Was kann man ich gegen meine Ängste tun?

Benutzer157607  (44)

Verbringt hier viel Zeit
hi zusammen, grundsätzlich bin ich schon eher von der ängstlichen sorte, aber normalerweise nehmen diese in meinen gedanken nicht die überhand. in letzter zeit lassen mich meine ängste und sorgen nichtmehr so richtig los und ich bin in einem grübelkarusell gefangen. einerseits handelt es sich um verlustängste, also dass geliebten menschen etwas passiert oder mir selber. auch die gesamtsituation lässt mir keine ruhe, ich habe panik vor katastrophen wie massenarbeitslosigkeit und daraus entstehendem krieg. ich weiß nicht, was davon nun wirklich übertrieben ist, irgendwie fehlt mir momentan das gefühl dafür und ich würde gerne gegen meine ängste arbeiten. mir geht es erst seit wenigen wochen so, dass diese angstgefühle überhand genommen haben. was kann man gegen diese angst und panik machen? vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen! würd mich über ein paar tipps und erfahrungen freuen. danke!
 

Benutzer183454  (18)

Ist noch neu hier
Ich kann nur sagen, dass ich in meinem Freundeskreis einige Leute kenne, die momentan größere Ängste und Sorgen haben. Ich glaube da ist wesentlich die ganze Coronazeit mit Schuld, seit einem Jahr hat sich das Leben vieler Menschen radikal verändert und ein Ende ist noch überhaupt nicht absehbar. Damit können viele Menschen nicht richtig umgehen, das ganze Chaos in der Politik bei dem Thema kommt noch mit dazu. Ich fühle mich da auch etwas unsicher mittlerweile.

Ich habe keine Angst vor Kriegen, bei dem Atomwaffenarsenalen wäre das sowieso schnell vorbei, wenn "Supermächte" dran beteiligt wären. Aber Gedanken an den Tod lieber Mitmenschen, vor Ausweglosigkeit, vor Ungewissheiten, das habe ich auch hin und wieder.

Ich bin da totale Laiin und weiß nicht, wann man da medizinische Hilfe braucht. Ich kann mich aber ganz gut ablenken, mit Musik, Spaziergängen, lesen, telefonieren, Freund*innen treffen, insofern das momentan möglich ist.

Ich wünsche dir alles Gute!
 

Benutzer174520  (38)

Sorgt für Gesprächsstoff
Hallo! Bin zur Zeit hin und wieder bei der Gesprächstherapie. Mir wird beigebracht im hier und jetzt zu agieren. Mich auf das momentane zu fokussieren und nicht auf das was wäre wenn. Seitdem plagen mich weniger Ängste. Ich lenke mich ab mit Musikmachen, kreativem Schreiben, viel Sport. Kümmere mich um meine körperlichen " Baustellen" Das bremst die Grübelei sinnvoll ein.Ich kann verstehen dass viele um Existenz, den Arbeitsplatz und ihre Zukunft bangen und um soziale Kontakte gebracht werden weil nichts absehbar ist. Man darf bei aller Ungewissheit nicht aufgeben vor allem sich selbst nicht. Das ist schwierig aber es ist es Wert.
 

Benutzer3277 

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Ich glaube da ist wesentlich die ganze Coronazeit mit Schuld, seit einem Jahr hat sich das Leben vieler Menschen radikal verändert und ein Ende ist noch überhaupt nicht absehbar. Damit können viele Menschen nicht richtig umgehen...
Das sehe ich ganz genau so. Leider wird das Problem von vielen bagatellisiert. :confused:
 

Benutzer183454  (18)

Ist noch neu hier
Ja stimmt. Ich glaube Psychologen haben demnächst sehr viel zu tun, und ein Ende ist ja auch noch gar nicht in Sicht von dieser Sache...Wir ahnen teilweise noch gar nicht, was da noch alles auf uns zukommt glaube ich.
 
1 Woche(n) später

Benutzer157728  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Das sehe ich ganz genau so. Leider wird das Problem von vielen bagatellisiert. :confused:
Ändert aber nichts daran, dass man selbst etwas dagegen unternehmen kann.
Der Situation sollte man sich nicht einfach so hingeben. Mir ist schon bewusst, das sagt sich leicht. Aber wenn man da nichts macht, rutscht man immer tiefer hinein. Am Anfang würde man da noch besser wieder hinauskommen, rutscht man immer tiefer ab, wird es schon schwieriger. Und helfen können da ja wirklich viele Dinge. Es kommt ja auch immer auf die Person selbst drauf an, was helfen kann.

Ja stimmt. Ich glaube Psychologen haben demnächst sehr viel zu tun, und ein Ende ist ja auch noch gar nicht in Sicht von dieser Sache...Wir ahnen teilweise noch gar nicht, was da noch alles auf uns zukommt glaube ich.
Die haben jetzt schon viel zu tun. Habe davon gelesen, dass es speziell bei Kinderpsychologen kaum noch Termine gibt.
Ahnen glaube ich schon, viele wissen aber nicht wie sie damit umgehen sollen. Vielleicht ist es ja auch zum ersten mal in ihren Leben so. Deshalb würde ich auch sagen, lieber etwas früher anfangen als erst dann wenn es wirklich Psychologen braucht.
 

Benutzer3277 

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Ändert aber nichts daran, dass man selbst etwas dagegen unternehmen kann.
Es gibt Menschen, die sehr gut mit Corona leben können. Die haben ihren Job noch und haben schon vor der Pandemie jeden Tag nur vor'm Fernseher gesessen oder in ihrem Garten. Andere (z.B. ich), Single mit - früher - vielen realen Kontakten zu Freunden, vielen Besuchen von Kulturveranstaltungen, Festen, Kneipen, Partys, vielen Reisen usw. und jetzt in Kurzarbeit zu Hause herumsitzend und nur Zoom-Kontakte, ist es einfach nur eine Katastrophe. Das lässt sich alles nicht durch einen Laptopbildschirm ersetzen. :what:
 

Benutzer77893 

Meistens hier zu finden
Also ich bin kein Therapeut und kann dir auch keine therapeutische Hilfe anbieten! Daher sehe das ganze eher als Einkaufregal du nimmst das was dir gefällt und was dir weiterhilft.
Mein Vorgehen wäre:
Wie empfindest du die Ängste, schränken die dich in einer weise ein, früheren sie gar zu Zwänge? (dringend Therapeuten)
Sind es evtl. sogar echte panik Attacken (auch dringen Therapeuten) oder eher so ein diffuses Gefühl des erdrücken Werdens?
Beim letzteren solltest du dir alle einzelne Ängste bewusst werden und sie erstmal z.B. aufschreiben (sieh weiter unten irgendwie Visualisieren). Kannst du danach z.B. spazieren gehen, Tee trinken was auch immer was dich in der Regel entspannt, ohne irgendwelche Gedanken daran zu verschwenden? Wenn ja und du fängst wieder das nachdenken an, dann denk daran du hast die Ängste ja aufgeschrieben die können dir ja nicht weglaufen bzw. irgendwie wieder entfallen und du wirst dich mit ihnen auch später beschäftigen. Mach das z.B. täglich, dann sollt es dir immer leichter Fallen diese Ängste bennen zu können und diese gefühlsmäßig richtig einordnen zu können. Und dann kannst du erst rational dagegen vorgehen. Sind diese Ängste wahrscheinlich (reden mit anderen hilft dabei)? Wäre es denn wirklich so schlimm wenn das eintrifft? usw.
Auch finde ich folgende Tipps für sehr hilfreich wenn es dich wieder überkommt:
Kurzfristig:
- durchatmen
- nicht dagegen ankämpfen
- Timer stellen, allem Raum geben, bevor du dich ablenkst
- Disziplin (kontinuierlich dagegen anreden)
- mit jemand anderem darüber sprechen, um es einschätzen zu können
- dich informieren (sieh nur zu, dass das vernünftige Quellen sind)
- Beruhigungstees oder CBD-Öl (bitte unbedingt drauf achten ob du das nehmen darfst)
und
1. Nehmen Sie sich Zeit
2. Atme durch Panik
3. Stelle dich deinen Ängsten
4. Stellen Sie sich das Schlimmste vor
5. Sehen Sie sich die Beweise an
6. Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein
7. Visualisiere einen glücklichen Ort
8. Sprechen Sie darüber
9. Kehren Sie zu den Grundlagen zurück
10. Belohnen Sie sich
Ziel ist es immer aus dem Gedanken-Karussell aussteigen zu können, ohne die Ängste zu ignorieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
1 Woche(n) später

Benutzer157728  (29)

Verbringt hier viel Zeit
Es gibt Menschen, die sehr gut mit Corona leben können. Die haben ihren Job noch und haben schon vor der Pandemie jeden Tag nur vor'm Fernseher gesessen oder in ihrem Garten. Andere (z.B. ich), Single mit - früher - vielen realen Kontakten zu Freunden, vielen Besuchen von Kulturveranstaltungen, Festen, Kneipen, Partys, vielen Reisen usw. und jetzt in Kurzarbeit zu Hause herumsitzend und nur Zoom-Kontakte, ist es einfach nur eine Katastrophe. Das lässt sich alles nicht durch einen Laptopbildschirm ersetzen. :what:
Absolut, glaube ich dir auch sofort.
Hast du denn was geändert?
Darauf will ich ja hinaus. Anstatt darauf zu warten, dass alles wieder möglich ist, sollte man sich auch in der jetzigen Situation was suchen. Dann muss man halt alleine Laufen gehen oder mal alleine spazieren gehen. Aber gar nichts zu machen nur weil die Freunde nicht dabei sind, ist wohl keine gute Idee. Man muss sich halt so gut es geht anpassen. Ja, das macht wahrscheinlich nicht so viel Spaß wie vorher aber es bringt immer noch mehr als alleine zu hause zu sitzen.

Also ich bin kein Therapeut und kann dir auch keine therapeutische Hilfe anbieten! Daher sehe das ganze eher als Einkaufregal du nimmst das was dir gefällt und was dir weiterhilft.
Was anderes kann man auch nicht wirklich machen. Wir können nur unsere Erfahrungen einbringen und eventuell paar Tipps geben, von denen wir gehört haben. Auswählen muss dann der/die Betroffene selbst. Es muss ja auch zur Person passen.
So zeigt man einige Möglichkeiten auf, einige davon wird man selbst wissen, andere hingegen hatte man so nicht auf dem Plan.
 

Benutzer164451 

Meistens hier zu finden
1. Nehmen Sie sich Zeit
2. Atme durch Panik
3. Stelle dich deinen Ängsten
4. Stellen Sie sich das Schlimmste vor
5. Sehen Sie sich die Beweise an
6. Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein
7. Visualisiere einen glücklichen Ort
8. Sprechen Sie darüber
9. Kehren Sie zu den Grundlagen zurück
10. Belohnen Sie sich

Die Liste finde ich ehrlich gesagt extrem kontraproduktiv. Ich hatte ja ziemlich starke Angststörungen und war lange in Therapie und da finde ich einige Punkte davon echt nicht so gut. Angststörungen sind ja in einem gewissen Maß Probleme in der Realität zu bleiben, da finde ich ist sich das Schlimmste vorzustellen (wtf?!) aber auch das Visualisieren eines glücklichen Ortes nicht zielführend. Das Ziel sollte es sein sich mit der Realität auseinanderzusetzen und nicht davon abzudriften, denn dadurch enstehen zwanghafte Angstgedanken ja erst.
 

Benutzer157607  (44)

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Hallo! Bin zur Zeit hin und wieder bei der Gesprächstherapie. Mir wird beigebracht im hier und jetzt zu agieren. Mich auf das momentane zu fokussieren und nicht auf das was wäre wenn. Seitdem plagen mich weniger Ängste. Ich lenke mich ab mit Musikmachen, kreativem Schreiben, viel Sport. Kümmere mich um meine körperlichen " Baustellen" Das bremst die Grübelei sinnvoll ein.Ich kann verstehen dass viele um Existenz, den Arbeitsplatz und ihre Zukunft bangen und um soziale Kontakte gebracht werden weil nichts absehbar ist. Man darf bei aller Ungewissheit nicht aufgeben vor allem sich selbst nicht. Das ist schwierig aber es ist es Wert.
ja, das ist bei mir eigentlich auch das ziel, mich auf das hier und jetzt zu konzentrieren. meine probleme resultieren entweder aus zukunftssorgen und andererseits aber auch auf grübeleien über die vergangenheit. sport hilft mir auch weiter, bin da momentan auch eher dahinter, dass ich das zur ablenkung nutze. ist bei mir aber auch immer wieder eine überwindung. bin jetzt auch dabei, mit lasea nachzuhelfen, das scheint auch recht gut zu wirken. aber ja, ist keine leichte zeit, ich hoffe, dass der spuk bald endlich einmal ein ende nimmt, es geht einfach schon an die nervliche substanz... wir werden sehen, was der sommer noch so bringt, ich versuche, positiv zu bleiben.
 
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