Wer fährt zum Weltjugendtag 2008 nach Sydney

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Mario2003 schrieb:
Zu behaupten, dass zwölf (nicht zehn) Jahre Nationalsozialismus nicht so schlimm waren wie die Kirchengeschichte, verhöhnt alle Opfer des Nazi-Regimes. Zwischen 1933 und 1945 wurden mehr als sechs Millionen Menschen systematisch ermordet. Von den 60 Millionen Opfern des 2. Weltkriegs möchte ich in diesem Zusammenhang gar nicht reden.
Mir lag es fern die Opfer das Nazi-Regime zur verhöhnen, sondern ich wollte darauf hinweise das ich mit den Taten der Kirche nicht alleine die paar Jahre NS-Regierungszeit meine. Hier wäre im übrigen eine Möglichkeit der Kirchen gewesen nicht wegzuschauen, aber es ging ja _nur_ um Jude (aus Christlichen Sicht, naja). (<- Ironiekennzeichnung!)

Mario2003 schrieb:
Natürlich gab es in der Kirchengeschichte Ereignisse, die nicht gut gelaufen sind. Allerdings waren die von Dir erwähnten Ereignisse (Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennungen) im Mittelalter. Das ist rund 500 bis 1000 Jahre her.
Naja, sagen wir mal 200 Jahre, obwohl es auch "Kirchenurteile" im 19 Jahrhundert gab

Mario2003 schrieb:
Es ist unumstritten, dass es auch bei den Kreuzzügen rund 20 Millionen Opfer gab. Aber das war in einer Zeitspanne von ca. 200 Jahren. Rein rechnerisch betrachtet wurden pro Jahr 200.000 Menschen umgebracht; beim Nazi-Regime waren es durchschnittlich pro Jahr 5.000.000 Menschen. Das ist meines Erachtens schon eine andere Situation.

Ja, das Nazi Regime war besser in der "Menschenvernichtung" gemessen an der Zeitspanne. Gegen sie wurde ja auch Krieg geführt, damit ihr Treiben schon nach etwas mehr als einem Jahrzehnt (ich hatte die ersten 2 Jahre nicht zur "Vernichtungszeit" hinzugerechnet) beendet. Die Kirche hat munter mehrere jahrhundertelang gemordet ohne auch nur dafür offiziell angefeindet zu werden. Sie hat genauso Kriege geführt und Menschen wegen ihre Kultur, Rasse (nein das darf man ja nicht mehr sagen) diskriminiert und abgeschlachtet, insofern sollte man die Kirche das gleiche wie mit dem Regime tuen -> absetzen!

Mario2003 schrieb:
... Bücherverbrennungen mit der Kirche zu tun haben, erschließt sich für mich nicht.

Naja, das anscheinend natürliche Verhalten der Kirche seine Untertanen bewußt Wissen vorzuenthalten und damit zu manipulierbar zu halten.

AleX
 

Benutzer34788 

Verbringt hier viel Zeit
Erstmal ein großes Dank an alle, dass es hier halbwegs sachlich bleibt. Mittlerweile bräuchte ich einen Gedanken-Tipper, weil so schnell kann man nicht schreiben wie man denkt.

Elle schrieb:
Hat Jesus etwa gesagt, sex vor der ehe soll verboten werden? Hat er eine hierarchie in der kirche gewollt, an dessen spitze ein alter rückwärtsgewandter mann steht? Hat er gesagt, dass Frauen unter keinen umständen höhere positionen bekommen dürfen? Wo steht geschrieben, dass die menschen enthaltsam leben müssen(auf sex bezogen)? Hat Jesus sex überhaupt in irgendeiner form "verdammt"? Hat er gewollt, dass die kirche eine institution von (alten) männern ist, welches mit einem jahresumsatz von 125 mrd. euro zu einem der größten und reichsten unternehmen der welt gehört, so wie die katholische kirche und anderswo hungern kinder?
  • Jesus hat Sex vor der Ehe nicht verboten, er brauchte es auch nicht, weil es schon Gesetz war. Schon zu den 10 Geboten gehörte "Du sollst nicht ehebrechen", und nach dem dortigen Verständnis war damit außerdem ein Sex-Verbot vor der Ehe normal. Wenn ich richtig aufgepasst habe, gilt dieses auch bei anderen Religionen. Deutlich wird es ja auch bei den Türken, die ein ähnliches Verständnis haben.
  • Woher sollte Jesus sich für eine Hierarchie einsetzen? Er wollte keine Kirche gründen, er hat in seinem jüdischen Glauben gelebt. Außerdem darfst du nicht die gesamte Kirche auf Jesus reduzieren, damit hast du nur 1/4 (wenn überhaupt) abgedeckt.
  • Was verstehst du unter "höheren Positionen"? Ich kann dir auch entgegen halten: Hat er gesagt, dass Frauen höhere Positionen bekleiden sollen?
  • Ès ist nirgendwo geschrieben, dass Menschen enthaltsam leben müssen. Dies muss keiner. Doch nach dem Verständnis der Kirche gilt der Beischlaf als ein Akt der unabdingbaren, einzigartigen Liebe zu EINER Person (und sag mir jetzt nicht, Sex und Liebe gehören nicht zusammen). Diese einzigartige Liebe bedeutet dann eben, dass wenn du mit jemandem schläfst, ein Teil von ihm zu werden. Daher auch der Ausdruck "miteinander verschmelzen" "zu einem Fleisch geworden". Daher setzt eine gültige katholische Ehe zwei Dinge voraus: die öffentliche Bekundung (also vor Zeugen) des Ehewunsches sowie eine Familie zu gründen. Und da eine Familie nur mit Kindern existiert, gilt der "Versuch" (klingt blöd, hab aber keine bessere Formulierung gefunden) Kinder zu bekommen schon als festes Eheversprechen. Öffentliche Bekundung und Sex sind zwar zwei einzelne Handlungen, doch nur eine davon praktiziert gilt als festes Eheversprechen. Und da nach katholischem Verständnis eine Ehe unauflösbar sein soll (nach heutigem Stand auch nicht mehr), kannst du z. B. nicht mehrere Sex-Partner haben, weil du mit jedem eine Art von Ehe eingehen würdest. (Sorry, dass es vllt. kompliziert klingt, aber vor 7 Jahren im Reli-Unterricht hat mich das noch nicht wirklich interessiert).
  • Jesus brauchte keinen Sex zu verdammen. Denn einen Liebesbeweis kann man nicht verdammen. Aber eben alles in seinen Grenzen.
  • Die Kirche eine Institution von alten Männern? Tja, ich bezeichne mich eigentlich nicht als alt und bin dennoch in dieser Institution drin. Obwohl ja bis heute noch keine Einigkeit besteht, ob Kirche eine Instiution oder Einrichtung sei. Du darfst nicht immer nur einen Teil herausnehmen und den verallgemeinern. Wenn du jetzt auf die Bischöfe / Kardinäle etc. ansprechen solltest: genausowenig wie ein Professor keine 25 Jahre jung sein kann (wann hätte er denn dann anfangen müssen mit studieren - mit 5 Jahren?), genausowenig kannst du die Studienzeiten verkürzen. Erstmal musst du normale Theologie studieren, die Praxis machen, deinen Doktor machen, überragend gutes in der Kirche geleistet haben, deinen Professor machen, viele Lehrstunden abhalten eh du zum Bischof geweiht werden kannst. Von diesen Bischöfen musst du dir dann auch noch einen Namen machen und warten, bis wieder eine Stelle frei wird eh du zum Kardinal aufsteigen kannst. Und nu sag mir mal, wie du das verkürzen willst? Für ein Weltunternehmen brauchst du in der Führungsetage gut ausgebildete Kräfte, die sehr viel Erfahrung haben und sich im Sinne des Unternehmens förderlich sind. Da ist jedes normale Unternehmen nicht anders als die Kirche. Wenn du nun auf die "Herren" ansprichst: die katholische Kirche hat ihren Wurzeln im Judentum. Dort waren lange Zeit von der Religion vollkommen ausgeschlossen. In diesem Sinne muss ich sagen, war die katholische Kirche gegenüber dem Judentum sehr modern. Aber die genauen Hintergründe kenne ich dort auch nicht
  • Hat irgendjemand gesagt, dass die USA oder andere Industrieländer ihre massigen Gelder in teure Prunkbauten oder Waffen im Fall USA verschwenden sollen? Außerdem sind die kirchlichen Einrichtungen die größten Spendenorganisationen, ich sag nur Diakonie, Caritas, Arbeiter-Samariter-Bund, Brot für die Welt, Sternsinger .... hier gehen Spendengelder in Milliardenhöhe überall hin. Sag bitte also nicht, die Kirche täte nix gegen hungernde Kinder, das ist absolut falsch.

Elle schrieb:
Ich glaube, die katholische kirche hat mit den absichten jesus' nicht mehr so besonders viel zu tun und wenn er jetzt nochmal auf die erde kommen würde, würde er sich wahrscheinlich schwer wunder, was die katholische kirche aus seinen absichten gemacht hat.

edit: und dazu, dass der papst bis heute die ökumene verweigert und somit gottesdienste von evangelischen und katholischen verhindert und die evenagelische kirche nicht mal als kirche naerkennt, sag ich mal gar nichts. So viel zum thema toleranz und nächstenliebe.
Du fragst, was Jesus nach 2000 Jahren zur Kirche sagen würde? Ähnlich wär die Frage: Was würde Luther nach 500 Jahren zur evangelischen Kirche sagen? Beide wären aus dem Ergebnis nicht richtig glücklich gewesen, aber sie waren ja auch nur der Anfang. Und die katholische Kirche z. B. besteht genauso wenig wie die evangelischen Kirchen nur aus Jesus bzw. Jesus + Martin Luther.
Das mit der Ökumene ist nicht einfach so zu machen. Dafür gibt es viele Unterschiede. Vor allem das Sakramentenverständnis ist zu unterschiedlich, als dass man das einfach übergehen könnte. In der katholischen Kirche ist nach der Wandlung Brot und Wein zu einem "geistigen Symbol" für Laib und Blut Jesu Christi geworden. Das ist für uns einfach heilig, dafür gibt es ja auch den Tabernakel um die "Reste" aufzubewahren. In der evangelischen Kirche dagegen wird einfach mal, wenn's nicht reicht jemand losgeschickt um noch 'ne Flasche Wein zu holen die dann hinterm Altar nachgegossen wird. Und die Reste werden weggeschüttet / weggeschmissen bzw. unwürdig verwendet. So zum Beispiel eine evangelische Pfarrerin, die nach der Messe in der einen Hand den Kelch mit Wein und in der anderen Hand eine Bierflasche dann mit den Jugendlichen einen trinken geht. Und sagt mir nicht, das gibt's nicht: hab ich alles selbst gesehen. Und soetwas wäre aus "katholisch-theologischer" Sicht einfach unmöglich. Das soll hier nur exemplarisch für eines der Problemfelder stehen, die eine vollständige Ökumene unmöglich machen. Ist wie bei der Wiedervereinigung mit den beiden Geldsystemen: du kannst auch nicht einfach sagen: ihr gebt eure D-Mark ab, ihr eure Mark. Ihr bekommt beide eine neue Währung. Der Umtauschkurs wird jeweils einfach 1:1 festgelegt. Das geht nicht so einfach. Dafür müssen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, die alten Systeme müssen sich einander anpassen. Doch wer will schon seine Vorteile aufgeben? Niemand. Und so kann man auch nicht von beiden großen Kirchen sagen, dass die eine auf das die andere auf jenes einfach so verzichten muss; eben weil "das" und "jenes" eine wichtige Rolle in der Tradition spielen, die man nicht ausradieren kann, weil dann die Identität fehlt.
FreeMind schrieb:
Wenn der Sex nur der Fortpflanzung dient, warum gibt es dann eine biologisch (unfruchtbar Zeit) Verhütung bei der Frau? In der Regel (nein kein Wortwitz) weiss niemand (vorallem der Mann nicht) wann eine Frau fruchtbar ist, also wird es so oft versucht wie man die Möglichkeit dazu hat. Warum gibt es den Orgasmus bei beiden Partnern? Er wäre biologisch nicht notwendig! Vielleicht um bei den Menschen ein Verlangen und eine Lust zum Sex zu etablieren? Wenn Sex nur Fortpflanzung ist, dann wundere ich mich warum wir nicht einfache Paarungszeiten haben, und ansonsten die Gedanken (ganz im Sinne der Kirche) nicht weiter daran verschwenden.
Oh je, jemand der in Biologie nicht aufgepasst hat? Biologisch bedingte temporäre Unfruchtbarkeit gibt es bei allen Lebewesen. Bei denen in Freiheit länger, da somit sichergestellt ist, dass der Nachwuchs dann zur Welt kommt wenn auch überhaupt Nahrung vorhanden ist. Der Mensch hat sich soweit entwickelt, dass er immer ausreichend Nahrung & Wärme zum Heranwachsen der Kinder hat. Daher kann der Mensch auch rund ums Jahr Nachwuchs zeugen. Das sieht man ja auch bei den Wölfen und den (handzahm gezogenen Wölfen) Hunden. Wölfe haben auch nur eine bestimmte Zeit der Fortpflanzungs, während Hunde auch rund ums Jahr können, weil einfach die natürlichen Begrenzungen der Ressourcen fehlen. Und nur weil ein Mensch zwölf/dreizehn mal im Jahr eine natürliche Verhütung hat, heißt das noch nicht, dass der Mensch zwölf/dreizehn Mal im Jahr Kinder zur Welt bringt.
Der Orgasmus ist biologisch zwar nicht notwendig, doch nützlich. Denn dadurch wird der Körper stark gefordert: es gibt einen "Test" von Herzen, Gesundheitssystem etc. Denn nicht umsonst wird gesagt, dass regelmäßiger Sex zu einem besseren Immunsystem führt und die Menschen körperlich fitter sind. Dass die meisten Damen hier vom reinen Geschlechtsverkehr keinen Orgasmus bekommen (wenn mal sämtliche Hände und Vorspiel weggelassen werden) zeugt nicht gerade von einer Notwendigkeit des Orgasmusses. Und du hast schön die Worte "Verlangen" und "Lust" gebraucht: Verlangen und Lust ist nichts biologisches, sondern was rein psychisches. D. h. es ist für ein Leben nicht notwendig. Aber durch unseren Verstand wollen wir mehr als nur das rein körperliche. Und daher macht nur die Psyche die Lust auf Sex aus. Sex ist also ein rein geistiges Verlangen, kein körperliches. Und daher müsste dieses Verlangen eigentlich auch unter Kontrolle stehen, ansonsten wird jemand Sex-abhängig.

Sternschnuppe_X schrieb:
Natürlich KANN man verzichten, wenn es sein muß - aber muß es denn sein? Sex ist etwas Wunderschönes - dein Beitrag klingt, als hätte ich von einer Art von "zwanghaftem Sexdrang" gesprochen. Das habe ich nicht. Aber die meisten Menschen, die Sex einmal erlebt haben, mögen ihn wohl nicht mehr missen...
Logisch kann man verzichten, auch wenn es nicht sein muss. Denn wie würden denn zum Beispiel Paare, die sich aufgrund der Arbeitssituation ein halbes Jahr nicht sehen können wieder aufeinander freuen können? Denn schließlich muss ja nach deiner Ansicht niemand auf Sex verzichten, demzufolge kann ja jeder der beiden in der Zwischenzeit sich andere Sexpartner suchen, um damit seinen Nnatürlichen Wunsch nach Sex (wie du es so schön beschrieben hast) ausleben zu können.
Sternschnuppe_X schrieb:
Klar. Natürlich gibt es für viele Menschen dort wichtigeres als AIDS, nämlich das tägliche Überleben. Trotzdem ist es falsch, die Krankheit totzuschweigen, denn sie ist ein elementarer Bestandteil des Problems. Zum Thema "bezahlen" - es ist nicht so, als hätte die katholische Kirche kein Geld. Selbst wenn man davon ausginge, daß das Verteilen von Kondomen kein Teil von "Entwicklungshilfe" sein sollte, so ist das GELD für Kondome nicht das entscheidende Problem. Das liegt vielmehr in der Einstellung der katholischen Kirche und ihrer (negativen) Einflußnahme und Propaganda, was die Benutzung von Kondomen angeht.
Mhhm, dann lies dir bitte nochmal den Beitrag von Mario2003 durch. Und nach deinen Worten dürfte es in Ländern, in denen die katholische Kirche nicht vertreten ist, fast kein AIDS geben, weil ja alle Kondome dann fleißig benutzen, die die Leute von der Aufklärungskampagne den Leuten da gegeben haben. Wo lebst du denn?

Sternschnuppe_X schrieb:
An welcher Stelle ist denn bitte "nicht angepaßt" gleichzusetzen mit "nicht anpassungsFÄHIG"? *lol* Deine Argumentation paßt vielleicht irgendwo ins Tierreich. Aber "nicht angepaßt" in dieser Gesellschaft letztendlich mit "zum Aussterben verdonnert" und "rückständig" gleichzusetzen, finde ich mehr als unqualifiziert. Es wäre schlimm, wenn es so wäre. GERADE die "nicht Angepaßten" sind es doch, die etwas VERÄNDERN. Die "Angepaßten" sind die, die nicht den Mut zu einer eigenen Meinung haben und damit keinen Fortschritt ermöglichen.
Nach allgemein Darwinscher Lehre müssen sich alle anpassen, damit sie überleben, und die, die sich eben nicht anpassen sterben entweder aus eigenem Willen aus oder weil sie sich eben nicht anpassen können, also "nicht anpassungsfähig". Das soll's zur nicht ganz glaubwürdigen Darwinismus gewesen sein. Gehen wir mal in die Politik: wer sich nicht anpassen will, sind doch eigentlich diejenigen, die jeden Fortschritt aufhalten wollen. Wer bezeichnet sich in der Politik als diejenigen, die sich nicht anpassen wollen? Die ganz linken und die ganz rechten, die ihre alten Systeme behalten wollen und jede Diskussion über was Neues ablehnen. Wenn du dich in einem Streit nicht anpasst und der andere auch nicht, bleibt jeder stur auf seiner Meinung hängen und es wird nie eine Lösung geben. Also Anpassung muss sein. Bevor ich hier falsche Gedanken erzeuge: anpassen heißt nicht gleichmachen. Nicht diejenigen, die angepasst sind müssen auch die gleiche Meinung / Ansicht vertreten. Aber wer sich nicht anpasst, also versucht die Gedanken anderer nachzuvollziehen, der hat verloren.
Sternschnuppe_X schrieb:
Wie schon gesagt: Mag sein, daß es für DICH darum ging. Aber der Hintergrund dieser gesamten Veranstaltung war reinste Politik. Ich sage nicht, daß es für den einzelnen nicht auch ein beeindruckendes Erlebnis sein kann. Nur sollte ihm dabei bewußt sein, vor welchem politischen Hintergrund sich das ganze abspielt.
So, ich war dabei, hab es erlebt und es war für uns alle da keine politische Veranstaltung. Du hast es (wenn überhaupt) nur mal kurz im Fernsehen was darüber gehört, aber für dich war es reinste Politik. Dann frage ich mal jemanden, der nicht dabei war (also dich), was dort politisch war. Lass dabei aber die Beiträge von Fernsehen und Rundfunk außer Betracht, denn diese waren kommentiert und hatten damit die Meinung EINES Kommentatoren jeweils. Ich warte .....

Sternschnuppe_X schrieb:
Nein, Luther hatte keine Abspaltung vor. Aber die Mißstände in der katholischen Kirche waren so eklatant, daß er - als einer der wenigen - das Gefühl hatte, nicht dazu schweigen zu können. Er wollte keine Revolution, aber die katholische Kirche war schon damals so starr und verbohrt wie heute. Nicht Martin Luther spaltete sich bewußt ab - die katholische Kirche duldete keine "Abweichler" in ihren Reihen.
Danke, dass du mir hier wenigstens Recht gegeben hast. Aber bedenke auch, dass nicht nur die katholische Kirche diese "Abweichler" rausgeschmissen haben soll. Viele haben einfach ohne dem entsprechenden Wissen etwas angeprangert und damit im Namen von Martin Luther eine zweite Kirche gegründet.
Sternschnuppe_X schrieb:
Eine mit etwas weniger weltlichem Prunk und Protz, eine, in der JEDER Gläubige die Messe verstehen kann, auch ohne daß er Latein kann, eine, in der die Menschen keinen "Vermittler" zu Gott brauchen.

Mag sein, daß dieses Gottesverständnis nicht jeder teilt. Aber ich finde die Vorstellung von einem Gott, der jedem einzelnen auch ohne Mittelsmann zuhört, der Sünden ohne Ablaß (ich weiß, ist veraltet...) und Beichte bei einem anderen Menschen vergibt, schön. Wozu braucht Gott einen "Stellvertreter" auf Erden, der sich verehren läßt wie ein Popstar?
Übrigens, Latein wurde eingeführt, damit alle überall die Messen verstehen konnten. Latein war eine Sprache, die in jedem Land bekannt und übersetzbar ist. Geh heute mal zu einem internationalen Gottesdienst in mehreren Sprachen: du hast keine Ahnung, wo der andere gerade ist. Ist allerdings die Messe in Latein, kannst du jederzeit nachverfolgen, was gerade gesprochen wird. Argument "Latein konnten die einfachen Leute nicht verstehen" stimmt auch nicht ganz: auch damals gab es eine Art von Religionsunterricht, wo die lateinischen Messtexte den Leuten verständlich gemacht wurde, indem ihnen die Worte und der Inhalt erklärt worden. Und auf dem Weltjugendtag war ich froh über eine lateinische Messe, weil ich dadurch wenigstens mitbeten konnte. Von welchem "Vermittler" sprichst du eigentlich? Ich brauche für meinen sonntäglichen Gottesdienst keinen Vermittler. Außer du meinst natürlich den Pfarrer: dann muss ich dir sagen, dass in der evangelischen Kirche hier du mehr auf diesen Vermittler angewiesen bist, weil der größte Teil besteht einfach aus zuhören. Zuhören zur Auslegung der Schrift, wo dir der Pfarrer den Inhalt vorgibt. Bei uns nimmt das weniger Ausmaß an, da wir mehr Gebete drin haben und es mehr an das Tun binden, was keinen Vermittler braucht.
Und zum Papst: Gott hat keinen Stellvertreter. Der Papst ist Vertreter (nicht Stellvertreter!) Gottes auf Erden, er ist in der Nachfolge von Petrus! Und dass er bejubelt wird, ist ja wohl nicht seine Schuld, oder? Ich hab ihn jedenfalls nicht sagen gehört: Kommt her und betet mich an und jubelt mir zu.



So, Feierabend, sonst wird der Beitrag entschiedend zu lang!
Quedel
 
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Quedel schrieb:
Erstmal ein großes Dank an alle, dass es hier halbwegs sachlich bleibt.
Dito, es geht ja hier auch um eine vernüftige Diskussion zu dem Thema und nicht um eine "Kneipenschlägerei"

Quedel schrieb:
Oh je, jemand der in Biologie nicht aufgepasst hat? Biologisch bedingte temporäre Unfruchtbarkeit gibt es bei allen Lebewesen. Bei denen in Freiheit länger, da somit sichergestellt ist, dass der Nachwuchs dann zur Welt kommt wenn auch überhaupt Nahrung vorhanden ist. Der Mensch hat sich soweit entwickelt, dass er immer ausreichend Nahrung & Wärme zum Heranwachsen der Kinder hat. Daher kann der Mensch auch rund ums Jahr Nachwuchs zeugen. Das sieht man ja auch bei den Wölfen und den (handzahm gezogenen Wölfen) Hunden. Wölfe haben auch nur eine bestimmte Zeit der Fortpflanzungs, während Hunde auch rund ums Jahr können, weil einfach die natürlichen Begrenzungen der Ressourcen fehlen.
Das ist etwas, was mich bei der Argumentationsweise extrem stört! Ich habe nichts anderes gesagt nur dein erster Satz grenzt deine (gleiche) Argumente von meinen ab. Also entweder liesst du meine Beiträge nicht richtig durch oder ich schreibe so unverständlich. Das ist im oberen Bereich das Thread schoneinmal vorgekommen. Ich nehme aber mal noch an das es ein Versehen ist.
Im übrigen, der Fortpflanzungtrieb das mänlichen Hundes ist tatsächlich das ganze Jahr aktiv, währendesen das andere Geschlecht ganz bestimmte definierte Paarungszeiten hat.

Quedel schrieb:
Und du hast schön die Worte "Verlangen" und "Lust" gebraucht: Verlangen und Lust ist nichts biologisches, sondern was rein psychisches. D. h. es ist für ein Leben nicht notwendig. Aber durch unseren Verstand wollen wir mehr als nur das rein körperliche. Und daher macht nur die Psyche die Lust auf Sex aus. Sex ist also ein rein geistiges Verlangen, kein körperliches. Und daher müsste dieses Verlangen eigentlich auch unter Kontrolle stehen, ansonsten wird jemand Sex-abhängig.
Wenn ich mit deiner Methoden hier ein Gegenargument aufbauen würde, könnte ich jetzt also anbringen das nach der Beschreibung der Verstand auch nicht zum leben gebraucht wird. Dem stimmen wir aber wohl beide sicherlich nicht zu. Ich denke aber das die körperlichen Merkmale das Paarungswillen nicht nur durch den Verstand sondern gerade durch den Trieb aktiviert werden. Ein nicht nachgeben dieses Triebes wiederrum fordert den Verstand und in diesen dringt die Dogmen der Kirche neben vielen anderen Faktoren ein. Die andere Faktoren sind moralische bzw. gesellschaftlichen Zwänge die verhindern das der Trieb zuweit ausufert

Quedel schrieb:
Logisch kann man verzichten, auch wenn es nicht sein muss. Denn wie würden denn zum Beispiel Paare, die sich aufgrund der Arbeitssituation ein halbes Jahr nicht sehen können wieder aufeinander freuen können? Denn schließlich muss ja nach deiner Ansicht niemand auf Sex verzichten, demzufolge kann ja jeder der beiden in der Zwischenzeit sich andere Sexpartner suchen, um damit seinen Nnatürlichen Wunsch nach Sex (wie du es so schön beschrieben hast) ausleben zu können.
Ja, man könnte sich andere Sexpartner such, aber auch zum eigenen Handbetrieb übergehen. Das habe ich als Mögliche alternative mal vorausgesetzt.

Quedel schrieb:
Mhhm, dann lies dir bitte nochmal den Beitrag von Mario2003 durch. Und nach deinen Worten dürfte es in Ländern, in denen die katholische Kirche nicht vertreten ist, fast kein AIDS geben, weil ja alle Kondome dann fleißig benutzen, die die Leute von der Aufklärungskampagne den Leuten da gegeben haben. Wo lebst du denn?
Das ist irgendwie eine (un)bewußte falschauslegung das Inhaltes. Natürlich gibt es in Ländern wo Kondome verfügbar sind auch HIV Infizierte, den es gibt auch da Leute die ungeschützten Geschlechtverkehr haben, aber du mußt doch wohl zustimmen wenn es kein Kondome gäbe wären es deutlich mehr.
Kodome verhindern nachgewiesen das Risiko eine HIV infektion, und ohne gibt es nur einen sehr labilien natürlichen Schutz (ja es gibt Menschen die sich nicht mit HIV anstecken können).

Quedel schrieb:
Nach allgemein Darwinscher Lehre müssen sich alle anpassen, damit sie überleben, und die, die sich eben nicht anpassen sterben entweder aus eigenem Willen aus oder weil sie sich eben nicht anpassen können, also "nicht anpassungsfähig". Das soll's zur nicht ganz glaubwürdigen Darwinismus gewesen sein.
Was ist daran nicht glaubwürdig? Sprichst du hier die christliche Fudamentalen Irrglaube das "Intelligenten Designs" an? Die Darwinischen Lehren gelten in der Natur und auch bei den Menschen. Sie berechnen nur den schwachen unbedeutetenden (in diesem Fall) Mitleid der Menschen nicht mit ein. Somit gibt es einen unbedeutenden Schutzfaktor der zu schwachen oder nicht allein lebensfähigen Lebewesen eine chance zum leben bietet.
Ansonsten wüßte ich gerne mal was an Darwin falsch sein sollte (anerkannte belegbare wissenschaftlich Argumente).

Quedel schrieb:
Übrigens, Latein wurde eingeführt, damit alle überall die Messen verstehen konnten. Latein war eine Sprache, die in jedem Land bekannt und übersetzbar ist.
Es sprachen zumindest die meisten Kleriker/Gelehrten, aber nicht das einfach Volk und ich glaube nicht das in den 400 Jahren Mittelalter (früh, +spät) Religionsunterricht gab. Das stimmt wohl nur für die Bessergestellten.

Gruss
AleX
 

Benutzer10736 

Benutzer gesperrt
Irgendwie fühle ich mich hier, als würde ich mit dem Mitglied einer Sekte diskutieren. *lol* :tongue: Und genau aus diesem Grund klinke ich mich hier an dieser Stelle aus. Weil man mit dieser Art von Menschen überhaupt nicht diskutieren KANN.

Wüßte gar nicht, wo ich anfangen sollte mit antworten. So viel Ignoranz, soviel "bewußtes Mißverstehen"... na ja, lassen wir das, es ist spät und zum Glück hab ich ein Leben außerhalb dieses Forums...

Sternschnuppe
 

Benutzer10463  (34)

Verbringt hier viel Zeit
Quedel schrieb:
. Aber durch unseren Verstand wollen wir mehr als nur das rein körperliche. Und daher macht nur die Psyche die Lust auf Sex aus. Sex ist also ein rein geistiges Verlangen, kein körperliches. Und daher müsste dieses Verlangen eigentlich auch unter Kontrolle stehen, ansonsten wird jemand Sex-abhängig.

Wohl noch nie was von Freud gehört? Der mensch (von mir aus auch tier) hat natürliche triebe, einer davon ist der sexual trieb, der in jedem von uns steckt. Es ist einfach ein bedürfnis, ein körperliches bedürfnis,
und kein "rein geistiges verlangen". Es gibt niemanden, der diesen trieb nicht hat oder sein leben lang unterdrücken kann, was ja der fall sein müsste, wenn er "geistig" wäre; denn unserern verstand können wir schliesslich beeinflussen, unsere körperlichen bedürfnisse nicht (wie auch durst und hungergefühl).


Quedel schrieb:
Aber wer sich nicht anpasst, also versucht die Gedanken anderer nachzuvollziehen, der hat verloren.

Seh ich ganz genau so. Also hat die katholische kirche verloren.


edit: UNd nochmal zu dem Frauenproblem: Sag mir doch einfach einen triftigen grund, mit dem die katholische kirche begründet, dass Frauen keine hörheren ämter (und damit mein ich jetzt nicht kindergärtnerin in einem katholischen kindergarten oder haushälterin o.ä.) bekleiden dürfen. Hat das nicht auch etwas mit "sich anpassen" und "die gedanken anderer nachzuvollziehen", wie du es so schön gesagt hast, zu tun???

elle
 

Benutzer34788 

Verbringt hier viel Zeit
Da es bei mir im Moment etwas knapp mit der Zeit ist, kann ich leider ein paar Tage nicht antworten. Ich hab das hier nicht vergessen und werde meinen Senf dazugeben, auch wenn Sternschnuppe_X schon aufgegeben hat.

MfG Quedel
 
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