Was ist für euch heute Spiritualität?

Benutzer36171 

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Glaube und Spiritualität sind nicht wichtig in meinem Leben. Ich bezeichne mich als agnostisch, neige aber eher zu "da ist nichts".

Letztlich steht die gesamte Wissenschaft am Ende genauso blöd da, wenn es um die Frage geht, warum es etwas gibt und nicht nichts, und deswegen finde ich allzu viel Arroganz gegenüber alternativen Theorien, sofern diese keinen Anspruch auf Richtigkeit erheben, doof. :tongue:

Es gibt inzwischen einige Physiker, die sich in Bereiche begeben, die heftig mit Spiritualität flirten. Theorien mit Paralleluniversen sind spannend (und mit so etwas kann ich mich viel besser anfreunden als mit irgendwelchen übersinnlichen Wesen), aber sofern sie nicht falsifizierbar sind, sind sie auch nicht viel besser als die Annahme, dass ein rosa Einhorn über uns wacht.

Tut mir leid, die Ausgangsfrage habe ich noch nicht beantwortet. :grin:

Spiritualität ist für mich die Neigung sich mit Sinnfragen und "Übersinnlichem" oder dem "großen Ganzen" zu beschäftigen, ohne unbedingt zu glauben, die Wahrheit zu kennen. Glaube ist für mich eine relativ spezifische Vorstellung von etwas, beispielsweise einem Gott.
 
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Benutzer98820 

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Ich hab ja überlegt, hier meine persönliche Meinung zum Thema Spiritualität und mein Verständnis davon auszuführen. Allerdings ist doch jetzt schon klar, dass sich heir wieder dieselben 5 überzeugten Atheisten einfinden werden, um alle irgendwie religiösen oder spirituellen Menschen wahlweise als unwissend oder gleich als verblendete Idioten darzustellen, wie in den letzten drölfzig Threads zu dem Thema auch.
Es geht aber um Spiritualität und z.B. ich habe nur eine Frage beantwortet. Bevor du also vorauseilend irgendwem irgendwas unterstellst, schreib doch einfach. Aber solche Unterstellungen laß doch einfach sein. :smile:
 

Benutzer22419 

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Meine Definitionen:

Spiritualität = Glaube an nicht nachweisbare Energien und "das grosse Ganze", also mehr als das, was rational zu erläutern ist.

Religion = Glaube, der in gewisse Strukturen gebracht und institutionalisiert wurde.

Ich finde beides massivst unsympathisch.
Warum? Solange jemand nur still für sich glaubt, was ist für dich daran so schlimm? :ratlos:

Was andere Menschen glauben oder nicht, kann durchaus interessant sein, auch diskussionswürdig. Aber ich finde, alles was friedlich und tolerant gelebt wird, ist prinzipiell in Ordnung. Man muss sich nicht einig sein in diesen großen Fragen.
Was wirklich massiv unsympathisch ist, sind Intoleranz und Überheblichkeit.
 

Benutzer121281  (32)

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Warum? Solange jemand nur still für sich glaubt, was ist für dich daran so schlimm? :ratlos:

Was andere Menschen glauben oder nicht, kann durchaus interessant sein, auch diskussionswürdig. Aber ich finde, alles was friedlich und tolerant gelebt wird, ist prinzipiell in Ordnung. Man muss sich nicht einig sein in diesen großen Fragen.
Was wirklich massiv unsympathisch ist, sind Intoleranz und Überheblichkeit.

So haben wir eben eine unterschiedliche Ansicht zum Thema unsympathisch. :smile: Da gibt es nichts was allgemeingültig ist. Für den einen ist es Überheblichkeit und für den anderen Spiritualität/Glaube/Religiösität.
 

Benutzer22419 

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So haben wir eben eine unterschiedliche Ansicht zum Thema unsympathisch. :smile: Da gibt es nichts was allgemeingültig ist. Für den einen ist es Überheblichkeit und für den anderen Spiritualität/Glaube/Religiösität.
Kann ich so hinnehmen.
Aber es würde mich trotzdem interessieren, warum du das so empfindest.
Idealerweise tangiert dich die Religiosität oder Spiritualität eines anderen Menschen einfach überhaupt nicht.

Angenommen ein enger Freund oder Partner würde sich überraschend als spirituell ‚outen‘ - wie schlimm wäre das für dich und eure Beziehung?
Sorry, dass ich da jetzt so nachhake. Aber mich entsetzt dieses „massivst unsympathisch“ ein bisschen:ashamed::confused:
 

Benutzer121281  (32)

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Off-Topic:

Kann ich so hinnehmen.
Aber es würde mich trotzdem interessieren, warum du das so empfindest.
Idealerweise tangiert dich die Religiosität oder Spiritualität eines anderen Menschen einfach überhaupt nicht.

Angenommen ein enger Freund oder Partner würde sich überraschend als spirituell ‚outen‘ - wie schlimm wäre das für dich und eure Beziehung?
Sorry, dass ich da jetzt so nachhake. Aber mich entsetzt dieses „massivst unsympathisch“ ein bisschen:ashamed::confused:

Bei Partnern wäre das das Aus der Beziehung. Das Thema wird aber im Vorfeld entsprechend besprochen, sodass es mich sehr erstaunen würde, wenn es da so einen krassen Sinneswandel gäbe. Meine engen Freunde haben ähnliche Ansichten wie ich, auch so würde ich wohl erstmal schlucken, gucken was passiert ist und wie ich damit umgehe.

Ich habe Bekannte und eher lockere Freundschaften mit spirituell/religiös veranlagten Menschen. Das Thema wird dann bei Treffen etc grossräumig gemieden, da die Berührungspunkte eh ganz andere sind.

Ich toleriere diesen Glauben anderer durchaus- nur finde ich es eben nicht gut und es verhindert engere Bindungen (egal ob nun platonisch oder romantisch).
 

Benutzer139331 

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Ein sehr interessantes Thema, was mein persönliches Laster, die Philosophie, beschäftigt. Ich gebe mal meine ungefilterte Meinung zu dem Thema ab.

Was bedeutet für euch heute Spiritualität und der Religionsbegriff?

Zu erst möchte ich das typische Menschsein ausleben und diese Begriffe definieren :grin:

Vorweg: Es gibt da einen gewissen Leitsatz, der für meine folgende Aussage wichtig ist. "Die Erkenntnisfähigkeit des Menschen ist beschränkt."

Spiritualität hängt nicht unbedingt mit der Religion zusammen, vielmehr ist die Religion eine Unterart der Spiritualität. Spiritualität ist nichts geistiges Denken, sprich es wird vorrausgesetzt, dass übernatürliche Kräfte vorhanden sind. Inwiefern diese sich Bemerkbar machen ist unterschiedlich. Wie es dazu zustande kam liegt einfach in der Natur des Menschen alles verstehen zu wollen und wenn man (noch) nicht die Zusammenhänge zwischen Vorgängen begreifen kann, dann setzt man eben einen unsichtbaren Geist bzw. eine unsichtbare Kraft voraus.

Mit der Entwicklung der Menschheit wurden aus den verschiedenen Geistern nach einiger Zeit Götter, die verehrt und beschwichtigt werden wollten, was aber nicht immer gelang. Auf der Suche nach Antworten erschuff sich der Mensch dann Regelwerke die eingehalten werden mussten um die Gunst eben jener Wesenheiten aufrecht zu erhalten.

TL;DR: Spiritualität ist die Grundlage der Religion und ist nicht zwingend mit ihr verbunden

Nun zur Religion: Wie bereits erwähnt folgerte aus dem Glauben an Geister und höhere Wesen der Punkt, dass diese Persönlichkeiten einen eigenen Willen haben und ihn durchsetzen wollen. Damit alles glatt lief, gab man ihnen Namen, "Aufgabenbereiche" und erschuf Regelwerke, die das Leben der jeweiligen Gemeinschaft prägten und angeblich das Seelenheil der Anhänger sicherten. Die Geschichtsbücher sind durchaus voll mit diversen Aufzeichnungen über Rituale und sonstige Aktivitäten aus dieser Zeit. Was die Religion mit sich brachte ist jedoch auch das, was wir heute Moral und Ethik nennen. Durch die Religionen werden eben Werte und Verhaltensweisen vermittelt, die das Zusammenleben der Menschen prägen.
War die Religion lange Zeit auch eine politische Macht so ist sie jetzt auf einem absteigenden Ast. Egal ob Fanatismus oder gewisse Skandale, sie ist eben nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Das einzig subjektiv gesehene positive an ihr, ist die Tatsache, dass sie eben immer noch in der Lage ist Werte für das gemeinsame Zusammenleben zu vermitteln. Natürlich hängt das von dem Menschen ab, aber möglich ist es.

TL;DR: Religion ist nicht mehr das was sie mal war, sie ist nur noch eine Basis für das gesellschaftliche Zusammenleben.

Und was bedeutet das nun für mich?

Nun, ich bin in einer Familie aufgewachsen die zwar christlich geprägt ist, aber nicht strenggläubig ist. Ich bin zwar getauft und habe sowohl Kommunion als auch Firmung empfangen aber ich glaube weder an ein höheres Wesen noch an ein Leben nach dem Tod. Die Kriche bzw. die Bibel sehe ich nur als eine Grundlage für das gemeinsame Zusammenleben an wo eben ein paar Weisheiten festgehalten sind, die durchaus ernst sind. Betrachtet man diese Weisheiten losgelöst vom Christentum so ergeben sie schon Sinn. Als Beispiel nehme ich da das oft zitierte Beispiel mit dem Balken und dem Dorn im Auge. Man soll eben vor seiner eigenen Tür kehren und seine eigenen Fehler/Makel beheben ehe man andere offensiv für eben solche angeht.

Witzigerweise gibt es an manchen Stellen in Nietzches Gesamtwerk auch kleine Parallelen zu Aussagen/Passagen in der Bibel, die inhaltlich das gleiche wiederspiegeln. Dazu aber gleich mehr.

TL;DR: Ich bin kein religiöser Mensch, bezeichne mich aber auch nicht als Atheist, eher als Agnostiker oder Nihilist.

Off-Topic:
Da ich gerade im Philosophierausch bin noch mal etwas zum Thema Ethik und Moral. Beides sind variablen innerhalb der Gesellschaft die sich immer wieder verändern und gemeinsam mit der Gesellschaft voranschreiten bzw. sich in manchen Teilen auch zurück entwickeln. Ein gutes Beispiel ist die "Ehe für Alle", die vor 40 Jahren noch als Unmoralisch galt :zwinker: Aber ich höre lieber auf, da ansonsten das OT überhand nimmt :zwinker:
 

Benutzer68775  (36)

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich finde das, was Spiritualiät heißt, ist das so ziemlich das Privateste, das man haben kann, während Religion die Projektion vorausgelegter Ansätze nach außen ist, und jenen Halt gibt, die sich vor ihrer Fantasie fürchten.

Spiritualität bezeichnet eher die innere Ausrichtung, woran man glaubt und woran man sich orientiert um zufrieden mit seinem Leben zu sein. Das, was das Bild von sich bestimmt, wie man sein möchte, und woher man Kraft zieht, wenn man mal nicht so ist.
Das kann Geld, Erfolg, Liebe, Sicherheit, Moral... alles mögliche sein, die Kombination aus eigenen Werten die man braucht, um seinen Platz zu erkennen, ist für mich der Inhalt von Spiritualität. Auch wenn es im Wortsinne oft Synomym mit Esoterik verwendet wird, ist es für mich davon schon ein Stück entfernt.

Off-Topic:
Über die Definitionen spreche ich problemloss, darüber was den Begriff für mich füllt nicht - Leute maßen sich schnell Urteile über richtig und falsch an, wenn es darum geht, was andere glauben, und ich will mich aus diesem Bewertungsschema raushalten - ich bewerte niemanden, und ich gebe meine eigenen Überzeugungen nicht dazu her, bewertet zu wertet, sie betreffen niemanden außer mir und gehen niemanden etwas an.
 

Benutzer43798  (40)

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Religion und Spiritualität haben zwar Verbindung miteinander, sind aber keineswegs zwingend miteinander verbunden.

Ich bin überzeugt, dass der Mensch selbst, einfach aufgrund seines Geistes ("ich will alles verstehen, es kann nichts geben, was nicht begreifbar ist") ein zutiefst spirituelles Wesen ist.
Was ist nun Spiritualität? Grob runtergebrochen ist es der Glaube an Dinge die jenseits meiner physisch greifbaren Wahrnehmungswelt liegen. Und das ist verdammt viel. Ich denke, wir glauben heute noch genauso viel, wie noch vor 300 Jahren. Nur nennen wir es nicht mehr Gott. Wir nennen es Börsenkurs, Wettervorhersage oder Internet.
Jaaaaaa man kann anhand von komplizierten Berechnungsmethoden und psychologischen Studien alles mögliche erklären. Aber mal ehrlich, wir beweisen kann es keiner. Ja mir erzählt hoch komplex ein Physiker, dass da eine Energie (die ich weder sehen noch fühlen kann) winzigst kleine Atome (die ich weder sehen noch fühlen kann) miteinander reagieren (was ich weder sehen noch fühlen kann) und damit dann eine Reaktion erzeugen (was ich wiederum wahrnehmen kann). Ja man kann mir berechnen, dass morgen in Lüdenscheid um 12.30 mit 20% Wahrscheinlichkeit Regen fällt. Aber es ist eben nur eine Wahrscheinlichkeit. Wir glauben also, daran, dass diese Vorhersage zutrifft. Und wie oft haben wir alle schon erlebt, dass das eben nicht eintrat? Und diverse Phänomene sind bisher einfach nicht erklärbar.
Das hier genannte Beispiel mit dem Urknall. Es ist für mich schlicht und einfach nicht nachvollziehbar, dass irgendwann einmal wirklich nichts, nanda niente da war und plötzlich mit einem Knall von Energie (woher kam die, was aht es entzündet und wieso kam sie?) entstand alles. Tut mir leid, aber nach empricher Studie muss ich doch eigentlich sagen, damit etwas explodiert, muss erstmal etwas da sein, was explodieren kann, etwas muss es zum explodieren bringen und danach ist dann nicht plötzlich alles da, sondern das etwas ist zerstört. Also müsste man doch eigentlich sagen, der Urknall war nicht der Anfang, sondern das Ende.
Mathematische Formeln berechnen es, aber sie erklären es nicht. Die Frage nach dem "Warum" wird nicht geklärt.

Wie man es auch nennen mag. Ich denke, jeder hat Bedarf an Spiritualität. Ob es nun ein Gott ist, der Prohet, ein uralter Baum, das Gewitter, der Börsenguru, das fliegende Spagetthimonster, die Wettervorhersage, den uns operierenden Arzt oder der tiefe Glaube an das Gute im Menschen. Wir widmen uns aus sehr unrationalen Gründen einem Phänomen, welches wir nicht völlig begreifen und welches uns Sicherheit und ein gutes Gefühl gibt.

Ich persönlich finde das völlig ok. In meinen Augen widersprechen sich Wissenschaft und Glaube auch nicht. es sind zwei Sichtweisen auf eine Welt.
Solange daraus keine Dogmen gemacht werden.

Und hier kommt Religion. Ursprünglich war sie institutionalisierte Spiritualität. Ich denke, ihr Kern lag in zwei Aspekten: einer Gesellschaft eine gleichbleibende, vor allem moralische, Grundlage zu schaffen. Und in zweiter Ebene den Menschen formalisierten Rückhalt auf unsichere Fragen zu schaffen (ja für einen Bauern ist das Wetter ein extrem wichtiger Faktor an den er zwingend glauben muss).

Bei der Religion haben aber in meinen Augen viele Institutionen sich selbst ein Bein gestellt. Sie sind solange gut solange eine Gesellschaft unter sich ist. Seit der Globalisierung aber kollidieren Religionen miteinander und damit Gesellschaften. Und das führt zu Konflikt. Ich denke, dass Religion sich inzwischen tatsächlich etwas überholt hat, und neue, globale, gesamtgesellschaftliche Wege gehen sollte.

Ich bezeichne mich übrigens als spirituell, aber nicht religiös. Ich glaube an Dinge die ich nicht begreifen kann, vertraue aber genauso auf die Wissenschaft. Ich handhabe es da wie die Germanen, die selbst keine Priesterkaste hatten, sondern wo jeder seinen Glauben für sich gelebt hat. Irgendwie glaube ich, diese Herangehensweise ist heute noch sehr stark vorhanden.
 

Benutzer163835 

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Off-Topic:
Da hier der Urknall mehrmals erwähnt wurde, möchte ich nur Korrektheit halber einwerfen, dass die Theorie nicht besagt, dass das "Nichts" explodiert ist, sondern schlicht mweg, dass das Universum ursprünglich extrem stark komprimiert war und sich seit jeher ausdehnt. Das "explodierende Nichts" wurde damals von den Gegenern der Theorie ins Feld geführt, um sich darüber listig zu machen. Der Name kommt auch von denen, wurde aber übernommen, weil er ganz praktisch war. Es handelt sich jedoch nicht um eine Explosion, auch wenn der Name den Eindruck erweckt.
 

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Das hier genannte Beispiel mit dem Urknall. Es ist für mich schlicht und einfach nicht nachvollziehbar, dass irgendwann einmal wirklich nichts, nanda niente da war und plötzlich mit einem Knall von Energie (woher kam die, was aht es entzündet und wieso kam sie?) entstand alles.

So wird es wohl höchst wahrscheinlich auch nicht gewesen sein.
Viele Kosmologen rücken inzwischen immer mehr von dieser These des temporär linearen Universums (und somit der These des Urknalls als Anbeginn von allem) ab.

Realistischer ist imA. eher die Idee eines geschlossenen Denkmodells,
...das Universum quasi als "geschlossenen" Kreislauf zu begreifen, der Urknall wäre hier nur ein Teilbereich eines grossen Zyklus.
Hierbei können die "masseverschlingenden" Schwarzen Löcher event. eine weit aus grössere Rolle spielen, wie bisher immer angenommen.

Interessant finde ich in dem Zusammenhang auch die Idee von Mulitversen, in dem einzelne Universen miteinander in Verbindung stehen.
Unser Universum quasi als eine von vielen "aufpoppenden Blasen" in einem übergeordneten uns noch vollkommen unbekannten Medium.

Auch dass könnte das logische Problem des im Moment diskutierten Urknallmodells lösen helfen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Benutzer163835 

Sorgt für Gesprächsstoff
Ich finde, dass es im großen und ganzen zwei verschiedene Arten von Spiritualität gibt.

Einmal gibt es eine Art Lückenfüllerspiritualität, welche ähnlich wie der "God of the Gaps" die Antworten auf noch ungelöste Fragen im Übernatürlichen sucht. Warum gewittert es? Vor zwei Tausend Jahren hatte man keine Anrwort darauf, also war es Gott. Dieses Prinzip kann aber auch ziemlich gefährlich werden, da anstatt Nachforschungen zu betreiben einfach auf hohere Kräfte verwiesen wird.
"Wieso kriegen Leute Krebs?"
"Keine Ahnung, ist Gott."
"Okay."
Mit einer solchen Geisteshaltung hätte man niemals herausgefunden, was es damit auf sich hat und wie man es behandeln kann. Man stellt keine Fragen mehr und macht daher keine Fortschritte. Wenn es so ausgelebt wird, finde ich Spiritualität kontraproduktiv.

Die andere Sparte ist die Auslegung, dass Gott das Universum ist, d.h. eine Personifikation des Universums mit allem drum und dran, einschließlich seiner Mysterien etc. Die Wissenschaft wäre damit die Siche nach neuen Erkenntnissen über die Natur Gottes und die Naturgesetze wären "Charakterzüge" oder "Ausdrücke" Gottes. Somit hätte man z.B. als Ansprechpartner keine höhere Macht die das Universum kontrolliert, sondern das Universum selbst. Viele spirituelle Wissenschaftler folgen diesem Prinzip.

Galileo Galilei soll mal den Bischof Baronius zitiert haben und sagte "Die Bibels lehrt uns den Weg in den Himmel und nicht wie der Himmel [Sternenhimmel -> Universum] funktioniert". Solange man den Spirituelle klar vom Weltlichen trennt sehe ich keine Probleme. In unserer Gesellschaft ist das die dominante Haltung. Napoleon frage Laplace einmal, wieso in seinen wissenschaftlichen Werken nie Gott zur Sprache kommt. Dieser antwortete "Ich habe keinen Bedaef für diese Hypothese" *mic drop*
Das bringt es ganz gut auf den Punkt, finde ich. Um die Welt zu erklären bedarf es keinen Gott.
Meine Haltung zu Gott ist "Weis ich nicht, brauch ich nicht". Da man die Existenz einer göttlichen Entität weder Beweisen noch Widerlegen kann, sehe ich mich als Agnostiker. Für Spiritualität habe ich keinen Bedarf. Ein anthropomorphen Gott, so wie er in der Bibel und co. beschrieben wird, ist jedoch offensichtlich unsinnig.
 

Benutzer161456 

Meistens hier zu finden
Meine Haltung zu Gott ist "Weis ich nicht, brauch ich nicht". Da man die Existenz einer göttlichen Entität weder Beweisen noch Widerlegen kann, sehe ich mich als Agnostiker. Für Spiritualität habe ich keinen Bedarf. Ein anthropomorphen Gott, so wie er in der Bibel und co. beschrieben wird, ist jedoch offensichtlich unsinnig.

Damit widersprichst du jedoch deinen Aussage, dass das Universum selber Gott sei. Entweder gilt doch das eine oder das andere, oder?

Ich persönlich bin der Auffassung, dass die Kosmologie "Gott" heute näher auf den Versen ist als die traditionelle Lehre der monotheistischen Religionen.

Vielleicht wissen wir schon bald etwas mehr, das Wissen um unser Universum macht ja gerade durch die vielen digitalen Möglichkeiten atemberaubende Fortschritte.

Bis dahin halte ich es mit Platons Höhlengleichnis.

Das trifft unseren Erkenntnisstand glaub e ich ganz gut.
 

Benutzer163835 

Sorgt für Gesprächsstoff
Damit widersprichst du jedoch deinen Aussage, dass das Universum selber Gott sei. Entweder gilt doch das eine oder das andere, oder?

Das Obere war eine Beschreibung eine Sparte der Spiritualität, welche ich zwar interessant finde, der ich aber nicht folge.
Die untere Aussage war auf mich bezogen.
 

Benutzer6428 

Doctor How
Off-Topic:
Weil mich das gerade gekitzelt hat, aber absolut offtopic ist:
Und wiederum hast du mit keinem Wort erklärt, woher die "Komponenten" kamen oder wie sie aus dem "Nichts" entstanden sind. Du sagst nur "die waren da". Tja, dann kann doch jemand anderes sagen "die waren da, weil das fliegende Spaghettimonster sie da hingestellt hat". Widerspricht sich mit deiner bisherigen Aussage kein bisschen.
Die Antwort auf diese Frage findet sich in der Teilchenphysik. Die Motoren sind im Grunde große Hitze und Druck (durch Gravitation die ihrerseits wieder durch Raumkrümmung entsteht). Ich werde darüber keine Abhandlung hier schreiben, aber in kürze kann man sagen, dass bei Kernfusionsreaktionen Elemente entstehen, die so hochwertig sind, dass sie nur sehr sehr kurz bestehen (Nano bis Millisekundenbereich) und durch ihre große Masse und Energie (Protonen, Neutronen, Elektronen) nicht alleine Bestand haben und zerfallen. Es enstehen aber auch Atome die das können.


Zum Thema:
Weils mich interessiert hat, habe ich mal den Fehler begangen "Spiritualität" nachzuschlagen und habe sofort festgestellt, dass der Threadtitel echt gut ist. Der Begriff ist irgendwie so eine Art Joker-Begriff wo sich jeder selbst überlegen darf, was er darunter versteht. Es gibt scheinbar kein einheitliches Verständnis (mehr) davon. :zwinker:

Mein eigenes Verständnis davon ist eher eine Art Gefühl als alles andere. Ich selbst bin hier im Thread der 6. Ahteist, der den Thread nicht an sich reissen will und ein faible für Teilchenphysik hat.

Ich erlebe Spiritualtität als ein Gefühl, dass ich habe, wenn ich alleine mit meinem Wanderrucksack in den Schottischen Highlands stehe und auf einen See blicke, oder wenn ich auf hohen Klippen am Meer stehe und mir die Wellen ansehe, die sich dort brechen. Am ehesten kann man es als Gefühl der "Einheit" mit Natur und Umgebung umschreiben auch wenn diese Umschreibung irgendwie den Kern der Sache noch nicht ganz trifft.
 

Benutzer78484 

Planet-Liebe-Team
Moderator
So wird es wohl höchst wahrscheinlich auch nicht gewesen sein.
Viele Kosmologen rücken inzwischen immer mehr von dieser These des temporär linearen Universums (und somit der These des Urknalls als Anbeginn von allem) ab.

Realistischer ist imA. eher die Idee eines geschlossenen Denkmodells,
...das Universum quasi als "geschlossenen" Kreislauf zu begreifen, der Urknall wäre hier nur ein Teilbereich eines grossen Zyklus.
Hierbei können die "masseverschlingenden" Schwarzen Löcher event. eine weit aus grössere Rolle spielen, wie bisher immer angenommen.

Interessant finde ich in dem Zusammenhang auch die Idee von Mulitversen, in dem einzelne Universen miteinander in Verbindung stehen.
Unser Universum quasi als eine von vielen "aufpoppenden Blasen" in einem übergeordneten uns noch vollkommen unbekannten Medium.

Auch dass könnte das logische Problem des im Moment diskutierten Urknallmodells lösen helfen.
Off-Topic:
Die entscheidende Frage ist hier eigentlich die der "Zeit" an sich. Das mathematische Weltbild, das wir nutzen und das unsere Wahrnehmung sehr gut beschreibt, hat keinen "Zeitpfeil", obwohl unsere Wahrnehmung darauf hinzudeuten scheint, dass es etwas in der Richtung gibt. Entweder das mathematische Bild ist irgendwo grundlegend unvollständig...oder unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit ist es. Ganz interessantes Buch dazu: https://www.amazon.de/gp/product/3570552810/ref=oh_aui_detailpage_o01_s00?ie=UTF8&psc=1

Bevor man darüber nachdenkt, was "vor" dem Urknall war ist das imho die grundlegendere Frage.
 

Benutzer36171 

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Ich erlebe Spiritualtität als ein Gefühl, dass ich habe, wenn ich alleine mit meinem Wanderrucksack in den Schottischen Highlands stehe und auf einen See blicke, oder wenn ich auf hohen Klippen am Meer stehe und mir die Wellen ansehe, die sich dort brechen. Am ehesten kann man es als Gefühl der "Einheit" mit Natur und Umgebung umschreiben auch wenn diese Umschreibung irgendwie den Kern der Sache noch nicht ganz trifft.
Das klingt irgendwie einfach schön. :herz:
 

Benutzer89539 

Planet-Liebe-Team
Moderator
Solche Fragen wie "was war vor dem Urknall" und ähnliche Erklärungslücken in den Naturwissenschaften finde ich vielleicht theoretisch-philosophisch interessant (obwohl mir da letztlich das physikalische Wissen für fehlt, mich eingehend mit zu befassen). Aber für mich persönlich hat das nichts mit Spiritualität zu tun.

Spiritualität ist für mich eher etwas Emotionales. Vielleicht die Suche nach meinem Platz in der Welt. Aber es ist für mich kein Instrument, zu verstehen wie die Welt aufgebaut ist. Ich nehme ja auch keinen Hammer, um eine Schraube reinzudrehen. Auch wenn ich damit womöglich sogar ein halbwegs nutzbares Ergebnis erzielen würde.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich glaube, dieser ganze Komplex aus Glaube, Religion, Spiritualität, usw. hatte verschiedene Nutzen:
- Den Menschen eine einfache Erklärung für Dinge zu geben, die sie sich sonst nicht richtig erklären konnten
- Regeln für das gesellschaftliche Zusammenleben, in grauer Vorzeit sicherlich sinnvolle Hygieneregeln, usw. etablieren
- als Macht- und Unterdrückungsinstrument für die Mächtigen
- als Ablenkung für die Untergebenen ("Opium fürs Volk")
- als Mittel zur Bildung von Gruppen, die sich den anderen Menschen gegenüber überlegen fühlen, um diese anderen Menschen anschließend zu unterdrücken und/oder mit mehr oder weniger großem Zwang in die eigene Gruppe hineinzuziehen.

Da die ersten beiden Punkte dank Wissenschaft, technischem Fortschritt und den Errungenschaften von Demokratie und Rechtsstaat obsolet sind und die letzten drei Punkte sowieso noch nie wirklich erstrebenswert und sinnvoll waren, sehe ich nun wirklich nicht, wozu wir so was, wie Glaube, Religion und Spiritualität heute noch brauchen.
Viel lieber wäre es mir, wenn wir endlich den Weg in eine aufgeklärte Gesellschaft finden würden, in der es einfach keinen Platz mehr für Glaube und Religion gibt.

Aber diese Theorie wohl nicht.
Sollte sie nicht falsifizierbar sein, ist sie auch nicht wissenschaftlich, sondern höchstens pseudowissenschaftlich.

Mir ist es jedenfalls deutlich lieber, zu wissen, dass ich viele Dinge nicht weiß (wie z.B. die Antwort auf die Frage, was vor dem Urknall war, bzw. was ihn verursacht hat), anstatt an irgendwelche Märchen von allmächtigen Gottheiten zu glauben. :zwinker:

Allerdings stellt sich vor allem auch die Frage, ob die Frage "Was war vor dem Urknall?" überhaupt sinnvoll ist, wenn man davon ausgeht, dass auch die Zeit, die dieses vorher und nachher definiert, mit dem Urknall entstanden ist.
Ich gehe davon aus, dass diese Frage eher ein Zeugnis der begrenzten, bzw. festgefahrenen Strukturen des menschlichen Verstandes ist, der versucht, alle Dinge in eine zeitliche und deterministische Folge zu bringen und deshalb Fragen, wie "Was war vorher?" und "Was hat das verursacht?" stellt, ohne zu hinterfragen, ob es in diesem Zusammenhang so was, wie ein "vorher" oder eine Ursache überhaupt geben kann.

Letztlich steht die gesamte Wissenschaft am Ende genauso blöd da, wenn es um die Frage geht, warum es etwas gibt und nicht nichts, und deswegen finde ich allzu viel Arroganz gegenüber alternativen Theorien, sofern diese keinen Anspruch auf Richtigkeit erheben, doof. :tongue:
Ich sehe die Wissenschaft überhaupt nicht als Mittel, um die grundlegende Frage nach dem warum zu beantworten.
Die Wissenschaft versucht, Phänomene zu beobachten, die Beobachtungen möglichst exakt zu beschreiben und Modelle zu entwickeln, mit denen sich zukünftige Beobachtungen vorhersagen lassen.
Ein Stück weit kann man mit diesen Modellen natürlich dann auch begründen, warum irgendein Phänomen jetzt gerade so aussieht, wie es eben aussieht und warum basierend auf irgendwelchen Voraussetzungen jetzt dies und nicht das passiert ist. Aber die ganz grundsätzliche Frage nach dem warum kann und wird man so einfach nicht beantworten können.

Warum? Solange jemand nur still für sich glaubt, was ist für dich daran so schlimm? :ratlos:

Was andere Menschen glauben oder nicht, kann durchaus interessant sein, auch diskussionswürdig. Aber ich finde, alles was friedlich und tolerant gelebt wird, ist prinzipiell in Ordnung. Man muss sich nicht einig sein in diesen großen Fragen.
Was wirklich massiv unsympathisch ist, sind Intoleranz und Überheblichkeit.
Natürlich wäre ein friedliches, tolerantes Zusammenleben der verschiedensten Glaubensrichtungen und Religionen schon ein ganz großer gesellschaftlicher Fortschritt... aber gleichzeitig halte ich das für eine ganz große Utopie, da es ja durchaus das Wesen von Glaube und Religion ist, von seinem persönlichen Glauben überzeugt zu sein und diesen somit auch besser zu finden, als andere Formen des Glaubens, woraus dann auch automatisch ein Konfliktpotential entsteht.
 

Benutzer22419 

Sehr bekannt hier
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Natürlich wäre ein friedliches, tolerantes Zusammenleben der verschiedensten Glaubensrichtungen und Religionen schon ein ganz großer gesellschaftlicher Fortschritt... aber gleichzeitig halte ich das für eine ganz große Utopie, da es ja durchaus das Wesen von Glaube und Religion ist, von seinem persönlichen Glauben überzeugt zu sein und diesen somit auch besser zu finden, als andere Formen des Glaubens, woraus dann auch automatisch ein Konfliktpotential entsteht.
Die Erfahrung der letzten Jahrtausende gibt dir da sicher recht.
Aber darum ging es mir überhaupt nicht. Ich fragte, weshalb der Glaube oder die spirituelle Ausrixhtug einer Person (unter der Voraussetzung, dass dieser friedlich und tolerant gelebt oder auch überhaupt nicht nach außen getragen wird) „massivst unsympathisch“ sei. Für mich ist das ein Widerspruch zu Toleranz und Offenheit - beides Werte, die die harten Atheisten gerne für sich reklamieren :smile:
Von den meisten Menschen in meinem Umfeld weiß ich zB überhaupt nicht, ob und was sie glauben. Spielt einfach im Alltag keine Rolle.
Persönlich würde ich mich tatsächlich als lose spirituell bezeichnen und mich erschreckt ein wenig die Vorstellung, dass dies allein für manche Leute reichen würde, sich ein Urteil anzumaßen. Dabei merkt mir das niemand an. Ich habe ein naturwissenschaftliches Studium, vertraue der Wissenschaft und der Schulmedizin, meine Kinder sind geimpft und bei uns gibt es weder Pendel noch Engelsfigürchen, Heilsteine oder sonstigen Kram. Ich meditiere nicht und tanze nicht zu Trommelwirbeln.
Wen juckt es, was ich denke, wenn ich einen Berg hinaufsteige? Was ist schlimm daran, dass ich nicht restlos vom großen schwarzen Nichts nach dem Tod überzeugt bin? Macht es mich als Person wirklich so unsympathisch, dass ich den menschlichen Verstand für begrenzt und Vieles für zumindest mal nicht gänzlich unmöglich halte, für das wir Wichte aber keine Beweise haben? :ratlos:
Ich denke, hier wird viel zu sehr in Extremen gedacht.
 
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