Was wisst ihr über BDSM?

Benutzer53338 

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Da stimme ich absolut zu.
Wobei sich auf einschlägigen Plattformen eben viele Subs auch genau so anbieten. Nach dem Motto: "Bitte bitte bestrafen Sie mich" oder "Ich mache alles, was Sie wollen". Das ist dann für eine dominante Person auch nicht unbedingt grandios. Ich brauche zB auch als Dom das Gefühl, dass mein Sub Spaß und Lust empfindet und seine spezifischen Wünsche mit einfließen. Wobei es ja fast schon verpöhnt ist, einen Sub vorher nach Wünschen zu fragen, da reagieren viele sehr stark abweisend, weil sie Angst haben, als "Wunschzettelsub" dazustehen.

Ich finde es halt einfach schön gemeinsam Grenzen zu testen und vielleicht auch zu überschreiten und das ohne auf der Ebene der Bestrafung. Für mich stellt es eben auch einen wichtigen Aspekt dar ohne Ungehorsam zum Ziel zu kommen - hilf- und machtlos kann ich mich auch fühlen ohne das ich meinen Dom zur Weißglut treibe und ich kann auch störrisch und bockig sein und eine Strafe provozieren.

Wünsche zu äußern und darüber zu reden finde ich wichtig, wobei ich es auch mag, wenn diese mal übergangen werden oder es zu Handlungen kommt, die ich vorher vielleicht ausgeschlossen habe. Wo wir dann eben wieder beim Punkt der Grenzen sind.


Ein wichtiger Aspekt stellt für mich auch die Nachbehandlung da - also wenn ich nicht mehr liege/hänge/whatsoever und er sich um mich kümmert, Tränen trocknet, mir ein Bad einlässt oder einfach nur den gestriemten Po streichelt. Das ist für mich dann nochmal wie ein kleiner Orgasmus im Kopf, dieser Moment des vollkommenen glücklichseins und sich fallen lassen - da gibt es für mich kein schöneres Gefühl der Geborgenheit.
 
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Ein wichtiger Aspekt stellt für mich auch die Nachbehandlung da - also wenn ich nicht mehr liege/hänge/whatsoever und er sich um mich kümmert, Tränen trocknet, mir ein Bad einlässt oder einfach nur den gestriemten Po streichelt. Das ist für mich dann nochmal wie ein kleiner Orgasmus im Kopf, dieser Moment des vollkommenen glücklichseins und sich fallen lassen - da gibt es für mich kein schöneres Gefühl der Geborgenheit.

Darf ich mal kurz fragen - er trocknet deine Tränen? Tränen sind aber doch nicht unbedingt ein Ausdruck puren Glücks oder weinst du jedes Mal vor Glück?
Irgendwie stelle ich mir das komisch vor - ein erfülltes Sexleben, aber man weint trotzdem?

Ich will hier niemandem seine Vorlieben schlecht reden, um Gottes Willen, aber der Punkt würde mich doch interessieren :zwinker:
 

Benutzer113476  (36)

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Ich durfte meine Ex ein paar Mal "spanken" und so. Hat Spaß gemacht, mehr ist aber auch nicht.
 

Benutzer53338 

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Darf ich mal kurz fragen - er trocknet deine Tränen? Tränen sind aber doch nicht unbedingt ein Ausdruck puren Glücks oder weinst du jedes Mal vor Glück?
Irgendwie stelle ich mir das komisch vor - ein erfülltes Sexleben, aber man weint trotzdem?

Ich will hier niemandem seine Vorlieben schlecht reden, um Gottes Willen, aber der Punkt würde mich doch interessieren :zwinker:

(Lust)Schmerz, Freisetzung von Endorphinen, Spannungsabbau... kann alles zusammen kommen und kann dann zu Tränen währenddessen oder danach führen.
 
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Darf ich mal kurz fragen - er trocknet deine Tränen? Tränen sind aber doch nicht unbedingt ein Ausdruck puren Glücks oder weinst du jedes Mal vor Glück?
Irgendwie stelle ich mir das komisch vor - ein erfülltes Sexleben, aber man weint trotzdem?

Ich will hier niemandem seine Vorlieben schlecht reden, um Gottes Willen, aber der Punkt würde mich doch interessieren :zwinker:

Ich atnworte mal für mich, auch wenn die Frage an Bondage ging.

Ich weine auch ab und an in der Rolle der Sub. Das hat verschiedene Gründe: Anstrengung, Grenzüberschreitung, Schmerzen, eine Überflut an Emotionen, die Freude darüber, eigene Grenzen überschritten zu haben... Für mich sind Tränen bei BDSM nichts schlimmes, eher ein Zeichen dafür, wie tief ich derlei alles empfinde.


--

Den Punkt der Nachbehandlung finde ich allerdings auch sehr wichtig, egal in welcher Rolle ich stecke. Jemandem nach und nach die Fesseln abzunehmen, die Person zu streicheln, zu küssen und ihr was gtes zu tun (wie zB das von Bondage erwähnte eingelassene Bad), das ist etwas sehr intensives, was zusätzlich verbindet. Man hat eben gemeinsam etwas "geschafft", etwas sehr intensives erlebt und da wäre es für mich persönlich einfach falsch, das mit einem abruptem Cut zu beenden.
 
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(Lust)Schmerz, Freisetzung von Endorphinen, Spannungsabbau... kann alles zusammen kommen und kann dann zu Tränen währenddessen oder danach führen.

Okay, das klingt irgendwie nachvollziehbar... aber, ich hoffe du gestattest mir die Frage :zwinker:: Ist das für deinen Partner nicht irgendwo auch befremdlich, wenn du beim Sex (oder eben den Dingen, die dazu gehören) anfängst, zu weinen?
Ich kann nur von mir sprechen, aber finge mein Freund an zu weinen beim Sex, würde mir erstmal alles vergehen und das letzte, an das ich denken würde, wäre Weitermachen.

Ich weine auch ab und an in der Rolle der Sub. Das hat verschiedene Gründe: Anstrengung, Grenzüberschreitung, Schmerzen, eine Überflut an Emotionen, die Freude darüber, eigene Grenzen überschritten zu haben... Für mich sind Tränen bei BDSM nichts schlimmes, eher ein Zeichen dafür, wie tief ich derlei alles empfinde.

Okay, das hat Bondage ja auch erläutert, aber auch an dich (sofern du antworten magst natürlich) die gleiche Frage: Ist das für den Partner nicht befremdlich?
 
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Okay, das hat Bondage ja auch erläutert, aber auch an dich (sofern du antworten magst natürlich) die gleiche Frage: Ist das für den Partner nicht befremdlich?

Ich glaube, hätte ich nie mit ihm drüber geredet, würden mich dahingehend zB Tränen beim Gegenüber abschrecken und ich würde abbrechen. Aber genau deswegen spricht man im Vorfeld ausführlich über genau sowas.
Gleiches gilt für die berüchtigen "Safewords". Es gibt Paare, die brechen bei einem "Stop" ab. Wir nutzen da das Ampelsystem ("grün" = alles in Ordnung, "gelb" = derzeitige Aktion reduzieren oder stoppen, "rot" = vollständiger Abbruch), das heißt, auch wenn mein Partner "Nein" oder "Stopp" oder "Ich kann nicht mehr" schreit, dann mache ich weiter. Weil ich weiß: Die Grenze ist nicht erreicht, wir befinden uns noch im sicheren Rahmen.
Gleiches gilt dann für Tränen: Ich weiß, dass diese bei ihm wie bei mir ganz verschiedene Ursachen haben. Mit ein bisschen Empathie kann man das auch recht leicht zurückführen, warum die Person vor einem grade weint bzw was die Tränen getriggert hat.
Ich kann aber auf jeden Fall nachvollziehen, dass das für Aussenstehende sehr befremdlich wirkt.
 

Benutzer53338 

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Okay, das klingt irgendwie nachvollziehbar... aber, ich hoffe du gestattest mir die Frage :zwinker: : Ist das für deinen Partner nicht irgendwo auch befremdlich, wenn du beim Sex (oder eben den Dingen, die dazu gehören) anfängst, zu weinen?


Nein, ist es nicht - er weiß wahrscheinlich besser als ich was ich ertragen kann und wann es zu viel wird. Tränen gehören für mich irgendwo dazu, weil dadurch so viel freigesetzt wird und ich bin eben auch jemand der gerne anfängt zu jammern. Ihn turnt es auch an mich dann so zu sehen und es kann dann auch zu einer angenehmen "Pause" führen, in der mich dann vielleicht mal in den Arm nimmt, mich aufbaut und mir zuflüstert, dass er genau weiß das ich noch nicht an der Grenze bin - was widerum dann sehr erregend für mich ist. Er vergewissert sich auch teilweise immer wieder mal, insbesondere dann wenn ich geknebelt bin und nicht für mich selbst sprechen kann. In dem Moment in dem wir BDSM praktizieren ist er ja nicht nur mein Partner, sondern auch mein Dom - und mein Dom weiß wann er aufhören muss. Er trägt ja in diesem Moment ganz viel Verantwortung und es gehört meiner Meinung nach auch ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl dazu - bei ernsthaften Verletzungen hört der Spaß auf und es ist seine Pflicht für mich die Verantwortung zu tragen und es nicht so weit kommen zu lassen.

Wenn ich wirklich wollen würde, bräuchte es nur ein Wort von mir das er aufhört, aber Tränen sind mit Sicherheit kein Zeichen dafür, dass ich will das er das tut. BDSM macht Spaß und ich kann währenddessen auch durchaus lachen.
 
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Erstmal danke euch beiden für die ausführlichen Antworten. Allerdings, wie MsThreepwood (ich will immer noch Enfant schreiben :grin:) gesagt hat - das wirkt für Außenstehende tatsächlich befremdlich und ich persönlich kann das zwar nachvollziehen, würde diese extreme Form der Sexualität aber nicht praktizieren wollen. Für mich sind Tränen ein Zeichen, dass die emotionale und körperliche Belastung ausgereizt ist und beim Sex mag ich einfach keine Tränen haben bzw. wenn sie eben "da" sind, würde ich sofort abbrechen.

Ich glaube, hätte ich nie mit ihm drüber geredet, würden mich dahingehend zB Tränen beim Gegenüber abschrecken und ich würde abbrechen. Aber genau deswegen spricht man im Vorfeld ausführlich über genau sowas.
Gleiches gilt für die berüchtigen "Safewords". Es gibt Paare, die brechen bei einem "Stop" ab. Wir nutzen da das Ampelsystem ("grün" = alles in Ordnung, "gelb" = derzeitige Aktion reduzieren oder stoppen, "rot" = vollständiger Abbruch), das heißt, auch wenn mein Partner "Nein" oder "Stopp" oder "Ich kann nicht mehr" schreit, dann mache ich weiter. Weil ich weiß: Die Grenze ist nicht erreicht, wir befinden uns noch im sicheren Rahmen.

Auch da wäre ich viel zu unsicher und würde abbrechen, auch wenn andere Codewörter abgemacht sind. Vielleicht bin ich nicht empathiefähig genug, aber wenn jemand "nein" oder "stopp" sagt, wäre es auch genau das für mich und es würde mich wirklich extreme Überwindung kosten, da weiter zu machen (ja, auch dann, wenn ich weiß, dass das zum "Spiel" gehört und nicht auf die von mir getätigte Reaktion abzielt).

In dem Moment in dem wir BDSM praktizieren ist er ja nicht nur mein Partner, sondern auch mein Dom - und mein Dom weiß wann er aufhören muss. Er trägt ja in diesem Moment ganz viel Verantwortung und es gehört meiner Meinung nach auch ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl dazu - bei ernsthaften Verletzungen hört der Spaß auf und es ist seine Pflicht für mich die Verantwortung zu tragen und es nicht so weit kommen zu lassen.

Spätestens an diesem Punkt bin ich mir sicher, dass das nichts für mich ist :grin: Vertrauen ist ja gut und schön und sicherlich mehr als notwendig für eine Partnerschaft, aber gerade wenn es um Sex geht, möchte ich selbst bestimmen und mich nicht darauf verlassen, dass mein Partner weiß "wann er aufhören muss".

Ich danke euch beiden für die Einblicke und sorry an die TS, dass ich deinen Thread ein bisschen zweckentfremdet habe.
 

Benutzer53338 

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Genau darin liegt aber, zumindest für mich der Reiz: loslassen und sich totaler Kontrole und Vertrauen hingeben, nicht denken müssen und sich fallen lassen, einfach mal abschalten und frei sein.
 
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Auch da wäre ich viel zu unsicher und würde abbrechen, auch wenn andere Codewörter abgemacht sind. Vielleicht bin ich nicht empathiefähig genug, aber wenn jemand "nein" oder "stopp" sagt, wäre es auch genau das für mich und es würde mich wirklich extreme Überwindung kosten, da weiter zu machen (ja, auch dann, wenn ich weiß, dass das zum "Spiel" gehört und nicht auf die von mir getätigte Reaktion abzielt).

Ich könnte dahngehend auch nicht mit jemandem "spielen", dem ich nicht vertraue - damit meine ich auch devote Menschen. Für mich liegt bei BDSM die Verantwortung bei allen (!) Beteiligten, dh ich muss mich zB auch als Dom auch darauf verlassen können, dass mein Sub seine absoluten Grenzen kennt und entsprechend auch das Codewort sagen kann. Wenn ich da irgendwie Bedenken habe, dass jemand einfach nur allen mit sich machen lässt und mir uneingeschränkt vertrat, dann lasse ich von einer Session ab. Das würde für mich einfach nicht fuktionieren.
 

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ich finds schön, das jeder seine eigene meinung postet. jeder hat eben so seine eigene meinung. aber trotzdem sollte man ab und zu mal etwas abwechslung in sein sexualleben bringen, oder :zwinker:
 

Benutzer111070 

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Im Gegensatz zu dem, was MsThreepwood und Bondage geschrieben haben, ist es todlangweilig, ich weiß, aber auch mir ist BDSM ein Begriff. :tongue:
Mich interessiert aber (vielleicht abgesehen von Bondage) ausnahmslos die psychische Komponente und auch das eher spielerisch.
 

Benutzer27629 

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Für mich ist BDSM in meiner Sexualität sehr wichtig. Mir würde schon was fehlen, wenn ich es nicht ausleben könnte. Natürlich hatte ich Beziehungen, in denen es keine Rolle spielte, aber seit ich es jetzt wieder für mich entdeckt habe, kann bzw. will ich nimmer drauf verzichten..

Ich bin sub und maso. Bezeichne mich selbst aber auch noch als "Greenhorn" im gesamten BDSM-Spektrum. Ich stehe vor allem auf den D/S-Bereich und auf S/M (gelgentlich), aber es gibt klare Grenzen. Tränen fallen bei mir auch noch in den Bereich dessen, was ich mögen würde (bei mir). Ich mag die Grenzerfahrung und die Intimität von BDSM. Wichtig ist die vertrauensvolle Beziehung und dass man viel redet und gut auf sich und den anderen achtet.
 

Benutzer100759 

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Im Gegensatz zu dem, was MsThreepwood und Bondage geschrieben haben, ist es todlangweilig, ich weiß, aber auch mir ist BDSM ein Begriff. :tongue:
Mich interessiert aber (vielleicht abgesehen von Bondage) ausnahmslos die psychische Komponente und auch das eher spielerisch.

Kann ich so übernehmen. Alles was die doktrinäre "Szene" als "wahren, richtigen" BDSM sieht, bringt mich zum Kotzen.
Ich bin ja "sooo vanilla" und stolz darauf. Ätsch.
 
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ich finds schön, das jeder seine eigene meinung postet. jeder hat eben so seine eigene meinung. aber trotzdem sollte man ab und zu mal etwas abwechslung in sein sexualleben bringen, oder :zwinker:

Ich sag mal so: Man sollte es nicht nur um der Abwechslung Willen. Es gibt genug Menschen, die mit (böse ausgedrückt) 08/15-Sex absolut zufrieden sind und genau diesen mögen. Da muss man dann meiner Meinung auch nicht "abwechseln" und Praktiken ausüben, die einem eigentlich nichts geben.
 
7 Monat(e) später

Benutzer123267  (39)

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