Weiss nicht mehr weiter...

Benutzer151171  (32)

Ist noch neu hier
Hallo,

ich bin momentan soweit, dass ich glaub ich kurz vorm Nervenzusammenbruch stehe... aber erstmal von vorne:

Ich (26) bin mittlerweile seit 7 Jahren mit meiner Freundin (25) zusammen. Seit 1 1/2 Jahren haben wir auch eine gemeinsame Wohnung. Für sie war ich der erste Freund und gleichzeitig auch "der Erste". Ich hatte kurz zuvor noch meine erste "Beziehung" die ganze drei Wochen gedauert hat (war eher eine Fickbeziehung, gleichzeitig auch mein erstes mal). Ich bin eher der ruhige introvertierte Typ der nicht viel sagt und sich zurückhält. Zu Beginn der Beziehung war ich auch noch sehr schüchtern, hatte wenig selbstvertrauen, war unsportlich und etwas mopsig. Das gleiche kann man fast auch über Sie sagen, nur das sie eben kaum Freunde hat, extrem sensibel ist, was eher Richtung psychisch labil geht (sie war auch mal in Behandlung).

Jedoch habe ich mich in den letzten zwei Jahren sehr geändert. Ich habe angefangen sehr viel Sport zu machen und mich gesund zu ernähren, was dazu geführt hat, dass ich jetzt eine sehr ansehnliche Muskulöse Figur habe und dem entsprechend auch wesentlich mehr Selbstvertrauen. Sie hingegen nimmt seit Beginn der Beziehung immer mehr zu.

Im dritten Jahr unserer Beziehung habe ich gemerkt, dass die Gefühle ihr gegenüber einfach nicht mehr so da sind und die für andere Frauen jedoch schon. Auf jeden Fall habe ich mich dazu überreden lassen es trotzdem mit ihr weiter zu versuchen.

Als wir zusammenziehen wollten war ich mir bereits schon wieder absolut unsicher ob sie die richtige ist und wie meine Gefühle ihr gegenüber sind. Hatte mir gedacht, dass es das Beste wäre es einfach zu versuchen, denn wenn man zusammen wohnt, weiß man ja wohl relativ schnell ob man es mit dem Partner länger aushalten kann. Ich sollte damit recht behalten.
Zusammengefasst: Ich habe nie Streit angefangen obwohl ich es ständig wegen jeder Kleinigkeit hätte tun können (und das in den meisten Fällen gerechtfertigt). Sie hat mich sehr eingeengt und letztendlich haben wir immer nur zusammen Ferngesehen, da sie keine Hobbys hat, ich jedoch schon. Ich hatte mich immer gefreut wenn endlich wieder Montag war und ich in die Arbeit durfte. Da ich mir diesmal sicher war, dass sie nicht die Frau fürs Leben ist, da ich mir keine Zukunft mit ihr vorstellen kann, keine Gefühle mehr da sind (mir fällt es schwer ihre Nähe zu ertragen) und ich sie mittlerweile nicht nur nicht mehr attraktiv sondern richtig abstoßend finde (auf Sex habe ich schon überhaupt keine Lust).

Also habe ich vor ca. einem halben Jahr mit ihr Schluss machen wollen. Ich muss dazu sagen, dass ich mich Monatelang darauf vorbereitet hatte und wirklich all meine Mut zusammennehmen musste was mir wirklich nicht einfach gefallen ist. Ihr Antwort darauf war aber einfach ein "Nein, das kannst du vergessen". Sie meinte dann nachdem ich ihr kurz meine Gefühle geschildert hatte, wie ich mir das bitte vorstelle, ob sie jetzt einfach gehen soll oder wie ich mir das bitte vorgestellt habe und dass wir jetzt zu ihrer bzw. meiner Mutter gehen, warum kann ich im nachhinein ehrlich gesagt nicht mehr genau sagen.
Die nächsten Stunden haben wir also zu Dritt am Tisch bei meiner Mutter verbracht (Sie wusste von der bevorstehenden Trennung nichts). Meine Mutter hatte natürlich versucht sachlich und neutral beide Seiten zu verstehen. Auf meine Aussage, dass ich sie nicht mehr liebe und keine Gefühle mehr da sind, meinte sie, dass das nur eine Phase von mir ist und ich eben durcheinander bin und nicht weiss was ich will. Sie meinte auch, dass Sie alleine doch nicht klar kommt und nie wieder einen Partner finden würde und ohne mich einfach nicht leben kann und sich dann ja gleich die Kugel geben kann. Geendet hat das Ganze dann damit, dass wir uns darauf "geeinigt" haben, dass wir beide jetzt erstmal heimgehen und drüber schlafen, bzw. noch reden. Das haben wir auch getan und kurz gesagt habe ich ihr eigentlich alles erzählt was mir nicht gepasst hat seit wir zusammengezogen sind.

Ja, ich habe mich also wohl wieder überreden, breitschlagen, manipulieren lassen, sucht euch was raus.

Auf jeden Fall haben wir dann noch die nächsten zwei Tage viel darüber geredet uns aber darauf "geeinigt", dass wir es noch weiter versuchen.
Soweit so gut. Sie hat mir wesentlich mehr Freiheiten gelassen und Anfangs wirkte alles auch erträglicher als vorher. Jedoch kann ich bis Heute nicht behaupten, sie noch zu lieben.

Meine Situation sind jetzt sieht so aus, dass ich in den letzten Wochen wieder damit angefangen habe über meine Zukunft nachzudenken. Ich möchte z.B. längere Reisen unternehmen (Backpacking) und auch nur noch so lange in der Heimatgegend bzw. Deutschland bleiben wie nur umbedingt nötig. Auch wenn sie es nicht so richtig zugibt ("in ein paar Jahren können wir das vielleicht machen) wird sie nie so richtig hier weg wollen, da sie einfach sehr familienbezogen ist und ihre Angehörigen zu sehr vermissen würde.

Mittlerweile sieht es in meinem Kopf so aus, dass sobald ich ein hübsches Mädel in meinem Alter sehe sofort mit ihr schlafen will, mir aber in der nächsten Sekunde klar wird, dass das nie passieren wird, da ich in einer Beziehung bin und Fremdgehen für mich absolut nicht in Frage kommt. Das führt dazu, dass meine Laune schlagartig umschlägt auf wütend, traurig bzw. niedergeschlagen. Da ich einfach nicht die Kraft habe, ihr zum dritten mal zu sagen, dass ich sie verlassen möchte, bin ich mittlerweile soweit, dass ich am liebsten einfach tot umfallen würde (diesen Gedanken habe ich jedes mal wenn ich an meine Zukunft denke oder ein Mädel sehe...). Ich glaube, das sich verbiegen und sich selbst liebe einreden mich irgendwie kaputt gemacht hat. Ich habe eben auch Angst, dass sie sich wirklich was antut wenn es wieder soweit kommt. Wenn ich nicht vorher einfach nicht mehr kann und einen Nervenzusammenbruch habe (ich bin glaube ich nicht mehr weit davon entfernt).
Ich habe auch schon daran gedacht, einfach alles Hab und Gut zurückzulassen und quasi über Nacht das Land zu verlassen, ohne irgendjemanden etwas zu erzählen, aber dann hätte ich wahrscheinlich auch ewig ein schlechtes Gewissen :-(

Und habe ich schon erwähnt das ich einen harten und stressigen Job habe, bei dem ich mindestens auf 150% Leistung laufen muss?

Ich hoffe ich habe alles einigermaßen korrekt hier wiedergeben können und bedanke ich schon im Voraus bei denen, die sich Zeit nehmen diesen Text zu lesen. Ich bin für jeden Tipp, Kommentar oder Sonstiges dankbar.
 

Benutzer147556 

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Hallo Krizz

Ich habe auch einmal eine Beziehung 3 Jahre lang durchgezogen obwohl vieles von Anfang an nicht gestimmt hat. Allerdings haben wir nicht zusammen gewohnt (es war eher eine Wochenendbeziehung), daher fiel die Trennung letztendlich leichter. Im Nachhinein betrachtet wäre es klar vernünftiger gewesen, von Anfang an auf mein Bauchgefühl zu hören als die Beziehung aus rein vernünftigen Gründen 3 Jahre lang zu erhalten. Die Idee "Es könnte klappen" war von Anfang an zum Scheitern verurteilt weil wir uns in dieser Zeit nicht näher gekommen sind, sondern uns in ganz unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt haben. Ich denke, bei dir und deiner Freundin ist es recht ähnlich.

Je länger du zuwartest, desto mehr Mut und Selbstvertrauen brauchst du um deine Beziehung nach so langer Zeit (ihr seid im verflixten siebten Jahr) zu beenden. Den ersten Schritt hast du getan (nach langem Zögern, wie ich deinem Bericht entnehme). Jetzt musst du es durchziehen, für dich und auch für sie. Mit ihren Drohungen spielt deine Freundin auf Zeit. Sie weiss, dass du es ernst meinst und dass du eines Tages aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen wirst. Sie ist sich bestimmt auch bewusst, dass eure Beziehung keine Liebe sondern ein Abhängigkeitsverhältnis ist. Darüber ist sie verzweifelt, sie blickt in eine ungewisse Zukunft während du bereits Pläne hast. Trotzdem darfst du dich nicht erpressen lassen und die Beziehung ihr zuliebe weiterziehen, damit machst du dich früher oder später kaputt. Wenn sie eine Familie hat an die sie sich binden kann, wird sie sich schon wieder auffangen.

Ich wünsche euch beiden viel Mut und Selbstvertrauen für diesen Schritt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer91827 

Beiträge füllen Bücher
Das kann ich so unterschreiben.
Ich weiß, dass man mit Selbstmorddrohungen nicht scherzen sollte, aber in diesem fall ist es wohl wirklich einfach nur der letzte, panische versuch, eine ruinierte Beziehung zu erhalten (zwei meiner Expartner und die Expartnerin eines bekannten drohten damit, sich "was zu tun", wenn schluss ist. Leben alle noch.).
Trau dich, um deiner selbst willen.
 
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