich selbst etwas ansprechen muss.. Da hab ich oft Schiss vor der Reaktion des Gegenübers. Und da wir ein sehr kleines Team sind, muss ich auch längerfristig mit den Kollegen klar kommen. Erst mal schauen ob sich das in nächster Zeit legt, falls nicht werd ich es irgendwie ansprechen müssen. :seenoevil:
 

Benutzer6428 

Doctor How
Ja hatte ich auch schon überlegt... Ich wollte jetzt erst mal abwarten ob sich das ganze wieder etwas beruhigt (hab den Job erst knappe 2 Monate), vielleicht muss man sich erst aneinander gewöhnen. Andererseits bin ich auch eher jemand der Konflikten lieber aus dem Weg geht :ninja: Klar ist es mir lieber wenn man mich direkt mit etwas konfrontiert statt zum Chef zu laufen, aber wenn ich selbst etwas ansprechen muss.. Da hab ich oft Schiss vor der Reaktion des Gegenübers. Und da wir ein sehr kleines Team sind, muss ich auch längerfristig mit den Kollegen klar kommen. Erst mal schauen ob sich das in nächster Zeit legt, falls nicht werd ich es irgendwie ansprechen müssen. :seenoevil:
Okay...2 Monate sind wirklich nicht viel...schau erstmal..haste Recht..
 

Benutzer162121 

Benutzer gesperrt
Das Sich-zu-Herzen-nehmen ist eigentlich eine gute Eigenschaft.
Genauso ist es ja auch gut, wenn man über Dinge nachdenkt.
Das ist meiner Ansicht nach aber nicht das selbe. Mir könnte, wie schon erwähnt, nichts egaler sein, als das was irgendein Hanswurst über mich denkt oder sagt. Das ringt mir vielleicht mal ein müdes Lächeln ab. Allerdings bedeutet das noch lange nicht, dass ich nicht über mich und mein Verhalten nachdenke. Ich reflektiere mich und mein Handeln ständig, das ist ein wichtiger Prozess. Genauso bin ich auch offen für Kritik und nicht völlig beratungsresistent.
@kinkyvanilla spricht aber von Lästereien, oder das Gelaber irgendwelcher Dritter hinter ihrem Rücken. Wüsste nicht, das man sich daran zu Herzen nehmen sollte. Den Wunsch dagegen eine andere Haltung zu bekommen, kann ich da durchaus nachvollziehen.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren