weibliche vs. männliche Scham

Benutzer113990  (31)

Benutzer gesperrt
Hi,

ich finde es fällt auf dass Begriffe wie Penis und Hoden (und deren Synonyme) wesentlich offener und häufiger fallen als Scheide, Schamlippen, Kitzler etc.. Also ich meine jetzt nicht im Internet sondern normal unter Freunden, aber auch im Fernsehen.

Zudem finde ich es auch, dass Frauen wesentlich schüchterner sind als Männer was ihre Genitalien anbelangt. Zumal es für Männer normal ist wenn sie nackt sind dass man "alles" sieht (Sauna, FKK etc), während Frauen kaum ihre intimen Teile zeigen würden (Ausnahmen gibt es natürlich)



Denkt ihr sind diese Phänomene folge der Erziehung und Gesellschaft oder sind Frauen einfach schüchterner?
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Ich glaube, es ist tatsächlich soziale Prägung, und zwar nicht nur bei den Frauen, sondern auch bei den Männern. Ich glaube, Männer werden auch dazu erzogen, dass sie so reden sollen, dass sie sich so verhalten sollen (Gruppendynamik und "Mann"-Sein spielt da sicher ne große Rolle). Tatsächlich soll es ja auch genug Männer geben, die sich mit diesem Bild vom Mann-Sein nicht identifizieren können/wollen.
 

Benutzer20579  (37)

Planet-Liebe ist Startseite
Ich würde Lotusknospe da Recht geben.

Für mich ist aber die Tatsache, dass man nicht überall nackt rumrennt und permanent über seine Geschlechtsteile spricht, keine Frage von Scham. Ich finde Leute, die permanent so übertrieben offen sind, eher anstrengend und gewollt unverkrampft. Ich persönlich habe schlicht kein Bedürfnis, im Alltag über meine Schamlippen zu sprechen.
 

Benutzer6874  (35)

Benutzer gesperrt
Das dauernde Reden und Wörter erfinden über Schamteile hat etwas Verkrampftes. Könnte ein Zeichen von Scham sein.

Ich warte z.B. immer noch auf den Thread "Wie nennt Ihr eure Ohren?" :grin:

Schamhaftigkeit und das Gegenteil können übrigens nahe beisammen sein. In der Pubertät präsentierte ich mich abwechselnd absichtlich nackt, oder brauchte fünf (!) Hände um alle meine Schamgegenden zu bedecken (P., Po-Backen, Brustwarzen) :tongue:
 

Benutzer101597  (63)

Sehr bekannt hier
Schon weil Mann die Länge nachmessen kann wird (auch hier) häufiger uber den Penis gredet. Und dann muss der auch noch steif bleiben. Oh je, noch mehr Gerede :smile:
 

Benutzer79116 

Meistens hier zu finden
Ich denke auch, daß in erster Linie gesellschaftliche Prägung dafür verantwortlich ist. Möglicherweise hilft den Jungs auch noch zusätzlich, daß Penis und Hoden offen daliegen und man schon allein beim Pinkeln am Penis "rumspielen" muß.

Dauerndes Gerede über Sex wirkt auf mich aber auch oftmals wie der leicht verkrampfte Versuch zu zeigen, daß man ja sooo unverkrampft mit dem Thema umgeht. Letztlich ist Sex eine stinknormale Körperfunktion, wie Atmen oder Niesen. Und darüber wird sich ja auch nicht groß und breit im Freundeskreis unterhalten.
 

Benutzer117690 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich glaube auch, dass vor allem die unterschiedliche soziale Prägung und Erziehung dafür verantwortlich sind. Aber letztendlich muss und soll(!) finde ich jeder selbst entscheiden wie offen er sich gibt.
 

Benutzer113252 

Sorgt für Gesprächsstoff
...
Letztlich ist Sex eine stinknormale Körperfunktion, wie Atmen oder Niesen. Und darüber wird sich ja auch nicht groß und breit im Freundeskreis unterhalten.



hmm ach ja?
Wenns mal so einfach wäre....
Atmen und Niesen macht man einfach mal so.

Eine Frau einfach mal so eher nicht.....
 
P

Benutzer

Gast
Auch hier spreche ich einfach mal für mich:

Früher, also bevor ich nach nem Unfall im Rolli gelandet bin, war das sprechen über Genitalien, sicherlich schon rein erziehungsbedingt, nicht unbedingt Bestandteil meiner normalen Ausdrucksweise.
Ja, ich war gewissermaßen sehr schüchtern, was das anging.
Niemals hätte ich öffentlich das Wort "Scheide" oder "Penis" in den Mund genommen, auch in einer Beziehung fand ich dafür immer "niedliche" Umschreibungen. :smile:

Mit dem Unfall allerdings änderte sich das grundlegend, ist man doch schon in der Unfallklinik ein Anschauungsobjekt für AIPler.
Plötzlich gehörten die Worte "Scheide", "Scheidenkatheter" usw. zum täglichen Umgangston.
Am Anfang war ich ja noch in dieser Post-Unfallphase, in der man seinen Körper plötzlich hasst, nicht mehr anfassen kann und sich sozusagen vor sich selber ekelt. Da kamen dann die Worte, die ich aufgrund meiner Schamhaftigkeit schon nie in den Mund genommen hatte, gerade recht. :zwinker:
Dazu kamen dann natürlich noch die ganzen anderen, "unappetitlichen" Sachen wie Stuhlgang usw. :geknickt:

Mittlerweile kann ich offen darüber sprechen, kann auch ohne Scham oder Scheu darüber sprechen, wie ich Sex haben kann (so wie ich auch hier im Forum darüber schreibe) und kriege keinen roten Schädel mehr dabei.
Keine Ahnung, ob das Alter da auch eine Rolle mitspielt, oder ob es wirklich nur an dem Schamüberwindungs-Overkill in Krankenhaus und Reha lag, daß ich jetzt so offen damit umgehen kann.
 
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