Was ist eure persöniche Einstellung zur Todesstrafe?

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Benutzer20579  (37)

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Du weißt schon, dass Jury-Mitglieder nicht unbedingt "freiwllig" dabei sind?

Schon, aber sie müssen keine Todesstrafe vorschlagen. Davon abgesehen ist für mich ein solches Land sowohl als Urlaubs- als auch als Wohnort indiskutabel.
 

Benutzer11128 

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Nein, ich sage genau das: Man kann keinen Richter und keine Jury dafür kritisieren, dass sie die Todesstrafe verhängen, da sie sich schlicht an gültige Rechtsnorm halten und auch halten müssen.

Man kann allerdings kritisieren, dass nicht schon längst ein Gesetz zur Aufhebung der Todesstrafe eingebracht wurde.

Kurz: Man kann niemanden einen Vorwurf machen, dass er sich an Gesetze hält, die demokratisch legetimiert wurden.

#Hannes#

Vorsicht, sehr dünnes Eis ...

Das ist nämlich genau die Argumentation, die sich die Angeklagten bei den Nürnberger Prozessen zu Eigen machten.

Das Problem ist doch folgendes:
Unterschiedliche Länder - unterschiedliche Kulturen - unterschiedliche Rechtssysteme - unterschiedliche Meinungen.
 

Benutzer54457 

Sehr bekannt hier
Und wenn das alle tun? Ich sehe das - genau wie das Wählen - als "Staatsbürgerpflicht".

#Hannes#

das ist egal. wenn ich niemanden zum tode verurteilen will, dann tu ich es nicht, staatsbürgerpflicht scheißegal. find ich auch lächerlich, das ist das milgrim-experiment "all over again". ein bisschen gar blöd, oder nicht? :smile:

und wenn das alle tun? na umso besser, dann wars das wohl auch mit der demokratischen legitimation und es wäre ohnehin auf allen ebenen falsch, furchbar, und ("endlich") kritisierbar, nach deinen maßstäben, jemanden zum tode zu verurteilen. und wenn sich sieben hanseln finden, die dazu bereit sind, so eine entscheidung zu fällen, dann sollen dies machen.

staatsbürgerpflicht und jemanden zum tod verurteilen - also jetzt wirds kurios.. nicht persönlich gemeint, aber nirgends trifft man auf so verschrobene meinungen wie in online-foren..

die frage, was für entscheidungen man jenseits des eigenen gewissens im namen der "staatsbürgerpflicht" zu treffen hat, ist ein alter hut. menschen sind ins gefängnis gegangen, damit wehrdienstpflichtige auf niemanden schießen müssen, wenn sie es nicht wollen/können, und stattdessen zivildienst machen können..
 

Benutzer42166  (37)

kurz vor Sperre
das ist egal. wenn ich niemanden zum tode verurteilen will, dann tu ich es nicht, staatsbürgerpflicht scheißegal.
Soweit ich weiß, wird das Strafmaß in vielen Fällen durch den/die Richter festgesetzt - und die haben sich einfach an gültige Rechtnormen zu halten. Wenn ich ein Geschworener wäre, dann würde ich auf keinen Fall *für* die Todesstrafe stimmen.

staatsbürgerpflicht und jemanden zum tod verurteilen - also jetzt wirds kurios.. nicht persönlich gemeint, aber nirgends trifft man auf so verschrobene meinungen wie in online-foren..
Die Staatsbürgerschaftspflicht bezog sich nicht auf das Verhängen der Todesstrafe, sondern das Mitglied sein in einer Jury oder als Geschworener, wenn man dazu berufen wird und nicht irgend welche fadenscheinigen Ausreden suchen um es nicht zu müssen.

#Hannes#
 

Benutzer77547 

Planet-Liebe Berühmtheit
Die Todesstrafe ist barbarisch und gehört überall abgeschafft. Ein Staat, der die Todesstrafe praktizitiert, hat nach meiner Auffassung ein ziemlich bedenkliches Rechtssystem...um es mal höflich auszudrücken.

Die Gründe, warum ich komplett kompromisslos GEGEN die Todesstrafe bin, wurden schon hinlänglich in diesem Thread benannt.
 

Benutzer66580 

Meistens hier zu finden
Ich weiss nicht mehr in welchem Land das genau war, aber ich habe mal von so einem Pilotprojekt gehört das Sexualstraftäter unter ärztliche Aufsicht Testo Hemmer verabreicht bekommen haben, das betraf wohl vorallem Pädophile die noch nicht straffällig geworden sind, jedoch logischerweise auf freiwillige Basis. Denn ich glaube es ist rechtlich nicht möglich jemanden "Zwangs zu kastrieren", denn staatlich verodnete Verstümmelung...dann sind wir wirklich auf dem Niveau eines Irans oder Saudi Arabien.

Ich finde die Idee ansich ganz gut, wenn sichergestellt ist das die Hemmer unter Aufsicht genommen werden und nicht so leicht mit anderen Mitteln wieder auszuspülen sind, ein kluger Ansatz.

Edit: Da wars: http://www.shortnews.de/start.cfm?id=670725

Jup, sowas sieht doch schon mal ganz gut aus :smile: find ich echt gut von den Männern, dass sie das freiwillig machen ... daran erkennt man echte Stärke. Gerade wenn es solche Mittel gibt, wirft das ein umso schlechteres Licht auf die tatsächlichen Täter, die sich ihrem Trieb hingeben und ihn nicht kontrollieren können und wollen.



Und ein Mörder hat u.U. keine fehlgeleitete Erziehung erhalten? :ratlos:

Doch, nur er ist er erwachsen und mündig und daher selbstverantwortlich für alle seine Taten. Ein Kind ist (neurologisch etc.) noch nicht in der Lage zu Selbstreflexion und dem tatsächlichen Bewusst-Werden aller seiner Handlungen. Es handelt viel triebgesteuerter als ein Erwachsener, und bei Kindern ist das noch legitim.
Ähnliches gilt gegebenenfalls für einen Täter mit tatsächlicher psychischer Erkrankung, Behinderung etc. Davon ist hier ja aber nicht (primär) die Rede, wir sprechen von mündigen Tätern.


@ foxi

Wo du schon immer auf der "Stellt euch vor, ein von euch geliebter Mensch wird umgebracht"-Schiene herumreitest, stellt sich mir nur eine Frage:

Was wäre eigentlich wenn dein Vater jemandem im Affekt umbringen würde? Oder stell dir vor du bist Vater und dein Sohn erschlägt jemanden im Suff. Kann alles vorkommen.

Bist du dann auch noch für die Todesstrafe und schreist "Hängt ihn höher!" ??

Bin zwar nicht foxi, aber aufgrund meiner "nicht gegen und nicht für die Todesstrafe" - Meinung antworte ich auch mal:

Wenn mein Vater jemanden aus niederen Motiven ermorden sollte, wäre er nicht mehr mein Vater. (Für Totschlag (Affekt) gibt es keine Todesstrafe, bzw. wäre ich zumindest absolut dagegen.)

Ich beurteile Menschen nicht danach, was sie sind, sondern was sie tun, auch wenn das ein abgelutschter Spruch ist. Nur weil ich mit jemandem verwandt oder befreundet bin, heißt das nicht, dass ich diesem jemand alles verzeihe.


Mach dir das dochmal klar:
Täter sind auch geliebte Menschen von irgendjemandem. Ich wünsche keiner Mutter dieser Welt, dass sie mit ansehen muss, wie ihr Sohn von staatlicher Seite aus ganz legal getötet wird. [Genauso wenig wie ich es den Eltern des Opfers wünsche, aber das stelle ich mal als selbstverständlich dar]

Der Täter selbst fügt seinen Angehörigen das ganze Leid zu, indem er eine furchtbare Tat begeht, wie auch immer die jetzt geartet sein mag. Für mich als Mutter bspw. wäre es wohl kaum auszuhalten, wenn mein (erwachsener) Sohn 5-jährige vergewaltigt und sie im Keller vergräbt. Der psychische und seelische Horror wäre so unvorstellbar groß, dass ich wahrscheinlich selbst nicht mehr weiterleben wollte. Ob mein Sohn, den ich dann eh nicht mehr als meinen Sohn wahrnehmen würde, dann noch von staatlicher Seite aus hingerichtet würde oder nicht, wäre mir vermutlich völlig gleichgültig, bzw. ich wäre wahrscheinlich eher dafür ...
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Je länger die Diskussion läuft, je mehr habe ich den Eindruck, der Ruf nach der Todesstrafe sei der hilflose, verzweifelte Versuch, die Tat ungeschehen zu machen.

Es ist leider so: Der Mörder ist die höchste Steigerung des Mannes, der Herr über Leben und Tod, der Sieger. Das Opfer ist der Verlierer, der Versager. Diese Einsicht lässt uns nach einem Verbrechen hilflos und mit einem emotionalen Defizit zurück. Das Bedürfnis, den Mord mit dem Tod des Verbrechers zu sühnen, liegt nahe und ich halte ihn für menschlich verständlich.

Aber das Recht allein kann die Untat nicht ausgleichen.

Ein reales Beispiel. Vier Jungem schlagen einen andern Jungen grundlos zusammen und treten so nach ihm, dass er schwerste Hirnschäden davonträgt. Er schwebt zwischen Leben und Tod, seine Ausbildung kann er vergessen, er wird vielleicht in einer geschützten Werkstatt einfachste Arbeiten verrichten können. Einer der Schläger war arbeitslos und ohne Lehrstelle. Er kommt in eine Erziehungsanstalt, kann dank der Aufmerksamkeit, die er durch seine Tat bekommen hat, eine Lehre machen, kann in der Anstalt Sport treiben, hat einen Fitnessraum zur Verfügung, und sobald er wieder frei ist, interessiert sich ein Journalist für seine Story...

Wir müssen die Opfer besser behandeln! Aber seltsamerweise sind genau die Politiker, die strengere Strafen fordern, gleichzeitig die, welche bei dre opferhilfe knausern...
 
T

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Gast
Off-Topic:
(...)
Ganz nebenbei: dass die Attentate auf Hitler alle gescheitert sind, finde ich trotzdem ein Unglück.

So leid es mir um die beteiligten Leute tut, mMn ist dies ein großes Glück der Geschichte das diese Versuche, z.b. am 20.7.1944, scheiterten.

Stell dir mal die politische Landschaft heutzutage vor, wäre dieses Attentat gelungen....Aussagen wie "mit Hitler hätten wir den Krieg noch gewonnen." und "Hitler wusste nix von den KZ's." wären doch der Alltag und im Laufe der JAhre wäre er sicher zu einer Ikone stilisiert worden. So ist er aber mit seinem schändlichem System untergegangen und es gibt weder an seiner Schuldfrage noch zur Frage des Kriegsausganges etc. pp irgendwas zu deuten.
 

Benutzer9517  (31)

Benutzer gesperrt
Off-Topic:


So leid es mir um die beteiligten Leute tut, mMn ist dies ein großes Glück der Geschichte das diese Versuche, z.b. am 20.7.1944, scheiterten.

Stell dir mal die politische Landschaft heutzutage vor, wäre dieses Attentat gelungen....Aussagen wie "mit Hitler hätten wir den Krieg noch gewonnen." und "Hitler wusste nix von den KZ's." wären doch der Alltag und im Laufe der JAhre wäre er sicher zu einer Ikone stilisiert worden. So ist er aber mit seinem schändlichem System untergegangen und es gibt weder an seiner Schuldfrage noch zur Frage des Kriegsausganges etc. pp irgendwas zu deuten.

Off-Topic:
So betrachtet hast du sicher Recht. Aber mein Bruder meinte wohl frühere Attentatsversuche, nicht das Attentat vom Juli 1944 - das kam zu spät, und erst als Hitlers "Stern" bereits im Sinken war. Es geht zudem hier um die Frage, ob ein Attentat auf einen politischen Verbrecher gerechtfertigt sein kann.
 
S

Benutzer

Gast
Doch, nur er ist er erwachsen und mündig und daher selbstverantwortlich für alle seine Taten. Ein Kind ist (neurologisch etc.) noch nicht in der Lage zu Selbstreflexion und dem tatsächlichen Bewusst-Werden aller seiner Handlungen. Es handelt viel triebgesteuerter als ein Erwachsener, und bei Kindern ist das noch legitim.
Ähnliches gilt gegebenenfalls für einen Täter mit tatsächlicher psychischer Erkrankung, Behinderung etc. Davon ist hier ja aber nicht (primär) die Rede, wir sprechen von mündigen Tätern.

Du redest hier aber von Utopia. Einer perfekten Welt, in der Gutachter die Frage, ob jemand schuldfähig ist, immer zu 100% korrekt beantworten kann. Und in der auch immer zweifelsfrei feststeht, ob der Täter auch wirklich die Tat begangen hat.

Hier, nur ein Fallbeispiel von sooo vielen, die alle hätten nicht mehr rückgängig gemacht werden können, wenn die Todesstrafe angewandt worden wäre: Link wurde entfernt

Wenn ein Täter "nur" im Gefängnis sitzt, kann sein Fall theoretisch jederzeit wieder geprüft werden. Man muss doch zugestehen können, dass ein System Fehler machen kann (und auch wird). Wie kann man dann gleichzeitig so etwas Unwiderrufliches wie die Todesstrafe unterstützen?

Tut mir leid, das will einfach nicht in meinen Kopf.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Benutzer42876 

Meistens hier zu finden
Ich habe mir jetzt nicht alle Beiträge durchgelesen, bin aber entsetzt dass doch so viele Leute die Todesstrafe unter Umständen als akzeptabel ansehen.

Hier mal wieder ein aktuelles Beispiel dafür, dass Menschen unschuldig wegen Mord verurteilt werden:

http://www.sueddeutsche.de/panorama/355/313262/text/

Nicht auszudenken, wenn Frankreich in so einem Fall die Todesstrafe vorsehen würde...

Allein die immer vorhandene Möglichkeit von Fehlurteilen ist ausreichend genug die Todesstrafe abzulehnen; es gibt noch genügend weitere Gründe, die manch andere/r User/in hier auch schon aufgezeigt haben.
 

Benutzer49007  (34)

Sehr bekannt hier
@
foxi

Wo du schon immer auf der "Stellt euch vor, ein von euch geliebter Mensch wird umgebracht"-Schiene herumreitest, stellt sich mir nur eine Frage:

Was wäre eigentlich wenn dein Vater jemandem im Affekt umbringen würde? Oder stell dir vor du bist Vater und dein Sohn erschlägt jemanden im Suff. Kann alles vorkommen.

Bist du dann auch noch für die Todesstrafe und schreist "Hängt ihn höher!" ??

Mach dir das dochmal klar:
Täter sind auch geliebte Menschen von irgendjemandem. Ich wünsche keiner Mutter dieser Welt, dass sie mit ansehen muss, wie ihr Sohn von staatlicher Seite aus ganz legal getötet wird. [Genauso wenig wie ich es den Eltern des Opfers wünsche, aber das stelle ich mal als selbstverständlich dar]

Ich kein Mitleid für Mörder, ich bin für harte bzw. härtere Strafen. Aber der Staat soll niemals legal töten dürfen *grusel*
Im Übrigen werde ich nie verstehen wieso man jemanden umbringt um zu zeigen, dass Töten ein Verbrechen ist *hm*

Ganz erlich? Ja ich würd es vielleicht nicht schreien aber ich wäre wohl auch dafür. Wenn mein Vater jemanden umbringen würde wäre ich auch da für die Todesstrafe. Klar sind auch Täter geliebte Menschen. Aber auch Opfer waren doch geliebte Menschen
 

Benutzer80667 

Benutzer gesperrt
Ich bin gegen die Todesstrafe. Oder will ich doch zurück ins Mittelalter? :grin:
Mörder sollte man einsperren und fertig. Das ist besser als Umbringen. Und wer da mit dem Argument kommt, dass die Geld kosten, ist schon ein bisschen kaltblütig
 
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Für weitere Antworten geschlossen.
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