Wenn ich an die Arbeit denke wird mir schlecht...

Benutzer110905 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo ihr Lieben...


ich muss mir hier einfach mal wieder was von der Seele reden und vielleicht hat der Eine oder Andere auch einen Ratschlag für mich. Wie ihr aus der Überschrift schon entnehmen konntet geht es um meine Arbeit. Ich bin Callcenter-Agent (und bevor die üblichen Hasstriaden über meinen Job losgelassen werden, vorab schon mal zur Entkräftung: Ich arbeite in einem tüvgeprüften Unternehmen, das saubere Arbeit leistet. Keine Kaltaquise, keine Kundennötigung. Wir sind also keins von den Centern, die auf die Robinsonliste gesetzt werden.). Und mir hat meine Arbeit immer Spaß gemacht, das Team ist toll, meine Vorgesetzten auch. Lange Zeit habe ich für einen namenhaften Buchclub telefoniert. Vor einer Woche bin ich auf ein neues Projekt geschult worden. Und dieses Projekt ist das Problem. Ich kann mich damit einfach nicht identfizieren, fühle mich nicht wohl darin. Es ist ein tolles Projekt, das vielen totale Freude bereitet, aber ich komme damit nicht klar. Wenn ich an meinem Pc sitze, das Headset aufhabe und sehe, das gleich ein Anruf reinkommt wird mir übel. Ich bekomme schwitzige Hände und würde den Kunden am Liebsten einfach wegdrücken. Es hat nichts damit zu tun, das es ein Inboundprojekt ist, das habe ich auch früher schon mal gemacht, aber alles in mir sträubt sich dagegen. Ich habe Freitags frei und denke Donnerstag nach Dienstschluss: Scheiße, Du musst Montag wieder dieses Projekt telefonieren.
Mein Problem: ich bin teuer geschult worden. 2 Tage jeweils neun Stunden und bin Ergebnistechnisch nicht schlecht. Meine Vorgesetzten sind also mit meiner Arbeit zufrieden. Deswegen kann ich doch jetzt nicht nach 8 Tagen zu ihnen gehen und sagen, trotz teurer Schulung und zufriesenstellender Arbeit möchte ich das Projekt nicht mehr telefonieren. Hinzukommt, das diese neue Sache ein relativ großes Ding bei uns werden soll und über kurz oder lang werden viele nach dieser Testphase darauf eingeschult. Was, wenn sie mich dann entlassen, weil ich die neue Sache nicht telefonieren will? Schließlich brauch ich den Job. Jetzt muss ich bald arbeiten und mir ist schon wieder total schlecht...
 

Benutzer110969 

Sorgt für Gesprächsstoff
Also wenn das nicht besser wird, dann musst du doch irgendwann mit deinen Vorgesetzten reden. Wie stellst du dir das sonst vor? Dass dir jeden Tag schlecht ist und du dich da durchquaelst ist sicher keine Dauerloesung. Klar, anfangs sollte man mal versuchen sich zusammenzureissen aber wenn das nich geht, dann gehts halt nicht.

Ich hoffe deine Chefs haben dafuer Verstaendnis. A propos Verstaendnis, was ist das eigentlich fuer ein Projekt? Muss ja schon etwas komisches sein irgendwie, wenns dir so auf den Magen schlaegt. Oder darfst du darueber nich reden?
 
M

Benutzer

Gast
Wenn es dir wirklich unmöglich ist, für diese Projekt zu arbeiten, musst du auf jeden Fall mit einem Vorgesetzten reden. Es darf nicht sein, dass dich dein Job krank macht. Dafür sollten auch die Vorgetzten Verständnis haben, da es sicherlich in ihrem Interesse liegt, gesunde und motivierte Mitarbeiter zu haben und nicht jemanden, der sich regelmäßig krank melden muss, weil das Projekt Übelkeit verursacht.

Auch wenn der Ratschlag jetzt etwas spät kommt, wäre es vielleicht beser gewesen schon vor der Schulung zu sagen, dass diese Projekt dir nicht liegt und du lieber etwas anderes machen würdest.
 

Benutzer110905 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich nahm an, dass es nun nicht umbedingt von Belang ist, was ich da Telefoniere. Es geht um Hotelgutscheine, die Leute erwerben können. Die rufen bei uns an und wir müssen ihnen das genau vorstellen und bei Wunsch eben auch verkaufen. Wie gesagt, da ist nichts komisch dran. Aber als Telefonist erhälst du eine Gesprächsleitfaden den du zwar nicht sklavisch einhalten musst, aber dich schon dran halten solltest. Und es fägt schon damit an, das ich mich mit dem einfach nicht identifizieren kann. Das bin nicht ich, da muss ich mich zu sehr verstellen. So sprech ich nicht, so bin ich eben einfach nicht.

@MichaXYZ: ich habe aber leider erst beim eigentlichen telefonieren gemerkt, dass das nicht meins ist.
 

Benutzer54399 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich verstehe irgendwie das Problem nicht so ganz.

Wieso musst du dich dabei verstellen? Du wirst ja nicht die Worte in den Mund gelegt bekommen? Nur weil du mit den Leuten jetzt über Hotelgutscheine und nicht mehr über Bücher redest?
 
M

Benutzer

Gast
So stellt sich die Sache doch schon etwas anders dar. Ich war davon ausgegangen, dass du etwas verkaufen sollst, was dir Kopf- und Bauchschmerzen bereitet, weil es deinen Moralvorstellungen entgegen steht.
Nun klingt es ja eher so, als ob es dir nur widerstrebt, mehr oder weniger den Wortlaut des Gesprächsleitfadens wider zu geben.
Auch hier würde ich dir allerdings raten, dich an deinen Vorgesetzten zu wenden. Wie du schon schreibst, müsst ihr euch nicht sklavisch an den Leitfaden halten und wenn du deinen Vorgesetzten davon überzeugen kannst, deine Arbeit genauso gut zu machen, wie vorher, nur eben mit eigenen Worten, sollte dieser doch nichts dagegen haben. Zumindest sollte er offen sein für Vorschläge, da du ja gut mit ihm auskommst.
Vor allen Dingen werden es viele der Leute am anderen Ende der Leitung merken, wenn jemand nicht so redet, wie er es gewohnt ist und ich frage mich, ob das dem Erfolg nicht entgegenstehen könnte.
 
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren