wer denkt noch so wie ich ?

Benutzer36879 

Benutzer gesperrt
ich wusste nicht wo das reingehört von den unterforen hier aber ich denke mal hier passt es am besten hin weil keines der anderen ansatzweise nah an das thema kommt.
ich bin 21 jahre alt und studiere, lebe bei meinen eltern und denke irgendwie bin ich nicht ganz koscher. ich habe z.B. überhaupt kein bedürfnis so schnell wie möglich auszuziehen und auf eigenen beinen zu stehen ,vllt mit 26 mal aber nicht jetzt. und da sehe ich welche die mit 19 ausziehen mit 21 heiraten usw. ich meine hallo? heiraten würde ich erst mit 30 weil ich finde dass das die passende zeit ist außerdem will ich noch vieles erleben bevor man sich so stark bindet.
entscheidungsfreudig bin ich auch nicht und bleibe lieber beim bekannten, und außerdem regt es mich auf dass wenn man mal leute nach einiger zeit sieht (seien es leute in meinem alter oder ältere verwandte oder bekannte) sie einen immer nur nach schule/ausbildung/studium/praktikum whatever fragen...
warum fragt keiner wie es mir persönlich geht?
ob ich privat das geschafft habe was ich wollte oder mir etwas bestimmtes leisten konnte?
als ob das glück in beruf/uni/schule gleichzusetzen wäre mit dem allgemeinen glück das man erfährt. ich habe auch nciht vor, in einigen jahren länger als 8h/tag zu arbeiten, mit 30 mal aber jetzt nicht..
manchmal denke ich ich habe zu wenig erlebt oder gesehen.. ich lasse auch gerne ganze wochen verstreichen mit nix tun xD

aber auf der anderen seite ist es auch ganz gut, so habe ich noch vieles vor mir ich denke nur biologisch sollte sich nach einer gewissen zeit schonwas ändern weil ich denke für alles gibt es eine goldene zeit

weiß auch irgendwie net so ganz ob ich deswegen traurig oder glücklich bin
 

Benutzer39497 

Sehr bekannt hier
Nun ja, du bist erst 21 und da ist es nicht ungewöhnlich, dass man noch zu Hause bei den Eltern lebt und sich noch damit Zeit lassen möchte auf eigenen Beinen zu stehen.

Es gibt natürlich Leute in deinem Alter oder noch jünger, die sich schon relativ früh festgelegt haben, ihren eigenen Weg gegangen sind und das Bedürfnis hatten aus der elterlichen Wohnung auszuziehen, sobald sie 18 Jahre alt sind.

Die Frage ist, ob du diese Leute als persönlichen Massstab für dein Leben nimmst und ob du das Gefühl hast, dass dir etwas dadurch entgeht, weil du nicht ebenso diesen Weg eingeschlagen hast und deshalb noch nicht so unabhängig bist.

Du könntest dich natürlich auch fragen, ob sich nicht jemand, der mit 20 bereits verheiratet ist, zu früh fürs Leben gebunden hat und dadurch einiges in seinem jungen Erwachsenenleben verpassen wird, was du in deiner Situation hingegen noch unbekümmerter nachholen kannst.

Das Problem ist immer, wenn man sich vor Veränderungen oder Entscheidungen scheut, dass man sich fragen kann was gewesen wäre, wenn man den Mut gehabt hätte diesen oder jenen Weg im Leben einzuschlagen und dass es auf diese Frage keine Antwort gibt.

Genauso kann aber jemand, der schon früh eine weitreichende Entscheidung wie die Eheschliessung fürs Leben getroffen hat, sich fragen was gewesen wäre und welche anderen Möglichkeiten sich ihm sonst noch geboten hätten, wenn er länger frei und ungebunden geblieben wäre.

Man kann auch schlecht sagen, dass man in jeder Hinsicht freier ist, wenn man auf eigenen Beinen steht, denn diese Art der gewonnenen Freiheit ist automatisch mit neuen Pflichten und Einschränkungen verbunden und eröffnet neue, vielfältige Möglichkeiten, zwischen denen man sich entscheiden muss.

Beides hat Vor- und Nachteile, man kann sich nur nicht für beides gleichzeitig entscheiden und es ist selbst dann eine Form der Entscheidung, wenn man entschliesst sich nicht bzw. noch nicht zu entscheiden.

Da du persönlich dazu neigst lieber beim Bekannten zu bleiben, tust du dich verständlicherweise schwer mit dem Gedanken in der nächsten Zeit auszuziehen und dein Leben abseits von der elterlichen Wohnung zu leben. Diese Einstellung kann aber und wird sich vermutlich bei dir in den nächsten Jahren noch ändern und deshalb hat dies jetzt auch keine Eile und du musst nichts übers Knie brechen, sofern die Eltern damit einverstanden sind, dass du noch bei ihnen wohnst und du mit der Situation einigermassen zufrieden bist.

Die Leute sind nun mal neugierig und fragen deshalb, wenn man sie erstmals oder nach langer Zeit wieder trifft, nach dem beruflichen Werdegang oder den beruflichen Plänen, weil dies nun mal ein zentrales gesellschaftliches Thema ist, weil sich dadurch ein guter Einstieg in ein Gespräch anbietet und weil der Beruf eines Menschen eben doch einiges über ihn und seine derzeitige Lebensform aussagen kann.

Dass die Leute allerdings nicht einmal der Höflichkeit halber erst mal nachfragen wie es dir geht und was du im Moment so tust (auch in privater Hinsicht), das erstaunt mich allerdings schon.

Dass du ganze Wochen verstreichen lässt mit "nichts tun", ist natürlich wiederum etwas anderes und trägt möglicherweise auch zu dem Gefühl bei, dass du zu wenig erlebt oder gesehen hast. Das hat aber nicht unbedingt etwas damit zu tun wie sehr du dich in deine Arbeit oder dein Studium reinhängst oder welchen Weg du einschlägst, sondern eher mit der persönlichen Lebenseinstellung und der Fähigkeit sich selbst motivieren zu können. Streng genommen wird aber in unserer Gesellschaft leider Vieles als "nichts tun" bezeichnet, das nicht mit dem Beruf oder einem sinnvollen Hobby in Verbindung gebracht wird. Letztlich sollte sich deshalb jeder für sich selbst, unabhängig von der Meinung der anderen, fragen, ob er mit dem was er tut das Gefühl hat nichts zu tun und ob er deshalb etwas daran ändern möchte oder zufrieden mit dem jetzigen Zustand ist.

Man kann es natürlich so betrachten, dass es für alles eine goldene Zeit gibt, aber man kann zu vielen Zeiten im Leben viele Dinge mitunter auch zum ersten Mal verhältnismässig spät erleben und erfahren und es dennoch geniessen und als wertvolle Erfahrung verbuchen. In dieser Hinsicht musst du dir also wirklich noch keine so grossen Gedanken machen, denn in deinem Alter und deiner Situation ist es sinnvoll dich erst einmal aufs Studium zu konzentrieren und das Leben in den jungen Jahren sowohl für dich selbst wie auch gemeinsam mit guten Freunden und Bekannten zu geniessen. Es ist nicht so schlimm, wenn man sich mit 21 noch nicht so wahnsinnig erwachsen und reif fühlt, denn das ist normal und geht vielen anderen in deinem Alter genauso.
 

Benutzer56469  (36)

Beiträge füllen Bücher
Also ich seh das teilweise so wie du aber was kümmern dich denn die anderen Leute? Wenn andere Leute von der Brücke springen springst du ja auch nicht oder? Und wenn die mit 21 heiraten dann ist es halt so, werden schon sehen was die davon haben - ich wage mal zu bezweifeln dass das bei den meisten eh nicht lange hält und die in ein paar Jahren die Scheidung einreichen. :zwinker:

Ausserdem wenn man gefragt wird wie es einempersönlich geht sagen die meisten sowieso "Mir geht es gut" und das ist in den meisten Fällen eh eine dahergesagte Floskel wenn nicht sogar ne Lüge. Und die meisten die das fragen sind sich dessen bewusst und weil sie aber nicht Seelenklempner spielen wollen fragen sie nicht.

Shit happens!
 

Benutzer48403  (51)

SenfdazuGeber
und außerdem regt es mich auf dass wenn man mal leute nach einiger zeit sieht (seien es leute in meinem alter oder ältere verwandte oder bekannte) sie einen immer nur nach schule/ausbildung/studium/praktikum whatever fragen...
warum fragt keiner wie es mir persönlich geht?
ob ich privat das geschafft habe was ich wollte oder mir etwas bestimmtes leisten konnte?
als ob das glück in beruf/uni/schule gleichzusetzen wäre mit dem allgemeinen glück das man erfährt.

Ich denke, das hängt mit den allgemeinen gesellschaftlichen Konventionen zusammen. Unsere Gesellschaft ist sehr leistungsorientiert, das heisst, man ist einem ständigen Leistungsdruck ausgesetzt. Das beinhaltet aber auch Konkurrenzkampf, woraus auch mal Neid entstehen kann.
Also wenn man mich ständig nach solchen Dingen fragen würde, würde mir das auch zu denken geben, auch würde ich die Vermutung bekommen, dass die Fragen nicht wegen des allegemeinen Interesses sind, sonder eher, um zu prüfen, wie weit ich das oder jenes schon geleistet hatte, und falls mehr als die anderen, könnten andere neidisch darauf werden.
Ich selbst bin davon eigentlich nicht betroffen, kenne das aber sehr wohl aus meinem Bekanntenkreis, wo einige Freunde von mir sich mit ähnlichem rumschlagen müssen.

Ehrlich gesagt, diese ganze Karrierementalität gefällt mir auch nicht. man macht sich unnötig Druck, denn letztendlich kann man sich nicht daran erfreuen, weil immer wieder der Drang nach "mehr" besteht.
Ich falle auch stark aus der Masse, weil ich so vieles nicht habe, was andere auch haben. Und? Muss ich denn nach Status streben, damit ich akzeptiert bin in der Gesellschaft bin? Nein, ich muss gar nichts! Ich gehe keine Freundschaften mit Leuten ein, die darüber kritisieren müssen, mein Leben geht niemanden was an.
Ich hab noch immer gemacht, was ich wollte, ich habe nun mal eine Revoluzzer- und "Gegen-den-Strom-schwimm"-Einstellung, und die lege ich auch nicht ab. Denn ich bestimme immer noch selbst über mein Leben, und nicht die Gesellschaft.

Dass man nicht mehr nach dem persönlichen Wohlbefinden gefragt wird, musste ich allerdings auch schon feststellen. Allerdings nicht in dem Masse, wie Du es beschreibst, meine Freunde, mit denen ich regelmässig zu tun haben, fragen mich allerdings öfters, wie es mir geht.
Wie sieht es in der Hinsicht bei Dir aus? Möglicherweise musst Du mal Deinen Freundeskreis überdenken, wenn dieser sich nicht so verhält, wie Du es erwartest.
 
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