Was bedeutet "Emotional Abhängig" sein ?

Benutzer117125 

Sorgt für Gesprächsstoff
Hi ihr Lieben. Ich wüsste gerne von euch, was das genau bedeutet.

Beispielsweise ist mir meine Familie sehr wichtig, ohne sie könnte ich mir mein Leben nicht vorstellen ! Bin ich deswegen emotional abhängig?

Wenn ich meinen Partner niiiiemals verlieren will, und mir keinen anderen an meiner Seite vorstellen kann, mache ich mich dadurch emotional abhängig von ihm?

Ich hoffe ihr wisst was ich meine. Vielleicht kann mir das ja jemand gut erklären ... :smile:
 

Benutzer101233  (39)

Planet-Liebe Berühmtheit
Emotional abhängig bedeutet für mich immer, wenn ich jemanden liebe, das muss nicht nur der Partner sein. Auch die Mutter, ein Haustier, sein Auto :ratlos:...
 

Benutzer72433 

Planet-Liebe ist Startseite
das, was du da nennst - bezüglich familie und freund - bedeutet für mich emotional zugehörig. das ist etwas durchaus positives.

emotional abhängig ist es für mich, wenn die andere person sozusagen "verfügungsgewalt" über deine emotionen hat. wenn deine emotionen von der person abhängen eben, und das ist etwas negatives.

nehmen wir jetzt mal als beispiel du machst irgendwas, das du persönlich auch bei näherem drüber nachdenken als richtig empfindest. jetzt ist dein freund aber anderer meinung und macht dich deswegen runter. die "richtige" reaktion wäre jetzt irgendwas zwischen gleichgültigkeit und wut - wenn dich das stattdessen in heulanfälle und verzweiflung stürzt, du bereit bist zu sagen "ja, das war falsch" obwohl du es eigentlich besser weisst - und das nur, damit er dich wieder mag - das ist dann abhängig.
 

Benutzer116075 

Meistens hier zu finden
Ich sehe das ähnlich wie Nerver. :smile:

Seine Familie und seinen Freund niemals verlieren zu wollen, sich ein Leben ohne sie nicht vorstellen zu können, gehört für mich zur Liebe dazu. Da seh ich nichts negatives dran.

Als schwieriger empfinde ich es, wenn jemand keine eigene meinung hat bzw. vertreten kann, keine eigenen interessen, hobbies und vorschläge hat und sich da immer nach den eltern oder dem partner richtet.
Auch wenn jemand im Alltag nicht mal alleine sein kann (ein paar Tage ohne den partner zum bsp.) ohne ein riesentratra zu machen, seh ich das als schwierig für eine partnerschaft an. Klar, man vermisst den partner, aber es is kein drama, sich ein par tage nicht zu sehen, udn man kann den alltag alleine bewältigen.
Das wären so die dinge, die ich unter emotional abhängig verstehe.
 

Benutzer117125 

Sorgt für Gesprächsstoff
Dankeschön, ihr habt mir das wirklich super erklärt und die Beispiele haben sehr geholfen:smile:) !
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Off-Topic:
Du bist aber schnell zufriedenzustellen... das könnte ein mehrseitiger Thread werden, also mach ihn ruhig wieder auf. :zwinker:
Denke ich auch, das könnte sehr interessant werden. Aber ich will Dir, Milena, Deine Entscheidung, den Thread zu schließen, nicht einfach absprechen.
 

Benutzer117125 

Sorgt für Gesprächsstoff
Du bist aber schnell zufriedenzustellen... das könnte ein mehrseitiger Thread werden, also mach ihn ruhig wieder auf. :zwinker:

Hmm :rolleyes:
Ich hab Angst, dass ich als (emotional) abhängig gehalten werde, weil ich meine Gefühle zeige. Also, ich finde, es ist auf der einen Seite schlimm zu sagen, dass ich liebe/mag ! Denn so werde ich ja total klein, weil ich verletzbar bin und man so mit mir spielen kann bzw. man mich dann im "Griff" hat ! Also in der Art wie "Ach, die liebt/mag mich, die kommt eh wieder ...." - Das macht mich traurig :schuettel:

Ich zeige gerne Emotionen/Gefühle und rede gern.. Ich habe Spaß daran, mir für andere Menschen Mühe zu geben ! Diese Mühe und Zuvorkommenheit spüren die Leute, aber ich bekomme trotzdem soo oft einen Korb :rolleyes: (damit meine ich, dass mir niemand das zurück gibt, was ich denen gebe ... !)

Dann habe ich angefangen, mich zu distanzieren. Also, ich habe denen keinen Zucker mehr in den Pobbes geblasen und war nicht mehr so aktiv an denen interessiert. Und siehe da... plötzlich sind alle viel mehr auf mich eingegangen und wollten sehr viel mit mir unternehmen und haben mich zu allem und jedem eingeladen.

Ich verstehe nicht warum. Ich werde doch komplett ausgenutzt, weil ich denen einfach zeige, dass ich sie mag ! Und so kam ich auf die Idee, dass die eben irgendwie Bestätigung brauchen, also Abhängig sind von mir, weil ich denen immer zeig, dass sie mir etwas bedeuten .... :mad: Und wenn denen das fehlt, reagieren die prompt! Ich wiederrum bin dann ja auch Abhängig, weil ich immer wieder darauf eingehe ? Ich versteh das ganze selber nicht so ganz ! :schuettel:
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
Ich verstehe nicht warum. Ich werde doch komplett ausgenutzt, weil ich denen einfach zeige, dass ich sie mag
Und wenn denen das fehlt, reagieren die prompt! Ich versteh das ganze selber nicht so ganz !

Dann umgibst Du Dich mit den falschen Leuten.

Solche Menschen gibt es, ja, aber die sind nicht gut für einen selbst, die schießt man am Besten in den Wind.

--


Ich selbst sehe mich als durchaus emotional abhängig von den Leuten die mir wirklich viel wert sind, weils mir ohne diese Leute schlecht(er) ginge als mit ihnen. Insbesondere ist das beim Partner der Fall, ohne den es mir wirklich dreckig ginge, weil ich mein Herz an ihn gehängt habe. So.

Ich finde das aber nichts per se schlechtes, denn wenn man sich da die richtigen Leute aussucht, die sich dessen bewußt sind und behutsam mit einem umgehen, geht das ganz gut.

Ich finde das neuerdings populäre, ziemlich soziopathische Gebot "Nur von niemand emotional abhängig sein!" ehrlich gesagt relativ geisteskrank. Menschen sind nuneinmal soziale Wesen, unser Leben besteht aus Beziehungen, und Beziehungen haben immer Abhängigkeiten zur Konsequenz, ob wir es wollen oder nicht. Wer völlig unabhängig sein will, muß als Stylit in der Wüste hocken. Keine sehr gesunde Lebensweise.
 

Benutzer106548 

Team-Alumni
Ich denke, das Wort "Abhängigkeit" hat in unserem Sprachgebrauch einen zu negativen Touch bekommen. Ich bin der Meinung, dass es zwei Arten von Abhängigkeit gibt: die, die einem gut tut, und eben die, die einem schadet.
Ganz platt gesprochen: wir sind abhängig von Nahrung, Getränken, Atemluft usw. Schadet uns das? Nein, solange es ein vernünftiges Mass behält. Wie chelle völlig richtig sagt: wir Menschen sind auf Gedeih und Verderb von anderen Menschen abhängig. Von dem, was andere Menschen schaffen und von der sozialen Warte ebenfalls. Schadet uns das? Ebenfalls nicht.
Die Frage stellt sich für mich eher, an welchem Punkt eine soziale (die anderen sind ja hier nicht Thema) Abhängigkeit in eine schädliche übergeht.
Ich glaube, ein ganz gutes Beispiel hatten wir da heute noch in einem anderen Thread: nehme ich Übergewicht ab, damit mein Partner bei mir bleibt oder nehme ich ab, weil es mit gut tut (und als Sekundär-Folge mein Partner bei mir bleibt). Ersteres halte ich für "schlechte Abhängigkeit", letztere für eine Gute. Da es mir auch hilft und gut tut.
Ich glaube, ich könnte es für mich so definieren: schlechte Abhängigkeit beginnt da, wo ich anfange, Dinge zu tun oder zu lassen, nur damit ein oder mehrere Menschen bei mir bleiben. Dinge, die ich ohne dieses Gefühl des möglichen Verlassen-werdens nicht tun oder lassen würde.

Mark11
 

Benutzer100759 

Sehr bekannt hier
schlechte Abhängigkeit beginnt da, wo ich anfange, Dinge zu tun oder zu lassen, nur damit ein oder mehrere Menschen bei mir bleiben. Dinge, die ich ohne dieses Gefühl des möglichen Verlassen-werdens nicht tun oder lassen würde.

Auch da gehe ich nicht konform. Es gibt in einer Beziehung Dinge, bei denen man den inneren Schweinehund überwindet und auf den Partner, die Partnerin Rücksicht nimmt - und also Dinge tut oder eben unterläßt, die man als Single oder ohne das Gefühl "wenn ich da meinen Dickkopf durchsetze, kriselt es sicher" anders machen würde.

Das ist ganz normal, und noch nicht per se schlecht.
 

Benutzer91095 

Team-Alumni
Hmm :rolleyes:
Ich hab Angst, dass ich als (emotional) abhängig gehalten werde, weil ich meine Gefühle zeige. Also, ich finde, es ist auf der einen Seite schlimm zu sagen, dass ich liebe/mag ! Denn so werde ich ja total klein, weil ich verletzbar bin und man so mit mir spielen kann bzw. man mich dann im "Griff" hat ! Also in der Art wie "Ach, die liebt/mag mich, die kommt eh wieder ...." - Das macht mich traurig :schuettel:

Ich denke, du gehst schon hier einen falschen Weg. Gefühle zu zeigen macht dich nicht gleich schwach und verletzlich, und schon gar nicht macht es dich emotional abhängig, bloß weil du sie zeigst. Es kommt drauf an, wie du mit deinen Gefühlen umgehst, ob du so gehalten wirst oder nicht. Ob emotionale Abhängigkeit schlecht oder nicht schlecht ist, möchte ich nicht beurteilen. Ich denke aber doch, dass man sehr vorsichtig damit sein soll, von wem man sich abhängig macht, wenn man es denn tut. Wenn der Mensch es nicht wert ist, sollte man es wohl lieber lassen. So egoistisch sollte man sein. Und auch so reflektiert, dass man das wahrnehmen kann trotz aller Gefühle. Liebe soll mMn einem bzw. mehreren Menschen gut tun und sie nicht in den Abgrund stürzen.
 

Benutzer39497 

Sehr bekannt hier
In einer Partnerschaft ist es ganz normal, wie in anderen sozialen Beziehungen ebenfalls, dass die Beteiligten Einfluss aufeinander nehmen, sofern sie emotional involviert sind und nicht Gleichgültigkeit füreinander empfinden.

Man ist dazu geneigt dem anderen zu gefallen, Rücksicht zu nehmen und infolgedessen auch mal dem anderen zuliebe zurückzustecken oder vielleicht auch mal Dinge auszuprobieren, die man unter anderen Umständen ohne Partner an seiner Seite gar nicht erst in Erwägung ziehen würde.

Partnerschaft bedeutet nun mal Arbeit, hin und wieder auch mal zurückstecken und ggf. Kompromissbereitschaft. Man ist nicht mehr so frei in seinen Entscheidungen, wie das als Single der Fall war. Es ist ein gegenseitiges Spiel von Erwartungen, denn man erwartet im Gegenzug auch vom Partner, dass er zu gegebener Zeit mal Rücksicht nimmt, für einen zurücksteckt und sich Mühe gibt um einem zu gefallen.

Dieses gegenseitige Spiel der Erwartungen und Einflussnahme, welches die Partnerschaft am Leben hält, würde ich allerdings noch nicht als Abhängigkeit bezeichnen, selbst wenn die Bezeichnung, wenn auch nur im weitesten Sinne zutreffen mag, weil man seinen Partner liebt und folglich an ihm hängt.

Von Abhängigkeit würde ich aber trotzdem erst dann sprechen, wenn in einer Beziehung eine Schieflage ensteht. Wenn der eine deutlich mehr nimmt als er gibt und sich dadurch zum Nachteil des anderen Vorteile verschafft. Und dieser lässt dies bereitwillig mit sich machen, sei es weil er im Gegensatz zum anderen liebt bzw. klammert und dem anderen dadurch eine Macht über die eigene Person in die Hände gibt, die dieser gnadenlos ausnutzt. Oder wenn der eine auch bloss merkt, dass er, warum auch immer, vom Partner nicht loskommt, obwohl eine Trennung das Beste wäre, da die Partnerschft ihn unglücklich macht.

Kritisch wird es ab da, wo man nicht nur Kompromissbereitschaft oder den guten Willen zeigt und dem Partner zu liebe sich mal seinen Wünschen entsprechend verhält oder etwas ausprobiert, was man sonst vielleicht nicht getan hätte, sondern ab da, wo sich solche Verhaltensweisen verselbstständigen, man nicht mehr stopp sagen kann und deshalb das Gefühl hat nicht mehr Herr der Lage zu sein und sich infolgedessen zu Verhaltensweisen hinreissen lässt, die der eigenen Persönlichkeit, den inneren Überzeugungen zuwiderlaufen und die letztlich dafür sorgen, dass man sein Gesicht und seinen Selbstwert verliert und sich somit dem Partner und seinem Willen ausliefert.
 
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