Wie findet ihr den finalen Rettungsschuss & Flugzeugabschuss?

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Benutzer56624  (32)

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In Deutschland gibt es keine Todesstrafe. Dennoch gibt es zwei Situationen, bei denen es fraglich ist, ob sie auch eingehalten wird.

Situation 1: Finaler Rettungsschuss
Der gezielte tödliche Einsatz von Schusswaffen im Dienst von Polizisten, um Gefahr von Dritten abzuwenden, etwa bei Geiselnahmen :cool1:

Ich bin strikt gegen den finalen Rettungsschuss, weil der Staat damit einen Geiselnehmer ohne Gerichtsverfahren und evtl. bevor dieser Geiselnehmer überhaupt jemanden getötet hat, tötet. Ich finde das viel schlimmer als die Todesstrafe, weil dem Polizeipräsidenten überlassen wird, ob jemand getötet werden soll oder nicht.
Ich finde, der Staat darf nicht abwägen, ob das Leben von Geiselnehmern oder Geiseln höher zu bewerten ist. :kopfschue

Eine andere Situation, die Gott sei Dank für verfassungswidrig erklärt wurde, ist der Abschuss von einem Flugzeug, das von Terroristen entführte wurde und vielleicht auf die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt zusteuert oder auch nicht. Ich bin dagegen, ein solches Flugzeug abzuschießen. Was ist eure Meinung?
 
P

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Gast
Ich finde, der Staat darf nicht abwägen, ob das Leben von Geiselnehmern oder Geiseln höher zu bewerten ist. :kopfschue

Das Problem ist nicht das er es nicht dürfte, er muss in dieser Situation zwischen Geiselnehmer und Geisel entscheiden, im Zweifel dann für die Geisel und gegen den Geiselnehmer.
 

Benutzer63135  (31)

Verbringt hier viel Zeit
Man muss abwegen.... wenn der eine nicht stirbt, dann sterben möglicherweise 10 oder mehr Menschen. Wenn das Flugzeug abgeschossen wird sterben... 100 Menschen. Aber wenns oben bleibt sterben... 1000?
 

Benutzer44823 

Meistens hier zu finden
Ich bin strikt gegen den finalen Rettungsschuss, weil der Staat damit einen Geiselnehmer ohne Gerichtsverfahren und evtl. bevor dieser Geiselnehmer überhaupt jemanden getötet hat, tötet. Ich finde das viel schlimmer als die Todesstrafe, weil dem Polizeipräsidenten überlassen wird, ob jemand getötet werden soll oder nicht.
Ich finde, der Staat darf nicht abwägen, ob das Leben von Geiselnehmern oder Geiseln höher zu bewerten ist. :kopfschue
Du würdest also lieber in Kauf nehmen, dass unschuldige Geiseln ums Leben kommen?
Für mich ist es übrigens auch gar keine Frage, welches Leben da höher zu bewerten ist.
Der Geiselnehmer hat sich selbst in diese Situation begeben und ist dieses Risiko also selber eingegangen.
Die Geiseln wohl eher nicht.
Von daher ist es meiner Meinung nach eigentlich selbstverständlich, dass es wichtiger ist, das Leben derer zu retten, die absolut unschuldig durch den Geiselnehmer in diese Situation gebracht worden sind, als das Leben des Verbrechers, der das Leben unschuldiger aufs Spiel setzt.

Beim Flugzeugabschuss ist die Sache nicht mehr ganz so eindeutig, weil ja auch unschuldige mitabgeschossen werden könnten.
 

Benutzer56624  (32)

Benutzer gesperrt
Aber dann könnte man genauso wieder die Todesstrafe einführen. Wenn das Leben des Verbrechers niedriger zu bewerten ist als das Leben eines unschuldigen Kindes, das von diesem Verbrecher getötet wurde. Befürworter der Todesstrafe argumentieren ja nicht mit der Rache, sondern mit der abschreckenden Wirkung einer solchen Strafe. Ob das stimmt oder nicht, kann man nicht prüfen, außer in einem Land, wo kürzlich die Todesstrafe abgeschafft wurde oder eingeführt wurde.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Die Sache ist doch die:

Wenn ein Verbrecher vor Gericht steht, dann ist er keine akute Gefahr für jemanden anders, d.h. die Todesstrafe ist nicht gerechtfertigt. (Meiner Meinung nach)

Der Geiselnehmer steht aber direkt vor seinen Geiseln und könnte diese im betreffenden Moment problemlos umbringen, also rettet es die Geiseln, wenn die Polizei den Geiselnehmer erschiesst. Meiner Meinung nach ist dieser Einsatz dann gerechtfertigt.
 

Benutzer56624  (32)

Benutzer gesperrt
Die Sache ist doch die:

Wenn ein Verbrecher vor Gericht steht, dann ist er keine akute Gefahr für jemanden anders, d.h. die Todesstrafe ist nicht gerechtfertigt. (Meiner Meinung nach)

.
Es gab schon mal Fälle, wo ein Kinderschäder aus dem Knast fliehen konnte und weitere Kinder tötete. Das hätte verhindert werden können, wenn es ihn nicht mehr gegeben hätte. Anderes Beispiel Marc Dutroux in Belgien. So einfach sind die Dinge nicht.
 
P

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Gast
Es gab schon mal Fälle, wo ein Kinderschäder aus dem Knast fliehen konnte und weitere Kinder tötete. Das hätte verhindert werden können, wenn es ihn nicht mehr gegeben hätte. Anderes Beispiel Marc Dutroux in Belgien. So einfach sind die Dinge nicht.

Die Möglichkeit das jemand ausbricht ist keine akute Gefahr, sondern eine potentielle. Die Gleichsetzung zwischen der direkten Tat und der Aburteilung der Tat ist ziemlich willkürlich getroffen, hätte wenn aber kann sein, hat nichts im Rechtswesen zu suchen da wir alle keine Propheten sind und somit Vorhersagen sich merklich schwierig gestalten.
 

Benutzer32843 

Sehr bekannt hier
Die Möglichkeit das jemand ausbricht ist keine akute Gefahr, sondern eine potentielle. Die Gleichsetzung zwischen der direkten Tat und der Aburteilung der Tat ist ziemlich willkürlich getroffen, hätte wenn aber kann sein, hat nichts im Rechtswesen zu suchen da wir alle keine Propheten sind und somit Vorhersagen sich merklich schwierig gestalten.

Genau. Zudem gibt es auch Täter, die nicht wieder Rückfällig werden (bei Kinderschändern ist diese Zahl gering, d.h. ich beziehe das eher auf andere Taten.).
 
D

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Gast
@ Theresamaus

Der Vergleich eines Nothilferechts (was der finale Rettungsschuss ja darstellt) mit einer Bestrafung ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Ein Nothilferecht dient nicht dazu, den Täter zu bestrafen oder das Opfer zu "rächen" sondern die Handlungsfähigkeit des Täters gegenüber dem Opfer einzustellen. Wenn Du Deine Gedanken weiterführst, müsstest Du ja dann auch die Notwehr abschaffen.

Stell Dir vor, ein Erpresser würde in eine Schule eindringen und 1 Mrd. Euro fordern. Nach ein paar Stunden würde er erklären, alle 30 Minuten ein Kind zu töten bis seine Forderungen erfüllt sind. Da sich Dein Kind in der Klasse befindet, würde Dir die Polizei mitteilen, dass Du Dich bitte, wegen der Bestattungsformalitäten mit dem Bestattungsinstitut Deiner Wahl in Verbindung setzen sollst, da der Täter noch mindestens 200 Schuß Munition dabei hat und es deshalb unwahrscheinlich ist, dass Dein Kind die nächsten Stunden überleben wird. Die Polizei wird, wenn der Täter eingeschlafen ist bzw. wegen Unterernährung nicht mehr handlungsfähig ist, versuchen, ihn zu überwältigen. Nebenbei würden der Ministerpräsident des Landes und die Bundeskanzlerin ihr vollstes Mitgefühl ausdrücken... aber aus rechtlichen Gesichtspunkten ist ein Vorgehen gegen den Täter jetzt leider nicht möglich, da er bewaffnet ist und man ihm ja nichts tun darf....

Dieses Szenario wäre ein wenig krank.....
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
beides vertretbar. die entscheidung zwischen geiselnehmer und opfern wird von der polizei nicht provoziert, sondern ihr aufgezwungen, solange es keine annähernd verläßliche, andere methode gibt.

handlungen bei gefahr im verzug haben mit einer gerichtlichen verurteilung zu einer strafe nichts zu tun. der "finale rettungsschuss" ist keine, vom polizisten eigenmächtige, standgericht-like bestrafung, sondern ein akt der landesverteidigung, wenn du so willst.
 
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