Wie geht es mit uns weiter? Nach 6 Jahren Tiefunkt erreicht.

Benutzer155335  (35)

Ist noch neu hier
Hallo zusammen.
Mir ist bewusst, dass viele Paare Probleme haben, sich streiten, an einander vorbei reden und manchmal nicht wissen, wie es mit ihnen weiter gehen soll.

Ich habe das Problem, dass ich nicht wirklich eine Freundin habe, mit der ich reden kann, da mein Freund und ich den gleichen Freundeskreis haben und ich das Thema "Beziehungsstress", "Nich-sicher-sein-ob-man-noch-verliebt-ist" und ähnliches nicht breittreten möchte.

Mein Freund und ich kennen uns schon seit über 15 Jahren, vor 6 1/2 Jahren sind wir, nachdem wir laaaaaange beste Freunde waren, zusammen gekommen. Seit 3 1/2 Jahren wohnen wir zusammen, was manchmal nicht einfach ist, da wir beide beruflich gefordert und dementsprechend oft zu müde sind, noch aufzuräumen oder ähnliche Dinge im Haushalt zu machen.

Momentan haben wir folgende Probleme:
-Beruflich: Ist er total unzufrieden un möchte schon seit 2 Jahren wechseln, ist aber zu faul, sich etwas neues zu suchen = Frust auf und wegen der Arbeit
-Haushalt: Wir kriegen den gemeinsamen Haushalt nicht auf die Reihe. Abends sind wir erst ab 18:30 Uhr daheim, dann essen und das wars. Kein Elan für Aufräumen, Sauber machen etc.= Frust, weil esbei uns immer total zumüllt und verdreckt und wir uns erst nach wochen anzicken und dann sauber machen.
-Wir: Es läuft überhaupt nicht gut. Wir bemühen uns gegenseitig, dem anderen kleine Freuden zu machen, doch es läuft immer darauf hinaus, dass es nicht richtig angenommen wird. Intim waren wir auch schon lange nicht mehr. Wir streiten uns wegen Kleinigkeiten und dann ist ewig lange dicke Luft. Unser Alltag ist immer furchtbar langweilig, wir waren schon ewig nicht mehr aus.

Die letzten fünf Wochen merke ich, dass es bei mir an die Substanz geht. Ich bin immer traurig und müde, kann nicht schlafen. Ich habe den Eindruck, egal, was ich zu meinem Freund sage, es ist falsch oder kommt falsch rüber. Ich glaube, er nimmt mich als selbstverständlich, geht aber auch immer den "einfachen Weg" des länger arbeitens, urlaubstreichens oder macht was mit Freunden aus, obwohl wir (oder ich) was zu zweit vor hatten. Heute zum Beispiel habern wir beide Urlaub, jetzt ist er aber ins Geschäft gefahren, um zu arbeiten. und ich sitz jetzt hier bei 40° und hab eine mordsmäßige Wut und Trauer im Bauch.

So will ich nicht weiter machen. Ich bin mir oftmals gar nicht sicher, ob ich ihn noch wirklich liebe. Und da ich eigentlich mit 28 gerne mal an Kinder denken will, frage ich mich, ob es Sinn macht, meine Zeit mit jemandem zu "vergeuden", wenn ich das Gefühl habe, dass es trotz Gerne-Habens und so langer Freundschaft und Partnerschaft immer nur schlimmer wird.

Danke für's lesen, vielleicht hat ja jemand Anregungen für mich.
 

Benutzer155202  (23)

Verbringt hier viel Zeit
Hast du das, was du hier gerade geschrieben hast, ihm mal genau so gesagt? Klingt zwar immer doof, aber wenn man sich mal hinsetzt und über ALLES redet, hilft das vielleicht etwas. Und wenn nicht, dann solltet ihr vielleicht über eine Beziehngspause nachdenken? Mehr weiß ich gerade leider auch nicht...
 

Benutzer70315  (32)

Beiträge füllen Bücher
Hallo,

erstmal keine leichte Situation die du da beschreibst. Ich bin auch in einer 6-jährigen Beziehung.

Was mir beim Lesen deines Textes gleich ins Auge sprang, ist das riesige Kommunikationsproblem, welches ihr offensichtlich habt. Dieses Problem wurde wahrscheinlich über Jahre sorgsam gehegt und gepflegt und ist durch die Streitereien und Unzufriedenheiten nun groß und fett geworden.
Dass du dir jetzt Sorgen um deine Gefühle für ihn machst, ist nichts weiter, als die logische Konsequenz davon. Sprich: Erst hat der Kopf keine große Lust mehr auf die immer gleichen Auseinandersetzungen, Missverständnisse etc. Dann ist das Herz dran. Möglich aber, dass du ihn noch liebst und diese Liebe gerade einfach irgendwo vergraben ist und dann zum Vorschein kommt, wenn sich grundsätzlich an eurer Beziehung etwas geändert hat.

Nun gibt es natürlich die Möglichkeit, dass es bereits zu spät und deine größere Priorität ist, die Beziehung zu einem Ende zu führen. Auch das ist durchaus legitim. Du solltest hier aber genau in dich hinein horchen.
Ist die Antwort auf die Frage, ob du dir eine Zukunft mit ihm vorstellen kannst, "Nein", dann überlege ob das eine endgültige Entscheidung ist.

Wenn nicht, solltest du eine Krisensitzung einrufen. Ja, das wirst du dir schon gedacht haben, die "Zauberformel" ist immer: Reden.
Aber nicht eines der Gespräche, die ihr bis jetzt geführt habt. Ich bin mir nämlich sicher, dass man auch vieles "kaputt reden" und die Situation noch verschlimmern kann.
Setzt euch also zusammen und BEVOR ihr Themen ansprecht, die schief laufen, solltet ihr Gesprächsregeln festlegen.
Klingt im ersten Augenblick doof aber vlt schreibt ihr euch die sogar auf. Eine davon könnte lauten: "Nicht ins Wort fallen", eine andere "Keine Vorwurfssätze à la "Du tust IMMER dies...", sondern 'Ich' Botschaften : 'Ich habe das Gefühl, dass..."
Dann überlegt ihr gemeinsam, was besonders auf den Nägeln brennt. Bevor das Thema "Haushalt" zur Sprache kommt bspw. würde ich lieber gemeinsam überlegen, wie ihr eure Beziehung derzeit seht und wie sie in Zukunft sein soll.

Der ganze obere Absatz ist aber hinfällig, wenn einer von euch keine Lust drauf hat. Denn darin steckt ARBEIT, viel Arbeit sogar. Ein Gespräch, selbst wenn es gut läuft, wird euch nicht auf Wolke 7 katapultieren.
Ich betone: Es ist auch möglich, dass ihr beide NICHT mehr wollt oder dass einer von euch die Beziehung nicht mehr will. Aber auch hier sollte es möglich sein, gerade eurer langjährigen Beziehung willen, ein gütliches Gespräch zu führen.
 

Benutzer85989 

Meistens hier zu finden
Eure Beziehungsprobleme habt ihr anscheinend von Anfang an ignoriert, so dass es sich in euren Alltag eingeschlichen hat und sich dadurch routiniert hat.
Wenn du noch einen Funken Hoffnung hast, dann solltest du die Zügel in die Hand nehmen und versuchen mit ihm darüber zu sprechen. Wahrscheinlich habt ihr beide es oft versucht, aber eure Kommunikation ist arg gestört und ich glaube auch wie du, dass er dich für selbstverständlich sieht, wobei es auch den Eindruck macht, dass er es auch für dich ist. Du solltest ihm dabei klar machen, dass du seit einigen Wochen den Gedanken hast, dich von ihm zu trennen
Es ist wichtig, dass du ihm alles sagst, was dir in den Sinn kommt, aber versuche bitte nicht, die ganze Schuld auf ihn abzuschieben, denn meiner Meinung nach, gehören da immer zwei dazu.
Es kommt dann sehr stark auf deinen Freund an, wie er nach so einem Gespräch handelt. Wenn ihm die Gefahr bewusst ist, dass eure Beziehung auseinander geht und er tatsächlich versucht, auch etwas daran zu ändern, dann versucht es. Wenn er dich nicht dabei ernst nimmt, dann wäre es sinnvoller für dich und deine Gesundheit, dass du einen Schlussstrich ziehst und dir erstmal eine eigene Wohnung suchst.

Zum Thema Haushalt: Wie äußert sich das mit dem "zumüllen"? Liegt das Geschirr stapelweise hoch in der Küche? Es wäre für euch beide doch entspannter, wenn ihr den Haushalt am Wochenende macht und unter der Woche so Kleinigkeiten wie Geschirr spülen bzw. Geschirr in die Spüle einräumen usw.
Unter der Woche hätte ich auch keine Lust, die gesamte Wohnung zu staubsaugen und den Boden zu wischen usw. Das würde ich wohl grundsätzlich auf das Wochenende verschieben (oder ich bin ein Schmutzfink).
 

Benutzer87573 

Sehr bekannt hier
Es ist wirklich schwierig, solche Muster zu unterbrechen, aber bei euch besteht wirklich dringender Redebedarf.
Dazu haben die anderen ja schon genug gesagt.
Vielleicht solltest du dir vor dem Gespräch mal alles, was dich stört aufschreiben und deine Gedanken etwas ordnen, damit du dich an einem Leitfaden langhangeln kannst.

Was die Probleme im Haushalt angeht: normalerweise müsste man zu zweit eine Wohnung locker im Griff haben. Es gibt dazu mehrere Möglichkeiten, was ich ziemlich effizient finde ist wenn man sich zusätzlich zum Abspülen, was man ja normal jeden Tag macht, einfach zwischen 15 und 20 Minuten Zeit nimmt, und eine Sache angeht (zB Toilette putzen, im Wohnzimmer Staub wischen, Wäsche aufräumen etc). Wenn man zu zweit ist und beide das machen hat man so in kurzer Zeit schon wirklich viel geschafft.
 
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