Welches Theaterstück habt Ihr zuletzt gesehen?

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
Welches Musical, Ballett oder Schauspiel, welche Oper, Operette? Beschreibt doch mal kurz, worum es dabei ging, wann Ihr es gesehen habt und wie Ihr es fandet.

Wir haben am Samstag im Altonaer Theater in Hamburg "Das Orangenmädchen" (nach Jostein Gaarder, Autor von "Sofies Welt") gesehen.
In dem Stück geht es hauptsächlich um die Beziehung zwischen Jan Olav und dem mysteriösen Orangenmädchen, die er in einem Brief an seinen Sohn Georg beschreibt, aber auch um die Beziehung zwischen Georg und seiner Mutter. Und dann ist da noch ein anderes Mädchen, eine Geigenspielerin, die Georg immer wieder beim Musikunterricht trifft und bei der er einfach nicht die richtigen Worte findet. Zentrales Element ist jedoch die Zeit: Zeit, die vorbeigegangen ist; Zeit, die man nie hatte; Zeit, die man gern gehabt hätte.
Inszeniert wurde das Stück, das etwas vom Buch Jostein Gaarders abweicht, als Musiktheater. Mit der musikalischen Untermalung von Klavier und Cello wird viel gesungen (auf deutsch), das Verhältnis zwischen Gesang und Dialogen wirkt jedoch nie unharmonisch. Auch den vielen zeitlichen Sprüngen kann man gut folgen. Das Bühnenbild wirkt zunächst abstrakt, aber durch Andeutung mittels jeweils eines zentralen Elementes und die starke Fokussierung auf jeweils einen Bühnenbereich, in dem sich das Geschehen abspielt, kann der Zuschauer leicht die Szenerie selbst erschließen.
Der bekannteste Name auf den Plakaten ist Musical-Star Carolin Fortenbacher, die 2008 beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest Zweite hinter den No Angels wurde. Aber auch Synchron- und Hörspielsprecher Sascha Rotermund in der Rolle des Jan Olav, Benjamin Hübner als Georg und Sonja Dengler stehen ihr in nichts nach.

Uns hat's gut gefallen, und knapp zwei Stunden abzüglich 15 Minuten Pause sind ein guter zeitlicher Rahmen für so ein Stück.
 
D

Benutzer

Gast
Schon länger her. Ich hab es mal eine Zeit lang ausgetestet, hab aber immer wieder festgestellt, dass mich das nicht sonderlich (abgesehen von Musicals, aber die sind oft zu teuer) fasziniert. Ist mir meist zu lang, man versteht die Sprache nicht und es ist unbequem ewig in einem Stuhl zu sitzen.

Das letzte was ich daher gesehen habe ist also bestimmt schon 4 Jahre her und war in der Waldbühne die Zauberflöte. Sehr große Inszenierung, toll gemacht, rein objektiv. Dennoch hat es mich nach einer Stunde gelangweilt und der Rücken tat mir auch weh. Ist daher leider wirklich nix für mich. Im Kino sind die Stühle deutlich bequemer. :grin:
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
Puh, und das so früh am Morgen... :grin:

Zuletzt habe ich vor zwei Wochen 'Harold und Maude' im Volkstheater (Wien) gesehen. Die Geschichte ist vielen sicherlich bereits bekannt; es geht um den Exzentriker Harold, der aus Langeweile und überschüssiger Kreativität gerne seinen eigenen Tod/Selbstmord inszeniert, und die ebenso exzentrische, aber lebensbejahende Maude, die mit ihrem Indianertee in einer Hütte am Waldrand haust und bald ihren 80. Geburtstag feiert. Zwischen den beiden oberflächlich gesehen sehr unterschiedlichen Menschen bahnt sich eine Liebesgeschichte an; Harold liebt Maude - und Maude liebt Harold..
An ihrem 80. Geburtstag begeht Maude Selbstmord, denn wie sie bereits zum Anfang der Geschichte sagt: 80 ist ein gutes Alter, da hat man alles gesehen, ist aber noch nicht alt und zitterig. 80 ist ein gutes Alter, um zu gehen.

Die Inszenierung war super und zwar nah am Stück, aber trotzdem 'modern'. Modern deshalb weil aktuelle Geschehnisse eingearbeitet wurden (z.B. der Tod von Elisabeth Taylor), der Soundtrack ist große Klasse und mit allerlei tollen Bands gestückt (z.B. Eels, ACDC,..) und der Protagonist Harold (gespielt von Claudius von Stolzmann, er hat sogar eine kurze Nacktszene :zwinker: ) steigert sich in einer Szene in den 'Lob an die Gleichzeitigkeit' von Nadja Schlüter hinein - die Gewinnerin des U20 Poetry Slam in Deutschland 2005. Ein großartiger Text jedenfalls, kann man auf YouTube finden.
Das Bühnenbild gefielt mir gut, teilweise ganz schön explosiv - Feuer, eine gefüllte Badewanne, eine Explosion in der Wand,... :grin:

Alles in Allem fanden wir das Stück so gut, dass wir es uns heute Abend nochmal anschauen, wir wohnen um die Ecke vom Theater und die Karten sind nicht teuer. Den Wienern empfehle ich den zeitnahen Kauf eines Tickets für die letzte Vorstellung nächste Woche :zwinker:
 
D

Benutzer

Gast
Off-Topic:
Ich habe jeden Tag zu Hause und in der Firma "Theater", da brauch ich nicht noch ins Theater, bzw dafür bezahlen.....:zwinker:


"Shakespeares sämtliche Werke" war unser letzter Theaterbesuch.
 

Benutzer46933  (40)

live und direkt
ich geh öfter zum improtheater, also nicht das klassische theaterstück. Bild wurde entfernt zuletzt war ich bei den crumbs.
 

Benutzer46728 

Beiträge füllen Bücher
Das Theaterstück, was wir grade spielen, in der Originalversion:-P
Davor: Mamma Mia als Musical Ende letzten Jahres.
 

Benutzer71335  (53)

Planet-Liebe ist Startseite
War ein kleines Theater mit sehr jungen Laienschauspielern, das Stück hieß Chatroom oder ähnlich, war richtig gut gemacht und ging unter die Haut.
 

Benutzer57699 

Verbringt hier viel Zeit
Gezwungenermaßen hab ich mir im Kinder- und Jugendtheater den "Prinz von Homburg" gesehen...Die Schauspieler waren gut, aber wenn ein Stück schlecht ist, können die Schauspieler das auch nicht spannender machen.
Altmodische Sprache, unverständliche Geschichte, einfach öde.
Das letzte mal, dass ich was gutes gesehen habe, ist knapp 5 Monate her, mein Lieblingsmusical "Starlight Express" <3
 
H

Benutzer

Gast
Ich habe vor kurzem "Hamlet" geschaut.
Das Stück wurde von der Bremer Shakespeare Company aufgeführt... und es war nicht wie man es erwartet hätte.
Die Inszenierung war sehr modern und man hat alles verstanden, z.B. wurde mit vieel Kameratechnik gearbeitet.
Allerdings habe ich von anderen Besuchern gehört, dass sie die Inszenierung albern fanden..
Ich persönlich fand die Aufführung toll, da sie nicht so trocken war wie erwartet.
 

Benutzer76250 

Planet-Liebe Berühmtheit
und der Rücken tat mir auch weh. Ist daher leider wirklich nix für mich. Im Kino sind die Stühle deutlich bequemer. :grin:

Ja, Waldbühne kenn ich - da hatte ich nach über drei Stunden "Die drei ??? und der seltsame Wecker" die gleichen Symptome - abgesehen davon, dass mir auf dem Rückweg die Beine schmerzten, weil wir von fast ganz unten hoch zum Ausgang mussten... :rolleyes:

"Shakespeares sämtliche Werke" war unser letzter Theaterbesuch.

Ah ja, zu sowas Ähnlichem will ich demnächst nochmal meine Freundin schleppen - ins Altonaer Theater. Nur geht's dabei dann um Schiller und nicht um Shakespeare (wobei Letzteres für uns Sailor-Fans interessanter wäre :zwinker: ). Stück von und mit Michael Ehnert, dazu Kristian Bader (Caveman, Bader-Ehnert-Kommando), Hilmi Sözer (Ballermann 6) und Jan Christof Scheibe.
Eventuell gönnen wir uns auch noch "Küss langsamer" von und mit Michael und Jennifer Ehnert (letztere kennt man als "Niffy" in "Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter mit Tetje Mierendorf).
Wenn man es erstmal auf dem Schirm hat und nirgends parken muss, läuft im Altonaer Theater schon 'ne ganze Menge geiles Zeug...
 

Benutzer39498 

Planet-Liebe ist Startseite
An Angebot mangelt es in Wien auch nicht grade - Volkstheater, Volksoper, Staatsoper, Burgtheater,... und überall gibt es günstige Restkarten, Stehplätze und günstige Sitzplätze (heute Abend geht's mal wieder für 5 Euro in's Theater, und von den Plätzen sieht man gut!) :smile:

Dank caotica sah ich neulich 'My Fair Lady' (Musical) in der Volksoper. Als nächstes stehen an: Carmen (Ballett), Antigone. Und mal schauen was ich im Rahmen der Wiener Festwochen noch so finde.

In Deutschland war ich ehrlichgesagt super selten im Theater, weil's immer so eine förmliche, steife Angelegenheit war. Hier habe ich irgendwie das Gefühl, alle gehen in's Theater, in die Oper, in's Museum... echt toll. Am kulturellen Leben teilhaben zu können (und da zählen für mich Theater, Oper, Museen, Konzerte usw. definitiv dazu) macht mir wirklich Spaß.

Letztes Jahr habe ich nur 'Wicked' als Musical in London gesehen und 'Aida' auf der Seebühne bei den Bregenzer Festspielen.
 
L

Benutzer

Gast
"Der Reigen"/ Theater in der Josefstadt/ Wien

Ist schon 3-4 Jahre her, war mit der Schule dort.
 

Benutzer42813 

Beiträge füllen Bücher
"Ophelia", eine Inszenierung sehr frei nach Shakespeare in einem Kellertheater. Quasi eine Kneipe mit einer kleinen Tanzfläche, um die herum Barhocker standen, auf denen die Leute mit ihren Getränken in der Hand saßen. Die drei Schauspielerinnen, die das Stück inszenierten, waren quasi zum Anfassen nahe und haben mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten den Raum absolut souverän gefüllt. Ich war sehr beeindruckt.

Inhalt war im Wesentlichen das Wahnsinnigwerden einer Frau, nachdem sie von einem Mann unter einem für sie recht fadenscheinigen Vorwand verlassen wird, an dem sie am Ende zerbricht und Selbstmord begeht. Die Inszenierung gefiel mir sehr gut, weil sie unterschiedlichste Elemente des Theaters patchworkartig zusammensetzte und mit sparsamsten Mitteln, aber originellen Kostümen und guter schauspielerischer Leistung ein richtiges Kaleidoskop entwickelte. Besonders schön war die Szene, in der das Mädchen Ophelias Originalmonolog unter Qualen zusammengekrümmt in der Mitte des Bodens gab - während die zwei anderen im Stechschritt um sie herumgingen und den Text gleichzeitig monoton aus ihren Büchern vorlasen. Die Frau in der Mitte des Raumes machte immer den Eindruck, ihren Stimmen zu lauschen, und dann wiederholte sie das Gesagte mit einer Inbrunst, die einen glauben ließ, dass es wirklich aus ihrer Seele kam. Sehr paradox.

Eine zusammenhängende Handlung, der man folgen oder wo man mitsingen konnte, gab es allerdings weniger :zwinker:. Es war halt ein Kaleidoskop. Keine Ahnung, ob es eine tiefere Aussage haben sollte - ich selbst mag Kaleidoskope um ihrer Selbst willen, so etwas gut zu inszenieren erfordert Schauspieler/innen, die ihr Handwerk wirklich beherrschen. Für mich war das Kunst.

Mein Begleiter war zwar "beeindruckt", hatte aber mit der Inszenierung irgendwie weniger anfangen können als ich.
 

Benutzer103901 

Öfters im Forum
"Laßt uns Lügen erzählen" von Alfonso Paso. Ich mag Theater sehr, mochte ich schon immer, ... eine Verwechslungskomödie, die von der Geschichte und vom Text her richtig großes Komödien-Potential hat, daher ging ich da mit großen Erwartungen hinein und dann .... au backe : dieses von Laien aufgeführte Stück Komödie war so dermaßen hölzern, gestottert und unglaubwürdig vorgetragen, ich bin nach der ersten halben Stunde direkt wieder gegangen. Dagegen waren die ersten Folgen von GZSZ Schauspielkunst auf höchstem Niveau, .... das ging gar nicht ..... armer Alfons, das hat er nun wirklich nicht verdient gehabt .....
 

Benutzer97974 

Sorgt für Gesprächsstoff
wir gehen viel zu selten ins Theater, obwohl ich es liebe

aber vorletzten Monat haben wir uns "Antigone" angeguckt und es war sehr nett, witzig, unterhaltsam
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
ich würde gern viel öfter ins theater gehen. aber irgendwie findet sie nie jemand er mitkommt und ich komme über das planungstadium nicht hinaus. :hmm:

das letzte theaterstück müsste "die drei groschenoper" gewesen sein. das war noch 2009. ich fand es klasse, die hälfte meines deutsch LK hat das theater aber in der pause verlassen. banausen! :rolleyes:
 

Benutzer42876 

Meistens hier zu finden
"I hired a contract killer", nach dem gleichnamigen Film von Aki Kaurismäki.
Der in London lebende Franzose Henri Boulanger, der nach einem langen Berufsleben plötzlich entlassen wird, sieht sich seines Lebensinhaltes beraubt und versucht sich umzubringen. Da ihm dies nicht gelingt, kontaktiert er über eine Bar einen Auftragskiller, der ihn zu einem unbestimmten Zeitpunkt an einem unbestimmten Ort umbringen soll.

Nach Abschluss des Kontraktes verliebt er sich jedoch in die Blumenverkäuferin Margaret. Als er erkennt, dass sein Leben doch noch einen Sinn hat, versucht er, über die Bar wieder Kontakt zu „seinem“ Mörder aufzunehmen. Doch die Bar wurde abgerissen und der Killer ist unauffindbar, sodass Boulanger und Margaret gemeinsam fliehen müssen. Trotzdem gelingt es dem an Lungenkrebs erkrankten Killer, Boulanger aufzuspüren und in die Enge zu treiben. Am Ende erschießt sich der Auftragsmörder aber selbst. (Aus Wikipedia)
Die Story an sich finde ich intellektuell nicht besonders herausfordernd, was aber nicht bedeutet dass sie schlecht ist. Nicht zu Unrecht wird die herrlich schräge Filmvorlage als Kaurismäkis bester Film angesehen. Jedenfalls war auch die Theaterinszenierung sehr gute Unterhaltung.
 

Ähnliche Themen

Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren