Weiß nicht, was ich machen soll

Benutzer113337 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallöchen.

Ich sage jetzt schon einmal Danke an die, die sich das jetzt durchlesen. Ich habe mich extra hier angemeldet, weil ich nicht mehr weiter weiß, ich nicht weiß was ich tun soll und an wen ich mich wenden kann oder soll. Ich lese mich hier schon seit Monaten durch und hoffe, ihr könnt mir vielleicht auch den einen oder anderen Tipp geben und mir einfach eure Meinung dazu sagt.
Zuerst einmal zu mir; ich bin 15 Jahre alt und besuche die 10. Klasse eines Gymnasiums. Meinen Schulabschluss werde ich vorrausichtlich 2014 oder 2015 machen, aber dazu später mehr. Ich lebe zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder in einem schicken und recht großen Haus. Vielleicht ist es ja noch ganz gut zu wissen, dass mein Bruder recht viel vor dem Computer sitzt.

Erstmal etwas zu der Vorgeschichte speziell mit meinen Eltern. Ich hatte nie einen wirklich guten Draht zu ihnen. Meine Eltern selber verstehen sich eigentlich auch nicht so gut, haben sogar schon einige Jahre getrennt gelebt, doch leben nun "leider" wieder zusammen. Sie streiten sich eigentlich jeden Abend und jeden Morgen, recht lautstark. Mein Vater ist überhaupt kein Familienmensch, wenn er abends von der Arbeit kommt, geht er direkt auf den Bau (Er baut derzeit ein altes Haus mit seinem Bruder zu Wohnungen um) und hat keine Zeit für uns, abends schläft er dann auf dem Sofa ein. Das ganze ist schon seit 15 Jahren so, denn Wohnungen umbauen sind einfach sein größtes Hobby. Meine Mutter kommt überhaupt nicht damit klar, weshalb sie abends öfters mal eine oder auch zwei Sektflaschen alleine leer macht. Mein Bruder und ich können uns das eigentlich nicht mehr ansehen, haben schon öfter gesagt, dass eine Trennung das beste wäre, aber ich weiß, sowas ist nicht so leicht. Aber das mit dem Ausziehen ist eine andere Geschichte. Jedenfalls verstehe ich mich absolut nicht mit ihnen, ich habe überhaupt kein Vertrauen zu ihnen (Was auch an einer etwas längeren Vorgeschichte liegt).

Seit neun Monaten bin ich inzwischen mit meinem Freund zusammen. Das Ganze war ziemlich kompliziert, da wir uns über das Internet kennengelernt haben und er 600km weit weg wohnt. Damals war ich wirklich sehr vorsichtig und habe meine Gefühle lange unterdrückt. Noch dazu kommt, dass mein Freund 23 Jahre alt ist. Ich weiß, 8 Jahre Altersunterschied klingen riesig aber das kommt, wie ich finde, immer auf die Personen an. Und mir wurde schon des Öfteren gesagt, dass ich für mein Alter sehr reif bin. Das kam sowohl von Freunden, von Fremden, die ich frisch kennengelernt habe aber auch von meinen Lehrern. Jedenfalls bringt mich das eigentlich direkt zu meinem ersten Problem. Eigentlich bin ich ein Mensch, der sehr viel Zuwendung benötigt. Von meinen Eltern habe ich nie Zuwendung bekommen. Jetzt, wo gerade Weihnachten ist, erinnere ich mich immer an mein letztes "schönes" Weihnachten, als ich 5 war. Seit dem ist die Weihnachtsstimmung bei uns ziemlich angespannt und sehr erzwungen, weil meine Mutter immernoch versucht, diesen Schein von einer guten Familie zu wahren. Aber Feiertage sind bei uns immer so unschön, mit keiner Familienstimmung. Ich bekomme zwar Geschenke, aber eigentlich möchte ich gar keine geschenkt bekommen, wirklich. Denn den meisten Teil meiner Geschenke suche ich selber aus, bezahle ich (bekomme dann das Geld wieder) und packe sie dann auch selber ein, da könnte ich auch drauf verzichten, denn Weihnachten ist für mich eigentlich immer ein Fest gewesen, dass ich wegen der Familie mochte, oder hätte mögen können, nicht wegen der Geschenke. Aber naja, ich hoffe, das klingt nicht alt zu naiv.
Nun ist es dieses Jahr so, dass ich am 1. Weihnachtstag gemeinsam mit meinem Freund zu seinen Großeltern fahren werde und dort auch meine zwei Wochen der Weihnachtsferien verbringen werde. Meine Eltern hatten da auch nichts gegen, doch in den letzten zwei Wochen darf ich mir immer wieder von meiner Mutter anhören, dass ich daran Schuld bin, dass keine Weihnachtsstimmung kommt und dass es wieder einmal so doof wird. Das kann ich langsam echt nicht mehr ertragen, denn ich war eigentlich wirklich froh, dass ich mal woanders ein Weihnachten erleben kann.

Heute lief dann das Fass über. Ich bin keine Jungfrau mehr, was ich meiner Mutter aber nie erzählt habe, da ich es für irrelevant gehalten habe, da meine Mutter 1. weiß, dass wir eigentlich kein gutes Verhältnis haben und dass sie das 2. eigentlich interessieren sollte bzw sie ja einfach darauf warten könnte, bis ich zu ihr kommen würde und 3. frage ich sie auch nicht nach ihrem Sexleben. Jedenfalls waren wir etwas unachtsam und es lag eine leere Kondompackung unter meinem Bett und meine Mutter meinte, jetzt wo ich dieses Wochenende bei meinem Freund war, mein Zimmer aufräumen musste und natürlich fand sie da diese Packung. Sie sprach mich heute darauf an und ich habe ihr gesagt, dass ich da nicht mit ihr sprechen möchte, weil das mein Leben ist (sie weiß übrigens dass ich die Pille nehme und anhand der Packung wohl auch, dass wir ebenfalls mit Kondom verhüten - sodass sie da keine Angst vor einer Schwangerschaft haben muss). Dann ist die Situation eskaliert. Sie sagte, dass seit ich meinen Freund habe, ich weniger Interesse an unserer Familie habe. Das stimmt auch, mehr oder weniger allerdings würde ich dafür nicht meinen Freund verantwortlich machen. Ich denke es liegt eher an meinem Alter. Ich bin jetzt bald 16 Jahre alt, habe meinen Realschulabschluss bald in meiner Tasche und da kommt bei mir die Zukunftsfrage immer näher, was ich machen will, wo ich es machen will und wann ich es machen will (ich möchte nämlich am liebsten die Schule schon nach der 12. Klasse verlassen). Ich werde nämlich so selbstständiger, ich wasche meine Wäsche selber, kaufe und mache mir mein Essen selber, wasche mein Geschirr ab und kümmere mich um Arzttermine etc alles selber, ohne dass meine Mutter etwas dazu sagen muss. Aber darauf erschließt sich meine Mutter eben, dass ich mich verändert habe, mich schlecht verändert habe und das bindet sie mir so oft sie kann auf die Nase, sodass ich mich langsam selber frage, ob ich mich nicht doch schlecht verändert habe, denn ich habe das wie gesagt immer als positiv gesehen.
Als sie mich dann nach der Kondompackung fragte und ich sagte, ich will nicht darüber reden weil das mein Leben ist, rief sie dann total ironisch "Du bist ja soooo erwachsen!" Und ich weiß, ich bin noch nicht erwachsen, aber ich werde es doch jetzt langsam? Und es ist doch so, dass das mein Leben ist und wenn ich nicht darüber reden will, dann muss sie das doch hinnehmen :frown: Zu letzt hat sich noch mein Vater eingemischt, und meinte er findet es schade, dass ich nie was mit der Familie mache sondern dass nur mein Bruder mal mit ihnen unten Mittag ist (meist nur dann, wenn sein PC irgendwelche Macken hat).

Ich weiß im Moment wirklich nicht weiter, und das, was ich geschrieben habe klingt bestimmt auch gar nicht so dramatisch, aber das ist ja nur ein Teil aus meinem Leben. Es ist wirklich so, dass ich eigentlich gar nicht mehr bei meinen Eltern leben möchte, da ich nicht mit ihnen klar komme und sie nicht mit mir. Ich weiß nicht mal, an wen ich mich wenden kann, um da vielleicht nur drüber zu sprechen, weshalb ich mich jetzt hier melde. Ich weiß nicht, ob das ein Fall für das Jugendamt oder für diese Frauenzimmer ist, oder ob ich mich an meine Frauenärztin wenden kann damit diese mir vielleicht sagen kann, an wen ich mich wenden oder was ich überhaupt machen kann. Ich hoffe, ihr könnt mir vielleicht irgendwie helfen, oder mir einfach nur einen Tipp geben.

Liebe Grüße
 

Benutzer112216 

Öfters im Forum
Hey :smile:

Erstmal etwas zu der Vorgeschichte speziell mit meinen Eltern. Ich hatte nie einen wirklich guten Draht zu ihnen. Meine Eltern selber verstehen sich eigentlich auch nicht so gut, haben sogar schon einige Jahre getrennt gelebt, doch leben nun "leider" wieder zusammen. Sie streiten sich eigentlich jeden Abend und jeden Morgen, recht lautstark. Mein Vater ist überhaupt kein Familienmensch, wenn er abends von der Arbeit kommt, geht er direkt auf den Bau (Er baut derzeit ein altes Haus mit seinem Bruder zu Wohnungen um) und hat keine Zeit für uns, abends schläft er dann auf dem Sofa ein. Das ganze ist schon seit 15 Jahren so, denn Wohnungen umbauen sind einfach sein größtes Hobby. Meine Mutter kommt überhaupt nicht damit klar, weshalb sie abends öfters mal eine oder auch zwei Sektflaschen alleine leer macht. Mein Bruder und ich können uns das eigentlich nicht mehr ansehen, haben schon öfter gesagt, dass eine Trennung das beste wäre, aber ich weiß, sowas ist nicht so leicht. Aber das mit dem Ausziehen ist eine andere Geschichte. Jedenfalls verstehe ich mich absolut nicht mit ihnen, ich habe überhaupt kein Vertrauen zu ihnen (Was auch an einer etwas längeren Vorgeschichte liegt).

Willkommen in meiner Welt. Mein Dad hats nach 8 verdammten Jahren endlich geschafft seine Sachen zu packen.

Seit neun Monaten bin ich inzwischen mit meinem Freund zusammen. Das Ganze war ziemlich kompliziert, da wir uns über das Internet kennengelernt haben und er 600km weit weg wohnt. Damals war ich wirklich sehr vorsichtig und habe meine Gefühle lange unterdrückt. Noch dazu kommt, dass mein Freund 23 Jahre alt ist. Ich weiß, 8 Jahre Altersunterschied klingen riesig aber das kommt, wie ich finde, immer auf die Personen an. Und mir wurde schon des Öfteren gesagt, dass ich für mein Alter sehr reif bin. Das kam sowohl von Freunden, von Fremden, die ich frisch kennengelernt habe aber auch von meinen Lehrern. Jedenfalls bringt mich das eigentlich direkt zu meinem ersten Problem. Eigentlich bin ich ein Mensch, der sehr viel Zuwendung benötigt. Von meinen Eltern habe ich nie Zuwendung bekommen. Jetzt, wo gerade Weihnachten ist, erinnere ich mich immer an mein letztes "schönes" Weihnachten, als ich 5 war. Seit dem ist die Weihnachtsstimmung bei uns ziemlich angespannt und sehr erzwungen, weil meine Mutter immernoch versucht, diesen Schein von einer guten Familie zu wahren. Aber Feiertage sind bei uns immer so unschön, mit keiner Familienstimmung. Ich bekomme zwar Geschenke, aber eigentlich möchte ich gar keine geschenkt bekommen, wirklich. Denn den meisten Teil meiner Geschenke suche ich selber aus, bezahle ich (bekomme dann das Geld wieder) und packe sie dann auch selber ein, da könnte ich auch drauf verzichten, denn Weihnachten ist für mich eigentlich immer ein Fest gewesen, dass ich wegen der Familie mochte, oder hätte mögen können, nicht wegen der Geschenke. Aber naja, ich hoffe, das klingt nicht alt zu naiv.
Nun ist es dieses Jahr so, dass ich am 1. Weihnachtstag gemeinsam mit meinem Freund zu seinen Großeltern fahren werde und dort auch meine zwei Wochen der Weihnachtsferien verbringen werde. Meine Eltern hatten da auch nichts gegen, doch in den letzten zwei Wochen darf ich mir immer wieder von meiner Mutter anhören, dass ich daran Schuld bin, dass keine Weihnachtsstimmung kommt und dass es wieder einmal so doof wird. Das kann ich langsam echt nicht mehr ertragen, denn ich war eigentlich wirklich froh, dass ich mal woanders ein Weihnachten erleben kann.

Kenn ich ebenfalls. Und du bist für dein Alter schon ziemlich weit. Merkt man am Schreibstil, an der Sichtweise, die du auf Dinge entwickelt hast und an deinen Einschätzungen. Mich wunderts auch nicht, dass du seinen viel älteren Freund hast. Sieht mir so aus, als würdest du dich nach einem Gegenpol sehen/gesehnt haben, der dich fördert, fordert und auch für dich da ist.

Das, was deine Mutter da abzieht, ist nicht in Ordnung. Sie projeziert ihre eigene Unzufriedenheit auf dich. Bei mir waren Familienfeste jahrelange Farce. Ich habe mich gefühlt wie in einem beschissenen goldenen Käfig. Ich wusste, irgendwann tuts nen riesengroßen Schlag. Und den tat es. Ich hoffe nicht, dass es bei euch ähnlich abläuft. Aber du siehst ja bereits seit langem selbst, dass dieser gezwungene Kindergarten auf Dauer nur mehr Schaden anrichtet, als ein klarer Schnitt. Kann dein Bedürfnis dieses Jahr voll und ganz nachvollziehen. Wenns die Älteren nicht auf die Reihe kommen, machens meistens die Jüngeren.

Heute lief dann das Fass über. Ich bin keine Jungfrau mehr, was ich meiner Mutter aber nie erzählt habe, da ich es für irrelevant gehalten habe, da meine Mutter 1. weiß, dass wir eigentlich kein gutes Verhältnis haben und dass sie das 2. eigentlich interessieren sollte bzw sie ja einfach darauf warten könnte, bis ich zu ihr kommen würde und 3. frage ich sie auch nicht nach ihrem Sexleben. Jedenfalls waren wir etwas unachtsam und es lag eine leere Kondompackung unter meinem Bett und meine Mutter meinte, jetzt wo ich dieses Wochenende bei meinem Freund war, mein Zimmer aufräumen musste und natürlich fand sie da diese Packung. Sie sprach mich heute darauf an und ich habe ihr gesagt, dass ich da nicht mit ihr sprechen möchte, weil das mein Leben ist (sie weiß übrigens dass ich die Pille nehme und anhand der Packung wohl auch, dass wir ebenfalls mit Kondom verhüten - sodass sie da keine Angst vor einer Schwangerschaft haben muss). Dann ist die Situation eskaliert. Sie sagte, dass seit ich meinen Freund habe, ich weniger Interesse an unserer Familie habe. Das stimmt auch, mehr oder weniger allerdings würde ich dafür nicht meinen Freund verantwortlich machen. Ich denke es liegt eher an meinem Alter. Ich bin jetzt bald 16 Jahre alt, habe meinen Realschulabschluss bald in meiner Tasche und da kommt bei mir die Zukunftsfrage immer näher, was ich machen will, wo ich es machen will und wann ich es machen will (ich möchte nämlich am liebsten die Schule schon nach der 12. Klasse verlassen). Ich werde nämlich so selbstständiger, ich wasche meine Wäsche selber, kaufe und mache mir mein Essen selber, wasche mein Geschirr ab und kümmere mich um Arzttermine etc alles selber, ohne dass meine Mutter etwas dazu sagen muss. Aber darauf erschließt sich meine Mutter eben, dass ich mich verändert habe, mich schlecht verändert habe und das bindet sie mir so oft sie kann auf die Nase, sodass ich mich langsam selber frage, ob ich mich nicht doch schlecht verändert habe, denn ich habe das wie gesagt immer als positiv gesehen.
Als sie mich dann nach der Kondompackung fragte und ich sagte, ich will nicht darüber reden weil das mein Leben ist, rief sie dann total ironisch "Du bist ja soooo erwachsen!" Und ich weiß, ich bin noch nicht erwachsen, aber ich werde es doch jetzt langsam? Und es ist doch so, dass das mein Leben ist und wenn ich nicht darüber reden will, dann muss sie das doch hinnehmen :frown: Zu letzt hat sich noch mein Vater eingemischt, und meinte er findet es schade, dass ich nie was mit der Familie mache sondern dass nur mein Bruder mal mit ihnen unten Mittag ist (meist nur dann, wenn sein PC irgendwelche Macken hat).

Für mich recht einfach: Deine Mutter realisiert immer mehr, vor allem durch dein eigenständiges Leben, dass sie etwas verpasst hat. Sowohl dich in den letzten Jahren richtig großzuziehen, als auch den Schnitt zu machen und eine wichtige Veränderung hervorzurufen. Du bist schon sehr nahe dran am Erwachsensein - zumindest was für dein Alter überhaupt möglich ist. Deine Eltern werden, sollte sich nichts ändern, noch öfter solche Dinge sagen. Warum? Weil das ihr Ventil ist ihrem Frust, ihrer Enttäuschung und dem Schmerz zu realisieren, dass ihr kleines Ding ohne ihre Hilfe, ohne ihre Hingabe großgeworden ist, Luft zu verschaffen.

Geh weiter deinen Weg, du machst das gut. Du bist die Letzte, die hier Schuldgefühle haben muss.

Ich weiß im Moment wirklich nicht weiter, und das, was ich geschrieben habe klingt bestimmt auch gar nicht so dramatisch, aber das ist ja nur ein Teil aus meinem Leben. Es ist wirklich so, dass ich eigentlich gar nicht mehr bei meinen Eltern leben möchte, da ich nicht mit ihnen klar komme und sie nicht mit mir. Ich weiß nicht mal, an wen ich mich wenden kann, um da vielleicht nur drüber zu sprechen, weshalb ich mich jetzt hier melde. Ich weiß nicht, ob das ein Fall für das Jugendamt oder für diese Frauenzimmer ist, oder ob ich mich an meine Frauenärztin wenden kann damit diese mir vielleicht sagen kann, an wen ich mich wenden oder was ich überhaupt machen kann. Ich hoffe, ihr könnt mir vielleicht irgendwie helfen, oder mir einfach nur einen Tipp geben.

Ich schreibe hier so ausführlich ohne dir eine wertende, kurze Meinung an den Kopf zu klatschen, weil ich weiß, wovon du redest. Irgendwann stumpft man ab, beginnt zu realisieren, dass man vieles nicht hatte und immernoch nicht hat, was andere tagtäglich erfahren dürfen. Aber: Du bist schon so weit, dass du weißt, dass du bereits sehr viel gelernt hast. Für dich. Für deinen weiteren Weg. Du weißt, wie du es später (vllt.) anders machen willst oder musst. Du weißt, dass es auch ohne geht. Du sehnst dich, willst es teilweise vielleicht auch nicht wahrhaben, aber das Ganze hier geht schon so lange, dass du dich um dich gekümmert hast. Du wurdest selber groß. Du weißt selbst, was gut für dich ist und wie man dies oder das anstellt, ohne Mum oder Dad um Rat zu fragen. Eigentlich schade, oder? Ja. Aber hindert dich das, deinen Weg weiterzugehen? Nein. Ich kann verstehen, dass der innere Trieb immernoch im gemachten Nest umherschweift. Aber so wie das aussieht, gibts das bei dir schon Jahre nicht mehr. Und ich denke, dass der Zug zurück in den Bahnhof der grenzenlosen Familienfreude schon abgefahren ist. Du kannst gerne mal versuchen, mit deinen Eltern ein ernstes Gespräch zu führen. Denn so wie es mir scheint, gabs das auch schon lange nicht mehr. Ich denke, dass sie nach ner klaren Ansage von dir einige Dinge besser verstehen werden. Und vor allem auch anfangen können, die Situation in den Griff zu bekommen.

Du hast dir nichts vorzuwerfen. Du machst das prima bisher. Also genieß die Feiertage auf deine Weise. Für viele ist es ein Fest der Liebe und der Familie. Für viele ist es ein gezwungen gespieltes Theater. Für viele ist der reinste Konsum, für andere Religion. Und für manche ist es das, was man draus macht. So wie für dich.
 

Benutzer96776 

Beiträge füllen Bücher
Ich kann dir nur wünschen, dass sich die Situation verbessert.
In der Pubertät geht öfters mal alles drunter und drüber, legt sich aber auch wieder.
Wobei ich für euer Schlamassel wirklich nicht die Pubertät alleine verantwortlich machen würde.
Die ganze Situation ist für dich (und auch die Eltern) bestimmt sehr belastend.
Ich halte dich auch für sehr vernünftig. Deinen Schilderungen zu Folge würde ich dich für 18 + einschätzen.
Die Prozesse, von denen du berichtest, sind so gesehen völlig wünschenswert und auch normal.
Du wirst erwachsen. Damit scheinen deine Eltern nicht klar zu kommen.
Ich weiß nicht ob euch eine Familientherapie helfen könnte und tu mir allgemein schwer dir hier einen guten Rat zu geben.
 

Benutzer113337 

Sorgt für Gesprächsstoff
....

---------- Beitrag hinzugefügt um 19:53 -----------

Hey :smile:
Erstmal danke - euch beiden - für eure Antworten. Scaryon, du glaubst gar nicht, wie mir das gestern Abend geholfen hat, als ich das gelesen habe. Aber heute ist das ganze schon irgendwie wieder zunichte geworden, dank meiner Eltern.



Willkommen in meiner Welt. Mein Dad hats nach 8 verdammten Jahren endlich geschafft seine Sachen zu packen.
Schön wär's! Wahrscheinlich muss ich noch 15 Jahre warten, bis das endlich mal passiert. Wobei ich ja spätestens 2015 hier weg bin, wenn ich mein Abitur habe. Oder 2014 bzw eventuell nächstes Jahr, dann habe ich halt "nur Realschulabschluss ... Gerade bin ich aber eher so weit, dass ich heute Nacht meine Tasche packe und weg gehe, nur stellt sich da die Frage - wohin? Meinen Freundinnen möchte ich davon eher weniger erzählen, weil ich eben tierische Angst davor habe bzw damit schon so einige Erfahrungen gemacht habe. Wäre es Sommer wäre für mich ja sogar die Möglichkeit von auf die Straße gehen offen, doch es ist kalt und dunkel und wer weiß, wer sich da rumtreibt. Also bleibt mir nur das hier bleiben :frown:


Kenn ich ebenfalls. Und du bist für dein Alter schon ziemlich weit. Merkt man am Schreibstil, an der Sichtweise, die du auf Dinge entwickelt hast und an deinen Einschätzungen. Mich wunderts auch nicht, dass du seinen viel älteren Freund hast. Sieht mir so aus, als würdest du dich nach einem Gegenpol sehen/gesehnt haben, der dich fördert, fordert und auch für dich da ist.
So eine Eigenbewertung klingt zwar etwas doof, aber wenn ich das so lese kann ich nur nicken und sagen "stimmt" - also auf den letzten Teil bezogen, der erste Teil macht mir irgendwie ziemlich viel Mut und unterstützt mich in meiner Sache - manchmal kommt es mir vor als hätte ich ihn einfach nur gesucht und gefunden. Ich bin einfach nur so froh, wenn er da bist, weil es mir dann vorkommt, als hätte ich wirklich ein Zuhause, weil ich mich so geborgen fühle. Ach ich weiß nicht, liegt bestimmt an der Rosaroten Brille.

Das, was deine Mutter da abzieht, ist nicht in Ordnung. Sie projeziert ihre eigene Unzufriedenheit auf dich. Bei mir waren Familienfeste jahrelange Farce. Ich habe mich gefühlt wie in einem beschissenen goldenen Käfig. Ich wusste, irgendwann tuts nen riesengroßen Schlag. Und den tat es. Ich hoffe nicht, dass es bei euch ähnlich abläuft. Aber du siehst ja bereits seit langem selbst, dass dieser gezwungene Kindergarten auf Dauer nur mehr Schaden anrichtet, als ein klarer Schnitt. Kann dein Bedürfnis dieses Jahr voll und ganz nachvollziehen. Wenns die Älteren nicht auf die Reihe kommen, machens meistens die Jüngeren.
Bei uns gab es schon öfter kleinere Schläge. Mal lag meine Mutter - betrunkend - und tief weinen im Badezimmer und dann mussten mein Bruder und ich sie zu ihrer Schwester bringen, die ich absolut nicht leiden kann, sie mich aber auch nicht. Meine Mutter ist dann ein, zwei Wochen da geblieben. Als sie wieder kam meinte sie immer zu mir, dass sie sich endlich mal an einen Therapeuten, an das Frauenzimmer oder einfach irgendwas wendet und was wurde da raus? Pusteblume. Nach zwei Wochen war dann einfach alles wieder so, als wäre nie irgendwas gewesen.
Was speziell Weihnachten angeht ich weiß nicht, wie ich da irgendwas schaffen soll. Meine Mutter meinte heute zu mir, dass sie wohl nichtmal mit mir an einem Tisch sitzen will. Und ganz ehrlich, ich weiß wirklich nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich habe hier eigentlich den ganzen Ablauf von gestern geschrieben und naja, will sie jetzt nicht mit mir an einem Tisch sitzen, weil ich versuche, ihr aus dem Weg zu gehen? Denn jedes Mal, wenn sie irgendwas dazu sagen will, bzw mir wieder irgendwas an den Kopf werfen will, dann sage ich ihr ganz einfach "ich will darüber nicht mit dir reden" ist das so falsch? :frown: Ich versuche ja immer, meine Ohren auf Durchzug zu stellen - so doof das auch klingt - aber da bleibt halt schon so einiges hängen, was teilweise wirklich weh tut. Manchmal ist es auch nur die Art, wie sie es sagt. Zum Beispiel heute im Auto, ich habe versucht, das ganze etwas zu lockern und habe gefragt, ob wir noch unseren Eiswürfelkühler haben, worauf sie nur total monoton aber trotzdem so stark für sich beanspruchend, dass das ja der wäre, den SIE gekauft hat. Ich wäre am liebsten im Auto zusammengebrochen denn am Tag zuvor lag sie mir ja noch in den Ohren, dass ich keinen Familiensinn hätte. Dabei meint sie ja,mit der Aussage dass das ihrer ist, dass es eben ihrer ist. Normalerweise teilt man in einer Familie ja schließlich, oder? Es kann ja auch nicht sein, dass ich mir eine komplette Haus-/Wohnungseinrichtung kaufe, obwohl ich erst 15 bin? Ich weiß gar nicht, wovon ich das bezahlen soll, obwohl ich da schon dran bin, mir möglichst viel solcher Dinge zu kaufen. Aktuell habe ich noch etwas Erspartes auf dem Konto, da ich bis vor drei Monaten noch Zeitungen ausgetragen habe und ich bekomme monatlich auch noch 15 Euro - ein Wunder, dass sie mir das noch nicht abgedreht haben - aber irgendwann ist mein Erspartes alle und von 15 Euro im Monat überleben? Ich werde ja erst im April 16 und kann dann erst arbeiten (Bewerbungen liegen sogar schon abschickbereit da). Ich möchte ja so selbstständig sein doch langsam kann ich das nicht mehr und ich möchte wirklich absolut gar nie wieder irgendwas von meinen Eltern in Anspruch nehmen. Es ist schlimm genug für mich, dass ich hier in ihrem Haus ein Zimmer habe. Ich weiß, ich sollte das sicher wertschätzen, dass ich ein warmes Zuhause habe, aber das ist nicht so einfach. Ich würde auch ein kaltes Zimmer nehmen, wenn es hier nicht so unharmonisch wäre :frown:


Für mich recht einfach: Deine Mutter realisiert immer mehr, vor allem durch dein eigenständiges Leben, dass sie etwas verpasst hat. Sowohl dich in den letzten Jahren richtig großzuziehen, als auch den Schnitt zu machen und eine wichtige Veränderung hervorzurufen. Du bist schon sehr nahe dran am Erwachsensein - zumindest was für dein Alter überhaupt möglich ist. Deine Eltern werden, sollte sich nichts ändern, noch öfter solche Dinge sagen. Warum? Weil das ihr Ventil ist ihrem Frust, ihrer Enttäuschung und dem Schmerz zu realisieren, dass ihr kleines Ding ohne ihre Hilfe, ohne ihre Hingabe großgeworden ist, Luft zu verschaffen.
Hmm. Klingt gut, was du da sagst. Mir ist ja auch klar, dass meine Mutter kein leichtes Leben hatte, mein ältester Bruder, der inzwischen 28 ist, war mit 18 drogenabhängig und ist dem auch jetzt nicht abgeneigt und bekommt sein Leben nicht auf die Reihe, was ich total traurig finde. Noch dazu hat mein Vater, als sie damals etwa 3 Jahre oder so zusammen waren zwei mal betrogen. Aber sie weiß doch dann, wie es ist, so verletzt zu werden. Zumal ich doch ihre Tochter bin. Ich weiß einfach nicht. Ich möchte hier nur weg :frown:

Geh weiter deinen Weg, du machst das gut. Du bist die Letzte, die hier Schuldgefühle haben muss.

Ich schreibe hier so ausführlich ohne dir eine wertende, kurze Meinung an den Kopf zu klatschen, weil ich weiß, wovon du redest. Irgendwann stumpft man ab, beginnt zu realisieren, dass man vieles nicht hatte und immernoch nicht hat, was andere tagtäglich erfahren dürfen. Aber: Du bist schon so weit, dass du weißt, dass du bereits sehr viel gelernt hast. Für dich. Für deinen weiteren Weg. Du weißt, wie du es später (vllt.) anders machen willst oder musst. Du weißt, dass es auch ohne geht. Du sehnst dich, willst es teilweise vielleicht auch nicht wahrhaben, aber das Ganze hier geht schon so lange, dass du dich um dich gekümmert hast. Du wurdest selber groß. Du weißt selbst, was gut für dich ist und wie man dies oder das anstellt, ohne Mum oder Dad um Rat zu fragen. Eigentlich schade, oder? Ja. Aber hindert dich das, deinen Weg weiterzugehen? Nein. Ich kann verstehen, dass der innere Trieb immernoch im gemachten Nest umherschweift. Aber so wie das aussieht, gibts das bei dir schon Jahre nicht mehr. Und ich denke, dass der Zug zurück in den Bahnhof der grenzenlosen Familienfreude schon abgefahren ist. Du kannst gerne mal versuchen, mit deinen Eltern ein ernstes Gespräch zu führen. Denn so wie es mir scheint, gabs das auch schon lange nicht mehr. Ich denke, dass sie nach ner klaren Ansage von dir einige Dinge besser verstehen werden. Und vor allem auch anfangen können, die Situation in den Griff zu bekommen.

Du hast dir nichts vorzuwerfen. Du machst das prima bisher. Also genieß die Feiertage auf deine Weise. Für viele ist es ein Fest der Liebe und der Familie. Für viele ist es ein gezwungen gespieltes Theater. Für viele ist der reinste Konsum, für andere Religion. Und für manche ist es das, was man draus macht. So wie für dich.
Meine Schuldgefühle werden aber einfach nicht weniger. Ich muss mich wirklich dauern fragen, was ist denn so falsch an mir. Ich bin sicher nicht das Unschuldslamm oder sonst was, aber das so selber einzuschätzen ist für mich total schwer.
Und ich bin dir wirklich dankbar, dass du dich so ausführlich gemeldet hast, deshalb hab', ich das gleich mal so übernommen. Ich weiß ganz sicher, was ich irgendwann anders machen möchte.
Das Problem mit dem ersten Gespräch ist, dass wenn ich sowas mache, sie es nicht ernst meinen und ihre Fehler, die ganz bestimmt auch da sind, überhaupt nicht einsehen. Mein Vater ist sehr jähzornig und wird schnell aggressiv, weshalb ich eigentlich gar nicht mit ihnen reden mag. Wenn ich mit ihnen reden würde, möchte ich mich sicher fühlen, ich möchte sie dann eigentlich vor die Wahl stellen oder sonst etwas, damit sie wissen, dass ich es ernst meine. Aktuell bin ich soweit, dass ich jedes Mal denke, dass wenn es so weiter geht, ich dann irgendwann ausgezogen bin und meine eigene Familie habe jeglichen Kontakt zu ihnen abbrechen möchte, was eigentlich total schade ist. Ich möchte es ja so gerne ändern. Aber nochmal zu dem mit der Wahl; es wäre mir am liebsten, wenn es irgendeine Lösung gäbe, also eine Ausweichmöglichkeit. Am liebsten wäre mir ja soetwas wie ausziehen, das ist ja möglich, soweit ich weiß, ab 16 unter irgendwelchen Bedingungen, die ich aber leider nicht kenne. Ich weiß auch nicht, wo ich mich da genau informieren kann.
Ich möchte wirklich eigentlich einfach nur hier raus, auch wenn das schrecklich klingt. Ich war jetzt kurz davor meine Tasche zu packen und zu gehen. Eine andere Möglichkeit wäre es, dass ich einfach nach Weihnachten bei meinen Freund bleibe oder sonst was, wobei er davon nicht begeistert wäre - also nicht, weil er mich nicht da haben will oder mich unterstützen will, sondern weil hier ja meine Schule ist und das sehe ich ja auch ein, die will und muss ich ja machen. Aber ich weiß nicht. Kennt oder wisst ihr vielleicht irgendeine Möglichkeit? Oder wisst, was ich da am besten machen kann? :frown:
___
Ach, bevor ich es wieder vergesse. Meine Mutter hat mir heute früh damit gedroht, dass sie die Beziehung zwischen meinem Freund und mir unterbinden möchte. Kann sie das? Oder darf sie das? Was sind da meine Möglichkeiten? :frown:
 
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