Was ist ein Studium heute noch wert?

Benutzer50955 

Sehr bekannt hier
Hallo zusammen!

Als "Gegenthread" zum Thema Fachkräftemangel will ich hier mal die Frage stellen, was ein Studium aus beruflicher (!) Hinsicht heute noch wert ist.

Einerseits wird immer wieder propagiert, dass es einen tatsächlichen oder vermeintlichen Fachkräftemangel geben soll, der von Politik und Wirtschaft beklagt wird.

Andererseits steigen die Absolventenzahlen an den Unis und FHs, was auch an den Bachelor/Master-Studiengängen liegen soll. Dazu kommen doppelte Abi-Jahrgänge, verkürzte Schulzeiten durch die ausgesetzte Wehrpflicht etc., die zu einem Anstieg an Studis führen. Daneben hieß es hier in der Presse neulich mal wieder, dass die Nachfrage nach Ausbildungen durch Abiturienten/Fachabiturienten spürbar nachlässt, da man lieber direkt studieren geht. Schaut man in viele Foren, beklagen viele Absolventen, dass der Berufseinstieg immer schwieriger wird, da man trotz guten Profils immer nur einer von Dutzenden passenden Bewerbern ist. Selbst im Ingenieursbereich wächst die Zahl der Zeitarbeitsfirmen, die sich auf diese Absolventen spezialisiert haben. Der Direkteinstieg auch hier wird schwieriger.

Wenn man die Debatte um die "Generation Praktikum" der letzten Jahre verfolgt hat, kann man den Eindruck gewinnen, dass aus Angst vor dieser Zukunft immer alles geplanter und angepasster wird: das Studium ist verschult, Praktika und sonstige Qualifikationen werden geplant, damit ein Lebenslauf nach Maß entsteht - leider hatten tausende Andere die identische Idee. Daher die Frage: Was ist in Zeiten der steigenden Absolventenzahlen sowie der idealtypischen Mainstream-Lebensläufe ein Studium überhaupt noch wert, wenn man sich damit kaum noch unterscheiden kann? Klar, der Einstieg ist immer noch Möglich...aber wie schnell und zu welchem Gehalt, wenn heute sogar Sachbearbeiterposten für BWL-Absolventen ausgeschrieben werden, die fachlich identisch vorher mal der Bürokaufmann erledigt hat?
 
R

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Gast
Es gibt halt nun mal Berufe, für die ein Studium Pflicht ist (ganz banal: Anwälte, Lehrer, Ärzte zB).

Aber ich stimme dir zu, in vielen Branchen ist man mit einem Studium auch nicht besser dran als wenn man eine Ausbildung absolviert hätte, auch finanziell lohnt sich ein Studium nicht immer.

Ich persönlich möchte einfach meine Studentenzeit nicht missen, da ich sie als wichtigen Teil meiner individuellen Entwicklung betrachte.
 

Benutzer129180  (35)

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Ich habe beruflich schon oft festgestellt dass gebildete Leute mit Studium, Doktortitel usw nicht in der Lage sind einfachste Zusammenhänge zu verstehen oder nicht in der Lage sind ein einfaches Problem oder dessen Lösung anderen zu erklären. Wohingehend ich bei Leuten mit geringerem Bildungsabschluss sowas eher selten erlebe.
 
L

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Gast
Andererseits steigen die Absolventenzahlen an den Unis und FHs
Ich kann nur von den Studiengängen meiner Fakultät sprechen, weil ich da die Zahlen im Kopf habe, aber da steigt nur die Anzahl der Studienbeginner. Die Zahl der Absolventen ist bei uns leicht rückläufig.

Ein Problem, dass ich häufig an Uni-Absolventen sehe, ist, dass sie ihren Masterabschluss als Schlüssel aller Türen halten, viele bedenken aber halt nicht, dass sie sich dadurch auch für bestimmte Bereiche wieder disqualifizieren. Dazu kommt dann häufig die "erstmal studieren"-Mentalität.
 

Benutzer135422  (42)

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Ich fände es besser, wenn man sein Abitur beendet hat, sollte man erst mal eine berufliche Ausbildung gemacht haben. Damit man was in der Tasche hat, falls das Studium nichts wird.
Aber auch, damit man praktische Erfahrung sammelt. Was nützt es dir, wenn du 100% theoretisches Wissen hast, aber von der praktischen Arbeit, null ahnung hast.
Es wird sicherlich, solche ähnlichen praktiken, wahrscheinlich bereits geben.
Aber ein Beispiel. Warum, soll ein 50 jähriger Arbeiter auf einer Baustelle, auf eine 28 jährige hören, die praktisch null Erfahrung hat? Die vielleicht gerade mit dem Studium fertig wurde.
Bei Bewergungen, steht allerdings, noch, ein höherer Bildungsabschluß im Vordergrund. Wenn ich die Anzeigen auch vieler Handwerksbetriebe sehe.
Genauso gut, könnte man Fragen: Was ist ein Hauptschulabschluß noch Wert?
 

Benutzer137374  (49)

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Klar, der Einstieg ist immer noch Möglich...aber wie schnell und zu welchem Gehalt, wenn heute sogar Sachbearbeiterposten für BWL-Absolventen ausgeschrieben werden, die fachlich identisch vorher mal der Bürokaufmann erledigt hat?
Es kommt auf den Gesamtwerdegang an und ein wenig darauf, was man studiert hat. Meiner Ansicht nach ist eine solide Ausbildung besser als Studiengaenge, die an sich brotlos und ueberfluessig sind (Sozialpaedagogik, Soziologie, Philosophie usw). Um Behinderte und Kinder zu bespassen, muss man nicht studieren und um als Bibliothekar zu arbeiten, muss man eigentlich nicht mal lesen koennen.)
 
L

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Gast
Ich fände es besser, wenn man sein Abitur beendet hat, sollte man erst mal eine berufliche Ausbildung gemacht haben.
Abiturienten sollten wissen, wohin ihr beruflicher Weg gehen soll, dazu braucht es keine Ausbildung als Vorpraktikum. Neben mir haben auch nur die ihr Studium beendet, die sich von Anfang an mit dem Studiengang identifiziert und darin ihre Zukunft gesehen haben. Von denen hat dann auch keiner eine Ausbildung im Voraus gebraucht.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Ich fände es besser, wenn man sein Abitur beendet hat, sollte man erst mal eine berufliche Ausbildung gemacht haben. Damit man was in der Tasche hat, falls das Studium nichts wird.
Aber auch, damit man praktische Erfahrung sammelt. Was nützt es dir, wenn du 100% theoretisches Wissen hast, aber von der praktischen Arbeit, null ahnung hast.
Na klar! - Bis man dann mal einen Studienabschluss in der Tasche hat und anfängt, Geld zu verdienen, ist man mindestens Anfang 30, mit Promotion (mit halber Stelle und entsprechend dürftigem Gehalt) sogar Mitte bis Ende 30.
Dann kann man sich als Akademiker die Familienplanung wohl in die Haare schmieren, weil man erst dann die finanzielen und beruflichen Rahmenbedingungen geschaffen hat, wenn man längst zu alt zum Kinderkriegen ist.

Und es gibt mehr, als genügend Jobs, in denen einem die Praxiserfahrung aus einer Ausbildung überhaupt nichts bringt.
Und für die Bereiche, in denen praktische Erfahrung und theoretisches Wissen notwendig sind, gibt es ja so etwas, wie den Techniker. - Oder eben als moderne Bologna-Alternative evtl. auch der Bachelor mit zusätzlicher Berufsausbildung.
Aber ein Beispiel. Warum, soll ein 50 jähriger Arbeiter auf einer Baustelle, auf eine 28 jährige hören, die praktisch null Erfahrung hat? Die vielleicht gerade mit dem Studium fertig wurde.
Weil die 28-Jährige offensichtlich durch ihr Studium die nötige Qualifikation für eine entsprechend hohe Position mitbringt.
 

Benutzer123649 

Planet-Liebe ist Startseite
Heute werden ja generell immer höhere Schulabschlüsse erwartet, um überhaupt in eine Ausbildung einsteigen zu können. Da ist nicht nur die Frage, weshalb man eigentlich studiert, wenn man am Ende doch erst mal arbeitslos ist, sondern, weshalb man das Fachabitur/Abitur macht, wenn man am Ende doch keine Ausbildungsstelle erhält?

Heutzutage wird enorm auf die Leistung geachtet, selten nach Sympathie oder Bauchgefühl entschieden. Es werden die eingesetzt, die den besten Abschluss verzeichnen können oder die, die bei irgendeinem Idioten-Intelligenz-Einstellungstest die besten Ergebnisse erzielt haben (da zählt das Abitur dann nahezu nichts mehr).

Ein Student ist eben nicht gleich ein Student. Und bei Massenstudiengängen muss man sich eben abzusetzen wissen.

Da immer höhere Schulabschlüsse gefordert werden, verstehe ich, wenn viele sagen: "Jetzt habe ich das Abitur gemacht, jetzt sollte ich ja auch studieren gehen." Bei all der Vielfalt von möglichen Berufen und immer neu geschaffenen Berufen fehlt es doch ganz enorm an Aufklärung und Beratung im Werdegang eines Schülers. Deshalb "Generation Praktikum". Man will halt keine Zeit vergeuden mit der falschen Berufs-/Studienwahl und guckt erst mal, was tatsächlich passt.

Gerade bei technischen Berufen erlebe ich es, dass ein Studienabschluss ohne vorherige Ausbildung die Chancen bei einigen Arbeitgebern nicht gerade erhöht, denn sie bringen zwar fachliches Wissen mit, können aber die einfachsten Aufgaben nicht zufriedenstellend erledigen (mein Onkel ist Leiter einer Tochterfirma im Ausland und berichtet immer wieder fassungslos von solchen Geschichten, in denen ein Student ne Glasplatte 5 mm abschleifen sollte und am Ende 24 Std. an einem Sonntag in der Firma war, weil er diese Aufgabe verkackt hatte und es versuchte, zu retten.)

Dann gibt es eben tatsächlich Berufe, die ohne ein Studium nicht angetreten werden können. Es gibt nunmal keine Ausbildung zum Arzt, Anwalt etc., deshalb studiert man Medizin oder Jura. Da ist es durchaus sinnvoll.

Generell stufe ich persönlich ein Studium sehr positiv ein, denn es bringt tiefes fachliches Wissen mit sich. Da es aber sehr viele Studenten und viele mit einem Abschluss gibt, werden natürlich auch Studenten für Stellen eingesetzt, die eigentlich vorher nur mit niedrigeren Schulabschlussabsolventen besetzt wurden, da eben nur beschränkt höherqualifizierte Stellen zur Verfügung stehen und nicht jeder sofort hoch einsteigen kann. Vielleicht muss man erst mal Abstriche machen.

Ob's das wert ist, muss jeder für sich selbst wissen.
 

Benutzer44981 

Planet-Liebe Berühmtheit
Deshalb "Generation Praktikum". Man will halt keine Zeit vergeuden mit der falschen Berufs-/Studienwahl und guckt erst mal, was tatsächlich passt.
Bei der "Generation Praktikum" geht es doch nicht um irgendwelche "Orientierungspraktika" während der Schulzeit, als Hilfe bei der Entscheidung für die richtige Ausbildung, oder das richtige Studium, sondern darum, dass Leute mit abgeschlossenem Studium (meistens "irgendwas mit Medien") als Praktikanten ausgebeutet werden, anstatt einen richtigen Job mit angemessener Bezahlung zu bekommen.
 

Benutzer123649 

Planet-Liebe ist Startseite
Dann hatte ich die Begrifflichkeit falsch verstanden :winkwink:
Bei der "Generation Praktikum" geht es doch nicht um irgendwelche "Orientierungspraktika" während der Schulzeit, als Hilfe bei der Entscheidung für die richtige Ausbildung, oder das richtige Studium, sondern darum, dass Leute mit abgeschlossenem Studium (meistens "irgendwas mit Medien") als Praktikanten ausgebeutet werden, anstatt einen richtigen Job mit angemessener Bezahlung zu bekommen.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Was ein Studium heute noch wert ist, vermag ich nicht zu beurteilen, daher kenne ich die Gesamtsituation zu wenig.
Bei den meisten Dingen ist es aber doch so, dass etwas mehr "wert" ist, wenn es wenige Leute besitzen, weil es schwer zu erreichen ist. Je mehr Leute studieren und Abi haben, desto weniger ist es also wert.

Als ich Abitur machte, haben mir auch diverse Leute geraten, doch erst eine Ausbildung zu machen. Das habe ich nicht gewollt, schon allein, weil ich mich nicht auf einen bestimmten Beruf beschränken wollte, was bei einer Ausbildung ja meistens der Fall ist.
Bis jetzt bereue ich es zumindest nicht: die Leute an der Uni, die zuerst eine Ausbildung gemacht haben, sich teilweise (allein wegen ihres Alters) unter enormen (Zeit)druck. Ich bin dagegen total froh, dass ich noch so jung bin, dass ich auch noch jung sein werde, wenn ich mein Studium abschließe. Ob das in der Arbeitswelt unbedingt ein Vorteil ist, keine Ahnung, vermutlich eher nicht.
 

Benutzer53125 

Verbringt hier viel Zeit
Ich persönlich möchte einfach meine Studentenzeit nicht missen, da ich sie als wichtigen Teil meiner individuellen Entwicklung betrachte.

Das hört sich so an, als hättest du vor der Bachelor/Master-Zeit studiert?! Denn dazu passt der Kommentar tatsächlich. Ansonsten wärest du eine seltene Ausnahme. Bei dem Spießrutenlauf, dem seitdem das "Studium" ähnelt, kann von Persönlichkeitsentwicklung nicht mehr die Rede sein - bzw. nur in negativem Sinn! Wir stehen in der Gefahr, flächendeckend und ohne Verschulden der Betroffenen eine Akademikerschaft von Schülermentalität herzustellen.

Ich kann nur von den Studiengängen meiner Fakultät sprechen, weil ich da die Zahlen im Kopf habe, aber da steigt nur die Anzahl der Studienbeginner. Die Zahl der Absolventen ist bei uns leicht rückläufig.

Sehr richtige Beobachtung...

Dass das Bachelor/Master-System überhaupt noch da ist, liegt an drei Dingen:
1) Die aus den alten Studiengängen waren froh, diesem Mist nicht ausgesetzt zu sein und haben zugesehen, dass sie noch vor endgültiger Abschaffung von Diplom/Magister/Staatsexamen unter vernünftigen Bedingungen ihr Studium beendeten. (Infamerweise haben sich auch einige "Studierstätten" einfallen lassen, diese Abschlüsse bezeichnungsweise wieder einzuführen - aber ohne die früheren Studienverhältnisse!)
2) Die Neuen hatten natürlich überhaupt keine Wahl und haben sich an der Uni in Unkenntnis vernünftiger Studienverhältnisse (die wir bundesweit hatten) über nichts gewundert. Wie auch? Es war eben so...
3) Politiker haben von wissenschaftlichen Qualitäten entweder keine Ahnung - oder wollen sie ganz bewusst nicht.
 
R

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Gast
Off-Topic:
Das hört sich so an, als hättest du vor der Bachelor/Master-Zeit studiert?!
Ja, habe ich.

Denn dazu passt der Kommentar tatsächlich. Ansonsten wärest du eine seltene Ausnahme. Bei dem Spießrutenlauf, dem seitdem das "Studium" ähnelt, kann von Persönlichkeitsentwicklung nicht mehr die Rede sein - bzw. nur in negativem Sinn! Wir stehen in der Gefahr, flächendeckend und ohne Verschulden der Betroffenen eine Akademikerschaft von Schülermentalität herzustellen.
Ich weiß, das habe ich leider auch schon bei Bekannten und Mitbewohnern mitbekommen und bin daher froh, dass es bei mir noch anders war.
 

Benutzer18889 

Beiträge füllen Bücher
Ich studiere im BA/MA-System (BA fertig, MA in Arbeit) und empfinde das als überhaupt nicht verschult oder seltsam. Wir hatten im BA schon viele Freiheiten, was die Kurswahl anging. Wer es ruhiger angehen lassen wollte, konnte auch ein Jahr dranhängen und so eben mal eine Prüfung schieben. Auch, ob man Statistik, was vielen Angst macht, lieber am Anfang oder am Ende wählt, war jedem selbst überlassen. Wichtig war, dass alle Pflichtprüfungen absolviert wurden und man die 180 CP erreichte, aber in gewissen Bereichen konnte man die ziemlich frei zusammen stellen, je nach Interessenlage.

Ich war während des Bachelors auch mehrfach im Urlaub und hätte rein zeitlich betrachtet jede Semesterferien 6-8 Wochen verreisen können. Passte nur finanziell nicht ganz. :grin: Nötige Hausarbeiten kann man doch sofort schreiben und dann die Ferien über urlauben.


Meiner Ansicht nach ist eine solide Ausbildung besser als Studiengaenge, die an sich brotlos und ueberfluessig sind (Sozialpaedagogik, Soziologie, Philosophie usw). Um Behinderte und Kinder zu bespassen, muss man nicht studieren und um als Bibliothekar zu arbeiten, muss man eigentlich nicht mal lesen koennen.

Off-Topic:
Na da kannst du ja gern mal auf meiner Arbeit erscheinen und die Arbeit der Sozialpädagogen übernehmen. Bin gespannt, was daraus wird.
 

Benutzer116134 

Planet-Liebe Berühmtheit
Das hört sich so an, als hättest du vor der Bachelor/Master-Zeit studiert?! Denn dazu passt der Kommentar tatsächlich. Ansonsten wärest du eine seltene Ausnahme. [...]Wir stehen in der Gefahr, flächendeckend und ohne Verschulden der Betroffenen eine Akademikerschaft von Schülermentalität herzustellen.
Ist bei uns null so. Von anderen Fächern habe ich das zwar auch gehört, zB dass die Stundenpläne vorgeschrieben sind oder Ähnliches (vor allem bei Jura, Biologie, Medizin und dualen Studiengängen), aber bei uns ist es auch schon im Bachelor ziemlich wenig verschult- es gibt 8 Pflichtmodule, die anderen kann man aus über 100 Modulen wählen, Reihenfolge beliebig. Vielleicht gibt es eine Tendenz zu einer Verschulung der Unis, aber das ist wohl fakultäts- und uniabhängig.
 

Benutzer64981  (33)

Meistens hier zu finden
Ich fände es besser, wenn man sein Abitur beendet hat, sollte man erst mal eine berufliche Ausbildung gemacht haben. Damit man was in der Tasche hat, falls das Studium nichts wird.
Aber auch, damit man praktische Erfahrung sammelt. Was nützt es dir, wenn du 100% theoretisches Wissen hast, aber von der praktischen Arbeit, null ahnung hast.
Es wird sicherlich, solche ähnlichen praktiken, wahrscheinlich bereits geben.
Aber ein Beispiel. Warum, soll ein 50 jähriger Arbeiter auf einer Baustelle, auf eine 28 jährige hören, die praktisch null Erfahrung hat? Die vielleicht gerade mit dem Studium fertig wurde.
Bei Bewergungen, steht allerdings, noch, ein höherer Bildungsabschluß im Vordergrund. Wenn ich die Anzeigen auch vieler Handwerksbetriebe sehe.
Genauso gut, könnte man Fragen: Was ist ein Hauptschulabschluß noch Wert?

Ich sehe es ähnlich, wobei ich die berufliche Ausbildung dem Studium nur in gewissen Bereichen tatsächlich vorziehen würde. Und, wie H huhngesicht es ansatzweise richtig argumentiert hat: Man muss eigentlich nicht viel können, um Kinder zu bespaßen, außer Empathie zu besitzen, Einfühlsam sein und noch so einige tausend andere Eigenschaften mitbringen. Die hat man und baut sie in der Ausbildung aus (die im besten Fall berufsbegleitend ist, die 5 Jahre Erzieherausbildung von 'früher' war ja gruselig!) oder man lernt sie erst in der Ausbildung. :zwinker: ETWAS Theorie benötigt man doch, will man aufsteigen benötigt man eben das Studium. Aufstieg ist in diesem Bereich aber auch relativ, am Gehalt gemessen.
Genau so sehe ich es aber auch für viele handwerkliche Berufe, da würde ich eine Ausbildung jeglichem Studium vorziehen. In meiner Familie hat vor wenigen Jahren noch jemand Steinmetz gelernt, kam dazu wie Maria zum Kind und ist sehr glücklich mit seiner Entscheidung, diesen Weg zu gehen.
Es kommt schlichtweg auf das Ziel am Ende an...

Im Übrigen bestätigt im Bereich 'Hauptschulabschluss' die Praxis leider zu oft den Ruf... wobei das natürlich der Mensch und nicht der Schulabschluss ist. Aber wen bockt schon der Mensch, der hat sich schließlich zu beweisen gegenüber den ganzen Anderen... survival of the fittest und so :frown:

Off-Topic:
M Maria88 Wie wahr! :zwinker:
 
T

Benutzer

Gast
Was den Fachkräftemangel angeht so gibt es die Theorie, dass dieser nur erfunden ist. Das Ziel ist, immer mehr Leute anzulocken, ergo immer mehr Absolventen, ergo mehr Bewerber auf eine Stelle
->
Gehälter können herunter gefahren werden, da noch ein Haufen anderer Leute auf eine Anstellung warten.
 

Benutzer53125 

Verbringt hier viel Zeit
Wichtig war, dass alle Pflichtprüfungen absolviert wurden und man die 180 CP erreichte,...
Das ist es doch schon: Die ganze Denkweise von "180 CP" passt doch überhaupt nicht zu einem wissenschaftlichen Studium, aber das merkt einfach gar keiner mehr... Häufig geistert dann die Frage herum, wie man die 180 Punkte voll bekommt: "Wie viele Punkte muss ich denn noch?". Und nicht, wenn ein Angebot eines Faches genügend ausgeschöpft ist, ist das Studium zu Ende, sondern wenn man 180 Punkte hat. Dann hat man seinen "Abschluss":grin:

Da muss z.B. aus einem Pool etwas gewählt werden (um einen Sektor "abzudecken") , und wenn einen noch eine zweite Sache daraus interessieren würde, so lässt man das dennoch sein, weil es "nicht mehr zählen würde".

Es mag schon sein, dass das Ausmaß des Unfugs nach Fächern unterschiedlich ist (wie auch reed in ihrem Beitrag vermutet). Aber es sollte mich wundern, wenn der absurde Sprachgebrauch und das "Punktedenken" nicht allgemein üblich geworden wäre. Das ist es ja eben: Leute,. die nichts anderes kennen, halten es für normal...

In naturwissenschaftlichen Fächern, vor allem auch in Mathematik und Informatik, ist Ba/Ma sicherlich destruktiver als in Fächern der Philosophischen Fakultät, denke ich.
 

Benutzer147572 

Verbringt hier viel Zeit
Ein Studium nützt nur, wenn ich später damit was anfangen kann. Germanisten und Philosophen gab es schon immer mehr als genug, ebenso Kunstgeschichte etc. Da muss man dann schon viel Glück haben, um später damit was anfangen zu können, aber das war schon immer so. Ansonsten kann man mit einer soliden Ausbildung auch sehr weit kommen, vor allem, wenn man selbständig sein will. Im Angestelltenverhältnis wird aber heute ab einer gewissen Position ein akademischer Ausbildungsgang oft zur Bedingung.
Ich habe mein Studium noch vor der Bachelor Horrorstudienzeit absolvieren dürfen. Heute möchte ich mit keinem von euch Studies tauschen müssen und ihr habt alle ehrlich meinen Respekt, dass ihr euch den Stress "antut":anbeten:
 
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