Wie erteilt man eine sanfte Abfuhr?

Benutzer79428 

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Ich bring mich irgendwie immer wieder in sehr ähnliche, sehr blöde Situationen mit Männern. Seitdem ich vor ca. einem Jahr schwer verliebt und schwer verletzt war, konnte ich mich gefühlsmäßig nie mehr auf jemanden einlassen, weil "er" einfach immernoch in meinem Kopf ist. Trotzdem lerne ich natürlich Männer kennen oder stehe in Kontakt mit Männern. Es ist mir jetzt schon mehrmals passiert, dass ich ganz tolle und auch attraktive Männer kennengelernt habe und natürlich gehofft habe, dass ich mich vielleicht verlieben würde... so hatte ich auch mit 1-2 Männern was. Das ergab sich entweder aus ebendieser Hoffnung oder aus "the heat of the moment".

Für mich stand dann jedenfalls jeweils doch recht schnell fest, dass ich mir leider nicht mehr vorstellen kann, ganz einfach, weil ich immernoch an den anderen denke und es nicht gefunkt hat, ich vielleicht einfach noch nicht bereit bin.

Die beiden Geschichten sind nicht gleichzeitig passiert, aber beide noch aktuell. Ich nenne sie mal Fall A und Fall B.

In Fall A ist es so, dass wir uns zwangsläufig (durch gemeinsamen Bekanntenkreis, Studium, usw.) sehr häufig sehen und viel Zeit miteinanderbringen. Ich habe versucht, mich in so fern zu distanzieren, dass ich keine Übernachtungsbesuche mehr zugelassen habe, Berührungen im Alltag vermieden habe, auf mein Vokabular geachtet habe und so weiter - ich hab einfach versucht, dieses "es läuft auf eine Beziehung zu" zu unterbinden. Ganz zu Beginn hatte ich auch mal erwähnt, dass ich keine Beziehung möchte, da wir uns dann aber doch näher kamen, uns geküsst haben und so weiter, war das wohl eher unglaubwürdig. Er ist für mich sozusagen zu einem echt besten Freund geworden und ich will ihn um nichts in der Welt mehr missen... irgendwann hat er mir gesagt, dass er nicht nur ein Freund sein will und ich wusste nicht, was ich ihm entgegnen sollte. Er merkte, dass ich überfordert war in dem Moment und sagte, ich brauche nicht zu antworten jetzt, wir könnten irgendwann darüber reden. Seither schweigen wir es tot. Ich glaube er ist ziemlich verliebt in mich und es tut mir weh, ihm weh tun zu müssen.

Bei Fall B war es so, dass ich den jungen Mann im Vorfeld über Bekannte "kannte", allerdings nur sehr flüchtig, und sehr süß und interessant usw. fand... als wir dann begonnen uns alleine zu treffen, sind wir recht schnell im Bett gelandet. Ich habe hinterher das Gespräch gesucht, nach seinen Erwartungen gefragt, wollte die Fronten klären, ohne mir selber sicher zu sein, was ich will. Er meinte zu diesem Zeitpunkt und auch als wir uns wiedergesehen haben, dass er sich nicht schnell verliebt, keine Erwartungen hat und einfach mal sehen will, mich besser kennenlernen. Für mich klang das gut, ich wollte es ja ebenso. Ich konnte aus Gesprächen auch deutlich raushören, dass er noch sehr an seiner Ex hängt, wie ich ja auch. Schien also alles ganz gut. Doch dann wurde er sehr "fordernd" und begann zu klammern, er hat mich mit diversesten Problemen aus seinem Leben "belastet" - und ich bin grundsätzlich gerne immer das offene Ohr und zu Hilfe bereit, aber das war zu früh, wir kannten uns kaum und zu viel. Außerdem musste ich erkennen, dass er recht starke Stimmungsschwankungen hat und eine sehr labile Person ist... ich weiß nun, dass ich mir so keine Beziehung mit ihm vorstellen kann, ich bin gerne als Freundin für ihn da, aber einerseits weiß ich mittlerweile, dass ich nicht verliebt bin und andererseits glaube ich auch, dass er das nicht ist, sondern einfach nur Halt sucht. Und er fixiert sich schon jetzt so sehr auf mich, dass es mich einengt und mir nicht gefällt. Genau jetzt zu diesem unpassenden Zeitpunkt kam er mir allerdings mit einem Gespräch zuvor und wollte von mir wissen, was ich empfinde und sagte mir, dass er mich ein bisschen mehr mag als nur als Freundin, mich toll findet, mich weiter kennenlernen will und sich "mehr" vorstellen könnte. Auch hier hab ich nicht wirklich sofort reagieren können...

Es ist nicht das erste Mal, dass mir sowas passiert. Es kam schon öfter vor, dass sich Freunde von mir (mit denen ich nie mehr hatte als Freundschaft), in mich verliebt haben und ich weiß einfach nicht, wie ich mit sowas umgehen soll. Ich möchte niemanden verletzen oder vor den Kopf stoßen, ich will keine Freundschaften verlieren oder gar Dispute in den jeweiligen Freundes/Bekanntenkreisen, die ich mit den Herren teile, auslösen (denn dort ist das mit "uns" nicht bekannt). Ich fühle mich wie ein schlechter Mensch, weil ich mich durch den Sex bzw. die Annäherungen im Vorfeld irgendwie "verpflichtet" fühle und das Gefühl habe, berechtige Hoffnungen gepflanzt zu haben und nun das Pflänzchen, das gewachsen ist, zu vernichten. Ich traue mich nicht wirklich zu sagen, was ich fühle, weil ich mich schlecht dabei fühle, es mir so leid tut... ich weiß, wie es ist, wenn man verliebt ist und sich eine Beziehung wünscht und dann mit leeren Händen dasteht und es gefällt mir garnicht, dass ich sowas auch austeilen muss.

Kann man es überhaupt "richtig" machen...? Ich würde mir wünschen, dass wir Freunde bleiben können, ich habe auch etwas Angst, dass sie sauer sind auf mich, wenn ich ehrlich bin... es tut mir einfach Leid :/
 

Benutzer103838 

Verbringt hier viel Zeit
Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Abfuhr eher selten "sanft" ist. Zudem sollte sie nicht zu sanft sein, damit die beiden wirklich auch wissen, was da Sache ist und sich nicht insgeheim doch noch noch irgendwelche Hoffnungen machen.
Was ich nicht verstehe, ist warum du nicht fähig bist den beiden das direkt zu sagen? Speziell wenn sie dich schon darauf ansprechen.

Ist das typisch weibliches konfrontationsvermeidendes Verhalten? :zwinker:
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Nein, man kann es nicht "richtig" machen. Wann immer sich Menschen näher kommen besteht das Potenzial, dass sie sich gegenseitig verletzen und weh tun, ob gewollt oder nicht. Anders funktioniert es ja auch nicht, wenn man einander gutes tun möchte und echte Zuneigung mitteilen will.

Das einzige, was man versuchen sollte, ist möglichst fair mit den Menschen umzugehen. Dazu gehört es, ehrlich zu sein. Zur Ehrlichkeit gehört wiederum der Mut, die Dinge weder zu beschönigen noch schlechter zu machen, als sie wirklich sind. Wenn etwas wahr ist, dann ist es wahr.

Du hast dir in beiden Fällen bereits vorher Gedanken gemacht. Du wurdest konfrontiert, noch bevor du dir wirklich im klaren warst. Es ist völlig okay, die Antwort dann zu verzögern, aber du bist sie in gewisserweise auch schuldig, denn beide Männer hatten ihrerseits den Mut die Dinge ehrlich darzustellen - oder zumindest so, wie sie die Dinge wahrgenommen haben. Es sollte also außer Frage stehen, dass du jetzt die Situationen klären musst.

Um noch etwas Positives zu sagen: Jeder mag andere moralische Maßstäbe an menschliches Verhalten anlegen, aber nach dem was ich von dir lese und was ich denke, welches Verhalten bei Menschen den wenigsten Kummer auslösen wird, verhälst du dich sehr gut. :smile:

Bezüglich der Freundschaft zu Fall A und Fall B musst du dir jedoch noch durch den Kopf gehen lassen, ob dein aktuelles Verhalten denn mit einer Freundschaft so nahtlos zu vereinbaren ist? Falls das nicht der Fall sein sollte, gefährdest du die Freundschaft nämlich auf lange Sicht durch dein Zögern mehr, als wenn du ihr die Chance geben würdest, über solche Dinge wie Gefühle hinauszuwachsen.

Die Dinge haben sich entwickelt und es ist eine häßliche und schmerzhafte Sache, dagegen anzugehen. Im Hinblick auf die Alternativen sieht das meiner Ansicht nach aber noch immer nach der besten Möglichkeit aus. Besser eine kleine Pflanze ausreissen als einen Baum fällen, oder?
 

Benutzer79568 

Benutzer gesperrt
Das sind Männer, die sind nicht so kompliziert wie Frauen...

Die wollen einfach nur, dass du ehrlich und offen bist und sie werdens akzeptieren.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Ich denke der Fehler passiert da einfach viel früher, indem du dich, als vermutlich attraktive junge Frau ihnen durch die Freundschaft Nähe anbietest und sie dich damit als potentielle Partnerin wahrnehmen.

Zudem wird da oft Freundschaft fehlinterpretiert: Vermutlich waren einige der Männer, wegen denen das passiert ist, nur mit dir befreundet, weil sie in letzter Konsequenz Interesse an dir hatten.

Ich würde jetzt nicht sagen, Freundschaften zwischen Männern und Frauen funktionieren nicht, aber es ist in vielen Konstellationen und bei bestimmten Charakteren (gerade Männer, die nicht so erfolgreich und sicher sind, was Frauen angeht) kritisch.
 

Benutzer15848 

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Ich kenne das auch und hatte einige solche Situationen - wobei ich dann eigentlich immer "hart" reagiere und sehr deutlich klarstelle, dass ich nicht mehr will als Freundschaft. Sanfte Abfuhren gibt es nicht, wenn einer bereits verliebt ist. Und ganz ehrlich, auch schonungslose Direktheit bringt dann oft nichts für den Moment, ist aber das einzige, was irgendwie möglich ist. Ich glaube, wenn sich jemand verliebt, dann lässt er sich auch von einer Abfuhr nicht ganz so leicht davon abbringen, wie es oft wünschenswert wäre (für beide Beteiligten), und irgendwie lebt immer ein bisschen Hoffnung. Nicht, weil sie irgendeine Grundlage hätte, sondern weil derjenige einfach glaubt, der Unsicherheitsfaktor ZEIT würde reichen, dass sich alles noch ändert.
Deshalb halte ich eine ehrliche, direkte Variante immer für die Beste, weil jeder Mensch für sich selbst eine Verantwortung hat, und wer weiß, woran er ist, darf selbst entscheiden. In diesem Falle halte ich auch körperliche Beziehungen ohne Gefühle für nichts Schlechtes - aber ich weiß eben, dass sogar trotz Vorab-Klärung erhebliche Probleme enstehen können.

Wenn bereits Küssen/Sex im Spiel war, gehöre ich auch zu der Sorte, die sich dann leicht verpflichtet fühlt, aber da ich das inzwischen weiß, stelle ich nicht nur vor den Zärtlichkeiten klar, dass nicht mehr laufen wird, sondern auch gleich währenddessen und hinterher :zwinker: Bringt zwar im Falle des Verliebens trotzdem nichts, aber zumindest haben mir alle Männer bis jetzt bescheinigt, dass ich immer ehrlich war und sich sogar nach einiger Zeit entschuldigt, falls sie trotzdem mal kurz böse auf mich waren.
 

Benutzer52152 

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Hm..irgendwie kommt mir das Ganze sehr sehr bekannt vor.
Habe auch noch immer so nen Typen in meinem Kopf herumschwirren, wo man aber weiß, dass das nie etwas geben wird und auf der anderen Seite kenne ich drei Kerle, die mir mit der Zeit (aus Freundschaft oder Bekanntschaft von der Arbeit) auf einmal mehr Gefühle entgegen gebracht haben. Und ich weiß auch, dass es durchaus liebenswerte Menschen sind, die die für mich auch tausendmal besser wären, als der Typ, der noch in meinem Kopf fest steckt. Aber was will man machen? Bei mir ist die eine Person der beste Freund, der andere nen Arbeitskollege und der andere nen alter Schulfreund. Mit letzterem war ich nicht emotional verbunden, da konnte ich auch sofort klipp und klar sagen, dass ich da nichts will.
Bei meinem besten Freund ist es mir auch unheimlich schwer gefallen. Wir haben gemeinsam übernachtet in einem Bett etc und pp und da hat sich dann bei ihm mehr entwickelt. Bei mir aber nicht und dann das Gespräch zu führen, dass man nicht mehr möchte, das ist sehr hart, aber man sollte es schon machen, wenn man es weiß und merkt, dass der andere mehr will. Besonders, wenn man möchte, dass die Freundschaft weiter existiert. Ich mein, man sollte seine Worte schon bedacht wählen, aber schon sehr deutlich. Du wirst es nicht vermeiden können, den Personen weh zu tun. Aber was dann im Endeffekt wirklich zählt ist Ehrlichkeit. Weil totschweigen führt nur dazu, dass die eine Seite nicht aufhört zu hoffen und die andere hofft, dass sich das Problem von alleine erledigt. Das tut es aber in den seltensten Fällen. Also setz dich an einem neutralen Ort hin und erzähl auch, woran es bei dir liegt, dass du dir nichts vorstellen kannst und dass du auch unabhängig von deinem Ex im Kopf gemerkt hast, dass er nicht der Richtige für dich ist.
 

Benutzer30217 

Sophisticated Sexaholic
Also, ich bin ehrlich ein wenig erstaunt. Nach ein paar Jahren im Forum und etlichen Geschichten wie diese solltest du doch wissen, dass so gut wie alle eben neimanden verletzen und die Freundschaft nicht gefährden wollen, dass aber genau das passiert.
 

Benutzer86779  (36)

Sehr bekannt hier
Also wenn du jemanden nicht gut kennst kannst du ja lügen und sagen, dass du vergeben bist:grin:.

Ansonsten musst du wohl die wahrheit sagen. sag einfach(falls du ne affäre willst), dass du keine feste beziehung willst.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Sag den Beiden bei der nächsten Gelegenheit, bei der ihr jeweils unter 4 Augen miteinander sprechen könnt, dass du kein Interesse an einer Beziehung hast.
Das mag für Jeden der Beiden zwar erst mal ziemlich schmerzhaft sein, aber wenn er sich weiterhin Hoffnungen macht, wird es am Ende noch viel schlimmer für ihn sein und er ärgert sich darüber, wie viel Zeit er mit dir verplempert hat, obwohl er in dieser Zeit schon längst eine Andere hätte finden können.

Wie schong esagt: Es ist viel auf längere Sicht verletzender, wennman sich lange Hoffnungen machst, weil du zu feige dazu bist, die Wahrheit zu sagen, als wenn man die unangenehme Wahrheit erfährt.

Und wenn du die Wahrheit sagst, liegt es eben an den Herren, ob sie mit dir befreundet sein wollen oder nicht. - Aber eine Freundschaft, die auf einseitiger Hoffnung auf mehr basiert, ist doch keine wirkliche Freundschaft. - Aber je länger sie sich Hoffnungen machen, desto eher werden sie dich nach einer Abfuhr hassen, weil sie eben viel zu viel Zeit mit dir verplempert haben und viel zu viele andere gute Chancen verpasst haben und desto geringer ist die Chance auf eine Freundschaft oder zumindest ein gutes Verhältnis mit den beiden.
 
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