Wenn Zwänge das Leben einengen... Gehts euch genauso?

D

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Gast
Naja, früher bin ich immer vorm Schlafengehen durchs Haus gelaufen, nen richtigen Rundgang hab ich gemacht. Herdplatten, Bügeleisen, Fernseher, Lichtschalter usw. überprüft, damits in der Nacht net das Brennen anfängt.

Das ist jetzt vorbei - zum Glück.

Jetzt hab ich andere Dinge, die aber net so wild sind:

1. Ich greif ständig an meinen Rucksack und guck, ob er noch zu ist. Oder dreh mich um, ob ich was verloren hab.

2. Ich drück immer an meinem Hals rum, ob eine Drüse geschwollen ist.
 
S

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Gast
Zwänge sind wirklich schrecklich. als Kind und in der pubertät war ich davon auch sehr stark betroffen. Ständiges Nachschauen ob die Türe zugesperrt ist, ob wohl niemand unter dem Bett ist (...) u.ä. was aber noch schlimmer für mich war: wenn ich z.b. mit der linken hand in kaltes wasser gegriffen habe mußte ich es auch mit der rechten hand tun. oder wenn ich mich eingezwickt habe, dann musste ich das gleiche gefühl auf der gegenüberliegenden seite auch spüren. das war wirklich schrecklich, doch das habe ich nun gar nicht mehr. auch schlimm war der zwang, dass ich zb. beim einkaufen nicht einfach das erste packerl oder die erste flasche nehmen konnte. ich musste immer eine nehmen und wenns nicht "gepasst" hat, nur vom gefühl her, eine andere nehmen, das ging so weit dass ich schon bei der kasse gestanden habe und wieder zurückgegangen bin, weil das ausgewählte produkt doch irgendwie falsch war. jaja, gut dass das vorbei ist :smile:
 

Benutzer22461 

Verbringt hier viel Zeit
Es scheint,dass es bei den Meisten hier echt nur ein kleiner Tick is, den sie "beherrschen" und der ihr Leben nicht besonders einschränkt.

Wenn ich mir das nochmal bei mir überlege, als ich noch klein war hatte ich auch schon so Angewohnheiten wie " Du musst den Wasserhahn so feste zudrehen, dass gaaar kein Tropfen mehr rauskommt, sonst überschwemmt alles" oder " du musst unterm Bett, hinter der Tür, im Schrank nachschaun, ob da auch wirklich niemand steht" Aber ich weiß null, woher und warum ich sowas hab...

Von den Antworten hier, erkenne ich mich am meisten in der Antwort von Alvae wieder. Vieles was sie angesprochen hat, hatte/habe ( ich weiß es nicht so genau) ich auch. Manchmal habe ich das Gefühl ich "beherrsche" den Zwang, aber genauso oft fühle ich mich hilflos...

@Silke ...mich würd des Buch interessieren. Von welchem Autor isses denn??
Es tut mir sehr leid, was du durchmachen musst... ich wünsch dir ganz viel Kraft, dass du es bald packst diesen Zwang zu besiegen oder wenigstens lernst mit ihm umzugehen.

Liebe Grüße
Nastasia
 

Benutzer27435  (46)

Verbringt hier viel Zeit
Mein Zwang fing auch mit den "normalen" Ticks an und es wurde dann mal wieder besser und nach einige Jahren so schlimm wie vor 2 Jahren.

Die ganz schlimmer Zeit hatte ich dann fast 1 Jahr lang und es war die Hölle, für mich, meinen Mann und meine damals 2-jährige Tochter.

Heute ist sie 5 und ich habe eigentlich ihr zuliebe das kämpfen angefangen.

Kurz bevor ich die Medis genommen habe, sagte ich mal zu meinem Mann, das es besser wäre, wenn ich mir das Leben nehmen würde, nur damit er und unsere Kleine ein normales Leben führen können.

DAS BUCH: "Wenn Zwänge das Leben einengen", vom PAL-Verlag
Autor: Nicolas Hoffmann


In einem dieser Fälle habe ich mich wieder gefunden und beim lesen wird es einem noch einmal mehr bewusst wie schlimm das ganze ist.

Ich für mich würde jetzt sagen das ich durch die Medis so ca 80% Besserung erreicht habe und hoffe das ich in der Therapie den Rest schaffen werde, auch wenn es nie ganz weg gehen wird.

Irgendwann habe ich den ganzen Mut zusammen genommen und mit meiner Umwelt darüber gesprochen, denn man hat sich auch Gedanken gemacht, warum ich alle gemieden habe.

Habe Ausreden erfunden um nicht auf Geburtstage zu müssen, bis mich meine Oma gefragt hat was sie mir getan hätten weil ich nicht mehr gekommen bin.

Als ich ihnen davon erzählt habe, habe sie versucht es zu verstehen und es respektiert.
Das wichtigste war aber, das sie wussten das ich nichts gegen sie hatte.

Alles haben mich sehr unterstützt.

Heute bin ich froh, das ich wieder mit allen Kontakt haben konnte, denn ca 1 Jahr nach den 1. Besuch bei meiner Oma ist sie gestorben.

Ich habe sehr an Ihr gehangen.
Bin damals mit 19 Jahren zu ihnen gezogen und sie war für mich Freundin, Mutter und Oma zugleich.

Wenn ich es nicht geschafft hätte, würde ich mir heute sehr grosse Vorwürfe machen.
So hatte ich aber dieses 1 Jahr noch die Möglichkeit sie zu besuchen, auch wenn ich mir noch immer Gedanken mache, das ich fast 1 Jahr nicht mit ihr verbringen konnte.

Der Tod von ihr zieht mich noch sehr runter, da es noch nicht lange her ist, war im letzten November.

Klar habe ich noch immer Probleme mit der Krankheit.
Beim Müll runter tragen, ist alles gut durchdacht.

Ich habe extra Schuhe und Kleidung dazu, und wenn ich den Müll runter trage, richte ich es so ein, das die Waschmaschine frei ist, das die Kleidung dann direkt dort rein kommt und gewaschen werden muss und ich duschen gehe.

Auch wird frisch gewaschene Wäsche, die mir auf den Boden fällt wieder gewaschen.
Mein Mann darf die Wäschekörbe mit der sauberen Wäsche nicht berühren usw.

Wenn ich mir Schuhe anziehe, die ich mit den Händen berühren muss, dann wasche ich mir danach die Hände.

Möbel werden abgewaschen, wenn sie mit etwas in brührung kommen wo ich ein Problem mit habe usw.

Diese Zwangsgedanken beschäftigen einen 24 Std am Tag.

Falls jemand dazu noch Fragen haben sollte, dann beantworte ich sie gerne.
 

Benutzer4053  (38)

Verbringt hier viel Zeit
jau.. beispiel brötchen holen: geldbeutel suchen, schlüssel suchen. geld zählen. schauen ob der schlüssel da ist. geldtasche fühlen, zählen ob wirklich genug da ist. runter gehen, vor der haustür (innen) nochmal schauen ob der schlüssel da ist, draußen nochmal nach dem geld schauen. los gehen, an der ampel geld zählen, über die straße gehen, geld zählen. zum becker gehen, und während ich bestelle geld zählen.

sollte ich erwähnen das der bäcker genau gegenüber ist? *g*

eine bekannte von mir hatte einen zwang mit hände waschen. das sind mit den jahren nur noch wunden geworden. es ging soweit, dass sie eine dicke paste auf die hände bekommen hat, und diese eingegipst wurden weil die haut hätte platzen können. danach ging das mit dem waschzwang besser. solche zwänge sollten dringend behandelt werden wenn sie anfangen schädlich zu werden!
 
L

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Gast
Ich geh auch manchmal auch nochmal zurück zum Auto um zu gucken ob es zu ist, aber das ist ja kein wirklicher zwang!
Richtig zwang ist es eigentlich nur wenn man es wirklich JEDESMAL macht!
 
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