Wenn euer Nachbar euer DLS über WLAN unbemerkt mitbenutzen sollte

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Benutzer48909 

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Da sehe ich das Problem. Grundsätzlich ist es ja nicht illegal o.ä.

Sicher? Da wäre ich mir gar nicht mal so 100% sicher. Wenn man die Telefonleitung des Nachbarn anzapft ist das ja auch illegal. Nur weil es jetzt Funkwellen sind würde ich nicht grundsätzlich ausschließen, dass man was verbotenes tut.
 
F

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Hi,

Das Überwinden einer Verschlüsslung zum Zugang in ein fremdes Netzwerk stellt einen Straftatbestand in DE dar. Was eine Verschlüsselung ist und wie stark sie sein muss um als solche zu gelten, müssen die Gerichte noch durch Einzelfälle herausfinden.

WEP ist eine Verschlüsselung, jedoch relativ einfach zu knacken. Vorallem wenn man ohne Stress nebenan wohnt.

WPA / WPA sind deutlich stärke Verschlüsselungen, jedoch mit dem Fehler das es den Nutzer die Stärke des Passworts überlässt. Und es gibt nicht wenige, die den Netzwerknamen als PW setzen, ohne ähnlich einfache.
Zudem werden einige Router mit berechenbaren Default-PW ausgeliefert die sich anhand der MAC-Adresse ermitteln lassen.

Netze ohne Verschlüsselung werden von jedem aktuellen Betriebssystem mittlerweile nahezu automatisch verbunden, d.h. aber nicht das man sich hierbei nicht Strafbar macht (Erschleichen von Leistungen z.b.).

Meine Nachbarn kommen sicherlich nicht in mein Netzwerk, und wenn kommen sie nicht besonders weit ;-).

AleX
 

Benutzer58933 

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Sicher? Da wäre ich mir gar nicht mal so 100% sicher. Wenn man die Telefonleitung des Nachbarn anzapft ist das ja auch illegal. Nur weil es jetzt Funkwellen sind würde ich nicht grundsätzlich ausschließen, dass man was verbotenes tut.

In Cafes und Hotels gibts doch auch W-Lan-Spots, sind ja letzendlich auch nur ungeschütze Leitungen. Aber sicher bin ich mir da jetzt auch nicht 100 %
 

Benutzer48909 

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In Cafes und Hotels gibts doch auch W-Lan-Spots, sind ja letzendlich auch nur ungeschütze Leitungen. Aber sicher bin ich mir da jetzt auch nicht 100 %

Die werden aber ja auch extra zu dem Zweck zur Verfügung gestellt und du hast als Hotelgast die grundsätzliche Genehmigung des Hotels, dass du dich über den Spot einwählen darfst.
Da ist die Sachlage ja eine ganze andere.
 

Benutzer23564  (39)

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Sicher? Da wäre ich mir gar nicht mal so 100% sicher. Wenn man die Telefonleitung des Nachbarn anzapft ist das ja auch illegal. Nur weil es jetzt Funkwellen sind würde ich nicht grundsätzlich ausschließen, dass man was verbotenes tut.
Diese Frage wurde schon oft diskutiert in Rechtsforen und unter Anwälten.
Die Kernaussage war: Generell ist es legal allerdings kann der WLAN Betreiber den "Fremdnutzer" untersagen das WLAN zu benutzen. Dies ist sogar gerichtlich einklagbar.

Eine Straftat nach Telekommunikationsgesetz bzw. gegen den Hacker§ ist nicht gegeben. Allerdings kann noch Betrug in Frage kommen oder Erschleichung von Leistung:

Betrug:
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

==> wird er nicht erfüllt

bleibt noch Erschleichung von Leistung:
§ 265a
Erschleichen von Leistungen(1) Wer die Leistung eines Automaten oder eines öffentlichen Zwecken dienenden Telekommunikationsnetzes, die Beförderung durch ein Verkehrsmittel oder den Zutritt zu einer Veranstaltung oder einer Einrichtung in der Absicht erschleicht, das Entgelt nicht zu entrichten, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist.
==> auch nicht

==> Es ist nicht strafbar

Hf
 

Benutzer58933 

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Soweit mir das ne Anwaltstochter mal erklärt hat, fällt es auch unter Billigung. Der "Besitzer" des W_Lans hat ja grundsätzlich die Möglichkeit das Netzwerk zu verschlüsseln, tut er dies nicht, nimmt er in Kauf, dass andere mitsurfen.
 
F

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Zudem kommt noch:

- § 202a StGB, der Computerbetrug gem. § 263a StGB

- Abhören von Nachrichten gem. §§ 89, 148 Abs. 1 Nr. 1 TKG

in Betracht.

AleX

Soweit mir das ne Anwaltstochter mal erklärt hat, fällt es auch unter Billigung. Der "Besitzer" des W_Lans hat ja grundsätzlich die Möglichkeit das Netzwerk zu verschlüsseln, tut er dies nicht, nimmt er in Kauf, dass andere mitsurfen.

Schwierig, ein Vergleich wäre, dass du damit einverstanden bist das jeder in deine Wohnung kommen darf, weil du ein Fenster aufgelassen hast, somit hätte jeder eine Billigung, weil du hättest das Fenster ja sichern müssen (oder Gartentür, etc).

AleX
 

Benutzer58933 

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Zudem kommt noch:

- § 202a StGB, der Computerbetrug gem. § 263a StGB

- Abhören von Nachrichten gem. §§ 89, 148 Abs. 1 Nr. 1 TKG

in Betracht.

AleX

Naja, weder ich noch mein Freund sind technisch in der Lage auf die Festplatte des Menschen zu schauen und wir würdens auch nicht tuen, wenn wirs könnten. Sicher besteht da die Möglichkeit, aber ob mans nun macht, is was anderes.
 
F

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Gast
Naja, weder ich noch mein Freund sind technisch in der Lage auf die Festplatte des Menschen zu schauen und wir würdens auch nicht tuen, wenn wirs könnten. Sicher besteht da die Möglichkeit, aber ob mans nun macht, is was anderes.

Richtig, aber ihr habt euch ja ggf. schon strafbar gemacht.

Zudem sind Wlan-Netze technisch gesehen Broadcast-Netze. D.h. jeder Rechner im Netzwerk ist in der Lage jede Nachricht in dem Netzwerk zu empfangen und auch abzufangen ohne das jemand anderes davon Kenntnis haben kann.

Euch wäre also möglich z.b. Mail oder ICQ Nachrichten abzufangen. Das ist ein Ausspähen von Daten (teilweise technisch bedingt). Es ist also egal ob ihr die technischen Fähigkeiten habt. Ihr seid widerrechtlich in das Netz eingeloggt und habt die Möglichkeiten dazu (ob ihr sie nutzt ist was ganz anderes).

Der Versuch ist hierbei nach § 303b Computersabotage strafbar, gehört das Netzwerk einer Behörde oder Öffentlichen Stelle (oder fremden Firma, etc), kann das mit 1 Jahr geahndet werden.

AleX
 

Benutzer23564  (39)

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Zudem kommt noch:

- § 202a StGB, der Computerbetrug gem. § 263a StGB

- Abhören von Nachrichten gem. §§ 89, 148 Abs. 1 Nr. 1 TKG

in Betracht.

AleX
Schwierig, ein Vergleich wäre, dass du damit einverstanden bist das jeder in deine Wohnung kommen darf, weil du ein Fenster aufgelassen hast, somit hätte jeder eine Billigung, weil du hättest das Fenster ja sichern müssen (oder Gartentür, etc).

AleX
AleX Sorry das ist auch nicht der Fall:
§ 263a
1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er das Ergebnis eines Datenverarbeitungsvorgangs durch unrichtige Gestaltung des Programms, durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflußt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
==> es wird auch nicht erfüllt. Eine unbefugte Verwendung der Daten findet nicht statt, da die Daten direkt angefordert werden und das WLAN nur als Transportweg funktioniert.
Was anderes wäre beim Cracken des WLANs der Fall



Das TKG findet hier auch keine Anwendung:
§89
Mit einer Funkanlage dürfen nur Nachrichten, die für den Betreiber der Funkanlage, Funkamateure im Sinne des Gesetzes über den Amateurfunk vom 23. Juni 1997 (BGBl. I S. 1494), die Allgemeinheit oder einen unbestimmten Personenkreis bestimmt sind, abgehört werden.

Bitte unbedingt die Gesetzestexte genauer lesen

Das Amtgerichturteil ist nur mal wieder ein Zeichen, dass Gerichte Fehler machen können (vor allem die erste Instanz). Nachdem ein WLan die Daten überall hin sendet ( in diesem Fall unverschlüsselt) wäre es mit dem Gespräch auf der Strasse vergleichbar was man mitbekommt.
Amtsgerichte haben schon so ganz andere "Sachen" verurteilt die später von der nächsten Instanz ziemlich revidiert worden sind.
 
F

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Gast
AleX Sorry das ist auch nicht der Fall:

Kein Problem, wenn ich falsch liegen korrigiert mich bitte!

§ 263a
1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt,

Kann der Täter davon ausgehen das der Anschluss einen Flatrate Tarif entspricht, so dass kein Vermögen beschädigt wird?

durch Verwendung unrichtiger oder unvollständiger Daten, durch unbefugte Verwendung von Daten oder sonst durch unbefugte Einwirkung auf den Ablauf beeinflußt,

Bzgl. unbefugte Verwendung, sie meinen obrigen Post bzgl. Broadcast-Netze. Zudem kann ein eingreifen in ein fremdes Netzwerk den Ablauf der Daten durchaus stören.

Das TKG findet hier auch keine Anwendung:
§89

Ja, aber eher weil IP-Pakete nicht als "Nachrichten" im eigentlichen Sinne gelten. Bei eMail sehe das jedoch anders aus, oder? s. Broadcast obriger Post.

Bitte unbedingt die Gesetzestexte genauer lesen

Ich bin halt kein Jurist ;-)

Gruss
AleX
 

Benutzer23564  (39)

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Kann der Täter davon ausgehen das der Anschluss einen Flatrate Tarif entspricht, so dass kein Vermögen beschädigt wird?
deswegen nicht einfach nur Teil§ nennen:

"daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält"
Was er ja bei einem offenen WLAN nicht tut. Er meldet sich offiziel an:smile:

Bzgl. unbefugte Verwendung, sie meinen obrigen Post bzgl. Broadcast-Netze. Zudem kann ein eingreifen in ein fremdes Netzwerk den Ablauf der Daten durchaus stören.
Es kann zu einer Verzögerung kommen, wenn ein Fremdnutzer das Wlan exzessiv mit Tauschbörsen auslastet. Allerdings ist es hier nicht ganz so einfach, da ein 2. Wlan den Datenverkehr auch stören würde ==> der rechtmässige Betreiber des 2. Wlan Netzes macht sich ja dann theoretisch nach 263a Strafbar.


Ja, aber eher weil IP-Pakete nicht als "Nachrichten" im eigentlichen Sinne gelten. Bei eMail sehe das jedoch anders aus, oder? s. Broadcast obriger Post.
Auch IP Packete gelten im Nachrichten im Sinne des Gesetzes, allerdings ist hier keine Unrechtmässige Nutzung gegeben, da es ja die angeforderten Nachrichten/bzw gesendeten des Fremdnutzers sind.
Bzgl Abfangen und lesen von fremden Nachrichten:
Hier gilt der § mit Computerspionage. Habe ich aber dieses mal nicht auswenig zur Hand.


Ach ich vermisse diese § Spielerei von früher ;-)
 
F

Benutzer

Gast
deswegen nicht einfach nur Teil§ nennen:

"daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält"
Was er ja bei einem offenen WLAN nicht tut. Er meldet sich offiziel an:smile:

Jedoch unberechtigterweise, oder?

Es kann zu einer Verzögerung kommen, wenn ein Fremdnutzer das Wlan exzessiv mit Tauschbörsen auslastet. Allerdings ist es hier nicht ganz so einfach, da ein 2. Wlan den Datenverkehr auch stören würde ==> der rechtmässige Betreiber des 2. Wlan Netzes macht sich ja dann theoretisch nach 263a Strafbar.

Nicht direkt, Funknetze werden auch von atmosphärischen Störungen beeinflusst, oder von starken Spannungsentladungen. Ebenfalls du viele schlechte Mikrowellen. Vielfach welchseln sie aber dann automatisch den Kanal.

Es muss keine Tauschbörse sein, es reicht ja ein massiver Traffic im LAN oder WAN. Findet er z.b. eine Dateifreigabe und zieht da Traffic von, würde er nahezu komplett die verfügbare Bandbreite bekommen. Zudem wäre dies ja die verfügbare (nicht von äußeren Einflüssen beinträchtigte) Bandbreite, ein zweites Wlan würde immer eine verfügbare Bandbreite zurücklassen.

Gruss
AleX
 

Benutzer78241  (35)

Verbringt hier viel Zeit
Also wenn ich das mitkriegen würde... dann würde aber der Baum brennen. Das würde mich sowas von ärgern, ich zahl das ganze Geld und kriege nur einen Teil der Leistung... also nee.

Es wäre ja kein Problem mal darüber zu reden, wenn er fragen würde wegen Kostenbeteiligung und so, aber sonst. Nein, das geht gar nicht.
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Solange der Nachbar nichts illegales online macht, wäre mir das vollkommen egal. Soll er/sie halt meine Leitung mit nutzen, ist doch egal.
 

Benutzer67523 

Sehr bekannt hier
Seit wann bin ich so dämlich, mein WLAN nicht mit einem Passwort zu schützen?
Und wieso ist es sichtbar?
Passwort ist natuerlich dringend notwendig.
"Unsichtbar" macht es hingegen eher unsicherer, die SSID wird dann bei Verbindungsversuchen heftiger "advertised"
 

Benutzer48909 

Meistens hier zu finden
Solange der Nachbar nichts illegales online macht, wäre mir das vollkommen egal. Soll er/sie halt meine Leitung mit nutzen, ist doch egal.

Naja, kann man so oder so sehen. Sobald nicht nur einer auf die Idee kommt bei dir mitzusurfen, sondern auch noch ein Zweiter wird es definitiv langsamer.

Wir haben wegen unserer Projektarbeit die letzten Wochen zusammen in meiner Wohnung gearbeitet und waren mit 3 Laptops im Internet. Bei 2 ging es noch total gut, aber ab dem 3. merktest du deutlich den Leistungsabfall.
 

Benutzer46933  (40)

live und direkt
ich benutz aus prinzip kein wlan. viel zu unsicher.
 
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