Was versteht ihr unter "Beziehungsstress"?

Benutzer97250 

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Hallo,

ich habe mal wieder begriffliche Schwierigkeiten.

Mir kommt öfter mal das Wort Beziehungsstress unter und ich kann mir beim besten Willen nicht konkret vorstellen, was darunter zu verstehen ist.

Habt ihr da konkrete Beispiele und Begebenheiten für mich?
 
D

Benutzer

Gast
Ich habe den Begriff noch nie gehört. Könnte mir damit aber einfach die "normalen" Streitereien, die hin und wieder vorkommen vorstellen. Eifersucht, Zeitaufteilung, Haushalt, na ja, was es eben so hin und wieder gibt.
 

Benutzer97250 

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Der Ausdruck ergibt 385000 Treffer bei 'meinem' Google... :smile:

Ich will eben wissen, ob sich da am Ende eine allgemein anerkannte Definition herauskristallisiert.
 

Benutzer88899 

Verbringt hier viel Zeit
Mir ist der Begriff sehr geläufig, für allerdings tausend verschiedene Dinge. Für sämtliche Probleme mit dem Partner, die zwar nicht unbedingt zur Trennung führen, die aber gerade die Beziehung sehr belasten: Man fühlt sich vernachlässigt, man ist eifersüchtig, man streitet sich ständig über die Aufgaben im gemeinsamen Haushalt, man ist sexuell frustriert, man hat extrem unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft (einer will Zusammenziehen, der andere nicht etc), Partner und eigene Familie nerven sich und man selbst steht dazwischen. Die schönen Seiten der Beziehung bleiben auf der Strecke und werden durch Streitigkeiten überlagert, die nicht in einem einzigen Gespräch zu klären sind.
 

Benutzer70527  (31)

Sehr bekannt hier
Das kenne ich in zwei Zusammenhängen.

"Ich will keine Beziehung. Dieser ganze Beziehungsstress würde mich nur nerven."
Heißt: Unterschiedliche Ansichten zu diversen Themen sorgen für Reibung zwischen den Partnern (nicht in der gewünschten Auslegungsweise :grin:), man muss sich arrangieren und Kompromisse finden. Hier ist eigentlich noch kein Streit drin. Kann auch heißen: Immer zu meinem Partner hinfahren (bei einer Fernbeziehung); Freundschaften oder ähnliches leiden darunter, dasss man viel Zeit mit dem Partner verbringt.

"Ich hab' grad wieder Beziehungsstress."
Hier ist ein Streit mit drin. Man fetzt sich, denkt über Trennung nach, der andere geht einem auf den Geist.
 

Benutzer42813 

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Für mich wäre mit dem Begriff der ganze Stress gemeint, den eine Beziehung mit sich bringen kann, soll heißen:

- kraftfordernde Streitereien

- Anpassung an die Wünsche eines anderen

- Pflicht zur Monogamie

- Anstrengung der aneinander Anpassung zweier unterschiedlicher Charaktertypen

- keine freie Freizeitgestaltung mehr

***

Das vereint in sich im Grunde die beiden vom Ich-Viech genannten Punkte, finde ich. Stress kann ja unterschiedliche Ausmaße annehmen. Ich habe auch manchmal Beziehungsstress, aber denke dann trotzdem nicht gleich an Trennung, genau wie ich manchmal Jobstress habe und trotzdme nicht gleich an Kündigung denke.
 

Benutzer97250 

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Das würde dann praktisch bedeuten, dass Beziehungsstress genau die Summe all der negativen Dinge ist, die man ohne Beziehung nicht hätte.

Und wenn der Beziehungsstress dann dauerhaft als schwer wiegender empfunden wird, als die positiven Seiten, trennt man sich.

Beziehungsstress hat oft so was Abwägendes, finde ich.
 

Benutzer10855 

Team-Alumni
Beziehungsstress ist Stress induziert durch Konflikte mit dem Partner oder durch pure Erwartungshaltungen eines der Beziehungspartner (man kann sich innerhalb einer Beziehung auch Beziehungsstress machen, ohne dass der Partner immer "Schuld" dran hätte).

Ohne einen Beziehungspartner gibt es weder Konfliktsituationen noch Erwartungshaltungen und demnach keinen Beziehungsstress.

Beispiele für Stress durch Konflikte: Sauberkeit, Ernährung, Geld, Zukunftsplanung (Kinder, Zusammenziehen, etc.)
Beispiele für Stress durch Erwartungen des Partners: Monogamie, Melden, sich an den Jahrestag erinnern, "Ich liebe dich"-sagen-müssen
Beispiele für Stress durch eigene Erwartungen: Drang dem Partner etwas besonderes schenken zu müssen, Drang den Partner im Bett noch mehr bieten zu müssen, Eigener Wunsch mit dem Partner mehr Zeit zu verbringen als gerade möglich

Ich persönlich halte Beziehungsstress für etwas recht natürliches. Nur wenn man dauerhaft einem hohen Maß ausgesetzt wird, hat man wohl keine sehr gelungene Beziehung. Um Beziehungsstress zu minimieren hilft es, die zugrundeliegende Konflikte zu lösen, sowie die gegenseitigen Erwartungen und Vorstellungen von der gemeinsamen Beziehung miteinander zu kommunizieren.
 

Benutzer109511  (27)

Planet-Liebe Berühmtheit
Alles was an Streit,Ärger und Unstimmigkeiten in einer Beziehung kommen kann und nicht in einem Gespräch wieder gelöst werden kann.
 

Benutzer65590 

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Beziehungsstress = wenn ich Stress mit dem Beziehungspartner habe, und zwar genauer: wegen eines Aspektes der Partnerschaft. Wenn also das generelle Führen der Beziehung mit negativ anstrengender Reibung verbunden ist.
 

Benutzer42813 

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Das würde dann praktisch bedeuten, dass Beziehungsstress genau die Summe all der negativen Dinge ist, die man ohne Beziehung nicht hätte.

Und wenn der Beziehungsstress dann dauerhaft als schwer wiegender empfunden wird, als die positiven Seiten, trennt man sich.

Beziehungsstress hat oft so was Abwägendes, finde ich.

Ich stimme dir absolut zu, bis auf einen Punkt: Beziehungsstress kann auch durch Hoffnung kompensiert werden, nicht nur durch positive Seiten einer Beziehung. Ein Beispiel dafür ist die Fahrerei in einer Fernbeziehung, ein anderes das "zu einem psychisch erkrankten Partner halten, wenn er seine Therapie beginnt". Gewisse Stressfaktoren sind aber einfach normal :smile:. Zwei Leute machen in einer Wohnung mehr Unordnung als einer. Wenn man bei der zeitlichen Planung nicht nur die eigene Freizeitgestaltung berücksichtigen muss, schränkt das manchmal etwas ein. Wenn man schlecht gelaunt nach Hause kommt und da ist jemand, der einen gerade braucht, kann das auch mal ein klein wenig nerven und überfordern, wenn man gerade selbst am Ende ist. Das liegt einfach in der Natur der Beziehung.

Aber in dem Moment, wo man dauerhaft viel mehr gibt als man zurück bekommt und keine Chance sieht, daran etwas zu ändern - da ist tatsächlich der Punkt erreicht, an dem man sich zu "entlieben" beginnt, auch, wenn man es zunächst gar nicht merkt oder sich selbst eingestehen will. Denn normalerweise ist es ja so, dass das, was man bekommt, viel mehr und viel besser ist als das, was man geben "muss", so dass die Beziehung bei allen kleineren Stressoren immer noch um ein Vielfaches besser ist als das Leben ohne Beziehung - oder zumindest ein klein wenig.

Im letzten Jahr in meiner Beziehung habe ich durchaus manchmal abgewägt, ob der ganze Stress mir das überhaupt wert sei. Ich kam jedes Mal zu dem Schluss, dass das der Fall war. Und meine Hoffnung hat sich auch erfüllt, denn vieles ist jetzt durch reduzierte externe Stressfaktoren besser geworden.
 

Benutzer109402 

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Der Begriff Beziehungsstress impliziert für mich einen dauerhaften, kräftezehrenden Streitpunkt in einer Partnerschaft, der den gesamten Alltag & auch z.B. den Beruf beeinflusst, da man sich die ganze Zeit damit beschäftigt. Also nicht bloß eine kleine Diskussion aus aktuellem Anlass.
 

Benutzer90972 

Team-Alumni
Beziehungsstress ist für mich die Beschreibung für eine lange Phase in der es in der Beziehung nicht gut läuft. Sei es durch Streit, unterschiedliche Vorstellungen oder Ansprüche an sich selbst. Auch eine Fernbeziehung kann zu Beziehungsstress führen, wenn beide nicht mit der Entfernung umgehen können.

Mal ganz kurz gefasst.
 

Benutzer100759 

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Off-Topic:
Der kleine Captain Ob(li)vious wird gebeten seine Inbox am Ausgang zu leeren, wenn er Leuten PNs schickt, damit diese antworten können. Der kleine...

:zwinker:



Für mich so ein Mittelding zwischen Mikiyos und many--s Definition.

Wenn die Beziehung an sich aktiv und über längere Zeit für negatives Nervenkribbeln sorgt, weil was ungelöst im Argen liegt.
 
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