Wenn das Mutter-Tochter Verhältnis bröckelt

K

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Liebe Foris,

Ich hätte nicht gedacht das Thema mal hier auszugraben - aber zur Zeit möchte ich mich darüber auskotzen und mal andere (vielleicht objektivere) Meinungen dazu hören, als die aus der eigenen Familie oder von Freunden. Ich bin momentan massiv mit der Situation überfordert und möchte es allen gerne "recht" machen. :schuettel:

Meine Eltern sind jetzt etwa 7 Jahre getrennt, hatten keine leichte Ehe und eine unschöne Scheidung, inklusive Sorgerecht/Unterhaltstreits vor Gericht, mit allem Theater. :rolleyes: Als meine Eltern sich trennten, habe ich mich dafür entschieden bei meinem Vater zu "bleiben", da meine Mutter und ich nie ein super tolles Verhältnis hatten und sie auch nicht die Zeit gehabt hätte sich vernünftig um mich zu kümmern (z.B. wohntechnisch). Jedenfalls, hat sich seit diesem Zeitpunkt alles nur verschlimmert was unsere "Mutter-Tochter" Beziehung angeht. Sie ist oft in ihrem Leben auf die Schnauze gefallen, hat ihre Selbstständigkeit verloren und ist daher insolvent geworden, hatte sogar mit einem Heiratsschwindler ( :kopfwand: ) zu tun und litt durch den ganzen Stress anschließend noch an Depressionen. Es ist nicht so dass ich kein Mitgefühl dafür habe und ich habe oft versucht ihr zu helfen, viel mit ihr zu unternehmen. Für mich verlief das aber oft sehr einseitig: ich musste sie immer dazu animieren sich auf einen Kaffee zu treffen, habe mich in den meisten Fällen bei ihr gemeldet, von ihr kam da selten was. Zwischendurch hatten wir auch 1-2 Jahre überhaupt keinen Kontakt, was ebenfalls von ihr ausging. Und dann gibt es einfach immer wieder Situationen wo sie mich so enttäuscht und ich habe das Gefühl, sie macht es fast absichtlich :schuettel:

Das letzte Beispiel: Sie erzählt jetzt im weiteren Bekanntenkreis (unter anderem einer meiner Freundinnen im Supermarkt!!!) rum dass mein Vater sie mit seiner jetzigen Frau schon damals betrogen hätte und sie der Grund für die Scheidung war. Das ist aber absoluter Schwachsinn und ich frage mich ernsthaft, warum sie nach 7 Jahren so einen Aufriss macht wenn es nicht mal stimmt? Solche Geschichten sind schon früher vorgekommen und es macht mich echt wütend auf Dauer. Ich habe sie mehrfach darauf angesprochen, aber daraus entwickelt sich immer nur Streit der sowieso zu nichts führt, weil sie nichts einsieht:geknickt: Durch diese Aktion zeigt sich wieder dass sie nichts dazu gelernt hat aus vorherigen Situationen und ich bezweifle leider sehr, dass sich unsere Beziehung auf diese Art und Weise noch arg verbessern wird. Trotzdem ist es für mich schwierig, da ich nicht wirklich weiß wie ich mich jetzt verhalten soll. :hmm: Ich möchte Stress mit meiner Oma mütterlicherseits vermeiden, sie nimmt sich das immer so zu Herzen, da sie mich auch großgezogen hat. Zusätzlich mein Vater und seine Frau die schon sauer über die letzten Aussagen sind und sich "wünschen" dass ich meiner Mutter - erneut - die Meinung geige. Nur, bringt das wirklich was oder stifte ich dann nur wieder mehr Problematik als sowieso schon ist? Manchmal frage ich mich ja, ob es nicht "sinnvoller" wäre den Kontakt komplett einzustellen. :schuettel: Kennt jemand ähnliche oder vergleichbare Familiensituationen?
 

Benutzer13901  (45)

Grillkünstler
Was sich dein Vater und seine Frau wünschen ist völlig wumpe denn du hast mit dem Streit zwischen ihnen nichts zu tun. Das beste was du da machen kannst ist dich raushalten. Ich kenn diese Situation und auch die deiner Mutter denn sie wird sicher deinem Vater die ganze Schuld für ihr Unglück geben.
Lass dich da bloss nicht vor irgendeinen Karren spannen oder zwischen die Stühle setzen ist mein rat
 
K

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Gast
Sie haben ja eher einen "indirekten" Streit. Kontakt herrscht zwischen den beiden auch nicht und irgendwie bin ich ja doch dran beteiligt. :hmm: Natürlich will ich mich weitesgehend raushalten, aber das Verhalten meiner Mutter ist so langsam nicht mehr tolerierbar für mich. :geknickt:
 

Benutzer132650  (27)

Benutzer gesperrt
Dann brech den Kontakt ab :zwinker: Nur weil es Familie ist, heißt es nicht, dass man mit den Menschen auch klar kommt.
 
K

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Da hast du wohl recht. Wobei ich nicht weiß ob dass es verbessert oder ob sie dann nur noch mehr hilflose Aktionen startet und weiterhin Schwachsinn erzählt.
 

Benutzer15049  (35)

Beiträge füllen Bücher
Soll sie doch machen was sie für richtig hält.
Meiner Erfahrung nach merken Eltern irgendwann von selbst, dass sie sich dämlich verhalten haben, aber auch erst wenn eine gaaaaaaanz lange Weile lang entsprechende Konsequenzen folgen, zu denen auch ein zeitweiliger Kontaktabbruch gehören kann.
Sehe gerade an meinem Vater, dass er mit dem Alter weise wird :zwinker: Der war nach der Scheidung auch Ewigkeiten bockig, trotz neuer Frau und allem, aber mittlerweile verhält er sich so wie man es von seinem Vater erwartet und auch untereinander (also mit meiner Mutter) ist es mittlerweile locker und man nimmt die Vergangenheit einfach mit Humor. Hat aber (kurz nachrechnen :whistle:) gute 15 Jahre gedauert :anbeten::bier:
 

Benutzer155278 

Sorgt für Gesprächsstoff
Es scheint so, als ob deine Mutter noch immer nicht alles verarbeitet hat. Es ist leichter immer jemanden zu finden, der Schuld hat, als sich daran zu machen, aufzuarbeiten. Es bringt dir gar nichts( außer das du noch wütender wirst), auf Wunsch deines Vaters, ihr die Meinung zu sagen.
Wie Sonic schon sagte, du hast da nichts mit zu tun.Deine Mutter muss einsehen, das sie die Vergangenheit ruhen lassen muss( vll auch mit Hilfe eines Psychologen) und dein Vater, das du nicht dafür Sorge trägst, das sie Dinge erzählt, die ihn stören.
Ein Kontaktabbruch ist manchmal wichtig und richtig. Sage ihr wieso du so reagierst, der Rest liegt dann bei ihr.

Du hast dein eigenes, junges, Leben und solltest dich darauf konzentrieren. Kann ja nicht sein, das dort drei Menschen glücklich leben wollen, dich vor den Karren spannen, damit es so bleibt und keiner denkt da mal an dich, -wie du dich dabei fühlst.
 

Benutzer150857 

Sehr bekannt hier
Den Kontakt ganz abbrechen, das würde ich nicht tun. Ich glaube, damit wird man auf Dauer auch nicht glücklich, es ist immerhin die eigene Mutter.

Wenn miteinander reden nicht funktioniert und sowieso nur in Streit endet, würde ich ihr wohl mal einen Brief schreiben. Ich würde ihn auch eher emotional halten und eben aus der Sicht heraus, dass es dich traurig macht, dass euer Verhältnis so angeknackst ist und du dir wünschen würdest, dass sie dir gegenüber häufiger die Initiative ergreifen und den Kontakt zu dir ausbauen würde. Und dass du es vielleicht ganz schön fändest, wenn sie beim Gedanken an dich dort eben nicht auch deinen Vater und seine Freundin sehen würde, sondern einfach nur dich. Und gleichzeitig könntest du auch schreiben, dass dich das sehr belastet und dass du dich, wenn es sich gar nicht ändert, noch weiter von ihr distanzieren musst - nicht nur räumlich, sondern vor allem auch emotional - weil dich das zu sehr runterzieht. Vielleicht wacht sie auf.
 
G

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Ich sage mal so, mein Vater ist deine Mutter.

Er den eingeschränkten Kontakt sogar iwann damit begründet, dass wir uns gegen ihn entschieden hätten.
Ich habe ihm gesagt, ich habe mich nicht gegen ihn entschieden, sondern FÜR meine Mutter. Auch aus dem Grund, da wenn mein Vater das Sorgerecht gehabt hätte ich in eine andere Stadt hätte ziehen müssen etc.

Das Verhältnis war danach nie gut. Er interssierte sich so gut wie gar nicht für mein Leben, belächelte zum Teil meine sportlichen Erfolge, war aber ganz groß darin einem Vorzujammern, wie sehr er unter der Scheidung leidet, dass ihm seine Kinder genommen wurden und was meine Mutter doch für ein schlechter Mensch sei.

Es ging bei mir da rein, da raus. Meine Mutter hat sich den A**** für uns aufgerissen, zwei Jobs gehabt und nie ein schlechtes Wort über meinen Vater verloren, obwohl sie ein Grund gehabt hätte.
Für mich war immer egal wer hier was getan hat. Papa ist Papa und Mama ist Mama. Was die beiden für Steitigkeiten haben oder wer der Sündenbock ist war mit immer egal.

Mein Vater zahlte nie Unterhalt. Sagte aber immer wie sehr er seine Kinder liebt. Ich habe ihm gesagt, mir ist das mit dem Unterhalt zienmlich egal, aber wenigstens fragen ob man ne neue Winterjacke braucht oder was fürs neue Schuljahr ist ja wohl das Mindeste.
Er kaufte mir mein erstes Auto, für 350 EUR.
Wenn ich gewusst hätte was das mit sich bringt hätte ich es nicht angenommen. Ich durfte mir immer anhören, dass er mir ja mein erstes Auto gekauft hat. WOW
Ich sagte dann iwann, du Papa, wenn ich dir mal vorrechne, was du uns eig. an Unterhalt schuldet, bist du mit den EUR 350,00 ganz gut weggekommen.
Telefonate arteten immer in lange Diskussionen aus, immer die gleiche Leier und ich wollte einfach mal einen Anruf bekommen in dem er fragt "Wie geht es dir".
Dieser kam nie.

Ich habe es einfach nicht verstanden und es iwann auch aufgegeben.
Ich wollte ein normales Verältnis, aber ihn holte immer die Vergangenheit ein. Wie er MIR geht, was ICH mache war ihm egal.
Abiball - er glänzte durch Abzinenz
Führerscheinprüfung - Kann mich nicht erinnern dass er stolz war
Sportliche Erfolge - er war nie da. Hessenmeister...er lachte :-( und sagte "mit dem Rumgehüpfe"

Mein Vater rückte durch sein Verhalten immer weiter weg. Ich habe von mir aus auch keine Initiative gezeigt. Es war mir zu anstrengend.

Ich habe ihm immer gesagt, was mir fehlt und dass es mich nervt, dass er über meine Mutter so redet oder generell über die Vergangenheit...aber es ging immer so weiter.

Mein Vater lebt nicht mehr. Ich denke an ihn - vermisse ihn aber nicht, was sehr traurig ist.

Alles was ich von ihm habe ist ein beleidigender Brief an mich - schönes Andenken. Ob er das so wollte?
 
K

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Greeny Greeny danke für die Idee! Ich denke das kann eine gute Lösung sein um das "ein für alle Mal" deutlich zu klären und ihr mal meine Sichtweise zu vermitteln.

@pipilotta :knuddel:
Wie er MIR geht, was ICH mache war ihm egal.
Genau das stört mich leider auch am meisten. Es wird dann immer erst ewig von den eigenen "Leiden" erzählt aber Interesse am eigenen Kind ist kaum vorhanden irgendwie. :hmm: Liegt vielleicht auch daran dass meine Mutter eigentlich nie wirklich Kinder wollte. :censored:
 
G

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Gast
Das glaube ich nicht. Wir waren Wunschkinder. Ich hatte eine tolle Kindheit. Meine Eltern haben viel mit uns unternommen. Dreimal im Jahr in den Urlaub gefahren. Abenteuer, alles. Bis es zur Scheidung kam.

Von da an waren unsere Befindlichkeiten egal. Es ging nur noch um ihm. Wie sehr er leidet unter der Trennung. Er hat förmlich nach Mitleid gebettelt. Aber auf sowas lasse ich mich nicht ein. Vorallem hört man sich das 10 mal an. Beim 11 mal ist man es einfach Leid.
 
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