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Benutzer207972 (36)
Verbringt hier viel Zeit
- #1
Ich hatte noch nie einen ausgeprägten Kinderwunsch. Oder ein besonderes Interesse an Kindern. Mich schreckt ab, was ich aus feministischer Sicht über Mutterschaft in dieser Gesellschaft gelernt habe. Ich habe zudem immer wieder Phasen mit großen Bedenken bezüglich der Zukunft, Stichwort Klima, Krieg, Faschismus. Ich bin immer schon sehr investiert gewesen in meinen Beruf und meine Interessen und zeitintensiven Hobbies. Außerdem vermutlich neurodivers und eher anfällig für zu viele Reize/Veränderungen und dankbar für verlässliche Routine. Gleichzeitig liebe ich Hyperfokus und Zeit für mich allein.
Momente eines Anflugs eines Kinderwunsches hatte ich dann beispielsweise, als ich Babyfotos von meinem Mann gesehen hatte und plötzlich so ein Gefühl von "den kleinen Jungen will ich beschützen". Und seit kurzem merk ich, dass irgendwas anders ist... Ich finde Kinder süß und strahle, wenn ich welche sehe. Ich hab richtig Bock auf Kindersachen machen, nem Kind die Welt zu erklären, auf dieses Weihnachten-Familie-Gefühl, auf beim Hausaufgaben machen helfen.. sowas. In meiner Verwandtschaft gab es Nachwuchs und ich finds wirklich toll und schön. Ich könnte mich sehen, mit einem Kind. Und ich frage mich jetzt, ob das Hormone sind? Die Uhr, die ich langsam Ticken höre?
Ich bin Mitte 30, finanziell ist alles super, Wohnung und Ehe auch, ich hab einen Beruf, der sich eigentlich erstmal gut mit einem Kind vereinbaren lassen würde… und einen Partner, der keine Angst hat vor Verantwortung und Care Arbeit. Ich hab mich um meine eigenen Baustellen gekümmert und glaube, dass ich wenig Quatsch weitertragen würde was Erziehung angeht. Ich bin da dran.
Ich hab nun mal dieses Anti-Müller-Hormon testen lassen — 1.2, was andeutet, dass nicht mehr endlos Eier da sind, aber im Grunde auch nichts aussagt, weil das Ergebnis recht typisch ist für mein Alter. Trotzdem stresst es mich. Ich weiß, dass ich auch ohne ein Kind glücklich wäre, ich will mich aber auch nicht in ein paar Jahren fragen: Was wäre gewesen wenn? Und ich hab das Gefühl, ich stehe langsam so gut da im Leben, dass ich mich auf privater Ebene schon frage: "What's Next?". Mein Partner hätte Lust, gemeinsam ein Kind zu bekommen, am liebsten zwei. Wäre wie ich aber auch ohne glücklich.
Noch weniger, als zu bereuen, kein Kind zu haben, will ich bereuen, ein Kind zu haben. Ist das nicht eine Entscheidung, die man einfach super klar und deutlich und ohne Zweifel beantworten können sollte? Vor allem, wenn man sie für das Kind trifft?
Darum würde mich interessieren, wie es anderen Frauen* ging, die ebenfalls nicht schon immer den allergrößten und "natürlich" vorhandenen Kinderwunsch hatten, aber dann ein Kind bekommen haben. Oder sich dagegen entschieden. Und: Wie findet man heraus, ob es "die Hormone" und das Gefühl einer tickenden Uhr sind oder ein handfester Wunsch? Vor allem, wenn man nicht endlos Zeit dafür hat?
Momente eines Anflugs eines Kinderwunsches hatte ich dann beispielsweise, als ich Babyfotos von meinem Mann gesehen hatte und plötzlich so ein Gefühl von "den kleinen Jungen will ich beschützen". Und seit kurzem merk ich, dass irgendwas anders ist... Ich finde Kinder süß und strahle, wenn ich welche sehe. Ich hab richtig Bock auf Kindersachen machen, nem Kind die Welt zu erklären, auf dieses Weihnachten-Familie-Gefühl, auf beim Hausaufgaben machen helfen.. sowas. In meiner Verwandtschaft gab es Nachwuchs und ich finds wirklich toll und schön. Ich könnte mich sehen, mit einem Kind. Und ich frage mich jetzt, ob das Hormone sind? Die Uhr, die ich langsam Ticken höre?
Ich bin Mitte 30, finanziell ist alles super, Wohnung und Ehe auch, ich hab einen Beruf, der sich eigentlich erstmal gut mit einem Kind vereinbaren lassen würde… und einen Partner, der keine Angst hat vor Verantwortung und Care Arbeit. Ich hab mich um meine eigenen Baustellen gekümmert und glaube, dass ich wenig Quatsch weitertragen würde was Erziehung angeht. Ich bin da dran.
Ich hab nun mal dieses Anti-Müller-Hormon testen lassen — 1.2, was andeutet, dass nicht mehr endlos Eier da sind, aber im Grunde auch nichts aussagt, weil das Ergebnis recht typisch ist für mein Alter. Trotzdem stresst es mich. Ich weiß, dass ich auch ohne ein Kind glücklich wäre, ich will mich aber auch nicht in ein paar Jahren fragen: Was wäre gewesen wenn? Und ich hab das Gefühl, ich stehe langsam so gut da im Leben, dass ich mich auf privater Ebene schon frage: "What's Next?". Mein Partner hätte Lust, gemeinsam ein Kind zu bekommen, am liebsten zwei. Wäre wie ich aber auch ohne glücklich.
Noch weniger, als zu bereuen, kein Kind zu haben, will ich bereuen, ein Kind zu haben. Ist das nicht eine Entscheidung, die man einfach super klar und deutlich und ohne Zweifel beantworten können sollte? Vor allem, wenn man sie für das Kind trifft?
Darum würde mich interessieren, wie es anderen Frauen* ging, die ebenfalls nicht schon immer den allergrößten und "natürlich" vorhandenen Kinderwunsch hatten, aber dann ein Kind bekommen haben. Oder sich dagegen entschieden. Und: Wie findet man heraus, ob es "die Hormone" und das Gefühl einer tickenden Uhr sind oder ein handfester Wunsch? Vor allem, wenn man nicht endlos Zeit dafür hat?
(Natürlich nur, wenn man es wirklich will... Ich will dir da nichts einreden.)