Was ist aus dem Volk der Denker geworden?

Benutzer15054 

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Servus,

langsam Frag ich mich Ernsthaft was aus Deutschland wird. Von mehreren Leuten die ich kenne, die an verschieden Unis/FHs studieren, hör ich fast immer das selbe. Und zwar wird der "Andrang" auf technische Studienfächer immer weniger.
Bei meinem Kumpel an der Uni war letzte Woche tag der offenen Tür. Von über 3500 Leuten haben sich grad mal 20 fürn Studiengang Elektrotechnik interessiert, aber fürn Sozial*irgendwas warns allein 1200 Leute.
Bei uns an der FH warens auch ähnliche Werte.
Andere Leute die ich kenne bestätigen alle samt auch diese Entwicklung.

Wer soll bitte Deutschland technisch nach vorne bringen, wer soll noch was entwickeln, wie Grundig und Co.

Wenn das so weitergeht wird Deutschland noch ein sozialbescheuertes Land. Ist doch blos noch verrückt.
Ich sehs ja schon an jüngeren die ich kenne...da wird eigentlich keine Zeit mehr damit verbracht das Mofa zu frisieren, Fahrräder zu richten, irgendwelche Sachen aus Holz basteln. Nur noch PC, Console und solche Medien sind in...ist echt traurig.

Schildert mal euren Eindruck von dem ganzen.

Ist das nicht überall so? Der Anfang des 21. Jh. ist nunmal das des Internets, der Hochleistungsrechner und des Kulturalismus. Außerdem habe wir es seit Ende des 20. Jh. mit einer neuartigen Weise der Massenrationalisierung und -technisierung zu tun. Richtige Erfindungen wie im 19. Jh. gibt es heute nicht mehr, weil alles entweder nur noch von Rechnern erledigt wird oder zu teuer ist und sich nicht rentiert. Letztens hieß es in den Nachrichten, dass in der Pharmaindustrie mehr Geld für Werbung als für Forschung ausgegeben wird. Ähnliches siehst du in der Medienlandschaft: Es wird kaum noch etwas wirklich Neues gebracht, sondern nur noch kopiert, alter Wein in neue Schläuche gegossen etc.. Warum? Weil es den Medien zu teuer geworden ist, langfristig zu investieren. Heute geht es nur noch darum, möglichst schnell und billig zu produzieren, egal ob der Sinn darunter leidet.
 

Benutzer16100 

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Also mal ganz ehrlich- ich bin Sozialpädagogin und ich habe nicht das Gefühl wenig zu denken :ratlos:

Die Arbeit mit Menschen, die Begleitung von Menschen in schwierigen Lebensphasen ist eine (wie ich finde) sehr anspruchsvolle Arbeit, die aber auch sehr viel geben kann.

Ich finde es absolut falsch in diesem Zusammenhang zu werten und sich abfällig über soziale Berufe zu äußern, das erlernen und ausüben dieser erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen, Toleranz, Umdenken und so weiter... ich würde es vermeiden hier eins über das andere zu stellen.

Es sind einfach grundverschiedene Dinge, ob ich ein neues Auto entwickle oder einen sterbenden Menschen begleite...

Aber all diese Dinge erfordern Einsatz, Freude, Visionen (?), Träume und Ehrgeiz....

Deswegen stelle ich keinen Beruf über einen anderen.... was bitte ist zum Beispiel "Vodoo" daran, alte und kranke Menschen zu begleiten, Kindern in ihrer Entwicklung zu fördern, Kranke zu pflegen?

Ich finde das alles zeugt von Menschlichkeit und dem Drang, anderen Menschen nahe zu sein, weil sie es sind, die mein Leben schön machen, winzige Augenblicke, ein Lächeln, ein kleiner "Erfolg", wenn es jmd, besser geht oder ich einem sterbenden noch einmal ein paar schöne Momente und Berührungen schenken konnte....

Ich bewundere Menschen, die in ihrem Beruf aufgehen, sich wieder finden, Energie daraus ziehen.. und da ist es mir vollkommen egal, ob jemand einen neuen Motor entwickelt der weniger Treibstoff verbraucht oder mit Kleinkindern puzzelt oder alte Menschen betreut.

Punkt. Ich finde es höchst ansehnlich wenn in einer Gesellschaft der "soziale Bereich" ausgearbeitet und ausgeweitet wird.
 

Benutzer53832 

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Ich habe gestern meiner Freundin bei ihrer Onlinevorlesung Personalmanagement gelauscht und zufälliger weise gab es dort die Antwort auf Deine Frage.
Das Problem ist hausgemacht.
Durch massenhafte Entlassungen in den 90er Jahren in eben diesen Bereichen hat man die Attraktivität dieser Studienrichtungen rapide nach unten gesenkt.

Es ist das Ergebnis einer kurzsichtigen Personalplanung.
Das was man meinte einzusparen, wird man später bei entsprechendem Fachkräftemangel doppelt drauf zahlen.
Für umfangreiche Bewerbersuche, für entsprechende Werbung an den Hochschulen und last but not least beim Gehalt.

Die wirklichen Versager sitzen also mal wieder in den Führungsebenen.

Aber mal so nebenbei an den Threadstarter
Dein Bezug auf Das Land der Dichter und Denker ist erstens inhaltlich nicht korrekt, zweitens unpassend und drittens zeugt es von einer gewissen Arroganz.
 

Benutzer34514  (38)

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@klatschmohn

Ich will niemanden zu nahe Tretten, aber ich hab über die Jahre blos Leute aus sozialen Bereich kennengelernt die selber einen an der Klatsche hatte.

Bei einem Kumpel was extrem krass, blos weil er keine Beziehung mit ihr wollte wurde gleich analysiert...ja du bist schizofren und der gleichen. Ich hab die SMS selber gelesen, und sie hat mich damals auch damit zugetextet.

Und das war nicht die einzige Person ausm Sozialen Bereich. Seitdem mache ich einen sehr großen Bogen um diese Leute.

Soziale Bereich schön und gut, aber es müssen neue Techologien her, sonst geht die Welt schön sozial zum Teufel. Und es ist schon 5 nach 12.

@spätzünder
Es müssen neue Techologien kommen. Wie soll man sonst die Energieprobleme etc. geregelt bekommen.
Leider hast du recht, es wird alles nur neu Aufgegossen und Neu Verpackt, damit man wieder Kohle abgreifen kann. Deshalb hab ich ehrlich gesagt wenig Lust als Ing. irgendwo zu arbeiten.

Rechner und Zukunft. Schön und gut, aber wieviele der jugendlichen machen was anderes ausser nach der Schule zig Stunden zu zocken.

Und Fachkräftemangel...da schreib ich den Firmen auch einen grossen Teil der Schuld zu. Die wolln die Eierlegende Wollmilchsau wies einer meiner Profs immer ausdrückte. Ein Bekannter ist fertiger Dipl Ing TU Elektrotechnik. Eine Firma hat ihm sage und schreibe 30000 Brutto im Jahr geboten und das in einer Grossstadt. Das sind etwa 2.5 Brutto, hälfte weg an Steuern. Dann bleiben einen grad mal 1.2 zum leben. Mieten in Großstädten sind auch nicht grad wenig.

Weil hier das 3.Reich genannt wurde.
Technisch gesehen ist da viel passiert. Die Amys und die Russen hätten heut wahrscheinlich noch keine Rakete im All, wenn Braun nicht damals an der V2 gearbeitet hätte. Nurfügeltechnik des B2 Bombers der Amis...sieht sehr ähnlich den damaligen deutschen Entwürfen. Genauso mit Atombomben, wenn die damals nicht rumgebastelt hätten, wäre vll nie Atomstrom erforscht worden. Sonar Radar Düsentriebwerke Heli`s usw.
Gut was im 3. Reich mit den Leuten passiert ist, ist unentschuldbar, schrecklich und darf sich nicht wiederhohlen das ist klar! Genauso der Abwurf der Atombomben in Japan war einfach bloser MIST!
Aber vieles von dem was entwickelt wurde, hilft heute vielen Menschen. Rettungsheli Flugsicherheit durch Radar etc.

Leider haben neue Techologien auch zwei Seiten. Friedliche Nutzung oder militärische...

@Novalis: Wie meinst du das?
 

Benutzer80676 

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Ja aber durch Dichter kommen wohl keine neuen Technologien Zustande. Woher soll die zukünfige Stromversorgung kommen, Mobilität etc. Es gibt genug Probleme, die wohl nicht durch Gedichte zu lösen sind.
Tja das mag sein, aber mit dem geflügelten Wort "Land der Dichter und Denker", sind nun mal mehr Philosophen, Dichter und Musiker gemeint.
Abgesehen davon würde hier heute wohl überhaupt nicht geforscht werden, hätten Philosophen nicht das humanistische Grundgerüst dafür geschaffen. So Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind wie "Die Würde des Menschen ist unantastbar" müssen eben auch erst mal erdacht und verbreitet werden.
 

Benutzer11128 

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Technischer Fortschritt geht immer Hand in Hand mit soziologischem Fortschritt. Das eine kann auf Dauer nicht ohne das andere bestehen.

Ansonsten hätten wir ein Land auf der Erde, das "technokratisch" leben würde und schon längst die Führungsposition übernommen hätte.

Nur ... solange es Menschen gibt, wird das nicht funktionieren.

Ich denke, dass wir in Deutschland das immer schon im Gleichgewicht gehalten haben (von einigen "dunklen" Kapiteln mal abgesehen) und auch deshalb immer gut überlebt haben.
 

Benutzer16100 

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Du solltest, ganz ehrlich, mal die Schublade zu machen und nicht alle Leute in einen Topf werfen....
 

Benutzer34514  (38)

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Du solltest, ganz ehrlich, mal die Schublade zu machen und nicht alle Leute in einen Topf werfen....

Ich weis sollte man nicht.
Aber für die Solzialen ist der Schub schon zu, da kann keiner mehr was ändern.
Wie für so einige andere Gruppen auch...
 

Benutzer73935 

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Das Problem liegt sicher nicht nur da. Wieviele Deutsche werden z.B. Bauarbeiter? Und ich meine "echte" Deutsche.
Fast keiner.
Also bald ein Volk das nur noch Dichter hat? Keine Denker, keine Bauarbeiter mehr?
 

Benutzer16100 

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Ich weis sollte man nicht.
Aber für die Solzialen ist der Schub schon zu, da kann keiner mehr was ändern.
Wie für so einige andere Gruppen auch...

Sorry, aber wenn ich so was lese muss ich echt zweimal schlucken und tief durchatmen..... wie kommst du auf so was( um meine momentanen Gedankengänge und Gefühlsregungen mal harmlos auszudrücken)?

Menschen wie du sorgen dafür, dass es überhaupt Schubladen gibt. Aber okay, dann stellen wir uns eben alle in die Ecke und warten was passiert mit und in diesem Land. So was ignorantes habe ich lange nicht gehört, sorry. Und an dieser Stelle schließe ich wohl lieber meinen Beitrag ab. Ich kann es absolut nicht leiden, wenn von ein paar einzelnen gleich auf alle geschlossen wird.
 

Benutzer80800 

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Ich weis sollte man nicht.
Aber für die Solzialen ist der Schub schon zu, da kann keiner mehr was ändern.
Wie für so einige andere Gruppen auch...

Und genau wegen so etwas brauchen wir die Geistes- und Sozialwissenschaften. Irgendwer muss die Leute ja zum differenzierten Denken erziehen. (Nicht, dass Techniker, etc. so etwas nicht könnten, aber "Hauptamtliche" sind natürlich wertvoll).
 
S

Benutzer

Gast
Ich weis sollte man nicht.
Aber für die Solzialen ist der Schub schon zu, da kann keiner mehr was ändern.
Wie für so einige andere Gruppen auch...

Und DU willst die Welt retten? Lern erstmal, richtig zu schreiben!

Edit: "Total fehl am Platz?" Wenigstens bin ich keine kleine Heulsuse, die lieber anonym negative Kommentare reindrückt!
 

Benutzer72934 

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Es war ja auch das Land der Dichter und Denker :grin:

Ist es noch, es gibt ja mich (studiere Literatur (=> Dichter) und Philosophie (=> Denker) :tongue: ).


Technischer Fortschritt geht immer Hand in Hand mit soziologischem Fortschritt. Das eine kann auf Dauer nicht ohne das andere bestehen.

Danke, genau das habe ich auch sagen wollen.

Natürlich sind technische Berufe wichtig. Die Technologie wird mit Sicherheit nicht stagnieren, sondern sich weiter entwickeln, sich den Bedürfnissen der Menschen weiter anpassen wie es immer war. Und irgendwer muss eben dafür sorgen, dass das bereits entwickelte Wissen nicht vergessen wird sondern sich weiterentwickelt.
Aber parallel dazu muss sich auch die Sozialität weiterentwickeln. Was nutzt es uns, wenn 50% der Menschen erfolgreich in ihren technischen Berufen sind, aber die restlichen 50% arbeitslos unter der Brücke schlafen weil es nicht genug Arbeitsplätze für Ingenieure gibt oder im Gefängnis sitzen, weil sie keine soziale Betreuung hatten oder sonst was...
Ein Gleichgewicht muss vorliegen, wenn es nur noch soziale Berufe gibt stagniert der Fortschritt, wenn es nur noch technische Berufe gibt würde sich die Welt geistig und sozial zurück entwickeln.

An meiner Uni überwiegen übrigens die Studenten der technischen Bereiche. Dem technischen Fortschritt steht also nichts entgegen ;-).
 

Benutzer20202 

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Durch massenhafte Entlassungen in den 90er Jahren in eben diesen Bereichen hat man die Attraktivität dieser Studienrichtungen rapide nach unten gesenkt.
Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Grund, aber nicht der einizige. Ich sehe da ebefalls auch ein gesellschaftliches Problem dahinter.

Zum einen habe ich den Eindruck dass es in der jüngeren Generation tatsächlich an kreative Leuten fehlt, "Machern", Leuten die selbst etwas erschaffen wollen. Der einsame Wolf beschreibt dies mit MoFa frisieren. Habe ich nie gemacht, halte ich für dumm und scheißgefährlich. Aber wo sind die Kids, die schon einmal einen Lötkolben in der Hand gehabt haben und irgendeine Schaltung zusammengebastelt haben? Das Beispiel PC ist auch interessant. Auch zu meiner Zeit gab es schon Computerspiele und auch meine Generation hat damit ziemlich viel Zeit verbracht. Aber die allermeisten beherrschten auch mindestens eine Programmiersprache. Ich habe den Eindruck das ist heute bei weitem nicht mehr so. Man ist viel stärker zum weitgehend passiven Konsum übergegangen, der schöpferische Anteil hat nachgelassen. Das ist jedenfalls mein Eindruck aus der Ferne, ich muss zugeben dass im Verwandten- und Bekanntenkreis keine Jugendlichen im relevanten Alter sind.

Als zweites sehe ich in den Studiengebühren und der generell schwierigen finanziellen Lage von Studenten ein Problem. Bei Elektrotechnik und ich denke auch anderen technischen Studiengängen ist der Anteil derjenigen, die aus "einfachen" Verhältnissen kommen höher als in anderen Studiengängen. Kinder aus Akademikerfamilien landen eher bei klassischen Fächern wie Jura oder Medizin. Daher vermute ich, dass Studiengebühren in technischen Studiengängen einen höheren Abschreckungseffekt haben als in anderen Fächern.

Stichwort Image: Man hat oft den Eindruck, dass in der Durchschnittsbevökerung der Ingenieur geringer eingestuft wird als beispielsweise ein Mediziner oder ein Jurist. Vielleicht weil die besser gekleidet sind.

Thema Kohle: Dass es in E-Technik einen Fachkräftemangel gibt, heißt es schon viele Jahre, aber noch bis vor kurzem zeigten Gehaltstabellen, dass die Einstiegsgehälter bei BWLern und Juristen höher lagen, obwohl diese Fächer als einfacher gelten, keine Ahnung ob sie es sind. Will sagen, in anderen Studiengängen bekam man sein Geld deutlich einfacher.

Ein Gleichgewicht muss vorliegen, wenn es nur noch soziale Berufe gibt stagniert der Fortschritt,
Stagniert der Fortschritt? Das wäre nur das kleinere Problem. Aber irgendjemand muss doch auch etwas PRODUZIEREN. Ich sehe durchaus die Gefahr, dass Deutschland irgendwann einmal nichts mehr erwirtschaftet, weil jeder nur noch handeln, verwalten, beraten etc. will ohne dass wirklich etwas an Arbeitsleistung erbracht wird.
 

Benutzer53832 

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Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Grund, aber nicht der einizige. Ich sehe da ebefalls auch ein gesellschaftliches Problem dahinter.

Man ist viel stärker zum weitgehend passiven Konsum übergegangen, der schöpferische Anteil hat nachgelassen.

Auch richtig. Aber die Ursachen sind enorm vielfältig und werden wahrscheinlich erst in den Geschichtsbüchern über unsere Zeit wirklich erkannt werden.

Unabhängig davon denke ich, daß man nicht vergessen darf, daß Deutschland nicht ohne Grund über Jahrhunderte hinweg ein überaus starker Wirtschaftsraum ist.
Deutsche Arbeitskraft war schon immer gefragter.
Um ein historisches Beispiel aus geschichtlicher Ferne zu wählen, das hohe Interesse osteuropäischer Staatsoberhäupter die die Ansiedlung von Deutschen förderten.
Nicht umsonst gab es die Wolgadeutschen, die Siebenbürgener Sachsen und so weiter.

Diese Erfolgsgeschichte ist auch eine Geschichte deutscher Werte und Tugenden die eben nicht jede Nation mit uns teilt.
Nur solange wir diese Werte haben - und ich sehe sie enorm schwinden - können wir unseren Status aufrecht erhalten.
 

Benutzer72934 

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Stagniert der Fortschritt? Das wäre nur das kleinere Problem. Aber irgendjemand muss doch auch etwas PRODUZIEREN. Ich sehe durchaus die Gefahr, dass Deutschland irgendwann einmal nichts mehr erwirtschaftet, weil jeder nur noch handeln, verwalten, beraten etc. will ohne dass wirklich etwas an Arbeitsleistung erbracht wird.

Ich sehe einen stagnierenden Fortschritt nicht als kleines Problem. Fortschritt ist auch eine Art von Handel. Selbst wenn in Deutschland weiter erwirtschaftet wird, aber nichts mehr weiterentwickelt, wer will denn dann noch das Zeug kaufen, das hier erwirtschaftet wird? Wer will denn dann die Lebensmittel kaufen die wegen veralteter Anbaumethoden überteuert sind, wer will denn dann Güter, die auf Kosten der Umwelt produziert würden?
Natürlich ist die Produktion wichtig, aber wie ich schon schrieb muss ein Gleichgewicht gegeben sein. In jeden Bereichen!
Würde die Welt nur aus Muskelprotzen ohne Hirn bestehen wären wir nicht da wo wir heute sind. Aber das wären wir auch nicht, wenn sie aus lauter schwächlichen Intellektuellen bestehen würde.
 

Benutzer42415 

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Wenn das so weitergeht wird Deutschland noch ein sozialbescheuertes Land. [...]...da wird eigentlich keine Zeit mehr damit verbracht das Mofa zu frisieren
hat irgendjemand den gleichen gedankengang?:

volk der dichter
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und denker
SchrauberRalf_02.JPG
 

Benutzer33504 

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Thema Kohle: Dass es in E-Technik einen Fachkräftemangel gibt, heißt es schon viele Jahre, aber noch bis vor kurzem zeigten Gehaltstabellen, dass die Einstiegsgehälter bei BWLern und Juristen höher lagen, obwohl diese Fächer als einfacher gelten, keine Ahnung ob sie es sind. Will sagen, in anderen Studiengängen bekam man sein Geld deutlich einfacher.
Das empfinde ich als das grosse Problem. Man sollte endlich anfangen, die kreativen Köpfe wieder angemessen zu bezahlen. Es muss letztlich auch ein Anreiz für die Mühen da sein. Ansonsten streben halt auch potentielle Kandidaten eines derartiges Faches den bequemeren Weg an, statt sich durch ein anspruchsvolles Studium kämpfen zu müssen, vor allem wenn am Ende die Bezahlung ähnlich oder sogar besser ist. Und ja, im Vergleich zu einem technischen Studium ist BWL ein Kindergartenstudium..
 

Benutzer34514  (38)

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Zum einen habe ich den Eindruck dass es in der jüngeren Generation tatsächlich an kreative Leuten fehlt, "Machern", Leuten die selbst etwas erschaffen wollen. Der einsame Wolf beschreibt dies mit MoFa frisieren. Habe ich nie gemacht, halte ich für dumm und scheißgefährlich. Aber wo sind die Kids, die schon einmal einen Lötkolben in der Hand gehabt haben und irgendeine Schaltung zusammengebastelt haben? Das Beispiel PC ist auch interessant. Auch zu meiner Zeit gab es schon Computerspiele und auch meine Generation hat damit ziemlich viel Zeit verbracht. Aber die allermeisten beherrschten auch mindestens eine Programmiersprache. Ich habe den Eindruck das ist heute bei weitem nicht mehr so. Man ist viel stärker zum weitgehend passiven Konsum übergegangen, der schöpferische Anteil hat nachgelassen. Das ist jedenfalls mein Eindruck aus der Ferne,...

Genau davon spreche ich...seis Mofa oder sonst was.
Irgendwelchen mist zu Proggen, ne simple Schaltung basteln, Dimmer, Blitzlampe oder sowas...
Ich selber war schon mit 6 Jahren bei meinem Opa in der Werkstatt mit und hab nonsens mit Holz angestellt. "Panzer" aus alten Kinderwagen und ner wasserfesten Dämmmatte um für die nächste Wasserschlacht gerüstet zu ein.

Als zweites sehe ich in den Studiengebühren und der generell schwierigen finanziellen Lage von Studenten ein Problem. Bei Elektrotechnik und ich denke auch anderen technischen Studiengängen ist der Anteil derjenigen, die aus "einfachen" Verhältnissen kommen höher als in anderen Studiengängen. Kinder aus Akademikerfamilien landen eher bei klassischen Fächern wie Jura oder Medizin. Daher vermute ich, dass Studiengebühren in technischen Studiengängen einen höheren Abschreckungseffekt haben als in anderen Fächern.

Auch ein großer Punkt. Überall wird der Fachkräftemangel zelibriert, aber gleichzeitig führt man Studiengebühren ein.
Ein Prof von uns hat gesagt, das es ihm schon selber aufgefallen ist in seinen letzten 20 Jahren, dass jede neue Generation Studenten ein wenig "blöder" ist als die nachfolgende...und den Schuh muss ich mir selber auch anziehen.

Stichwort Image: Man hat oft den Eindruck, dass in der Durchschnittsbevökerung der Ingenieur geringer eingestuft wird als beispielsweise ein Mediziner oder ein Jurist. Vielleicht weil die besser gekleidet sind.

Muss ich genauso zustimmen. Vorallem in der älteren Bev. noch sehr verbreitet. "Guten Tag Herr Dr."
Wenn ich dann sehe das viele Ärzte ihren Dr. vorm Staatsexamen haben, muss irgendwas falsch laufen. Wie lange braucht man denn in naturwissenschaftlichen Fächern. 5-10 Jahre je nach Fach.

Thema Kohle: Dass es in E-Technik einen Fachkräftemangel gibt, heißt es schon viele Jahre, aber noch bis vor kurzem zeigten Gehaltstabellen, dass die Einstiegsgehälter bei BWLern und Juristen höher lagen, obwohl diese Fächer als einfacher gelten, keine Ahnung ob sie es sind. Will sagen, in anderen Studiengängen bekam man sein Geld deutlich einfacher.

Muss ich auch zustimmen. Juristen haben ein durchschn. Einstiegsgehalt, wenn sie eine Stelle finden von 80t Brutto.

Stagniert der Fortschritt? Das wäre nur das kleinere Problem. Aber irgendjemand muss doch auch etwas PRODUZIEREN. Ich sehe durchaus die Gefahr, dass Deutschland irgendwann einmal nichts mehr erwirtschaftet, weil jeder nur noch handeln, verwalten, beraten etc. will ohne dass wirklich etwas an Arbeitsleistung erbracht wird.

Das wird aber wohl oder über die Zukunft sein. Und sind wir mal ehrlich wieviele Leute setzten beim Einkauf noch auf MADE IN GERMANY wenn den China Fernseh für 1/10 des Preises beim Aldi um die Ecke gibt? Nach der Garantie gibts an neuen mit vll neuen Features...wenn er kaputt geht.
Ich selber hab nach x- Abgedrehten und ruinierten Ratschen einen Sortiment von Hazet gekauft, und was ich da schon für Mist mit getrieben habe, ohne dass das Werkzeug hobs gegangen ist...

Und ja, im Vergleich zu einem technischen Studium ist BWL ein Kindergartenstudium..

Zustimm!!!
 
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