Warum wollen alle immer nur so dünn sein ? O.o

Benutzer44072 

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Schonmal darueber nachgedacht, warum Modemacher Modemacher heissen?

Na, lass mich mal scharf überlegen und raten. *grübel*

:ichstehim Weil sie Kleidungstücke/Mode entwerfen/machen? Wäre ja eine Erklärung.

Hast Du Dir schon mal überlegt warum Modemacher nicht "Modediktatoren" und Werbeagenturen nicht "Propagandaministerium" heißen?
 

Benutzer29410 

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Wieso? Ich würde mich nicht wohl fühlen und es würde imho nicht gut aussehen. Das gilt für mich, nicht für andere. Und nein, ich habe nie so viel gewogen, weil ich es gar nicht hinkriege, so viel zuzunehmen. Ich hab mal durch eine (meine erste) Pille Wasser eingelagert, einige Kilos, damals war ich aber noch leichter und etwas kleiner (bin mit 18 noch was gewachsen) und habe innert kurzer Zeit 8 oder 10kg zugenommen. Und ich habe mich furchtbar gefühlt und nö, es hat nicht gut ausgesehen, nicht für meine Begriffe und nicht an MIR. Und auch der grössere Busen hat da nichts wettmachen können

Ausserdem hab ich doch geschrieben, dass es an MIR nicht gut aussehen würde und ICH MICH nicht wohlfühlen würde. Mit "andere herabsetzen" hat das nichts zu tun. (Edit, nein, ich sehe gerade, das habe ich nicht geschrieben. So war es aber gemeint. Ich habe ne Freundin, die ist etwas kleiner als ich und wiegt 15kg mehr - nen Unterschied sieht man überhaupt nicht. Daher meinte ich auch mehrfach: ich geb nix aufs Gewicht von anderen. Aber ich weiss, dass an mir 15kg mehr eben nicht gut aussehen würden)

Gut, dröseln wir deinen Spruch mal auf und ich erkläre dir, warum sich andere Leute dadurch auf den Schlips getreten fühlen könnten (gleiches gilt natürlich für Äußerrungen a`la "mit 15 Kilo weniger würde ich scheusslich aussehen").


Du hast gesagt, wobei du meine Gewichtsangaben zum Vorbild genommen hast:

"MNit 70 Kilo auf 1m73 würde ich mich nicht wohlfühlen."

Bezüglich der Kommunikation gibt es ein intererssantes Modell von Schulz von Thun, das "Modell der vier Ohren".


Nach dieser Theorie hat eine Aussage immer vier Ebenen: die Selbstoffenbarung des Senders, der Sachinhalt, die Beziehung zwischen Sender und Empfänger und den Appell.

Nehmen wir erstmal ein kleines Probebeispiel.


Mann und Frau sitzen im Auto, die Frau fährt. Der Mann sagt: "Da vorne ist grün!"

Sachinhalt: "Die Ampel steht auf grün."

(ab jetzt läuft die Kommunikation unbewusst ab))

Selbstoffenbarung des Senders: "Ich sehe, dass die Ampel grün ist und halte es für nötig, dich darauf aufmerksam zu machen damit du weiterfährst."

Beziehung zwischen Sender und Empfänger (wie es bei der Frau ankommt, die selber auch gesehen hat, das grün ist): "Ich traue dir nicht zu, dass du selber siehst dass da grün ist und weiterfährst, deswegen mache ich dich darauf aufmerksam."

Appell: "Du bist eine schlechte, unkonzentrierte Autofahrerin, verbessere deine Kompetenzen!"

Witzigerweise haben Studien ergeben, dass in der zwischenmenschlichen Kommunikation die Beziehungsebene entscheidend ist

Und zack, ist der Krach da. :smile:



Nehmen wir jetzt dein Beispiel.


Sachinhalt: Wenn ich 70 Kilo wiegen würde, würde ich mich nicht wohlfühlen.

(ab jetzt läuft die Kommunikation unbewusst ab)

Selbstoffenbarung des Senders: Ich bin gerne schlank und finde mich genau richtig.

Beziehung zwischen Sender und Empfänger (und jetzt kommen wir dazu wie es bei mir angekommen ist): Wenn ich bei deiner Größe soviel wiegen würde wie du, würde ich mich nicht wohlfühlen, du bist mir zu dick.

Appell (die versteckte Botschaft,vollkommen unbewusst gesendet und empfangen): Du bist zu dick, nimm ab!


Deswegen eckst du mit solchen Sprüchen an, und zwar gewaltig, obwohl es gar nicht "so gemeint" war. (und das glaube ich sogar)
 

Benutzer79932 

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Ich kenne das Modell und ich stimme dir zu und bin auch einverstanden, es kommt tatsächlich sehr draufan, an wen man das richtet.

Jetzt gilt aber exakt dasselbe auch im umgekehrten Fall für mich. Das will ja nur keiner hören :grin: Ich fühle mich doch ebenso angegriffen und "beleidigt" (wenn man so will), wenn man hier schreibt "wäh, 50kg ist ja viel zu wenig, sind ja nur noch Haut und Knochen". Ich schreibe ja auch nicht: igitt, 70kg ist ja viel zu viel, da hab ich ja nur noch Fett in der Hand - denn das ist schlicht und ergreifend Bullshit, genauso ist es aber Bullshit, zu behaupten, dass 50kg nur Haut und Knochen seien. Damit greift man mich auch an, wenn man so will, weil man mir anhand des Gewichts respektive - noch viel besser - des idiotischen BMIs unterstellt respektive einreden will, ich sei viel zu dünn. Das allein ginge ja sogar noch knapp. Kommen dann aber Unterstellungen von Magersucht & Co., dann hörts bei mir endgültig auf.

Das ist eben ein generelles Problem, das ich auch ganz zu Anfang schon erwähnt hatte: wenn es um "zu viel" (die Anführungszeichen schreibe ich bewusst) Gewicht geht, darf man nichts sagen. Aber bei "zu wenig" (dito) ist alles in Ordnung. Bei Kommentaren um "zu wenig" Gewicht kommt nahezu immer noch automatisch ein abwertender Kommentar daher, bei "zu viel" Gewicht nie (oder nur einer, der das verteidigt, eben etwas à la "Männer finden das ganz super" - was soll das?) Das finde ich nicht richtig. Würde jemand einfach anhand eines Bildes beurteilen: du bist mir zu dünn, dann ist das absolut akzeptabel und das verletzt in dem Sinne auch nicht. Schreibt aber jemand, u.U. gar ohne je ein Bild gesehen zu haben: was, du wiegst nur 50kg, iek, ist ja eklig, da ist ja nix mehr - nun ja, dann ist das schon ein Frontalangriff... Ich habe auch bei 55kg Brüste und Hintern, ja, nicht viel, aber da ist was da und nö, ich falle nicht vom Fleisch :grin:

Als nächstes Argument kommt jetzt dann wahrscheinlich: da ist jammern auf hohem Niveau :grin: Nein, finde ich nicht. Es ist doch eine Frage des eigenen Körpergefühls. Ich war immer mit mir zufrieden und habe mich nie als ZU dünn empfunden, trotzdem verletzen mich Sprüche in diese Richtung. Sie verletzten mich nicht so, dass ich was würde ändern wollen (könnte ich, wie gesagt, auch gar nicht), aber sie stechen trotzdem. Also ist der Effekt bei mir genau derselbe, wie wenn jemand sich verletzt fühlt, weil sein "hohes" (relativ!!!) Gewicht kommentiert wurde. Und das finde ich eigentlich nicht in Ordnung. Viele gehen sofort in Defensiv- oder wenns blöd kommt in Angriffshaltung, wenn sich jemand wie ich einklinkt, der alles von der anderen Seite her sieht (nicht du, sondern im Allgemeinen), dabei geht es mir eigentlich nur darum, aufzuzeigen, dass jeder Angriff dieser Art verletzend sein kann und auch bei einem selbstsicheren Menschen Zweifel auslösen können, die eigentlich gar nicht nötig wären...
 

Benutzer29410 

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Als nächstes Argument kommt jetzt dann wahrscheinlich: da ist jammern auf hohem Niveau

Nö, sage ich gar nicht. Ich denke, dass dein Körperbau einfach nicht so ideal ist, und du wahrscheinlich wirklich exakt auf dein niedriges Gewicht achten musst, um nicht unförmig auszusehen, wenn deine Freundin mit 15 Kilo mehr ähnlich aussieht wie du. Ich hatte Glück und kann mir so ein hohes Gewicht tatsächlich "leisten".


Da kann man nichts für, jeder hat die Gene mitgekriegt die er nunmal mitgekriegt hat und muss sich arrangieren. Auf meinen halbskandinavischen 1m83 verteilt sich nun mal alles ganz anders.

Aber du hast MEIN Gewicht aufgegriffen und ich wüsste nicht, wo ich dich irgendwo als klapprig oder eklig bezeichnet hätte. Deswegen war dein "Rache" Impuls wohl etwas fehlgeleitet.

So, und was noch dazu kommt: Essen ist nicht nur Essen. Mit Essen verbinden Menschen ganz doll viel, wie Liebe, Wärme, Zuneigung etc, das kommt noch aus Säuglingstagen und deswegen wird Essen oft auf als "Therapie" eingesetzt. Wenn jemand zu jemand anderem sagt: "Iss doch ein bisschen mehr du siehst so dünn aus" hat das ne ganz andere Botschaft als wenn jemand zu jemandem sagt: "Iss weniger, du bist fett". Der zu Dünne soll genährt und (unbewusst: mehr geliebt) werden, aufgrund seiner zerbrechlichen Statur machen sich Leute Sorgen um ihn und bringen ihm etwas. Der Fette soll sich disziplinieren, sich etwas versagen, ihm wird etwas weggenommen (unbewusst).

Deswegen kann man das - meiner Meinung nach - nicht unbedingt vergleichen. Ein Dicker, dem Nahrung (und Liebe quasi) entzogen wird, wird nicht das gleiche Mitgefühl für deine "Verletzungen" aufbringen, wie ein anderer Dünner.
 

Benutzer48909 

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Mit Essen verbinden Menschen ganz doll viel, wie Liebe, Wärme, Zuneigung etc, das kommt noch aus Säuglingstagen und deswegen wird Essen oft auf als "Therapie" eingesetzt.

Also für mich ist Essen nur essen. Ich verbinde damit nichts, mache das immer nebenbei beim Fernsehen oder so und hasse diese Essen mit 3 Gänge, wo man ewig am Tisch sitzen muss. Ich esse halt, weil ich Hunger habe, aber nicht weil ich damit irgendwas verbinde.


Wenn jemand zu jemand anderem sagt: "Iss doch ein bisschen mehr du siehst so dünn aus" hat das ne ganz andere Botschaft als wenn jemand zu jemandem sagt: "Iss weniger, du bist fett". Der zu Dünne soll genährt und (unbewusst: mehr geliebt) werden, aufgrund seiner zerbrechlichen Statur machen sich Leute Sorgen um ihn und bringen ihm etwas.

Mich nervt das einfach nur. Was geht andere an, wie viel und wann ich esse. Ich fühl mich durch solche Sätze kein bisschen geliebt oder so.
Also wenn Leute essen wirklich so sehen, das ist für mich echt merkwürdig. Essen ist für mich Nahrungsaufnahme, weil man sonst nicht überlebt. Nicht mehr und nicht weniger.
 

Benutzer29410 

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Also wenn Leute essen wirklich so sehen, das ist für mich echt merkwürdig. Essen ist für mich Nahrungsaufnahme, weil man sonst nicht überlebt. Nicht mehr und nicht weniger.

Das ist schön für dich, aber für viele Leute anders (Dicke und Dünne).

Es gibt Hobbyköche, die sich an einem 7 Gänge Menü geistig und körperlich derart erquicken und das genießen wie andere Leute Sex. Warum gibt es sovioele Kochbücher, warum Kochsendungen und immer ausgefeiltere Rezepte und Köstlichkeiten? Warum ernähren wir uns nicht von zwei genau auf unseren Tagesbedarf abgestimmten Proteinshakes (wäre billiger und das Kochen würde wegfallen)? Weil Essen (den meisten Menschen) Spaß macht, es ist sinnlich, ein Genuss.

Und das nimm mal jemandem weg und gib es einem anderen und erwarte dass der, dem es weggenommen wurde mit dem, der es bekommen hat, mitleidet. ;-)
 

Benutzer79932 

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Nö, sage ich gar nicht. Ich denke, dass dein Körperbau einfach nicht so ideal ist, und du wahrscheinlich wirklich exakt auf dein niedriges Gewicht achten musst, um nicht unförmig auszusehen, wenn deine Freundin mit 15 Kilo mehr ähnlich aussieht wie du. Ich hatte Glück und kann mir so ein hohes Gewicht tatsächlich "leisten".

Nö, das muss ich absolut nicht. Aber ich denke, das möchtest du mir sowieso nicht glauben :smile: Das "ich esse, was ich will, bin sportfaul und nehme trotzdem nicht zu" ist ein Konzept, das nach wie vor kaum eine Frau einfach so hinnehmen kann. Deshalb gehe ich auch nicht weiter darauf ein.

Ich kann dir sogar sagen, wo der Unterschied liegt zu dieser einen Freundin: sie ist sportlich, ich nicht. Ergo wird da ein Teil auch Muskelmasse sein.

Piratin schrieb:
Da kann man nichts für, jeder hat die Gene mitgekriegt die er nunmal mitgekriegt hat und muss sich arrangieren.

Genau.

Piratin schrieb:
Aber du hast MEIN Gewicht aufgegriffen und ich wüsste nicht, wo ich dich irgendwo als klapprig oder eklig bezeichnet hätte. Deswegen war dein "Rache" Impuls wohl etwas fehlgeleitet.

Der Gedanke, dass man meine Beiträge als Rache auffassen könnte, wäre mir jetzt nicht eine Sekunde gekommen. Ich habe irgendetwas aufgegriffen in diesem Thread und darauf aufgebaut, genau wie ich vorher viele Sätze aus einzelnen Beiträgen aufgegriffen habe und darauf aufbauend diskutiert und kommentiert habe.

Und das mag sein, dass du jetzt in Theorie glaubst, dass es gut gemeint ist, wenn einer sagt "iss doch mal mehr". In der Praxis ist das absolut nicht so, weil es nämlich sehr oft mit einem abschätzigen Blick einhergeht. Darauf kann ich verzichten.
 

Benutzer6820 

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Boah, das hätte ich echt gern. Noch besser einfach zwei Tabletten nehmen und die Sache mit dem Essen wäre geregelt.

Somit wäre dann der Genuss am Essen beim Teufel...

Off-Topic:
hätte zwar besser zum Faden "dick und glücklich" gepasst,aber ganz falsch ist es hier wohl doch nicht
 

Benutzer48909 

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Warum ernähren wir uns nicht von zwei genau auf unseren Tagesbedarf abgestimmten Proteinshakes (wäre billiger und das Kochen würde wegfallen)?
Für mich wäre das perfekt. 3x am Tag so eine Pille und ich müsste nie wieder kochen. Genial!

Weil Essen (den meisten Menschen) Spaß macht, es ist sinnlich, ein Genuss.
Vielleicht ist das eines der Probleme von dicken Leuten. Wenn man da so eine Lebenseinstellung draus macht und sich toll fühlt wenn man was isst... Sollte mal jemand wissenschaftlich untersuchen. Ich weiß es nicht und eigentlich ist es mir auch egal. Für mich ist das einfach verrückt, um Nahrungsaufnahme so ein Brimborium zu machen. Aber auch da bin ich der Ansicht: Jeder wie er meint und glücklich ist. Nur, wer anderen die Schuld für sein eigenes Fehlverhalten in die Schuhe schieben will -> also ihr seid Schuld, dass ich mich unwohl fühle, weil ihr so dünn seid, da hört es bei mir auf. Jeder ist für sich selbst verantwortlich!

Versteh mich nicht falsch: Ich ess auch immer wenn ich Hunger habe und halt bis ich satt bin. Ich hungere nie, aber ich mach da auch keinen Kult draus was zu essen.

Somit wäre dann der Genuss am Essen beim Teufel...

Das ist vielleicht schon der Unterschied. Essen ist (für mich) kein Genuß, sondern lebensnotwendige Nahrungsaufnahme. Ich füttere meinen Körper, weil er sonst nicht richtig funktioniert.
 

Benutzer44072 

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Also für mich ist Essen nur essen. Ich verbinde damit nichts, mache das immer nebenbei beim Fernsehen oder so und hasse diese Essen mit 3 Gänge, wo man ewig am Tisch sitzen muss. Ich esse halt, weil ich Hunger habe, aber nicht weil ich damit irgendwas verbinde.

Essen ist für mich Nahrungsaufnahme, weil man sonst nicht überlebt. Nicht mehr und nicht weniger.

Das ist eine Ansicht, die meiner Meinung nach für viele der heutigen Ernährungsprobleme verantwortlich ist und die sich immer weiter verbreitet. Sorry, das ich das jetzt von Dir zitiere, das geht definitiv nicht gegen Dich und heißt nicht automatisch, dass Du persönlich durch diese Einstellung ein Ernährungsproblem haben könntest. Das kann ich sowieso nicht beurteilen.

Aber insgesamt ist es doch so, dass dieses reduzieren auf simple, notwendige Nahrungsaufnahme bei vielen dazu führt, dass sie Zeug zu sich nehmen, dass kein Mensch essen würde, wenn er sich mit bewusstem Genuss ernährt.

Und dieses nebenbei Essen führt bei vielen Leuten zu bedenklichem Übergewicht.

Wenn man statt die Produkte einfach zu kaufen und gedankenlos zu konsumieren, die Dinge nach den verwendeten Rezepten selber herstellen müsste, bin ich vollkommen überzeugt davon, dass man sie nicht mehr essen würde. Welcher normale Mensch würde in ein Getränk einen halben Sack Zucker einrühren? :ratlos: Wer würde irgendwelche Zellulosekrümelchen mit einem Dutzend Zutaten aus dem Chemiebaukasten zu einem "Frucht"-Yoghurt verarbeiten. :wuerg:

Das Problem von unserer üblichen Mastnahrung mit Fett und Zucker sowie unser Problem von Mangelernährung würde sich ganz schnell und auf wundersame Weise von selbst erledigen. (Mangelernährung heißt hier nicht zwangsläufig das zu wenige Kalorien aufgenommen werden sondern schlicht zu wenig Nährstoffe.)
 

Benutzer6820 

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Das ist vielleicht schon der Unterschied. Essen ist (für mich) kein Genuß, sondern lebensnotwendige Nahrungsaufnahme. Ich füttere meinen Körper, weil er sonst nicht richtig funktioniert.

Klar braucht der Körper Nahrung das er funktioniert....aber das Ganze sollte dann schon schmecken....für mich persönlich muss das dann ein gutes Mittelmass sein und nicht irgendwas futtern nur das es im Magen ist!
 

Benutzer29410 

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Nö, das muss ich absolut nicht. Aber ich denke, das möchtest du mir sowieso nicht glauben Das "ich esse, was ich will, bin sportfaul und nehme trotzdem nicht zu" ist ein Konzept, das nach wie vor kaum eine Frau einfach so hinnehmen kann. Deshalb gehe ich auch nicht weiter darauf ein.

Ich kann dir sogar sagen, wo der Unterschied liegt zu dieser einen Freundin: sie ist sportlich, ich nicht. Ergo wird da ein Teil auch Muskelmasse sein.


Dann musst du eben darauf achten, was für ne Pille du nimmst oder was auch immer für deine frühere Gewichtszunahme verantwortlich war. Irgendwas ist halt immer! ;-)

Ich glaube dir, dass du essen kannst was du willst und nimmst nicht zu. Mein Freund ist genauso.

Aber die meisten Menschen sind NICHT so. Die meisten Menschen können NICHT alles essen was sie wollen und nicht zunehmen. Unser Körper ist von der Natur so programmiert, das Lebensmittelparadies der heutigen Zeit ist ein Wimpernschlag verglichen mit der Zeit in der es Menschen gibt. In früheren Zeiten der Nahrungsmittelknappheit hättest du auf gut deutsch gesagt die Arschkarte gezogen, mit deinem mangelnden Muskeltonus und deine schlechte Nahrungsverwertung. Aber wir leben heute und du hast Glück gehabt.

Du willst Empathie? Am eigenen Selbst austesten hilft manchmal.

Mach doch mal ein Experiment, stell dir vor du wärst dicklich und iss mal eine Woche lang nur Diätportionen (halbiere einfach das Essen was du so in der Woche zu dir nimmst). Und dann schau wie du dich fühlst und stelle dir vor, jemand kommt des Weges gesprungen und trällert: ich kann alles essen was ich will und bleibe schlank, was kann ich dafür dass andere Leute Disziplin halten müssen.

Genauso gut könnte ein dicklicher Mensch spaßeshalber sich mal vollfressen und seinen Freund dazu anleiten, ihm beständig mehr Essen aufzudrängen. Ich glaube der Neid auf dünne Heringe, die von allen gemästet werden, hätte sich schnell erledigt.

Du kannst nichts dafür dass du essen kannst was du willst ohne zuzunehmen. Ich kann nichts dafür dass ich sehr groß bin.

Mir haben früher Leute oft gesagt "Wenn du so weiterwächst kriegst du keinen Mann!" "Wie groß willst du denn noch werden?" "Hey, Leuchtturm, wie ist denn die Luft da oben?" Große Menschen kriegen oft genauso viele unterschwellige Aggressionen von kleineren wie Dünne von Dicken.

Mann hat mich das gefuchst. Irgendwann hatte ich jedoch mitbekommen, dass klein sein für Leute auch unangenehm sein kann. Dass sich ein kleiner Mensch großen Menschen unterlegen fühlen kann, körperlich und sozial. Das hat mein Empathieempfinden ganz schön gesteigert. Ich muss kleinen Menschen nicht erzählen, wie cool es ist groß zu sein, ich halte mich da zurück.

Vielleicht ist das eines der Probleme von dicken Leuten. Wenn man da so eine Lebenseinstellung draus macht und sich toll fühlt wenn man was isst... Sollte mal jemand wissenschaftlich untersuchen. Ich weiß es nicht und eigentlich ist es mir auch egal. Für mich ist das einfach verrückt, um Nahrungsaufnahme so ein Brimborium zu machen.

Hast du bei deiner Hochzeit Essen angeboten? Gutes Essen? Warum nicht nur ein paar Butterstullen und einen Salat, das hätte doch auch gereicht um das Magenknurren der Gäste zu stillen. Weihnachten gibt es ein feines Familienessen? Warum? Macht doch alles bloß dick, die Zeitverschwendung ist enorm und nett zusammensitzen könnte man auch bei ner Portion Grießbrei. Opis Geburtstag wird gefeiert und er läd alle Verwandten ins Restaurant ein? Unnötige Geldverschwendung, Salzstangen und Kaffee hätten doch auch gereicht. Hm.
 

Benutzer48909 

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Aber insgesamt ist es doch so, dass dieses reduzieren auf simple, notwendige Nahrungsaufnahme bei vielen dazu führt, dass sie Zeug zu sich nehmen, dass kein Mensch essen würde, wenn er sich mit bewusstem Genuss ernährt.
Ich versuche mich gesund zu ernähren, da ich einen gesunden Körper möchte und schon zu faul für Sport bin. Man muss halt Kompromisse finden. Aber, das mache ich wie gesagt für meinen Körper, nicht weil ich essen nun so toll finde.

Und dieses nebenbei Essen führt bei vielen Leuten zu bedenklichem Übergewicht.
Mit Übergewicht kann ich nicht dienen und werde ich voraussichtlich auch nie können. Das liegt bei uns in der Familie, dass alle schlank bis mager sind.


Aber ich verstehe, was du meinst. Damit kannst du Recht haben.
Andererseits sehe ich eine "Gefahr", wenn Leuten Nahrungsaufnahme wirklich mehr als Genuß bringt und sie damit Liebe, Wärme und Zuneigung verbinden und dann eben essen um sich geliebt zu fühlen. Das fände ich auch extrem bedenklich...

Nur, kann auch das alles nicht das Problem von Menschen sein, die schlank sind. Das ist es, worauf ich ich eigentlich hinaus will. Menschen, die mollig/ dick sind, oder sich auch nur so fühlen, die schieben immer gerne schlanken Menschen die Schuld in die Schuhe. Da wird dann angeblich schief geschaut, wenn die sich was richtiges zu esse holen, oder es werden komische Bemerkungen an der Kasse gemacht. Ich glaube, dass vieles davon Einbildung (gerade die angeblichen Blicke) und das eigene schlechte Gewissen sind. Wr kennt das nicht, wenn man z. B. was anhat, mit dem man sich unwohl fühlt. Plötzlich hat man das Gefühl, dass einen alle anstarren, obwohl das objektiv betrachtet gar keiner tut. Das ist mit dickeren Leuten oft dasselbe.
 

Benutzer79932 

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Dann musst du eben darauf achten, was für ne Pille du nimmst oder was auch immer für deine frühere Gewichtszunahme verantwortlich war. Irgendwas ist halt immer! ;-)

Bei der Diane gehen alle auf wie ein Hefekuchen :grin: :grin: ;-)

Piratin schrieb:
Aber die meisten Menschen sind NICHT so. Die meisten Menschen können NICHT alles essen was sie wollen und nicht zunehmen.

Das weiss ich. Und ich denke, da liegt auch der Hase im Pfeffer ;-) Ich bin eine derer, die jeden Tag 3mal zu McDo könnte und ich würde nicht zunehmen. Mein nahes Umfeld weiss das und da werde ich auch nicht "angegriffen". Die finden es eher lustig. Aber klar, ein Teil Neid schwingt mit. Das ist wertfrei zu verstehen - mir würde es umgekehrt auch so gehen. Ich fände es wohl auch nicht lustig, wenn ich Schokolade nur schon angucken müsste, und sie würde auf meinen Hüften landen, während ne Freundin nebenbei weiss-der-Teufel was reinschaufelt und trotzdem rank und schlank bleibt. Aber für diese Ungerechtigkeit kann ich doch nichts :grin: Warum also die Angriffe?

Nur, kann auch das alles nicht das Problem von Menschen sein, die schlank sind. Das ist es, worauf ich ich eigentlich hinaus will. Menschen, die mollig/ dick sind, oder sich auch nur so fühlen, die schieben immer gerne schlanken Menschen die Schuld in die Schuhe. Da wird dann angeblich schief geschaut, wenn die sich was richtiges zu esse holen, oder es werden komische Bemerkungen an der Kasse gemacht. Ich glaube, dass vieles davon Einbildung (gerade die angeblichen Blicke) und das eigene schlechte Gewissen sind. Wr kennt das nicht, wenn man z. B. was anhat, mit dem man sich unwohl fühlt. Plötzlich hat man das Gefühl, dass einen alle anstarren, obwohl das objektiv betrachtet gar keiner tut. Das ist mit dickeren Leuten oft dasselbe.

Ganz genau...!!
 

Benutzer29410 

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Ich reibe KEINEM unter die Nase, dass ich alles essen kann und nicht zunehme und ich werde nie daher springen und trällern.

Nun, hier im Forum tust du es und wirst auch so verstanden.
 

Benutzer48909 

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Nun, hier im Forum tust du es und wirst auch so verstanden.

Also ich hab nicht gelesen, dass sie das irgendwem unter die Nase gerieben hat. In einem Thread mit so einem Thema ist es völlig normal, dass beide Seiten sich zu Wort melden. Und, unter die Nase reiben sieht wohl ein bisschen anders aus.

Off-Topic:
Kann es sein, dass du doch nicht so zufrieden mit deinem Gewicht bist, wie du sagst? Oder warum fühlst du dich von ihr so angegriffen?
 
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Wenn jemand zu jemand anderem sagt: "Iss doch ein bisschen mehr du siehst so dünn aus" hat das ne ganz andere Botschaft als wenn jemand zu jemandem sagt: "Iss weniger, du bist fett". Der zu Dünne soll genährt und (unbewusst: mehr geliebt) werden, aufgrund seiner zerbrechlichen Statur machen sich Leute Sorgen um ihn und bringen ihm etwas. Der Fette soll sich disziplinieren, sich etwas versagen, ihm wird etwas weggenommen (unbewusst).

Tolle Theorie, die nur nicht im geringsten die Realität beschreibt.
 

Benutzer29410 

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Tolle Theorie, die nur nicht im geringsten die Realität beschreibt.

Dann hat mir der Oberarzt in der Berliner Charitè in der ich wegen schwerer Bulimie eingewiesen war, wohl Scheiße erzählt, dieser Holzkopf. :grin:

Kann es sein, dass du doch nicht so zufrieden mit deinem Gewicht bist, wie du sagst? Oder warum fühlst du dich von ihr so angegriffen?

Natürlich bin ich nicht zufrieden mit meinem Gewicht, hab ich doch schon im ersten Post in diesem Thread gesagt, oder wieso hab ich meine Ärztin angeheult? Ich hab, wie alle Essgestörten, sogar ein krasses Problem mit meinem Gewicht, ich bin nur soweit austherapiert, dass ich den Kontakt zur Realität nicht verliere und es glauben kann, wenn mir andere Leute wieder Bodenhaftung geben, was bei richtig Kranken nicht mehr der Fall ist.

Mich interessiert die Diskussion hier eher theoretisch, bei der Behandlung meiner Krankheit musste ich allerhand über Gewicht und Gesellschaft und Essen lernen.
 

Benutzer48909 

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Dann hat mir der Oberarzt in der Berliner Charitè in der ich wegen schwerer Bulimie eingewiesen war, wohl Scheiße erzählt, dieser Holzkopf. :grin:

1. Er kann nicht für alle Menschen auf der Welt reden.
2.Es ist ziemlich logisch sowas nem Bulimie-Kranken zu erzählen, damit er sich besser fühlt. Passt doch perfekt. Die Person will man ja wahrscheinlich dazu bringen wieder was zu essen.
 
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